Samstag, 22. Juli 2017

Sexusverhältnis

Wie sich das männliche Glied zum weiblichen Schoß verhält, ob sich daraus etwas zum Verhältnis der Geschlechter überhaupt ablesen lässt und ob Gender natürlich ist oder das nie die Frage war.

Das eine steht im Zustand der Erregung möglichst steif vom Träger ab, raubt damit sogar noch den für das Hirn benötigten Sauerstoff mit erwartbaren Folgen. Ohne geeignete Kleidung ist die männliche Erregung deutlich sichtbar und mit ungeeigneter sogar noch peinlich betont. Wie die Betonung des männlichen Geschlechts durch Kleidung gesehen wird, hat sich im Laufe der Zeiten und der Moden gewandelt, Vielleicht spiegelt sich darin auch das Verhältnis zur eigenen Sexualität wieder.

Der andere öffnet sich erwartungsvoll feucht, zuckt manchmal ein wenig in erregter Vorfreude und bleibt doch ansonsten in seiner Lust eher unsichtbar, im Zustand höchster Erregung vielleicht abgesonderte Tropfen landen eher im Höschen, als das sie im übrigen Verdacht der Lust automatisch weckten, sichtbar würden.

Wenn Mann mit seinem Geschlecht Frau befriedigen will, muss dieses stehen und möglichst länger als wenige Minuten in diesem aufsehenerregenden Zustand verharren, damit die dann Penetration zum gewünschten Erfolg der Befriedigung führt, falls das überhaupt möglich ist. Sowohl Standfestigkeit überhaupt wie Dauer derselben funktionieren nicht immer zur beiderseitigen Befriedigung.

Nach neuesten Zahlen ist der Anteil der beim Geschlechtsverkehr unbefriedigten Frauen deutlich höher als jener der Männer und dies auch noch über 40 Jahre nach Beginn der sexuellen Revolution.

Erstaunlich viele Frauen haben sich damit abgefunden, halten das von ihnen beim Sex als minimale Befriedigung höchstens im Handbetrieb erreichte, für das höchste der Gefühle und ihnen mögliche. Männer die keine Befriedigung mit ihrer Partnerin finden, neigen dazu dieser die Schuld daran zu geben, um vom eigenen Versagen abzulenken. Diese divergente Konstellation, die mir früher undenkbar schien, scheint normal zu sein und würde ich es an der Zahl meiner Verlobten messen, müsste ich vermuten, ¾ der Frauen hätten wenig Spaß beim Geschlechtsverkehr oder wären auf einem niedrigen Level zufrieden, nach dem Sex für mich unter dem Niveau der Selbstbefriedigung läge und ich mich fragen müsste, warum stellen Menschen so viel an, diese Kleinigkeit zu erreichen und halten auch noch für wichtig, was sie schneller und sauberer selbst erledigen können.

Zum Glück kenne ich es auch anders und weiß, dass es das hohe Glück gemeinsamer Befriedigung wie des regelmäßig gleichzeitigen Höhepunkts mit also gemeinsaem Kommen gibt. Es ist wohl in der Praxis eher die Ausnahme als die Regel und ich frage mich, warum ich lange Zeit eher die Ausnahme unter meinen Partnerinnen hatte, um dann wiederum die genaue Umkehrung für eine Zeit ertragen zu müssen, bis mir wieder das Glück absoluter sexueller Synchronität erfuhr, die ich als höchstes und einzig würdiges Glück auf diesem Gebiet ansehe.

Würde sogar soweit gehen, zu sagen, den Rest erledigten wir besser alleine oder fernmündlich via Telefonsex als uns der mühevollen Gymnastik mit Partnern hinzugeben, die nicht ganz harmonieren, es lohnt nicht und ist dann eher egal. Welchen Grund es dann gibt, die auch sonst in manchem relativ schwierige Kombination von Mann und Frau dauerhaft zu riskieren, wäre mir nicht verständlich, mal so ganz theoretisch gesprochen. Warum es Paare auch ohne und dennoch ein Leben lang miteinander aushalten, ist mir relativ rätselhaft, aber vielleicht argumentiere ich da auch von zu hohem Niveau aus, weil ich die perfekte Variante kenne und den Rest einfach uninteressant finde.

Habe schon mit vielen Frauen über dieses Thema gesprochen. Erstaunt hat mich der hohe Anteil derer, die meinten, sie spielten auch häufiger Mann etwas vor, damit sie schneller ihre Ruhe hätten, ohne je wirklich dabei zu kommen, weil das bei ihnen eben kompliziert sei, sie ohnehin nicht interessiert oder Männer nie ein Gefühl für Frauen hätten. Wies diese Unterstellung stets zurück, glaube aber nicht den Glauben der Betreffenden dadurch erschüttert zu haben.

Männer dagegen sind da relativ einfach, wenn es mit einer nicht klappt, werden Gründe dafür zunächst immer bei der Frau gesucht. Manchmal schafft es auch Frau, den Fall umzudrehen, Mann seine Impotenz vorzuhalten, da andere bei ihr immer sofort gekommen wären und sie so etwas noch nie erlebt hätten. Aus Erfahrung als Mann würde ich in solchen Fällen immer dazu raten, sofort das weite zu suchen, weil diese Art der Attribuierung nicht für ein dauerhaft gedeihliches Verhältnis spricht, außer Mann hat eine masochistische Neigung und lässt sich gern von solchen meist selbst entweder eher verklemmten oder sexuell zumindest unaktiven Frauen erniedrigen. Die Wahrscheinlichkeit für gemeinsamen befriedigenden Sex nach einer solchen Bemerkung liegt nicht mal mehr im Promillebereich, vergebene Liebesmüh also.

Zumindest vergebens, wenn es uns um die gemeinsame Befriedigung und das Glück der Gleichzeitigkeit als Gipfel der Lust geht. Gemeinsames Onanieren, wie ich diesen ungleichzeitigen Sex der vielen nicht zum Zusammenspiel begabten, nennen würde,  kann gemacht werden oder auch nicht, es ändert nichts gegenüber der Onanie für sich und so braucht es dann schon viele gute andere Gründe oder starke Gewohnheit, ein Verhältnis dennoch aufrecht zu erhalten.

Umgekehrt erzählte mir auch manche Frau, die eigentlich beim Sex zu genießen weiß, wie frustrierend, diese Schnellkommer wären, die reinstecken, spritzen und fertig ohne je das gemeinsame Glück der Vereinigung ausgiebig auszukosten als einen Akt von unglaublicher Schönheit. Beides taugt nicht, um auf Dauer glücklich zu sein, sondern führt nur zu fortgesetzter Frustration, bei der manches mal die Gewohnheit die Hoffnung ersetzt und zwei dann sogar obwohl unbefriedigt und eigentlich unglücklich miteinander heiraten, weil sie sich aneinander gewöhnt haben. Sich dann noch über eine hohe Rate von Scheidungen zu wundern, scheint mir wirklich sehr erstaunlich und doch hätte ich es fast einmal genauso gemacht.

Der in diesem Kontext sehr beliebte Satz, es käme ja nicht nur auf Sex an, sondern ginge um Liebe, ihnen sei Zärtlichkeit wichtiger als Befriedigung und Nähe bedeutender als etwas wie gemeinsam zu kommen, was überschätzt würde, sollte jeden erfahrenen Mann aufhorchen und die Flucht ergreifen lassen. Dasselbe gilt für den Satz, “du denkst ja immer nur an das eine”, der von der persönlichen Bedeutung der eher als lästig empfundenen Hingabe zeugt, die mehr Pflichterfüllung als höchstes Glück dann dem anderen ist.

Wer dies hört sollte spätestens gehen, wenn es nicht höhere andere Gründe zu bleiben gibt, von denen ich allein die lebenden, also Kinder, gelten lassen würde, weil diese als Produkt zumindest teilweiser Lust nicht Opfer werden sollen.

Aber ich verplaudere mich schon wieder, wollte ich doch vielmehr über das Verhältnis der Geschlechter sprechen, das sich aus den sichtbaren äußeren Geschlechtsmerkmalen ergibt, ob sich daraus soziologische Folgen ableiten lassen oder wir diese dem Gleichheitsgrundsatz blind folgend mit aller Macht bekämpfen müssen.

Das abstehende Phallusymbol wie der tatsächlich im Zustand schönster Lust hervorragende Schwanz waren lange das Feindbild ganzer Horden von Feministinnen, so dass kombiniert mit dem hohen Östrogengehalt unseres Trinkwassers sich keiner mehr wundern muss, wenn nicht mehr steht, was stehen soll und Frau so frustriert wie Mann ist und beide künftig im gleichen Verhältnis bei der Suche nach Befriedigung miteinander auf der Strecke bleiben.

Diese ist heute leider längst grauer Alltag und viele Männer kennen diese Frustration verbunden mit der heute nötigen Gratwanderung zwischen aktiver Anmache und eher depressiv passiver Zurückhaltung, die den Geboten politischer Korrektheit folgt, während Frauen frustriert über diese Typen sind, die nichts mehr wagen und nur noch darauf warten, dass Mann endlich zupackt, statt ewig um den heißen Brei herum zu labern, warum plötzlich scharenweise Männer große Erfolge für kurze Zeit hier hatten, die all diese ein Leben lang fein abgestuften Regeln ignorierten und ich denke dabei nicht nur an Flüchtlinge aus Afrika oder dem arabischen Raum, die mit ihrer aufgeladenen Männlichkeit manche eigentlich überzeugte Feministin zu kurzzeitigem sexuellen Glück führten, was sie mit den gut dressierten hiesigen Männern nicht mehr erreichen konnten.

Über die weiteren Folgen und die logische mehr oder weniger große kulturelle Inkompatibilität sei an dieser Stelle geschwiegen, da sie das Thema nicht tangieren sondern erst in der nächsten Generation wohl relevant werden, die es dann aus ihrer Sicht neu diskutieren mag.

Als völlig glücklicher und gelassener Mann, der in einer, die noch dazu sich auch als seine sieht, alles fand, was sich Mann nur wünschen kann, von der perfekten Synchronität bis zu immer ungestillter Leidenschaft bei vollkommener Schönheit ohne dabei irgendwelche Kämpfe um Gleichberechtigung führen zu müssen, bin ich in der Sache wohl gerade einerseits ungeeignet zu diesem für viele Männer frustrierenden Thema zu schreiben, kann es aber andererseits in der totalen Gelassenheit meiner vollkommenen Glückserfahrung, die jede weitere Suche entbehrlich macht, die ansonsten viele frustriere Frauen ihren Männern schon genetisch bedingt unterstellen, gerade besonders gut vielleicht.

Wer keine Befriedigung beim Sex kennt, wird auch nicht weiter suchen, während derjenige, der weiß, was ihm fehlt, da die vollkommene Harmonie in allem bereits erfahren hat oder sie zumindest irgendwie sehnsüchtig erhofft nie zufrieden bleiben wird und sich häufig auch vor sich in ein übles Netz aus Lügen verstrickt

Nach dem Motto:

Liebst du mich?
Natürlich!
Willst du nur mich?
Ja mein Schatz.
Warum schaust du dann anderen hinterher?
Tue ich nicht oder rein sachliches Interesse, dumme Gewohnheit...

Diese Worte wechseln hier mit Empörung vom Überwachungsknastbeziehung und ähnlichem - wer länger als eine Woche in einer Beziehung war, wird es kennen und dabei gäbe es nur eine Antwort, die wahr wäre

Weil es meine Natur ist Schatz.

Die aber zugleich die aller ungeeignet denkbare wäre, die garantiert infolge den größten Ärger verursacht, den kein Mensch bräuchte und der keinen der Beteiligten je glücklich machte. Darum antwortet der kluge Mann mit Erfahrung darauf, um anhand der Vergleichsstudien festzustellen, dass ich die schönste aller Frauen habe und damit der glücklichste und erfolgreichste Mann überhaupt bin, was nur eine bedingte Lüge ist, denn auch darin steckt viel mehr Wahrheit als in der Unterstellung der meisten Frauen oder auch Männer, sollte Frau Männer zu genau beobachten, es ginge immer gegen sie, solle sie abwerten, wäre der Versuch sie zu betrügen und ähnliches mehr.

Im Gegenteil will Mann seiner seit der Steinzeit unveränderten Natur nach sich durch Beobachtung und Versuch eine Bestätigung seiner Situation suchen, um sich dann glücklich zurückzulehnen, weil er doch die Beste von allen hat. Vertraute Frau sich mehr oder umgekehrt auch der eifersüchtige Mann und ließe diese Marktstudien gelassen zu, weil sie sich des Glücks bewusst sind, dass sie mit dem anderen teilen und das eben nicht austauschbar ist, wären viele Paare glücklicher und erschienen sich wesentlich attraktiver.

Ob das allein daran liegt, dass männliche Geschlechtsorgane abstehen und gut sichtbar werden, wenn sie erregt sind und Frau sich still feucht öffnet, kann sicher diskutiert werden, nur auszuschließen, dass es auch mit unserer Natur und ihrer Bauweise zu tun hat, hieße sich blind zeigen und wesentliche Eigenschaften zu verkennen. Der eine steht ab, der andere öffnet sich feucht. Auch wenn Mann genauso feucht werden kann und sollte, will er wirklich genießen und Frau auch etwa ihre meist bis kurz davor noch unsichtbare Klitoris der Natur nach anschwellen lässt, belegt doch auch dieser Unterschied nur zu deutlich - wir sind uns teilweise sehr ähnlich aber es gibt auch gravierend große Unterschiede.

Normal aber wird das Verhältnis erst, wenn sich ein Mann nicht mehr für seine Errektion schämen oder entschuldigen muss, Frau diese nicht mehr als Beleidigung sieht, die sie bedrängt oder gar in sie eindringen will, sondern gerade diese eindringliche Vorstellung besonders auch sozial erregend findet. Erst dann können wir wieder zu einem gesunden Verhältnis miteinander kommen.

