Mittwoch, 26. Juli 2017

KI 043

Wenn Technik rettet
Leben und Natur darf dann
Angst Vorrang haben

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 042

Menschennatur stirbt
Maschinen sind unsterblich
Solange sie läuft

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 041

Wird Natur künstlich
Oder bleibt Mensch natürlich
Entscheiden wir noch

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 040

Ist es noch menschlich
Forschernatur zu folgen
Wo Folgen unklar

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 039

Mensch tut was er kann
Gefahren schrecken nur kurz
Ist das nur menschlich

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 038

Risiken wachsen
Noch schneller wo nicht erkannt
Chancen ebenso

Bewusster Umgang
Mit beiden verringert sie
Zu gleichen Teilen

Nichts ist ganz ohne
Vernunft ist nötig da die
Mitte zu finden

jens tuengerthal 26.7.2017

KI 037

Musk und Zuckerberg
Streiten sich zu Gefahren
Der Intelligenz

Einer sieht Chancen
Der andere Risiken
Beide haben Recht

Blind für Gefahren
Ist genauso gefährlich
Wie Angst davor

Fragt sich nur wer da
Wohl intelligenter ist
Was künstlich da bleibt

jens tuengerthal 26.7.2017

Verhältnismäßig

Welcher Abstand verhältnismäßig scheint und von wo aus wir am genauesten sehen.

Wie die Dinge uns scheinen, hängt häufig davon ab, von wo aus wir sie betrachten. Je näher wir kommen, desto bedeutender werden die Details, bis sie uns im Eifer des Gefechts zu ersticken drohen, weil uns der Überblick fehlt.

So sah sich mancher Krieger im Kampf umzingelt und stellte dann überraschend fest, wie schnell der scheinbar übermächtige Feind flüchtete, weil er sich dem gefährlich verzweifelten Kampf dessen, der nichts mehr zu verlieren hatte, nicht stellen wollte und darum lieber seine eigentlich bessere Stellung aufgab und die längst verloren geglaubte Schlacht wurde unverhofft gewonnen, weil die Energie im verzweifelten letzten Gefecht, den nach eigener Überzeugung eigentlich übermächtigen Gegner so erschreckte.

Dies gelang Friedrich dem Großen in mehreren längst verloren geglaubten Schlachten, als sogar der Atheist nur noch betete, Zieten mögen aus dem Busch kommen, was er dann auch tatsächlich tat aber auch der Kampfesmut der Verzweifelten, die nichts mehr zu verlieren hatten, schürte oft noch den unübertroffenen Mut der Verzweiflung, der Situationen wendete, in denen keiner mehr vernünftigerweise hoffen durfte.

Es gibt auch Fälle in denen es anders ging, etwa beim Kampf der Roten Armee um Berlin, in dem sich die letzten Nazis noch mit der Parole wehrten, lieber fürs Vaterland sterben, als ehrlos zu  verlieren und so Gefechte verlängerten, nachdem an allen Fronten der Zusammenbruch längst offensichtlich war. Sie taten es allerdings erfolglos, gaben aber auch erst nach dem Freitod Hitlers auf, der das Land und seine Armee auf sich eingeschworen hatte, damit danach die Überlebenden noch versuchten, irgendwie ihre Haut zu retten.

Im Vietnamkrieg unterlagen die technisch und numerisch weit überlegenen USA nach jahrelangem verlustreichen Kampf im Busch, in dem logisch der Überblick fehlte, und flohen, weil der Blutzoll zu hoch und der Widerstand zuhause es unmöglich machte, noch mehr zu riskieren. Trotz Entlaubung der Wälder waren sie in Vietnam nachhaltig so wenig erfolgreich, wie bei dem Versuch in Afghanistan die Taliban endgültig zu besiegen und eine Friedensordnung zu errichten, wie die Russen vor ihnen, weil der Ort zwar geostrategisch höchst wichtig ist, für die großen Handelsrouten in Asien aber sich im Kleinen in unübersichtliche Berge verliert, ein Krieg dort nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu gewinnen und selbst wenn, eine Friedensordnung für das ganze Land sich nicht automatisch einstellt.

Schaue ich auf Berlin als ganzes, scheint es mir ein recht übersichtliches Bundesland von der Fläche her, betrachte ich dagegen die lokalpolitischen Probleme vor Ort, verliere ich schnell den Blick für den Zusammenhang, werden die vielen Probleme unlösbar. Ewige Wartezeiten auf den Ämtern, die heiratswillige teilweise schon vor den Standesämtern campieren lassen, um noch einen Termin zu bekommen und Bürger stundenlang durch die Stadt zu tingeln, zwingen, um in irgendeinem Bezirk zufällig einen Termin zugewiesen zu bekommen und so scheint die alte Planwirtschaft im neuen Gewand des vorgeblich effektiven Management, wieder aufzutauchen und die Schlangen in Zeiten der DDR waren nichts gegen das, was sich Flüchtlinge in der überforderten Stadt lange antun mussten und was jeden Bürger zur Verzweiflung treiben kann. Böswillig schiene es mir, dem Chaos Absicht zu unterstellen, auch bloße Unfähigkeit griffe zu weit, wahrscheinlicher ist es, dass der Teufel im Detail steckt und in der Fülle der Überblick verloren geht.

Im Detail betrachtet, sind sicher all die preußischen Beamten sehr fleißig und korrekt, kann da nichts anderes berichten, auch wenn seltene Ausnahmen gerne skandalisiert werden. Mit Blick auf den Zusammenhang jedoch führt die Konkurrenz der Bezirke untereinander und die zentrale Planwirtschaft des Senats zu Zuständen, die in der unendlichen Geschichte des neuen Flughafens nur zu deutlich sichtbar werden. Es wird alles auf ein Projekt gesetzt, bei dem viele kleine Fehler im Detail und die Vermischung von politischer und ökonomischer Zuständigkeit zu einem Chaos führen, dass sich typisch für diese Stadt, von Skandal zu Skandal hangelt, bei dem jeden einzelnen Beteiligten kaum ein Vorwurf mehr gemacht werden kann, aber der noch nicht vollendete Bau schon vor seiner ungewissen irgendwann Fertigstellung sicher zu klein sein wird bald und dennoch soll plangemäß der andere Flughafen geschlossen werden und werden die Investitionen für das dann freie Gelände fortgesetzt, als habe die Realität nichts mit der Fertigstellung des Plans mehr zu tun. Im Detail verliert sich der Blick für den Zusammenhang und diesen wiederum erkennt keiner mehr, der pflichtgemäß am Detail arbeitet, was seine Arbeit wiederum oft im Ergebnis völlig unsinnig macht, ohne daraus einem einen Vorwurf machen zu können. Der Virus Deantwortung hat den Moloch Berlin voll in der Hand und ein Ausweg ist schwer zu erkennen, es herrscht die sozialdemokratisierte Betroffenheit der verbeamteten Großstadt, die für immer von Alimente lebt.

Deutschland gehört zu den reichsten Ländern, die Zahlen der Wirtschaft sind hervorragend, die privaten Vermögen wachsen wie die Zahl der Kinder, die in Armut aufwachsen und die Perspektivlosigkeit, der in Armut lebenden Menschen, aus dieser Situation wieder heraus zu finden. Je nachdem welchem Detail wir unsere Aufmerksamkeit mehr widmen, wird die Bewertung unterschiedlich sein. Wer einer Umverteilung das Wort redet, gefährdet damit auch den Zusammenhalt überhaupt und hebt die Freiheit als Prinzip zugunsten des Neids aus, aber das ist ein anderes Thema, zeigt nur, wie sehr der Blickwinkel allein die Bewertung verändern kann.

Verglichen mit arabischen Ländern ist die Situation der Frauen in Deutschland hervorragend und die Gleichberechtigung im Grundgesetz gesichert. Das Land wird seit Jahren von einer Frau regiert, die es auch versteht Frauen zu fördern und dies erfolgreicher tut, als alle linken Regierungen zuvor, auch wenn sie sich nie den Feminismus auf die Fahne schrieb. Blicken wir dagegen nach Skandinavien oder Frankreich ist die Situation berufstätiger Frauen immer noch deutlich schlechter, die Zahl der Frauen in Führungspositionen erschreckend gering, blockiert teilweise noch eine alte Lobby den Aufstieg der Frauen, bis auf wenige Alibi-Damen.

Ist die Situation hier nun im Detail schlimm oder eher relativ gut?

Die zunehmende Ausländerfeindlichkeit im Land erschreckt und der Aufstieg des den latenten Rassismus nutzenden AfD gerade im Osten ist ein deutliches Zeichen. Der eklatante Anstieg von Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen könnte bedrohlich für den inneren Frieden wirken. Viele Extremisten auf der linken oder rechten Seite warnen vor einem drohenden Bürgerkrieg oder phantasieren über den Untergang des Abendlandes, wie es Sprengler schon zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit gleichnamigem Buch tat.

Andererseits ist die Integration der massiven unkontrollierten Zuwanderung, die einigen wie ein Horrorszenario erschien, bisher relativ gut gelaufen und bis auf Berlin haben die Länder relativ schnell die gewohnte Ordnung wiederhergestellt, lässt sich die Kanzlerin mit ihrem Legende gewordenen “Wir schaffen das” nicht aus der Ruhe bringen und sich dann mit einem gelassenen “Sie kennen mich” wohl mit großer Mehrheit wiederwählen, besetzt erfolgreich alle Felder der Mitte, so dass der SPD Kandidat in geradezu lächerlicher Verzweiflung von einem Extrem ins andere fällt, ohne dadurch besonder ernst genommen zu werden und auch die Extremisten an den Rändern verlaufen sich mit der Zeit immer mehr, so sehr ihr Verhalten auch im Einzelfall skandalös wirkt.

Eine Politik jenseits der Polaritäten, die auf Verständnis und Verständigung setzt, durch Dialog erfolgreicher ist als mit eher schlichtem Basta, wird für ihre Erfolge und ihre Zuverlässigkeit von der Mehrheit geschätzt und daran wird sich so schnell vermutlich nichts ändern. So scheint eine deutliche Mehrheit, trotz eines guten Drittels von Menschen, die tatsächlich für Populismus anfällig ist, den Blick für das große Ganze eher zu haben, als sich von polarisierenden Details zu extremen Entscheidungen verführen zu lassen.

Zuverlässigkeit und Kontinuität scheinen in Deutschland erfolgreicher als die polarisierenden Extremisten, die in Ländern wie den USA, Polen, Ungarn oder der Türkei die Regierung stellen, auch wenn die Weltlage für all diese Länder gleich unruhig ist. Die einen setzen auf das Extrem, während die anderen eher an die Kraft der Ruhe glauben und auf Bewährtes setzen, um eine kritische Weltlage zu bewältigen.

Haben darum eher die Wähler der polarisierenden Positionen eine weitere Sicht auf die Welt, weil sie in ihren Überzeugungen auch jede Verschwörungstheorie berücksichtigen oder die Wähler der Mitte, die sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen?

Schauen wir von weiter oben, verschwimmen viele Probleme und werden nichtig und klein - würden wir von bestimmten Sternen im Universum aus, die millionen Lichtjahre entfernt sind, die wir aber jeden Abend, so es die Wolken zulassen, noch wie Nachbarn betrachten, unsere Welt betrachten, sähen wir jetzt dort Dinosaurier, die unsere Erde bevölkerten und auf Menschen müssten wir noch lange warten und dabei ist das Licht, was dies Bild wirft, schon das schnellste überhaupt, wird darüber hinaus nach der immer noch gültigen Relativitätstheorie alle Materie zu Energie, ist kein schnelleres Ding an sich denkbar. Sehen wir an dieser Stelle mal vom Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts ab und der Quantenrelativität, die schon zu verstehen meinen bescheidenen Verstand überschritt, geschweige denn verständlich darüber zu schreiben.

Ohne wirklich zu verstehen, worüber ich hier gerade nachdenke, drängt sich mir doch die Frage auf, ob für das kleinste, also die subatomare Ebene, das gleiche gilt wie für das ganze Universum und sich, was wir als Schwarze Löcher oder Weiße Riesen dort sehen, genauso verhalten könnte und eine vielleicht nur unserem beschränkten linearen Horizont entsprechende Betrachtung wählten, die höher beschleunigte Welten oder Formen von Energie nicht wahrnehmen kann,obwohl sich das Kleine vielleicht wie das Große verhält.

Auch unser Blick ins Universum ist von unserem Horizont und den Schranken unseres Denkens geprägt - könnten wir, was die Raum-Zeit-Schranke überwindet, je mit unseren Mitteln der Wahrnehmung erkennen?

Weiß es nicht, verstehe ja nicht mal die Grundlagen unserer Betrachtung so weit, wie sie die moderne Physik gerade führt, was die Astrophysik über Werden und Vergehen des Universums denkt, sondern taste mich nur vorsichtig mit meinem Medium der Worte an das eher fremde der Physik heran, ohne es erklären zu können. Doch scheint mir eine Relativierung der Betrachtungsweise aus dem Wechsel des geistigen Horizonts immer vernünftiger als der Glaube an felsenfeste Überzeugungen.

Die Naturwissenschaft beschreibt die Welt, so wie wir sie erkennen und berechnen können und nach allem, was wir bisher vom Universum wahrnehmen können, spricht vieles dafür, dass sich dieses, wenn auch chaotisch der Natur nach, den uns erkennbaren logischen Regeln folgend verhält.

