Mittwoch, 18. Juli 2018

Moraldiktat

Wer Menschen rettet ist gut
Böse ist wer da Fragen stellt
Wenn viel mehr Moral herrscht
Als Vernunft je vorhanden war

Menschen in Seenot helfen ist gut
Außer ich gefährde damit noch mehr
Als ich demonstrativ je retten kann
Stifte also nur unheilbar damit an

Was könnte nachhaltig dort helfen
Wo Hilfe nötig ist und was schadet
Ländern in Not mehr als helfen kann
Wo profilieren wir uns nur selbst

Vergleichen wir Europa und Afrika
Sehen wir eine vielfaches an Fläche
Die der Süden mehr hat gegenüber
Vielfachem Reichtum im Norden

Wenn darum die Menschen dort
Gen Norden wandern um auch
Am Reichtum teilzuhaben stößt
Dies auf natürliche Grenzen

Wer an Lösungen denkt wird
Mehr in Afrika investieren statt
Menschen zur Flucht zu raten
Oder Helfer dabei zu unterstützen

Menschen in Not brauchen Hilfe
Vor Ort oder bevor sie überhaupt
In See stechen um in Seenot dann
Vielleicht noch gerettet zu werden

Europa braucht gemeinsame Regeln
Für Zuwanderung und Asyl um auch
Künftig mit einer Stimme zu handeln
Statt darüber sich zu zerreißen

Von einer Stärkung der Extremisten
Profitiert keiner der Beteiligten außer
Jenen die von der Angst allein leben
Nur sie stärken Streit und Hass

Investierten wir all die Gelder sicher
An Krisenorten für Frieden die wir
Längst zur Sicherung der Grenzen
Aufwenden ginge es allen besser

Menschen retten ist ganz toll
Wer alles dafür tut handelt also
Sehr menschlich normalerweise
Außer es sterben mehr dadurch

Wer wirklich Menschen retten will
Muss Krisen langfristig lösen wollen
Mehr Sicherheitszonen vor Ort bieten
Kein Geschäft mehr für Schlepper

Europa könnte dort Land erwerben
Auf dem Flüchtlinge versorgt werden
Ohne in Seenot geraten zu müssen
Lager mit diplomatischen Status

Wer als Flüchtling nach Europa kommt
Wird immer wieder zurückgebracht
Womit sich Flucht nicht mehr lohnte
Menschen werden vor Ort versorgt

Kleinteilige Hilfe zur Selbsthilfe
Als Basis für den Aufbau von dann
Langfristig nachhaltigen Strukturen
Rettet mehr als Alibi-Schiffe im Meer

Gut ist wer mit Plan Menschen hilft
Statt planlos Katastrophen weiter
Durch falsche Mildtätigkeit zusätzlich
Am falschen Ort noch zu vergrößern

Erste Hilfe war menschlich verständlich
Sie hat mehr Schaden verursacht auch
Im politischen Europa darum ist es Zeit
Nachhaltig vernünftig dafür zu handeln

Die Aufklärung ist ein Kind Europas
Sie fordert die Befreiung zuallererst
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Handeln wir also entsprechend endlich

Statt immer mehr Menschen ohne
Perspektive zur Flucht zu verführen
Sollten wir vernünftiger handeln statt
Falsche Moral anderen zu diktieren

Wer weiter Menschen im Mittelmeer
Möglichst professionell rettet um so
Eine Fluchtperspektive zu geben
Handelt nachhaltig unverantwortlich

Mehr Hilfe vor Ort und klarer Druck
Lager Europas wo Hilfe nötig ist
Einwanderung nur nach Kontingent
Wäre Klarheit ohne moralische Lügen

Eigentlich wäre es ganz einfach
Wagte nur jemand endlich es so
Deutlich ohne Richtung zu sagen
Die eine Seite moralisch verurteilt

jens tuengerthal 18.07.2018

Montag, 16. Juli 2018

Trumpdeal

Trump nennt sich der Dealmaker
Hält sich für genial und begabt
Darum gibt er seinen Beamten
Schuld am Problem mit Russland

Beamten die inzwischen bewiesen
Russland beeinflusste die Wahl
Damit Trump wunschgemäß auch
Präsident tatsächlich wurde

Er beschimpft seine Verbündeten
Stellt May in höchster Not noch bloß
Ließ sogar die Queen noch warten
Versteht sich super mit Putin

Putin leistet dafür überhaupt nichts
Bedankt sich beim großen Dealmaker
Für sein Entgegenkommen für nichts
Belässt es bei hohlen Formeln

Nie blamierte ein Staatsmann die USA
Nach außen wie innen so sehr allein
Völlig unvorbereitet kam er mal wieder
Geht erwartungsgemäß mit leeren Händen

Russlands als Großmacht damit gestärkt
Amerika blamiert und hilflos dagegen
Fragt sich wo künftig die Freiheit wohnt
Die der Westen einst verteidigen wollte

Der Dealmaker hat sein Land verkauft
Von Werten hatte er nie eine Ahnung
Was bleibt übrig vom früher Westen
Wenn Amerika verrückt geworden ist

jens tuengerthal 16.07.2018

Gipfelruh

Über allen Gipfeln sei Ruh
Zu ihren Zipfeln kein Wort
Wer sich gern überschätzt
Hinterlässt nur noch Wüste

Der Anscheinsbeweis vollen
Haupthaars verweht gegen
Reale Potenz eisiger Glatze
In Populismus ohne Bildung

Die Treffen älterer Herren
Huldigen mehr diesen nur
Als egal welcher Sache zu
Dienen sind überflüssig

jens tuengerthal 16.07.2018

Sonntag, 15. Juli 2018

Weltkleister

Es ist nur ein Spiel
Einer gewinnt am Ende
Muss nicht gerecht sein
Spannend war es dafür

Der Verband ist mafiös
Schiedsrichter entscheiden
Auch nach dem Gefühl
Millionen waren begeistert

So gleicht der Fußball auch
In seiner Welt der übrigen
Manches ist ungerecht
Am Ende gewann halt einer

Alles ist ein großes Geschäft
An dem die Großen verdienen
Während andere nicht mitkamen
Es bleibt die Illusion des Spiels

Die Hoffnung jeder könnte mal
Gewinnen kleistert die Welt noch
Irgendwie zusammen bis zum
Nächsten mal in der Wüste

Solange genug dafür bezahlen
Für die Hoffnung alles geben
Gehen die Spiele immer weiter
Nicht Sinn aber Kleister ists

Sinn gibt und braucht es nicht
Freuen wir uns dafür am Spiel
Hatten wir zumindest Spaß dabei
Den Weltkleister zu erleben

jens tuengerthal 15.07.2018

Samstag, 14. Juli 2018

Erfüllungsglück

Nackt auf dem Bett legen
Die Liebste lustvoll hören
Wie sie nebenan abwäscht
Sich am miteinander freuen

Erfüllt vom schönstem Glück
Dem Wissen geteilter Liebe
Werden Kleinigkeiten groß
Liegt im Dasein allein alles

Wissen ganz bald kommt sie
Die Schönste zu und mit mir
Ist mir Erfüllung in Gedanken
Was mehr könnte es geben

jens tuengerthal 14.07.2018

A-L 0006

Büchertempel

Gläubige haben Tempel als Heimat
Dort streben sie nach höherem Glück
Leser bevorzugen Bibliotheken dafür
Als Tempel menschlichen Geistes

Bücher sind den Lesern ein Himmel
Nur lesen sie in ihm statt zu glauben
Auch Gläubige verehren ihre Bücher
Doch stets um des Höheren willen

Wie gerne gehe ich als Leser immer
In schöne Büchertempel um zu lesen
Was mir das Höchste scheint was ich
Als Mensch ohne Gott erreichen kann

jens tuengerthal 14.07.2018

A-L 0005

Bildungstrieb

Wenn Aufklärung erst Befreiung ist
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Es auf den Mut zu denken ankommt
Fragt sich was diesen geben kann

Angst haben wir vor dem Unbekannten
Vernunft und Aufklärung helfen dagegen
Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit
Vor aller Furcht der Unwissenden

Wilhelm von Humboldt trug das Ideal
Der Freiheit durch mit und der Bildung
In das geistig noch so unfreie Preußen
Schuf damit Wurzeln Berliner Freiheit

Der Trieb zur Bildung als Teil der Natur
Gefördert durch das freie Denken erst
Wird evolutionär besser entwickelt als
Je eine Revolution Menschen brachte

Darum braucht Aufklärung immer Zeit
Dabei mehr Geduld für den einzelnen
Als Ungeduld zum Guten geben will
Es erkennt nur was wer sich erkennt

jens tuengerthal 14.07.2018

Donnerstag, 12. Juli 2018

A-L 0004

Aufklärungsfeminismus

Ist Aufklärung logisch feministisch
Oder nur soweit es Frauen betrifft
Niemals allein weil humanistisch
Eigentlich eine reine Männersache

Modisch wäre die Aufklärung wohl
Würde sie sich feministisch nennen
Huldigte dem Zeitgeist angemessen
Historisch bliebe es eher Unsinn

Bis auf Olympe de Gouges gibt es
Keine Feministin der Aufklärung
Männer dachten die Freiheit neu
Ohne an Frauen dabei zu denken

Es gab einige Damen an Universitäten
Wenige an der Macht wie Katharina
Maria Theresia zählt eher weniger dazu
Wie um die Pariser Salons herum

Verstehen wir Aufklärung kantisch
Als Befreiung aus selbstverschuldeter
Unmündigkeit sieht es eingeschnürt
Ins Rockoko Korsett noch übler aus

Menschenrechte einerseits erklären
Sklaven andererseits noch zulassen
Frauen haben keine eigenen Rechte
Männer entscheiden alles unter sich

Die Aufklärung war bis auf die eine
Nie feministisch aber immer dafür
Humanistisch für Menschen gesinnt
Was vollständiger bis heute erscheint

So mag der Geist der Aufklärung heut
Vielen unmodisch gar chauvinistisch
In Zeiten des Feminismus erscheinen
Fraglich was von der Freiheit bleibt

Vielleicht fragten wir besser weniger
Nach dem was Geschlechter trennt
Als was die Menschlichkeit fördert
Um miteinander glücklich zu sein

jens tuengerthal 12.7.2018

Mittwoch, 11. Juli 2018

Geisternebel

Eine Bücherwarnung

Kant für die Romantik zu nutzen, schien mir nach dem Besuch der Ausstellung Wanderlust sehr reizvoll und so erwarb ich dort in der Alten Nationalgalerie den Band Kants Wanderung über das Nebelmeer, der zwischenzeitlich sogar ausverkauft war Begeistert stürzte ich mich in die Lektüre und freute mich, eine neue Seite des Königsbergers kennenzulernen.

Aber was für eine Enttäuschung. Beispielgebend dafür auch die Ballade auf Kants Denken im Abschluss, die bestenfalls an eine niveaulose Büttenrede erinnert mit schlechtem Reimen zu billigen Versen ohne geistigen Gehalt deren Metrik schon auf einer Karnevalssitzung nur noch für Scham sorgte.

Schon das Vorwort hatte den Verdacht geweckt hier völlig daneben gegriffen zu haben, wenn der Neue Welt Verlag sich und den esoterischen Brückenschlag lobt mit dem Kant endlich für Gläubige dienlich gemacht wird.

So geht es im Essay weiter. Ohne philosophisches Niveau oder Strenge und Logik in der Argumentation wird gemutmaßt und mit viel Bauchgefühl mehr unterstellt als argumentiert.

Es ist ein Text für Gläubige, die Bestätigung in ihrem egal wie Aberglauben suchen. Das hat nichts mit Kant zu tun, sondern verkehrt den Autor der Träume eines Geistersehers in sein Gegenteil.

Es ist nicht Aufklärung, die hier betrieben wird, sondern eine Form geistiger Vernebelung. Wo nach Kant Aufklärung die Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist, die den Mut erfordert, selbst zu denken, wirft Gregor Bernhart-Königstein in seinem Essay nur Nebelbomben von geringem Niveau, die noch dazu mit schlechten Reimen gekrönt werden.

Damit liegt ein Fall von Missbrauch vor, gegen den leider keine Strafanzeige erfolgreich wäre, weil auch solcher Unsinn mutmaßlich von der Freiheit der Kunst gedeckt wäre, was eine der Freiheiten ist, die wir Kants Mut verdanken, frei zu denken gegen solche religiösen Nebelwerfer wie sie sich wohl um den Neue Welt Verlag sammeln.

Wer Kant zum Diener der eigenen Esoterik und des Aberglaubens macht, also denjenigen, der Ethik und Moral endgültig von Gott befreite, hat den Königsberger offensichtlich nicht verstanden. Vor der Lektüre dieser Träume eines Geistersehers ist zu warnen.