Spannend sind auch die umgekehrten Reaktionen auf das Unbefriedigt sein, während Männer darauf häufig eher depressiv und mit Rückzug und Zweifeln reagieren, teilweise sogar Depressionen oder Panikattacken bekommen, werden Frauen auch nach deren eigener Aussage, zumindest, wenn sie etwas dabei empfinden können, wenn sie untervögelt sind eher aggressiv und hysterisch. Der Mann, von dem zum Sex etwas abstehen muss und der damit aus sich herausgeht, um in Frau einzudringen, zieht sich unbefriedigt frustriert in sich mit Selbstzweifeln eher zurück, während Frau dagegen häufig aggressiv und geradezu wahnwitzig hysterisch werden können, zu abstrusen Anschuldigungen neigen, verhindern, wonach sie sich eigentlich sehnen und so verhalten sich, seltsam genug, beide Seiten konträr zu ihrer Natur und damit meist kontraproduktiv ein Zirkel, der sich selbst beschädigt.

Bin ich nun ein Feminist oder ein Feind des Feminismus, der so viele Männer impotent und noch mehr Frauen danach unglücklich lässt, weil es keinem hilft, sich gegen seine Natur zu stellen?

Weiß nicht, was ich bin, habe immer gesagt, ich liebe die Frauen, für das, was sie sind und das gilt auch, wenn ich nun glücklich mit der einen bin, es nie besser treffen könnte und völlige Erfüllung wie im Traum fand. Diese Verehrung für Weiblichkeit, die für mich auch im Benehmen eines Gentleman steckt, der einer Dame selbstverständlich die Tür aufhält, ihr Feuer gibt und ähnliches mehr, auch wenn ich genau weiß, sie könnte dies natürlich alles allein, aber die Zeremonie die Begegnung zu einem schönen Akt macht. Habe das Glück, eine Frau zu haben, die gerne weiblich und Frau ist, ohne mit mir konkurrieren zu wollen, ihre Begabung und Qualitäten eher auf einem Feld hat, von dem ich nichts oder sehr wenig verstehe, wir also nicht miteinander konkurrieren - dahingestellt wie männlich ihre Leidenschaft für Astrophysik und wie weiblich meine für Lyrik und Literatur ist.

Wir haben den Feminismus der 70er überstanden, die inzwischen nur noch peinliche Springer Korrespondentin Alice Schwarzer wird entweder in absehbarer Zeit sterben oder schon vorher wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis verschwinden, sie spielt keine Rolle mehr und vergreift sich nur noch an lächerlich falschen Themen, die ihr Denkmal erschüttern. Was ist die Zukunft frage ich mich, der eine gerade zur Frau reifende Tochter und eine deutlich jüngere Frau nun hat, weil es der Zufall so wollte und ganz gegen alle meine früheren Überzeugungen, die nämlich nur solange etwas wert sind, bis Realität und Liebe sie vom Gegenteil überzeugen?

Kann nicht sagen, was für jeden Mann oder jede Frau richtig ist, weiß ja kaum für mich selbst wirklich zu sagen, warum ich auch keine erfolgreichen Ratgeber für ein Millionenpublikum schreibe, das wissen möchte, wo es langgeht sondern nur Essays voller Zweifel und Fragen, die keine Antwort geben. Wichtig ist, der eigenen Natur zu folgen und dem was gut tut, denke ich auch bei diesem Thema - wenn es passen soll, passt es überall, dann kannst du die andere in jeder Situation riechen und schmecken, findest dich schön und wunderbar. Wenn nicht, bist du noch nicht am Ziel und kannst entweder weiter suchen oder die Suche aufgeben, mit dem gefundenen Kompromiss leben und dann aber auch zufrieden sein, denn nichts ist auf Dauer frustrierender als eine unbefriedigte Unzufriedenheit, die uns nie die großen Probleme ertragen hilft, die im Verhältnis von Mann und Frau ganz natürlich kommen.

Dennoch habe ich, und dies sei das Ende dieser Betrachtungen, das mich wieder an den Anfang zurück führt, ein sicheres Gefühl, dass sich schon im Wesen und der Anschauung der wechselseitigen Geschlechtsorgane viel vom Wesen versteckt und wir nicht mit den unseren glücklich werden, noch gemeinsam Befriedigung finden, wenn wir uns nicht so lieben, wie wir eben unterschiedlich im entscheidenden sind. Mann und Frau sind nicht gleich sondern entscheidend verschieden, sie sind nur aus guten Gründen gleichberechtigt, auch wenn das viele verirrt in eine falsche Richtung schon lange lenkt, wie uns die Genderforschung der Universitäten jedes Jahr aufs neue teuer gefördert offenbart.

Habt Sex und liebt euch, wie ihr seid und wenn ihr ein Gegenstück findet, bei dem alles passt, seid glücklich und zufrieden, besser wird es nie im Leben.

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 033

Gibt es Gewissheit
Wo alles berechenbar
Statt zufällig ist

Was ist Zufall als
Fehlende Parameter
Zur dann Berechnung

Wer glaubt an Zufall
Ist der je mehr als Glaube
Nur berechenbar

jens tuengerthal 22.7.2017

KI 032

Rettet der Glauben
Vor dem noch Aberglauben
Maschinen sein mehr

jens tuengerthal 22.7.2017

KI 031

Maschinen glauben
Nie sondern funktionieren
Oder manchmal nicht

jens tuengerthal 22.7.2017

Freitag, 21. Juli 2017

Freiheitsliebhaber

Ist Freiheitsliebe gleich Liebesfreiheit oder nie?

Freiheit ist das Fehlen von Zwang, was uns die freie Entscheidung lässt, was wir tun wollen oder nicht. Dies unabhängig von sonstigen Gründen oder Zwängen, die nicht von unserem Willen abhängen, wie etwa der zu atmen - während es beim Essen und Trinken, wie Millionen leidgeplagte Diätkranke wissen, zwar eine gewisse natürliche Notwendigkeit gibt aber eben auch zumindest den theoretischen Willen, damit so oder so umzugehen, je nach innerer Haltung und Größe.

Ob Liebe und Freiheit eine contra dictio ist und sich ausschließt, weil das Gefühl eben unmittelbaren Zwang über uns ausübt und immer herrscht, wie Giacomo Casanova einst schrieb, könnte die erste Frage sein, was auch sinnvoll wäre, weil es jede weitere Erörterung zum Thema überflüssig machte - was nie frei von Zwang ist, wird nicht in Freiheit sein.

Zuvor aber noch, bevor ich mich in die Untiefen emotionaler Zweideutigkeiten kopfüber stürze, auch wenn Mensch dabei meist eher kopflos wird, frage ich nach sonstigen Formen der Freiheitsliebe und inwiefern sie mit der großen Emotion zu tun hat, die sich noch dazu gern mit der Lust verbindet.

Freiheitsliebe wird meist eher politisch verstanden, anders als sein Antagonist die Liebesfreiheit, bei der zumindest die allermeisten erstmal an freien Sex und ähnliche Vergnügen denken.

Von Freiheit begannen die Dichter in Deutschland laut zu singen, als sie die Sache ihrer Fürsten und lokalen Herrscher in den sogenannten Befreiungskriegen deutschtümelnd eher taumelnd als kritisch denkend verteidigten. Die Franzosen sangen davon anlässlich ihrer Revolution und dem real befreienden Sturm auf die Bastille. Die Deutschen erhielten auf den Wiener Kongress folgend statt der erträumten Freiheit nur biedermeierliche Ruhe und Sicherheit nach dem Modell Metternich während die Franzosen sich real zumindest für Momente die Freiheit erkämpften, von der ihre Hymne noch heute singt, während das auf Helgoland, dem einst britischen Felsen in der Nordsee geschriebene Lied der Deutschen eher den Geist von Turnvater Jahn und Spitzweg trägt, was ungefähr deutlich macht, was die Socken in den Sandalen des 19. Jahrhunderts waren, während die Marseillaise trotz aller Blutrünstigkeit von echter Leidenschaft mehr geprägt ist als von gediegenem Pathos, der sich nur in Abgrenzung zum Kaiser der Franzosen zur Nation bildete, statt Identität konstruktiv zu finden.

Die Amerikaner mit ihrer heute unterschiedlich interpretierten Boston Tea Party, wissen ein Lied von der Freiheit zu singen, bei der ein Trupp um später führende Politiker des Landes als Indianer verkleidet, also quasi vermummt und so gesehen der Schwarze Block des 18. Jahrhunderts, dem bösen britischen Imperialismus einen Streich spielte, der weitere Wirkung als brennende Wagen in spießiger Hansestadt hatte, die peinlich gerne Weltstadt wäre, ohne es sein zu können.

Wohin dies heute führt und was daraus wird in Zeiten von Trump und seiner neuen Vetternwirtschaft, ist noch offen, was die Zeiten spannend wieder macht, denn solche schlichten Gemüter wie Trump, Erdogan oder Machos von russisch schlichter Machart wie Putin, können kaum das Ende der Fahnenstange sein, an der das Wimpel der Freiheit weht.

Wer liebt heute noch die Freiheit und verteidigt sie sind M & M, also Merkel und Macron allein auf weiter Flur?

Der Begriff der Freiheit ist, politisch verstanden höchst unterschiedlich - zwar würde sich wohl eine Mehrheit der Europäer hinter Merkel und Macron stellen, doch gibt es auch hier Anhänger von Trump oder Putin, auch Erdogan findet bei manchen Zuspruch und diese Menschen hoffen oft mehr die starken Männer würden ihre Freiheit mit ihrem Trotz auch gegen alle Vernunft verteidigen.

Angst und das Bedürfnis nach Sicherheit haben auch in Europa zu immer mehr Beschränkungen der Freiheit geführt, wobei die größte Bedrohung von den islamistischen Extremisten ausgeht, deren Begriff von Freiheit mit dem europäischen unvereinbar ist, die dennoch erstaunlich viele Anhänger unter Menschen hier finden, die diesen Weg nicht einschlagen müssen. Vielfach werden die Islamisten sogar als Freiheitskämpfer gegen den amerikanischen Imperialismus verehrt, der sich anmaßt, die Welt zu regieren.

Handeln also die Terroristen und die Kämpfer des IS mit Freiheitsliebe oder schließt sich das bei einem religiös beschränkten Weltbild aus?

Osama bin Laden sah sich als Freiheitskämpfer und seine Terrorgruppe ursprünglich noch mit amerikanischer Unterstützung und vor allem saudischen Geld gegründet, kämpfte gegen die sowjetische Okkupation Amerikas an der Seite der Mujahedin. Später wurden die USA der Feind, auch aufgrund ihrer freien Lebensweise, die nicht in das Weltbild der fundamentalistischen Muslime passte.

Der kürzlich verstorbene Fidel Castro galt vielen als Freiheitskämpfer und linke Ikone, weil er gemeinsam mit Che Guevara damals die von den USA gestützte Diktatur in Kuba stürzte und einen sozialistischen Staat mit vielen sozialen Vorteilen für alle Bewohner errichtete. Dass auch er zum Diktator wurde, der einen undemokratischen Staat regierte, der nur von den Geldern aus der UDSSR lange lebte, wurde dabei gerne übersehen. Sein Kampfgefährte Che kam später bei anderen Freiheitskämpfen in Südamerika ums Leben und wurde so zur linken Ikone eines Freiheitskämpfers.

Die Nähe von Kulturmenschen zu linken Überzeugungen auch in Gegnerschaft zum rechten Faschismus, der den 2. Weltkrieg mit Hitlers wahnhaften Streben nach Weltmacht auslöste, ist immer noch weit verbreitet - wer sich für die Ärmsten einsetzt, muss ein guter Mensch sein und so wurde auch in der eigentlich freiheitlichen Studentenbewegung der 68er Jahre manch Name von linken Diktatoren skandiert, die wie Stalin, Mao oder Hochimin vergleichbar schlimme Massenmorde begingen.

Im Rahmen der G20 Demonstrationen in Hamburg hielten einige Mitglieder des Schwarzen Blocks noch Maos steinzeitlichen Kommunismus, dem Millionen Chinesen zum Opfer fielen, als gesellschaftliches Ideal hoch und hielten sich für Freiheitskämpfer, wenn sie das Eigentum anderer beschädigten, ganze Stadtteile für Momente zur Verwüstung freigaben. Sie kämpften gegen die politischen Vereinbarung der Staatslenker, weil sie ihre Staaten für ausbeuterisch und imperialistisch halten, völlig unabhängig von der Notwendigkeit solcher Treffen und ihrer Ziele. Sie halten es für ihre Freiheit, dagegen zu kämpfen, dass solche Treffen von meist demokratisch gewählten Staatsoberhäuptern der größten Industrienationen überhaupt stattfinden und wollen durch möglichst großen Krawall künftig solche Treffen unmöglich machen.

Es waren immer Kämpfer gegen die Macht der Herrschenden, die neue Freiheiten erkämpften und diese wehrten sich so, wie sich der demokratische Rechtsstaat in Hamburg wehrte und immer beanspruchen die Herrschenden für ihren Staat das Gewaltmonopol und stempeln jeden, der dagegen verstößt zum Terroristen oder zumindest Störer, wenn er nicht schlicht als einfacher Verbrecher verurteilt wird. Bei der Bekämpfung dieser mal mehr mal weniger glaubwürdigen Freiheitskämpfer stieß auch der Rechtsstaat moderner Prägung immer wieder an seine Grenzen.

In der Weimarer Republik schon waren es die Freikorps, die Führer der kommunistischen Widerstandsbewegung Spartakus erschossen, wie im Fall Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die daraufhin bis heute zu linken Ikonen der Freiheit wurden, die später dann ein gefährliches Bündnis der Feinde der Demokratie von links und rechts, wie Thälmann und Hitler erfolgreich unterminierte und endgültig zerstörte.

