Dienstag, 16. Januar 2018

Alfaktisch

Alternative Fakten das Jahresunwort
Lassen Konstruktivisten nur lächeln
Was sollen Fakten überhaupt sein
Als eine Behauptung von Wahrheit

Die Wahrheit aber ist stets doch
Die Erfindung eines Lügners sagte
Ein klügerer Konstruktivist denn wer
Weiter denkt weiß alles ist relativ

Gefährlich wird es dabei nur dann
Wenn wer alternativ sagt damit
Meinung machen will als Propaganda
Wie wir transatlantisch jüngst sahen

Es gibt viele alternative Fakten für mich
Die Welt ist nicht sicher so oder so stets
Mache mir die Welt wie sie mir gefällt
Was aber nur mit Toleranz funktioniert

Wer am lautesten vor Fake-News warnt
Glaubt dabei seine Wahrheit sei richtig
Seine Fakten gäben ihm erst Durchblick
Der den anderen Idioten natürlich fehle

Damit macht Trump gefährliche Politik
Davon tönt der AfD im Chor mit Pegida
Sie zweifeln nicht sie wissen besser was
In Wirklichkeit im Land los und nötig sei

Alternative Fakten sind ganz wunderbar
Solange sie neben anderen stehen wollen
Sie sind die Diktatur wo sie Wahrheit sind
Ihre Gläubigen entsprechend auch handeln

Machen wir lieber die Alternativen Fakten
Wieder groß und wunderbar im Sinne von
Pippi Langstrumpf die sich ihre Welt stets
Machte wie sie ihr gefällt nicht wie Trump

jens tuengerthal 16.1.2018

Liebeszentrum

Die Liebe kommt von Herzen
Sagen verwirrt die Liebenden
Dabei pumpt es nur das Blut
Ohne ist nichts mit auch nicht

Wir sagen wir lieben uns von
Herzen weil wir es schlagen
Fühlen vor Glück in Gedanken
Bei unseren Liebsten sonst nix

Liebe entsteht allein im Hirn
Wüssten wir es nicht wäre auch
All das schöne Gefühl unbewusst
Liebe aber merken wir deutlich

Widme ich Verse dem Zentrum
Der Liebe zu meiner Liebsten
Geht es um unserer beider Hirne
Die sich perfekt in allem ergänzen

Dort bilden sich erst nach der Natur
Die Worte der Liebe mit denen wir
Uns einander unser Glück erklären
Als gäbe es da noch was zu erklären

Sicher greifen auch die Hormone ein
Tragen das große Gefühl als Boten
Durch den ganzen Körper dann auch
Doch beginnt Gefühl in Synapsen im Hirn

Warum sollte eine nur Blutpumpe denn
Romantischer sein als der beste aller
Computer auf Erden das menschliche Hirn
Zu wissen wo es anfängt ist stets besser

Manche glaube an eine unsterbliche Seele
Dieses spukhafte Ding ohne Ort im Körper
Soll Quelle der irdischen Liebe dann sein
Finde ich eine Beleidigung der Natur

Liebe meine Liebste über alles im Geist
Weil sich unsere Hirne so gut fanden
Können wir die sonstige Harmonie erst
Ganz genießen im höchsten Glück

Wer die Liebe vernünftig im Hirn sucht
Findet natürliche Antworten statt nur
Irgendwie irre etwas zu glauben was
Sich schnell wieder in Luft auflöst

Unsere Liebe wurzelt in der Natur
Wir erfinden uns keine Seele dazu
Erzählen nichts vom Herzen uns
Außer es schmerzt halt ohne mal

Dankbar bin ich mit meiner Liebsten
Dies größte Glück nach der Natur
Teilen zu können was wenigen nur
So ehrlich und wirklich vergönnt ist

So lieben wir uns ganz menschlich
Sind dabei auf Erden überglücklich
Brauchen keinen Himmel zur Erfüllung
Weil wir eben umeinander wissen

Wer nicht weiß sondern nur wähnt
Große Gefühle in geglaubter Seele
Zuhause glaubt statt in seiner Natur
Kann nie so wirklich lieben wie wir

Unsere Hirne passen einfach perfekt
Wer meint das graue Ding sei weniger
Romantisch als ein Herz hat wohl noch
Nie eines in echt blutig schlagen sehen

Was es ausmacht geschieht zwischen
Elektromagnetischen Synapsen allein
Romantisch ist was dabei rauskommt
Das zu genießen mein größtes Glück

jens tuengerthal 15.1.2018

Montag, 15. Januar 2018

Ursprungsmitte

Der Mensch nimmt seinen Ursprung
Aus der Mitte der Frau die ihn gebar
Zum Ursprung zieht es uns immer
Die Mitte Quelle von Leben und Lust

So zog es mich kaum durfte ich es
Unwiderstehlich auch in deine Mitte
Die ich bevor ich eindrang lang noch
Mit vielen Küssen voller Lust bedeckte

Vollkommen ist deine Mitte nach ihrer
Natur wie es schöner keine geben kann
Denn kaum gleich eine der anderen je
Wenn wir sie nahe und genau betrachten

Das Ideal der weiblichen Scham ist wohl
Geschlossen wie uns alle Bilder lehren
Lange dauerte es bis ich deine so sah
Öffnet sie sich doch immer unserer Lust

Doch wie unwichtig ist allein die Form
Eine unwichtige Äußerlichkeit für das
In ihr geteilte Glück völlig egal dennoch
Ist deine Form die vollkommenste

Es kommt wie einst schon die Pompadour
Rein statistisch erforschte auf den Abstand
Von Klitoris und Eingang dabei viel mehr an
Damit beide ineinander auch Lust empfinden

Du bist in jeder Hinsicht die vollkommene Frau
Spürst alles während du omnipotent genießt
Lässt du den in dir dies Glück wallend teilen
Schöner kann Lust miteinander niemals sein

Wie gerne bete ich deinen Schoss davor an
Als würden die Schossgebete dabei noch
Von höheren Mächten günstig beschieden
An die der Atheist natürlich nie glauben kann

Es ist die Natur und nur die Natur die in dir
Zu vollendeter Form fand für unsere Lust
Sie bete ich an und also dich du Liebste
Deren Mitte mir ewiger Glücksquell ist

Manche behindert dabei die Trockenheit
Dann erzeugt dabei Reibung auch Schmerz
Deine Mitte aber ist ein vielfältiger Quell
Der wo wir uns nahen vor Glück überfließt

Deine immer reizbare Mitte ist der Tempel
In dem ich dich am liebsten wohl anbete
Durch sie werden wir eins und noch mehr
Dort vereinigt reiten wir in den Himmel

Der Himmel natürlich ist uns beiden nur
Das sichtbare des Universums eigentlich
Doch wo wir eins sind wird das Paradies
Im kleinen Tod plötzlich ganz irdisch

Deine vollkommene Mitte lässt uns
Dies Glück immer wieder exakt teilen
Was sonst außergewöhnliche Seltenheit
Ist uns der selige Alltag jeder Vereinigung

Was bin ich dankbar für diese Vagina
Wie ich nie schöner eine innen erlebte
Zusammen erst sind beide Hälften als
Die wir so leben vereinigtes Glück uns

So spricht der Atheist seine Schossgebete
Dankbar für die seltene Vollkommenheit
In der Liebe und Sexus sich hier fanden
Aller Anfang bleibt immer der Ursprung

jens tuengerthal 15.1.2018

Fußfreude

Komme ich in unsre Wohnung
Sehe ich deine Schuhe dort
In langer Reihe im Flur stehen
Was mir das Herz klopfen lässt

Wie liebe ich deine wunderschönen
Kleinen Füße in zarter Größe 36
Passend zur zierlich feinen Gestalt
Sind auch Wanderstiefel noch süß

Ganze acht Nummern größer stehen
Dagegen meine wie Schlachtschiffe
Fast neben deinen edlen eher Jollen
So stehen wir nebeneinander zusammen

Wie gerne küsse ich deine Füße dann
Wenn deine Beine auf meinen Schultern
Voller Lust liegen wir verschlungen sind
Zeh für Zeh lutschend zu deinem Stöhnen

Liebe ihren Geschmack auch wenn du
Den ganzen Tag in Strümpfen standest
Erst jetzt entblößt erschöpft vor mir liegst
So küsse ich dein Ende nahe dem Anfang

Tief versunken im Ursprung der Welt
Dich mittig mit meiner Mitte reizend
Lecke ich deine Fußsohlen voll Lust
Was du nur dann ohne Lachen erträgst

So sind die Füße der sensibelste Ort
Brauchen die schönste Ablenkung
Um Küsse ganz genießen zu können
Wie nah sind wir uns also auch am Ende

Oder ist es der Anfang vielleicht eher
Auf dem du stehend erst zu mir kamst
Wo du dich fallen erst lassen konntest
Die Füße nach oben mir zum Kuß gibst

Anfang oder Ende ist mir ganz gleich
Solange ich die süßesten Füße küsse
Die du mir unter mir liegend lustvoll
Gen Himmel entgegen streckst erst

jens tuengerthal 14.1.2018

Sonntag, 14. Januar 2018

Jammerer

Frage mich ganz ernsthaft
Was bezweckt die SPD nur
Wenn sie von unten nachtritt

Wohin führt wohl keine Koalition
Außer zu Neuwahlen die keiner
Der Genossen ernsthaft wünscht

Unzuverlässige Jammerer sind
Keine Partner für ein Morgen mit
Illusionen derer von gestern

Sie sollten besser ihr Maul halten
Die Arbeit erledigen wo nötig statt
Weiter zu pokern gegen sich

Nüchtern sollten sich alle nun fragen
Um was geht es gerade im Land
Wem nutzen Neuwahlen wem nicht

Das Volk will ordentlich verwaltet werden
Regieren mit großen Ideen ist absolutistisch
Traue ich keinem vernünftig je zu

Wir haben gewählte Beamte nichts sonst
Die sollen das Land ordentlich verwalten
Es braucht keine Ideologie zur Verwaltung

Habe allerdings große Zweifel ob
Die SPD Ideologen das verstehen
Sollen sie doch zu Oskar gehen

jens tuengerthal 14.1.2018

Glückswissen

Was bin ich glücklich
Habe die beste Frau der Welt
Weiß um ihre Liebe wie sie
Sich meiner sicher sein kann

Weiß sie wird ganz bald schon
Wieder in meinen Armen liegen
Bin sicher wie schön es wieder
Wird wenn wir ganz überall eins

Erfüllt von diesem großen Glück
Sitze ich beim Wein in meiner Bar
Das Herz voller Sehnsucht sicher
Wir wissen beide was wir wollen

Noch größer wird das Glück nur
Im Wissen der Wege zueinander
Nach langer Suche am Ziel zu sein
Macht selig zufrieden in allem

Dann noch endlich den Schlüssel
Zur Geschichte gefunden zu haben
Macht die Freude mir zur Euphorie
Die ich nach Lukrez ganz geniesse

Was bin ich für ein glücklicher Mensch
Habe alles was nur Gutes sein kann
Muss nur noch warten und genießen
Wie irdisch dankbar bin ich darob

jens tuengerthal 13.1.2018

Samstag, 13. Januar 2018

Kurvensong

Eigentlich mag ich keine Kurven
Zumindest beim Autofahren
Jedenfalls wenn ich hinten sitze
Außer ich fahre selbst

Wie gerne fahre ich deine Kurven
Von schmaler Taille zum Becken
Oder drei Hügel von vorne hoch
Mit meiner Zunge nur entlang

Dann lege ich mich scharf schon
Tief in deine Kurven damit unsere
Heißen Reifen dabei laut quietschen
Du noch lauter zu stöhnen anfängst

Nie sah ich solch scharfe Kurven
Wie leicht verliert sich einer darin
Vergisst Newtons Fliehkraft und
Fliegt schnell auf und davon

Darum nehme ich dich nur mit
Viel Gefühl lieber verzögert noch
Um jeden Moment der Spannung
In dir auch ganz zu genießen

Am Scheitelpunkt Gas geben
Damit du durch sie fliegst
Sagen erfahrene Fahre frage mich
Wo wohl deine Kurven scheiteln

Scheine den Punkt instinktiv richtig
Bei dir wohl zu treffen zumindest
Trägt es uns beide immer weiter
Über den Höhepunkt hinaus

So schmuse ich mich an deine
Kurven langsam stürmisch an
Genieße dein auf und ab auch
Wenn ich dich innen und außen

So endet der Kurvensong im Glück
Was könnte schöner sein als dich
An deinen vollkommenen Rundungen
Täglich weiter zu umkreisen

jens tuengerthal 13.1.2018

PoOde

Habe einfach die perfekte Frau
Schrieb ich schon manches mal
Doc merke ich es immer wieder
Auch von allen Seiten betrachtet

Alles an ihr ist so wunderbar
Aber alles klingt wohl willkürlich
Als wäre es nichts besonderes
Dabei ist es doch noch viel mehr

Darum fange ich hinten an
Sie von oben bis unten zu
Loben und dabei zu liebkosen
Weil sie mein ein und alles ist

Der schönste rundeste Po
Ist mittig vollkommen geteilt
Wie wir es wohl alle kennen
Doch nie in dieser Schönheit