Wer denken lernen will, lese lieber Kant statt solche Essays, die einzig zum Geist der Romantik noch passten, wären sie nicht sogar dafür handwerklich zu niveaulos und schlecht. Ein Werk vor dem zu warnen ist, weil es nur verklärt und Dummheit mehrt.

jens tuengerthal 11.07.2018

Sonntag, 8. Juli 2018

Glücksgröße

Wie groß ist das größte Glück
Woran wollen wir es messen
Mit was wäre es vergleichbar
Gibt es einen tauglichen Maßstab

Kenne keinen Maßstab für alle
Nichts was jedem gefallen würde
Weiß nur was mich glücklich macht
Aber auf was mehr kommt es an

Habe die beste Frau der Welt für mich
Was ganz fraglos mein größtes Glück ist
Müsste ich sie teilen minderte es meins
Auch wenn es dann alle sicher wüssten

Sie ist in allem und in jeder Lage immer
Die Beste ganz objektiv für mich sicher
Darüber muss ich mit niemand streiten
Bin mir dessen und ihrer ja gewiss

So behalte ich mein wunderbares Glück
Etwas geizig wohl ganz für mich allein
Schreibe nur darüber damit alle wissen
Wie groß das größte Glück wirklich ist

Guter Sex ist sicher ein großes Glück
Nie selbstverständlich im Gegenteil
Doch Liebe erst gibt der Lust Dauer
Gepaart mit Geist ist es größtes Glück

Alles in einer haben ist immer mehr
Als sich stückweise sein Glück suchen
Darum bleibe ich lieber immer dabei
Besser und mehr gibt es nicht mehr

jens tuengerthal 08.07.2018

Dienstag, 3. Juli 2018

Beständigkeitssiege

Siegt eher Beständigkeit oder schnelle Attacke und was bleibt auf Dauer fragt sich der geruhsame Beobachter der Geschichte?

Der Blitzkrieg, wie Hitler ihn mit der deutschen Wehrmacht führte, war zunächst sehr erfolgreich und nahm ganz Europa für sich ein. Bestand hatte dieser Erfolg aber keine fünf Jahre bis zum völligen Untergang, den kaum ein großer Nazi überlebte und wenn doch bald hingerichtet wurde - das Unternehmen Blitzkrieg war also auf ein Menschenleben betrachtet nicht erfolgreich, auch wenn es weniger Opfer forderte als vorherige Stellungskriege, kostete es im Ergebnis mehr Opfer als jeder Krieg zuvor.

Gandhi sagte immer das gleiche gegen die britische Besatzungsmacht, erhob nicht einmal die Waffen, nachdem er als Rechtsanwalt aus Südafrika zurückgekehrt war, tat eher nichts, stiftete nur durch sein Vorbild zum zivilen Ungehorsam an und war damit auf Dauer siegreich, dahingestellt ob die Teilung des indischen Subkontinents in einen muslimischen und einen hinduistischen Teil in seinem Sinne war, doch wurde er ein Jahr nach dem friedlich errungenen Sieg gegen die britische Kolonialmacht von einem fanatischen Hindu getötet.

Historisch gibt es in Schlachten endlos viele Beispiele für die eine oder andere Taktik. Bei Friedrich war es einmal der überraschend aus dem Busch erscheinende Ziethen, der ihm auf Dauer den Kopf rettete, ein andermal die fehlende Ausdauer der Russen, ähnlich bei Cäsar und Alexander, Napoleon - wenn auch bei ersteren ohne Russen und bei letzterem umgekehrt 1812.

Gandhi war erfolgreich und wird bis heute verehrt, sehen wir mal von Fanatikern ab, die sich noch immer seinen Tod wünschen. Dass manche dabei in der Verklärung naiv das Machtbewusstsein dieses politischen Führers übersehen, stört mehr Inder, die sich von dessen Kongresspartei unterdrückt fühlten oder jene, die seiner Weigerung mit Muslimen zu verhandeln, die folgende Teilung vorwerfen.

Henry IV. auch Heinrich der Große genannt, der zwar erst nach langen Kämpfen, die Dynastie der Bourbonen auf den Thron brachte und um des lieben Friedens willen sogar seinen Glauben aufgab, erreichte mit seinem Toleranzedikt, bis sein Enkel Ludwig XIV. es wieder aufhob, das Ende der Hugenottenkriege und infolge einen großen Aufschwung seines Landes, auch wenn ihn ein katholischer Fanatiker knapp eine Dekade später in Paris ermordete, schaffte er es vorher noch seinen Geist, wie gerüchteweise seinen Samen auch, weit im Land zu verteilen und der strenge Laizismus des Frankreichs der Gegenwart, der zum Vorbild für Europa wurde, ist auch ein Kind Henrys und damit seinem Freund und wichtigen Gesprächspartner Michel de Montaigne zuzurechnen, was diesen in Zeiten eines wieder erstarkenden Fanatismus diesseits und jenseits der Grenzen so nötig erscheint und dessen Lektüre allen Europäern dringend empfiehlt.

Der letzte Wechsel des Glaubens des großen Heinrich von Navarra, war übrigens keinesfalls der erste sondern vielmehr der Dritte, denn ihm war nicht nur Paris eine Messe wert, sondern schon zuvor auch der königliche Schoß der Schwester der letzten Herrscher aus dem Hause Valois, als deren erster der Mann von Maria Stuart verstarb, die dann später in Schottland und England mit ihrer Base Elisabeth für einigen Ärger sorgte, noch bevor sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches 30 Jahre lang um den wahren Glauben bekriegt wurde, ohne dass am Ende einer siegte, was auch an der unterschiedlichen Unterstützung verschiedener europäischer Mächte für die eine oder andere Partei lag.

Der große Ludwig XIV., der die französischen Hugenotten nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes, das einst sein Großvater Henry im Geist der Toleranz und Brüderlichkeit erließ, noch vertrieben hatte und damit unter anderem den späteren Aufstieg Preußens erst ermöglichte oder zumindest förderte, ergriff im Dreißigjährigen Krieg durch seinen da noch Vertreter den Kardinal Mazarin, der halber Italiener mehr war als manch anderes, gegen seinen eigentlichen Vormund, seine Mutter, Anna von Österreich, Partei für die Protestanten, weil ein uneiniges Deutsches Reich Frankreich stärke und die Chancen auf die heilige römische Kaiserkrone wieder durch einen Franzosen erhöhte, die sie seit dem gemeinsamen großen Karl entbehrten.

Später musste die Liselotte von der Pfalz, die berühmt wurde durch ihre Briefe, die so schön deftig das höfische Leben beschrieben, da aber schon Herzogin von Orléans war, ertragen, wie im pfälzischen Erbfolgekrieg, auch ihretwegen, also eigentlich des Bruders des Königs wegen, aber das führt jetzt zu weit ab, wenn es genau betrachtet auch wieder zu gut passte, aber dennoch hier kein Thema sein soll, ihr geliebtes Heidelberg in Schutt und Asche gelegt wurde. Seitdem erst hat Heidelberg eine schöne Altstadt mit nur sehr wenigen Gebäuden von davor und eine dekorative Schlossruine, die so malerisch ist, dass die Amerikaner sogar auf die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gleich ganz verzichteten. Diese Beständigkeit brachte dem romantischen Städtchen am Neckar erst das amerikanische Headquarter und dann das militärische der NATO ein und viele Kasernen drumherum.

Womit ich wieder bei den Folgen des Blitzkrieges angekommen wäre, mit dem oben alles begann, um den es in diesem Essay zur Beständigkeit aber eigentlich nur am Rande gehen soll - als quasi abschreckendes Beispiel für historische Irrtümer vielleicht. Doch erreichte auch der größenwahnsinnige bayerisch-österreichische Hitler mit seinem Blitzkrieg und dem folgenden Vernichtungsfeldzug nie die Größe des Deutschen Reiches, die es unter dem Schwaben Friedrich II. von Hohenstaufen hatte, der sogar nur durch Verhandlung mit dem Sultan, ohne einmal das Schwert dafür zu zücken, zum König von Jerusalem wurde, auch wenn er dieses überschätzte Nest mit deutlich erhöhter Zahl der fanatischen Anhänger egal welcher Sekte, eigentlich nicht brauchen konnte und nur übernahm, um Frieden mit dem Vereinsvorsitzenden in Rom zu bekommen, der ihn rausgeworfen hatte und damit das Heilige seiner Krone genommen hätte.

Ob Seehofer eigentlich nach Merkels Krone greifen wollte, die sie ja, wie er mit voller Überzeugung natürlich der Süddeutschen verkündete, dem Münchner Lokalblatt des bayerischen Provinzfürsten, nur durch ihn überhaupt hätte - was, der historisch halb gebildete wird lächeln, an die Geschichte zwischen Barbarossa und Heinrich dem Löwen erinnert, kann dahinstehen, der Angriff der südlichen Provinz gegen Berlin ist gescheitert, auch wenn die Bayern auf Unterstützung durch Österreich gehofft haben mögen beim Amoklauf ihres Vorsitzenden, fasste sich der Kanzler dort auffällig kurz.

Frage also nicht weiter, warum ein Seehofer dies tat, denn Prinzip kann es, nach der Lösung, mit der sich der peinlich vor-und zurücktretende abspeisen ließ, nicht gewesen sein und so bleibt unergründlich, was die Bayern trieb am Stuhl der eisernen Kanzlerin mit ihrer Buben Laubsäge spurlos herum zu fummeln. Wer etwas Verstand hat, weiß, der Thron einer eisernen Lady wird sicher nicht aus Sperrholz sein - was beabsichtigt also wer mit untauglichem Werkzeug an eine so von vornherein zum Scheitern verurteilte Aufgabe geht, als auf sich aufmerksam zu machen?

In der Psychologie sprechen sie gerne davon, dass die meisten Selbstmordversuche nur Hilfeschreie seien -  wenn sich einer die Pulsadern quer aufritzt, was bekanntlich nie funktionieren kann, offenbare er sich schon als jemand, dem es mehr um Aufmerksamkeit als Beschädigung seiner selbst ginge. Lasse das mal dahinstehen, auch was sonst von einer Psychologie zu halten ist, die auf Probleme schaut und meint, daraus Lösungen analysieren zu können, auch wenn die Führung der CSU in den letzten Tagen viel Anlass gab, an ihrer Gesundheit zu zweifeln, soll es mich in diesem Essay nicht interessieren.

Mögen sich zuständige Stellen um die Betroffenen kümmern, halte die Suizidgefahr bei Seehofer und Genossen, die sich natürlich nie so nennen würden, für relativ überschaubar.

Spannender finde ich dagegen die Frage, wie Merkel es schaffte, ohne sich das kleinste Stück zu bewegen, einen so glorreichen Sieg in der Sache einzufahren, indem sie die gewünschten Grenzkontrollen für den Fall für zulässig erklärt, den sie bereits durch Abkommen europäisch geregelt hat und damit die vermutlich bald nahe der Grenze errichteten Lager zu einem einzigen Fall für den Bundesrechnungshof macht, weil sie nur leer stehen werden.

Der schon halb in allem zurückgetretene und damit mit großer Geste politischen Suizid begehende Seehofer wird also nur mit potemkinschen Dörfern getröstet, deren Lächerlichkeit schon vor dem bayerischen Wahlkampf offenbar werden wird. Dann steht der eigentlich aus Prinzip zurückgetretene wieder mit leeren Händen da und wird bekennen müssen, dass der ganze Aufstand, den er seit Wochen veranstaltete, für nichts war und er sich in der Eprressbarkeit der Kanzlerin, die er auf dem CSU Parteitag stehen ließ, getäuscht hat, er nun wie ein dummer Junge dasteht.

Im gewöhnlichen Leben sprächen wir hier vielleicht von Rache, doch scheint diese Vokabel für die Höhe in der Merkel über diesem bayerischen Kasperletheater schwebt, unangemessen - hier hat es niemand nötig, sich zu rächen - da hat sich jemand willentlich blamiert und die Chefin, die ihn nicht mehr bräuchte, lässt ihm sogar Zeit vor und wieder zurück zu gehen, als handele es sich beim regieren um eine Springprozession.

Merkel blieb sitzen, saß diesen Konflikt in Ruhe aus, gab dann scheinbar nach für einen Kompromiss, der ihren von Anfang an geforderten Weg bestätigt und Seehofer wird nun viele Grenzposten anfordern und Lager einrichten, die leer stehen, um ein schon lange gültiges europäisches Recht durchzusetzen, was nur wirksam auf dem Weg der Kanzlerin wird.