Die DDR verehrte nur noch die kommunistischen Freiheitskämpfer, während sie im Westen weitgehend ignoriert wurden, um dafür den militärischen Widerstand hochzuhalten, den wiederum die Linke als reaktionär und nicht glaubwürdig beschimpfte und dennoch ging es allen immer um die Verteidigung der Freiheit. Auch die Regierung der DDR wollte ihr Verständnis von Freiheit durch den Bau des antifaschistischen Schutzwalls verteidigen, der in der Berliner Mauer und der Zonengrenze Realität wurde.

Dagegen stellte sich auch der US-Präsident Kennedy mit seinem Verständnis von Freiheit und nannte sich unter großem Jubel einen Berliner, weil in dieser Stadt, die Freiheit der westlichen Welt und deren Lebensmodell verteidigt würde gegen die Unterdrückung der Diktaturen des Warschauer Paktes und das von Moskau aus dort diktierte politische Modell.

Beim Kampf gegen die teilweise von der Stasi der DDR finanzierte und unterstützte RAF kam die Bundesrepublik Deutschland dagegen an ihre rechtsstaatlichen Grenzen, was zu einer Verklärung der Täter dieser Gruppe und ihren Selbstmorden in der Hochsicherheitshaft in Stammheim bei Stuttgart führte. Auch die Terroristen der RAF, größtenteils ehemals studentenbewegte junge Westdeutsche, sahen sich als Freiheitskämpfer nach ihrem Ideal von Freiheit, das die kapitalistische Gesellschaft, die sie für imperialistisch, ausbeuterisch und menschenfeindlich hielten, beseitigen wollte.

Beim heute Kampf gegen den islamistischen Terror stößt der Rechtsstaat der BRD immer wieder an seine Grenzen etwa auch bei der Überwachung des Internets als freiem Raum der Kommunikation und der teilweise Aushebelung von Bürgerrechten zum Wohle der Sicherheit, die sich am Rande der von unserer Verfassung gezogenen Grenzen befinden, jedenfalls die eigentlich natürliche Freiheit beschränken.

Auch die USA rüsteten im Inneren und an ihren Grenzen massiv auf, nachdem die Anschläge vom 11. September 2001 sie an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen hatten. Obwohl eigentlich seit langem die Verteidiger der Freiheit und der Bürgerrechte, hebelten sie diese aus Gründen der Sicherheit in vielem aus und das Maß der Überwachung dort, die weltweit unter Regie der dortigen Geheimdienste stattfindet, lässt die Stasi der DDR in vielem wie ein Heer aus Waisenknaben erscheinen.

Der Überwachungsstaat, wie ihn noch Orwell in seinem Science-Fiction Roman 1984 als Horrorvision der Zukunft an die Wand malte, wurde in Bezug auf das Internet längst Realität. Christliche Amerikaner setzen ihre eher mittelalterlich geprägten Moralvorstellungen über soziale Netzwerke am Markt auf der ganzen Welt durch und blockieren damit Freiheitsrechte, wie Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit in einem Maße, das uns noch in den 90ern unvorstellbar gewesen wäre. Wer dort auf seine Freiheit besteht, wird einfach intern blockiert, um die eigenen moralischen Standards durchzusetzen. Die dortigen Grenzen der Ausdrucks- und Kunstfreiheit haben mit dem europäischen Verständnis von Freiheit wenig zu tun und verbreiten amerikanische Moralvorstellungen, etwa zur Abbildung von Nacktheit auf der ganzen Welt, ohne dass es darüber einen Diskurs oder eine politische Kontrolle gäbe, weil soziale Netzwerke ja nicht öffentliche Marktplätze mehr sind, sondern eben Privatunternehmen, die ihre Interessen durchsetzen und damit ihren Standard, soweit sie wie Facebook eine marktbeherrschende Stellung weltweit haben, zum einzig gültigen machen.

Damit sind heute auf einem wichtigen Feld der Kommunikation und damit des öffentlichen Diskurses, Unternehmen an die Stelle von politischen Institutionen oder öffentlichen Plätzen getreten.

Wären an dieser Stelle die freiheitlichen Staaten verpflichtet eine Institution zu schaffen, die ihrem Standard von Freiheit entspricht?

Was wird aus dem Diskurs in Europa, wenn amerikanische Moralvorstellungen künftig seine Freiheit beschränken?

Viele Fragen stellen sich zur Freiheit und was Freiheitsliebe heute bedeutet. Sie werden je nach politischem Lager unterschiedlich beantwortet und es fällt schwer da eine klare Antwort zu finden, weil alle politischen Meinungen immer von vielen subjektiven Komponenten im Wesen der Beteiligten geprägt sind.

Halte autoritäre Herrscher wie Trump, Putin oder Erdogan für untragbar für eine offene Gesellschaft aber schon bei diesen dreien wäre eine genaue Differenzierung nötig, um ein vernünftiges Urteil überhaupt treffen zu können, dem ich mich an dieser Stelle darum lieber enthalten möchte, weil es so unerfreulich ist, sich mit diesen zu beschäftigen und ich mich lieber der Liebe und meinem Glück widmen möchte. Klar scheint mir nur, für Freiheit, die sie zu lieben meinen, kämpfen viele mit höchst unterschiedlichen Mitteln und teilweise unter dem selben Begriff in völlig entgegengesetzter Richtung und wer nun sagt nur dieser oder jener Weg sei richtig, verhält sich so autoritär, wie jene deren Ansichten ich eigentlich ablehne und die meinem Verständnis von Freiheit entgegenstehen. Darum enthalte ich mich an dieser Stelle. Die Freiheitsliebe ist nur vielen Menschen aus höchst unterschiedlicher Sicht so wichtig, dass sie dafür alles riskieren.

Ob es im Leben mehr um Freiheit oder um Glück geht, führt mir zur Frage nach der Freiheit der Liebe oder der Liebesfreiheit zurück, denn welches Glück ist je größer als zu lieben und wieviel glücklicher ist gar noch, wer sich geliebt sieht.

Vorher aber wüsste ich gern, ob die Freiheit an sich ein Glück ist oder eine Bedingung des Glücks, wir nicht ohne Freiheit glücklich sein können. Fürchte aber, diese Frage so wenig beantworten zu können, wie die nach der einzig richtigen politischen Freiheit, denn auch wenn ich etwa die Demokratie für die beste und effektivste Form der Regierung halte, weiß ich nicht, ob nicht Menschen auch in einer Monarchie viel glücklicher sein könnten und auf was es dem einzelnen für sein Glück ankommt.

Schlösse ich das Glück in Unfreiheit aus, spräche ich vielen Menschen die Möglichkeit ab unter ihren Lebensbedingungen glücklich zu sein und wer wäre ich, so etwas für andere zu entscheiden, wie hoffnungslos machte dass die Mehrheit der Menschen, die unter Bedingungen leben, die ich unerträglich unfrei fände.

Glück hängt also nicht allein an der Freiheit oder vielleicht sind wir so frei, auch unter Umständen glücklich sein zu können, die andere unglücklich machten oder die sie zumindest als unfrei empfinden.

Wenn es aber entscheidend auf Glück ankommt im Leben und wir ein glückliches Leben als schön ansehen, scheint dies nicht notwendig auf die Freiheit dabei anzukommen.

Menschen können in Diktaturen glücklich sein und sich Umstände schaffen, die sie zufrieden sein lassen, mit dem was ist. Auch im Gefängnis oder todkrank können Menschen noch glücklich sein, sogar wenn ihre Tage gezählt sind und sie eigentlich längst Gefangene ihres kranken Körpers sind.

Spannend wird das Verhältnis von Glück, Freiheit und Liebe, wenn wir die Liebe als Glück sehen und Casanova recht haben sollte, dass sie ihrem Wesen nach unfrei macht, wir uns ihrem Zwang unterwerfen in der Hoffnung auf ein fragliches Glück.

Bedingt Liebe Freiheit, für die Unfreiheit, die wir mit ihr wählen oder der wir, wenn sie zuschlägt, unterliegen und haben wir dann noch die Freiheit der Wahl oder schließt Liebe genau das ihrer Natur nach aus?

Es stellt sich die Frage, ob wir auch unfrei lieben können.

Vom äußeren oder körperlichen Zwang hängt die Liebe nicht ab, sie endet nicht damit, wenn einer der Liebenden eingesperrt wird oder für den anderen unerreichbar ist, manchmal dauert sie sogar über das gemeinsame Leben hinaus.

Fraglich ist aber, ob wer geistig nicht frei ist, sich für die Liebe entscheiden kann, wirklich liebt oder nur einem Zwang folgt.

Um dies zu beantworten, müsste ich wissen, ob wir unserer Natur nach in der Entscheidung für die Liebe je frei sind. Sollte Casanova Recht haben, folgten wir dem Trieb der Natur, die stärker wäre als wir und uns auch gegen unseren Willen lieben ließe, wenn es uns denn erwischt.

Der Erfahrung nach spricht manches für Casanovas These, dass die Liebe ein Naturereignis ist, was nicht mehr unserem Willen unterliegt, dem gegenüber wir wehrlos sind. Dann käme es logisch nicht auf unsere Freiheit dabei an, weil es einfach passierte und es wäre unsere Aufgabe nur mit dem, was ist, so gut wie möglich umzugehen.

Habe immer gedacht Liebe bedingt Freiheit, warum ich Eifersucht für das Gegenteil von Liebe hielt, der ich Eifersucht nicht kenne und dieses Gefühl albern, unangenehm, nervig und schlicht überflüssig finde.

Fraglich, ob sich daran etwas ändert, wenn diese Abhängigkeit von Freiheit und Liebe nicht besteht. Zumindest könnten dann auch eifersüchtige Menschen lieben, auch wenn sie damit sich und andere regelmäßig unglücklich machten.

Liebe kann glücklich und unglücklich machen, zeigt die Geschichte wie die Erfahrung, die ihrem Wesen nach kontraproduktive Qualität der Eifersucht, spricht also nicht dagegen, dass ihr eine Liebe zugrunde liegt.

Aus meiner Sicht will Liebe gönnen, warum ich die Eifersucht, die nur Sorge hat, zu verlieren, was sie behalten wollen, also zu kurz zu kommen, niedriger Neid ist, für das Gegenteil halte. Sie will weder gönnen noch möchte sie teilen oder wünscht dem anderen Gutes außer sich, was aber schon durch den Status der Eifersucht einen nur beschränkten Wert haben könnte.

Eifersucht kann nicht glücklich machen sondern nur unglücklich, weil sie noch dazu, was sie fürchtet als Gefahr erst weckt. Liebe ist konkurrenzlos, weil sie glücklich ist, warum ich mir um meine Liebe keine Sorgen machen muss. Sollte ich sie an andere verlieren, war es keine Liebe oder der andere, wusste mich nicht zu würdigen.

Dazwischen gibt es noch viele Zwischentöne im Bereich von Eifersucht und Liebe. Selten ist alles eindeutig und klar und dann rutschen diejenigen in eine Situation in der auf jeden Fall gilt, was Casanova über die Liebe sagte, sie sind unfrei und können nicht mehr bestimmen, was sie tun, auch wenn es völlig unsinnig ist, zerstört, um was sie eigentlich fürchten.

Hier taucht die Freiheit wieder auf. Können wir uns entscheiden, ob wir eifersüchtig sind oder entscheidet dies die Natur unserem Wesen nach ohne unseren Willen, ist die immer wieder auftauchende Frage.

Wer eifersüchtig ist, aber in der Liebe glücklich sein möchte, wird etwas ändern müssen, da er oder sie sonst immer unglücklich oder unter Zwang handeln wird und damit nicht glücklich lieben kann.

Dies ist leicht festzustellen, aber für die Betroffenen wohl schwer umzusetzen, wie ich vermute, der die Eifersucht nicht mehr kennt und die Vorstellung von etwas, gegen das ich mich nicht wehren kann, beherrscht zu werden, fürchterlich findet. Lieber würde ich vermutlich der Liebe abschwören, statt je mit Eifersucht lieben zu müssen, sage ich leichtfertig frei davon.

Die Betroffenen aber ringen mit sich und um die Liebe, um die sie fürchten und sind dabei völlig unfrei. Fraglich wäre für mich an dieser Stelle, was könnte mich von diesem Elend befreien, das kein Ziel hat als mich immer wieder unglücklich oder lächerlich zu machen, auch wenn es schöne literarische Beispiele für das Unwesen der Eifersucht gibt, ist sie doch ihrem Wesen nach, nichts ehrenvolles sondern schlicht eine peinliche Erscheinung, für die sich die Betroffenen meist nach ihrem Abklingen genug schämen, was die Freiheit auch nur bedingt fördert.

Eifersucht ist also, auch wenn sie im Kontext der Liebe entsteht, diese nicht logisch ausschließt, wie ich nun feststellen muss, eine völlig unnütze Erfindung, die nur unfrei macht und im Ergebnis unglücklich, warum wir alles tun sollten, sie los zu werden, wie eine ansteckende Krankheit, die wir auch mit allen uns möglichen Mitteln bekämpfen.

Zum Glück kann ich bezeugen, dass Eifersucht nicht ansteckend ist. Zumindest eine positive Eigenschaft dieses der Freiheit und der Liebe entgegenstehenden Zustandes, ansonsten aber spricht alles gegen sie und ich frage mich, warum sich so viele Menschen in sie fügen, als sei sie ein Naturereignis, was sie, wie ich von mir weiß, nicht sein muss.

