Lektürentagebuch 22.2.25
Begonnen schon in der Nacht mit
Franz Hesels ganz zauberhaften
Irrtümern der Liebenden in dem
Drei Paare sich Geschichten erzählen
Es beginnt im unruhigen Jahr 1919
Der Krieg ist gerade erst zu Ende
Deutschland frisch eine Republik
Es mangelt an Strom und Wasser
Darüber unterhalten sich zwei der
Drei Damen auf einem Ball zum
Karneval in Berlin was schon eine
Sich fremde Veranstaltung eher ist
Sie hätte vergessen die Wanne noch
Vorher zu füllen klagt die eine während
Es der anderen an Kerzen mangelt der
Ball im Halbdunkel befremdet sie eher
Als dann ein Herr mit Monockel doch
Dazu auffordert obszön zu werden
Wollen sie ganz schnell weg da kommt
Da kommen Professor Dappertuto
Der Kunsthistoriker mit seiner neuen
Noch namenlosen Geliebten was auch
Eine zu weite Festschreibung hier wäre
Wird humorvoller Kopf des ganzen
Dieser lädt alle zu sich ein wo er
Guten Grog vom Gaskocher verspricht
Alle folgen durch das nächtliche Berlin
In dem noch Soldaten Wache halten
Eine der Damen die sich auf einer
Brücke am Kanal im Stacheldraht mit
Ihrem weißen Mantel aufgeregt verfängt
Wird von einem Soldaten befreit
Angekommen machen sie es sich im
Kerzenschein auf Diwan und Sesseln lasziv
Bequem was Hessel mit Freude am Detail
Sehr anschaulich fühlbar beschreibt
Nicht wissend was sie tun sollen
Wird beschlossen Liebesgeschichten
Einander zu erzählen womit eine Szenerie
Zwischen Boccaccio und E.T.A Hoffmann
Unter den drei frischen oder doch
Vielleicht noch nicht Paaren beginnt
Was eine zauberhafte Inszenierung
Für eine Nacht voller Geschichten ist
Bin gespannt auf die Erzählungen
Von der Liebe in dieser Nacht direkt
Nach Krieg und Revolution um die
Liebe und die Lust wie ihr Scheitern
Eine Liebesgeschichte ohne Ende
Damit Tragik oder Drama fände kein
Ende und wäre gähnend langweilig
Wie gut sind dagegen die anderen
Auch eine alte Liebesgeschichte erzählt der
Roman Mercede und der Meisterschmied
Von Marcello Fois der auf Sardinien spielt
Dort im Jahre 1889 mit der Begegnung
Der schönen Mercede mitt dem noch
Lehrling des Schmiedehandwerks Michele
Angelo und wie beide bei dieser durch
Eine seltsame Reihe von Zufällen die so
Nur die Liebe schreiben kann sich finden
Woraus eine aufregende sardische also
Insuläre Liebesgeschichte voll Leidenschaft
Die von Glück und Schrecken erzählt wird
Schon die Inszenierung dieser Begegnung
Ist mit großem Gefühl wie feinen Details
Ganz zauberhaft beschrieben und macht
Hunger darauf bald weiterzulesen
Wie war diese Insel die eine meiner
Schwestern so liebt und sich als zweite
Heimat erkor zur Jahrhundertwende
Bevor die Moderne dort ankam
Dieser wieder wunderschöne Band aus
Der geliebten Anderen Bibliothek entführt
Den Flaneur nach Sardinien was er nun
Neugierig gespannt lesend erforscht
Wozu noch sollte ich je reisen solange es
Mit der Anderen Bibliothek auf dem Diwan
Soviel schöner auch gehen kann als ein
Flaneur der schönen Literatur
jens tuengerthal 22.2.25
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