Weiß nicht, ob es eine Weltformel geben kann, die am besten auch noch die Entstehung des Universums nach dem gleichen Prinzip erklärt - vielleicht finden irgendwann geniale Physiker wie ein Hawkins diesen großen Zusammenhang und können ihn auf eine Formel bringen, vielleicht klingt diese am Ende so einfach auf den ersten Blick wie Einsteins Relativitätstheorie im schlichten E=mc². Möglich scheint es mir, dass der Mensch klug genug ist, sich die Dinge zu erklären und in einen logischen Zusammenhang zu bringen, der dann allgemeingültig ist,

Doch auch eine solche Weltformel würde nur unter den Bedingungen unseres Denkens entstehen können, sofern das Gehirn der Forscher mit genug Sauerstoff versorgt wird oder die Künstliche Intelligenz, die solche Ideen mit höchster Perfektion weiter rechnete, reichte nie über die Möglichkeiten meines Denkens hinaus. Also meines noch beschränkteren, der ich weder Physiker noch Astronom bin, geschweige denn deren Wissenschaft ganz begreifen kann, wohl sicherlich, der ich nur mühsam meine Mutmaßungen über diese Fragen anstelle und mit Worten um Dinge jongliere, die ich kaum mehr selbst berechnen könnte, aber doch auch unter den Genies ihrer Wissenschaft befände es sich in deren Schranken und System, würde durch viele Kleinigkeiten ihres Systems behindert und beengt, um formal korrekt zu sein.

Dies soll keinesfalls ein Plädoyer für die Scharlatanerie und Esoterik sein oder einer Offenheit für die horizontale Beschränkung des Aberglaubens das Wort reden, nichts liegt mir ferner. Gerne aber sähe ich es, wenn wir bei allem bedächten, auch was uns gänzlich sicher scheint, ist dies immer nur in den Schranken des menschlichen Geistes - auch wenn dieser sich vielleicht in Zahlen noch präziser auszudrücken versteht als in Worten, bleibt die Wahrheit ihrem Wesen nach die Erfindung eines Lügners, weil wir zwar Aussagen im Rahmen unserer Schranken verifizieren können, was wir dann Wissenschaft nennen, es uns aber unmöglich bleibt, alles zu erkennen, zu berücksichtigen, uns infrage zu stellen und den Blick zu heben, gerade wenn wir von etwas überzeugt sind. Wer sich anmaßt, es gäbe eine Wahrheit und Menschen hätten die Möglichkeit diese zu erkennen, hat ergo entweder einen zu beschränkten Horizont den Umfang seines Irrsinns zu erkennen, was es sicher bei nahezu allen Religionen trifft oder ist bewusst ignorant.

Darüber nun nachzudenken, wie weit dieses seltsame Wort, dessen Annahme nur von Intoleranz zeugt aber nie von Verständnis der Welt oder kritischem Denken, es in unsere alltägliche Gegenwart geschafft hat, macht stutzig. Beim Eid vor Gericht muss geschworen werden, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen und das Gegenteil wäre strafbar. Dabei kann dies keiner erfüllen, weil kein Mensch die Wahrheit also die objektive Sicht über seinen eigenen Horizont hinaus kennt. So erscheint die aktuelle Eidesformel so absurd wie die frühere Methode der Wahrheitsfindung durch Folter oder Gottesurteil. Wir beschwören unter Strafandrohung ein unmögliches Verhalten, machen die Institution des Gerichts damit eigentlich lächerlich, relativieren vorab den Meineid, zu dem uns schon die Eidesformel zwingt. Absurd aber tägliche Realität vor deutschen Gerichten.

Sokrates maßte sich sein, ich weiß, dass ich nichts weiß, an - sehr menschlich und nehmen wir unsere Erkenntnis als alles, was wir können logisch - würde für mich lieber noch weniger weit gehen und Michel de Montaigne auch zur Weite oder Nähe des Blicks fragen, was weiß ich schon?

Vielleicht könnte aus dieser grundsätzlichen Infragestellung von allem, mehr Erkenntnis dessen wachsen, was uns glücklich macht, in dem uns gegebenen bescheidenen Rahmen. Mehr werden wir nie als glücklich, scheint mir, mit dem wenigen, was ich wissen kann und ich kann dies zumindest aus voller Überzeugung und in Übereinstimmung mit meinem Gefühl sagen und strebe nach nichts anderem mehr, als glücklich zu sein und so frage ich mich am Ende dieser Betrachtungen über Weite oder Ferne des Blicks, ob eine Weltformel, wenn sie denn alles umfassen soll, sich nicht in erster Linie dem Glück widmen müsste, was logisch so individuell ist, wie jeder von uns, warum das Vorhaben schon absurd scheint und auch die biochemischen Krücken der Glückshormone führen hier nicht wirklich weiter.

Am Ende möchte ich Montaignes geniale Frage der glücklichen Bescheidenheit noch um einen Punkt ergänzen:  Was weiß ich schon und was zählt, als was mich glücklich macht. Es scheint mir die ausgiebige Beschäftigung allein mit dieser Frage langfristig die größte Chance zu bieten, glücklich zu sein und auf was kommt es sonst an, denn was weiß ich am Ende schon? Wenn ich den Abstand zu den Dingen finde, der mich glücklich macht, wird es wohl gut so sein.

jens tuengerthal 25.7.2017

Dienstag, 25. Juli 2017

Problemrelation

Sterne leuchten uns
Obwohl sie längst erloschen
Bevor wir waren

Entfernung scheint uns
Unendlich verglichen mit
Unserem Tempo

Der Blick nach oben
Relativiert so manches
Nüchtern betrachtet

jens tuengerthal 25.7.2017

Astroeinfluss

Mond bewegt Meere
Ebbe und Flut ein Echo
Lernt heut jedes Kind

Naiv wäre wohl
Wer glaubte die Sterne
Beeinflussten nicht

Dumm nur alle die
Meinen sie könnten lesen
Was Chaos beherrscht

jens tuengerthal 25.3.2017

Astroisches

Was ist unendlich
Außer dem Weltraum um uns
Menschliche Dummheit

Astronomie gibt
Dem Universum Namen
Ist die Wissenschaft

Astrologie sucht
Im Universum Gründe
Nennt es nur Logik

Logie suchen nur
Scharlatane heute noch
Fern aller Logik

Nomie ist ernsthaft
Namen zeigen was Wert hat
Tut zumindest so

jens tuengerthal 25.7.2017

Montag, 24. Juli 2017

Vernunftliebe

Liebe die Vernunft
Was logisch ein Gefühl ist
Bleibt unvernünftig

jens tuengerthal 24.7.2017

Liebesvernunft

Vernünftig lieben
Klingt eher unvernünftig
Nüchtern betrachtet

jens tuengerthal 24.7.2017

Liebesrausch

Ist Liebe ein Rausch
Gefühlt betrunken dabei
Selten noch nüchtern

jens tuengerthal 24.7.2017

Liebesdialektik

Liebe befreit uns
Zugleich nimmt sie gefangen
Ist immer beides

jens tuengerthal 24.7.2017

Liebeslösung

Warum wir statt Lösungen zu suchen, Konflikte verstärken und ob Liebe da hilft

Schaue ich mir an, wie Kriege entstehen oder Konflikte eskalieren, bis es zur Auseinandersetzung am Ende kommt, merke ich, wie ähnlich die persönlichen Dinge des einzelnen den großen Fragen oft sind.

In vielen Auseinandersetzungen geht es um verletzte Eitelkeit und Gewohnheiten, die kleine Missverständnisse in einer Weise verstärken, dass aus eigentlich nichts ein blutiger oder ein Rosenkrieg werden kann.

Der Beginn des 1. Weltkrieges, der so viele Millionen Tote forderte, zeugt von solchen Missverständnissen und Eitelkeiten der Beteiligten, die wie Schlafwandler auf einen großen Konflikt zusteuerten und sich gegenseitig das Leben unnötig schwer machten, statt nach Lösungen zu suchen, sich weiter provozierten.

Darüber schrieb Christopher Clark in seinem Buch Die Schlafwandler so treffend und ausführlich gut, dass ich dazu nicht weiter ins Detail gehen möchte, sondern die geneigten Leser lieber auf sein Buch verweise und auch wenn über manche seiner Aussagen natürlich nun gestritten wird, ist die vielfältige Blindheit der Beteiligten, die eben in den Krieg schlafwandelten, in dem sie an Muster aus längst vergangenen Zeiten fest hielten, die keine Lösung finden konnten, wohl unstrittig und das in einer Situation in der wir an vielen Fronten auf unserer kleiner gewordenen Welt in vergleichbarer Situation wieder nahe am Abgrund stehen und uns ähnlich verhalten, manche hormongesteuerte Männchen weiter auf eine Eskalation aller Konflikte zusteuern.

Schaue ich in die Ukraine, nach Syrien, in die Türkei, wie auf viele andere Konflikte von Nordafrika bis an den persischen Golf, zeigen sich ähnliche Muster und auch wenn es in der großen Politik immer um Macht und Einfluss geht, um Rohstoffe und andere wichtige ökonomische Fragen gestritten wird, zählt die Persönlichkeit der Beteiligten und ihr Verhalten bis heute zu den entscheidenden Fragen, ob es zur totalen Eskalation kommt oder noch Lösunge gefunden werden, die wir auch im Falle eines Ausbruchs der Konflikte später finden müssen, nur dann eben meist Millionen Tote später.

Die Details all dieser Konflikte sind vielfältig und ich will mir mit meinem geringen Wissen nicht anmaßen zu dem einen oder anderen eine bessere Lösung zu kennen, als Heerscharen von Spezialisten, die sich seit langem damit beschäftigen, auch wenn der Blick ins Detail manchmal den für das Ganze verlieren lässt.

Ist Putin der Böse im Konflikt mit der Ukraine oder sind es die Oligarchen, die in der Ukraine regieren?

Wer trägt die Schuld an der Eskalation des Konflikts in Syrien, bei dem westliche Geheimdienste massenhaft Rebellen aufrüsteten und sich dann über einen Strom von Flüchtlingen aus dem vom Bürgerkrieg geplagten Land wunderten?

Ist der konservativ gläubige Erdogan das Problem der Türkei oder spiegelt sein Aufstieg nur den Wandel in der ganzen Region wieder, muss er immer weiter provozieren, um seine Macht zu sichern?

Zeugt der Erfolg des alternden Populisten Trump, der zunehmend geistig verwirrt wirkt, und seine Provokationen von den Grenzen der Demokratie?

Ist das Aufgreifen der Flüchtlingsfrage im Wahlkampf durch den abgeschlagenen Schulz ein Zeichen politischer Vernunft oder suizidaler Eskalation?

Wer Konflikte schürt, die nicht mehr beherrschbar sind, spielt politisches Roulette und also ein Glücksspiel, dessen Ausgang er nicht mehr beherrscht. Warum jemand damit die Kontrolle in einem gewissen Maß aus der Hand gibt, scheint in einer globalen Welt, die auf das Zusammenspiel aller angewiesen ist, völlig unsinnig.

Kleine überschaubare Kriege können einen Gewinn bringen, der sich für einen Teil der Beteiligten auszahlt oder lohnt. Jede größere kriegerische Auseinandersetzung ist nicht mehr beherrschbar, der Ausgang hängt dann trotz der Betonung des Gegenteils durch beide Seiten von vielen Zufälligkeiten ab, die wir nicht mehr kontrollieren können.

Schaue ich in die Ukraine und betrachte zunächst den Krim-Konflikt sehe ich kleine punktuelle kriegerische Aktionen des Kremls in einem überschaubaren Gebiet, die relativ erfolgreich für den Kreml zu sein versprachen und sicher steuerbar schienen. Der Protest der Weltgemeinschaft und der folgende Boykott hatte überschaubare Wirkungen. Eine weitere Eskalation des Krieges war nicht zu erwarten.

Anders dagegen der Streit um die östlichen Teile der Ukraine und die Förderung der dortigen Rebellen durch russische Truppen. Warum ein so kontrollierter und meist strategisch handelnder politischer Führer wie Putin dort auf das nur Gefühl russischer Solidarität setzte und sich in einen Konflikt ziehen ließ, dessen Ende noch nicht absehbar ist, scheint rätselhaft.

Es gibt dazu viele Erklärungsansätze vom Traum der Wiederherstellung der Sowjetunion bis zu allgemeinem Größenwahn - doch reicht keiner der Punkte zur Erklärung aus, warum ein so kontrolliert agierender politischer Mensch dort die Kontrolle aus der Hand gab, ohne auf einen Gewinn hoffen zu können, der diesen Kontrollverlust aufwiegen könnte.

Es ließen sich bei Trump, Erdogan und Assad immer wieder ähnliche Muster des Kontrollverlustes aufzeigen, die dann im weiteren eskalieren lassen. Bei Hitler wie bei Napoleon begann der totale Kontrollverlust im Osten. Eine kriegerische Auseinandersetzung, die einen überschaubaren Rahmen übersteigt, trägt immer diese Gefahr in sich und führt zur Eskalation des Verhaltens der Beteiligten.