War früher auch mal eifersüchtig und hielt das in einem gewissen Maß für normal, weil es einem ja auch genauso überall erklärt wird. Irgendwann, begann ich mich zu fragen, was ich davon habe, welche Gründe es dafür geben kann und da wurde mir klar, es verstößt gegen jede Vernunft, schadet der Liebe, die Eifersucht ihrem Wesen nach infrage stellt, weil sie das Vertrauen leugnet und sie macht mich in einem idiotischen Maße unfrei. Beobachtete ich eifersüchtige Menschen merkte ich, wie sie sich öffentlich lächerlich machten und blamierten, damit noch unfreier wurden. Konnte keinen Grund erkennen der dafür sprach je eifersüchtig zu sein.

Lebte gut ohne Eifersucht und war glücklich damit. Doch kam ich immer wieder auch mit Frauen zusammen, die diese Sicht der Welt nicht teilten und mich überwachten, mir misstrauten oder mich verdächtigten. Das machte dann nicht nur diese Frauen unfrei sondern auch mich, der sein Verhalten anpasste. Meist verließ ich diese Frauen sehr schnell wieder, wenn es nicht sehr starke höhere Gründe zu bleiben gab, weil mir meine Freiheit und mein Glück wichtiger waren als der Kampf um eine hoffnungslose Sache.

Eifersucht führt zu keinem Ziel, bringt kein Glück sondern macht im Gegenteil nur ein Leben lang unglücklich. Warum sollte ich mich so etwas je im Leben aussetzen, sagt die Vernunft und doch sagt manchmal die Liebe trotzdem, bleib, weil es wichtigere Dinge gibt als dies alberne Gefühl, dessen Lächerlichkeit doch die Betreffenden irgendwann selbst feststellen müssen und sich dann vernünftigerweise entschließen werden, wie ich es tat, sie aufzugeben.

Sofern sie aber unfrei sind, werden sie das nicht können, sondern immer wieder Opfer ihrer Eifersucht werden. Dagegen hilft nur Aufklärung und Geduld, wenn die Liebe groß genug ist auch dieses überflüssige Elend zu ertragen, sage ich mir dann und damit bin ich wieder bei meinen liebsten Themen der Aufklärung im Sinne Kants als Frage des Verständnisses von Freiheit und Autonomie.

Aufklärung ist die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit meint die Unfähigkeit sich seines Verstandes ohne Hilfe anderer zu bedienen, frei zu denken. Selbstverschuldet ist diese, wenn diejenigen nicht zu blöd sind, sondern nur zu faul oder zu träge über ihr Verhalten kritisch nachzudenken.

Aufklärung hilft gegen Eifersucht. Sie scheint mir sogar das einzig sinnvolle Mittel dagegen. Fraglich scheint der schöne Ansatz Kants, über dessen Erfahrung mit eifersüchtigen Frauen meines Wissens nichts bekannt ist, der sich nicht ohne Grund, nie gebunden hat und ruhig mit seinem Diener angeblich lebte, sofern die Eifersucht ein Naturereignis ist, bei dem keine Verstand hilft, da das Gefühl alles dominiert, die Menschen ihm unfrei unterworfen sind.

Bin es nicht und habe mich davon befreit, obwohl ich weder so intelligent wie Kant bin, noch ein Leben ohne Frau verbringen möchte, sondern einfach nach der bestmöglichen Form des Glücks gesucht habe.

Sofern Kant Recht hatte und wir Menschen des Denken und der Aufklärung fähig sind, ist Eifersucht ganz einfach zu beseitigen. Mit Vernunft und Logik, um die Liebe frei genießen zu können. Wenn er sich irrte und wir nur Opfer unserer Gefühle sind, die wir nicht kontrollieren können, gibt es in diesen Fällen keine Hoffnung und wir beugen uns ihr als einer Erscheinungsform menschlicher Dummheit und Beschränkung oder wir befreien uns davon und lassen die Eifersüchtigen sich unter sich paaren, während die übrigen Menschen Liebe und Freiheit genießen können.

Auch hier bin ich weder sicher noch entschlossen, sondern möchte es lieber offen lassen, da manche Dinge keiner Entscheidung brauchen, weil sie sich ihrer Natur nach eigene Wege suchen, die ihrem Wesen entsprechen. Wer liebt, wird alles für die Liebe tun. Am Ende gehen Märchen und die Liebe ist ja auch eines immer gut aus und so, wird die Vernunft der Aufklärung siegen, auch wenn die Erfahrung dagegen spräche und alles gut werden, weil am Ende immer alles gut ist und wenn nicht, ist es eben noch nicht zu Ende, was zumindest vernünftig klingt und den Kreis zur Aufklärung schließt und wer wird schon die Liebe aufgeben einer kleinlichen Lächerlichkeit wie der Eifersucht wegen, das wäre ja ein Witz.

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 030

Wie sinnvoll ist Angst
Vorm perpetuum mobile
Was unmöglich bleibt

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 029

Deutschland will führen
Bei aller neuen Technik
Es hindert nur Angst

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 028

China führt am Markt
Künstlicher Intelligenz
Was vom Wesen passt

jens tuengerthal 21.7.2017

Donnerstag, 20. Juli 2017

KI 027

Drei mal drei mal drei
Sind immer einer zuviel
Für eine Paarung

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 026

Wenn zwei eins sind greift
Weniger Berechnung als
Zahlloses Gefühl

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 025

Erwartungsgemäß
Ist alles berechenbar
So wird uns erzählt

jens tuengerthal 20.7-2017

KI 024

Ist logisch auch wahr
Gibt es überhaupt Wahrheit
Wo bleibt der Zweifel

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 023

Ist berechenbar
Wahr oder nur uns logisch
In seinem System

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 022

Algorithmenmacht
Prägt unser Leben weiter
Als wir wohl rechnen
jens tuengerthal 20.7.2017

Widersteher

Was ist politisch korrekte Erinnerung in der Demokratie?

Der 20. Juli ist nur ein Tag, ob er der wichtigste war, der militärische Widerstand allein zählt, streiten sich Historiker und politisch engagierte Zeitgenossen seit langem und es gilt als chic, den Widerstand zwar zu würdigen, aber dessen demokratische Qualität infrage zu stellen, den George Jünger und frühen Nationalsozialisten Stauffenberg für fragwürdig zu halten und so hat sich die politisch korrekte linke Seite des politischen Spektrums mit den alten Rechten wenn auch aus anderen Gründen vereint, die den Widerstand der Offiziere schon immer fragwürdig fanden. Letztere wehrten sich gegen den Ungehorsam, den sich kein deutscher Offizier zu schulden kommen lassen dürfe.

Groß in Szene gesetzt wurde Stauffenberg zuletzt in dem Film Operation Walküre, in dem, der nicht ohne Grund in Verruf geratene Tom Cruise, die Rolle des Helden Stauffenberg spielte und ihn so einem breiteren amerikanischen Publikum vorstellte. Ein Grund mehr für das linke und vermeintlich liberale Publikum sich doch mal wieder vom militärischen Widerstand zu distanzieren.

Was wollten die führenden Militärs, die während des Krieges als einzige ein Attentat realisieren konnten, danach wirklich?

Reichskanzler sollte Carl Friedrich Goerdeler werden, ein früherer DNVP Politiker, was Linke gern mit Nazi gleichsetzen, was aber real dessen Gegenteil war und der bis zur Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten noch Bürgermeister in Leipzig war. Von diesem Amt war er zurückgetreten nachdem Nazis das Mendelssohn-Bartholdy Denkmal in der Stadt geschändet hatten.

Kein Linker, kein Kommunist sondern ein national Konservativer war der vorgesehene Kopf der neuen Republik, die an vorige Weimarer Traditionen konstruktiv anknüpfen wollte, was all das Geschwätz von Stauffenbergs NSDAP Mitgliedschaft und seiner Fragwürdigkeit als George Jünger wohl in den Schatten stellt.

Es sollte kein Militär sondern ein ausgewiesener Zivilist, der seit den 30er Jahren im Ausland für den Widerstand gegen Hitler geworben hatte, zum Reichskanzler werden, darum das Attentat, was nur der letzte Versuch war, als reine Ehrensache einer elitären Offizierskaste abzutun, zeugt schlicht nur von Ahnungslosigkeit. Goerdeler hat dies Attentat wie viele Beteiligte den Kopf gekostet und nur weil dieser Widerstand logisch keine Kommunisten und sehr wenige Sozialdemokraten umfasste, weil es die in der Führung der Wehrmacht nicht gab, heißt dies nicht, es wäre undemokratisch gewesen oder weniger der Erinnerung wert.

Auch der spätere sozialdemokratische Bundeskanzler Helmut Schmidt trug die Uniform der Wehrmacht im Krieg und tat dies mit Stolz wie viele, die in diesem Land verblendet waren zu dieser Zeit. Er trug sie auch, weil Gehorsam ein Wert an sich war. Dies auch für einen Hanseaten wie Schmidt aber noch mehr für die Sprösslinge alter Offiziersfamilien unter denen sich viele alte Namen wie Kleist, Moltke, Yorck-Wartenburg fanden, deren Familien Preußen seit Jahrhunderten gehorsam und treu dienten.

So wurden viele der Männer um Beck und Stauffenberg groß, deren Ehrgefühl noch aus dem Kaiserreich stammte und für die Ungehorsam undenkbar war - wenn es auch schon bei Friedrich dem Großen das ehrenvolle Angedenken eines Offiziers gab, der den Widerstand und damit Ungnade wählte, wo Gehorsam keine Ehre mehr brachte, wie auf dem Grabstein von Johann Friedrich Adolf von der Marwitz steht, der den ganzen siebenjährigen Krieg lang der Kommandeur des Regimes Gendarmes war und die Plünderung der Hubertusburg verweigert hatte und über den Fontane schon so liebevoll erzählte. Dieser hatte die Ungnade gewählt und mit dieser rechneten auch die Offiziere, die den Führer angriffen, den Gehorsam verweigerten gegenüber dem Oberkommandierenden auf den der ganze NS Staat Deutschland zugeschnitten war.

Manche der linken Denker, wenn das nicht schon eine contra dictio an sich ist, meinen das Attentat käme viel zu spät, die Offiziere hätten zu lange gehorcht, wären eben doch die Verantwortlichen für den Vernichtungskrieg im Osten und die Wehrmachtausstellung von Jan Philipp Reemtsma hat uns die Verbrechen der Wehrmacht nur zu deutlich historisch vor Augen geführt. Da gibt es nichts schön zu reden und an diesen Verbrechen und an der Beteiligung am Vernichtungskrieg der Wehrmacht, der von Hitler so befohlen und gewollt war, hätte auch ein gelungener Widerstand nichts geändert.

Nur ist blind für die Wirklichkeit, wer übersieht, wie lang der Weg zum 20. Juli war, wie Joachim Fest auch sein Buch zum Staatsstreich einst untertitelte. Es begann bereits direkt nach der sogenannten Machtergreifung, eskalierte weiter in der Sudetenkrise, die nur durch die Nachgiebigkeit des britischen Kanzlers Chamberlain in München 1938 noch ein lang geplantes Attentat verhinderte, beinhaltet noch viele andere Versuche, in denen vor allem Henning von Tresckow, der auch um die Wolfsschanze eine wichtige Rolle spielte, immer mit dabei war, wie die auf deren Gütern dieses Hauptquatier in Ostpreußen lag, der mutige Graf Lehndorff und seine Frau, der Ribbentrop beherbergte und zugleich den Draht zum Widerstand hochhielt.

Einen Umsturz in einer totalitären Diktatur kann nur erfolgreich durchführen, wer die Mittel der Macht in den Händen hält. Das Deutsche Reich befand sich im Krieg mit seinen Nachbarn, die vorher Versuche der Widerständler noch einen separaten Frieden auszuhandeln, waren gescheitert. Den Krieg stoppen, einen zivilen Kanzler einsetzen, die Massenvernichtung beenden, konnten nur Personen mit direkten Draht zur militärischen Führung, zumal der Führerstaat völlig darauf zugeschnitten war.

Es gab auch in den Offizierskreisen Gegner eines Anschlags, die eine neue Dolchstoßlegende fürchteten, wie sie nach dem Ende des 1. Weltkrieges aufgekommen war und die solche gefährlichen Verführer wie Hitler stark gemacht hatte. Einer der führenden Köpfe dabei war Helmuth James von Moltke, dessen Kreisauer Kreis auf dem schlesischen Gut der Familie, für ein Deutschland nach Hitler und nach dem verlorenen Krieg plante, ein Bündnis von Adel über die Kirchen bis zu Sozialdemokraten und Gewerkschaften suchte, in dem auch etwa Dietrich Bonhoeffer verkehrte, der mit der Frau des anderen führenden Kopfes des Kreisauer Kreises Peter Graf Yorck von Wartenburg eng befreundet war noch aus Berliner Studienzeiten.

Der Widerstand auch des Militärs ist viel älter als der 20. Juli 1944 gewesen, umfasste ein weiteres Feld als Junker, die ihren König wieder wollten, sondern war getragen von vielfach preußischen Offizieren, die mit ihrer Ehre und ihrem Gewissen kämpften und wie Stauffenberg und andere bewusst ihr Leben für andere und ein besseres Deutschland riskierten. Marion Gräfin Dönhoff hat viel des falschen Bildes aus der rechten Ecke korrigiert, die von den ehrlosen Offizieren sprachen, die den Gehorsam verweigert hatten, auch mit ihrem großen Einsatz für die deutsch-polnische Begegnungsstätte auf dem ehemals moltkeschen Gut Kreisau. Dadurch wurde es eine zeitlang um die Erzkonservativen ruhiger und mit der Gedenkstätte im Bendlerblock in Berlin kam der Widerstand endlich in der Mitte der Gesellschaft an und es widerfuhr allen Beteiligten und auch anderen Gruppen endlich die ihnen in einer Demokratie gebührende Ehre.