Zärtlich streicheln meine Finger
Über seine perfekte Rundung
Tauchen lustvoll ganz langsam
In seine fast unberührte Mitte

Spüre mit dem Rest der Hand
Ihre längst feuchte Lust etwas
Weiter vorne während sie mich
Wo ich bin fest stark umfasst

Dies hochbegabte Naturtalent
Zeigt mir längst ihre Sehnsucht
Zieht mich ganz tief in sich hinein
Kann immer und überall Kommen

Was bin ich für ein glücklicher Mann
Denke ich sehnsüchtig voller Lust
Auch wo ich diesmal nur von hinten
An sie denke spüre ich ihr Begehren

Die von allen Seiten perfekte Frau
Ist von hinten schon schöner als alle
Nur daran zu denken genügt bereits
Ein Leben lang sich sicher zu sein

Eine Ode auf ihren Po zu singen
Lässt mein Herz höher schlagen
Wie will ich sie allseits nun küssen
Und bin schon hinten überwältigt

Der Ausgang ist auch ein Eingang
In den Garten unseres Paradieses
Wo wir wie Adam und Eva einst uns
Ohne jede Scham liebend finden

Vollkommen ist meine Frau überall
Wie genieße ich es sie so zu sehen
Wenn sie sich mich in sich bewegt
Ihre Lust auf jedem Weg finden kann

Dankbar voller Glück preise ich
Ihre Schönheit heute von hinten
Wissend es ist nur die Rückseite
Der im ganzen vollkommenen Frau

jens tuengerthal 12.1.2018

Freitag, 12. Januar 2018

Kompromissgejammer

Warum das Gejammer der Genossen über Kompromisse nur davon zeugt, wie wenig kompromissfähig die Mehrheit ist

Die Parteien haben sich geeinigt auf einen irgendwie Kompromiss. Dabei bekommt keiner alles, aber alle irgendwie etwas, damit das Land eine stabile Regierung hat. Die sich geeinigt haben, vertreten zumindest deutlich über die Hälfte der gültigen abgegebenen Stimmen. Das genügt für Stabilität und genau um die geht es jetzt.

Viele Genossen wünschen sich die Realisierung hehrer Ideale. Daran erinnere ich mich noch, als ich mal einige Jahre Mitglied in diesem Verein war, aus dem ich dann unter Sigmar wieder floh. Der Ausgleich von Arm und Reich und das Schließen der sozialen Schere wird da genannt. Am besten noch die Enteignung der Reichen und die Einführung des Sozialismus, als hätten wir nicht seit 1989 lange genug gebraucht die Folgen dieses zum Glück einmaligen Versuchs in nur einer Hälfte des Landes aufzuarbeiten, wäre es nicht teuer genug gewesen, diesen Träumen zu lange zu folgen.

War damals völlig gegen eine noch wirklich Große Koalition, wie jetzt viele SPD Mitglieder und habe die Partei lautstark verlassen, weil ich diesen schlechten Kompromiss nicht mittragen wollte. Heute ist der Begriff Große Koalition schon fast ironisch, denn ob die SPD bei der nächsten Wahl noch über die 10% Hürde kommt scheint ungewiss.

Einige besonders laute Mitglieder meinen, dies wäre besonders in einer solchen Großen Koalition als Junior-Partner so und würde die Sozialdemokratie zusätzlich schwächen. Wenn sie sich so blöd anstellen, wie dieses mal und einen Schulz aufstellen ohne jede Dynamik oder Perspektive, statt eine ihrer jüngeren und starken Frauen, wird das garantiert so sein. Aber dann ist es auch egal, weil einen solchen Altherrenverein, der seine Vorsitzenden noch mit 100% wählt, wie einst nicht mal die SED, braucht kein Mensch in der Politik eines modernen Staates.

Was passiert dann und was folgt daraus. Ein Teil der frustrierten Genossen wird dem Mäusefänger Oskar in die Arme laufen mit seinem neuen Linksbündnis unter seiner Göttergattin Sarah. Vermutlich all jene, die sich schon immer für die besseren Menschen hielten und einst Oskar anbeteten, gegen die Ungerechtigkeit der Welt kämpfen.

Dieses Linksbündnis wird sich zwischen 10 und 15% einpendeln und vielleicht neuer Koalitionspartner neben stärkeren Liberalen und Grünen, zu denen dann die noch selbständig denkenden Sozis abwandern werden - und die CDU? Die reibt sich die Hände und bleibt lange alleinige Volkspartei, bis sich ein neuer Weg zeigt.

Die Mehrheit liegt in Deutschland in der Mitte. Um für diese Mehrheit Politik zu machen, müssen Kompromisse ausgehandelt werden. Aber was ist Politik überhaupt, fragt sich an dieser Stelle?

Politik ist höheres Verwaltungshandeln. Nichts anderes, als eine funktionierende Verwaltung am Laufen halten und möglichst wenig Schaden dabei anrichten, kann Politik. Um so besser, desto weniger ideologisch sie dabei ist und desto pragmatischer sie versucht mit so wenig Kosten wie möglich und geringstmöglicher Einschränkung der Freiheit, dieses Ziel zu erreichen. Alles andere ist Popanz und Wichtigtuerei, die zu einem Trump  oder Hitler führen, wovon wir hoffentlich für alle Zeiten geheilt sein sollten.

War früher ein klarer Gegner von Merkel, weil sie völlig unideologisch nur ihr Amt verwaltete, unklar in der Mitte stand, statt hehren Zielen zu folgen. Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, sagte der herrlich pragmatische Helmut Schmidt einmal dazu. So regiert Mutti - ohne große Visionen, kompromissbereit und pragmatisch auf der Suche nach der effektivsten Lösung. Sie verwaltet das Land gut und sauber, ist so sicher wie ein Dixie-Klo und das soll ein Kompliment sein. Sie ist berechenbar und wir wissen, was wir an ihr haben. Sie sucht, wie jetzt wieder Kompromisse und das ist gut so.

Mit Kompromissen leben zu können, ist ein Zeichen von geistiger und innerer Reife. So wie sich jetzt viele Genossen aufblasen, scheint es den meisten daran noch deutlich zu fehlen. Anders dagegen auch der pragmatische Kreis in der SPD und es scheint als gäbe es wieder den alten Kampf zwischen USPD und MSPD in den Flügeln dieser unreifen Partei, in der sich zu viele Ideologen noch immer finden, die das Land grundsätzlich ändern wollen, als sei ihre Aufgabe nicht einzig und allein einen Kompromiss zu finden und das Land so zu verwalten, wie es ist.

Demokratie heißt nicht Kulturrevolution und Durchsetzung einer Ideologie sondern das Bohren dicker Bretter auf der Suche nach irgendwie Kompromissen. Wer nicht kompromissfähig ist, hat in einer Partei und in der Demokratie nichts verloren. Darum wird auch das Gastspiel des AfD ein kurzes bleiben und die SPD sich auflösen, wenn sie nicht wie immer nur laut brüllt, um am Ende leise zu kriechen. Organisierter Lärm der Basis nennt sich so etwas und bei der SPD übernehmen die Veranstaltung dieser Partie meist die Jusos. So auch dieses mal.

Vor vier Jahren gegen eine große Koalition zu sein, war noch vertretbar, auch wenn ich aus heutiger Sicht sage, Blödsinn, was ich damals dachte. Merkel ist fair, die beste Pragmatikerin Europas und ein Glück für unser Land, momentan schlicht alternativlos. Aber vor 4 Jahren gab es auch keine AfD im Parlament, hatte eine große Koalition noch eine riesige Mehrheit, gab es nahezu keine Opposition - heute ist die SPD realistisch geschrumpft, darf Mehrheitsbeschaffer der Kanzlerin sein wie einst die FDP für Kohl, mehr nicht.

Klug beraten wäre die SPD, wenn sie nun so geräuschlos wie möglich einen Kompromiss schließt, mit dem sie gerecht und gut bedient ist und die Beteiligten dann endlich ihrer Arbeit nachgehen, dieses Land vernünftig zu verwalten. Die Zeit der großen Ideologien ist vorbei - der Sozialismus hat sich real existierend auch als großer Alptraum entpuppt. Betrachten wir es pragmatisch und fragen wir uns statt nach dem wahren Weg zu suchen, welcher Kompromiss am besten für die größte Menge ist und auf wen wir für seine pragmatische Durchsetzung hoffen sollten.

Lieber hätte ich die FDP in der Regierung gesehen, weil es nach Jahren der damals noch Großen Koalition etwas mehr Pragmatismus und liberaler Ideen bräuchte. Insofern fand ich Lindners Rückzug enttäuschend. Er ist nicht gewählt worden, eine Ideologie durchzufechten, sondern um liberale Ideen in einem überverwalteten Staat pragmatisch durchzusetzen. Ob dies mit den sehr ideologischen Grünen und ihren vielen Glaubenssätzen möglich gewesen wäre, scheint auch mir inzwischen fraglich, vor allem, da Merkel sich zunehmend in der Rolle der guten Mutti gefällt, die von allen geliebt werden möchte.

Die Verteidiger der Freiheit haben es schwer in einem Land, in dem sich die Politiker gern mit sozialen Wohltaten gegenseitig überbieten. Das ist nervig und lässt jeden kritisch denkenden Menschen am Verstand der also nur bestechlichen Mehrheit zweifeln, aber es ist derzeit so und jeder versucht für sein Klientel, den besten Deal mit dicken Milliarden zu kaufen.

Dabei redet keiner von Steuersenkungen oder den zunehmenden Beschränkungen der Freiheit durch die permanente Überwachung unserer Kommunikation. Die Bürger werden in Angst vor Terror gehalten, statt sich Gedanken über die realistische Angst im Straßenverkehr lieber zu machen oder zu fragen, warum werden die Abgaben nicht endlich gesenkt, wenn der Staat die höchsten Einnahmen erwartet?

Es ist dies längst der normale Wahnsinn geworden und die Große Koalition wird nichts dafür tun, diesen Wahnsinn zu beenden, im Gegenteil. Dafür kann eine liberale Opposition zumindest die Fahne der Freiheit noch hochhalten und wird dadurch erkennbar wertvoll.

Früher gab es den Zehnten, nach dem 1/10  der Einnahmen an den Fürsten oder die Kirche gingen. Heute hat kaum einer noch die Hälfte seines Verdienstes nach allen Abgaben und sonstigen staatlich erzwungenen Versicherungen übrig. Arbeit lohn kaum noch, auch wenn die Angebotsindustrie es noch schafft, den gegenteiligen Eindruck bei vielen Menschen zu erwecken, die das Hamsterrad am Laufen halten.

Schätze Merkel, weil sie eine unideologische und pragmatische Politik der schlichten Verwaltung betreibt, nicht mehr verspricht, als sie umsetzen kann und eine typische höchste Beamtin ist, die auch nicht mehr sein will. Dass sie dabei noch über diplomatisches Talent verfügt und manche Kompromisse schon international erreichte, spricht genug für sie, für meinen Geschmack.

Habe sie nie gewählt und werde sie vermutlich nie wählen, weil ich als alter Laizist finde, dass ein C nichts im Staat verloren hat. Darum kann ich dennoch nüchtern sagen, so wie die Dinge sind, ist sie der bestmögliche Kompromiss, ist zuverlässig und immer fair, spielt mit offenen Karten, erledigt ihrer Tätigkeit als oberste Verwalterin des Landes sauber und ordentlich, ohne jeden Glamour - aber wir haben schließlich auch keine Königin gewählt sondern nur die Spitze der Verwaltung mit der jeder danach arbeiten muss.

Hoffentlich hören die ideologisch verbohrten Sozen endlich mit ihrem Gejammer über gefundene Kompromisse auf und gehen sauber an die Arbeit. Es geht nur darum, die Verwaltung des Landes zu leiten, auch wenn darum viel Show gemacht wird. Keiner kann sich ganz durchsetzen. Die Zeit der großen Sprüche könnte ein Ende haben und die Beteiligten dafür still und sauber ihre Arbeit erledigen. Dann wüsste der Wähler in dreieinhalb Jahren auch wieder, was er honorieren soll.