Hier scheint mir die Parallele zu Auseinandersetzungen in Beziehungen besonders deutlich. Sobald die Beteiligten das Gefühl haben die Kontrolle zu verlieren, verlieren sie diese erst recht, lassen in einem Maße weiter eskalieren, was sie nie wieder kontrollieren können. Dies beginnt mit Beschimpfungen und Verdächtigungen und endet bei körperlichen Angriffen, bis sich die Beteiligten in ihrer Existenz völlig vernichten wollen, insbesondere, wenn sie sich zuvor versprachen, nicht ohne einander sein zu können oder zu  wollen.

Der Streit unter Paaren, bei dem für gewöhnlich auch relativ große Gefühle mit im Spiel sind, hat die Neigung zur völligen Eskalation. Emotionale Überforderung gemischt mit Verlustangst und der Sehnsucht nach Freiheit wird zu einem hochexplosiven Cocktail.

Einer der Punkte an denen die meisten politischen Konflikte eskalieren, ist das Gefühl vom guten eigenen Rechtsempfinden, was dem anderen gegenüber verteidigt werden müsse. Weiß nicht, ob es ein solches wirklich gibt und worauf es zielen soll. Jedenfalls ist ein eskalierendes Gefühl sicher nicht geeignet, Frieden herbei zu führen, so wenig wie sich über differierende Gefühle je vernünftig geeinigt werden kann.

Das gesunde Volksempfinden, nannten die Nationalsozialisten diese Form des Rechtsempfindens, um ihre politische Doktrin durchzusetzen und was rechtlich nicht geregelt war aus ihrem totalitären Gefühl zu beantworten. Danach scheint es, das Gefühl ungeeignet zur Verständigung zwischen Staaten ist, sehen wir mal von der groß gefeierten Liebe oder Brüderlichkeit zwischen ehemaligen Feinden ab, wie sie auch Mitterrand und Kohl schon praktizierten und darauf mit den Verträgen von Maastricht die heutige EU aufbauten.

Aus nahezu jeder Situation lässt sich ein gutes Recht ableiten oder dessen Gegenteil, wofür etwa die Eroberung Schlesiens im ersten der dortigen Kriege durch Friedrich den Großen ein gutes Beispiel ist. Seine Begründung war juristisch mehr als fragwürdig und hinkte über ein Erbe tief im Westen und einen Betrug vom Vater Maria Theresias relativ deutlich aber war dennoch so vertretbar und es gibt bis in die Gegenwart Historiker, die den dreisten Streich Friedrichs, der einfach das Geld und die Soldaten hatte im Gegensatz zu Maria Theresia, für juristisch gerechtfertigt halten. Friedrich selbst wusste genau, dass es nur einen Grund für die Eroberung gab, weil er es konnte. Drei Kriege und viele Tote später wurde sich in Schloß Hubertusburg dann auf einen Frieden geeinigt, der etwa den vorigen Zustand wieder herstellte, außer das Preußen Schlesien behielt, was seinen späteren Aufstieg im Rahmen der industriellen Revolution mit begründete, was Friedrich aber noch nicht ahnen konnte.

Wie Friedrich in diesen Krieg steuerte, weil er die Mittel einfach hatte, erinnert mich manchmal an die vielen male in denen mein damals bester Freund Klaus und ich die dicke Johanna von nebenan ärgerten, die immer von ihrer Mutter Süßigkeiten auf Anfrage aus dem Fenster geworfen bekam, was ihre Form dauerhaft eskalieren ließ, darin Maria Theresia ähnlich, während wir zwei schlanken jungen Bengel im Frankfurt der frühen 70er unsere Kriegserklärungen an Johanna damit rechtfertigten, dass sie uns verpetzt hatte, was sie wirklich tat, aber eben immer erst, wenn wir ihr etwas weggenommen, sie aufgezogen oder sonst geärgert hatten. Dies ging soweit, dass wir zwei besten Freunde irgendwann beschlossen eine Plattmaschine zu bauen, mit der wir die dicke Johanna, diese olle Petze plattmachen wollten. Dies war die Planung der Aufrüstung und des Einsatzes massiver militärischer Mittel zur Durchsetzung rechtlich zweifelhafter Ansprüche, die ohnehin durch unsere vorige Provokation zustande kamen.

Diese interne Aufrüstung tarnten wir zwei damals besten Freunde nach außen hin damit, dass wir vorgaben die Plattmaschine für unsere zukünftigen Expeditionen bauen zu wollen, wenn wir dazu Motoren und ähnliche Teile aus den riesigen Mülltonnen auf den Balkon der überaus toleranten Mutter meines besten Freundes schleppten. Natürlich planten wir auch diese Expeditionen irgendwie, er stammte schließlich väterlicherseits von einem berühmten Afrikaforscher ab und auch ich kam aus einer Familie von vielen, die gerne Forschungsreisende geworden wären zumindest und dies an ihren Bibliotheken und ihrem Freizeitverhalten erkennen ließen. Aber der Kern war es die dicke Johanna platt zu machen und also betrieben wir zwar knabenhaft aber dennoch massive Aufrüstung, die zwar nie zum Ziel führte, auch weil mein Freund noch vor mir irgendwann wegzog. Dennoch ist das kindliche Spiel, das wir über lange Zeit betrieben, das uns einen Ruf einbrachte und von dem wir in Sagen bis heute erzählen, ein kriegerischer Akt eigentlich gewesen, eine Form der massiven Aufrüstung mit dem Ziel der Vernichtung, auch wenn wir uns weder die Folgen ganz klar machten, noch über den Zustand der Planung hinauskamen.

Liegt solches Verhalten in der menschlichen oder in der männlichen Natur?

Der erste Weltkrieg eskalierte auch über den Besitz von Elsass-Lothringen, der lange gewechselt hatte, erst unter Ludwig XIV. von Frankreich vermeintlich endgültig erobert wurde, bis es sich die Preußen im Krieg von 1870/71 unter der Führung von Bismarck und Moltke zurück eroberten - dabei ausgelassen habe ich noch die Geschichte des burgundischen Erbes vom Großvater Karls V., des Kaisers Maximilian I., was auch manche Grenze verschob. Auch die Fehden von Franz und Karl mal außen vor gelassen. Die Zugehörigkeit des Gebietes ist also keinesweg so sicher wie beide Seiten es gern behaupteten in der Hysterie vor  dem 1. Weltkrieg, wo auch viel von Erbfeindschaft mit den Franzosen die Rede war, der dann mein Urgroßvater Max noch am Anfang des Krieges vor Verdun als jüngster preußischer Schuldirektor zum Opfer fiel.

Die Deutschen zogen wie die Franzosen mit wehenden Fahnen in den Krieg in der Überzeugung für eine gerechte Sache einzustehen. Wie viele wohl wussten, dass auch Bismarck die Reichsprovinz Elsass-Lothringen für fragwürdig hielt und sie um des lieben Frieden willens lieber wieder los gewesen wäre nachdem er die für die Franzosen persönlich besonders erniedrigende Krönung des preußischen Königs zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal zu Versailles erzwungen hatte. Einer der Gründe auf dem die Erbfeindschaft fußte und der sie ewig weiter befeuernd brodeln ließ, waren solche Gesten, die geeignet waren Gefühle aufzuwiegeln zwischen zwei Völkern, die eigentlich eines immer waren.

Heute sind sie gemeinsam der Motor Europas, haben für große Europäer den Karlspreis, der besondere Verdienste um die Einigung würdigt und dabei an den Franken Karl den Großen erinnert, den Deutsche und Franzosen als gemeinsamen Vorfahren ihrer Dynastien je sehen und dessen Vater wiederum Europa angeblich vor dem Einfall der Mauren schützte, was nun die neuen Rechten als Grund für geeinten Hass gegen die islamische Welt nehmen, eine rein irrationale Gefühlsduselei und genauso beruht auch im früheren Jugoslawien, das nur Titos harte Hand und Moskaus Wunsch einst einte, viel des bis in die Gegenwart gelebten Hasses auf einer solchen Eskalation der Gefühle.

Im Kern irrational und sich dabei noch seiner guten Rechte völlig sicher, wird sich gegeneinander auf dünnes Eis begeben, um auf die eigene Position zu beharren und sich dann zu wundern, wenn das Eis kracht und der Krieg ausbricht.

In zwischenmenschlichen Beziehungen läuft nahezu das gleiche Schema ab. Es wird ein wenig provoziert, um sich zu profilieren oder auch nur zu amüsieren, dann wird sich missverstanden, das ganze persönlich genommen, am besten noch zu einer Frage der Ehre erklärt, die in privaten wie nationalen Angelegenheiten das immer sicherste Mittel der totalen Eskalation ist, auch wenn sie eine noch unsinnigere Einbildung als die Liebe ist, die zumindest theoretisch Glück und sexuelle Erfüllung bringen kann, was ja ein Wert an sich schon wäre.

Der fehlende Sex zwischen Staaten wird durch die nationale Ehre als Kultfigur und die legale Nutzung der brutalsten Waffen kompensiert. In dem Menschen dort ihren Trieb nach Rache und Gewalt ausleben dürfen, wird der der Mangel an Lust ausgeglichen - umgekehrt ist es in Partnerschaften, wo der Mangel an legaler Gewalt, sogar das Schlagen von Frau oder Kindern wie anderen Ehegatten ist heute strafbar, zumindest theoretisch, durch die in jeder Hinsicht bessere sexuelle Befriedigung ausgeglichen werden kann.

Doch ist in der heute sexuell korrekten Gesellschaft der bloße Versöhnungssex so verpönt wie der Sex als Mittel zum Zweck, als läge das nicht alles in unserer Natur. Darum diskutieren auch Paare viele Dinge ewig, wo sie längst besser übereinander herfielen und sich damit die meisten Diskussionen erledigten. Wo das Bedürfnis übereinander herzufallen nicht mehr groß genug ist, hat sich auch alles erledigt und braucht keine Diskussion mehr. Lust macht vieles einfach und deutlich.

Das plötzliche Überwiegen der positiven Gefühle im Schatten des Sex, der auch hilft, wie von magischer Hand geführt, alle vorige Aggression und Frustration durch die schlichte Stimulation gewisser Reizmuster auszugleichen, wirkt weiter und intensiver als die klügsten Argumente.

Sogar fernmündlich kann die Stimulation sexueller Reizmuster auch die größten Prinzipienreiter, wozu ich in der Tradition Kants und meines Großvaters gewiss neige, in sekundenschnelle entwaffnen und die schlimmsten Konflikte befrieden. Es scheint auch, oder vielleicht gerade weil, jenseits aller logischen Erklärungen liegend, nachhaltiger zu wirken, als die besten Argumente. So genügt schlichte Triebbefriedigung oder doch zumindest der Reiz dazu, ganz grundsätzliche inhaltliche Differenzen und Prinzipien plötzlich nichtig und klein erscheinen zu lassen.

Diese Beobachtung habe ich durch all meine Beziehungen gemacht, wo es Versöhungssex gab und dieser zum gegenseitigen Glück führte, oder auch nur die Sehnsucht danach genug geweckt wurde,  war dies wirkungsvoller als alle Worte und so ließe sich die Frage vielleicht sogar auf die schlichte Formel bringen, je mehr Paare vögelten, um Probleme zu lösen, statt zu reden, desto glücklicher und lösungsorientierter war die Beziehung, was natürlich heute kein emanzipierter Aufklärer sich mehr laut zu sagen traute.

Weniger reden, mehr vögeln ist natürlich zu einfach, um als Generallösung für alle Konflikte im Bereich emotionaler Nähe zu dienen, doch scheint das Muster dahinter, erstaunlich gut zu funktionieren. Soweit wir Lust und Anziehung lieber erhöhen, statt Prinzipien zu reiten, die uns nur theoretisch überlebenswichtig scheinen, leben wir lustvoller und glücklicher, wo wir einfach genießen, was ist und die Natur uns als Mittel der Annäherung und Problemlösung zur Verfügung stellt.

Halte mehr Lust aufeinander, mehr Zärtlichkeit und weniger Diskussionen ganz generell für ein besseres Mittel das Verhältnis von Mann und Frau zu genießen und Konflikte nachhaltig zu beseitigen. Das nonverbale halte ich als Wortakrobat verbal hoch und bin mir dieser Paradoxie wohl bewusst, doch irgendwer muss ja irgendwie damit anfangen, wieder mehr miteinander zu genießen, was ist, statt prinzipielle Fragen grundsätzlich immer klären zu wollen, auch wenn dies seltenst gelingt und am wenigsten, wenn wir es zielgerichtet wollen.

Fraglich bleibt nun nur noch nach dieser Ode auf mehr Liebe und Lust miteinander und zwischenmenschlich, weil es besser tut als alle Diskussionen, wie wir dieses Mittel zwischenstaatlich anwenden, ob es da passt, wie der Sex zwischen Völkergemeinschaften abliefe.

Weil es keinen Sex gibt, haben wir zur Befriedigung der Bedürfnisse und als Basis aller emotionalen Eskalation die Waffen zwischen den Staaten freigegeben und damit die Gewalt. Eine Form zwischenstaatlicher Liebe gibt es nicht und auch Erasmus, das europäische Programm zum Austausch von Studenten, was jedes Jahr zahlreiche Erasmus-Babys hervorbringt hat dies höchstens als belächelten Nebenzweck.

