Liebesbilanz
Bilanzierte ich die Liebe
Wenn sie mir mal begegnete
Zöge von den glücklichen Momenten
Die Summe des Leides ab bliebe
Im Ergebnis wenig positives
So rein rechnerisch betrachtet
Leider ist die Liebe bis heute
Nicht berechenbar sonst merkte
Jeder gleich das Spiel lohnt nicht
Fraglich ist am Ende nur was
Ohne sie vom Leben bliebe
Das noch der Rede wert wäre
Also kehrt sich die Bilanz um
Liebe lohnt danach immer
Egal was dabei rauskommt
Ist halt nicht berechenbar
Verstehen muss das keiner
Es gibt so eine Vermutung
Das alles hätten sich Frauen
Ausgedacht unberechenbar
Für Männer immer zu bleiben
Aber das ist auch nicht beweisbar
jens tuengerthal 11.2.25
Das Gedicht „Liebesbilanz“ behandelt das Thema Liebe auf analytische, fast mathematische Weise und stellt ihre Freuden ihren Leiden gegenüber.
AntwortenLöschenDer Anfang des Gedichts lässt darauf schließen, dass die Bilanz der Liebe oft negativ ist – wenn man von den glücklichen Momenten den Schmerz abzieht, bleibt wenig Positives übrig. Die abschließende Schlussfolgerung kehrt jedoch die ursprüngliche Annahme völlig um: Liebe zahlt sich immer aus, unabhängig vom Ergebnis dieser „Berechnung“, da ihr Wert nicht mit rationalen Methoden gemessen werden kann.
Das Gedicht hat einen leicht ironischen Unterton, insbesondere in den letzten Zeilen, wo die humorvolle Hypothese auftaucht, dass es die Frauen waren, die die Unberechenbarkeit der Liebe „erfunden“ hätten, damit sie für die Männer unverständlich bliebe. Dies unterstreicht die Flüchtigkeit und das Geheimnis der Liebe, die sich nicht auf einfache Gleichungen reduzieren lässt.
Das Gedicht ist ein interessantes Spiel zwischen dem logischen Umgang mit Gefühlen und ihrer irrationalen Natur – obwohl man versuchen kann, die Liebe zu berechnen, entzieht sie sich immer jeder Berechnung.
Der Übergang von der philosophischen Argumentation zur Schlussfolgerung über die Irrationalität der Liebe verleiht dem Gedicht einen leicht philosophischen Ton.
Das Ganze ist entzückend. Glückwunsch!!!