Wir leben im postideologischen Zeitalter. Merkel ist die Verkörperung davon. Daran ändert sich nichts, wenn Linke nun alte Marx Bärte ausgraben. Lass sie ihre Arbeit machen und wenn sie sich wieder der Wahl stellen, können wir darüber reden, wie sie das mögliche realisiert haben. Der Rest ist überflüssiger Popanz um schlichtes Verwaltungshandeln unter Anleitung.

jens tuengerthal 12.1.2018

Perfektionsgrad

Meine Frau ist einfach perfekt
Sie ist schöner als je geträumt
Heißer dabei als immer gehofft
Und liebt Bücher so sehr wie ich

Könnte noch vieles anführen dazu
Ins Detail gehen für die Genießer
Unter den Kennern der Schönheit
Doch wäre es immer zu wenig noch

Natürlich ist ihr Busen vollkommen
Rund und zugleich fest da stehend
Vollkommene Spitzen in seiner Mitte
Nie sah ich irgend einen schöneren

Ihre Lippen vollkommen geschwungen
Zum Küssen gemacht hier wie dort
Auch geschmacklich mein Paradies
Machen mich vollkommen selig stets

Ihr perfekt runder Po ist ein Traum
Mag es ja gern mal etwas runder
Brauche keine Modells dachte ich
Bis ich diese Vollkommenheit küsste

Rund wie fest klein und doch groß
Zierlich passend zu ihren Linien die
Weniger als meine Hälfte an Masse
Harmonisch zur schmalen Taille auch

Doch all dies Perfektion der Natur
Wöge wenig wäre sie nicht die Hülle
Des schönsten Herzen das je liebte
Jung und doch klug wahrhaft echt

Nie ahnte ich in meinen Träumen
Wie vollkommen die Natur sein kann
Welch vollendete Wesen sie schuf
Nun darf ich ein solches auch lieben

Der Perfektionsgrad meiner Frau hat
Alles bereits überstiegen so freut mich
Jeder Fehler der die Himmlische wieder
Ein wenig menschlich mir näher macht

Was wollte so eine Göttin mit mir sonst
Fragte ich mich sie anbetend schon oft
Noch suche ich den großen Fehler an ihr
Bisher fand ich noch nicht mal kleine

Es gibt Vollkommenheit denke ich nun
Zumindest für mich ist sie vollendet
Was könnte besser und schöner sein
Nichts und also genieße ich verliebt

jens tuengerthal 11.1.2017

Donnerstag, 11. Januar 2018

Nebelwanderer

Wie ich mit Umweg um Museumsinsel und Humboldthain einmal im Nebel um den Helmholtzplatz lief

Die Wanderung begann mit einem Schock. Dass es diesig war, hatte ich auch im Hof schon geahnt, zumindest nicht sternenklar wie noch die Nacht zuvor - aber so eine Suppe hatte ich nicht erwartet, wie sie mir vom Platz entgegen schlug, als ich die Haustür öffnete. Die Suppe legte sich auf alles, es war stehend feucht, wenn auch nicht so kalt wie die letzten Tage - was an Frost fehlte, ersetzte die  kriechende Feuchtigkeit.

Noch unentschlossen, was ich in diesem Nebel wollte, begann ich den Weg mit einem sehr erfreulichen Telefonat mit meinem Vater, der eben aus dem Krankenhaus zurückgekehrt war und dessen Herz spürbar in alter Frische schlug in der voll guter Laune schon wieder große Pläne schmiedete. Freudig nahm ich seinen verbesserten Zustand zur Kenntnis, er stieg sogar schon wieder ohne zu schnaufen Treppen und fühlte sich wie neu geboren. Schön, so etwas zu erleben, wenn du nach dem letzten Besuch schon dachtest, es könnte auch jederzeit zu Ende gehen, seine blauen Lippen gar nicht gut aussahen. Zwar war sich meine Liebste sicher, dass er noch viele Jahre hat, unseren Kindern noch ein guter Großvater sein wird, aber wie weit diese Meinung von Sachverstand oder mehr von schnöder Hoffnung getragen war, wusste ich auch nicht.

Jedenfalls begann der Spaziergang bis zum Göhrener Ei so mit einem emotional sehr erfreulichen Telefonat und so rief ich gleich danach beschwingt die Liebste in Dublin an und marschierte beflügelt vom guten Zustand des Herrn Papa der Suppe zum Trotz gen Mitte. Durch den Kollwitzkiez, die Schönhauser Allee hinunter, über die Torstraße und weiter die Alte Schönhauser entlang - zugegeben sehr einfallsreich ist diese Namensgebung nicht aber zumindest historisch wertvoller als die Frankfurter Allee nach Karl Marx zu nennen, bis zum Hackeschen Markt, den überquerend und die S-Bahn unterlaufend kam ich am DGB-Haus und, was mir wesentlich wichtiger ist, dem schönen Buchladen vorbei zur Museumsinsel.

Und welch Glück und Gnade gewährte mir die hiesige Suppe dort, der gruselige Berliner Dom, dieses Sinnbild des deplatzierten und protzigen Wilhelminismus, dessen endlich Sprengung wirklich ein ästhetischer Verdienst wäre, den sich die Regierung Ulbricht ans Rever hätte heften können und dann hätte ich großer Schlossbefürworter mich sogar für den Erhalt des rotfaschistischen Palastes der Republik ausgesprochen, stünde er anstatt dieses furchtbaren Doms, dessen einziger Verdienst zu sein scheint, das seine Kuppel größer ist, als die des Petersdoms, warum es alle Berliner immer gern betonen, dieses Machwerk das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, heute unser Weltkulturerbe Museumsinsel verschandelt, verschwand weitgehend bis auf zart nur kaum sichtbare Umrisse im Nebel. Wie schön und wunderbar wirkte da der Gang über die Brücke mit dem weniger verschleierten Blick auf Alte Nationalgalerie, das benachbarte Neue Museum und das diesem gegenüberliegende Alte Museum. Es war wie verzaubert.

Auch die Pergamonbaustelle gegenüber dem Privatdomizil der wacker mit den unsteten Genossen verhandelnden Kanzlerin verschwand zwischen den die Flügel umwallenden Planen am Gerüst im dichten Nebel. Bis vorne zur Spitze der Insel lichtete es sich wieder ein wenig, auch wenn die Suppe relativ beständig blieb und das Atmen schwer machte. Dies sind immer die Tage, an denen du dir sicher bist, Morgen unbedingt mit dem Rauchen aufhören zu wollen, weil du ja so schon bei dem Wetter schlecht Luft bekommst und die Feuchtigkeit gemischt mit dem Dreck der Schornsteine schwer auf den belasteten Bläschen klebt.

Die Märchenhütte leuchtete nur in Konturen sichtbar aus der Suppe und der weitere Weg durch Mitte erinnerte immer wieder an den berühmten Film M eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang mit Peter Lorre in der Rolle des Kindermörders. Am Friedhof kurz vor der früher Mauer wurde es nochmal dank der dort Freiflächen ein wenig dichter in der Suppe und das Gruselfilmgefühl stieg wieder auf.

Fragte mich, wie es wohl nun würde durch Gesundbrunnen am Humboldthain entlang zu gehen und kann nachdem ich es erlebte sagen, es erinnerte an die Tatorts aus den frühen 70ern, die meine Mutter sah und bei denen ich manchmal heimlich spähte, wenn keiner was merkte. Eine Alle am Wald, den der Humboldthain dort birgt, auf der anderen Seite teilweise beleuchtete Industriebauten. Hässlich und zweckbestimmt, dazwischen einzelne Klinkerhäuser als Überbleibsel der Vorkriegsarchitektur, als hier noch AEG und Siemens Eisenbahnen und mehr bauten.

Ein gruseliger Weg und der Blick über die S-Bahn-Gleise am Ende entschädigte für das mulmige Gefühl nur wenig. Zum Glück hatte ich die Liebste im Ohr und konnte so die ganze Zeit auch vor mir selbst den Helden spielen, den das bisschen Wetter doch nicht tangierte. Dabei hatte ich die dickste Suppe noch vor mir.

Wie erwartet, war die Freifläche der Gleise hinter dem Bahnhof Gesundbrunnen, zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen am tiefsten im Nebel verschwunden. Genoss es, wenn auch stark schnaufend, lief die sonst schon vom Center aus gut sichtbare Brücke hinauf, deren Lichter ich erst sah, als es schon zu ihr die Straße entlang bergauf ging. Es war ein wenig seltsam. Der Blick aus dem Westen in die Zone, über die Mauer hinweg, die einst dort stand - und alles im Osten verschwand im Nebel und was sichtbar in der Suppe blieb grau, wie es einst in Zeiten der DDR tatsächlich alles war, bevor die Diktatur des Pastell den Berg mit ihrer Sucht nach Harmonie überschwemmte.

Nun, ich fand nach Hause zum Platz, den ich von der Pappelallee kommend noch einmal fast umkreiste, aber ich konnte immer noch nicht von einem Ende zum anderen sehen und mich einfach für einige Stündchen verirrt haben. Lustig hörte sich das Pingpong der immer nächtlichen Spieler im Nebel auf dem Platz beim Vorübergehen an - es war ja nichts zu sehen und so kam das stete Plop aus dem irgendwo grau. Die Haare feucht wie den Bart kehrte ich schließlich heim und konnte nicht wirklich überzeugt von der guten Berliner Luft singen.

jens tuengerthal 11.1.2018

Mittwoch, 10. Januar 2018

MeNot

#MeToo betrifft mich nicht
Fasse nur meine Frau an
Die freut sich darüber sehr
Der Rest geht mich nichts an

Öffentliche Anklage aber geht
Gar nicht aber alle etwas an
Sie hebt den Rechtsstaat auf
Beschädigt unsere Freiheit

Vergewaltiger gehören bestraft
Nicht öffentlich ausgepeitscht
Auch Angeklagte haben Rechte
Opfer sind nicht die Ankläger

Wozu braucht es ein Hashtag
Für Opfer als Ankläger wo der
Rechtsstaat noch funktioniert
Was verrät dies über beide

Die öffentliche Steinigung ist
Teil des Rechts der Sharia
Auf diesem Niveau sind wir
Im moralischen Westen nun

Gelassen sage ich #MeNot
Liebe den Sex nur mit meiner
Weiß besser wird’s mit keiner
Was steckt wirklich dahinter

Arme Frauen als stets Opfer
Klagen böse Männer als Täter
An und klingen wie früher Alice
Im Superlativ kollektiver Hysterie

Manchmal klagen auch Männer
Die Opfer böser Schwuler waren
Seltener die Opfer wilder Weiber
Wem auch immer es peinlich wäre

Alle Erfahrung des Lebens sagt mir
Frauen sind immer potenter als wir
Denken mehr daran als die Männer
Zumindest die wenigen die können

Die meisten aber lohnen ohnehin
Eher weniger zöge da Onanie vor
Hätte ich nicht eine der wenigsten
Spart euch lieber die Mühe Männer

MeNot sollte stolzer Männer Motto
Künftig lieber sein weil es nicht lohnt
Außer sie können und wollen selbst
Was selten genug wohl passiert

Lasst die öffentlichen Anklägerinnen
Alle lieber unbefriedigt verhungern
Zieht euch gemütlich nur zurück
Bis eine kommt die unbedingt will

Dann ziert euch ein wenig noch
Treibt den Preis in die Höhe statt
Unter Wert um öde Muschis weiter
Zu buhlen als sei es Champions-League

Es lohnt sich nie aktiv zu werden
Sage ich viele Erfahrungen später
Meine Traumfrau hat mich ausgesucht
Wusste genau was sie von mir wollte

So ist das nervige #MeToo ein Zeichen
Für uns Männer es endlich umzudrehen
Wenn eine was will soll sie sich bemühen
Die meisten lohnen nicht des Gedankens

Beschäftigt euch mit Fußball Eisenbahn
Autorennen oder wie ich nur Büchern
Seid glücklich mit dem was ist werdet
Eurer Natur nach endlich wieder faul

Die Zeiten wandeln sich manchmal
Zeit stehen zu bleiben um lieber mal
Nichts zu tun und nur zuzuschauen
Bis die Damen von sich aus kommen

Alle die nicht kommen oder können
Waren der Mühe noch nie weiter wert
Der kleine Teil der sich jemals lohnt
Sucht sich allein aus was ihm gefällt

So ging es mir noch immer im Leben
Stelle ich rückblickend gelassen fest
So fand mich die beste aller Frauen
Von der ich mich aussuchen ließ

Lasst die Damen mal machen
Dates und sonstiges lohnt nicht
Vergesst alle Partnerportale schnell
Die Richtige kommt und findet euch

Bis dahin genießt Leben für euch
Anmachen und Rumkriegen lohnt nie
#MeNot ist die Devise des Mannes
Der frei und glücklich lieber lebt

Außer meiner lohnte kaum eine
Promillesätze der Hoffnung sind
Grund genug anderes zu tun als
Unwillige Weiber noch zu jagen

Wer dich zu würdigen weiß kommt
Von ganz alleine ohne das alberne
Vorher Pfauengehabe wirst du so
Besser von der Richtigen erkannt

So fand mich meine im Urwald
Des Netzes und wählte mich aus
Brachte mich zur Strecke und blieb
Als schönstes Glück mir für immer

Männer lebt endlich euer Leben
Macht was euch glücklich macht
Die zu euch passt wird euch finden
Entspannt euch und sagt #MeNot

jens tuengerthal 10.1.2018

Liebessicherheit

Meine Liebste ist mein Glück
Besser kann ich es nie treffen
Wir passen in allem so perfekt
Liebe sie also sicher für immer

Doch gibt es jemals Sicherheit
In der Liebe wie sonst im Leben
Was von so vielem abhängt stets
Von dem wir nichts wissen können

Vermutlich ist Sicherheit ein Traum
Die Hoffnung auf irgendwie Ewigkeit
Dabei ist doch alle Natur stets endlich
Endet alles was ist immer irgendwann

Das alles weiß ich aus Erfahrung gut
Dennoch will die Liebe auch Ewigkeit
Glaubt das Gefühl lieber an die Illusion
Als ganz realistisch dabei zu bleiben

Weiß sicher nichts ist für die Ewigkeit
Alles ist vergänglich und wir zuerst doch
Liebt es sich schöner als wäre es anders
Möchte ich in der Liebe Sicherheit haben

Es soll der Augenblick verweilen
Wo wir im Liebesglück uns fanden
Hebt Liebe alle Grenzen leicht auf
Was soll Liebenden Zeit noch sein

Wenn Liebe schneller als Licht wäre
Höben alle zeitlichen Grenzen sich auf
Wie Einsteins einst uns lehrte und also
Kann Liebe für die Ewigkeit auch sein

So liebe ich meine Liebste einfach weiter
Für die Ewigkeit auch wenn es die nie gibt
Weil die Liebe bekanntlich ja alles kann
Ist sie logisch schneller auch als Licht

So bin ich in völliger Liebessicherheit
Es ist ja auch alles ganz vernünftig so
Liebe meine Liebste mehr als unendlich
Weiter als das Universum groß ist

jens tuengerthal 9.1.2018

Dienstag, 9. Januar 2018

Zerfällung

Wie einer im Alter öffentlich zerfällt und ob es Mitleid erregt in einer überalterten Gesellschaft, wenn er zufällig Präsident wurde.