Wie wäre es, wenn wir dies ändern würden, den für gut und als entspannend erkannten Sex als Mittel zwischenstaatlicher Entspannung zu praktizieren. Weiß nocht nicht genau, ob dann Putin es mit Merkel täte und Trump mit May, mit oder ohne Toupet, die internationalen Ministerinnen der Verteidigung sich um den jungen Macron rissen, oder es nicht doch eher um die Idee dahinter gehen sollte. Frieden schaffen mit Liebe statt Waffen oder Lust statt Krieg wären verlockende Slogans zumindest für diese Denkweise.

Mehr interkontinentaler Sex bei gleichzeitiger Ignoranz der teils seltsamen Vorschriften dazu aus dem Gebiet des Aberglaubens, egal ob sich dieser nun islamisch, römisch-katholisch oder ultra-orthodox nennt, wäre ein Anfang und Lust der Schlüssel zu einer besseren Völkerverständigung und der damit logisch einhergehenden Emanzipation, denn Sex ist nur wirklich gut, wenn beide ihren Spaß dabei haben und dies zu erkennen und zu fördern, erreicht lustvoll mehr als jede noch so süße feministische Diskussion.

Wenn der Wetteifer muslimischer und afrikanischer Männer mehr darum geht, wie oft sie ihre Frauen zum Höhepunkt bringen können, werden alle Seiten mehr Spaß daran und mehr Verständnis füreinander haben. Die Klitorektomie wird auch in den Kulturen als kontraproduktiv verpönt.

Auch zwischen Staaten viel mehr über Sex und Liebe zu reden, ist der Schlüssel zu einer künftigen Völkerverständigung, die radikale Rechte und Islamisten in der traditionell frustrierten Ecke vereinte, während wir Genießer die Schönheit der Welt lieber mit allen Sinnen genössen, statt uns höhere Wesen auszudenken, die sich anmaßen, Vorschriften dazu zu machen. Atheismus ist eben sexy.

Sexuelle Lust und Aufklärung über die Vielfältigkeit der weiblichen Sexualität, die natürlich höhere Potenz der Frauen, wird einer Entwicklung das Tor öffnen, die von einer Herrschaft der Gewalt zu einer der Lust käme, in der die Welt ihre Probleme lieber in der Horizontale miteinander löste, statt sich zu bekriegen.

Investierten wir die Rüstungsmilliarden in Aufklärung über Geschlechtskranheiten und deren Heilung, ging es bald nur noch um maximale Lust und nicht mehr größtmögliche Gewalt oder Sicherheit.

Das Leben ist ein schönes Wunder, kaum verstehe ich warum, vielleicht sollte ich mich mehr wundern, warum ich dennoch so fröhlich bin, doch genieße ich lieber, statt mich zu sorgen, denn auf was sonst sollte das Leben je zielen, wenn nicht den größten Genuß daran?

Wer glücklich ist, sucht keine Konflikte sondern Befriedigung darin, mehr braucht es nicht, genießen wir es mehr, machen wir die Welt einander schöner.

jens tuengerthal 24.7.2017

Samstag, 22. Juli 2017

Sexusverhältnis

Wie sich das männliche Glied zum weiblichen Schoß verhält, ob sich daraus etwas zum Verhältnis der Geschlechter überhaupt ablesen lässt und ob Gender natürlich ist oder das nie die Frage war.

Das eine steht im Zustand der Erregung möglichst steif vom Träger ab, raubt damit sogar noch den für das Hirn benötigten Sauerstoff mit erwartbaren Folgen. Ohne geeignete Kleidung ist die männliche Erregung deutlich sichtbar und mit ungeeigneter sogar noch peinlich betont. Wie die Betonung des männlichen Geschlechts durch Kleidung gesehen wird, hat sich im Laufe der Zeiten und der Moden gewandelt, Vielleicht spiegelt sich darin auch das Verhältnis zur eigenen Sexualität wieder.

Der andere öffnet sich erwartungsvoll feucht, zuckt manchmal ein wenig in erregter Vorfreude und bleibt doch ansonsten in seiner Lust eher unsichtbar, im Zustand höchster Erregung vielleicht abgesonderte Tropfen landen eher im Höschen, als das sie im übrigen Verdacht der Lust automatisch weckten, sichtbar würden.

Wenn Mann mit seinem Geschlecht Frau befriedigen will, muss dieses stehen und möglichst länger als wenige Minuten in diesem aufsehenerregenden Zustand verharren, damit die dann Penetration zum gewünschten Erfolg der Befriedigung führt, falls das überhaupt möglich ist. Sowohl Standfestigkeit überhaupt wie Dauer derselben funktionieren nicht immer zur beiderseitigen Befriedigung.

Nach neuesten Zahlen ist der Anteil der beim Geschlechtsverkehr unbefriedigten Frauen deutlich höher als jener der Männer und dies auch noch über 40 Jahre nach Beginn der sexuellen Revolution.

Erstaunlich viele Frauen haben sich damit abgefunden, halten das von ihnen beim Sex als minimale Befriedigung höchstens im Handbetrieb erreichte, für das höchste der Gefühle und ihnen mögliche. Männer die keine Befriedigung mit ihrer Partnerin finden, neigen dazu dieser die Schuld daran zu geben, um vom eigenen Versagen abzulenken. Diese divergente Konstellation, die mir früher undenkbar schien, scheint normal zu sein und würde ich es an der Zahl meiner Verlobten messen, müsste ich vermuten, ¾ der Frauen hätten wenig Spaß beim Geschlechtsverkehr oder wären auf einem niedrigen Level zufrieden, nach dem Sex für mich unter dem Niveau der Selbstbefriedigung läge und ich mich fragen müsste, warum stellen Menschen so viel an, diese Kleinigkeit zu erreichen und halten auch noch für wichtig, was sie schneller und sauberer selbst erledigen können.

Zum Glück kenne ich es auch anders und weiß, dass es das hohe Glück gemeinsamer Befriedigung wie des regelmäßig gleichzeitigen Höhepunkts mit also gemeinsaem Kommen gibt. Es ist wohl in der Praxis eher die Ausnahme als die Regel und ich frage mich, warum ich lange Zeit eher die Ausnahme unter meinen Partnerinnen hatte, um dann wiederum die genaue Umkehrung für eine Zeit ertragen zu müssen, bis mir wieder das Glück absoluter sexueller Synchronität erfuhr, die ich als höchstes und einzig würdiges Glück auf diesem Gebiet ansehe.

Würde sogar soweit gehen, zu sagen, den Rest erledigten wir besser alleine oder fernmündlich via Telefonsex als uns der mühevollen Gymnastik mit Partnern hinzugeben, die nicht ganz harmonieren, es lohnt nicht und ist dann eher egal. Welchen Grund es dann gibt, die auch sonst in manchem relativ schwierige Kombination von Mann und Frau dauerhaft zu riskieren, wäre mir nicht verständlich, mal so ganz theoretisch gesprochen. Warum es Paare auch ohne und dennoch ein Leben lang miteinander aushalten, ist mir relativ rätselhaft, aber vielleicht argumentiere ich da auch von zu hohem Niveau aus, weil ich die perfekte Variante kenne und den Rest einfach uninteressant finde.

Habe schon mit vielen Frauen über dieses Thema gesprochen. Erstaunt hat mich der hohe Anteil derer, die meinten, sie spielten auch häufiger Mann etwas vor, damit sie schneller ihre Ruhe hätten, ohne je wirklich dabei zu kommen, weil das bei ihnen eben kompliziert sei, sie ohnehin nicht interessiert oder Männer nie ein Gefühl für Frauen hätten. Wies diese Unterstellung stets zurück, glaube aber nicht den Glauben der Betreffenden dadurch erschüttert zu haben.

Männer dagegen sind da relativ einfach, wenn es mit einer nicht klappt, werden Gründe dafür zunächst immer bei der Frau gesucht. Manchmal schafft es auch Frau, den Fall umzudrehen, Mann seine Impotenz vorzuhalten, da andere bei ihr immer sofort gekommen wären und sie so etwas noch nie erlebt hätten. Aus Erfahrung als Mann würde ich in solchen Fällen immer dazu raten, sofort das weite zu suchen, weil diese Art der Attribuierung nicht für ein dauerhaft gedeihliches Verhältnis spricht, außer Mann hat eine masochistische Neigung und lässt sich gern von solchen meist selbst entweder eher verklemmten oder sexuell zumindest unaktiven Frauen erniedrigen. Die Wahrscheinlichkeit für gemeinsamen befriedigenden Sex nach einer solchen Bemerkung liegt nicht mal mehr im Promillebereich, vergebene Liebesmüh also.

Zumindest vergebens, wenn es uns um die gemeinsame Befriedigung und das Glück der Gleichzeitigkeit als Gipfel der Lust geht. Gemeinsames Onanieren, wie ich diesen ungleichzeitigen Sex der vielen nicht zum Zusammenspiel begabten, nennen würde,  kann gemacht werden oder auch nicht, es ändert nichts gegenüber der Onanie für sich und so braucht es dann schon viele gute andere Gründe oder starke Gewohnheit, ein Verhältnis dennoch aufrecht zu erhalten.

Umgekehrt erzählte mir auch manche Frau, die eigentlich beim Sex zu genießen weiß, wie frustrierend, diese Schnellkommer wären, die reinstecken, spritzen und fertig ohne je das gemeinsame Glück der Vereinigung ausgiebig auszukosten als einen Akt von unglaublicher Schönheit. Beides taugt nicht, um auf Dauer glücklich zu sein, sondern führt nur zu fortgesetzter Frustration, bei der manches mal die Gewohnheit die Hoffnung ersetzt und zwei dann sogar obwohl unbefriedigt und eigentlich unglücklich miteinander heiraten, weil sie sich aneinander gewöhnt haben. Sich dann noch über eine hohe Rate von Scheidungen zu wundern, scheint mir wirklich sehr erstaunlich und doch hätte ich es fast einmal genauso gemacht.

Der in diesem Kontext sehr beliebte Satz, es käme ja nicht nur auf Sex an, sondern ginge um Liebe, ihnen sei Zärtlichkeit wichtiger als Befriedigung und Nähe bedeutender als etwas wie gemeinsam zu kommen, was überschätzt würde, sollte jeden erfahrenen Mann aufhorchen und die Flucht ergreifen lassen. Dasselbe gilt für den Satz, “du denkst ja immer nur an das eine”, der von der persönlichen Bedeutung der eher als lästig empfundenen Hingabe zeugt, die mehr Pflichterfüllung als höchstes Glück dann dem anderen ist.

Wer dies hört sollte spätestens gehen, wenn es nicht höhere andere Gründe zu bleiben gibt, von denen ich allein die lebenden, also Kinder, gelten lassen würde, weil diese als Produkt zumindest teilweiser Lust nicht Opfer werden sollen.

Aber ich verplaudere mich schon wieder, wollte ich doch vielmehr über das Verhältnis der Geschlechter sprechen, das sich aus den sichtbaren äußeren Geschlechtsmerkmalen ergibt, ob sich daraus soziologische Folgen ableiten lassen oder wir diese dem Gleichheitsgrundsatz blind folgend mit aller Macht bekämpfen müssen.

Das abstehende Phallusymbol wie der tatsächlich im Zustand schönster Lust hervorragende Schwanz waren lange das Feindbild ganzer Horden von Feministinnen, so dass kombiniert mit dem hohen Östrogengehalt unseres Trinkwassers sich keiner mehr wundern muss, wenn nicht mehr steht, was stehen soll und Frau so frustriert wie Mann ist und beide künftig im gleichen Verhältnis bei der Suche nach Befriedigung miteinander auf der Strecke bleiben.

Diese ist heute leider längst grauer Alltag und viele Männer kennen diese Frustration verbunden mit der heute nötigen Gratwanderung zwischen aktiver Anmache und eher depressiv passiver Zurückhaltung, die den Geboten politischer Korrektheit folgt, während Frauen frustriert über diese Typen sind, die nichts mehr wagen und nur noch darauf warten, dass Mann endlich zupackt, statt ewig um den heißen Brei herum zu labern, warum plötzlich scharenweise Männer große Erfolge für kurze Zeit hier hatten, die all diese ein Leben lang fein abgestuften Regeln ignorierten und ich denke dabei nicht nur an Flüchtlinge aus Afrika oder dem arabischen Raum, die mit ihrer aufgeladenen Männlichkeit manche eigentlich überzeugte Feministin zu kurzzeitigem sexuellen Glück führten, was sie mit den gut dressierten hiesigen Männern nicht mehr erreichen konnten.

Über die weiteren Folgen und die logische mehr oder weniger große kulturelle Inkompatibilität sei an dieser Stelle geschwiegen, da sie das Thema nicht tangieren sondern erst in der nächsten Generation wohl relevant werden, die es dann aus ihrer Sicht neu diskutieren mag.

Als völlig glücklicher und gelassener Mann, der in einer, die noch dazu sich auch als seine sieht, alles fand, was sich Mann nur wünschen kann, von der perfekten Synchronität bis zu immer ungestillter Leidenschaft bei vollkommener Schönheit ohne dabei irgendwelche Kämpfe um Gleichberechtigung führen zu müssen, bin ich in der Sache wohl gerade einerseits ungeeignet zu diesem für viele Männer frustrierenden Thema zu schreiben, kann es aber andererseits in der totalen Gelassenheit meiner vollkommenen Glückserfahrung, die jede weitere Suche entbehrlich macht, die ansonsten viele frustriere Frauen ihren Männern schon genetisch bedingt unterstellen, gerade besonders gut vielleicht.