Viel Lärm um nichts, werden die Shakespeare Kenner nun rufen und irren nicht, aus Sicht der Kanzlerin ist das vermeintliche Drama zur Komödie geworden - einer Posse, die nur fragen lässt, wer diese großmäuligen Schwätzer in Bayern noch ernsthaft wählen können wird - aber es gibt ja auch immer noch 10% fast die meinen, die Fake-Luftblasen und Angst verbreitenden Hohlköpfe am rechten Rand, könnten ihnen helfen und Merkel sei das Problem.  Nichts als diese Krise zeigt nun deutlicher, Merkel und ihre Beständigkeit ist die einzige Lösung und über mehr braucht nun gar nichts mehr geschrieben oder geredet werden.

Verlierer muss der Gentleman nicht noch treten und erniedrigen - solches Tun ist nicht mal im Tierreich üblich, wenn sich einer ergibt und unterwirft, ist der Kampf um den Rang beendet. Dass hier die Verlierer ständig sagen, sie hätten in allem gewonnen, bedarf wohl keiner Erklärung mehr, was bleibt ihnen auch?

jens tuengerthal 03.07.2018

Montag, 2. Juli 2018

Verhorstung

Er tritt zurück
Er trat wieder zurück
Vom gerade Rücktritt
Um mit Rücktrittsdrohung
Über vielleicht doch noch
Rücktritt mit seiner Chefin
Ganz offen zu verhandeln
Wie Erpressung bayerisch
Gern gelegentlich genannt
Horst ist also nicht mehr
Zurechnungsfähig aber
Die CSU steht hinter ihm
Weil er sich zum Horst machte
Dem bayrischen Normalzustand
In bierzeltiger Seligkeit so nah
Sein Heimatnest als Adlerhorst
Sinnlos unnachgiebig umkreist
Bis ihn endlich einer heimschickt

jens tuengerthal 02.07.2018

Samstag, 30. Juni 2018

Liebeswanne

Mit der Liebsten an den Wannsee
Ist der gut Berliner Sommertraum
Spätestens seit so besungen einst
Mit Wochenend und Sonnenschein

Drum nutzte ich den freien Freitag
Erster wieder Sommerhitze endlich
Mit meiner Liebsten dorthin zu fahrn
Doch nicht das Strandbad war Ziel

Zuerst zu Liebermann wanderten wir
Gartenhaus und Bilder zu bestaunen
Vor Segeln im Wind bogen sich Birken
Wir liebten uns in ihrem Schatten dort

Am Haus der Wannsee-Konferenz nur
Ferneren Zieles wegen vorbei ging es
Kurz nach dem dort Löwen mal baden
Kühlende Erfrischung Wellen lauschend

Zur Pfaueninsel schließlich mit der Fähre
Rundherum und mitten hinein bei letzter
Führung im heimathölzernen Schlösschen
Sogar wilde Pfauen gelegentlich bestaunt

Zurück und bis wieder auf den Berg dann
Waren es doch 30 Kilometer geworden
Stolz auf die Liebste kam dann nur noch
Die Horizontale einzig angemessen uns vor

Wie glücklich ist der Flaneur nicht mehr allein
Flanieren zu müssen die langen Wege dort
Die Liebe gedeiht noch besser am Wannsee
Vielfalt Berlins erstaunt auch im Grünen

jens tuengerthal 30.6.2018

Mittwoch, 27. Juni 2018

Verlierkunst

Kann verlieren auch ein Glück sein, dass uns weiterbringt, als schnelle Siege?

Die Kunst zu verlieren, ist wohl die schwerste und es erfordert lebenslange Übung, dabei gelassen zu bleiben. Viele asiatische Kulturen haben die Kunst, das Gesicht auch in der Not zu wahren, zur Höchsten erhoben. Daraus können dann, wenn sie es übertreiben und die Dinge zu Ernst nehmen, übertriebene Eskalationen entstehen, wie die Selbsttötung der Samurai - das ist in meinen Augen keine Kunst, kein Zeichen von Gelassenheit sondern die Flucht ins Nichts. Wo nichts mehr ist und wir nicht mehr sind, geht uns auch nichts mehr an, aber wir haben nicht einmal vorher mehr Gelassenheit bewiesen, sondern sind nur veralteten unmenschlichen Ehrbegriffen gefolgt.

Deutschland hat bei der WM verloren, weil sie nicht gut genug waren und ist darum ausgeschieden. Dies sogar mit dem in vielem noch gleichen Team, das vier Jahre zuvor Weltmeister wurde. Der Bundestrainer hat die Verantwortung für seine Mannschaft übernommen und das ist gut so. Ohne eine Fußballexperte zu sein, bin froh, wenn ich die Regeln einigermaßen verstehe, konnte ich doch erkennen, wie behäbig und mühsam die Mannschaft spielte, ganz anders noch als das junge Team, das unter dem gleichen Trainer im Jahr zuvor den Confed-Cup gegen einen Teil der Weltelite gewann.

Woran das lag und wer dafür alles Verantwortung trägt, ob die anderen einfach besser waren, wird der Analyse von Spezialisten unterliegen, die sich besser damit auskennen als ich, darum bin ich froh dazu ganz gelassen, keine Meinung haben zu müssen.

Natürlich habe ich mit der deutschen Mannschaft gefiebert, die gegen Schweden noch in der letzten Sekunde in einem fast Herzinfarkt Finale der letzten Sekunden verdient gewann und heute am Ende verdient verloren hat. Dann anzuerkennen, dass der andere besser war oder zumindest die eigenen Spieler ihre Qualität nicht entfalten konnten, die sie sonst haben, erleichtert mehr, als die Enttäuschung über die Niederlage nun in Wut gegen Einzelne zu verwandeln.

Ob es tröstend sein kann, von einem Weltmeisterfluch zu reden, nach dem bei den letzten Weltmeisterschaften auch immer die vorigen Sieger in der Vorrunde rausflogen, ist ungefähr so intelligent, wie Orakel oder Sterne zu fragen und auf zuverlässige Antworten zu hoffen - es wären nur die Träume von Geistersehern, von denen uns hoffentlich bereits vor über 200 Jahren unser großer Aufklärer Immanuel Kant befreite und das auch, wenn die Menschen gerade beim Sport seltsamerweise besonders zur Orakelgläubigkeit neigen.

Manche wünschen sich nun schon lautstark den Rücktritt von Weltmeistertrainer Löw und bekunden, sie hätten es ja schon immer gewusst, wünschen sich gleich den Abschied von Merkel noch dazu. Das zeugt weder von Vernunft noch von voriger Überlegung.

Sollte dieser bis dahin sehr erfolgreiche Trainer nun seinen Abschied wünschen, soll er ihn nehmen. Das ist seine Entscheidung. Größe und Gelassenheit bewiese er eher, wenn er versuchte, aus den Fehlern zu lernen und es besser zu machen. Eine ruhige Analyse des ganzen Teams wird ergeben, wo die Mängel lagen und woran sie scheiterten.

Vielleicht fehlte ihnen einfach das kleine Quäntchen Glück, dass es beim Fußball, der auch ein Spiel und trotz aller gegenteiligen Bekundungen keine genau berechenbare Schlacht gegen kalkulierbare Gegner wird, normal und dann ist es auch im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit gut so, wenn der vorher Weltmeister mal weniger Glück hat. Lag es mehr am Glück als am Können von Team und Trainer, fände ich jede überstürzte Reaktion nun albern und ein Zeichen mangelnder Reife. Wenn einer erkennen kann, wo es gerade klemmt und was in Zukunft zu tun ist, dann ist es das Team mit seinem Trainer. Sie sollen in Ruhe gemeinsam daran arbeiten, nicht jammern, sondern kritisch analysieren und es besser machen. Verbesserung braucht Zeit und Ruhe. Hektik in hoch emotionalen Momenten scheint mir völlig falsch. Da könnte der Fußball und seine Fans von der Kanzlerin lernen.

Merkel ist momentan auch in einer sehr schwierigen Situation infolge einer sehr menschlichen Entscheidung, die sie einmal getroffen hat und die ich ihr hoch anrechne. Natürlich gibt es Schwierigkeiten und diese wollen in Ruhe gelöst werden. Wem, wenn nicht dieser Kanzlerin aber sollte ich nun Ruhe, Gelassenheit und Erfahrung zutrauen, die Probleme zu lösen?

Populisten, die mit der Angst spielen, verbreiten Panik, die nichts löst, sondern alles nur noch schlimmer erscheinen lässt, als es je war. Dass sie dabei auch auf Lügen setzen und die Furcht der Ängstlichen damit bis zur Hysterie schüren, macht es zu einem Problem, was wir nicht hätten, wenn wir alles mit Abstand und gelassener betrachteten.

Das Spiel mit der Angst ist wie der Fußball nur ein Spiel. Sich dabei in Gelassenheit zu üben und abzuwarten, erscheint mir wichtiger, als gleich zu wissen, was richtig ist und es auszuposaunen, damit alle Welt weiß, wer meiner Meinung nach Schuld ist.

Einen Schuldigen präsentieren und ihn öffentlich vorzuführen, ist leicht. Verantwortung übernehmen und für Lösungen kämpfen, auch wenn es schwer wird und mal ein Spiel oder eine Schlacht verloren geht, dagegen schwer.

Darum sehe ich diese Niederlage nun voller Gelassenheit und hoffe die Verantwortlichen stellen sich ihrer Verantwortung und werden an Lösungen für die Zukunft arbeiten. Der Weltmeister Italien, war diesmal gar nicht dabei, übt sich dafür auf einem anderen Feld in einer Abwehrschlacht auf dem Rücken Dritter.

Europa muss sich nun wie Deutschland gemeinsam der Verantwortung stellen und um Lösungen ringen, die werden nie allen gefallen und jede Seite wird, wie es immer so geht in der Politik, um ihre Positionen mit Vehemenz kämpfen. Darum werde ich, als ohne Wahlen relativ unbeteiligter Zuschauer, das Ganze nun mit möglichst großer Gelassenheit betrachten und hoffe die Verantwortlichen werden sich weiter ihren Aufgaben stellen und sie in Ruhe lösen, statt hektisch irgendwelchen populistischen Schwärmern hinterher zu laufen.

Im Ergebnis wäre das für den Fußball so gut wie für die Politik und so passt diese Niederlage gerade ganz gut in die Zeit. Nun heißt es, abwarten, aus Fehlern lernen, in Ruhe überlegen und dann in die richtige Richtung weitergehen. So gesehen ist alles gut so und wir können uns in Ruhe Zeit lassen.

jens tuengerthal 27.6.2018

Freitag, 22. Juni 2018

Liebesfamilie

Die Liebe in der Familie
Ist nicht immer ganz leicht
Weil wir uns nicht aussuchen
Wie die Familie darauf reagiert

Die Liebste dagegen hat mich
Ausgesucht und wurde damit
Das größtmögliche Glück für
Immer für mich in allem

In Familie werden wir geboren
Das passt mal mehr mal weniger
Ist trotzdem durchs Blut verbunden
Ein natürlicher Teil von uns immer

Die Familie der Zukunft aber
Schaffen wir erst mit unserer
Liebe die wir und die uns wählte
Sie wiegt mehr als die Geschichte

In der Gegenwart aber leben wir
Zwischen Zukunft und Vergangenheit
In einen Zustand der Geschichte wird
Ohne mehr als eine Idee noch zu sein

Sich der Liebe sicher zu sein hilft
Neues auf Dauer zu errichten
Wie Altes dabei zu erhalten
Dazwischen glücklich zu bleiben

Bin mir meiner Liebe ganz sicher
Meide hier wie dort lieber Konflikte
Geniesse was ist täglich mehr um
In Zukunft noch glücklich zu sein

jens tuengerthal 22.6.2018

Sonntag, 17. Juni 2018

Gendermord

Sprachmord ist Mode
Gilt als Emanzipation
Tötet mit Sternchen

Kampf der Geschlechter
Grammatisch eher peinlich
Ein Missverständnis

Gleichheit ist Gesetz
Aber wer gendert missbraucht
Worte sind Opfer

Sprache zu schützen
Vor politischem Missbrauch
Heißt Kultur retten

Bin lieber Retter
Als Mörder meiner Sprache
Als Dichter logisch

jens tuengerthal 16.06.2018

Freitag, 15. Juni 2018

Buhfrauen

Wahlkampf in Bayern
Mehr Bierzelt als vernünftig
Söder seehofert

Merkel angeklagt
Grenzen schließen als Lösung
Horizontal blind

Immer das gleiche
Alle vier Jahre wieder
Saubazin sie gern

Roth im Bundestag
Vereidigt diesmal Schäuble
Gegen die Rechten

Am Rand rumort es
Bei Annäherung mittig
Linke belegt es

Lechte und Rinke
Suchen immer Ärger
Darin zu glänzen

Solang die Mehrheit
Klüger lachen wir lieber
Über die Ränder

Gefährlich wird nur
Unaufgeklärte Mehrheit
Es braucht Aufklärung

jens tuengerthal 15.06.2018

Dienstag, 12. Juni 2018

Liebesschlaf

Nichts ist erholsamer als der
Liebesschlaf eng umschlungen
Innig dabei auch verbunden