Fire and Fury macht als Buch öffentlich, was viele dachten, die sich schon mal mit Altenpflege beschäftigt haben. Der Mann im Weißen Haus verfällt immer mehr der Demenz und weiß viel häufiger nicht mehr, was er tut, als seine Wähler wohl ahnten.

Du kannst in einem funktionierenden System ganz still in höchsten Ämtern dem Wahnsinn verfallen, ohne dass es einer bemerken muss, weil der Apparat so etwas abfedern kann. Dies ginge auch in Washington gut und in der Endphase Ronald Reagans ganz leise von statten, inzwischen hat es auch seine sterngläubige Nancy dahingerafft nach der so viele arme Mädels im Osten genannt wurden, wenn sie nicht Peggy oder Svetlana hießen. Müsste alles nicht schlimm sein, dafür ist die Demokratie gerüstet, eine alte wie die amerikanische ohnehin.

Was aber ist, wenn das Volk einen wählte, der schon vorher absehbar beschränkt war und sich hinterher als genau das herausstellt, was er immer sagte und dazu noch durch sein tägliches Verhalten stark den Verdacht nährt, er sei nicht nur ein langsam impotenter Neureicher, sondern eigentlich längst ein nicht mehr zurechnungsfähiger Pflegefall?

Dass er sich dabei für besonders genial und begabt hält, ist typisch und viele Betreiber mittelständischer Unternehmen, die in der Familie weitergegeben wurden, werden dies Problem kennen. Vielleicht macht diese Situation noch verständlicher, warum der seltsame Präsident so viele seiner Angehörigen in seine nächste Umgebung holte. Er regelt sein Erbe beizeiten - auch wenn das nicht zu einem demokratischen Staatsamt und den Regeln der Unbestechlichkeit passt, ihnen eigentlich absolut widerspricht.

Der Mann ist Unternehmer und nicht Politiker, der großmäulige Betreiber von Misswahlen, der für den alten Chauvinismus stand und dem viele auch ihre Stimme und Hoffnung gaben, weil er, so unpassend wie er in allem zum üblichen Establishment der Hauptstadt war, ihnen eine neue Perspektive der Teilnahme gab, sie sich demokratisch vertreten sahen und dafür ausblendeten, was verschiedene Ärzte schon lange vor der Wahl sagten. Der unbelesenste aller Präsidenten, der ein struktureller Anapphabet fast ist, kann das Amt nicht mehr aus eigener Kraft führen, ist der Verantwortung nicht gewachsen und war es vermutlich nie.

Wer einmal seine Großeltern oder sogar Eltern wirklich altern erlebte, wird diese skurrile Situation verstehen. Ein früher starker und dynamischer Mann verlor ganz rapide an Geist und Kraft, ist in einer neuen Umgebung total verängstigt und überfordert, verlässt sich auf die ihm bekannten Reflexe hilflos in einem System gefangen, das an ihm hängt, was ihn aber in jeder Hinsicht übersteigt.

Das System versucht weiter zu funktionieren, trotz seiner kontraproduktiven Eingriffe. Vermutlich war seine Kandidatur ein Scherz gegenüber Hilary, der er frühere Wahlkämpfe finanzierte. Immer mehr merken das und überlegen, wie sie aus dieser Situation heil wieder herauskommen können. Die Beteiligten wissen, der Patient ist nicht mehr zurechnungsfähig, er mag noch gelegentlich lichte Momente haben, in der seine sonstige Demenz nach außen unauffällig getarnt werden kann, doch alle, die ihn kennen, wissen, es geht nur noch bergab, es gibt keine Aussicht auf Besserung.

Wie soll mit diesem zerfallenden Mann mit schon ohnehin wenig Geist im höchsten Amt umgegangen werden, wenn er noch dazu gern seine dicken Finger auf den Atomknopf legen würde, um etwas von Bedeutung zu hinterlassen, zumindest dann, wenn ihn keiner mehr ernst nimmt.

Wie soll die Welt mit einem immer weiter nicht mehr zurechnungsfähigen Patienten im höchsten Amt der verbliebenen Supermacht umgehen?
Hat die Welt nun Zeit, die Epoche Trump auszusitzen, oder muss schnell gehandelt werden?

Dieser Mann hat viele Anhänger, weil er nicht angepasst scheint - darum wurde über sein auffälliges Verhalten hinweggesehen, haben die USA mitten in der Hochphase von #MeToo einen Präsidenten, der stolz auf sein Grapschen ist und doch wird einem bis dahin erfolgreichen Geschäftsmann und Unternehmer von immer mehr Menschen ein unreifes Verhalten auf dem Niveau eines Achtjährigen assistiert.

Der Prozess des Zerfalls nimmt ständig zu und wer einmal Franzens Korrekturen las oder selbst diesen Prozess in der Familie erlebte, weiß, es geht nur noch bergab und das mit zunehmender Geschwindigkeit und doch immer wieder unberechenbar. Nicht die Öffentlichkeit wird am meisten über seien Zustand getäuscht, sondern er täuscht sich selbst.

Es ist tatsächlich anzunehmen, dass er sich für genial und überlegen hält, auch wenn er vermutlich der erste Präsident der Welt ist, der schon vor seiner Wahl nicht mehr ganz zurechnungsfähig war und nur mit Hilfe seiner nächsten Angehörigen dies erfolgreich tarnen konnte. Dies alles sind typische Symptome.
Muss die Welt vor einem Monster gerettet werden oder sollten wir Mitleid mit dem armen Kerl haben, ihn spielen lassen, bis es seiner Familie gelingt, ihn unauffällig aus dem Amt zu entfernen und in seinen Ruhezustand zu bugsieren?

In Anbetracht drohender Atomkriege, der Herrschaft über die größte Streitmacht und die wichtigste Ökonomie, scheint eine Veränderung dringend geboten, ist dieser eitle alte Kerl ohne Verstand eine Gefahr für die Welt, muss diese dringend handeln. Sie tut es nicht so schnell, weil der Alte abgeschirmt wird, viele noch ihre eigenen Interessen realisieren wollen, die Dinge nicht so einfach sind, wie sie scheinen.

Dürfen wir über diesen zunehmend geistig Behinderten im höchsten Staatsamt noch Witze machen oder verbietet das der Anstand und die politische Korrektheit, weil, so wenig wir in römischer Tradition schlechtes über die Toten sagen, so unmöglich wäre es, einen geistig Behinderten, auch wenn er zufällig für das höchste Amt gewählt wurde, öffentlich zu verspotten.

Es ist eine Spirale, die in den USA gerade ohnehin überhitzt ist und sich um politisch korrekte Sprache dreht. Derjenige, der sich dagegen auflehnte und einfach redete, wie es ihm einfiel und wie er es vor 40 Jahren noch gewohnt war, wurde von einer genervten minimalen Mehrheit gewählt. Wer denjenigen nun für geisteskrank erklärt, wird das Vertrauen seiner Wähler in die Demokratie massiv erschüttern. Dies könnte zu Ausschreitungen führen, die sich radikale Kräfte, von denen es dort genug gibt, zu Nutze machen, das Land weiter zu spalten, den Bürgerkrieg herbei zu bomben, um ihren Rassismus auszuleben.

Dennoch müsste gehandelt werden, wenn die Gefahr, die von einem geisteskranken oder zumindest nicht mehr zurechnungsfähigen Präsidenten, der besser nur noch Patient und Pflegefall wäre, ausgeht, größer wäre, als diejenige, die seine Beseitigung hervorriefe. Das hängt wiederum davon ab, wie gut ihn seine Umgebung abfedern kann, wie sehr ihn Kinder und Schwiegersohn unter Kontrolle haben. Bisher scheint mir fraglich, welches Risiko für die Welt größer wäre, einen dementen Präsidenten gut abgefedert von seiner Umgebung im Amt lassen oder eine Radikalisierung der sich unverstanden fühlenden Wähler zu riskieren.

Zwar vermute ich, dass die große Mehrheit der Amerikaner, auch wenn sie Anhänger der Republikaner sein sollten, besser mit der Absetzung eines dementen Präsidenten am Rande der Zurechnungsfähigkeit umgehen könnte als manche Mahner heute befürchten, dabei sollte jedoch nicht der hohe Anteil von gerade radikalen Gläubigen unter seinen Wählern unterschätzt werden. Diese, mit ihrem Glauben ebenfalls an einer Form der Geistesstörung leidend, auch wenn diese bis heute hier toleriert wird, gerade in den USA, könnten sich noch stärker mit ihrem Präsidenten solidarisieren, da sie ja auch zur gleichen Gruppe der Benachteiligten gehören.

Was kann sich der neutrale und vernünftige Betrachter der Vorgänge in den USA nun wünschen?

Wird der Präsident nun, was medizinisch wohl indiziert wäre, von seinem ihn offensichtlich überfordernden Amt befreit, könnte dies zu einer radikalen Spaltung der Vereinigten Staaten bis hin zum Bürgerkrieg führen, da die vom zu radikalen und primitiven Wahlkampf aufgehetzte Bevölkerung sich noch nicht beruhigt hat, die Erkenntnis, dass dieser Mann nicht fähig ist, sein Amt zu führen, noch längst kein Allgemeinwissen ist und sich die Menschen seines Stabes noch hüten, solche Neuigkeiten zu verbreiten, um im Falle eines Verfahrens der Amtsenthebung nicht ihre eigene Stellung zu gefährden.

Wird der Präsident gut betreut im Amt belassen, vezögert dies die Entwicklung der Welt, bremst die USA aus, aber sein Team wird schon schlimmstes zu verhüten wissen, sie werden ihn weiter täuschen, wie bei der Amtseinführung und die real existierende Lüge wird als soziales und staatstragendes Märchen zur politischen Normalität, was in der Scheinwelt der USA für einige Jahre keinen großen Schaden anrichtet. Literarisch aber könnte diese Wiedergeburt des öffentlichen Märchens interessant sein. Werde diesen Aspekt beobachten.

Fürchte eine solche kleine Märchenwelt weniger als zu radikale Brüche, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass der arme Mann überfordert und pflegebedürftig eher ist. Aber auch aus sozialen Aspekten scheint mir der langsame Übergang, bei dem seine Verwandten helfen, den einzigen Donald ins Pflegeheim zu bringen, die bessere Variante ist. Es wird einerseits eine tragische Geschichte, weil es den Zerfall eines Menschen öffentlich macht, der nicht vor sich geschützt werden kann, weil blinder Hass ihn gewählt hat und dieser auch seine Absetzung nicht als sozial und vernünftig anerkennen würde, andererseits wird es der Welt und den USA gut tun, sich weiter mit Demenz und der Zurechnungsfähigkeit im Alter öffentlich auseinanderzusetzen zu müssen und so ist der einzige Donald vielleicht wirklich eine große Chance für Amerika und die Welt, sich mit Sterblichkeit, geistigen Verfall und dem Alter öffentlich auseinanderzusetzen.

Der Unsinn, der er bis dahin noch anstellt, wird die Familie abfedern. Der Rückzug der USA aus der Welt wird dieser und der Welt besser tun als zu viele Jahre Kriege in Stellvertretung überall. Er wird immer mehr schlafen, immer weniger arbeiten können, wodurch sein Stab endlich ungestört sein wird.

Die menschliche Entwicklung ist relativ kreisförmig. Am Anfang und am Ende sind wir pflegebedürftig, das ist der Gang der Dinge und meist nimmt der Verstand und die Zurechnungsfähigkeit auch relativ parallel ab. Dies zu erkennen und im höchsten Amt vorgeführt zu bekommen, finde ich geradezu erfrischend.

Bleibt zu hoffen, dass Ermittler Müller ihn nicht doch aus Versehen aus dem Amt drängt, bevor er sichtbar öffentlich verblödet, auch wenn das nötig einerseits wäre, ist der drohende Flurschaden wieder zu groß. Lasst den armen alten Mann im Amt dahindämmern und die Welt ein wenig schlafen in der Zwischenzeit. Es wird ihr gut tun. Bin mir übrigens sicher, dass der Präsident glaubhaft und aus vollster Überzeugung versichern kann, er wisse nichts von einem Treffen mit Russen, weil er sich sicher an nichts und immer weniger erinnert.