Statt der rechten Ecke, außer den völlig verlorenen Nazis dort, raunen heute Linke gegen dies Gedenken, reden den militärischen Widerstand schlecht und klein mit dreisten Lügen, auf welche die Bezeichnung Fake News nur zu gut passt. Die neuen Rechten im Umfeld des AfD, mit zumindest fragwürdigem demokratischem Denken, versuchen dagegen den Widerstand und seine Ehre für sich zu missbrauchen, so fragwürdig dies angesichts rassistischer Politik auch ist. So wird von linker Seite bis heute verbreitet, der Widerstand der Offiziere sei nur ein Alibi gewesen, viel zu spät gekommen und hätte nur dem Schutz der Privilegien einer Elite gegolten.

Zugleich werden erwiesene Feinde der Demokratie wie Thälmann, Liebknecht und Luxemburg als Kultfiguren verehrt, weil die Köpfe dieser quasireligiösen Bewegung bis heute nicht in der Demokratie angekommen sind, was deutlich macht, wie schmal der Grat zwischen doppelter Moral und Gewalt auf der linken Seite des politischen Spektrums inzwischen ist, wo einerseits Politiker der Linken den Schwarzen Block verteidigen, dem sie teilweise selbst immer wieder angehören und auf der anderen Seite eine pseudo revolutionäre Rhetorik kultivieren, bei der sie sich als Antifaschisten gerieren, die zugleich die Totengräber der Weimarer Demokratie verehren und den militärischen Widerstand als ehrlos und verspätet formelhaft schlechtreden, weil sie entweder tatsächlich keine Ahnung von historischen Hintergründen haben oder einfach böswillig ihre politische Sekte verteidigen wollen.

Es findet sich dieses Denken zum heutigen Tag und seinem Gedenken bis weit ins demokratische Lager gerade unter Sozialdemokraten, die allerdings sachlich dann meist keine Ahnung haben, sondern an einer undemokratischen Rhetorik festhalten. Solange dieses linke Lager nicht klar abgegrenzt wird und die Lügen der Propaganda ein Ende haben, sollte für jeden Demokraten der Diskurs mit solchen Personen indiskutabel sein, wenn dieser Widerstand heute noch etwas wert sein soll, das Gedenken noch einen Sinn für die Zukunft der Demokratie hat, dann, wenn wir uns der historischen Wirklichkeit stellen, die Lügner offenbaren, die komplexe Geschichte vom langen Weg zum 20. Juli erzählen und diesen Tag nicht länger von ungebildeter linker Propaganda klein reden lassen, da die Beteiligten meist weder etwas von Goerdeler wissen, noch den Kontext der Taten kennen. Die Demokratie sollte es uns Wert sein auch die Versuche zu ihrer Rettung gebührend gegen traditionelle Feinde der Demokratie zu verteidigen.

jens tuengerthal 20.2017

Mittwoch, 19. Juli 2017

Eiferlaster

Eifersucht ist stets
Ein unbeherrschtes Laster
Es hilft Disziplin
jens tuengerthal 19.7.2017

Todeseifer

Will Liebe töten
Wer die Eifersucht auslebt
Die nie Gründe hat
jens tuengerthal 19.7.2017

Suchtgewinn

Was gewinnt nur
Wer eifersüchtig sein will
Fragt sich wer ohne
jens tuengerthal 19.7.2017

Sucheifer

Eifersucht sucht was
Keiner braucht aber die
Liebe stets tötet
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 021

Welches Geschlecht sich
Wohl eher am Automat
Befriedigen kann

Mann fehlte sicher mehr
An Komplexität als Frau
Die den Dildo kennt

Nur wer lässt eher
Sich mit viel Gefühl täuschen
Oder geht das nie
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 020

Sind Kunstautomaten
Logisch oder nur Witze
Was fürchten wir dann
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 019

Sind Männer leichter
Von Maschinen zu täuschen
Da nicht so komplex
jens tuengerthal 19,7.2017

KI 018

Reicht Komplexität
Je weibliche Orgasmen
Zu simulieren
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 017

Was ist Kunst künstlich
Wert wenn reproduzierbar
Bleibt es noch Schöpfung
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 016

Dichtung vom Rechner
Wäre übermenschlich wohl
Wirklich auch besser
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 015

Roboter malen
Mit wohl höchster Perfektion
Zählt noch das Handwerk
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 014

Was bleibt an Kultur
Wenn Maschinen schöpfen wird
Kreativ berechenbar
jens tuengerthal 19.7.2017

Dienstag, 18. Juli 2017

KI 013

Wäre es Unglück
Wenn Klügere hier herrschten
Als wir je waren
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 012

Was wird aus dem Mensch
Wenn immer unterlegen
Bleibt uns noch Natur
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 011

Klagen dann Menschen
Gegen Maschinen um Rechte
Wer entscheidet es
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 010

Tragen Maschinen
Verantwortung für Menschen
Oder niemand mehr
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 009

Wer wird regieren
Wenn Rechner klüger werden
Sind sie dann wählbar
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 008

Wer darf entscheiden
Ob Maschinen klüger sind
Mit welchem Maßstab
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 007

Als Geheimagent
Tragen wir Datenspeicher
Längst ständig bei uns
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 006

Cybersex zum Glück
Als Traumwelt der Onanie
Gefühl wird ersetzt
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 005

Gene optimiert
Wie neuronal fokussiert
Funktionieren wir
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 004

Gefühl maschinell
Wird besser nur erledigt
Hormon gibts Chemisch
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 003

Hat noch etwas Sinn
Oder entfällt dieser nun
Weil künstlich nie da
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 002

Gibt es noch Moral
Wenn Automaten für uns
Alles entscheiden
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 001

Die Serie der folgenden Gedichte in Form von Haiku befassen sich mit Künstlicher Intelligenz (KI). Da der Verfasser sich naturgegeben noch mit seinen geringen Mengen natürlicher Intelligenz dem Thema zuwendet, mag es unvollständig sein und ist nichts als eine lyrische Suche nach Antworten auf die wichtigsten Fragen der Zeit zum Thema KI. Sie sind subjektiv, ohne technische Intelligenz der schlichte Blick des Beobachters in einer Welt, die sich täglich neu dieser Frage stellen muss und auch eine Reaktion auf die massive Warnung des Chefs von Tesla Elon Musk.

Wann ist Intelligenz
Künstlich oder kann sie nie
Sein außer menschlich

Bleibt was uns ähnelt
Stets nur der Versuch ohne
Hoffnung auf Gleichheit

Ein Näherungswert
Statistische Illusion
Suche nach Wahrheit
jens tuengerthal 18.7.2017

Montag, 17. Juli 2017

Humanrobo

Kann der Automat
Menschlich werden oder
Spiegelt er uns nur
jens tuengerthal 17.7.2017

Lebenstechnik

Technik lässt Leben
Manchmal auch überleben
Wie menschlich ist das
jens tuengerthal 17.7.2017

Automensch

Mensch und Maschine
Sind immer Gegensätze
Oder Ergänzung
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturtech

Technik ist Natur
Des Menschen nur angewandt
Nur was macht uns aus
jens tuengerthal 17.7.2017

Menschtech

Ist Technik menschlich
Weil von für Menschen gebaut
Oder logisch nie
jens tuengerthal 17.7.2017

Natürnicht

Was ist natürlich
Kommt es auf die Natur an
Wer zieht da Grenzen
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturtod

Kann Natur sterben
Was bliebe von uns ohne
Können wir wissen
jens tuengerthal 17.7.2017

Linearzyklisch

Natur ist endlich
Zugleich auch noch unendlich
Im stirb und werde

Immer weg nie da
Leben endet im Zyklus
Immer da nie weg

Wenn Sein endlich ist
Natur zyklisch endlos
Wird es paradox
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturkreis

Natur drehe sich
Im ewigen Kreis des Seins
Sagt noch der Glauben

Für jeden von uns
Ist es eher Gerade
Als Zyklus noch je

Manche glauben noch
Das alles wiederkehre
Was längst nicht mehr ist
jens tuengerthal 17.7.2017

Allnatur

Wenn alles Natur
Ist fragt sich was keine mehr
Wer unterscheidet
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturheil

Wann ist Natur heil
Welcher Zustand gefällt uns
Was mögen wir nicht

Ist die Heilslehre
Von unberührter Natur
Nur Aberglaube

Bremsen wir uns tot
Aus Angst vor der Entwicklung
Ist alles Natur
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturzurück

Zurück zur Natur
Rief schon Rousseau zur Tarnung
Der Inkontinenz

Wie reaktionär
Ist wer zurück will immer
Auch in der Natur

Gibt es ein zurück
Im Leben überhaupt je
Was will Bewegung
jens tuengerthal 17.7.2017

Sonntag, 16. Juli 2017

Champagnerlaune

Gieße langsam den Champagner
Kühl kitzelnd in deinen Bauchnabel
Lasse ihn lustvoll etwas überlaufen
Schlecke was überläuft nun auf
Während die bitzelnde Lust noch
In deinem Nabel sanft perlt dich
Dort kitzelt dass tiefere Perle
Schon erwartungsvoll zuckt
Doch muss sie sich gedulden
Bis ich den Perlwein lustvoll
Aus der Vertiefung im Bauch schlürfte

Spüre deinen Atem heißer werden
Deine schönen Brüste fest stehen
Während ich die letzen Tropfen
Von deinem perfekten Bauch lecke
Doch bevor ich mich der Mitte
Endlich zuwende küsse ich noch
Den stolzen Busen der sich mir
Größer und schöner als je wohl
Vom kühlen perlen völlig verzückt
Entgegenwölbt vollkommen geformt

Dann ganz langsam gieße ich dir
Den Champagner auf den Venushügel
Wo er sich in deinen dunklen Locken
Langsam seinen Weg hinab erst sucht
Öffne deine schon feuchten Lippen
Mit meiner Zunge fordernd lustvoll
Stoße kurz mit der Zunge in dich
Deinen Saft zu trinken bevor ich
Nach oben wandernd wieder doch
Zum Perlentaucher bei dir werde
Wo sich dann mit der heißen Zunge
Von unten kühler Perlwein von oben
Den mons verneris hinablaufend mischt
Sich diese Mischung zu einem neuen
Höhepunkt bei dir findet in dem du
Dein Becken zuckend gegen mich
Drückst bis du Erleichterung findest
Alles fließt an dir wieder wahr wird

jens tuengerthal 16.7.2017

Fernlust

Dir von Ferne ganz nah
Mit Worten dich streicheln
Sanft über deinen Körper
Seine Rundungen liebkosen
In den Öffnungen versinken
Zungig zuerst um deine Lust
Ganz zu schmecken dich
Auch in mir zu haben bevor
Du dich mir überall öffnest
Sanft im Anfang werde ich
Immer fordernder in den
Berührungen deines Körpers
Der mit jedem Kuss verzaubert
Immer schöner mir noch wird
Besteige Zunge voran alle
Deine Hügel um mich dort
Ihre Spitzen verschlingend
Deiner Lust vorspielig zu widmen
Unter deiner Mitte endlich
Meine Lippen ganz ohne Scham
Auf deinen dort die so offen
Sich beim Perlentauchen dann
Wild längst an mir reiben bis
Die Sehnsucht nichts mehr hält
Du mich tief in dich steckst
Bis wir so eins wieder ganz
Uns zusammen erlöst endlich
Ineinander ergießen in der
Schönsten Erfüllung von
Liebe und Lust
jens tuengerthal 16.7.2017

Liebessinn

Braucht Liebe je Sinn
Ist höchstes Glück Sinn an sich
Macht alles egal
jens tuengerthal 16.7.2017

Sexsinn

Hat Sex einen Sinn
Oder ist es einfach schön
Natur zu folgen
jens tuengerthal 16.7.2017

Seinszeit

Haben wir eine
Zeit im Leben oder nie
Nehmen wir sie uns
jens tuengerthal 16.7.2017

DaSein

Wann sind wir erst da
Was macht unser Dasein aus
Mehr sein oft als da
jens tuengerthal 16.7.2017

Natursein

Wir sind stets Natur
Ist so alles natürlich
Was wäre künstlich

Sein mit der Natur
Kämpft auch gegen seine
Sehnsucht nach Genuss

Was bleibt an Natur
Wenn Menschen alles machen
Sind wir dann künstlich
jens tuengerthal 16.7.2017

Seinszweck

Hat Sein einen Zweck
Ist es auch zwecklos noch da
Brauchts Berechtigung
jens tuengerthal 16.7.2017

Sinnfrage

Wie sinnvoll ist die
Sinnfrage oder schafft sie
Probleme fragend
jens tuengerthal 16.7.2017

Samstag, 15. Juli 2017

Dauerliebe

Hält Liebe immer
Auf Dauer oder eher
Nie nach der Natur

Die Natur sucht stets
Neues und Wechsel als Reiz
Liebe wächst langsam

Was Liebe wohl ist
Fragt nie einer der sie kennt
Könnten wir meinen

Kenne die Liebe
Habe sie dabei gefunden
Lasse sie leben

Doch was weiß ich schon
Von der Liebe nur wie sehr
Glücklich sie mich macht

Niemals können wir
Wissen ob Liebe besteht
Doch fühlen genügt

Glaube an nichts mehr
Als die Liebe im Leben
Das genügt zum Glück
jens tuengerthal 15.7.2017

Lustwach

Wie bleibt die Lust wach
Wenn du alles schon kennst
Am und im andern

Erfahrung spricht für
Liebe die doch alles kann
Wenn wir nur wollen

Der Reiz des neuen
Verliert sich irgendwann
Dann zählt Erfüllung

Selten nur kommen
Zwei auch immer zusammen
Wenn ist es perfekt

Wer sich so findet
Bleibe glücklich stets dabei
Besser wird es nie

Alles zu haben
Mit einer macht doppelt froh
Beide genießen

Nie mehr zu suchen
Befreit für höchsten Genuss
Der langsam erst kommt
jens tuengerthal 15.7.2017