Wer keine Befriedigung beim Sex kennt, wird auch nicht weiter suchen, während derjenige, der weiß, was ihm fehlt, da die vollkommene Harmonie in allem bereits erfahren hat oder sie zumindest irgendwie sehnsüchtig erhofft nie zufrieden bleiben wird und sich häufig auch vor sich in ein übles Netz aus Lügen verstrickt

Nach dem Motto:

Liebst du mich?
Natürlich!
Willst du nur mich?
Ja mein Schatz.
Warum schaust du dann anderen hinterher?
Tue ich nicht oder rein sachliches Interesse, dumme Gewohnheit...

Diese Worte wechseln hier mit Empörung vom Überwachungsknastbeziehung und ähnlichem - wer länger als eine Woche in einer Beziehung war, wird es kennen und dabei gäbe es nur eine Antwort, die wahr wäre

Weil es meine Natur ist Schatz.

Die aber zugleich die aller ungeeignet denkbare wäre, die garantiert infolge den größten Ärger verursacht, den kein Mensch bräuchte und der keinen der Beteiligten je glücklich machte. Darum antwortet der kluge Mann mit Erfahrung darauf, um anhand der Vergleichsstudien festzustellen, dass ich die schönste aller Frauen habe und damit der glücklichste und erfolgreichste Mann überhaupt bin, was nur eine bedingte Lüge ist, denn auch darin steckt viel mehr Wahrheit als in der Unterstellung der meisten Frauen oder auch Männer, sollte Frau Männer zu genau beobachten, es ginge immer gegen sie, solle sie abwerten, wäre der Versuch sie zu betrügen und ähnliches mehr.

Im Gegenteil will Mann seiner seit der Steinzeit unveränderten Natur nach sich durch Beobachtung und Versuch eine Bestätigung seiner Situation suchen, um sich dann glücklich zurückzulehnen, weil er doch die Beste von allen hat. Vertraute Frau sich mehr oder umgekehrt auch der eifersüchtige Mann und ließe diese Marktstudien gelassen zu, weil sie sich des Glücks bewusst sind, dass sie mit dem anderen teilen und das eben nicht austauschbar ist, wären viele Paare glücklicher und erschienen sich wesentlich attraktiver.

Ob das allein daran liegt, dass männliche Geschlechtsorgane abstehen und gut sichtbar werden, wenn sie erregt sind und Frau sich still feucht öffnet, kann sicher diskutiert werden, nur auszuschließen, dass es auch mit unserer Natur und ihrer Bauweise zu tun hat, hieße sich blind zeigen und wesentliche Eigenschaften zu verkennen. Der eine steht ab, der andere öffnet sich feucht. Auch wenn Mann genauso feucht werden kann und sollte, will er wirklich genießen und Frau auch etwa ihre meist bis kurz davor noch unsichtbare Klitoris der Natur nach anschwellen lässt, belegt doch auch dieser Unterschied nur zu deutlich - wir sind uns teilweise sehr ähnlich aber es gibt auch gravierend große Unterschiede.

Normal aber wird das Verhältnis erst, wenn sich ein Mann nicht mehr für seine Errektion schämen oder entschuldigen muss, Frau diese nicht mehr als Beleidigung sieht, die sie bedrängt oder gar in sie eindringen will, sondern gerade diese eindringliche Vorstellung besonders auch sozial erregend findet. Erst dann können wir wieder zu einem gesunden Verhältnis miteinander kommen.

Spannend sind auch die umgekehrten Reaktionen auf das Unbefriedigt sein, während Männer darauf häufig eher depressiv und mit Rückzug und Zweifeln reagieren, teilweise sogar Depressionen oder Panikattacken bekommen, werden Frauen auch nach deren eigener Aussage, zumindest, wenn sie etwas dabei empfinden können, wenn sie untervögelt sind eher aggressiv und hysterisch. Der Mann, von dem zum Sex etwas abstehen muss und der damit aus sich herausgeht, um in Frau einzudringen, zieht sich unbefriedigt frustriert in sich mit Selbstzweifeln eher zurück, während Frau dagegen häufig aggressiv und geradezu wahnwitzig hysterisch werden können, zu abstrusen Anschuldigungen neigen, verhindern, wonach sie sich eigentlich sehnen und so verhalten sich, seltsam genug, beide Seiten konträr zu ihrer Natur und damit meist kontraproduktiv ein Zirkel, der sich selbst beschädigt.

Bin ich nun ein Feminist oder ein Feind des Feminismus, der so viele Männer impotent und noch mehr Frauen danach unglücklich lässt, weil es keinem hilft, sich gegen seine Natur zu stellen?

Weiß nicht, was ich bin, habe immer gesagt, ich liebe die Frauen, für das, was sie sind und das gilt auch, wenn ich nun glücklich mit der einen bin, es nie besser treffen könnte und völlige Erfüllung wie im Traum fand. Diese Verehrung für Weiblichkeit, die für mich auch im Benehmen eines Gentleman steckt, der einer Dame selbstverständlich die Tür aufhält, ihr Feuer gibt und ähnliches mehr, auch wenn ich genau weiß, sie könnte dies natürlich alles allein, aber die Zeremonie die Begegnung zu einem schönen Akt macht. Habe das Glück, eine Frau zu haben, die gerne weiblich und Frau ist, ohne mit mir konkurrieren zu wollen, ihre Begabung und Qualitäten eher auf einem Feld hat, von dem ich nichts oder sehr wenig verstehe, wir also nicht miteinander konkurrieren - dahingestellt wie männlich ihre Leidenschaft für Astrophysik und wie weiblich meine für Lyrik und Literatur ist.

Wir haben den Feminismus der 70er überstanden, die inzwischen nur noch peinliche Springer Korrespondentin Alice Schwarzer wird entweder in absehbarer Zeit sterben oder schon vorher wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis verschwinden, sie spielt keine Rolle mehr und vergreift sich nur noch an lächerlich falschen Themen, die ihr Denkmal erschüttern. Was ist die Zukunft frage ich mich, der eine gerade zur Frau reifende Tochter und eine deutlich jüngere Frau nun hat, weil es der Zufall so wollte und ganz gegen alle meine früheren Überzeugungen, die nämlich nur solange etwas wert sind, bis Realität und Liebe sie vom Gegenteil überzeugen?

Kann nicht sagen, was für jeden Mann oder jede Frau richtig ist, weiß ja kaum für mich selbst wirklich zu sagen, warum ich auch keine erfolgreichen Ratgeber für ein Millionenpublikum schreibe, das wissen möchte, wo es langgeht sondern nur Essays voller Zweifel und Fragen, die keine Antwort geben. Wichtig ist, der eigenen Natur zu folgen und dem was gut tut, denke ich auch bei diesem Thema - wenn es passen soll, passt es überall, dann kannst du die andere in jeder Situation riechen und schmecken, findest dich schön und wunderbar. Wenn nicht, bist du noch nicht am Ziel und kannst entweder weiter suchen oder die Suche aufgeben, mit dem gefundenen Kompromiss leben und dann aber auch zufrieden sein, denn nichts ist auf Dauer frustrierender als eine unbefriedigte Unzufriedenheit, die uns nie die großen Probleme ertragen hilft, die im Verhältnis von Mann und Frau ganz natürlich kommen.

Dennoch habe ich, und dies sei das Ende dieser Betrachtungen, das mich wieder an den Anfang zurück führt, ein sicheres Gefühl, dass sich schon im Wesen und der Anschauung der wechselseitigen Geschlechtsorgane viel vom Wesen versteckt und wir nicht mit den unseren glücklich werden, noch gemeinsam Befriedigung finden, wenn wir uns nicht so lieben, wie wir eben unterschiedlich im entscheidenden sind. Mann und Frau sind nicht gleich sondern entscheidend verschieden, sie sind nur aus guten Gründen gleichberechtigt, auch wenn das viele verirrt in eine falsche Richtung schon lange lenkt, wie uns die Genderforschung der Universitäten jedes Jahr aufs neue teuer gefördert offenbart.

Habt Sex und liebt euch, wie ihr seid und wenn ihr ein Gegenstück findet, bei dem alles passt, seid glücklich und zufrieden, besser wird es nie im Leben.

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 033

Gibt es Gewissheit
Wo alles berechenbar
Statt zufällig ist

Was ist Zufall als
Fehlende Parameter
Zur dann Berechnung

Wer glaubt an Zufall
Ist der je mehr als Glaube
Nur berechenbar

jens tuengerthal 22.7.2017

KI 032

Rettet der Glauben
Vor dem noch Aberglauben
Maschinen sein mehr

jens tuengerthal 22.7.2017

KI 031

Maschinen glauben
Nie sondern funktionieren
Oder manchmal nicht

jens tuengerthal 22.7.2017

Freitag, 21. Juli 2017

Freiheitsliebhaber

Ist Freiheitsliebe gleich Liebesfreiheit oder nie?

Freiheit ist das Fehlen von Zwang, was uns die freie Entscheidung lässt, was wir tun wollen oder nicht. Dies unabhängig von sonstigen Gründen oder Zwängen, die nicht von unserem Willen abhängen, wie etwa der zu atmen - während es beim Essen und Trinken, wie Millionen leidgeplagte Diätkranke wissen, zwar eine gewisse natürliche Notwendigkeit gibt aber eben auch zumindest den theoretischen Willen, damit so oder so umzugehen, je nach innerer Haltung und Größe.

Ob Liebe und Freiheit eine contra dictio ist und sich ausschließt, weil das Gefühl eben unmittelbaren Zwang über uns ausübt und immer herrscht, wie Giacomo Casanova einst schrieb, könnte die erste Frage sein, was auch sinnvoll wäre, weil es jede weitere Erörterung zum Thema überflüssig machte - was nie frei von Zwang ist, wird nicht in Freiheit sein.

Zuvor aber noch, bevor ich mich in die Untiefen emotionaler Zweideutigkeiten kopfüber stürze, auch wenn Mensch dabei meist eher kopflos wird, frage ich nach sonstigen Formen der Freiheitsliebe und inwiefern sie mit der großen Emotion zu tun hat, die sich noch dazu gern mit der Lust verbindet.

Freiheitsliebe wird meist eher politisch verstanden, anders als sein Antagonist die Liebesfreiheit, bei der zumindest die allermeisten erstmal an freien Sex und ähnliche Vergnügen denken.

Von Freiheit begannen die Dichter in Deutschland laut zu singen, als sie die Sache ihrer Fürsten und lokalen Herrscher in den sogenannten Befreiungskriegen deutschtümelnd eher taumelnd als kritisch denkend verteidigten. Die Franzosen sangen davon anlässlich ihrer Revolution und dem real befreienden Sturm auf die Bastille. Die Deutschen erhielten auf den Wiener Kongress folgend statt der erträumten Freiheit nur biedermeierliche Ruhe und Sicherheit nach dem Modell Metternich während die Franzosen sich real zumindest für Momente die Freiheit erkämpften, von der ihre Hymne noch heute singt, während das auf Helgoland, dem einst britischen Felsen in der Nordsee geschriebene Lied der Deutschen eher den Geist von Turnvater Jahn und Spitzweg trägt, was ungefähr deutlich macht, was die Socken in den Sandalen des 19. Jahrhunderts waren, während die Marseillaise trotz aller Blutrünstigkeit von echter Leidenschaft mehr geprägt ist als von gediegenem Pathos, der sich nur in Abgrenzung zum Kaiser der Franzosen zur Nation bildete, statt Identität konstruktiv zu finden.

Die Amerikaner mit ihrer heute unterschiedlich interpretierten Boston Tea Party, wissen ein Lied von der Freiheit zu singen, bei der ein Trupp um später führende Politiker des Landes als Indianer verkleidet, also quasi vermummt und so gesehen der Schwarze Block des 18. Jahrhunderts, dem bösen britischen Imperialismus einen Streich spielte, der weitere Wirkung als brennende Wagen in spießiger Hansestadt hatte, die peinlich gerne Weltstadt wäre, ohne es sein zu können.

Wohin dies heute führt und was daraus wird in Zeiten von Trump und seiner neuen Vetternwirtschaft, ist noch offen, was die Zeiten spannend wieder macht, denn solche schlichten Gemüter wie Trump, Erdogan oder Machos von russisch schlichter Machart wie Putin, können kaum das Ende der Fahnenstange sein, an der das Wimpel der Freiheit weht.

Wer liebt heute noch die Freiheit und verteidigt sie sind M & M, also Merkel und Macron allein auf weiter Flur?

Der Begriff der Freiheit ist, politisch verstanden höchst unterschiedlich - zwar würde sich wohl eine Mehrheit der Europäer hinter Merkel und Macron stellen, doch gibt es auch hier Anhänger von Trump oder Putin, auch Erdogan findet bei manchen Zuspruch und diese Menschen hoffen oft mehr die starken Männer würden ihre Freiheit mit ihrem Trotz auch gegen alle Vernunft verteidigen.