Gut erholt erwache ich dann
Leicht erregt dabei mittig meist
Beginne den Tag voller Lust

Schlaf ist nötig und passiert uns
Einfach ungefragt jeden Tag doch
Dies Glück zu schätzen macht erst
Dauerhaft uns erholt und glücklich

Neben der Liebsten einzuschlafen
Wie beiderseits lustvoll zu erwachen
Verbindet Anfang und Ende des Tages
Voll zärtlicher Liebe mittig miteinander

jens tuengerthal 12.06.2018

Montag, 11. Juni 2018

A-L 0003

Sexuelle Aufklärung sieht immer
Am Anfang sonst bewusstloser
Lust als Teil unserer Natur auch
Jenseits aller erfundenen Moral

Sex ist der natürliche Weg zum
Glück mit sich und anderen
Ihn überall genießen zu können
Auch ohne jede Scham ist besser

Ob gleich oder gemischt ist dabei
Weniger wichtig als die Erfüllung
Miteinander zugleich zu finden um
Sich Befriedigung zu schenken

Die Anzahl der Teilnehmer ist
Weniger wichtig für den Erfolg
Der Befriedigung als für die
Wahrscheinlichkeit der Teilung

Ohne alle Moral dafür aber mit
Unbeschränkter Lust nach der
Natur ist Aufklärung dabei zuerst
Ein Weg zur Befriedigung

Gefühl ist ein wichtiger Schlüssel
Zur sexuellen Harmonie aber nie
Bedingung höchstens Möglichkeit
Sich noch näher dabei zu kommen

Wer guten Sex mit Liebe je kannte
Wird danach alles andere flau finden
Weil die dann Harmonie alles davor
Zu gymnastischen Übungen macht

Darum endet sexuelle Aufklärung
Über Techniken immer beim Gefühl
Das Basis und Gipfel allen Glücks
Zugleich geistig wie körperlich wirkt

Befriedigung hat stets viele Ebenen
Sie ist ein körperlicher Akt allein wie
Bedingung der geistigen Harmonie
Bloße Natur wie ihre Überwindung

Wer sexuell aufgeklärt wirklich ist
Weiß was gut tut und befriedigt
Kann Glück schenken wie genießen
Ist ein freier glücklicher Mensch

Freiheit und Glück aber sind stets
Die Voraussetzung sozialen Friedens
Darum ist sexuelle Aufklärung immer
Der Anfang des Großen im Kleinen

jens tuengerthal 11.06.2018

Samstag, 9. Juni 2018

A-L 0002

Die Aufklärung begann vor 300 Jahren
Sie endet in der aufgeklärten Gesellschaft
Wenn Vernunft und Toleranz herrschen
Wovon wir noch in vielem so fern sind

Unsere Verfassung genügt heute wohl
Den Grundsätzen der Aufklärung vollauf
Das Denken der Bürger in vielem nicht
Wie ein Mord uns wieder deutlich machte

Vorurteile durch den Verstand besiegen
War das Ziel der Aufklärung von Beginn
Im Meinungsstreit vergessen wir es gern
Glauben politischen Bauchgefühlen dann

Wer wider alle Vernunft das Gefühl nutzt
Massen zur Meinung zu bewegen handelt
Sicher als Prediger aber nie aufklärerisch
Aufklärung heißt drum denken und abwarten

Wer heute in die Medien schaut kann merken
Wie dringend es mehr Verstand nun bräuchte
Statt immer lauterer Meinungen im breiten Volk
Dem unverantwortlichen Herrscher durch Masse

Habe keine Meinung zu egal welchem Mordfall
Lebe glücklicherweise in einem Rechtsstaat
Der solche Fälle aufklärt und untersuchen wird
Damit nach dem Gesetz geurteilt werden kann

Solche Aufklärung durch den Staat braucht Zeit
Sie führt nicht zu Rache oder mehr Gerechtigkeit
Sondern setzt nur staatliches Recht einfach durch
Was ohne alle Emotionen zu geschehen hat

Ob die Dinge mit Recht und Ordnung zugehen
Prüfen kontrollierende Gewalten gegenseitig
Darum muss ich mich nicht weiter kümmern
Zu dem Ergebnis kann ich eine Meinung haben

Eine Meinung aber habe ich zu Recht und Freiheit
Die gefährdet wer Gefühle für Meinungen ausnutzt
Opfer oder Täter politisch instrumentalisieren will
Anstatt sachlicher Argumente nur Misstrauen sät

Im Geiste der Aufklärung dagegen laut werden
Scheint nötiger als dazu eine Meinung zu haben
Die weniger von Wissen als von Gefühl gespeist
Das Vertrauen in die Freiheit weiter erschüttert

Lassen wir die Ermittler ihre Arbeit machen
Die Gerichte darüber urteilen und Medien
Über das berichten was tatsächlich passiert
Dann können wir uns eine Meinung bilden

Wer dagegen Gefühle als Meinung ausgibt
Angst und Vorurteile statt Verstand fördert
Gefährdet Ordnung und Freiheit wirklich
Betreibt staatsgefährdende Propaganda

Ob die Täter solcher Hetze verfolgt werden
Wie Terroristen oder als Idioten behandelt
Werden können hängt daran wie aufgeklärt
Eine Gesellschaft als Ganzes bereits ist

Darum ist der Geist der Aufklärung heute
So wichtig wie damals um endlich wieder
Mehr auf Verstand als Gefühl zu setzen
Da nur Aufklärung die Freiheit sichert

jens tuengerthal 9.06.2018

Donnerstag, 7. Juni 2018

Gipfelglück

Wie groß wird erst das Glück
Gemeinsam auf dem Gipfel
Angekommen zu sein wenn
Du vorher gescheitert bist

Bergsteiger die abbrachen
Bevor sie ihr Ziel erreichten
Werden später alles dafür tun
Doch noch oben anzukommen

Sie kämpfen bis zur Erschöpfung
Um oben einmal gewesen zu sein
Diesen Wahnsinn versteht allein
Wer einmal halbtot oben stand

Da wird freiwillig das Leben riskiert
Viel zu oft sogar dabei verspielt
Weil das Risiko den Reiz erhöht
Dem Sieg den Kick erst gibt

Wer jemals gemeinsam rang
Und sei es um den kleinen Tod
Empfindet diesen Wahnsinn nach
Darum ist guter Sex wie Bergsteigen

Spielerisch leicht segel ich meist
Mit der Liebsten über unzählige
Gipfel miteinander jeden am Ende
Als geteilten Höhepunkt feiernd

Wie großartig aber wird es erst
Wenn du zuvor kurz vorm Gipfel
Mehrfach gescheitert bist dann aber
Mit letzter Kraft dein Ziel erreichst

Braucht das größte Glück auch
Manchmal Umwege zur Erfüllung
Fragt nur wer die Lust nie verstand
Die dem Wesen nach dialektisch ist

Nicht das alltägliche Glück wird so
Weniger nur das besondere mehr
Das höchste höher zu schätzen
Gibt dem Höhepunkt mehr Dauer

jens tuengerthal 7.6.2018

Mittwoch, 6. Juni 2018

A-L 0001

Aufklärungslyrik - mehr zur als aus

Beginn einer neuen Reihe mit Lyrik zum Thema Aufklärung, die Fragen stellt, Geschichte betrachtet, für die Zukunft betrachtet, versucht aufklärerisch zu wirken. Ihr sind nominell erstmal keine Grenzen gesetzt. Ob wir schon aufgeklärt sind oder noch so wenig wie Kant es über seine Zeit sagte, die sich sogar Aufklärung nannte, gar in neuer Dominanz des überall Aberglauben der Vernunft noch ferner sind als je, wird ein Teil der Fragen sein, mehr als eine Anregung zum Denken kann es nie sein, wenn aber zumindest das, wäre der Autor schon überglücklich - mich zumindest, also ihn, den Autor, aber wer wäre ich ernsthaft in der Dritten Person von mir zu reden? Da nichts erstrebenswerter ist, als glücklich zu sein, wie uns schon vor über 2200 Jahren Epikur lehrte, gebe ich mich dem nun aufgeklärt dichtend ganz hin.

Was heißt Aufklärung heute
Brauchen wir sie überhaupt
Wer betreibt sie glaubwürdig
Hat sich jemals etwas geändert

Kant erklärte einst die Aufklärung
Als Befreiung des Menschen aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Sind wir heute weiter als er damals

Der Geist der Aufklärung wehte aus
England auf den Kontinent herüber
Kam über Frankreich zu den Deutschen
Fand hier kriegerisch seine Dialektik

Von Locke zum Lachen des Gentleman
Aus den Pariser Salons auch lexikalisch
Erleuchtete the age of enlightenment
Im englischen schon nominell

Wenn sich der Nebel des Glauben
Verzieht klärt sich der Himmel auf
Als Teil des logischen Universums
Ohne alle unfrei verzauberte Magie

Kant machte spätestens ganz streng
Gott für die Moral logisch überflüssig
Mit seinem kategorischen Imperativ
Glaube wurde zum Privatvergnügen

Moses Mendelsohn zeigte dagegen
Wie Aufklärung und Judentum sich
Auch ganz logisch verbinden lassen
Eröffnete neue geistige Welten dort

Diderot Holbach und Grimm waren
Nicht nur enzyklopädisch gebildet
Sie dachten die Freiheit zu Ende
Wurden zu Vätern der Revolution

Rousseau dagegen schnell Mode
Darf sich Vater des Terreur nennen
Weniger rational als stark sehnend
Inkontinent am meisten überschätzt

Aufklärung ist immer vielfältig gewesen
Entsprach dem Geist der Bewohner
Warum was in England hell erleuchtet
In Deutschland erstmal erklärt wird

Dass Diderot dessen Enzyklopädie einst
Zum Schlüssel der Revolution wird auch
In der Bastille saß deren Stürmung uns
Zeichen des Umsturz passt zu perfekt

Dort saß dereinst auch Voltaire ein
Der sich in England selbst infizierte
Mit der Geist der neuen Aufklärung
Dies alles kritisch hinterfragen wollte

In Preußen verordnete der König selbst
Die Aufklärung der Bauern von oben
Wie es in Russland Katharina versuchte
Warum sie und Friedrich groß genannt

Ob sich nach 1933 einst zeigte wie
Erfolglos Aufklärung von oben war
Russland dies nach 1918 bis heute
Beweist ist eine unserer Fragen

Lässt sich kritisches Bewusstsein
Verordnen oder nur selbst finden
Ist das Wort Aufklärung stets falsch
Weil erkannt nicht erklärt wird wenn

jens tuengerthal 6.06.2018

Samstag, 2. Juni 2018

Rundungsfreude

Freue mich täglich mehr
An der Liebsten Rundungen
Verhüllt oder entblößt
Sind sie einmalig schön

Nie sah ich so perfekte Harmonie
Von oben bis unten erhebend
Zeigt sie in ihren Kurven Klasse
Berühre ich sie gern nebenbei

Streife ihren vollkommenen Po
Im vorübergehen und erspüre
Dabei Linien sinnlicher Wäsche
Die den Liebsten wunderbar teilt

Liebe es ihre Rundungen zu küssen
Wenn sie ganz enthüllt vor mir liegt
Heißer nur noch ist es diesen Traum
Von Weiblichkeit nur zu erahnen

Am schönsten natürlich ist es immer
Ihre Rundungen auf mir zu spüren
Doch der geilste Anblick bleibt stets
Die verhüllte Andeutung zu erahnen

So macht es mich unendlich heiß
Ihre vollkommenen Formen noch
Unberührbar aber sinnlich verpackt
Vor mir entlang schweben zu sehen

Wie preise ich dann mein Glück
Was noch alle sehen dürfen hier
Dort dereinst berühren zu dürfen
Um ihre immer Lust zu wissen

Wie gern sehe ich ihren Körper
Völlig ahnungslos noch schlafend
Die schönsten Lippen geschlossen
Wissend wie sich alles bald öffnet

So ist das Wissen um ihr darunter
Was stets ausgesucht schön ist
Fast noch reizvoller als die nur Natur
Die ohnehin schon perfekt schön ist

