Liebesmarathon
Mitte der neunziger Jahre dichtete ich
Über die Frage was wäre wenn alle
Lieben noch in mir lebten erst ihre
Summe Quelle der Erlösung wäre
Schöner lebe sich dies leugnend
Weiter die Wahre finden wollen
Um bei einer bleiben zu können
Dichtete ich naiv noch weiter
Heute dreißig Jahre später lache ich
Über die Fragen des jungen Mannes
Der ich keine dreißig damals noch war
Aber habe noch keine Antwort gefunden
Damals noch keine fünfzig Frauen
Im Leben geliebt schien alles möglich
Heute hunderte später frage ich mich
Wozu sich ewig noch wiederholen
Natürlich ist jede Frau anders
Sind alle ein Wunder für sich
Was der Anbetung immer lohnte
Zum Glück erwarte ich nichts mehr
Alles erlebt wovon ich nur je träumte
Die größten Albträume durchlitten wie
Der Liebe wegen das Leben aufgegeben
Eher zufällig nur noch weitergemacht
Was kommt noch außer Bücher die
Ein Leben lang meine Liebe erwiderten
Überlege ich und weiß es nicht aber
Zumindest macht das völlig erwartungslos
Der Marathon der Liebe der sich nun
Das 55. Jahr schon hinzieht scheint
Kein Ende finden zu wollen dabei
Habe ich lange von allem genug
So leben vermutlich wirklich alle Lieben
Noch in mir und es ist nicht verwunderlich
Wie dies Chaos die Orientierung erschwert
Lasse sie leben und werde davon erzählen
Vielleicht macht es den Wahnsinn des
Autors dieser Zeilen verständlich denn
Eigentlich wollte ich immer nur eine
Mit allem und ohne Umtausch
jens tuengerthal 18.2.25
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