Betrachten wir den öffentlichen Zerfall des Donald T als ein Musterbeispiel und lernen wir davon, um künftig besser die Würde der Betreffenden schützen zu können - vielleicht aber können wir auch ganz großzügig sagen, solange er nichts merkt und sich für den genialsten von allen hält, schadet es nichts, wenn die Öffentlichkeit ein wenig vom Gegenteil lernt, wie es sein sollte.

jens tuengerthal 9.1.2018

Freiheitsliebe

Die Liebe ist das größte Glück
Sie schenkt uns Erfüllung erst
Wo wir uns ganz ihr hingeben
Voller Vertrauen zueinander

Die Freiheit ist das größte Glück
Wir haben sie auch ganz allein
Sind wir uns ihrer nur bewusst
Bleiben die Gedanken stets frei

Den Traum von Liebe zu leben
Macht zwei miteinander glücklich
Die Liebenden sind nie einsam
Sie teilen sich ein Leben im Glück

Wer frei bleibt ist mit sich glücklich
Braucht keinen anderen zum Glück
Findet Erfüllung auch ganz für sich
Ist ungebunden darum in allem

Sollen wir darum die Freiheit lieben
Oder der Liebe die Freiheit schenken
Um weniger einsam alles zu haben
Statt im entweder oder zu leben

Wer unfrei ist kann nicht mehr lieben
Echt ist die Liebe nur wo sie frei ist
Sich ungebunden füreinander entscheidet
Um miteinander mehr dann zu haben

Wer wirklich liebt gibt alles gern dafür
Das kostbarste aber ist unsere Freiheit
Nur wer sie aufgibt kann nicht mehr lieben
Darum vereint sich im Glück beides

Weil ich meine Frau so sehr liebe
Will ich ihr mein kostbarstes schenken
Gebe ich es dafür auf wird es wertlos
Wie ich nur ihre Liebe frei bekomme

Loslassen und festhalten zugleich
Ist das Drahtseil der Liebesbalance
Dabei glücklich zu sein das Rezept
Nie ging und geht es irgend anders

Liebe ist in unserer Natur angelegt
Wir finden es von ganz allein meist
Liebe leben heißt Natur überwinden
Damit sie sich frei entfalten kann

Wer es schafft dabei glücklich zu sein
Erreicht vernünftig betrachtet übermenschliches
Dabei hilft uns die menschliche Natur
Die uns triebhaft dahin allein treibt

Können wir je die Natur korrigieren
Wenn sie uns hindert glücklich zu sein
Oder hilft Verstand in der Liebe nie
Fragt sich der Aufklärer dabei kritisch

Nach Glück streben können wir sowohl
Vernünftig als auch es triebhaft finden
Nur wer einmal denkt ist daran gebunden
Verwirrt sich zwischen den Trieben nur

Darum liebe ich meine liebste Traumfrau
Mit vollem Gefühl und klarem Verstand
Ganz logisch entspricht es meiner Natur
Die stets beides ganz in sich trägt

Manchmal noch fällt es uns schwer
Sich dabei harmonisch zu verstehen
Auch wenn beide das gleiche wollen
Tun wir es auf entgegengesetzte Art

Nur in der reinen Natur ist es vollkommen
Hier folgen wir lustvoll allein dem Triebe
Denken wenig und fühlen uns dabei wohl
Als sei eins für sich der Schlüssel zum Glück

Wüsste ich wie ich Verstand und Gefühl
In harmonischen Einklang brächte wäre ich
Stets der glücklichste Mann der Welt mit
Der perfekten Frau noch ringen wir darum

Vielleicht aber ist dieser uralte Ringkampf
Die Bedingung des höchsten Glücks auch
Weil in der Natur alles seinen Preis hat
Oder braucht mehr Gefühl weniger Verstand

Was weiß ich schon von der Liebe und wie
Könnte ich eine Frau je zu verstehen meinen
Liebe sie einfach nur über alles auch wenn es
Vernunft in Freiheit manchmal schwer hat

jens tuengerthal 9.1.2018

Sonntag, 7. Januar 2018

Beziehungsstatus

Wenn ich wirklich liebe
Ändert sich nichts mehr
Es bleibt alles beim alten

Beziehungsstatus auf ewig
Wäre mir am allerliebsten
Keine Fragen mehr dazu

Frage mich wen überhaupt
Dieser Status interessiert
Als die beiden Betroffenen

Den Staat der Steuer wegen
Die Verwandten nur manchmal
Die Interessierten sind uninteressant

Bin verlobt und also versprochen
Habe mich dabei nicht versprochen
Sondern gehöre einfach einer

Das geht den Staat noch nichts an
Steuer ist bei uns nicht zu holen
Zivilrechtlich ist es relativ egal

War vor über einem halben Jahr
Die wichtigsten habens erfahren
Daran ändert sich nichts mehr

Wenn ich nun bald auch heirate
Bin ich immer noch versprochen
Nur dann geht es den Staat an

Fragt mich wer was für mich nur zählt
Dann sag ich allein unser Versprechen
Und das ist auch schon zuviel gesagt

Allein unsere zauberhafte Liebe war es
Die mich gleich für immer sicher sein ließ
So wäre der Status wohl immer verliebt

Kein anderer Status zählt noch für mich
Habe die eine und sie hat mich fertig so
Lange wir uns lieben ist der Name egal

Alles andere ist mir völlig schnuppe
Wollte es nur mal gesagt haben
Noch kurz vor der Hochzeit
Dann sagt meine Frau was

jens tuengerthal 7.1.2018

Samstag, 6. Januar 2018

Gottesstrafe

Glaubte ich an einen Gott
Hielte dies nicht für verlogen
Lachte nur über die Dialektik
Von Himmel und Hölle laut
Wüsste ich die schlimmste Strafe

Eifersüchtige Menschen sind es
Die anderen aus ihren Zweifeln
Das Leben zur Hölle machen
Überflüssig wie ein Kropf wohl
Verzichtete zu gern ganz darauf

Liebe will sich ganz schenken
Eifersucht hat Angst zu verlieren
Eins ist unverwandt dem anderen
Manche verwechseln es zu gern
In ihrem stets rasenden Wahn

Muss ich an Götter noch glauben
Um die Eifersucht ewig zu bannen
Als Hölle auf Erden sie zu benennen
Oder reicht kritischer Verstand dazu
Fragt sich der Aufklärer aus Gründen

Lieber bin ich ein Leben lang allein
Als den Rest mit der Eifersucht noch
Teilen zu müssen voller Misstrauen
Als tägliche Hölle des Miteinander
Anfallsweise zufällig auftretend

Kenne keine Götter glaube nur
An die Liebe als schönstes Glück
Was Menschen verbinden kann
Manche verspielen ihr Glück leicht
Um ihre Eifersucht zu bestätigen

jens tuengerthal 6.12.2018

Nachfühlen

Nun ist die Liebe wieder weg
Auf die irische Insel geflogen
Und doch noch so da überall
Um mich wie in mir noch mehr

Sehe noch ihr Geschirr stehen
Weiß um ihre Wäsche drüben
Kuschel mich bald in unser Bett
Um ihr weiter nach zu fühlen

Wer Spuren des andern sieht
Ist weniger allein weil dieser
Nicht so spurlos verschwand
Kann Nähe echt gefühlt werden

Natürlich ist das alles Unsinn
Liebe ist ja ein hehres Gefühl
Hängt nicht an oller Wäsche
Aber fühlbar wird sie dann doch

So überbrücke ich die Einsamkeit
Mit nachfühlen an allem was ist
Fühle mich damit weniger allein
Was eine Illusion ist die gut tut

Was gut tut ist immer auch gut
Egal wie wirklich es eigentlich ist
Mache ich mir auch in der Liebe
Die Welt wie sie mir gefällt

jens tuengerthal 5.2.2017

Lichtwanderung

Weihnachten ist vorbei. Auch Silvester haben wir hinter uns. Noch haben es nicht alle mitbekommen, scheint es.

Als ich heute wieder von Schönefeld Flughafen gen Helmholtzplatz wanderte, durfte ich beides bemerken. Immerhin hatte ich, nachdem ich die Liebste auf dem Weg nach Dublin am Gate verabschiedete und mich auf dem Weg machte noch Licht und es regnete nicht, zwischenzeitlich zeigte sich sogar die Sonne, bis sie bald im Westen versank. Doch schaffte ich noch die ersten drei Kilometer bis zum Ortsschild Berlin vor Einbruch der Dunkelheit, welche die restliche Wanderung begleitete.

Wo Dunkelheit ist, ist kein Licht, meint der Physiker, doch welch Irrtum, schon vor ihrem gänzlichen Einbruch leuchteten Fenster und Vorgärten in der Brandenburger Provinz, standen dort noch Weihnachtsmänner, die real längst auf warmen Inseln sich vom Weihnachtsstress erholten, gäbe es sie denn so real, wie sie schon in dortigen Vorgärten präsent waren. Mangels echtem Schnee nahmen die Brandenburger elektrisch leuchtende Schneemänner und ließen die Tannen in ihren Vorgärten weiß glitzern. War wirklich erstaunt über diese farbenprächtige Vielfalt in der doch so armen Provinz, denn trotz der Flughafennähe, die vermutlich den prächtigen Rathausneubau und das überdimensionierte Schwimmbad finanzierte, sieht Schönefeld der märkischen Provinz, wie sie schon Fontane genau so durchwanderte immer noch ähnlicher als einem Ort im Jahre 2018. Mit dem Unterschied, dass Kollege Theodor die Mark noch dunkel sah, während sie mir elektrisch glitzernd erschien, was den Mangel an Schnee in Betreff der Helligkeit lange kompensierte.

Nun gut dachte ich auf dem 1km durch die winterlich kahlen Felder bis zum Anfang des sehr langen Berliner Bezirks Neukölln, war halt Provinz, in Berlin wirst du so etwas nicht mehr erleben. Doch welch Irrtum - bunter noch leuchteten die Fenster in Buckow und Britz und gerne übertrafen sich die Nachbarn noch im farbenfrohen Flackern. Knaller und Raketen waren in der Provinz wie in der Großstadt immer wieder zu hören, wie zu sehen - vermutlich auch ein Unterschied zu Fontanes Wandererfahrungen. Das ahnte ich bereits, dauert es doch immer mindestens bis Ende Januar, bis auch der letzte verstanden hat, das neue Jahr hat begonnen und muss nicht mehr mit dem großen Knaller begrüßt werden.

In Neukölln Zentrum, nach dem Autobahn- und S-Bahn-Ring, wurde das weihnachtliche Leuchten deutlich weniger. Der größere Teil der dort sichtbaren Anwohner hat mit diesem Fest auch eher weniger am Hut, dafür leuchteten die Auslagen der Frauen verhüllenden Mode, die dort feilgeboten wird, um so bunter und viele der Spätis hatten die bunten Lichterketten im Angebot, mit denen sich Provinz und entferntere Stadtteile so gern gut christlich schmücken. Zumindest wusste ich nun woher, wenn die erleuchteten Brandenburger und Kleinstadt-Berliner ihr Equipment nicht in einem der vielen Baumärkte auf dem Weg erwarben, die auch gern alles bunt glitzern lassen. Was noch ein Unterschied zu Fontane wohl ist, damals waren in der Mark über 99% christlich, heute ist der Grad der Christianisierung in Neufünfland niedriger als in Indien, was niemanden am Glitzern hindern muss und kein Nachteil für Vernunft und Aufklärung wäre, hätte sie den Platz der Religion eingenommen und wäre nicht das Privatfernsehen an ihre Stelle getreten.

In Kreuzbergs SO36, wie am Paul Linke Ufer und später in den Hochhausschluchten der Annenstraße, waren wieder vereinzelt noch verspätet weihnachtlich erleuchtete Fenster und Vorgärten anzutreffen, wenn auch mit weniger Figuren und Glitzer, auch war die Farbgebung eher schlichter zumeist.

Durch Mitte ging es ohne größeren Glitzer, sehen wir von dem kleinen Glitzer-Flash am Radisson ab, das in enger Konkurrenz mit dem benachbarten Dom gern um spießige Häßlichkeit wetteifert, auch da beide gern mehr scheinen wollen, als sie sind.

Wieder auf dem heimatlichen Berg begrüßten in der Kollwitzstraße noch einige der dort Restaurants oder Bars mit buntem Glitzer im wohl weihnachtlichen Stil - der Kollwitzkiez ist eben wie schon lange vermutet fest in schwäbischer Hand, also längst vorstädtisch, provinziell geworden - zumindest, was die Gastronomie betrifft, denn wer geht schon noch im Kollwitz-Kiez weg? Die Fenster der Eigentumswohnungen dort waren vornehm zurückhaltend - Geld glitzert in Deutschland nicht, wir sind ja nicht in Amerika bei Familie Trump.