Lustleben

Unsre Lust leben
Ist alles was wir können
Genießen wir es

Was erhält die Lust
Auf Dauer mehr als Genuss
Welcher macht glücklich

Danach zu suchen
Macht ein Leben zufrieden
Was wollen wir sonst
jens tuengerthal 15.7.2017

Gottfrei

Sein ohne Götter
Die Natur einfach lieben
Macht menschlich glücklich

Das Glück der Götter
Mag diese glücklich machen
Menschen sind irdisch

Frei von Göttern sein
Heißt eigenes Glück leben
Genießen wir es
jens tuengerthal 15.7.2017

Glückskur

Statt Aberglauben
Lieber das Glück zu suchen
Befreit auf Dauer

Freiheit vom Glauben
Ist wichtiger als in ihm
Glücklich zu bleiben

Epikur lesen
Träume leben statt beten
Der Schlüssel zum Glück
jens tuengerthal 15.7.2017

Reformationstrauer

Wir feiern dies Jahr
Reformation als Freiheit
Dabei störte sie

Der Kampf um Glauben
Behinderte das Denken
Noch viel zu lange

Freiheit des Christen
Bleibt eine contra dictio
Logisch betrachtet

So gab es keine
Renaissance im alten Reich
Der Aufbruch fehlte

Darum nun trauern
Satt den Antisemiten
Luther zu loben

Dafür können wir
Zur Renaissance aufbrechen
Endlich befreit dann

Glauben ablegen
Auf den Verstand lieber nun
Setzen passt besser
jens tuengerthal 15.7.2017

Rerenaissance

Wiedergeburt ist
Esoterischer Unsinn
Alles kommt wieder

Was brauchen wir heut
Als eine Renaissance der
Freiheit im Denken

Mensch und Natur
Nach dem antiken Vorbild
Wirken zusammen

Epikur folgen
Die Götter vergessen um
Leben zu lieben

Lukrez neu lesen
Die Welt verstehen wollen
Alles ist Natur

Namen klingen nach
Mehr mit einer Geschichte
Aus alten Zeiten

Wiedergeburt bleibt
Unsinn nur klüger ist wer
Alles kommen sieht
jens tuengerthal 15.7.2017

Platzerotik

Um den Platz tingeln
Menschen auf der Suche noch
Erotik knistert

Der Flaneur schaut zu
Wie sie sich hier umschwärmem
Ankommen wollen

Beobachter sein
Von fremder Suche nach Lust
Ist glücklich schöner

Die Schönste haben
Nicht mehr suchen je müssen
Macht den Tanz komisch

Lächle gelassen
Sehe andere träumen
Auf ihrer Suche
jens tuengerthal 14.7.2017

Freitag, 14. Juli 2017

Neohumanismus

Brauchen wir heute
Den Neohumanismus
Für mehr Menschlichkeit

Wo Röhren leuchten
Statt Kerzen flackern sammeln
Maschinen Wissen

Zurück zur Natur
Oder ist Technik heute
Unsere Natur

Dazwischen suchen
Wir Wege in der Zukunft
Was bleibt noch menschlich

Soll auch die Technik
Menschlicher für uns werden
Lieber weg von ihr

Roboterliebe
Oder altes entdecken
Um glücklich zu sein

Was macht Menschen aus
Das Imitat der Natur
Oder Anpassung
jens tuengerthal 14.7.2017

Humanistmuss

Ab zu den Quellen
Wollten die Humanisten
Ganz neu wie zurück

Mensch ist Mitte
Mehr Bildung höchstes Ziel mit
Wissen und Tugend

Wahre Bestimmung
Durch Nachahmung erkennen
Zur Menschennatur
jens tuengerthal 14.7.2017

Orasmuss

Erasmus der Fürst
Der Humanisten ist noch
Da in Europa

Freier Geist und Spott
Des Kaiserlehrers blieben
Wacher als Luther

Frieden und Freiheit
Verteidigte der heute
Studentenpate

Weniger Drama
Dafür mehr Vernunft bleiben
Vorbild für morgen

Aus Rotterdam einst
Von England bis Basel wohl
Reisen und Schreiben

Ein Brückenbauer
Wie Vielschreiber mit tausend
Worten wohl täglich

Humanismus lebt
Noch im Geist des Erasmus
Wie vieler Kinder
jens tuengerthal 14.7.2017

Lutherwar

Luther war einer
Der einmal viel bewegte
Unklar wer er war

Antisemit nur
Revolutionär bedingt
Reformer sicher

Renaissancebremse
Föderalismusvater
Mönch der heiratet

Treuer Untertan
Religionskriegspate wohl
Erster Deutschlehrer

Abergläubisch noch
Immer kritischer Zweifler
Fleichwerdungsgläubig

Bibelübersetzer
Sprachschöpfer dabei dem Volk
Auf das Maulschauer

Bis heute vielen
Was wenn auch allen anders
Als er einst gedacht
jens tuengerthal 14.7.2017

Donnerstag, 13. Juli 2017

Rechtgut

Ist Recht logisch gut
Genügt nicht schon rechtmäßig
Um gültig zu sein

Sind gut und böse
Jemals rechtliche Fragen
Hat Moral noch Wert

Was verteidigt Recht
Außer der Ordnung allein
Welchen Wert hat es
jens tuengerthal 13.7.2017

Rechtsohnmacht

Recht lebt vom Glauben
Doch gehorchen zu müssen
Keine Macht ohne

Wer sich widersetzt
Wird gezwungen zu glauben
Es müsse so sein

Kein Recht ohne Macht
Es durchzusetzen auch wenn
Wer es Unrecht nennt
jens tuengerthal 13.7.2017

Rechtsbrecher

Eisbrecher bahnen
Wege aber Rechtsbrecher
Werden zu Verbechern

Rechtsbruch ist heilsam
Wo Unrecht herrscht sogar
Alternativlos

Wer darf entscheiden
Außer Richtern im Rechtsstaat
Was für wen Recht ist
jens tuengerthal 13.7.2017

Rechtslinksstaat

Den Rechtsstaat bedroht
Der Extremismus immer
Verletzt die Freiheit

Wer Recht infrage stellt
Wäre dann immer ein Feind
Unklar bei Unrecht

Irrt wer Gewalt wählt
Immer oder nur manchmal
Wenn es Unrecht bleibt
jens tuengerthal 13.7.2017

Gerechtsstaat

Wie gerecht ist der
Rechtsstaat oder natürlich
Nie außer formal

Was wäre gerecht
Gibt es je Gerechtigkeit
Außer als Idee

Recht ist Kompromiß
Fraglich was besser wäre
Ist die Welt gerecht
jens tuengerthal 13.7.2017

Mittwoch, 12. Juli 2017

Warhaftung

Was war je wirklich
Können wir etwas wissen
Von der Geschichte

Mutmaßen wir nicht
Nur in unserm Horizont
Wie weit er auch sei

Ist Wahrnehmung noch
Teil der Wirklichkeit oder
Schaffen wir sie neu
jens tuengerthal 12.7.2017

Histörchen

Geschichte ist mein
Tor zur Welt lustvoll erzählt
Brücke aus der Zeit
jens tuengerthal 12.7.2017

Geschichtskultur

Kultur braucht Pflege
Zuvorderst der Geschichte
Die uns erst machte

So will Geschichte
Erzählt werden als Roman
In dem wir leben

Was uns dann mitnimmt
Auf die Reise durch die Zeit
Lässt Kultur leben
jens tuengerthal 12.7.2017

Kulturgeschichten

Kulturgeschichte
Ist die Brücke von mir zur
Welt die ich bestaun

Der Zusammenhang
Erst gestaltet die Welt neu
Lerne verstehen

Geschichte ist was
War und lässt damit wieder
Verstehen was wird
jens tuengerthal 12.7.2017

Familienliebe

Liebe suchen wir
Manchmal finden wir sie auch
Wo wir geboren

Was immer da ist
Muss seinen Wert erringen
Im Alltag stets neu

Liebe als Basis
Baut Kultur auf ein Gefühl
Fraglich ob das hält
jens tuengerthal 12.7.2017

Familienkultur

Die Familie
Hat ihre je eigene
Kultur noch immer

Manche pflegen sie
Andre denken nicht daran
Leben es einfach

Die Tradition ist
Der Anfang als Gewohnheit
Geht sie verloren
jens tuengerthal 12.7.2017

Kulturfamilie

Wurzel der Kultur
War immer die Familie
Als Keim der Menschheit
jens tuengerthal 12.7.2017

Dienstag, 11. Juli 2017

Sagenhaft

Nibelungen sind
Nie so gelungen nur alt
Germanisch vielleicht

Burgunder waren
Diener Roms bis Gunther einst
Belgien sich holte

Gemetzel danach
Wurden Heldensage der
Völkerwanderung
jens tuengerthal 11.7.2017

Hermännlich

Hermann schlug Varus
Im Teutoburger Wald einst
Wurde lang gelehrt

So genau wissen
Wir das alles wieder nicht
Stört eher keinen

Guerilla siegte
Gegen Legionen im Wald
Helden wie Vietkong
jens tuengerthal 11.7.2017

Römerbild

Das Bild der Römer
Von den Germanen brachte
Tacitus zu uns

Ob es real ist
Scheint fraglich nur mehr haben
Wir bis heute nicht

Der Germane war
Ermahnung für die Römer
Nicht zu erschlaffen
jens tuengerthal 11.7.2017

Wurzelkunde

Germanen lebten
Einst wo Deutschland heute ist
Mehr ist ungewiss

Schon der Name heißt
Viel und keiner weiß genau
Was oder woher

So bleiben Sagen
Um Wurzeln zu verstehen
Doch nur sagenhaft
jens tuengerthal 11.7.2017

Montag, 10. Juli 2017

Walddeutsch

Deutsche lieben Wald
Grüne regieren sogar
Förster sind Helden

Die deutsche Eiche
Ist Kulturfundament mehr
Als alle Bücher

Zwerge und Riesen
Mächtige Frauen herrschen
Wie bei Tacitus
jens tuengerthal 10.7.2017

Nachbarstreit

Der schlimmste Deutsche
War Österreicher bis ihn
Die Deutschen wählten

Österreich war deutsch
Bis ein Franzos es trennte
Dann blieb es halt so

Karl teilen wir auch
Mit Frankreich als den Großen
Wilhelm wollt keiner
jens tuengerthal 10.7.2017

Kulturdeutsch

Stolz auf die Kultur
Wären die Deutschen zurecht
Anders die Nation

Leider ist es meist
Umgekehrt öffentlich laut
Fahne statt Dichtung

Weniger Fahne
Dafür mehr Verse täte
Allen hier besser
jens tuengerthal 10.7.2017

Goethdeutsch

Goethe riet Deutschen
Lieber menschlich statt auch noch
Nation zu werden

Weimar statt Frankfurt
Wählte der Dichter weise
Provinz macht Promis

Von Goethe lernen
Täte Deutschland bis heute
Besser als beten
jens tuengerthal 10.7.2017

Natiotürlich

Andere Länder
Sind natürlich national
Deutsche mehr peinlich
jens tuengerthal 10.7.2017

Wesensdeutsch

Am deutschen Wesen
Sollte die Welt genesen
Heut an Exporten
jens tuengerthal 10.7.2017

Sprachreich

Deutschland als Sprachraum
Ist heut nich mal mehr Hymne
Nur was verbindet
jens tuengerthal 10.7.2017

Deutschlich

Was ist heute deutsch
Noch national oder nie
Mehr nur ordentlich
jens tuengerthal 10.7.2017

Sonntag, 9. Juli 2017

Beischlaf

Beischlaf ist wichtig
Mehr noch als Sex sagt er
Über das passen

Wer zusammen kommt
Hat schon fast alles fürs Glück
Der Rest kommt im Schlaf

Wo alles so passt
Schlafe ich so gut wie wir
Zuvor noch kamen

Brauche weniger
Schlaf als je noch allein
Schöpfe Kraft aus uns

Die Lust findet sich
Dann allein ganz natürlich
Wie der sonst Atem

Alles in einer
Haben ist wohl höchstes Glück
Denke ich glücklich
jens tuengerthal 9.7.2017

Lustwissen

Wissen braucht Lust nie
Sie folgt geil nur der Natur
Dein Wollen genügt

Zu wissen wie sehr
Du dies lesend auch wohl willst
Macht mich feucht genug

Oder ist Hoffnung
Geiler noch als Wissen dort
Sehnsucht nach einer
jens tuengerthal 9.7.2017

Regelmäßig

Verliebt in deines
Busens regelmäßig noch
Wachsende Schönheit

Träume nun davon
Die frisch entblößten Lippen
Zart feucht zu küssen

So lässt der Zyklus
Der Natur Sehnsucht wachsen
Gibt den Träumen Form
jens tuengerthal 9.7.2017

Teelesen

Beim Tee lesen nimmt
Sich doppelt Zeit für beides
Urteilt ausgewogen

Wer so erlesen
Als Genießer entscheidet
Ist glaubwürdiger

Was sonst sollten wir
Wollen als so gelassen
In allem zu sein
jens tuengerthal 9.7.2017

Ruheabstand

Bremsweg braucht Abstand
Zur Sicherheit ist besser
Weiter abzuwarten

Wer vorschnell urteilt
Hat immer Vorurteile
Was allen schadet

Nichts meinen macht frei
Wenn alle meinen müssen
Ist Ruhe stärker
jens tuengerthal 9.7.2017

Gipfelruh

Der Gipfel ist aus
Zeit zur Ruhe zu kommen
Statt zu urteilen
jens tuengerthal 9.7.2017