Es ist das alte Spiel aller Natur
Die Unerreichbares reizvoll macht
Wie die Verhüllung erst den Schatz
Noch viel kostbarer scheinen lässt

Wie oft aber enttäuschte mich schon
Was edel verpackt vor mir erschien
Wenn ich ihm erst wirklich nah kam
Hier aber ist es immer umgekehrt

Der Reiz der edlen Verpackung
Erhöht die Freude an der Natur
Die vollkommener noch harmoniert
Als alle erotischen Träume ahnten

Kann mich an ihren Kurven freuen
Wenn sie unerreichbar vor mir sind
Scheinen sie mir fast noch geiler
Und nur die Wirklichkeit übertrifft es

jens tuengerthal 2.06.2018

Teeosophie 099

Tee Haiku 139

Mit Tee beginnt die
Hochkultur des Genusses
Liebe zum Detail

jens tuengerthal 2.06.2018

Freitag, 1. Juni 2018

Gewitterlust

Welche Lust ist es doch
Nach langer großer Hitze
Dem erlösenden Gewitter
Gemeinsam zu lauschen

Entspannt wie entblößt
Nach Stunden beim Sport
Donnergrollen genießen
Beim Blick auf liebste Mitte

Spürbar kühlt es endlich ab
Während die Lust wieder steigt
Betrachte ich geöffnete Lippen
Genieße es wie alles fließt

Gerade braucht es nichts sonst
Zum vollkommenen Glück aber
Gleich wächst der Blick weiter
Um einige Bewegung zu werden

Noch freut lautes Hagel prasseln
Bald übertönt es dein Stöhnen
Was oh Welt könnt schöner sein
Als guter Sex mitten im Gewitter

jens tuengerthal 1.06.2018

Nachtlust

Kurz vor dem Einschlafen
Noch zärtlich dich streichelnd
Fast aus versehen deine Lust
Geweckt und noch ausgeritten

Wie selig schläft es sich dann
Vom Ritt noch gänzlich erschöpt
Aneinander fast ineinander ein
Aller Hitze der Nacht zum Trotz

Die Nachtlust war wunderbar
Doch wieviel schöner ist es
Nach der Lust die ganze Nacht
Völlig entspannt verliebt zu teilen

jens tuengerthal 1.06.2018

Teeosophie 098

Tee Haiku 138

Früher Morgentee
Erweckt und beruhigt zugleich
Für heiße Tage

jens tuengerthal 1.06.2018

Donnerstag, 31. Mai 2018

Verkleidungsverbot

Retteten Verbote jemals die Freiheit
Müssen wir Verkleidung verbieten
Um das freie Denken zu verteidigen
Oder ist das immer kontraproduktiv

Wer Verbote ausspricht ist beschränkt
Außer diese sichern die Freiheit stärker
Als sie systemlogisch dabei beschränken
Ist dies bei Vermummung noch fraglich

Der Gleichheit und Gerechtigkeit wegen
Gilt für Masken dasselbe wie für alle
Sonstige religiöse Verhüllung nach der
Mittelalterlichen Islaminterpretation

Wir beschränken damit unsere Kultur
Um die rückständige wie unaufgeklärte
Islamische pädagogisch zu erziehen
Wohl wissend dies ist logisch wertlos

Aufklärung ist immer nur die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit
Verbote und Belehrung bringen da nichts
Wer dumm bleiben will soll und darf es

Es muss sich der Mensch selbst befreien
Von religiösem Zwang und Aberglauben
Erst dann hat Freiheit eine Zukunft
Verbote sind lächerlich hilflos komisch

Lachen wir über die armen Dänen lieber
Sie hatten keinen Kant nur Kierkegaard
Den gläubigen Harderer und töteten einst
Die wagemutigen Aufklärer noch lieber

jens tuengerthal 31.5.2018

Gotteswitz

Dürfen wir über Gott lachen
Lästert schon wer solches tut
Oder müssen wir es machen
Getragen von der Freiheit Mut

Was den Gläubigen Lästerung
Scheint dem Atheisten zu viel
Aufmerksamkeit für ein nichts
Beide finde ich ernst komisch

Lachen befreit uns nachhaltig
Von Angst und Verklemmung
Macht das Leben paradiesisch
Ganz ohne ein Himmelreich

Mehr als das Leben geniessen
Kann keiner egal was er glaubt
Natürlich auch wo er eine sie ist
Was nur grammatikalisch zählt

Spott oder Sarkasmus liegen dem
Zweifler logisch nahe doch Größe
Zeigt erst ein offenes freies Lachen
Weil es von allem Zwang befreit

Kann jeder über Gott lachen oder
Wie der Earl of Shaftesbury gegen
Seinen Lehrer Locke einst schrieb
Nur der freie gebildete Gentleman

Dürfen wir Aufklärer jene befreien
Die noch im Aberglaube gefangen
Götter überall mehr fürchten als
Sie das Leben je genießen lernten

Gilt nicht über allen Kants Satz
Das Aufklärung immer Befreiung aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit
Sein muss den Namen zu verdienen

Der ernste moralische Königsberger
Gegen den lächelnden Gentleman
Scheint es von außen betrachtet nur
Kant machte im KI den besten Witz

Wer Gott völlig überflüssig machte
Für jede Moral oder Sitte kann leicht
Danach sich zu machtlos geleerten
Ritualen öffentlich lächelnd bekennen

Kant perfektionierte auf preußische Art
Lachen über Gott mit ernstem Gesicht
Es mag ihn geben sagt der Beamte
Aber was kümmert es mich moralisch

Wie Epikur und Lukrez vor ihm schon
Machte er die Götter lächelnd belanglos
Führte lächelnd den Mensch dabei vor
Blieb dabei nur Aufgeklärten verständlich

So lächle ich mit den Vordenkern
Genieße das Leben also fröhlich
Überlasse den Streit Gläubigen
Natürlich darf ich über alles lachen

jens tuengerthal 31.05.2018

Glücksquelle

Wer in seiner Mitte ruht
Befindet sich im Gleichgewicht
Was immer erstrebenswert
In jeder Hinsicht wohl ist

Manche lieben viel mehr
Das ständige auf und ab
Mich befriedigt vollkommen
Das rein raus mir der einen

Ihre immer feuchte Mitte ist
Mein täglicher Glücksquell
In dem ich liebend gern ruhe
Miteinander im Gleichgewicht

Was brauche ich Yoga Meditation
Habe lieber Sex mit der besten Frau
Ruhe bewegt dann in ihrer Mitte
Hinterher auch völlig entspannt

Das Leben ist einfach wunderbar
Wenn du alles in einer endlich hast
Angekommen suchst du nichts mehr
Übst nur täglich mehr Befriedigung

Wer seine Mitte in ihrer selig fand
Darf vollkommen glücklich sich nennen
Mehr an Glück gibt es nirgendwo
Kann sich zurücklehnen zu genießen

jens tuengerthal 31.5.2018

Teeosophie 097

Tee Haiku 137

Vorfreude auf Tee
Beginnt Tage glücklich
Ein guter Anfang

jens tuengerthal 31.05.2018

Mittwoch, 30. Mai 2018

Buchpreisbiotop

Buchpreisbiotop
Beschreibt Deutschlands Büchermarkt
Besser als alles

Buchhändler fürchten
Von Verlegern getrieben
Um alte Kultur

Alle haben es
Sich gemütlich gemacht dort
Im geschützten Reich

Zeit für Bewegung
Im lange erstarrten Teich
Täte allen gut

Preisbindung schützt nicht
Vor Amazon sondern lässt
Noch tiefer fallen

Die Kultur schützen
Bücher besser bewahren
Ist erstrebenswert

Keine Kultur ist
Monopole zu pflegen
Dient nur Bestand

Zeit umzudenken
Lieber künftig die Freiheit
Zu verteidigen

Kultur retten heißt
Autoren unterstützen
Statt nur Verleger

jens tuengerthal 30.05.2018

Hitzelust

Sex bei großer Hitze
Ist häufig eher sportlich
Als wunderbar erotisch
Wird schnell nur klebrig

Dennoch wächst die Lust
Auch bei Hitze natürlich
Fragt sich nur wie wir sie
Erfolgreich befriedigen dann

Möglichst wenig Bewegung
Bei laufendem Ventilator
Wird Befriedigung erledigt
Weil es gut tut und nötig ist

Sehr zu empfehlen ist auch
Tantra Sex eher meditativ
Oder lieber schnell kommen
Um lang danach zu genießen

Natürlich habe ich auch bei Hitze
Lust auf meine wunderbare Liebste
Doch empfiehlt alle Erfahrung mir
Mehr Zurückhaltung zu üben dabei

Die Natur aber bahnt sich ohnehin
Wider alle vernünftigen Pläne immer
Ihren besten Weg zur größten Lust
Warum jeder Rat entbehrlich ist

Sex haben wenn die Lust kommt
Darauf lieber verzichten ohne am
Besten es abgestimmt gleichzeitig
Tun und dann zusammen kommen

Für wen das nur graue Theorie ist
Der lebe bei Hitze besser enthaltsam
Wir anderen tun nach unserer Natur
Was gut tut aber auch nie mehr

Das klingt nur nicht sinnlich genug
Für alle die nicht begriffen haben
Das Sex auch ein Lebensmittel ist
Natur und Umständen angepasst

Dies alles könnte ich mehrfach
Noch in jede Richtung abwägen
Doch ist es auch dafür zu heiß
Am Ende war es wie immer geil

jens tuengerthal 30.05.2018

Teeosophie 096

Tee Haiku 136

Tee bessert immer
Sogar schlechte Laune muss
Keiner mehr haben

jens tuengerthal 30.05.2018

Dienstag, 29. Mai 2018

Schöne Aussichten

Das schönste am schönen Wetter
Sind doch die schönen Aussichten
Wenn die Schönste im luftigen Kleid
Vor mir liegt und ich schauen darf

Vertraut sind ihre verzauberten Orte
Doch wie wunderbar ist es wieder
Sie kaum bedeckt ganz nah zu sehen
Schöner nur wird es sie zu berühren

Bei der kleinsten Bewegung schon nass
Geschwitzt von der gerade großen Hitze
Weckt dieser Anblick große Sehnsucht
Nach Bewegung in der Feuchtigkeit

Träume in der wüsten Hitze des Mai
Davon ihre Oase noch zu erreichen
Von ihren Quellen innig zu schlürfen
Ihren Paradiesgarten zu genießen

jens tuengerthal 29.05.2018

Rundungsliebe

Wie liebe ich deine Rundungen
Was freue ich mich an deinen
Perfekt ausgeprägten Kurven
Dem schönsten Körper der Welt

Lobe ich die Rundung deiner
Perfekten Beine fürchte ich
Schon die Diskussion die folgt
Weil ich nicht dünn dazu sagte

Werde dich oh meine Liebste
Nie dünn nennen obwohl du
Dünner bist als nahezu alle
Leichter und zierlicher ohnehin

Verehre deinen schönsten Körper
Ob seiner Rundungen wegen so
Nicht weil er dünn wäre was er ist
Habe nie genug von dir Liebste

Deine holde Weiblichkeit besingt
Allein der Minnesänger in mir gern
Wie dünn du bist spielt keine Rolle
Nur wie sehr ich dich liebe Schatz

Dünn ist für mich kein ästhetischer
Begriff sondern nur Ausdruck einer
Pathologischen Sehnsucht meist die
Gesellschaft den Frauen einpflanzt

Sicher bist du die schlankeste Frau
Von allen die ich je hatte doch geil
Machen mich deine natürlichen Formen
Die eben weiblichen Rundungen

Kleidergröße 32 bis 34 ist sehr sehr
Schlank zierlich oder dünn sicher
Um so mehr freut mich deine noch
Wunderbar ausgeprägte Weiblichkeit

Vermutlich schwiege ich besser dazu
Weil ich dich so sehr liebe und darum
Immer glücklich machen möchte
Doch ich mag das Wort dünn nicht

Nie möchte ich sagen meine Frau
Die ich perfekt schön finde sei sehr
Dünn immer aber will ich schwärmen
Von deinen weiblichen Rundungen

Es hängt vieles an der Art der Betrachtung
Die einen finden dünn ein hehres Ideal
Für mich ist es eher ein Zustand der ohne
Jeden Reiz ist anders als ihre Rundungen

Darum kann ich nicht immer sagen
Was du Liebste dir wünscht auch
Wenn ich nichts als dich glücklich machen
Ein Leben lang will meine Schöne

Wenn du nur verstehen würdest Liebste
Wie ideal ich dich in allem immer finde
Dein Glück mein höchstes Ideal stets ist
Fühltest du wie schön ich dich finde