Endlich wieder am Helmholtzplatz dann bemerkte ich schon im Göhrener-Ei voll Freude relative Dunkelheit, zumindest kein Glitzer mehr und über dem Platz selbst, bei einer Limonade mit der Liebsten im Ohr, die inzwischen wieder in Dublin gelandet und auf ihrem Zauberberg angekommen war, sah ich sogar einen echten Stern zwischen dem sich kurzzeitig lichtenden Dunst und ich meine nicht den, der an zwei Seiten blinkte und sich bewegte.

So kann ich nach 30km Wanderung nun sagen, die Provinz und die eher provinziellen Randbezirke leuchten noch wunderbar weihnachtlich um die Wette, Mitte ist ohnehin immer heller und am Berg leuchten und glitzern die, zu denen es passt.

jens tuengerthal 5.1.2017

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresglücksbilanz

Ein Jahr voller Glück
Brachte die große Liebe
Wie den Wortweg mir

Glücklich schau ich nun
Unendlich dankbar dafür
Zurück auf was war

Liebe dominiert
Schreiben hat endlich ein Ziel
Historisch wird es

Leben bleibt begrenzt
Liebe dafür unendlich
Dazwischen sind wir

Alles Glück erreicht
Macht gelassen im Leben
Zufrieden dazu

Schreibe nun nur noch
Um zu genießen was ist
Davon zu schwärmen

Es gab auch Schrecken
Manche starben beinahe
Andre tatsächlich

Doch mindert der Tod
Nie Lebensglück er ist nichts
Was uns anginge

Wer lebt sei glücklich
Wer nicht ist einfach nicht mehr
Wer sorgt sich um nichts

Glück ist stets eine
Frage der Haltung dazu
Leben ist einfach

Dankbar genießen
Meine Aufgabe künftig
Das will ich üben

jens tuengerthal 31.12.2017

Montag, 25. Dezember 2017

Weihnachtswetter

Alle Jahre wieder schimpfen die Menschen in Deutschland über das Weihnachtswetter. Erinnere mich noch aus dunklen Sagen meiner Kindheit, dass es zumindest am 1. oder 2. Feiertag tatsächlich mal geschneit hat - den Heilig Abend habe ich immer so wie gerade eher mild in Erinnerung, wenn auch alle darüber klagten, sie vermissten den Schnee und wünschten ihn sich so sehr für eine romantische Weihnacht.

Manche gibt es, die Schnee tatsächlich nicht mögen, obwohl dieser doch gerade in Städten, zumindest am ersten Tag, alles grau weg zaubert und eine romantische Landschaft in der schlimmsten Tristesse schafft. Aber wie es immer die Schwarzseher gibt, die noch im schönsten Moment meinen, nur nicht zu sehr freuen, dann tut es nicht zu weh, wenn das Schöne wieder vorbei ist, sich darum nie ausgelassen, dem Genuss hingeben, er könnte ja unverdient sein oder bald enden, so gibt es eben auch die Schneehasser und die Kein-Schnee-Nörgler.

Für mich ist Wetter halt Wetter. Bei manchem nehme ich lieber einen Schirm, Ansonsten ist es nicht der Rede wert. Dieses Jahr habe ich mich ertappt, wie ich wieder auf die auch nahezu alljährliche Ankündigung hereinfiel, die einen sehr kalten und frostreichen Winter prophezeite. Schon freute ich mich auf eine weiße Adventszeit - als wüsste ich nicht, dass diese im Herbst noch liegt, Schnee dort eher einem seltenen Wunder gleicht, die Ausnahme ist und nicht die Regel. Der Winter beginnt am 21. Dezember und kommt frühestens im Januar und vorher brauchen wir nicht darüber zu reden, wie er war oder sein könnte.

Wenn er vorbei ist, brauchen wir auch nicht mehr darüber zu reden, dann ist Frühling mit dem wir uns dann lieber beschäftigen sollten, statt über den Winter, wie er auch ist, zu klagen. Wenn es sehr kalt wird und viel Schnee liegt, hat das Vorteile und Nachteile. Es ist jedes Jahr das gleiche Theater und immer wieder die selbe Empörung darob. In Sibirien wird es kälter und in Spanien weniger kalt, wenn überhaupt. Wem nicht gefällt, was ist, der sollte über einen Ortswechsel nachdenken, statt zu jammern. Allerdings vermute ich, dass die Jammerer egal wo jammern - wo es kalt ist, weil es zu kalt ist, wo es warm ist über die Hitze stöhnen, weil jammern ihr Lebenselixier und ihr größtes Talent ist.

Weiße Weihnachten ist schön und romantisch, keine Frage, kein Schnee an Weihnachten kann viele Leben retten - es ist überall so schön, wie ich es mir dort mache und haben will und um so weniger ich erwarte, desto glücklicher bin ich, mit dem was ist. Genießen können, was ist, statt über Dinge zu klagen, die nicht zu ändern sind, ist ein Talent zum Glück. Kann nicht viel vermutlich, wenn ich all die Supertalente dieser Welt betrachte, bin unmusikalisch, keine große Schönheit, nicht besonders hervorragend in irgendwas vermutlich, nur freuen kann ich mich und genießen und darum bin ich ein glücklicher Mensch, egal, wie es gerade kommt.

Weder naiv noch schicksalsergeben, denke ich kritisch über manches außer mein Wohlergehen, was ich völlig unkritisch einfach genießen will, warum ich alle destruktiven Jammerer am liebsten gänzlich meide. Bilanziere nüchtern, was mir gut tut und was nicht und komme damit zu dem Schluss, was ich nicht ändern kann, ist keiner Aufregung wert und wenn ich etwas ändern kann, ist es nur dann größerer Aufregung wert, wenn der zu erwartende Gewinn der Aufregung, den Energieaufwand dieser selbst übertrifft. So betrachte und bilanziere ich alles, was mich im ganzen ziemlich cool macht, wie meine Tochter es gerade meinte und wenn sechzehnjährige Damen etwas cool finden, kann es nicht völlig aufgeregt sein.

Manchmal mache ich auch wider alle Vernunft noch Dummheiten, obwohl ich es eigentlich besser wissen könnte, wäre ich immer vernünftig. Doch ein gutes Maß an Unvernunft scheint mir wiederum ein so großer Lustgewinn, dass er die Risiken der Dumnheit aufwiegt. Beim Rauchen scheint mir das manchmal fraglich, doch geht es mir besser dabei, wenn ich mich weniger damit beschäftigte, warum ich auch diese Frage noch einfach offen lasse. Glück ist, was wir daraus machen, davon bin ich überzeugt und ich lebe jeden Tag so, dass, träfe mich morgen der Schlag, ich sagen könnte, alles getan und gelebt zu haben, was ich mir nur wünsche, was, gemessen am Nichts, immer weniger wird und so bin ich heute mit jedem Wetter an Weihnachten glücklich, weil ich es will.

Denke inzwischen, es kommt vielmehr auf das Wetter an, was wir jeden Tag in uns machen, als was so oberhalb zufällig vorbei zieht und genieße darum, was ist und mach es mir darin schön. So bin ich auch an Weihnachten mit jedem Wetter glücklich und alle, die etwas anderes erzählen, meide ich lieber, weil dann die Gegenwart ein gutes Buches stets viel erquicklicher ist - was sie auch sonst in aller Regel gegenüber den meisten Menschen ist, was ich aber lieber für mich behalte, um nicht am Ende wie ein Griesgram zu wirken in meinem zurückgezogenen Glück.

jens tuengerthal 25.12.2017

Sonntag, 24. Dezember 2017

Wintersonnenwendmagie

Versuch einer atheistischen Festbetrachtung

Wir feiern jedes Jahr die Wintersonnenwende und nennen es Weihnachten, weil wir uns daran gewöhnt haben, es einfach Tradition wurde. Der jüdische Rabbi, aus dessen Lehren eine neue Sekte gegründet wurde, die ihren Aberglauben auch mit Gewalt in alle Welt verteilte, ist zwar real auf dem Rückzug aber gerade zur Wintersonnenwende hier noch sehr dominant präsent. Sie hat  es geschafft das alte heidnische Fest an den dunkelsten Tagen des Jahres voll in ihre Lehre zu integrieren, so dass es den meisten Christen längst als das wichtigste ihrer Feste erscheint, an dem sie sich am reichsten beschenken, auch wenn doch eigentlich Ostern, an dem seiner Hinrichtung und Auferstehung gedacht wurde, liturgisch viel bedeutender immer war, den Kern der christlichen Lehre enthält.

Es passt zu gut in die dunkle Jahreszeit, hier die Geburt des Lichts, als die einer der Biografen des Rabbi sein Erscheinen bezeichnet, zu feiern. Wann der Typ wirklich geboren wurde, ob es ihn tatsächlich gab oder die Evangelisten genannten Biografen sich alles nur ausdachten, um ihn gut in die jüdische Tradition von König David aus Betlehem einzufügen, wissen wir nicht. Dazu gibt es viele Theorien und auch wenn die Datierung im Kontext der Volkszählung schon etwas genauer eingegrenzt werden kann, haben wir keine genaue Ahnung von dem jüdischen Sektengründer, der ähnliches verkündete wie viele Jahre später auch die Hippies. Die Nacht seiner Geburt auf den 24.12. zu legen, passte zu gut in die christliche 3er Mythologie und verband das gewohnte heidnische Fest der Wintersonnenwende mit dem neuen christlichen, als das einer ernsthaft glauben könnte, der Zufall kalendarischer Wandlungen hätte genau den richtigen Tag getroffen und es sei nicht nur eine durchschaubare Taktik der PR-Abteilung einer Sekte gewesen.

Der Tag ist also vermutlich reines Marketing, was zur heute meist praktizierten Form dieser Heiligen Nacht ziemlich gut passt - doch er wurde so gut akzeptiert und bildete neue kultische Traditionen heraus, dass es nicht mehr um die Realität geht, sondern darum wie wir mit diesem Tag nun leben können und was wir aus ihm machen.

Die alljährlichen Aufrufe zum Frieden sind gewiss löblich, auch wenn sie meist echolos verhallen, weisen sie doch in eine gute Richtung, wenn dafür auch irgendein Aberglauben benutzt wird, schadet es doch nie, sich mit gutem Willen, dem Frieden zu widmen, auch wenn es unsinnig ist, nur diesen Tag dafür zu nehmen, wäre ein an diesem Tag gerettetes Leben den ganzen Popanz wert, würde ich sagen, auch wenn meine Vernunft mir sagt, besser wäre es, sich unabhängig vom zufälligen zeitgemäßen Aberglauben um den ewigen Frieden zu bemühen, wie ihn schon Kant hochhielt und dies auch, wenn ein großer Feldmarschall wie der alte Moltke einst meinte, dieser sei Unsinn - was sollte von einem Militär auch anderes erwartet werden, welcher Mensch möchte schon seine große Begabung gerne überflüssig machen.

Wir feiern die Wintersonnenwende in der dunkelsten Zeit des Jahres, kurz nach der längsten Nacht des Jahres, wenn endlich die Tage wieder länger werden. Es war die lange herrschende christliche Tradition flexibel genug, die lokalen Sitten aufzunehmen und zu integrieren. Eine Geburt von einem sogenannten Heiland zu feiern, klingt auch für die  meisten Menschen besser als seinen Tod und seine Auferstehung, also etwas nur geglaubtes und irgendwie überirdisches, in den Mittelpunkt unserer Tradition zu stellen. Fröhlich eine Geburt mit vielen Geschenken begehen, klingt einleuchtender auch für sonst vernünftige Menschen als den Tod und also das Ende des Lebens in den Mittelpunkt zu stellen.

Für gläubige Christen, die auf ein Himmelreich nach dem irdischen Ende hoffen, ist natürlich Ostern, die Qual und Folter wie die geaberglaubte Auferstehung ganz zentral, es ist der Kern all ihrer Hoffnungen, dass es eine Erlösung geben soll, die uns in bessere Welten führt als jene endliche, die wir nur ertragen. Für Gläubige, ist das Himmelreich eine Realität, die sie anstreben. Für normale Menschen, ist es etwas Fernes, an was manche Menschen glauben und das andere lieber nicht in ihre Gestaltung der Realität einfließen lassen. Es ist relativ schwer die Lehre von Ostern einem vernünftigen und kritischen Menschen als glaubwürdig zu vermitteln, dass auch ihre Datierung wie der vorherige Aschermittwoch und das nachfolgende Pfingsten nur älteren eben jüdischen Traditionen folgte nimmt ihm für den Gläubigen vermutlich nichts von ihrem Wert. Die neue Sekte, die sich eigentlich eher der Reformation des jüdischen Glaubens widmen wollte, als dessen Heiland sich der Typ sah, dessen angeblichen Geburtstag wir am heutigen 24.12. feiern, nahm schon bevor sie eine eigene Kirche war, wie jeder kluge Sektengründer es tut, alte Traditionen auf - wie willst du auch Menschen für dich gewinnen, wenn du ihnen nicht mindestens das gleich und noch etwas mehr im Alltag bietest?