Angst und das Bedürfnis nach Sicherheit haben auch in Europa zu immer mehr Beschränkungen der Freiheit geführt, wobei die größte Bedrohung von den islamistischen Extremisten ausgeht, deren Begriff von Freiheit mit dem europäischen unvereinbar ist, die dennoch erstaunlich viele Anhänger unter Menschen hier finden, die diesen Weg nicht einschlagen müssen. Vielfach werden die Islamisten sogar als Freiheitskämpfer gegen den amerikanischen Imperialismus verehrt, der sich anmaßt, die Welt zu regieren.

Handeln also die Terroristen und die Kämpfer des IS mit Freiheitsliebe oder schließt sich das bei einem religiös beschränkten Weltbild aus?

Osama bin Laden sah sich als Freiheitskämpfer und seine Terrorgruppe ursprünglich noch mit amerikanischer Unterstützung und vor allem saudischen Geld gegründet, kämpfte gegen die sowjetische Okkupation Amerikas an der Seite der Mujahedin. Später wurden die USA der Feind, auch aufgrund ihrer freien Lebensweise, die nicht in das Weltbild der fundamentalistischen Muslime passte.

Der kürzlich verstorbene Fidel Castro galt vielen als Freiheitskämpfer und linke Ikone, weil er gemeinsam mit Che Guevara damals die von den USA gestützte Diktatur in Kuba stürzte und einen sozialistischen Staat mit vielen sozialen Vorteilen für alle Bewohner errichtete. Dass auch er zum Diktator wurde, der einen undemokratischen Staat regierte, der nur von den Geldern aus der UDSSR lange lebte, wurde dabei gerne übersehen. Sein Kampfgefährte Che kam später bei anderen Freiheitskämpfen in Südamerika ums Leben und wurde so zur linken Ikone eines Freiheitskämpfers.

Die Nähe von Kulturmenschen zu linken Überzeugungen auch in Gegnerschaft zum rechten Faschismus, der den 2. Weltkrieg mit Hitlers wahnhaften Streben nach Weltmacht auslöste, ist immer noch weit verbreitet - wer sich für die Ärmsten einsetzt, muss ein guter Mensch sein und so wurde auch in der eigentlich freiheitlichen Studentenbewegung der 68er Jahre manch Name von linken Diktatoren skandiert, die wie Stalin, Mao oder Hochimin vergleichbar schlimme Massenmorde begingen.

Im Rahmen der G20 Demonstrationen in Hamburg hielten einige Mitglieder des Schwarzen Blocks noch Maos steinzeitlichen Kommunismus, dem Millionen Chinesen zum Opfer fielen, als gesellschaftliches Ideal hoch und hielten sich für Freiheitskämpfer, wenn sie das Eigentum anderer beschädigten, ganze Stadtteile für Momente zur Verwüstung freigaben. Sie kämpften gegen die politischen Vereinbarung der Staatslenker, weil sie ihre Staaten für ausbeuterisch und imperialistisch halten, völlig unabhängig von der Notwendigkeit solcher Treffen und ihrer Ziele. Sie halten es für ihre Freiheit, dagegen zu kämpfen, dass solche Treffen von meist demokratisch gewählten Staatsoberhäuptern der größten Industrienationen überhaupt stattfinden und wollen durch möglichst großen Krawall künftig solche Treffen unmöglich machen.

Es waren immer Kämpfer gegen die Macht der Herrschenden, die neue Freiheiten erkämpften und diese wehrten sich so, wie sich der demokratische Rechtsstaat in Hamburg wehrte und immer beanspruchen die Herrschenden für ihren Staat das Gewaltmonopol und stempeln jeden, der dagegen verstößt zum Terroristen oder zumindest Störer, wenn er nicht schlicht als einfacher Verbrecher verurteilt wird. Bei der Bekämpfung dieser mal mehr mal weniger glaubwürdigen Freiheitskämpfer stieß auch der Rechtsstaat moderner Prägung immer wieder an seine Grenzen.

In der Weimarer Republik schon waren es die Freikorps, die Führer der kommunistischen Widerstandsbewegung Spartakus erschossen, wie im Fall Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die daraufhin bis heute zu linken Ikonen der Freiheit wurden, die später dann ein gefährliches Bündnis der Feinde der Demokratie von links und rechts, wie Thälmann und Hitler erfolgreich unterminierte und endgültig zerstörte.

Die DDR verehrte nur noch die kommunistischen Freiheitskämpfer, während sie im Westen weitgehend ignoriert wurden, um dafür den militärischen Widerstand hochzuhalten, den wiederum die Linke als reaktionär und nicht glaubwürdig beschimpfte und dennoch ging es allen immer um die Verteidigung der Freiheit. Auch die Regierung der DDR wollte ihr Verständnis von Freiheit durch den Bau des antifaschistischen Schutzwalls verteidigen, der in der Berliner Mauer und der Zonengrenze Realität wurde.

Dagegen stellte sich auch der US-Präsident Kennedy mit seinem Verständnis von Freiheit und nannte sich unter großem Jubel einen Berliner, weil in dieser Stadt, die Freiheit der westlichen Welt und deren Lebensmodell verteidigt würde gegen die Unterdrückung der Diktaturen des Warschauer Paktes und das von Moskau aus dort diktierte politische Modell.

Beim Kampf gegen die teilweise von der Stasi der DDR finanzierte und unterstützte RAF kam die Bundesrepublik Deutschland dagegen an ihre rechtsstaatlichen Grenzen, was zu einer Verklärung der Täter dieser Gruppe und ihren Selbstmorden in der Hochsicherheitshaft in Stammheim bei Stuttgart führte. Auch die Terroristen der RAF, größtenteils ehemals studentenbewegte junge Westdeutsche, sahen sich als Freiheitskämpfer nach ihrem Ideal von Freiheit, das die kapitalistische Gesellschaft, die sie für imperialistisch, ausbeuterisch und menschenfeindlich hielten, beseitigen wollte.

Beim heute Kampf gegen den islamistischen Terror stößt der Rechtsstaat der BRD immer wieder an seine Grenzen etwa auch bei der Überwachung des Internets als freiem Raum der Kommunikation und der teilweise Aushebelung von Bürgerrechten zum Wohle der Sicherheit, die sich am Rande der von unserer Verfassung gezogenen Grenzen befinden, jedenfalls die eigentlich natürliche Freiheit beschränken.

Auch die USA rüsteten im Inneren und an ihren Grenzen massiv auf, nachdem die Anschläge vom 11. September 2001 sie an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen hatten. Obwohl eigentlich seit langem die Verteidiger der Freiheit und der Bürgerrechte, hebelten sie diese aus Gründen der Sicherheit in vielem aus und das Maß der Überwachung dort, die weltweit unter Regie der dortigen Geheimdienste stattfindet, lässt die Stasi der DDR in vielem wie ein Heer aus Waisenknaben erscheinen.

Der Überwachungsstaat, wie ihn noch Orwell in seinem Science-Fiction Roman 1984 als Horrorvision der Zukunft an die Wand malte, wurde in Bezug auf das Internet längst Realität. Christliche Amerikaner setzen ihre eher mittelalterlich geprägten Moralvorstellungen über soziale Netzwerke am Markt auf der ganzen Welt durch und blockieren damit Freiheitsrechte, wie Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit in einem Maße, das uns noch in den 90ern unvorstellbar gewesen wäre. Wer dort auf seine Freiheit besteht, wird einfach intern blockiert, um die eigenen moralischen Standards durchzusetzen. Die dortigen Grenzen der Ausdrucks- und Kunstfreiheit haben mit dem europäischen Verständnis von Freiheit wenig zu tun und verbreiten amerikanische Moralvorstellungen, etwa zur Abbildung von Nacktheit auf der ganzen Welt, ohne dass es darüber einen Diskurs oder eine politische Kontrolle gäbe, weil soziale Netzwerke ja nicht öffentliche Marktplätze mehr sind, sondern eben Privatunternehmen, die ihre Interessen durchsetzen und damit ihren Standard, soweit sie wie Facebook eine marktbeherrschende Stellung weltweit haben, zum einzig gültigen machen.

Damit sind heute auf einem wichtigen Feld der Kommunikation und damit des öffentlichen Diskurses, Unternehmen an die Stelle von politischen Institutionen oder öffentlichen Plätzen getreten.

Wären an dieser Stelle die freiheitlichen Staaten verpflichtet eine Institution zu schaffen, die ihrem Standard von Freiheit entspricht?

Was wird aus dem Diskurs in Europa, wenn amerikanische Moralvorstellungen künftig seine Freiheit beschränken?

Viele Fragen stellen sich zur Freiheit und was Freiheitsliebe heute bedeutet. Sie werden je nach politischem Lager unterschiedlich beantwortet und es fällt schwer da eine klare Antwort zu finden, weil alle politischen Meinungen immer von vielen subjektiven Komponenten im Wesen der Beteiligten geprägt sind.

Halte autoritäre Herrscher wie Trump, Putin oder Erdogan für untragbar für eine offene Gesellschaft aber schon bei diesen dreien wäre eine genaue Differenzierung nötig, um ein vernünftiges Urteil überhaupt treffen zu können, dem ich mich an dieser Stelle darum lieber enthalten möchte, weil es so unerfreulich ist, sich mit diesen zu beschäftigen und ich mich lieber der Liebe und meinem Glück widmen möchte. Klar scheint mir nur, für Freiheit, die sie zu lieben meinen, kämpfen viele mit höchst unterschiedlichen Mitteln und teilweise unter dem selben Begriff in völlig entgegengesetzter Richtung und wer nun sagt nur dieser oder jener Weg sei richtig, verhält sich so autoritär, wie jene deren Ansichten ich eigentlich ablehne und die meinem Verständnis von Freiheit entgegenstehen. Darum enthalte ich mich an dieser Stelle. Die Freiheitsliebe ist nur vielen Menschen aus höchst unterschiedlicher Sicht so wichtig, dass sie dafür alles riskieren.

Ob es im Leben mehr um Freiheit oder um Glück geht, führt mir zur Frage nach der Freiheit der Liebe oder der Liebesfreiheit zurück, denn welches Glück ist je größer als zu lieben und wieviel glücklicher ist gar noch, wer sich geliebt sieht.

Vorher aber wüsste ich gern, ob die Freiheit an sich ein Glück ist oder eine Bedingung des Glücks, wir nicht ohne Freiheit glücklich sein können. Fürchte aber, diese Frage so wenig beantworten zu können, wie die nach der einzig richtigen politischen Freiheit, denn auch wenn ich etwa die Demokratie für die beste und effektivste Form der Regierung halte, weiß ich nicht, ob nicht Menschen auch in einer Monarchie viel glücklicher sein könnten und auf was es dem einzelnen für sein Glück ankommt.

Schlösse ich das Glück in Unfreiheit aus, spräche ich vielen Menschen die Möglichkeit ab unter ihren Lebensbedingungen glücklich zu sein und wer wäre ich, so etwas für andere zu entscheiden, wie hoffnungslos machte dass die Mehrheit der Menschen, die unter Bedingungen leben, die ich unerträglich unfrei fände.

Glück hängt also nicht allein an der Freiheit oder vielleicht sind wir so frei, auch unter Umständen glücklich sein zu können, die andere unglücklich machten oder die sie zumindest als unfrei empfinden.

Wenn es aber entscheidend auf Glück ankommt im Leben und wir ein glückliches Leben als schön ansehen, scheint dies nicht notwendig auf die Freiheit dabei anzukommen.

Menschen können in Diktaturen glücklich sein und sich Umstände schaffen, die sie zufrieden sein lassen, mit dem was ist. Auch im Gefängnis oder todkrank können Menschen noch glücklich sein, sogar wenn ihre Tage gezählt sind und sie eigentlich längst Gefangene ihres kranken Körpers sind.

Spannend wird das Verhältnis von Glück, Freiheit und Liebe, wenn wir die Liebe als Glück sehen und Casanova recht haben sollte, dass sie ihrem Wesen nach unfrei macht, wir uns ihrem Zwang unterwerfen in der Hoffnung auf ein fragliches Glück.

Bedingt Liebe Freiheit, für die Unfreiheit, die wir mit ihr wählen oder der wir, wenn sie zuschlägt, unterliegen und haben wir dann noch die Freiheit der Wahl oder schließt Liebe genau das ihrer Natur nach aus?

Es stellt sich die Frage, ob wir auch unfrei lieben können.

Vom äußeren oder körperlichen Zwang hängt die Liebe nicht ab, sie endet nicht damit, wenn einer der Liebenden eingesperrt wird oder für den anderen unerreichbar ist, manchmal dauert sie sogar über das gemeinsame Leben hinaus.

Fraglich ist aber, ob wer geistig nicht frei ist, sich für die Liebe entscheiden kann, wirklich liebt oder nur einem Zwang folgt.

Um dies zu beantworten, müsste ich wissen, ob wir unserer Natur nach in der Entscheidung für die Liebe je frei sind. Sollte Casanova Recht haben, folgten wir dem Trieb der Natur, die stärker wäre als wir und uns auch gegen unseren Willen lieben ließe, wenn es uns denn erwischt.

Der Erfahrung nach spricht manches für Casanovas These, dass die Liebe ein Naturereignis ist, was nicht mehr unserem Willen unterliegt, dem gegenüber wir wehrlos sind. Dann käme es logisch nicht auf unsere Freiheit dabei an, weil es einfach passierte und es wäre unsere Aufgabe nur mit dem, was ist, so gut wie möglich umzugehen.