Bessertee

Besser abwarten
Und Tee trinken als meinen
Schneller sei besser
jens tuengerthal 9.7.2017

Teezeit

Tee trinken braucht Zeit
Zubereitung wie Genuss
Sie sich nehmen lohnt

Der Tee wird besser
Ruhe wirkt immer länger
Gelassenheit bleibt

Teetrinker haben
Mehr Zeit verlieren nie mehr
Als sie gewinnen
jens tuengerthal 9.7.2017

Urteilsruhe

Ein gutes Urteil
Braucht Ruhe sowie Abstand
Nehmen wir uns Zeit
jens tuengerthal  9.7.2017

Abstieg

Auf den Gipfel folgt
Der Abstieg wenn es nicht mehr
Höher geht endlich
jens tuengerthal 9.7.2017

Samstag, 8. Juli 2017

Gipfelergebnis

Die Welt war einig
Gegen Trump für das Klima
Bis auf Erdogan

Krieg in der Schanze
Empörung im Land darob
Längst schon Frieden dort

Merkel erreicht viel
Der Schwarze Block nur wenig
Außer noch mehr Hass
jens tuengerthal 8.7.2017

Kapitalmuss

Was bliebe ohne
Welthandel noch übrig vom
Globalen Protest
jens tuengerthal 8.7.2017

Politpole

Links und rechts werden
Nach Ritualen benutzt
Ohne Inhalte
jens tuengerthal 8.7.2017

Gipfelparadox

Den Armen helfen
Können nur die Reichen wo
Sie sich einig sind
jens tuengerthal 8.7.2017

Antikack

Wie der ewige
Antikapitalismus
Gewalt rechtfertigt
jens tuengerthal 8.7.2017

Kapitalkritik

Wer Läden plündert
Ist nicht politisch sondern
Einfach kriminell
jens tuengerthal 8.7.2017

Gewaltfolge

Nach der Randale
Wird aufgeräumt dann geht es
Weiter wie immer
jens tuengerthal 8.7.2017

Freitag, 7. Juli 2017

Gewalturteil

Bin gegen Gewalt
Egal von welcher Seite
Trifft sie die Falschen

Zwei schwarze Blöcke
Führen Kleinkrieg in Hamburg
Lästig für alle

Fälle kein Urteil
Über einen dies sollen
Im Rechtsstaat Richter
jens tuengerthal 7.7.2017

Willigkeit

Glück ist nur Wille
Dazu es sein zu wollen
Trauten wir uns nur
jens tuengerthal 7.7.2017

Sparglück

Wer sich Glück spart hat
Keins mehr was selten länger
Glücklich machen kann
jens tuengerthal 7.7.2017

Bescheidenheiter

Weniger ist mehr
Damit heiter ist weise
Was brauch ich schon noch
jens tuengerthal 7.7.2017

Selbstliebe

Nur wer sich selbst liebt
Kann Liebe geben heißt es
Wann wird es eitel
jens tuengerthal 7.7.2017

Selbstzweifel

Wer an sich leidet
Quält damit auch andere
Zerstört die Liebe
jens tuengerthal 7.7.2017

Selbstbild

Was formt das Selbstbild
Wollen wir wie jemand sein
Was macht zufrieden
jens tuengerthal 7.7.2017

Idealbild

Wie soll Mensch werden
Was ist unser Ideal
Brauchen wir eines
jens tuengerthal 7.7.2017

Donnerstag, 6. Juli 2017

Gipfelhölle

Wellcome to hell passt
Zur Schlacht in Hamburg zu gut
Wer will die Hölle

Gewalt bleibt verkehrt
Egal von welcher Seite
War es das Motto

Das Ritual nervt
Zwei Schwarze Blöcke stören
Frieden und Freiheit
jens tuengerthal 6.7.2017

Kusstag

Am Tag des Kusses
Meine Liebste küssen ist
Schön wie täglich

Wir haben jeden
Tag Kusstag brauchen also
Keinen extra mehr

Schöner ist da nur
Heute noch mehr zu küssen
Warum auch immer
jens tuengerthal 6.7.2017

Staatsethik

Braucht der Staat Ethik
Oder ist ohne Staat
Keine Ethik mehr
jens tuengerthal 6.7.2017

Anpassungsethik

Ist Anpassung je
Ethisch oder nur konform
Dem Druck sich beugend
jens tuengerthal 6.7.2017

Gefühlsethik

Braucht Gefühl Ethik
Ist Vernunft jemals fühlbar
Was schließt sich da aus
jens tuengerthal 6.7.2017

Liebeslust

Lust an der Liebe
Ist wie die Liebe zur Lust zu
Zweit mehr Vergnügen
jens tuengerthal 6.7.2017

Lustglück

Zusammen kommen
Ist der Gipfel allen Glücks
Warum sonst noch fragt sich
jens tuengerthal  6.7.2017

Glücksmitte

Alles Glück nur noch
Mittig zu konzentrieren
Verliert schnell den Rand
jens tuengerthal 6.7.2017

Lebensglück

Von Lust ganz erschöpft
Verschlungen einzuschlafen
Schien mir höchstes Glück

Dankbar dafür sein
Heißt Liebe da würdigen
Wo sie uns nah kommt

Verliebt erwachen
Voll Lust mein Glück im Arm ist
Mehr als alles schien
jens tuengerthal 6.7.2017

Mittwoch, 5. Juli 2017

Freiheitsethik

Hat Freiheit Ethik
Oder Ethik frei wenn
Freiheit endlich siegt
jens tuengerthal  5.7.2017

Ethikglück

Macht Ethik glücklich
Weil sie vernünftig gut ist
Ist Vernunft Glückssache
jens tuengerthal 5.7.2017

Glücksethik

Was ist Glücksethik
Zählt wie wir es würdigen
Bescheiden bleiben
jens tuengerthal 5.7.2017

Moraldiktat

Was diktiert Moral
Wer gibt ihr die Macht dazu
Will Ethik Freiheit
jens tuengerthal 5.7.2017

Ethikkonsum

Wann ist es zuviel
Mit der Ethik überall
Als Kontrollorgan
jens tuengerthal 5.7.2017

Konsumethik

Konsum braucht Ethik
Wird sicher behauptet soll
Denken umlenken

Wer daran verdient
Zu fragen ist politisch
Nicht korrekt nötig

Wird Ethik missbraucht
Menschen zu lenken anstatt
Denken zu lassen
jens tuengerthal 5.7.2017

Dienstag, 4. Juli 2017

Berlinleben 042

Im Museum für Fotografie

Mit der S-Bahn vom Alex zum Bahnhof Zoo, einmal mitten durch die Stadt, von West nach Ost aus dem alten Berlin in den alt gewordenen Westen ist immer auch ein Gang durch Welten voller Bilder. Noch mehr vielfach sehr erotische Bilder wurden es heute im Museum für Fotografie, das zu den Staatlichen Museen gehört, in der Jebensstraße 2 gegenüber dem Bahnhof Zoo gelegen, sich im ehemaligen Kasino am Landwehkanal befindet und damit mitten in Charlottenburg liegt.

Der prächtige, neoklawsizissistische Bau wurde als Kasino des Offizierscorps Landwehr-Inspektion Berlin e.V. errichtet und wurde am 2. September 1909 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Im Gegensatz zur relativ schlichten äußeren Erscheinung hatte es eine prachtvolle Innenausstattung und beherbergte neben Festsälen, Gästezimmer und ein Restaurant. Am prächtigsten war der 665m² große und elf Meter hohe Kaisersaal im zweiten Obergeschoss.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und der Berliner Senat erwarb es 1950, um es der Kunstbibliothek zur Verfügung zu stellen. Von 1978 bis 1986 nutzte es die Berlinische Galerie für Ausstellungen und nach dem Umzug der Kunstbibliothek ins Kulturforum am Potsdamer Platz wurde das Gebäude nur noch als Depot für das Museum Europäischer Kulturen und der Alten Nationalgalerie genutzt.

Das Museum für Fotografie selbst ist eine Abteilung der Kunstbibliothek und der eben Ausstellungsort und Forschungs- wie Dokumentationszentrum für das Medium Fotografie. Größte Attraktion ist die Sammlung der Helmut Newton Stiftung, die der in Berlin geborene Fotograf 2003, also kurz vor seinem Unfalltod noch gründete und dabei einen Vertrag mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schloss. Danach erhält die Stiftung mit Sitz in der Schweiz dauerhaft das Erdgeschoss sowie das erste Obergeschoss als Ausstellungsfläche zur Nutzung. Dabei soll das fotografische Vermächtnis Newtons und seiner Frau June nach seinem Wunsch eine “lebendige Institution” werden.

Eröffnet wurde das Museum am 3. Juni 2004 mit der Ausstellung Us and Them und Sex and Landscapes in Anwesenheit von Newtons Witwe June, die unter dem Pseudonym Alice Springs zu einer renommierten Fotografin wurde und dort vielfach präsent ist, etwa im Junes Kabinett. Ergänzend dazu wurde ebenfalls 2004 die Ausstellung Helmut Newtons Private Property im Erdgeschoss eingerichtet, die Gegenstände aus Newtons privaten Besitz wie Kameras, Kleider, Bücher und Teile seines Büros in Monte Carlo zeigen.

Der deutsch-australische Fotograf Helmut Newton wurde am 31. Oktober 1920 in Berlin geboren und starb am 23. Januar 2004 in Los Angeles. Er war als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Knopffabrikanten unter dem Namen Helmut Neustädter geboren worden. Bis 1936 besuchte er dort das Gymnasium, welches er jedoch abbrach, da er bereits damals mehr dem Schwimmen, dem Fotografieren und den Mädchen zugetan war. Noch im gleichen Jahr begann er eine Lehre bei der bekannten Berliner Fotografin Yva, ursprünglich Elsa Neuländer-Simon, Sie musste nach dem Berufsverbot 1938 ihr Atelier schließen und zählt zu den Opfern des Nationalsozialismus. Zu dieser Zeit, kurz nach seinem 18. Geburtstag flüchtete Newton vor den Nazis Richtung Singapur, wo er zwei Wochen für The Straits Times arbeitete, bevor er wegen Unfähigkeit wieder entlassen wurde. Ab 1940 verbrachte er dann die Kriegsjahre in Australien, wo er zunächst als LKW-Fahrer bei der Armee und im Eisenbahnbau arbeitete. Nach dem Krieg eröffnete er 1945 ein Fotostudio in Melbourne und nahm ein Jahr später die  australische Staatsbürgerschaft an und heiratete 1948 die Schauspielerin June Browne, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Als Fotograf war Newton ab 1956 für die australische Vogue tätig. Nach und nach verpflichteten ihn auch die französische, die amerikanische und die deutsche Ausgabe, sowie weitere Modezeitschriften. Seit den 1970er Jahren war Newton einer der begehrtesten und teuersten Fotografen weltweit. Sein erster Bildband White Women, wurde 1976 veröffentlicht, der kurz nach der Veröffentlichung bereits mit dem Kodak Fotobuchpreis ausgezeichnet wurde. Großes Aufsehen erregte im Jahr 2000 sein Bildband Sumo, als das Exemplar Nummer 1, das von über 100 der abgebildeten Personen handsigniert war, im Rahmen einer Wohltätigkeitsauktion für 620.000 Euro versteigert wurde und damit das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts wurde.

Newton lebte mit seiner Frau June seit 1981 in Monaco und verbrachte nur die Wintermonate in Los Angeles. Er verstarb 2004 in Los Angeles nach einem Verkehrsunfall mit seinem Cadillac. Auf seinen Wunsch hin, wurde er in seiner Geburtsstadt Berlin beigesetzt und hat in Berlin Friedenau ein Ehrengrab. Zu den Trauergästen zählten neben Kanzler Schröder und Berlins Bürgermeister Wowereit auch Roger Moore.

Im Jahr 1993 hatte ihm noch Alice Schwarzer in der Emma vorgeworfen seine Bilder seien nicht nur sexistisch und rassistisch sondern auch noch faschistisch und schwang also die größtmögliche Totschlagskeule. Dabei führte sie 19 Fotos als Beweis an, die sie ohne Genehmigung abdruckte, was zu einer erfolgreichen Klage seines Verlages gegen Emma führte, die zu Schadensersatz verurteilt wurde. Inhaltlich war die hysterische Anklage der fanatischen Feministin gegen den verfolgten Juden auch nicht weiter erfolgreich, wie der Erfolg seines Museums in Berlin beweist und die hohe Anerkennung, die er später in seinem Heimatland genoss, während die zwischenzeitlich Bild-Kolumnistin eher als nur noch historische Institution gilt, von der sich inzwischen auch immer mehr Frauen energisch abgrenzen.

An der Stelle an der Newtons, damals noch Neustädters, Geburtshaus in der Innsbrucker Straße 24 stand, wurde im April 2005 noch eine ihn würdigende Gedenktafel angebracht. Am Gendarmenmarkt gibt es die Helmut Newton Bar, in der sich ein wandgroßes Werk von von ihm befindet.

Während meines heutigen Besucht in zauberhaft schöner Begleitung, die alle dort abgebildeten Modelle im Vergleich erblassen ließ, war noch eine Ausstellung von Mario Testinos Undresses zu sehen, die auf wandgröße tapeziert die teilweise sehr sinnlich schönen Akte des Fotografen als Intallation präsentiert. Es geht in dieser Ausstellung um eine Visualisierung des Ausziehens und die Grenzen zwischen Akt, Mode und Erotik, die immer wieder sinnlich verschwimmen. Die überlebensgroßen Bilder füllen den Raum mit Emotionen und knisternder Erotik, die in manchen Blicken auch Kenner der Anatomie noch erstaunen kann. Testino verbindet Modefotografie und Kunst, inszeniert seine Modelle teilweise im altmeisterlichen Stil, schafft auch durch die Installation eine knisternde Erotik in den ihm gewidmeten Räumen.