Astronomisch betrachtet geht es bei der Wintersonnenwende um die geringste Mittagshöhe der Sonne über dem Horizont, während es bei der Sommersonnenwende um den mittäglichen Höchststand geht, der genau umgekehrt zwischen Nord- und Südhalbkugel der Erde verteilt ist. Weil die Nordhalbkugel und ihre von heidnischen Riten und vernünftiger Tradition der Naturbeobachtung geprägte Sicht der neuen Sekte die Welt dominierte, hat sich Weihnachten als winterliches Fest in seinen Ritualen durchgesetzt, auch wenn dies im südafrikanischen oder australischen gerade Sommer absurd manchmal wirkt, es in der Sommerhitze kaum gemütlich ist, sich singend vor dem Baum zu versammeln, wurden die alten Traditionen dennoch exportiert und werden egal wo gelebt. Das ganz im Süden nun die Tage kürzer und die Nächte langsam wieder länger werden, lässt manch weihnachtliches Liedgut geradezu absurd scheinen. Bei 35° in Canberra leise rieselt der Schnee zu singen, statt reichlich fließt der Schweiß, wie es viel besser passte, braucht schon einen starken Glauben, der sich jeder Natur entgegenstellt.

In Europa die Wintersonnenwende zu feiern, ist eine natürliche, erklärbare Tradition. Sie entspricht dem Leben mit der Natur und dem Jahreslauf. Dies teilweise noch mit religiösen Ritualen zu verbinden, passt zu der Sicht vieler Menschen, denen die Natur an sich nicht genügt, die immer noch auf ein Höheres mehr hoffen. Sich in dunklen Zeiten aus tiefer Zuneigung etwas zu schenken, um die Feier noch schöner zu machen, scheint mir auch verständlich und vernünftig. Der Handel freut sich jedes Jahr auf diese Zeit und viele Menschen über die mehr oder weniger reichlichen Geschenke. Gerne betonen wir dabei, dass das größte Geschenk doch immer die Liebe der Nächsten ist, dahingestellt, wie scheinheilig dies bei wem auch immer ist, neige ich dazu dem zuzustimmen.

So feiern wir nahe der kalendarischen Wintersonnenwende ein Fest der Liebe, bei dem wir versuchen unsere Nächsten mit Geschenken und Liebe glücklich zu machen, was ich wiederum so schön finde, dass ich auch den ganzen christlichen Blödsinn des Aberglaubens dabei toleriere, so viel Schrecken er auch schon über die Welt brachte. An Ostern steht das Folterinstrument Kreuz im Mittelpunkt und zeigt die ganze Perversion dieser Sekte und ihrer aufs Jenseits gerichteten Ideale.

Darum ist Weihnachten das zivilisiertere, menschlichere und damit letztlich bessere Fest als Ostern auch für alle NIchtgläubigen, was immer wir von der hinterher dazu erfundenen Geschichte der Geburt dieses Typen halten - mit einem netten Fest der Liebe, bei dem sich Menschen Geschenke machen, können alle gut leben, es ist ökonomisch höchst sinnvoll und kann auch wenn manchmal mit absurden Auswirkungen überall auf der Welt gefeiert werden und wir Besserwisser unter den Atheisten müssen uns so gesehen auch nicht dagegen sträuben, weil es ja auch ökonomisch und also vernünftig betrachtet einen hehren Zweck verfolgt.

So füge ich mich in die Tradition, in der ich aufwuchs, feiere Weihnachten, wünsche allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten, auch wenn ich weiß, viel länger schon geht es vernünftigerweise allein um die Länge der Tage und den Stand der Sonne und der Rest ist halt ein angepasster Aberglaube - so lange wir es genießen, ist es doch gut so.

jens tuengerthal 24.12.2017

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Putzerotik

Putzen ist erstmal lästig
Wenn aber geputzt wird
Ist es danach viel schöner
Wie sinnlich aber ist es

Hatte bisher keine Beziehung
Zum Putzen an sich entwickelt
Insbesondere keine sinnliche
Bis ich die Schönste putzen sah

Wenn du mit der Schönsten lebst
Kann es schon mal vorkommen
Dass du heimkomst und sie putzt
Während du von der Jagd kamst

Auch wenn die Jagst heute eher
Weihnachtlich Geschenken diente
Hatte ich eben dieses Glück just
Und sah die Schönste eifrig dabei

Wie sich ihre Rundungen zeigten
Wenn sie sich bückend dort saugte
Hier ein wenig polierte und wischte
Räumte mit dem Besen da tanzte

Das geteilte Heim verschönernd
Die Haare hochgesteckt dabei
Wie ich es doch so sehr liebe
Dazu ein Rock um die Hüften

So bedichte ich mein großes Glück
Wenn endlich geschieht was ich mied
So lang und gut ich nur irgend konnte
Betrachte die Schönste dabei selig

All dies wäre kaum der Worte wert
Geschieht in allen Häusern wohl
Ohne das Dichter darüber schrieben
Was an der Haltung dazu wohl liegt

Wie oft ist es ein steter Vorwurf
Dem sich Mann ausgesetzt sieht
Der das Putzen sehr tolerant lebte
Zumindest getragen von Erwartung

Doch hier sehe ich der Schönsten zu
Lobe sie glücklich in ihrem Eifer dabei
Sie ist selig darob und beide verliebt
Genießen immer mehr Schönheit

Sehe ihre Leidenschaft im Putzen
Wie ich sie zuvor nur horizontal
Oder lesend auch immer kannte
Freue mich voller Liebe daran

Schaue zu und freue mich sehr
Während ihr vollkommener Po
Sich vor mir erregend schön stets
Bewegt und streichel ihn glücklich

Statt den erwarteten Widerworten
Sie hätte schließlich gerade zu tun
Oder der Aufforderung zu helfen
Genießt sie auch das lächelnd

Was bin ich für ein glücklicher Mann
Denke ich schreibend dabei selig
Betrachte die sinnlich schönste Frau
Jubel dies Wunder an Weib ist mein

jens tuengerthal 21.12.2017

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachtserotik

Weihnachten ist das Fest der Liebe und das kann jeder sehen, der heute durch den Alptraum einer Schopping-Mall spaziert. Neben der teils glitzernden Dekoration mit den üblichen Zutaten in grün und rot, die wir dem Coca-Cola Konzern so verdanken wie den rot gekleideten Weihnachtsmann, der Trendsetter bis heute wurde, hängt nie so viel erotische Wäsche mit viel rot in den einschlägigen Schaufenstern.

Was früher nur Beate Uhse Läden präsentierten, die inzwischen den Konkurs anmeldeten, um zu retten, was von der Erotik noch zu retten ist, gibt es heute in nahezu jedem Schaufenster von Läden, die auch mit Damenunterbekleidung handeln. Die übrigen nutzen zumindest irgendwie erotisch rote Elemente, weil jeder weiß, Sex sells, die Lust verkauft sich besser. Weihnachten ist das Fest des Konsums und der wird durch die überall rote Wäsche noch angeregt.

Die Erotik ist immer präsenter, während bei Facebook und an manch anderem Ort des virtuellen Lebens in normaler amerikanischer Prüderie jeder nackte Busen und alles Schamhaar zensiert wird. Wir leben in Zeiten von #MeToo - die ungefragte Sexualität wird kriminalisiert, Frauen wehren sich gegen die Sexualisierung im Alltag und gegen unerwünschte Belästigung und Nötigung. Männer ziehen sich dezent zurück, um nicht der sexuellen Belästigung geziehen zu werden und die Täter werden öffentlich angeprangert. Der Schandpfahl ist virtuell wieder präsent und manch abgewiesene Liebhaberin rächt sich, indem sie den desinteressierten Mann als Triebtäter diffamiert. Erotik ist schon halb kriminell und Mann geht dem ohne ausdrückliche Aufforderung besser aus dem Weg.

Öffentliche Erotik zum Fest der Liebe mit roter reizvoller Wäsche, oder zumindest solcher,  die so scheinen möchte steht der neuen Tabuisierung gegenüber und betretene Männer laufen mit gesenktem Blick durch die Einkaufszentren und kaufen das notwendigste zielgerichtet ein. Werden die Damen, die nicht mehr als Sexualobjekt gesehen werden wollen und sich gegen die Sexualisierung des Alltags und die überall kriminelle Anmache wehren, durch die lustvolle Präsentation von roter Wäsche zum Konsum angeregt oder sollen diese abgeschreckt werden?

So fragt Mann sich beim Gang durch die überdachten Konsumtempel, ob die stete Präsenz der Lust pädagogische Zwecke verfolgt - ist es am Ende ein Kontrapunkt zu #MeToo, soll den wenigen noch lustvollen Frauen zeigen, ihr seid nicht allein, was ihr wollt ist normal und natürlich und sollte nie und nirgendwo ein Tabu sein?

Oder ist der Advent für uns Männer die große Prüfung für das Fest der Liebe, ob wir unerregt diese Orte durchschreiten, uns nur auf die eine und tiefe Gefühle konzentrieren können, ohne uns von primitiven Reizen der Weiblichkeit ablenken zu lassen und nur, wenn wir diese stete Prüfung überstehen, die Angebote konsequent ignorieren und nicht meinen den Damen unseres Herzens solch reizvolle Wäsche schenken zu müssen, vielleicht aus Liebe doch noch mal Zugang zum Ort der Träume zu erhalten?

So sehe ich die Männer mit gesenktem Blick durch diese unheiligen Hallen des Konsums und der Erotik wandeln und den Damen ausweichen, um nur kein Missverständnis aufkommen zu lassen - was wäre auch peinlicher als ausgerechnet kurz vor Weihnachten von irgendeiner mehr oder weniger bunt gefärbten Verkäuferin beim Blick ins Schaufenster mit Wäsche erwischt zu werden? Wie wiche Mann da noch dem Verdacht unsittlicher Gedanken glaubwürdig aus?

Um so gelöster dagegen sind die Männer in den Technikläden oder überall da, wo keinerlei Erotik zu befürchten steht. Es ist nicht so, dass alle Männer technikaffin wären und sich gerne mit diesem Unsinn beschäftigen, viel mehr schauten gern genüsslich schöne Wäsche an oder schauten Damen bei der Auswahl solcher zu - doch das verbietet sich ja, wollen wir nicht gleich darauf wetten am nächsten #MeToo Marterpfahl gefesselt und öffentlich diskriminiert zu werden.

Wohin führt uns diese Spannungssituation zwischen #MeToo und Dauerberieselung mit erotischen Reizen in allen Konsumhallen?

Zur Schizophrenie der meisten normalen Männer bald wie zur dauerhaften Frustration der letzten noch sexuell aktiven Frauen, weil Mann sich hüten wird, noch die Initiative zu ergreifen und beide frustriert alleine bleiben. Sehe diese ganzen frustrierten Männer durch die Center schleichen, die Arme voller Geschenke, die sie gerade noch von der Dame im Engelskostüm, die ihre schwarze Reizwäsche überaus sichtbar werden ließ, eingepackt wurden, alle professionell anlächelt und denke mir schon, dass sie sich im nächsten einsamen Moment einen runterholen, um dieser permanenten Reizüberflutung, der sie nicht nachgeben dürfen, Herr zu werden.

Wir leben in einem Zeitalter neuer Prüderie bei gleichzeitiger permanenter Sexualisierung und die Männer sehen sich, wenn sie der klassischen Rolle des Eroberers noch gerne nachgeben würden, der permanenten Gefahr öffentlicher Diskriminierung ausgesetzt. Diese Gefahr besteht bekanntermaßen auch, wenn es gar keine sexuellen Bedürfnisse oder Kontakte gab aber dafür eine einseitige emotionale Frustration, die durch Bezichtigung kompensiert werden soll. Die Anzeige oder heute öffentliche virtuelle Bezichtigung hängt wie ein Damoklesschwert über allen Kontakten - und da wundern sich Frauen noch über die zunehmende männliche Impotenz?

Ein größerer Teil der Frauen sieht den Sex ohnehin eher als eine Dienstleistung, die sie für den Bestand der Beziehung erbringen müssen, denn wichtiger ist ihnen eigentlich Kuscheln Nähe, manchmal Zärtlichkeit und sich in einer Beziehung geborgen und angekommen zu fühlen - dafür wird der Sex eben in Kauf genommen, wenn nötig - aber dieses Thema erledigt sich ja auch gerade für all die Frauen, die nie Befriedigung dabei empfanden, zu voller Zufriedenheit im Kometenschweif von #MeToo - welcher Mann wird da noch die Initiative ergreifen, gar einen sexuellen Gedanken hegen?

Da zieht sich Mann hoffentlich unbelästigt zurück und freut sich im Technikmarkt ohne jede Gefährdung zu sein. Dort vielleicht harmlos zwischen Toaster und Trockner präsentierte Massagestäbe werden geflissentlich übersehen - wer traute sich schon den neuen Frigiden so etwas unter den Weihnachtsbaum zu legen, wozu auch? Die wenigsten können etwas damit anfangen und die es könnten, werden sich besser selbst damit versorgen - warum sollte Mann auch für seinen eigenen Satz dort sorgen und die kühneren Träume echter Erotiker wagt ja heute keiner mehr öffentlich zu äußern, geschweige denn zu denken, denn die Gedanken sind in der erotisch belagerten Vorweihnachtszeit so unfrei wie nie.

