Dienstag, 25. Februar 2025

Lektürentagebuch 24.2.25

Lektürentagebuch 24.2.25

Nach dieser grauenvollen Wahl gestern
Heute drei guten Büchern gewidmet
Begonnen mit Franz Hessels großem
Werk Von den Irrtümern der Liebenden 

Nach Lisas tragisch tödlicher Geschichte
Erzähle Ulrich von dem. Liebespaar das
Sich vor der Hochzeitsnacht noch trennen
Musste weil er an die Front musste

Wie sie Wochen und Monate um ihn litt
Er endlich Urlaub bekam und aus dem
Osten mit der Bahn gen Berlin fuhr die
Noch gerade ein Telegramm bekam

Er hatte ihre Ehewohnung die sie voll
Liebe einrichtete noch nicht gesehen
Sie erwartete ihn voller Sehnsucht
Wollte unbedingt zum Bahnhof gehen

Doch er kam unerwartet einen Zug
Früher noch an und sie war nicht da
Nur ein wenig enttäuscht ging er zu
Sich wo das Mädchen öffnete

Sie begrüßte ihn freudig beim Essen
Sollte er noch die Uniform anlassen
Als er endlich bequem angezogen
Sich mit ihr auf das Ehebett legte 

Nun stand endlich die verschobene
Hochzeitsnacht bevor sie war voller
Lust und aufgeregt wie er voll Liebe
Auch doch kaum lag er schlief er ein

Sie war verzweifelt enttäuscht wünschte 
Nadeln zu haben um ihm zu wecken
Brauche lange diese erste schwere
Enttäuschung der Liebe zu verwinden

Waren es nur die Erwartungen die
Natürlich enttäuscht werden mussten
Die Müdigkeit den Umständen wie der
Langen Fahrt geschuldet blieb Schmerz

Eine wunderbar erzählte Geschichte von
Den Träumen sehnsüchtiger Liebe die
In der Ferne auf Erfüllung hofft um dann
Wenn sie kann nicht zu können 

Dies so liebevoll schön zu erzählen
Wie es Franz Hessel nur kann ist
Ganz große Kunst die Leserinnen
Auf Gefahren der Enttäuschung hinweist

Der Autor tut dies zart liebevoll wie mit
Viel Verständnis dabei doch mit klarem Blick
Für das typische Scheitern der Liebe wenn
Große Hoffnungen enttäuscht werden


Weniger Enttäuschung als Leidenschaft
Wie wachsenden Erfolg gab es dagegen in
Die schöne Mercede und der Meisterschmied
Wo Zwillinge kommen und viele Aufträge

Ein feiner Blick auf die Lebensbedingungen
Im sardischen Dorf das plötzlich zur Stadt
Mit allen ihren Ansprüchen heranwächst
Was das für die Liebenden bedeutet

Mit Blick für feine Details wie einer feinen
Sprache schildert Marcello Fois hier das
Leben auf der langsam berührten Insel
Wie das Paar in ihre Liebe wächst


Als dritten Band las ich heute in dem 
Wunderbaren Buch Über Franz Hessel 
Mit Erinnerungen Portraits Rezensionen
Von Gregor Ackermann und Hartmut Vollmer

Diesmal die Erinnerungen der großen
Mascha Kaléko an den heiligen Franz
Wie sie ihn nennt den sie als Autor
Verehrte wie als ihren Lektor auch

Das war Franz Hessel noch nebenbei
Für Rohwolt wo er ihren Gedichtband
Das lyrische Stenogrammheft lektorierte
Sie liebte diesen seltsam heiligen Franz

Beschreibt wie alle Hessel liebten in
Seiner so menschenfreundlichen Art
Der den alten Westen Berlins liebte
Ein großartiger Übersetzer auch war

Dann zitiert sie wunderbare Verse 
Die er ihr zum Abschied noch gab
Mit den Worten diese werde er wohl
Nicht mehr zu Ende dichten:

“Wir sind die nichtarischen Christen. 
Sind wir nicht auch ganz nett
Als erster auf unserem Listen 
Steht Jesus von Nazareth.”

Zum großen Geschrei der Nazis
Das aus allen Lautsprechern dröhnte
Schrieb er ihr ganz schlicht: 
“Und Heimat ist Geheimnis nicht Geschrei”

Am Ende ihres Gedenkens widmet
Mascha dem heiligen Franziskus vom
Rohwolt Verlag noch zarte Verse dem
Sie die Neuauflage ihrer Verse widmet 

jens tuengerthal 24.2.25

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