Gerade weil ich nie das Wort dünn nutze
Bist du so perfekt für mich auch wenn
Alle sagen wie dünn du doch bist was
Ohne Frage so gesehen werden kann

So muss ich wohl weiter damit leben
Ab und zu die Liebste zu erzürnen
Weil ich sie nicht dünn nenne was sie
Ganz offensichtlich für alle doch ist

Solange sie noch weiß wie sehr ich
Sie liebe und meine Zärtlichkeit auch
Überall noch so gerne fühlt werden
Wir beide damit wohl leben können

jens tuengerthal 29.5.2018

Teeosophie 095

Tee Haiku 135

Die Sehnsucht nach Tee
Bei großer Hitze morgens
Zeugt von Erfahrung

jens tuengerthal 29 05.2018

Montag, 28. Mai 2018

Männerdilemma

Liebe meine wunderschöne Frau
Über alles wie überall am liebsten
Für immer von vorne wie von hinten
Doch wie sag ich es ihr nur richtig

Preise ich ihre wunderbaren gerade
Weiblichen Reize meint sie immer
Es hieße sie sei zu dick auch wenn
Das Gegenteil offensichtlich wahr ist

Lobe ich ihre unstillbare riesige Lust
Würdige ich ihr ganzes Wesen nicht
Preise ich ihren guten Charakter
Meint sie es hieße sie sei nicht schön

Sage ich ihr sie sei vollkommen schlank
Vernachlässige ich ihre perfekten Reize
Voll holder Weiblichkeit oder schlimmer
Reduziere sie auf ihre Sexualität damit

Am Ende ist alles was ich sage falsch
Wird die Liebeserklärung umgedreht
Als kritischer Kommentar gewertet
Fast könnte ich verzweifeln darob

Dabei rettet mich noch die Erfahrung
Zu wissen eigentlich sind alle Frauen
So und es hilft nichts als sie lieben
Wo der Verstand endet bleibt Liebe

Das Männerdilemma ist unauflöslich
Frauen sehen immer ihre Probleme
Männer bewundern sie lieber fraglos
Aber Sex kann alles selig erledigen

Darum ist die beste Lösung immer
Taten erst mit Worten zu unterlegen
Die Zunge lieber lekend zu nutzen
Als für missverständliche Komplimente

jens tuengerthal 28.05.2018

Teeosophie 094

Tee Haiku 134

Meine Droge ist
Tee niemals verzichte ich
Freiwillig darauf

Die Teesucht aber
Ist weitgehend unschädlich
Wohl sogar gesund

jens tuengerthal 28.05.2018

Sonntag, 27. Mai 2018

Sonntagslust

Wie wunderbar sind Sonntage
Gemeinsam mit der Liebsten
Ist horizontal einzig aufrecht
Erwachen betrachten genießen

Hinter den Vorhängen die Sonne
Bescheint die sonntägliche Welt
Im Hof spielen vergnügt die Kinder
Um deine Mitte aber streichel ich

Eindringlich nah sich in der Welt
Die langsamer zu laufen scheint
Wird der kaum bedeckte Anblick
Mir zum himmlischen Vergnügen

jens tuengerthal 27.5.2018

Teeosophie 093

Tee Haiku 133

Tee braucht viel Ruhe
Ganz genossen zu werden
Ist so Zeitgewinn

jens tuengerthal 27.3.2018

Samstag, 26. Mai 2018

Wanderlust

Das Wandern ist des Müllers Lust
Dichtete der Müller einst und alle
Singen es bis heute nicht nur zum
Wandern sondern auch als Kunst

So wanderte ich heute auch mit
Der Liebsten zur Kunst und weit
Darüber hinaus durch unser nun
Endlich wieder gemeinsames Berlin

Im Sonnenschein vom Berg hinab
Auf die Museumsinsel um dort gleich
Die Alte Nationalgalerie zu besuchen
Ohne Schlange ging es in die Wanderlust

Eine wunderbare Ausstellung versammelt
Weit über hundertfünfzig Bilder zum Wandern
Von Klassik bis Expressionismus hingen
Dort die schönsten der Schönen beisammen

Diese zweite Wanderung zuerst durch die
Dritte Etage gemeinsam mit der Liebsten
Machte die wunderbaren Kunstwerke dort
In Gegenwart der Schönsten zum Traum

Anfangend mit Willumsens Bergsteigerin
Dem wunderbar expressionistischen Bild
Seiner Frau vor Bergpanorama im Rock
Kam unser Höhepunkt erst kurz vor Ende

Caspar David Friedrichs so großartiger
Wanderer über dem Nebelmeer welches
Lange schon der Prinzessin Liebstes ist
Hing als Leihgabe aus Hamburg dort

Davor und danach viel wunderbare Kunst
Zum Thema Wandern dezent erläutert
Vereinte den Geist des Wanderns dort
Von Friedrich über Goethe bis Renoir

Beschwingt von wunderbarer Wanderlust
Durchwanderten wir noch gleich die beiden
Anderen Etagen der Alten Nationalgalerie
Mit Wanderers Blick auf die übrigen Werke

Nach Auffüllen der Wasservorräte vor Ort
Wanderten wir von der Museumsinsel nun
Katalogweise schwer bepackt weiter gen
Kreuzberg zur bekannten Oranienstraße

Endlich konnte ich meiner Liebsten dort
Voller Romantik wenn auch umgekehrt
Meinen Weg von Schönefeld zeigen den
Nach ihrem Abflug ich immer alleine ging

Kamen so auch gemeinsam durch den
Verzauberten nun blühenden Rosengarten
Besuchten der Oranienstraße folgend noch
Das Aufbauhaus auch zur literaischen Stärkung

Über Prinzessinnengärten wie Wassertorplatz
Erreichten wir den Böcklerpark am Landwehrkanal
Picknickten fein bei Keksen und kaltem Tee endlich
Mit Blick auf den Landwehrkanal verliebt wunderbar

Von Wasser und Sonne ein wenig erholt dann
Folgten wir den Landwehrkanal ein Stück hinauf
Mit der Liebsten endlich das Paul-Lincke Ufer
Gemeinsam im schönen Kreuzberg zu genießen

Irgendwann als Preis der Erschöpfung schließlich
Wendeten wir um dem Landwehrkanal entgegen
Der Sonne gen Westen bis zum Mehringplatz
Zu folgen von dem ab es die Friedrichstraße ging

An Borcherts wie dem Gendarmenmarkt vorbei
Ging es über den Bebelplatz wo wir das Denkmal
Der Bücherverbrennung würdigten zurück auf die
Museumsinsel und von dieser wieder auf den Berg

Nach deutlich über 25km bei schönster Sonne
Kamen wir unter inzwischen rosa Himmel dann
Wieder am heimatlichen Helmholtzplatz selig an
Erschöpft aber glücklich von der Wanderlust

jens tuengerthal 26.05.2018

Fraglos

Ohne Frage ist meine Liebste
Die schönste Frau der Welt
Bete ihre zarte Gestalt an
Freue mich an allem von ihr

Manchmal befragt sie mich
Zu Makeln die ich nicht sehe
Oder was schöner wäre wenn
Es um Haare egal wo geht

Dann bin ich völlig verwirrt
Sie ist doch die Schönste
Die ich liebe und begehre
Mehr sage ich dazu nicht

Sie möchte aber eigentlich
Behauptet sie zumindest
Nur ein ehrliches Urteil
Also Gemäkel und Kritik

Das liegt mir völlig fern
Sie ist für mich ganz fraglos
Die immer allerschönste Frau
Will gar nichts anderes denken

Weil sie also perfekt für mich ist
Sind Fehler völlig uninteressant
Darüber denke ich nicht mal nach
Sehe nur ihre Vollkommenheit

Frauen schauen auf Probleme
Die Männer nie sehen würden
Betrachten stets überkritisch
Was wir fraglos nur anbeten

So hat meine Liebste keine Fehler
Außer diese ständig zu suchen
Besser genösse sie einfach immer
Von mir fraglos angebetet zu werden

Aber vermutlich wäre sie keine Frau
Täte sie es nicht genau so wie ich
Kein Mann wäre übersähe ich es nicht
Weil ich sie über alles liebe

jens tuengerthal 26.05.2018

Teeosophie 092

Tee Haiku 132

Tee aufzugießen
Erfordert Gelassenheit
Schweben zu lassen

jens tuengerthal 26.05.2018

Freitag, 25. Mai 2018

Lusttraum

Hatte nie eine Traumfrau
Das schränkt unnötig ein
Dachte ich und genoss lieber
Die Schönheit wie sie kam

Hätte mich jemand gefragt
Wie meine Traumfrau aussieht
Wäre ich ins stottern gekommen
Was könnte ich perfekt finden

Mal waren sie groß dann klein
Vollbusig oder eher ganz flach
Schlank oder eher sehr üppig
Blond dunkel oder rothaarig

Keine hatte alles je erfüllt
Darum liebte ich die Vielfalt
Blieb immer auf der Suche
In meinem ewigen Lusttraum

Glaubte längst nicht mehr
Es gäbe die eine für alles
Hatte die Suche aufgegeben
Nahm es wie es eben kam

Hielt diese Lust für die beste
Sie war real irgendwas ging
Mit der einen oder anderen
Immer irgendwie nebenbei

Wurde langsam impotent
Hatte ja alles schon probiert
Was sollte ich noch erwarten
Rein raus das immer gleiche

Dann entdeckte mich meine
Traumfrau an die ich längst
Nicht mehr geglaubt hatte
Und übertraf einfach alles

Die Lust ist größer als geahnt
Nichts fehlt mir mehr bei einer
Habe mehr als ich je hoffte
Ahnte nicht wie gut es sein kann

Ist es die große Liebe erst
Nach der alles vorher klein wird
Oder ist sie einfach perfekt
Die vollkommene Frau

Sicher ist sie perfekt für mich
Scheinbar bin ich es für sie
Auch wenn ich es nicht verstehe
Genieße ich es um so mehr

Eine Frau die mich wählte
Mich die ausschließliche Liebe
Verstehen und lieben lehrte
Mit der du alles in einer hast

Ihr Körper ist vollkommen schön
Ihre Lust unendlich unstillbar
Kann sie immer wieder kommen
Treibt mich auf höchste Höhen

Ist es die Kraft der Liebe allein
In der sie fraglos hochbegabt
Oder doch mehr ihr Lustgenie
Was alles bisher weit übertrifft

Weiß es nicht und denke mir
Was weiß ich schon überhaupt
Von den Frauen und der Liebe
Glücklich genieße ich die eine

Vielleicht denke ich glücklich
Musste die Traumfrau erst mich
Entdecken damit ich sie finde
Von der Vielfalt früher geblendet

Wer seine Traumfrau gefunden
Hat einfach alles dann in einer
Braucht nichts mehr als sie ganz
Dann sind Natur und Wille eins

Mehr kann im Leben nicht sein
Denke ich glücklich und könnte
Nun sterben wo ich alles hab nur
Zuvor viele kleine Tode mit ihr

jens tuengerthal 25.5.2018

Wahnsinn

Es ist einfach wahnsinnig
Mit meiner Liebsten in allem
Eigentlich immer

Wahnsinnig schön
Wahnsinnig sinnlich
Wahnsinnig verliebt
Wahnsinnig aufregend
Wahnsinnig liebevoll
Wahnsinnig erotisch

Manchmal nur

Wahnsinnig anstrengend
Wahnsinnig nervig

6 zu 2 überwiegt eindeutig
Der gute Wahnsinn hierbei
Also ertragen wir zweimal
Um sechsmal zu genießen
Das lohnt sich auch
Ökonomisch betrachtet

Außerdem liebe ich sie
Da hab ich ja keine Wahl
Freue mich lieber
Wahnsinnig
Das reicht

jens tuengerthal 25.05.2018

Teeosophie 091

Tee Haiku 131

Tee tröstet immer
Egal über welch Dinge
Wir uns aufregen

jens tuengerthal 25.05.2018

Donnerstag, 24. Mai 2018

Morgentaucher

Wie traumhaft ist das Leben
Am Morgen frisch erwacht
In der Liebsten Morgentau
Tiefer noch einzutauchen

Halb schlafend sie noch
Mit vordrängender Lust
Inniglich zu berühren lässt
Den Tag lustvoll beginnen