Mario Testino wurde 1954 in Lima, Peru geboren. Der Porträt und Modefotograf ist außerhalb der Modeszene bisher weniger bekannt, dennoch gehören einige seiner Arbeiten zu den bekanntesten Fotografien, etwa durch seine berühmten Bilder für das Label Versace. Bekannt wurde er auch mit Coverstory bei Vanity Fair über Prinzessin Diana 1997.

Das Museum bietet einen schönen Einblick in das Leben Newtons und ausgewählte Werke seiner Sammlung und der Bilder seiner Frau. Ein sehr lohnender Besuch voll sinnlicher Eindrücke, den der Flaneur und Genießer in schönster Begleitung danach im wunderschön ruhigen Garten des Cafés im Literaturhauses in der Fasanenstraße bei einem feinen Tee ausklingen ließ, um nach der Flut der Bilder, die Ruhe des Grün am geistigen Ort zu genießen. Ein vielfältiger Eindruck, der auch neue Blicke auf manch bekannte Gesichter von Catherine Deneuve bis Pina Bausch und viele mehr offenbarte, der allen Berlinern und Besuchern zu empfehlen ist.
jens tuengerthal 4.7.2017

Egoethik

Braucht Ego Ethik
Oder steht Natur allein
Glücklich nur mit sich
jens tuengerthal 3.6.2017

Sterbethik

Stürbe keiner mehr
Wäre Unsterblichkeit ganz
Normale Natur

Platz wäre keiner
Bald mehr für alle Leben
Sterben ist ethisch
jens tuengerthal 3.6.2017

Ethiktod

Ethik stirbt noch stets
Mit der Vernunft es bleibt
Nur Aberglaube
jens tuengerthal 3.6.2018

Todesethik

Dürfen wir töten
Wenn Leben unmöglich scheint
Wer darf entscheiden
jens tuengerthal 3.6.2017

Luxusethik

Ist Ethik Luxus
Braucht Luxus nur mehr Ethik
Wär weniger mehr
jens tuengerthal 3.6.2017

Berufsethos

Wer braucht noch Ethos
Im Beruf fragt sich nie wer
Keinen mehr findet
jens tuengerthal 3.6.2017

Montag, 3. Juli 2017

Unfallaktionismus

Minister geben
Sich nach Unfällen gerne
Sehr aktionistisch

Meist belegt es mehr
Es lässt sich nichts mehr ändern
Nur sich wichtig tun
jens tuengerthal 3.7.2017

Normethik

Sind Normen ethisch
Oder stets unmoralisch
Weil logisch unfrei
jens tuengerthal 3.7.2017

Erotikethik

Braucht auch Sex Ethik
Folgen wir doch nur Natur
Ist es rein menschlich
jens tuengerthal 3.7.2017

Liebesethik

Ist Liebe Ethik
Oder braucht es mehr Vernunft
Ethisch zu lieben
jens tuengerthal 3.7.2017

Gewinnethik

Braucht Wirtschaft Ethik
Ihr Zweck ist allein Gewinn
Fraglich welcher bleibt
jens tuengerthal 2.7.2017

Ethischler

Wer handelt ethisch
Sind es Vernunfthandwerker
Die Sollen leben
jens tuengerthal 2.7.2017

Moralvernunft

Ethik will Vernunft
Als den Maßstab der Moral
Wie ich handeln soll
jens tuengerthal 3.7.2017

Gewaltrump

Trump schlägt mit Gewalt
Gegen Medien wieder zu
Zeit ihn zu schlagen
jens tuengerthal 2.7.2017

Sonntag, 2. Juli 2017

Jugendmeister

Deutschland ist Meister
Der Überraschung im Fußball
Jugend siegt doppelt
jens tuengerthal 2.7.2017

Komplettität

Was alles ganz ist
Scheint unvollständig ohne
Liebe die nichts ist
jens tuengerthal  2.7.2017

Komplexiert

Die Welt ist komplex
Alles hängt zusammen doch
Jeder ist einzig
jens tuengerthal 2.7.2017

Komplizin

Männer und Frauen
Passen manchmal kompliziert
Auch als Komplizen
jens tuengerthal 2.7.2017

Komplizeit

Zeit macht alles gleich
Warten wir nur lang genug
Was vielen schwer fällt
jens tuengerthal 2.7.2017

Komplizuckt

Es einfach machen
Klingt vernünftig ist es nie
Kompliziert bleibt es
jens tuengerthal 2.7.2017

Samstag, 1. Juli 2017

Europakt

Kohl schuf die Union
Noch tot wollte er unter
Deren Fahne sein
jens tuengerthal 1.7.2017

Kulturviert

Was ist kultiviert
Anschein oder sein Wesen
Zählt schon die Frage
jens tuengerthal 1.7.2017

Kulturerbe

Erbe ist ohne
Eigene Leistung erlangt
Auch Kulturerbe
jens tuengerthal 1.7.2017

Kulturschock

Zu viel Kultur schockt
Manche andere wenig
Viel mehr ist unklar
jens tuengerthal 1.7.2017

Kulturglück

Ist Kultur ein Glück
Fordert sie doch stets Arbeit
An sich und lernend
jens tuengerthal 1.7.2017

Kulturreich

Macht Kultur uns reich
Oder sind Reiche ohne
Weil nur Macht gewinnt
jens tuengerthal 1.7.2017

Freitag, 30. Juni 2017

Hofdichter

Was wäre ich gern
Längst ein reicher Hofdichter
Statt armer Poet

Doch wer Verse liebt
Will sie in Freiheit ehren
Sich um nichts kehren

So bleib ich arm frei
Nenn stolz es brotlose Kunst
Dichte für den Rest
jens tuengerthal 30.6.2017

Literatour

Zählen noch Orte
Für Literaten oder
Bleibts imaginär

Weimar und Lübeck
Die immer Wallfahrtsorte
Von Goethe bis Mann

Reist Literatur
Nicht ortlos überallhin
Seitenweise weg
jens tuengerthal 30.6.2017

Dichterdichte

Woran messen wir
Die Dichte der Dichter noch
Wenn nicht nach Versen

Ganz dicht kann keiner
Sein der sich Dichter nannte
Nur Worten traute

Keiner kam näher
Der Frauen Herzen
Busenverborgen
jens tuengerthal 30.6.2017

Literaleben

Literatur geht
Um Buchstaben immer vor
Allen Inhalten noch

Damit spielen wir
Dichter manchmal zu gern
Unernst begeistert

Von A bis Z reicht
Dabei unser kleines Reich
Im Tanz um Formen
jens tuengerthal 30.6.2017

Donnerstag, 29. Juni 2017

Berlinarche

Berlin geht unter
Es braucht nun eine Arche
Für die Atheisten

Sündflut wird gerächt
Im Dauerregen ertrank
Stadt reingewaschen

Am Ende sind sie
Alle feuchter geworden
Morgen gehts weiter
jens tuengerthal 29.6.2017

Buchtee

Tee und Bücher sind
Sich ähnlich im Wesen als
Sinnenverführer

Brauchen Geduld wie
Feine Sinne als Lotsen
Zum stillen Genuß

Buchtee ergänzt sich
Seitenweise genossen
Wird Getränk Kultur
jens tuengerthal 29.6.2017

Teestunde

Teestunde ist stets
Wo wir Zeit dafür nutzen
Ruhe genießen

Nichts ist wichtiger
Als die Teestunde halten
Glücklich zu bleiben

Nicht wann und wo zählt
Allein wie ist entscheidend
Ganz zu genießen
jens tuengerthal 29.6.2017

Teelust

Tee entfaltet sich
Wohltemperiert begossen
Zu tiefer Ruhe
jens tuengerthal 29.6.2017

Gelassenheiter

Gelassenheit ist
Das höchste Glück auf Erden
Nichts tun lohnt sich mehr
jens tuengerthal 29.6.2017

Regentage

Ich liebe Regen
Besonders Innen wenn dann
Außen alles tropft
jens tuengerthal 29.6.2017

Mittwoch, 28. Juni 2017

Liebesvernunft

Ist es vernünftig
Der Liebe zu vertrauen
Braucht es mehr Wahnsinn

Was glücklich macht ist
Gut egal wie vernünftig
Was gut tut ist es

Gibt keine Liebe
Ohne Vertrauen in sie
Was vernünftig scheint
jens tuengerthal 28.6.2017

Liebesbund

Was taugt die Ehe
Als Bündnis für die Liebe
War sie das jemals

Die Liebe verträgt
Keine Form oder Norm je
Sie ist was sie ist

Wie sähe solch ein
Bündnis für Liebe dann aus
Worauf kommt es an

Scheint nicht normierbar
Darum haben wir Ehen
Was sie auch taugen

Ehe als Ersatz
Für was besseres wie die
Demokratie stets

Die Ehe ist schlecht
Besser nur als keine noch
Ist das Grund genug

Nichts ist vollkommen
Nur Liebe fühlt sich so an
Was Ehe genügt
jens tuengerthal 28.6.2017

Ehezzweck

Ehe verbindet
Familien wie Menschen
Manchmal passt es auch

Heute heiraten
Wir aus Liebe oder so
Zumindest davor

Früher war es mehr
Ein Zweckbündnis als Gefühl
Mehr zur Fortpflanzung
jens tuengerthal 28.6.2017

Eherglücklich

Macht Ehe glücklich
Oder eher weniger
Weil Form kein Glück ist

Wer schon glücklich liebt
Dem schadet die Ehe nie
Sonst hilft sie auch nicht

Lieber die Liebe
Mehr pflegen als normieren
Sagt mir die Vernunft

Dennoch heiraten
Wollen zeugt von Unvernunft
Wie großer Liebe

Beides hilft zum Glück
Ehe gilt als vernünftig
Welch ein Irrtum

Liebe hält gesund
Ehe wohl eher noch mehr
Klingt vernünftiger

Lieber heiraten
Als alleine bleiben später
Also besser so
jens tuengerthal 28.6.2017

Eheralle

Ehe für alle
Heißt jeder darf keiner muss
Zumindest davor

Manche fürchten es
Ginge das Abendland unter
Wenn sich was ändert

Eher weniger
Sehen wir beim Blick zurück
Was bleibt ist Liebe

Liebe bleibt immer
Unregelbar trotz allem
Ehe ist egal

Gerechter ist gleich
Liebe aber braucht keinen
Rahmen des Staates

Liebe oder Sex
Fragen manche aber die
Ehe soll beides

Ehe soll alles
Sein für viele was fast alle
Überfordert dann

Liebe zu leben
Ist mehr als alles darum
Genieße es mehr

Egal wie genannt
Was Liebe trägt hält ewig
Sicher vom Gefühl
jens tuengerthal 28.6.2017

Dienstag, 27. Juni 2017

Polizeiparty

Berlin macht Party
Dafür kommen alle her
Wer wird sich wundern

Die Polizei weiß
Wie dabei gefeiert wird
Wer wird sich wundern

Hamburg ist eben
Nicht Berlin sondern Provinz
Wer wird sich wundern

Was kein Skandal hier
Empört Hamburger Spießer
Wer wird sich wundern

Berliner freuen sich
Wie menschlich es ist
Wer wird sich wundern

Ist das nun Preußen
Was die Welt fürchtete einst
Wundert hier keinen
jens tuengerthal 27.6.2017

Dialektick

Wer einen Tick hat
In Sachen Dialektik
Glaubt ans Gegenteil

Früher ging es um die
Kunst Gespräche zu führen
Suche nach Wahrheit

Mit der Hegelei
Verlor sich die Logik bei Marx
Zum Sozial Tick

Wer ans Ganze denkt
Verliert sich dort im Detail
Statt klar zu bleiben

Darum ignoriert
Marx und die Folgen lieber
Wer an Freiheit glaubt

Die Hegelei ist
Zum Glück auch wieder vorbei
Wann siegt die Vernunft

Kohl lehrte uns noch
Es zählt was hinten rauskommt
Wird alles Scheiße
jens tuengerthal 27.6.2017

Dialecktisch

Tische lecken hilft
Wohl selten beim satt werden
Was ist schon gesund

Vom Leben zum Tod
Geht sicher umgekehrt nie
Denk immer daran

Genieße was ist
Mehr können wir nie haben
Als glücklich zu sein
jens tuengerthal 27.6.2017

Dialeckmich

Manche meinen noch
Dialektik sei Natur
Zwischen Mann und Frau

Es braucht wohl Spannung
Geschlechter zu verbinden
Zugleich zerreißt sie

Lieber bleib ich wohl
Immer allein statt noch um
Liebe zu kämpfen

Ruhe und Frieden
Lobte schon einst Epikur
Als Ziel des Lebens

Sex ist wunderbar
Aber meist dialektisch
Ist es das je wert

Männer und Frauen
Passen einfach nicht
Wusste von Bülow

Dennoch passt es meist
Mittig zu gut warum wir
Alles versuchen

Liebe will Frieden
Lust sucht stets neue Spannung
Der Reiz sucht neues

Liebe will Dauer
Lust natürlichen Wechsel
Beides zerreißt uns
jens tuengerthal 27.6.2017

Eiferlos

Gibt es je Liebe
Ohne Eifersucht real
Gehört sie dazu

Eifersucht tötet
Liebe mit Zweifel immer
Hat nie einen Grund

Manche spüren nur
Leidend der Liebe Größe
Welch Illusion

Liebe will gönnen
Freiheit wie Glück einander
Eifert nur danach

Eifer sucht Liebe
Die er dabei nur zerstört
Ist stets paradox

Ohne Eifersucht
Können wir frei genießen
Statt zu verzweifeln

Alles spricht dafür
Ohne Eifersucht zu leben
Wagten wir das Glück
jens tuengerthal 26.6.2017