“An was denkst du Schatz” - die typisch weibliche Frage, gern auch unterm Weihnachtsbaum gestellt, will keine ehrliche Antwort, etwa “ich dachte gerade an den Schaltplan des Roboters im Spielzeugladen” oder “dachte gerade an die geile Wäsche im Schaufenster von XY”, sondern einzig die formelhafte Wiederholung der Liebe und hat als bestmögliche Antwort “nur an dich und unsere Liebe mein Schatz”. Das muss sich Mann merken, um heil durch die erotisch aufgeladene Weihnachtswelt zu lavieren. Wer das Glück hat eine sexuell aktive Frau zu haben, sollte mit ihr zusammen in solche Läden gehen oder noch besser online einkaufen, um mehr Zeit mit einem solchen Traum von Frau in erregender Zweisamkeit zu verbringen - alle übrigen sollten das Thema lieber abhaken und sich, bis der letzte Akt des öffentlichen #MeToo Dramas gegeben wurde, in onanierender Enthaltsamkeit üben, weil es langfristig lohnender und billiger ist.

Die Erotik als Verkaufsschlager der Vorweihnachtszeit in rot ist eine Form der Prüfung, auf die es nur eine Antwort des freien Mannes geben kann, Enthaltsamkeit auf ganzer Linie, um nicht zum nächsten Opfer öffentlicher Diffamierung zu werden, falls er es wagen sollte den dort geweckten primären Reizen auch nur in Gedanken nachzugeben. Dies wird zwar Frau auch nicht befriedigen, bei den ohnehin dabei meist unbefriedigten ist es egal und die übrigen, werden sich schon zu helfen wissen. So wird #MeToo in Kombination mit dem Erotik-Terror des Advent das Aussterben der gebildeten Schichten noch rasant beschleunigen. Die schlichteren Gemüter werden weiter ihren Trieben nachgeben und sich entsprechend überproportional vermehren, was zwar das Rentenproblem nominal lösen könnte, eine Spitzenposition bei Pisa aber dauerhaft in weiter Ferne rückt.

Damit stirbt das Bürgertum immer schneller aus und der Staat kann die sich noch fortpflanzende schlichtere Schicht einfach verwalten, warum auch keiner viel unternehmen wird, um diesen Vorgang noch zu unterbrechen. So gesehen mag die vorweihnachtliche Erotik dramatische Folgen haben für die Bevölkerungsentwicklung und die Kultur einer Gesellschaft, doch Mann sollte sich hüten dieses Thema anzusprechen - wenn er das Glück hat mit einer der wenigen Exemplare zusammen zu leben, die noch zu genießen wissen, sollte er sich freuen und selbiges tun, ansonsten gilt, abwarten und Tee tinken, was ohnehin die immer bessere Alternative zum nur noch theoretisch angepriesenen Sex wird in einer Gesellschaft, in der jeder alles kennt und ausprobierte.

Das ist alles nicht schlimm oder tragisch, nur der ganz normale Wahnsinn und nebenbei sollen wir Männer uns bitte noch bemühen, die Opfer ernst zu nehmen, uns nicht unseren Trieben hingeben, sich keinesfalls von billiger erotischer Werbung verführen lassen aber bitte mit einer wunderbaren Latte bereit stehen, wenn die Dame es zufällig wünscht. Beruhigend daran ist nur, dass der hohe Anteil weiblicher Hormone im Trinkwasser heutiger Großstädte, dank reichlich Pillenurin, von allein für immer mehr Impotenz und Lustlosigkeit sorgt, der Rückzug der Männer für diese also ganz natürlich und leicht wird.

So sterben manche Gesellschaften eben aus, wenn ihre Zeit vorbei ist und das deutlichste Zeichen dafür ist die Tabuisierung der Sexualität bei gleichzeitiger Sexualisierung des Alltags. Das ist nicht schlimm sondern eben der Lauf der Dinge. Wer noch in der seltenen Ausnahmesituation lebt mit seiner Partnerin den Sex zu genießen und nicht teuer bezahlen zu müssen, sollte es still genießen, damit nicht zu viele Neider kommen und einen solchen Schatz in der Vorweihnachtszeit gut hüten. Der Rest sei auch zum Ende hin an seine Hände verwiesen, denn, wie uns die vorweihnachtliche Dekoration lehrt, uns schon Walter in seinen Tagebüchern schrieb und was auch die Bibel andeutet - Sex ist eine Ware und in Zeiten von #MeToo ist der Preis zu hoch, während dieser Inflation sollten Männer lieber in andere Werte investieren, sich enthalten und zurückziehen - am Ende bleibt meist nur viel Lärm um nichts - während der Gewinn ruhig gelesener Minuten durch nahezu nichts aufzuwiegen ist, was auf diesem Markt angeboten wird. Bei wem es anders ist, der genieße es, was ich nun auch lieber tue und darum dieses vorweihnachtliche Essay zur Weihnachtserotik beende.

jens tuengerthal 19.12.2017

Samstag, 16. Dezember 2017

Lustgipfel

Auf einem Gipfeltreffen
Kommen die Staatschefs
Zusammen um zu reden
Höhepunkt ist ein Papier

Bei unserem Lustgipfel
Kommen wir zusammen
Nach zahllosen Höhepunkten
Für sich teilen wir das Glück

Statt den üblichen Papieren
Haben wir einander gehabt
Was genügt um zu bleiben
Für immer und zusammen

Unterhändler verhandeln sonst
Wir machen es lieber ganz direkt
Miteinander von Frau zu Mann
Mehr braucht es eigentlich nie

Sehe deine Rundungen über mir
Spüre deine Brüste noch näher
Fühle deine Enge ganz um mich
Während ich tief in dich tauche

Sehe dich auf den Gipfel reiten
Voller Spannung dein Körper
Schreist du laut voller Lust bis
Du dann in meine Arme sinkst

Es bräuchte keine sonst Gipfel
Genössen alle so miteinander
Die eigenen überfließend ganz
Für den Frieden danach davor

jens tuengerthal 15.12.2017

Dienstag, 12. Dezember 2017

Schneewanderer

Da liegt einmal Schnee in Berlin
Dacht ich mir gehste mal lieber los
Bald isser wieder weg wie immer
Oder grauenvoller Matsch nur noch

Den Berg hinab im Schneeregen
Durch Mitte im Schnee gestapft
Auf die gepuderte Museumsinsel
Bis zur Kanzlerin vor die Tür

Vorm Bode Afrikaner im Schnee
Märchenhütte ganz romantisch
Kleine Hamburger nun hinauf
Ackerstraße ganz hinunter dann

Über die Mauer im Schnee gehüpft
Fast war sie  schon verschwunden
An Humbodlts Hain tropfte es leise
Lauter schmolz es am Gesundbrunnen

Weiße Winterlandschaft leicht ergraut
Wie des Wanderers Bart nun schon
Wieder auf dem Berg ließ ahnen was
Bis zum morgen noch übrig wäre

Nichts blieb als der Regen danach
Einige Bilder und die Erinnerung
Des Schneewanderers an die Nacht
In der er von weiß nach grau lief

jens tuengerthal 12.12.2017

Adventsfeier

Heute feiern wir Advent
Ein Fest der Liebe für uns
Nicht weil Weihnachten naht
Unser Advent ist deine Ankunft

Der gerade Advent stört nicht
Endet ja auch im Fest der Liebe
Ist eben Dekoration für unseren
Der viel wichtiger für mich ist

So wird was außen ist für uns
Zur Staffage unserer Liebe
Genießen wir die Romantik
Die uns dunkle Zeit beleuchtet

Alles was zählt ist dein Kommen
Zu und mit mir wie überhaupt so
Der Guru aus Betlehem ist egal
Du bist alles Glück für mich

So kann ich nun Stunden zählen
Bis wir uns wieder ganz nah sind
Noch nie fand ich Advent schöner
Wir freuen uns aufs Fest der Liebe

Damit endet für mich der Advent
Mit deiner Landung dieses mal
Das ist wie Weihnachten für mich
Das feiern wir dann einfach heute

jens tuengerthal 12.12.2017

Sonntag, 10. Dezember 2017

Absehbar

Noch zweimal schlafen
Dann kommst du wieder
Zu und mit mir und alles
Ist wieder mehr als gut

Das Ende der Teilzeit ist
Für uns beide absehbar
Die Vollzeit kommt näher
Denke ich einfach glücklich

An mehr kann ich kaum noch
Denken darum lass ich es
Sage lieber laut wie sehr
Aber das weißt du ja alles

Ende absehbar
Liebe naht wieder
Glück vollkommen
Ende gut alles gut

jens tuengerthal 10.12.2017

Doppelglück

Das schönste im Leben
Kommt doppelt und geteilt
Ist paarweise vollkommen
Wie für sich eine Freude

Meine Liebste ist es so
Wir 2 kamen zusammen
Wurden auch mittig eins
Was beide glücklich macht

Sie hat den schönsten Busen
Den ich auf der Welt je sah
Zwei Brüste gleichen sich ganz
Sind jede für sich vollkommen

Ihre Lippen gleich perfekt alle
Ganz geschlossen wie zugleich
Vor Lust auch immer geöffnet
Schmecken mir feiner als alles

Formvollendet ist die Rundung
Ihres feinen zarten Hinterteils
Inmitten der Spalt mein Paradies
Unnahbar mir ein Himmelreich

Ihr Wesen hat zwei Seiten
Schüchtern wie bescheiden
Aufbrausend leidenschaftlich
Ist die Mischung vollkommen

So habe ich alles in einer
Mehr findet keiner irgend
Bin doppelt glücklich stets
Für das was wir teilen

jens tuengerthal 10.12.2017

Freitag, 8. Dezember 2017

Berlinsexy

Berlin gilt als sexy Stadt
Das ist sein großes Pech
Alle hoffen auf Erfüllung
Kaum einer ist befriedigt

Wer zufällig mal was hat
Schaut dennoch weiter
Es könnte sich ja doch
Noch was besseres finden

Die Abwechslung ist groß
Jene vielleicht oder doch der
Alle sind gern ungebunden
Flirten mal für eine Nacht

Sie nummerieren ihre Lieben
Dabei geht es nur um Sex
Wer oft genug wechselt ist hipp
Die Richtigen nur ein Ideal

Nach Idealen streben alle
Immer weiter dabei gehetzt
Sie könnten was verpassen
Darum stets angestrengt sexy

Bloß nicht zu verbindlich sein
Falls doch das Richtige kommt
Bleiben sie lieber oberflächlich
Auch noch beim eindringen

Wer die Liebe ganz wagt
Wirkt wie ein Fremdkörper
Beim Spiel um schnellen Sex
Die will wohl keiner mehr

Betrachte das Spiel lächelnd
Bleibe so gern ein Fremder
Liebe ganz nur die eine noch
Suche nichts besseres mehr

Bin damit raus aus dem Spiel
Berlin ist nicht mehr so sexy
Scheint mir eher unbefriedigt
Ganz im Gegensatz zu mir

So betrachtet der Flaneur
Lächelnd die Suchenden alle
Ob sie wohl neidisch sind
Doch glauben sie er sei es

Wer nicht mehr mitspielt
Gilt dem sexy Volk stets
Als Verlierer wohl dabei
Fand er was sie suchen

jens tuengerthal 8.12.2017

Einsamkeitsfrist

Wenn die Einsamkeit nur
Noch befristet ist wirkt sie
Viel kleiner im Vergleich
Als sei sie nichts gewesen

Vier Tage nur noch allein
Dann wieder die Liebste
Nicht nur im Arm halten
Sondern rundum haben

Manches wird viel größer
Wenn wir auf ein Ende
Erst in weiter Ferne sehen
Was unerreichbar scheint

Du bist so fern und nah
Zugleich mir Liebste hier
Und doch noch nicht da
Voller Lust auf unser wir

Befristet nur noch einsam
Ist wie ein theoretischer
Orgasmus irgendwie halb
Erfüllt es mich doch ganz

Bald läuft die Frist dann ab
Die uns der Raum getrennt
Wochen kein Bett geteilt
Doch näher als je gefühlt

Was soll daraus nur werden
Was jetzt schon mehr als
Alles zuvor mir ist denke ich
Und erwarte dich glücklich

Mann und Frau passen nicht
Lehrte einst uns noch Loriot
Manchmal und mancherorts
Irrte er denke ich selig nun

jens tuengerthal 8.12,2017

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Kusslippen

Möchte deine Lippen küssen
Ein Leben lang immer wieder
Darum ist es auch gut so dass
Du nicht nur 2 hast sondern 4

Vollkommen geformt hier wie dort
Gegenstand unendlicher Sehnsucht
Küsste und sah ich nie schönere
Will nie wieder irgend andere lieben

Durch die Lippen geht das Leben
Ein und Ausgang in dem was zählt
Sind deine mein irdischer Himmel
Paradies wurde mir Wirklichkeit

Wozu noch an Höheres glauben
Wenn alles Glück doch zwischen
Deinen Lippen für mich hier liegt
Das Leben so vollkommen ist

So befreit das Paradies deiner
Lippen vollkommen genossen
Ganz logisch vom Aberglauben
Macht also frei und glücklich

Denke zärtlich an deine Lippen
Möchte sie liebevoll nun küssen
Statt weiter nur darüber schreiben
Wie glücklich ich Mensch doch bin

jens tuengerthal 7.12.2017