Habe immer gedacht Liebe bedingt Freiheit, warum ich Eifersucht für das Gegenteil von Liebe hielt, der ich Eifersucht nicht kenne und dieses Gefühl albern, unangenehm, nervig und schlicht überflüssig finde.

Fraglich, ob sich daran etwas ändert, wenn diese Abhängigkeit von Freiheit und Liebe nicht besteht. Zumindest könnten dann auch eifersüchtige Menschen lieben, auch wenn sie damit sich und andere regelmäßig unglücklich machten.

Liebe kann glücklich und unglücklich machen, zeigt die Geschichte wie die Erfahrung, die ihrem Wesen nach kontraproduktive Qualität der Eifersucht, spricht also nicht dagegen, dass ihr eine Liebe zugrunde liegt.

Aus meiner Sicht will Liebe gönnen, warum ich die Eifersucht, die nur Sorge hat, zu verlieren, was sie behalten wollen, also zu kurz zu kommen, niedriger Neid ist, für das Gegenteil halte. Sie will weder gönnen noch möchte sie teilen oder wünscht dem anderen Gutes außer sich, was aber schon durch den Status der Eifersucht einen nur beschränkten Wert haben könnte.

Eifersucht kann nicht glücklich machen sondern nur unglücklich, weil sie noch dazu, was sie fürchtet als Gefahr erst weckt. Liebe ist konkurrenzlos, weil sie glücklich ist, warum ich mir um meine Liebe keine Sorgen machen muss. Sollte ich sie an andere verlieren, war es keine Liebe oder der andere, wusste mich nicht zu würdigen.

Dazwischen gibt es noch viele Zwischentöne im Bereich von Eifersucht und Liebe. Selten ist alles eindeutig und klar und dann rutschen diejenigen in eine Situation in der auf jeden Fall gilt, was Casanova über die Liebe sagte, sie sind unfrei und können nicht mehr bestimmen, was sie tun, auch wenn es völlig unsinnig ist, zerstört, um was sie eigentlich fürchten.

Hier taucht die Freiheit wieder auf. Können wir uns entscheiden, ob wir eifersüchtig sind oder entscheidet dies die Natur unserem Wesen nach ohne unseren Willen, ist die immer wieder auftauchende Frage.

Wer eifersüchtig ist, aber in der Liebe glücklich sein möchte, wird etwas ändern müssen, da er oder sie sonst immer unglücklich oder unter Zwang handeln wird und damit nicht glücklich lieben kann.

Dies ist leicht festzustellen, aber für die Betroffenen wohl schwer umzusetzen, wie ich vermute, der die Eifersucht nicht mehr kennt und die Vorstellung von etwas, gegen das ich mich nicht wehren kann, beherrscht zu werden, fürchterlich findet. Lieber würde ich vermutlich der Liebe abschwören, statt je mit Eifersucht lieben zu müssen, sage ich leichtfertig frei davon.

Die Betroffenen aber ringen mit sich und um die Liebe, um die sie fürchten und sind dabei völlig unfrei. Fraglich wäre für mich an dieser Stelle, was könnte mich von diesem Elend befreien, das kein Ziel hat als mich immer wieder unglücklich oder lächerlich zu machen, auch wenn es schöne literarische Beispiele für das Unwesen der Eifersucht gibt, ist sie doch ihrem Wesen nach, nichts ehrenvolles sondern schlicht eine peinliche Erscheinung, für die sich die Betroffenen meist nach ihrem Abklingen genug schämen, was die Freiheit auch nur bedingt fördert.

Eifersucht ist also, auch wenn sie im Kontext der Liebe entsteht, diese nicht logisch ausschließt, wie ich nun feststellen muss, eine völlig unnütze Erfindung, die nur unfrei macht und im Ergebnis unglücklich, warum wir alles tun sollten, sie los zu werden, wie eine ansteckende Krankheit, die wir auch mit allen uns möglichen Mitteln bekämpfen.

Zum Glück kann ich bezeugen, dass Eifersucht nicht ansteckend ist. Zumindest eine positive Eigenschaft dieses der Freiheit und der Liebe entgegenstehenden Zustandes, ansonsten aber spricht alles gegen sie und ich frage mich, warum sich so viele Menschen in sie fügen, als sei sie ein Naturereignis, was sie, wie ich von mir weiß, nicht sein muss.

War früher auch mal eifersüchtig und hielt das in einem gewissen Maß für normal, weil es einem ja auch genauso überall erklärt wird. Irgendwann, begann ich mich zu fragen, was ich davon habe, welche Gründe es dafür geben kann und da wurde mir klar, es verstößt gegen jede Vernunft, schadet der Liebe, die Eifersucht ihrem Wesen nach infrage stellt, weil sie das Vertrauen leugnet und sie macht mich in einem idiotischen Maße unfrei. Beobachtete ich eifersüchtige Menschen merkte ich, wie sie sich öffentlich lächerlich machten und blamierten, damit noch unfreier wurden. Konnte keinen Grund erkennen der dafür sprach je eifersüchtig zu sein.

Lebte gut ohne Eifersucht und war glücklich damit. Doch kam ich immer wieder auch mit Frauen zusammen, die diese Sicht der Welt nicht teilten und mich überwachten, mir misstrauten oder mich verdächtigten. Das machte dann nicht nur diese Frauen unfrei sondern auch mich, der sein Verhalten anpasste. Meist verließ ich diese Frauen sehr schnell wieder, wenn es nicht sehr starke höhere Gründe zu bleiben gab, weil mir meine Freiheit und mein Glück wichtiger waren als der Kampf um eine hoffnungslose Sache.

Eifersucht führt zu keinem Ziel, bringt kein Glück sondern macht im Gegenteil nur ein Leben lang unglücklich. Warum sollte ich mich so etwas je im Leben aussetzen, sagt die Vernunft und doch sagt manchmal die Liebe trotzdem, bleib, weil es wichtigere Dinge gibt als dies alberne Gefühl, dessen Lächerlichkeit doch die Betreffenden irgendwann selbst feststellen müssen und sich dann vernünftigerweise entschließen werden, wie ich es tat, sie aufzugeben.

Sofern sie aber unfrei sind, werden sie das nicht können, sondern immer wieder Opfer ihrer Eifersucht werden. Dagegen hilft nur Aufklärung und Geduld, wenn die Liebe groß genug ist auch dieses überflüssige Elend zu ertragen, sage ich mir dann und damit bin ich wieder bei meinen liebsten Themen der Aufklärung im Sinne Kants als Frage des Verständnisses von Freiheit und Autonomie.

Aufklärung ist die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit meint die Unfähigkeit sich seines Verstandes ohne Hilfe anderer zu bedienen, frei zu denken. Selbstverschuldet ist diese, wenn diejenigen nicht zu blöd sind, sondern nur zu faul oder zu träge über ihr Verhalten kritisch nachzudenken.

Aufklärung hilft gegen Eifersucht. Sie scheint mir sogar das einzig sinnvolle Mittel dagegen. Fraglich scheint der schöne Ansatz Kants, über dessen Erfahrung mit eifersüchtigen Frauen meines Wissens nichts bekannt ist, der sich nicht ohne Grund, nie gebunden hat und ruhig mit seinem Diener angeblich lebte, sofern die Eifersucht ein Naturereignis ist, bei dem keine Verstand hilft, da das Gefühl alles dominiert, die Menschen ihm unfrei unterworfen sind.

Bin es nicht und habe mich davon befreit, obwohl ich weder so intelligent wie Kant bin, noch ein Leben ohne Frau verbringen möchte, sondern einfach nach der bestmöglichen Form des Glücks gesucht habe.

Sofern Kant Recht hatte und wir Menschen des Denken und der Aufklärung fähig sind, ist Eifersucht ganz einfach zu beseitigen. Mit Vernunft und Logik, um die Liebe frei genießen zu können. Wenn er sich irrte und wir nur Opfer unserer Gefühle sind, die wir nicht kontrollieren können, gibt es in diesen Fällen keine Hoffnung und wir beugen uns ihr als einer Erscheinungsform menschlicher Dummheit und Beschränkung oder wir befreien uns davon und lassen die Eifersüchtigen sich unter sich paaren, während die übrigen Menschen Liebe und Freiheit genießen können.

Auch hier bin ich weder sicher noch entschlossen, sondern möchte es lieber offen lassen, da manche Dinge keiner Entscheidung brauchen, weil sie sich ihrer Natur nach eigene Wege suchen, die ihrem Wesen entsprechen. Wer liebt, wird alles für die Liebe tun. Am Ende gehen Märchen und die Liebe ist ja auch eines immer gut aus und so, wird die Vernunft der Aufklärung siegen, auch wenn die Erfahrung dagegen spräche und alles gut werden, weil am Ende immer alles gut ist und wenn nicht, ist es eben noch nicht zu Ende, was zumindest vernünftig klingt und den Kreis zur Aufklärung schließt und wer wird schon die Liebe aufgeben einer kleinlichen Lächerlichkeit wie der Eifersucht wegen, das wäre ja ein Witz.

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 030

Wie sinnvoll ist Angst
Vorm perpetuum mobile
Was unmöglich bleibt

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 029

Deutschland will führen
Bei aller neuen Technik
Es hindert nur Angst

jens tuengerthal 21.7.2017

KI 028

China führt am Markt
Künstlicher Intelligenz
Was vom Wesen passt

jens tuengerthal 21.7.2017

Donnerstag, 20. Juli 2017

KI 027

Drei mal drei mal drei
Sind immer einer zuviel
Für eine Paarung

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 026

Wenn zwei eins sind greift
Weniger Berechnung als
Zahlloses Gefühl

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 025

Erwartungsgemäß
Ist alles berechenbar
So wird uns erzählt

jens tuengerthal 20.7-2017

KI 024

Ist logisch auch wahr
Gibt es überhaupt Wahrheit
Wo bleibt der Zweifel

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 023

Ist berechenbar
Wahr oder nur uns logisch
In seinem System

jens tuengerthal 20.7.2017

KI 022

Algorithmenmacht
Prägt unser Leben weiter
Als wir wohl rechnen
jens tuengerthal 20.7.2017

Widersteher

Was ist politisch korrekte Erinnerung in der Demokratie?

Der 20. Juli ist nur ein Tag, ob er der wichtigste war, der militärische Widerstand allein zählt, streiten sich Historiker und politisch engagierte Zeitgenossen seit langem und es gilt als chic, den Widerstand zwar zu würdigen, aber dessen demokratische Qualität infrage zu stellen, den George Jünger und frühen Nationalsozialisten Stauffenberg für fragwürdig zu halten und so hat sich die politisch korrekte linke Seite des politischen Spektrums mit den alten Rechten wenn auch aus anderen Gründen vereint, die den Widerstand der Offiziere schon immer fragwürdig fanden. Letztere wehrten sich gegen den Ungehorsam, den sich kein deutscher Offizier zu schulden kommen lassen dürfe.

Groß in Szene gesetzt wurde Stauffenberg zuletzt in dem Film Operation Walküre, in dem, der nicht ohne Grund in Verruf geratene Tom Cruise, die Rolle des Helden Stauffenberg spielte und ihn so einem breiteren amerikanischen Publikum vorstellte. Ein Grund mehr für das linke und vermeintlich liberale Publikum sich doch mal wieder vom militärischen Widerstand zu distanzieren.

Was wollten die führenden Militärs, die während des Krieges als einzige ein Attentat realisieren konnten, danach wirklich?

Reichskanzler sollte Carl Friedrich Goerdeler werden, ein früherer DNVP Politiker, was Linke gern mit Nazi gleichsetzen, was aber real dessen Gegenteil war und der bis zur Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten noch Bürgermeister in Leipzig war. Von diesem Amt war er zurückgetreten nachdem Nazis das Mendelssohn-Bartholdy Denkmal in der Stadt geschändet hatten.

Kein Linker, kein Kommunist sondern ein national Konservativer war der vorgesehene Kopf der neuen Republik, die an vorige Weimarer Traditionen konstruktiv anknüpfen wollte, was all das Geschwätz von Stauffenbergs NSDAP Mitgliedschaft und seiner Fragwürdigkeit als George Jünger wohl in den Schatten stellt.

Es sollte kein Militär sondern ein ausgewiesener Zivilist, der seit den 30er Jahren im Ausland für den Widerstand gegen Hitler geworben hatte, zum Reichskanzler werden, darum das Attentat, was nur der letzte Versuch war, als reine Ehrensache einer elitären Offizierskaste abzutun, zeugt schlicht nur von Ahnungslosigkeit. Goerdeler hat dies Attentat wie viele Beteiligte den Kopf gekostet und nur weil dieser Widerstand logisch keine Kommunisten und sehr wenige Sozialdemokraten umfasste, weil es die in der Führung der Wehrmacht nicht gab, heißt dies nicht, es wäre undemokratisch gewesen oder weniger der Erinnerung wert.