Wie Tau in der Natur feucht
Sich auf Wiesen niederlässt
Lassen mich ihre Traumspuren
Leicht in sie hinein gleiten

jens tuengerthal 24.05.2018

Teeosophie 090

Tee Haiku 130

Tee passt zu allem
Sommerhitze wie Winter
Ergänzt er perfekt

jens tuengerthal 24.5.2018

Mittwoch, 23. Mai 2018

Analiebe

Oh du nicht Anna
Oder Berta nie
Aber Liebste immer
Liebe dich von allen
Seiten immer mehr
Von Anfang bis Ende
Womit wir hoffentlich
Nie anfangen werden
Um immer wieder
Dabei immer lieber
Von hinten wie von vorne
In eins nicht uneins
Verschlungen zu bleiben
Sei immer mir mein ganz
Ein- und Ausgang
Jeden Tag

jens tuengerthal 23.05.2018

Duschlust

Zusammen duschen
Macht den Alltag lustvoller
Der Natur näher

Sich einseifen lässt
Ineinander gut flutschen
Alles fließt wieder

Rundungen rutschen
Schaumig geil aneinander
Weiter rauf runter

jens tuengerthal 23.5.2018

Fensterstupser

Vor vierhundert Jahren stürzten
Sie den Gesandten des Kaisers
Aus Wien in Prag aus dem Fenster
Was dreißig Jahre Krieg auslöste

Aber waren es die Fensterstupser
Real die zum Kriege überall führten
Oder war es nur der Wurmfortsatz
Der lange vorher Reformation noch

Wirkte der olle Antisemit Luther nun
Als Befreier oder als Sklaventreiber
Ging es wirklich um Religion dabei
Den rechten Glaube oder die Macht

Hat der lange deutsche Krieg uns
Weisen Umgang mit Glaube gelehrt
War der Winterkönig nur ein Opfer
Unbeteiligter englischer Intrigen

Nach 30 Jahren Krieg der heute
Vor 400 Jahren begann galt nur
Suum cuique was wir lang schon
Wussten hier in der Kurmark

Diese war zerstörter noch als es
Heute Syrien und Afghanistan sind
Wo es auch um Aberglauben ging
Als mehre der Unsinn unser Glück

Immer noch verkünden die Sekten
Es sei nicht die Religion so schlecht
Sondern der Mensch bliebe sündig
Während sie den Missbrauch pflegen

Was lehren uns 400 Jahre später nun
Die 30 Jahre Krieg wenn nicht allem
Aberglauben endlich abzuschwören
Für Freiheit und Friede ohne Götter

Ob sich dann vielleicht machtpolitisch
Genug Gründe für neue Kriege finden
Kann dahinstehen wenn es einen doch
Sicher alle Zeit vermeiden helfen würde

Sein wir 300 Jahre nach der Aufklärung
Wie 400 Jahre nach dem Fenstersturz
Endlich vernünftig und vergessen die
Sekten für unser privates Glück endlich

jens tuengerthal 23.05.2018

Poedu

Du hast den schönsten Po
Genau richtig rund und fest
Krönt er deine zarte Figur nicht
Nur von hinten aus betrachtet

Dein Po und ich wir sind längst
Per du und fühlen uns gern nah
Nächtlich immer wieder kuschelnd
Täglich wo möglich auch reibend

Poesie ist die Kunst der Worte
Poedu die Kunst des Vertrauens
Von hinten wie von vorne immer
Zärtlich miteinander verschlungen

jens tuengerthal 23.05.2018

Teeosophie 089

Tee Haiku 129

Aufguss zum Genuss
Teekenner genießen mehr
Die Wiederholung

jens tuengerthal 23.5.2018

Dienstag, 22. Mai 2018

Bikinianprobe

Heute durfte ich mal zusehen
Wie du neue Bikinis bei H&M
Anprobiert hast in der Kabine
Durfte ich auf den Hocker dort

Habe mich extra beeilt vorher
Bei Edeka um noch rechtzeitig
Hinter den Vorhang zu schlüpfen
Wo du schon längst dabei warst

Als einziger Mann dort seine Frau
Suchen war viel schwieriger noch
Als ich gedacht hatte und so rief ich
Völlig verwirrt deinen Namen laut

Dann antwortete deine Stimme
Hinter einem Vorhang zur rechten
Den ich ahnungslos noch öffnete
Worauf du erschreckt schriest

Splitternackt bis auf die Schuhe
Stand die schönste Prinzessin da
Voller Glück genoss ich dagegen
Den Anblick meiner schönen Frau

Schnell schlüpfte ich zu dir hinein
Nahm brav auf dem Hocker platz
Durfte noch einmal die Anprobe
Ganz  miterleben welch Glück

Dachte immer Schoppen ist öde
Wie traumhaft aber wird es erst
Wenn du als Beobachter dort
Alles sehen und berühren darfst

Sogar kosten durfte ich zwischen
Den verschiedenen Bikinis dann
Vom schönsten Schoss der Welt
Schoppen kann ja so geil sein

Hätte ihr wäre es gefragt gewesen
Alles in diesem Moment gekauft
Auch wenn ich nicht wüsste wovon
Doch sollte ich bloß beraten dabei

Wie schön kann das Leben sein
Mit der Schönsten in der Umkleide
Als berührender Beobachter dessen
Beratung tatsächlich allein gefragt

Nichts sollte oder musste ich zahlen
Sah dafür die mir Kostbarste ganz
Schmeckte ihre Freude darob dazu
Sage nie mehr was gegen Shopping

jens tuengerthal 22.05.2018

Sonnenschlaf

Die Morgensonne scheint
Auf deine Rundungen hier
Vorhanggedämpft einzig
Betont sie deine Schönheit

Du räkelst dich im Halbschlaf
Zeigst dich mir von allen Seiten
Ahnst nicht mal wie schwer es ist
Dich noch schlafen zu lassen

So schläfst du friedlich deinen
Sonnenschlaf vielleicht erotisch
Noch träumend sicher erregend
Als unberührter Anblick mir immer

Sehe den Morgentau auf deinen
Lippen von deiner Sinnlichkeit
Sichtbar erzählend zwischendurch
Zuckst du willenlos eben im Traum

Möchte dich wunderbar träumen
Lassen bis du irgendwann allein
Erregt aufgeschlafen auch bist
Um voller Lust zu mir zu kommen

Doch kommst du wirklich dann
Quält dich zuletzt kein Alptraum
Der jede Lust wieder verdrängt
Weckte ich dich noch besser

So betrachte ich völlig verliebt
Die schöne Schlafende so nah
Frage mich was nun besser wäre
Schreibe erregt darüber anstatt

jens tuengerthal 22.05.2018

Teeosophie 088

Tee Haiku 128

Teemorgenstimmung
Macht den Tagesbeginn heiß
Wie tief harmonisch

jens tuengerthal 22.05.2018

Montag, 21. Mai 2018

Liebesmahl

Spargel-Risotto ist die Königin
Aller Gerichte nach langem Rühren
Endlich ist der Höhepunkt erreicht
An dem alles mit Biss weich ist

Wie strahlt die Liebste glücklich
Beim ersten Happen ihres ersten
Spargel-Risotto im Leben dankbar
Ihren kochenden Garten selig an

Wie glücklich bin ich Koch dabei
Die Liebste so ganz zu erfüllen
Dass sie tief befriedigt strahlt
Auch satt noch einmal nascht

Essen sei der Sex des Alters
Sagen von Impotenz bedrohte
Wir genießen voller Lust dafür
Erst das eine dann das andere

Vom Rheingauer Riesling befreit
Wechseln wir willig bald die Lage
Um der Bauernweisheit folgend
Nicht nur danach zu rauchen

jens tuengerthal 21.05.2018

Irish-Wein

Zum Wein am Platz
Vorm Misirlou gab's heute
Irische Musik dazu
Während die Liebste
Gerade aus Dublin zurück
In Erinnerung schwelgte
Wippten wir übrigen dazu
Im Takt beim Riesling mit
Und von Western scheint
Die Sonne über den Platz

jens tuengerthal 21.05.2018

Aufklärungsromantik

Die Liebste ist eine Romantikerin
Hänge logisch der Aufklärung an
Sie liebt die Mathematik über alles
Versuche mich als schlichter Dichter

Gegensätze ziehen sich an sagen
Voruteilsgeschützte Volksmassen
Sie stoßen sich ab sagt die Erfahrung
Das kommt drauf an meint die Physik

Alle Schemen taugen beschränkt nur
Sobald das Gefühl dauerhafter wirkt
Weil es immer individuell anders ist
Chaos und Quantendynamik wirken

Wir zwei Aufklärungsromantiker sind
Hoch emotional immer wieder schnell
Bei allem und dabei hoch neurotisch
Um stets ganz zusammen zu kommen

Aufklärung und Romantik passen nicht
Zusammen wie miteinander sagt sicher
Die Vernunft aber perfekt ineinander
Weiß alle Erfahrung noch immer besser

jens tuengerthal 21.05.2018

Teeosophie 087

Tee Haiku 127

Erster Genuss bleibt
Tagsüber uns erhalten
Trinke darum Tee

jens tuengerthal 21.5.2018

Sonntag, 20. Mai 2018

Postorgiastisch

Die Ruhe nach dem vögeln
Wenn beide selig kamen
Vom langen Ritt erschöpft
Ist so zärtlich wunderbar

Dann braucht es keiner Worte
Beide analysieren glücklich
Wie sie zusammen kamen
Liegen wund gerieben da

In einem Zustand tiefer Ruhe
Beieinander nun einfach liegen
Trägt alles Glück der Welt in sich
Genieße es da bist du Mensch

Dann Verse darüber schreiben
Wie sie nackt neben dir liegt
Ihr Atem immer ruhiger wird
Spiegelt Traum an Wirklichkeit

So lieg ich nun ach so glücklich
Mit ganz erschlafftem Gliede da
Freue mich am Leben einfach so
Und weiß vor Glück kein Wort mehr

jens tuengerthal 20.05.2018

Teeosophie 086

Tee Haiku 126

Zu zweit erwachend
Ist ersten Tee teilen Glück
Wenn genug da ist

jens tuengerthal 20.05.2018

Lusterschöpft

Erschöpft von aller Lust
Liegst du schlafend nun
Nackt nach unserer Natur
Nach 12 Gipfeln neben mir

Gerade schauten wir noch
Die königliche Hochzeit da
Fielen dir bei der Predigt die
Augen zu und ruhig atmest du

Von der Kraft der Liebe sprach
Der amerikanische Bischoff just
Als die Erschöpfung dich ergriff
Was könnte passender sein

In höchste Höhen schon auf mir
Bist du voll Leidenschaft geritten
Haben wir es immer wieder getan
In wiedervereinigter Liebe selig

Dann schauen wir die Hochzeit
Wenn du wieder aufwachst weiter
Nichts läuft weg wir haben uns ja
Nun wie die beiden für immer

Betrachte dich voller Liebe dabei
Wie du endlich überall entspannt
Angekommen bist im Liebesland
Gekommen um zu bleiben

jens tuengerthal 19.05.2018

Samstag, 19. Mai 2018

Liebesfest

Heute feiern wir ein Fest
Es gilt die Liebe zu feiern
Alle Welt schaut nach Windsor
Wo Harry und Meghan heiraten

Das feiern wir auch mit ihnen
Die Liebe feiern ist immer gut
Doch das läuft nur nebenbei
Denn heute kommst du wieder

Wieder zu und mit mir nun ganz
Genießen dieses große Glück
Zu dem die königliche Hochzeit
Nur Dekoration unserer sein darf

Sich für ein ganzes Leben wollen
Ist etwas wunderbares was viele
Nur träumen als Märchenstück
Wir aber leben es nun wieder

So feiere die Prinzenhochzeit
Als ein Fest der Liebe heute
Wenn wir uns wieder haben
Bis du kommst als unsere

Wie schön ist es die Liebe
Aus vollem Herzen zu feiern
Zu jubeln weil Jubel gut tut
Dabei unsere Liebe leben

jens tuengerthal 19.05.2018

Teeosophie 085

Tee Haiku 125

Liebe feinen Tee
Teetrinken feiert die Liebe
Täglich genußvoll

jens tuengerthal 19.05.2018

Freitag, 18. Mai 2018

Vorlust

Während die Liebste noch
Ein letztes mal die Steilküste
Auf ihrer Insel besucht bevor
Sie packt sehne ich mich

Kurz vor der größten Lust
Die mir je vorstellbar schien
Hänge ich schon sehr erregt
Feuchtwarm in der Warteschleife

Irgendwie irreal scheint es mir
Sie in fünfundzwanzig Stunden
Für immer endlich abzuholen
Wie schnell verflog das Jahr

Wie freust du dich angemessen
Auf den Super-GAG den immer
Größten Anzunehmenden Glücksfall
Unsere dauerhafte Wiedervereinigung

Berlin kennt sich damit ja aus
Wiedervereinigung und so was
Ossis jammern Wessis meckern
Am Ende alle irgendwie frustriert

So werden wir es sicher nicht tun
Weder miteinander noch überhaupt
Lieber genießen wir die Lust voll
Statt Erwartungen zu enttäuschen