Auch der spätere sozialdemokratische Bundeskanzler Helmut Schmidt trug die Uniform der Wehrmacht im Krieg und tat dies mit Stolz wie viele, die in diesem Land verblendet waren zu dieser Zeit. Er trug sie auch, weil Gehorsam ein Wert an sich war. Dies auch für einen Hanseaten wie Schmidt aber noch mehr für die Sprösslinge alter Offiziersfamilien unter denen sich viele alte Namen wie Kleist, Moltke, Yorck-Wartenburg fanden, deren Familien Preußen seit Jahrhunderten gehorsam und treu dienten.

So wurden viele der Männer um Beck und Stauffenberg groß, deren Ehrgefühl noch aus dem Kaiserreich stammte und für die Ungehorsam undenkbar war - wenn es auch schon bei Friedrich dem Großen das ehrenvolle Angedenken eines Offiziers gab, der den Widerstand und damit Ungnade wählte, wo Gehorsam keine Ehre mehr brachte, wie auf dem Grabstein von Johann Friedrich Adolf von der Marwitz steht, der den ganzen siebenjährigen Krieg lang der Kommandeur des Regimes Gendarmes war und die Plünderung der Hubertusburg verweigert hatte und über den Fontane schon so liebevoll erzählte. Dieser hatte die Ungnade gewählt und mit dieser rechneten auch die Offiziere, die den Führer angriffen, den Gehorsam verweigerten gegenüber dem Oberkommandierenden auf den der ganze NS Staat Deutschland zugeschnitten war.

Manche der linken Denker, wenn das nicht schon eine contra dictio an sich ist, meinen das Attentat käme viel zu spät, die Offiziere hätten zu lange gehorcht, wären eben doch die Verantwortlichen für den Vernichtungskrieg im Osten und die Wehrmachtausstellung von Jan Philipp Reemtsma hat uns die Verbrechen der Wehrmacht nur zu deutlich historisch vor Augen geführt. Da gibt es nichts schön zu reden und an diesen Verbrechen und an der Beteiligung am Vernichtungskrieg der Wehrmacht, der von Hitler so befohlen und gewollt war, hätte auch ein gelungener Widerstand nichts geändert.

Nur ist blind für die Wirklichkeit, wer übersieht, wie lang der Weg zum 20. Juli war, wie Joachim Fest auch sein Buch zum Staatsstreich einst untertitelte. Es begann bereits direkt nach der sogenannten Machtergreifung, eskalierte weiter in der Sudetenkrise, die nur durch die Nachgiebigkeit des britischen Kanzlers Chamberlain in München 1938 noch ein lang geplantes Attentat verhinderte, beinhaltet noch viele andere Versuche, in denen vor allem Henning von Tresckow, der auch um die Wolfsschanze eine wichtige Rolle spielte, immer mit dabei war, wie die auf deren Gütern dieses Hauptquatier in Ostpreußen lag, der mutige Graf Lehndorff und seine Frau, der Ribbentrop beherbergte und zugleich den Draht zum Widerstand hochhielt.

Einen Umsturz in einer totalitären Diktatur kann nur erfolgreich durchführen, wer die Mittel der Macht in den Händen hält. Das Deutsche Reich befand sich im Krieg mit seinen Nachbarn, die vorher Versuche der Widerständler noch einen separaten Frieden auszuhandeln, waren gescheitert. Den Krieg stoppen, einen zivilen Kanzler einsetzen, die Massenvernichtung beenden, konnten nur Personen mit direkten Draht zur militärischen Führung, zumal der Führerstaat völlig darauf zugeschnitten war.

Es gab auch in den Offizierskreisen Gegner eines Anschlags, die eine neue Dolchstoßlegende fürchteten, wie sie nach dem Ende des 1. Weltkrieges aufgekommen war und die solche gefährlichen Verführer wie Hitler stark gemacht hatte. Einer der führenden Köpfe dabei war Helmuth James von Moltke, dessen Kreisauer Kreis auf dem schlesischen Gut der Familie, für ein Deutschland nach Hitler und nach dem verlorenen Krieg plante, ein Bündnis von Adel über die Kirchen bis zu Sozialdemokraten und Gewerkschaften suchte, in dem auch etwa Dietrich Bonhoeffer verkehrte, der mit der Frau des anderen führenden Kopfes des Kreisauer Kreises Peter Graf Yorck von Wartenburg eng befreundet war noch aus Berliner Studienzeiten.

Der Widerstand auch des Militärs ist viel älter als der 20. Juli 1944 gewesen, umfasste ein weiteres Feld als Junker, die ihren König wieder wollten, sondern war getragen von vielfach preußischen Offizieren, die mit ihrer Ehre und ihrem Gewissen kämpften und wie Stauffenberg und andere bewusst ihr Leben für andere und ein besseres Deutschland riskierten. Marion Gräfin Dönhoff hat viel des falschen Bildes aus der rechten Ecke korrigiert, die von den ehrlosen Offizieren sprachen, die den Gehorsam verweigert hatten, auch mit ihrem großen Einsatz für die deutsch-polnische Begegnungsstätte auf dem ehemals moltkeschen Gut Kreisau. Dadurch wurde es eine zeitlang um die Erzkonservativen ruhiger und mit der Gedenkstätte im Bendlerblock in Berlin kam der Widerstand endlich in der Mitte der Gesellschaft an und es widerfuhr allen Beteiligten und auch anderen Gruppen endlich die ihnen in einer Demokratie gebührende Ehre.

Statt der rechten Ecke, außer den völlig verlorenen Nazis dort, raunen heute Linke gegen dies Gedenken, reden den militärischen Widerstand schlecht und klein mit dreisten Lügen, auf welche die Bezeichnung Fake News nur zu gut passt. Die neuen Rechten im Umfeld des AfD, mit zumindest fragwürdigem demokratischem Denken, versuchen dagegen den Widerstand und seine Ehre für sich zu missbrauchen, so fragwürdig dies angesichts rassistischer Politik auch ist. So wird von linker Seite bis heute verbreitet, der Widerstand der Offiziere sei nur ein Alibi gewesen, viel zu spät gekommen und hätte nur dem Schutz der Privilegien einer Elite gegolten.

Zugleich werden erwiesene Feinde der Demokratie wie Thälmann, Liebknecht und Luxemburg als Kultfiguren verehrt, weil die Köpfe dieser quasireligiösen Bewegung bis heute nicht in der Demokratie angekommen sind, was deutlich macht, wie schmal der Grat zwischen doppelter Moral und Gewalt auf der linken Seite des politischen Spektrums inzwischen ist, wo einerseits Politiker der Linken den Schwarzen Block verteidigen, dem sie teilweise selbst immer wieder angehören und auf der anderen Seite eine pseudo revolutionäre Rhetorik kultivieren, bei der sie sich als Antifaschisten gerieren, die zugleich die Totengräber der Weimarer Demokratie verehren und den militärischen Widerstand als ehrlos und verspätet formelhaft schlechtreden, weil sie entweder tatsächlich keine Ahnung von historischen Hintergründen haben oder einfach böswillig ihre politische Sekte verteidigen wollen.

Es findet sich dieses Denken zum heutigen Tag und seinem Gedenken bis weit ins demokratische Lager gerade unter Sozialdemokraten, die allerdings sachlich dann meist keine Ahnung haben, sondern an einer undemokratischen Rhetorik festhalten. Solange dieses linke Lager nicht klar abgegrenzt wird und die Lügen der Propaganda ein Ende haben, sollte für jeden Demokraten der Diskurs mit solchen Personen indiskutabel sein, wenn dieser Widerstand heute noch etwas wert sein soll, das Gedenken noch einen Sinn für die Zukunft der Demokratie hat, dann, wenn wir uns der historischen Wirklichkeit stellen, die Lügner offenbaren, die komplexe Geschichte vom langen Weg zum 20. Juli erzählen und diesen Tag nicht länger von ungebildeter linker Propaganda klein reden lassen, da die Beteiligten meist weder etwas von Goerdeler wissen, noch den Kontext der Taten kennen. Die Demokratie sollte es uns Wert sein auch die Versuche zu ihrer Rettung gebührend gegen traditionelle Feinde der Demokratie zu verteidigen.

jens tuengerthal 20.2017

Mittwoch, 19. Juli 2017

Eiferlaster

Eifersucht ist stets
Ein unbeherrschtes Laster
Es hilft Disziplin
jens tuengerthal 19.7.2017

Todeseifer

Will Liebe töten
Wer die Eifersucht auslebt
Die nie Gründe hat
jens tuengerthal 19.7.2017

Suchtgewinn

Was gewinnt nur
Wer eifersüchtig sein will
Fragt sich wer ohne
jens tuengerthal 19.7.2017

Sucheifer

Eifersucht sucht was
Keiner braucht aber die
Liebe stets tötet
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 021

Welches Geschlecht sich
Wohl eher am Automat
Befriedigen kann

Mann fehlte sicher mehr
An Komplexität als Frau
Die den Dildo kennt

Nur wer lässt eher
Sich mit viel Gefühl täuschen
Oder geht das nie
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 020

Sind Kunstautomaten
Logisch oder nur Witze
Was fürchten wir dann
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 019

Sind Männer leichter
Von Maschinen zu täuschen
Da nicht so komplex
jens tuengerthal 19,7.2017

KI 018

Reicht Komplexität
Je weibliche Orgasmen
Zu simulieren
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 017

Was ist Kunst künstlich
Wert wenn reproduzierbar
Bleibt es noch Schöpfung
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 016

Dichtung vom Rechner
Wäre übermenschlich wohl
Wirklich auch besser
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 015

Roboter malen
Mit wohl höchster Perfektion
Zählt noch das Handwerk
jens tuengerthal 19.7.2017

KI 014

Was bleibt an Kultur
Wenn Maschinen schöpfen wird
Kreativ berechenbar
jens tuengerthal 19.7.2017

Dienstag, 18. Juli 2017

KI 013

Wäre es Unglück
Wenn Klügere hier herrschten
Als wir je waren
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 012

Was wird aus dem Mensch
Wenn immer unterlegen
Bleibt uns noch Natur
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 011

Klagen dann Menschen
Gegen Maschinen um Rechte
Wer entscheidet es
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 010

Tragen Maschinen
Verantwortung für Menschen
Oder niemand mehr
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 009

Wer wird regieren
Wenn Rechner klüger werden
Sind sie dann wählbar
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 008

Wer darf entscheiden
Ob Maschinen klüger sind
Mit welchem Maßstab
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 007

Als Geheimagent
Tragen wir Datenspeicher
Längst ständig bei uns
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 006

Cybersex zum Glück
Als Traumwelt der Onanie
Gefühl wird ersetzt
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 005

Gene optimiert
Wie neuronal fokussiert
Funktionieren wir
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 004

Gefühl maschinell
Wird besser nur erledigt
Hormon gibts Chemisch
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 003

Hat noch etwas Sinn
Oder entfällt dieser nun
Weil künstlich nie da
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 002

Gibt es noch Moral
Wenn Automaten für uns
Alles entscheiden
jens tuengerthal 18.7.2017

KI 001

Die Serie der folgenden Gedichte in Form von Haiku befassen sich mit Künstlicher Intelligenz (KI). Da der Verfasser sich naturgegeben noch mit seinen geringen Mengen natürlicher Intelligenz dem Thema zuwendet, mag es unvollständig sein und ist nichts als eine lyrische Suche nach Antworten auf die wichtigsten Fragen der Zeit zum Thema KI. Sie sind subjektiv, ohne technische Intelligenz der schlichte Blick des Beobachters in einer Welt, die sich täglich neu dieser Frage stellen muss und auch eine Reaktion auf die massive Warnung des Chefs von Tesla Elon Musk.

Wann ist Intelligenz
Künstlich oder kann sie nie
Sein außer menschlich

Bleibt was uns ähnelt
Stets nur der Versuch ohne
Hoffnung auf Gleichheit

Ein Näherungswert
Statistische Illusion
Suche nach Wahrheit
jens tuengerthal 18.7.2017

Montag, 17. Juli 2017

Humanrobo

Kann der Automat
Menschlich werden oder
Spiegelt er uns nur
jens tuengerthal 17.7.2017

Lebenstechnik

Technik lässt Leben
Manchmal auch überleben
Wie menschlich ist das
jens tuengerthal 17.7.2017

Automensch

Mensch und Maschine
Sind immer Gegensätze
Oder Ergänzung
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturtech

Technik ist Natur
Des Menschen nur angewandt
Nur was macht uns aus
jens tuengerthal 17.7.2017

Menschtech

Ist Technik menschlich
Weil von für Menschen gebaut
Oder logisch nie
jens tuengerthal 17.7.2017

Natürnicht

Was ist natürlich
Kommt es auf die Natur an
Wer zieht da Grenzen
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturtod

Kann Natur sterben
Was bliebe von uns ohne
Können wir wissen
jens tuengerthal 17.7.2017

Linearzyklisch

Natur ist endlich
Zugleich auch noch unendlich
Im stirb und werde

Immer weg nie da
Leben endet im Zyklus
Immer da nie weg

Wenn Sein endlich ist
Natur zyklisch endlos
Wird es paradox
jens tuengerthal 17.7.2017

Naturkreis

Natur drehe sich
Im ewigen Kreis des Seins
Sagt noch der Glauben

Für jeden von uns
Ist es eher Gerade
Als Zyklus noch je

Manche glauben noch
Das alles wiederkehre
Was längst nicht mehr ist
jens tuengerthal 17.7.2017