Vor Lust vorab vergehe ich fast
Weiß es wird wieder perfekt doch
Sage ich es erwartungslos lieber
Keinem vorher weiß es geheim

Immer feucht beim Gedanken schon
Denke ich lieber gar nicht mehr bis
Die Traumfrau wieder in meinen Armen
Endlich für immer dann liegen wird

So schreibe ich also gedankenlos
Vermutlich eher verliebten Unsinn
Was ich klüger besser ließe allein
Wem das Herz voll läuft es über

Schweige nun zumindest dazu bis
Die Vorlust zur beschriebenen dann
Nachlust im liebenden Echo ihres
Stöhnens in meinem Ohr wird

jens tuengerthal 18.05.2018

Liebesaufregung

Aufgeregt lustvoll ersehne ich
Die Wiederkunft der Liebsten
Wissend wie geil es auch wird
Endlich wieder überall vereint

Träume schon heute davon
Morgen ihre erwartungsfroh
Feuchte Mitte dann zu lecken
Um in ihr ganz zu versinken

Wie glücklich ist wer weiß
Es passt und wird perfekt
Weil Natur nur füreinander
Gemacht zu sein scheint

Der Schein wird Wirklichkeit
Nur noch einmal schlafen
Dann haben wir uns wieder
Für immer dauernd überall

Aufregend ist es auf das Glück
Das zu dir kommt zu warten
Sicher es kommt zu wie mit
Um für immer zu bleiben

Zugleich macht es gelassen
Zu wissen alles wird gut sein
Weil es überall perfekt passt
In zu und immer mitteinander

jens tuengerthal 18.5.2018

Teeosophie 084

Tee Haiku 124

Das Glück würdigen
Feinen Tee trinken dürfen
Genügt im Leben

jens tuengerthal 18.05.2018

Tochterwanderung

Nun ist der Flaneur endlich
Auch mal mit seiner Tochter
Durch die Stadt gewandert
Plaudernd an alten Orten

Vom Helmholtzplatz los
Also wie immer traf ich sie
In der Kollwitzstraße bald
Um gemeinsam zu gehen

Am Senefelder Platz über
Die zentrale Schönhauser
In die Schwedter hinein am
Lass uns Freunde bleiben vorbei

Die Mutter kurz gesehen beim
Wein über die Straße hinweg
Ging es die Choriner hinab bis
Sie unten zur Gormann wird

Wo einst die Stadtmauer stand
Die heute Torstraße überquert
Weiter durch die alte Mitte zur
Weinmeisterstraße schließlich

Von dort der Rosenthaler gefolgt
Bis zum Hackeschen Markt noch
Schaufenster dabei betrachtend
Hängte sie sich über den Markt ein

So unterquerten wir am Ende des
Marktplatzes die S-Bahn nahe dem
Monbijoupark in Richtung der Insel
Überquerten die Spree erstmalig

Staunend betrachteten wir dort den
Rosa Himmel glücklich im Licht
Das wir reich bebildert mitnahmen
Noch die Liebste in Dublin im Ohr

An den dort Museen entlang bis
Zur anderen Seite der Insel wo
Wir in noch schönerer Sonne
Noch mehr Bilder mitnahmen

Bei der Kanzlerin am Rande
Der Friedrichstadt vorbei die
Wieder von Polizisten bewacht
Sich nicht persönlich zeigte

Am Bode schließlich wieder
Überquerten wir erneut die
Von der Insel geteilte Spree
Flanierten am Park entlang

Überquerten am Ende der
Monbijoustraße schließlich
Die Oranienburgerstraße um
Der Krausnickstraße zu folgen

Munter plaudernd schauten
Wir in die vielen Kneipen in
Der kleinen Großen Hamburger
Bis zum Koppenplatz endlich

An dessen Ende begann nun
Die Ackerstraße die uns ganz
Von der alten Mitte noch über
Die früher Mauer führen sollte

An ihrer ersten Schule noch
Einen Moment in Erinnerung
Geschwelgt bevor es dann
Bis zum Ende der Straße ging

Die Scheringstraße liefen wir
Nach schon zehn Kilometern
Leicht den Berg hinauf zum dort
Humboldthain dem wir folgten

Bis der schöne Park an der
Gleichnamigen S-Bahn Station
Endet und es den Gleisen dort
Folgend zum Gesundbrunnen ging

Am längst geschlossenen Center
Vorbei ging es über die Brücke
Wieder gen Osten und wir bogen
Auf die Brücke gen Mauerpark ab

Diesen durchquerten wir innig
Sie hatte sich im Dunkeln wieder
Beim Papi eingehängt bis wir an
Seinem Ende diesen verließen

Über die berühmte Bernauer in der
Längst der Mauerstreifen bebaut ist
Ging es in die Wolliner hinein dann
Am Arkonaplatz noch wieder vorbei

Neben der Zionskirche schließlich
Betrachteten wir noch schöne Kleider
Folgten der nach der Kirche genannten
Straße bis ich sie nach Hause brachte

Wie schön ist es als Flaneur einmal
Die bekannten Wege mit der längst
Großen Tochter zu laufen um dabei
Ihre Geschichten der Orte zu hören

Bald wollen wir wieder zusammen
Flanieren gehen dann endlich auch
Mit der Liebsten aus Dublin zurück
Gemeinsam unser Berlin erkunden

jens tuengerthal 16.5.2018

Donnerstag, 17. Mai 2018

AfdADS

Alice Weidel leidet
An großen Ängsten
Vor allem vor Überfremdung
Und zu wenig Aufmerksamkeit

Das erst ist ein typisches ADS
AufmerksamkeitsDefizitSyndrom
Die sonst so genannten haben
Einen Mangel an Konzentration

Sie dagegen konzentriert alle
Kräfte von links bis rechts auf sich
Deutschland dient ihr wieder gern
Sich empörend oder jubelnd

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Sang politisch korrekt einst Degenhardt
Sing nicht ihre Lieder hieß es dabei
Komm doch in die Oberstadt

Afd und Pegida haben zu lange schon
Zu viel Aufmerksamkeit bekommen
Genau das geilt sie an sich auf
Die Konsequenz heißt schweigen

jens tuengerthal 17.5.2018

Liebesgewiss

Eine Liebe misst sich
Daran was sie überstand
Das macht mich gelassen
Gibt in Krisen Gewissheit

Wie soll für immer halten
Was im ersten Sturm bricht
Wer glaubt ohne Prüfung
Warum das nicht genießen

Nie waren wir uns näher
Als im wiedergefundenen Glück
Miteinander ineinander versunken
Wissen wir überall zu würdigen

Kein Konflikt ist an sich schlecht
Was am Ende nähert war gut
Es liegt an uns gewiss zu sein
Da bin ich mir ganz sicher

Wie groß und stark ist die Liebe
Die tiefste Täler schon durchlief
Um neue Höhepunkte zu finden
Sich auch im Chaos nie verlor

Nie war ich schon glücklicher
Als jetzt wofür ich wie nie litt
Krieg sei Vater aller Dinge heißt es
Mutter der Liebe wohl sicherlich

Nicht der Konflikt ist schrecklich
Streit ist gut und natürlich wenn
Die Liebe alles gestärkt überlebt
Ist es nur eine Frage der Haltung

jens tuengerthal 17.5.2018

Teeosophie 083

Tee Haiku 123

Teeglücksgefühle
Beginnen Tage sinnlich
Genuss kommt zuerst

jens tuengerthal 17.05.2018

Lustgewiss

Die Lust hängt an vielem
Stimmung im Moment zuerst
Gefühl Gesundheit Erfahrung
Zyklus Wetter Zeit und mehr

Dazu gesellt sich die Natur
Nach der zwei eben passen
Oder nie genießen können
Nichts ist dabei immer gleich

Gern reden wir von der Chemie
Ob gut riecht und schmeckt was
Uns so nahe kommen soll doch
Hormone zählen noch genauso

Es hängt von ganz vielem ab
Ob es wirklich mal ideal passt
Wir können es nicht mal planen
Weil es nicht nur an uns hängt

Wieviele haben dabei nur Sex
Ohne sich je tiefer zu berühren
Reiben sich nur körperlich mal
Aber kommen nie zusammen

Die wenigsten können es so
Meistens stecken sie bloß
Irgendwie erregt ineinander
Befriedigen sich allein für sich

Wie großartig ist es dann
Sich ganz gewiss zu sein
Die geteilte Lust kommt ganz
Beim nächsten mal wieder

Vollkommen glücklich darin
Ersehne ich meine Liebste
Bin gewiss es wird perfekt
Weil einfach alles stimmt

Kann nicht erklären warum
Zu vieles spielt eine Rolle
Doch weiß ich ganz genau
Es stimmt alles jedesmal

So lehrte mich die Erfahrung
Wie selten die Gewissheit ist
Dass es immer an beiden liegt
Wenn es wirklich alles passt

Habe drum den größten Schatz
Genieße es dankbar glücklich
Liebe und Lust sind vollkommen
Brauche nichts sonst im Leben

jens tuengerthal 16.05.2018

Mittwoch, 16. Mai 2018

Teeosophie 082

Tee Haiku 122

Tee erst weckt meine
Lebensgeister am Morgen
Umgekehrt am Abend

jens tuengerthal 16.05.2018

Dienstag, 15. Mai 2018

Ungeschöpft

Ich glaube an keine Schöpfung
Es gibt logisch kein Nichts
Aus nichts kann nichts entstehen
Alles was ist hat eine Ursache
Alles lebt also kausal
Unser Sein ist winzig
Im universellen Sein
Sein ist solange es lebt
Danach ist nichts mehr
Sein hat nie einen Grund
Kein Sein braucht einen
Es ist was es ist sonst nichts
Genieße es glücklich

jens tuengerthal 15.05.2018

Liebesbewusstsein

Die Liebe erwischt einen einfach
Dann geht die Natur ihren Weg
Wir können es nur genießen
Denken die meisten Verliebten

Aber denken sie überhaupt noch
Oder tauschen die Hirn lieber
Gegen Herz und immer Hormone
Für ganz große Gefühle dann

Bin mir gerne allem bewusst
Gestalte mein Leben danach
Damit mir nur dass geschieht
Was ich auch genau so will

Liebe ich darum etwa weniger
Weil ich es nicht bewusstlos tue
Sondern mit Vernunft und Gefühl
Oder ist das eher noch mehr wert

Bin darum kontinuierlich glücklich
Genieße bewusst jeden Tag mehr
Weiß was ich an meiner Liebsten
Wie mit ihr in jeder Lage habe

Weil ich ein ganzes Wesen bin
Spalte ich nicht meine Gefühle
Vom vernünftigen Verstand ab
Sondern genieße gemeinsam

Beim Sex wie auch in der Liebe
Spielen Körper und Geist also
Harmonisch stets zusammen
Sind eins wie in meiner Natur

jens tuengerthal 15.05.2018

Teeosophie 081

Tee Haiku 121

Teetassen geben
Dem Teetrinken mehr Würde
Als einfach Becher

jens tuengerthal 15.05.2018

Berlinkrieg

Es sah aus wie im Krieg
Heute am Kollwitzplatz
Keinen Kilometer von mir
Hatten elf Autos gebrannt

Anwohner und Touristen kamen
Im wieder Frieden zu staunen
Was in der Nacht passiert war
Wovon verkohlte Wracks kündeten

Brandstiftung hatte die sonst
Friedlich wohlhabende Idylle dort
Für alle sichtbar deutlich gestört
Es traf nicht nur Bonzenautos

Besucher schimpften über Linke
Überhaupt sei Berlins Regierung
Schuld wenn jetzt Krieg hier sei
Die Autonomen seins gewesen

Berliner Chaostage begannen
Wie angekündigt als Reaktion
Auf angekündigte Räumung die
Sich inzwischen schon erledigte

Früher brannte es noch viel mehr
War nur lange her darum fiel es auf
Hier am Berg gibt es keine Kämpfe
Oder besetzte Häuser irgendwo

Sucht die  Regierung nun den Krieg
Brennt es bald noch viel mehr wieder
Deeskalation hat stets weitergeführt
Das traut sich grad keiner zu sagen

Sicherheit funktioniert auf Dauer
Nur über friedliches Miteinander
Außer wir wollen stete Kontrolle
Darum passiert vermutlich nichts

Die Tat ist klar zu verurteilen
Wie die Täter zu bestrafen
Einen Krieg ist es nicht wert
Wir sahen wohin es uns führt

So etwas passiert in allen Städten
Sieht für Momente aus wie Krieg
Erinnert uns daran wie wichtig es ist
Den Frieden auf Dauer zu sichern

jens tuengerthal 14.05.2018