Dienstag, 30. Juni 2026

Seckenheimsieg

Seckenheimsieg

Am 30. Juni 1462 besiegte in der
Schlacht bei Seckenheim Pfalzgraf
Friedrich I in der Mainzer Stiftsfehde
Eine Koalition seiner Gegner

Warum soll diese Schlacht in der
Kurpfalz lang bevor sie badisch wurde
Noch bedeutend erinnert werden wird 
Sich die Leserin vielleicht fragen

Nicht nur weil sie entscheidend im
Badisch-Pfälzischen Krieg war denn 
Nach dem Tod von Kurfürst Ludwig IV
Der auch der Sanftmütige hieß 

Hatte dessen Bruder Friedrich auch
Der Siegreiche genannt die Herrschaft
Für Ludwigs minderjährigen Sohn 
Übernommen die Pfalz erweitert

Wie zum modernsten Staat im
Westlichen Reich gemacht aber
Nach der Goldenen Bulle konnte er
Nur Verweser des Reiches sein für

Den noch unmündigen Neffen Philipp 
Dies zu umgehen beschloss er nie
Zu heiraten nannte sich darum auch
Kurfürst was wiederum die anderen

Kurfürsten anerkannten aber nicht
Der Kaiser einen Konflikt zu haben
Der ihm erlaube die Reichsacht
Gegen Friedrich zu erlassen

Der Kaiser war Friedrich III aus
Dem Hause Habsburg der auch
Als Reichserzschlafmütze noch
Fälschlich bekannt wurde

Dies weil er angeblich in seiner
Sehr langen Regierungszeit nur
8000 Urkunden zeichnete was 
Inzwischen aber widerrufen ist

Heute sind bis zu 40.000 von ihm
Erlassene Urkunden bekannt er
Gewann obwohl er Österreich nur
Zweimal nach Italien verließ

Schon Teile von Burgund dazu
Was seinem Sohn dem späteren
Kaiser Maximilian I den Ausbau der 
Hausmacht Österreichs ermöglichte

Der Sohn den dieser Maximilian mit
Einer Burgunderin hatte war dann
Philipp der Schöne der Johanna von
Spanien heiratete die wiederum

Tochter von Ferdinand und Isabella
War welche Kolumbus Reise zahlten
Warum der Sohn dieser Beziehung
Karl V der Kaiser wurde in dessen

Reich die Sonne nie unterging
Dessen Mutter nach dem frühen
Tod des schönen Philipp dann zu
Johanna der Wahnsinnigen wurde

So ist der berühmte Karl V ein
Urenkel von Friedrich III der mit dem
Pfälzer Friedrich Streit suchte der
Für ihn nicht gut ausging

Aber um Friedrich III geht es hier 
Weniger den letzten noch in Rom
Vom Papst gekrönten Kaiser als
Um Friedrich den Siegreichen 

Bereits 1460 hatte Friedrich die
Schlacht bei Pfeddersheim schon
Mit territorialem Gewinn für sich
Vorteilhaft entscheiden können 

Neue Konflikte kamen als der Papst
Pius II einen neuen Mainzer Bischof
Ernannte wodurch der Kaiser einen
Neuen Verbündeten wieder gewann

Neben Pfalzgraf Ludwig gewann er
So Adolf von Nassau den neuen
Mainzer Bischof sowie Markgraf Karl 
Von Baden Ulrich von Württemberg 

Sowie Bischof Ulrich von Metz für
Ein Bündnis gegen die Pfalz dieses
Bündnis wollte von Süden in die Pfalz
Einfallen und sammelten ein Heer

Von 10.000 Mann bei Pforzheim
Am 27. Juni 1462 belagerten sie
Die Stadt Heidelsheim errichteten
Ein Feldlager bei St. Leon was 

Heute direkt am Walldorfer Kreuz
Liegt und zu Walldorf gehört was
Auch dank SAP zur reichsten Stadt
In Deutschland wohl wurde

Während sie in St. Leon noch auf
Schweizer Reisläufer warteten
Brannten Verbündete berittene 
Ritter und Fürsten schon mal

Die umliegenden Dörfer ab und
Machten sie nieder dem Feind
So vorab zu schaden und der
Ort Walldorf war nicht weit 

Von seinen Gegnern unbemerkt
Konnte Friedrich seine Truppen
Bei Leimen sammeln mit noch
300 zusätzlichen Reitern und mehr

Als die kaiserlichen Angreifer mit
700 bis 800 Reitern nun gen
Seckenheim zogen stellte sich
Ihnen völlig unerwartet aus dem

Schwetzinger Wald kommend 
Die Pfälzer Reiter mit noch 2000
Mann Fußvolk entgegen mit dem
Schlachtruf der Pfalzgrafen

Dieser lautete Hut paltzgraff vnd 
Nimmer mee also heute Pfalzgraf 
Oder nie mehr was den Kriegshaufen
Der Pfälzer Angreifer damit teilte

Den kaiserlichen Reitern wurde so
Der Rückweg ins Feldlager plötzlich
Abgeschnitten und der Pfalzgraf nahm
Persönlich an der Schlacht teil

Der Kampf war sehr heftig und lange
War nicht absehbar wer siegt dann
Brachte das Fußvolk aus Heidelberg
Wie der Umgebung die Entscheidung

Wie die Schweizer Landsknechte
Schlugen sie mit Morgensternen
Gegen die Schädel der Pferde
Rissen die Pferde mit Spießen auf

Mit den Haken ihrer Hellebarden
Holten sie die schwer gepanzerten
Ritter von ihren Pferden die sich dann
Meist wehrlos ergeben mussten

Es wurden etwa 400 Gefangene
Gemacht darunter der Bischof von 
Metz nur Ulrich von Württemberg 
Wollte die Niederlage nicht erkennen

Er kämpfte weiter gegen den Ritter 
Hans der Kecke von Gemmingen 
Was im Turnierbuch der Barone
Gemmingen-Hornberg gezeigt wird

Dieses Turnierbuch hatte ich das 
Glück bei einem der Nachfahren auf
Burg Hornberg noch zu sehen es ist
Ein einmaliges Dokument der Zeit

Als Hans nun Ulrich zum Zweikampf
Forderte ergab sich Ulrich und lieferte 
Handschuh und Waffen ab damit war
Die Seckenheimer Schlacht beendet

Es war ein voller Sieg der Pfälzer
Führte zu einer panischen Flucht
Nur einige erreichten das kaiserliche
Lager in St. Leon noch wo dann

Der Rest der kaiserlichen in Panik floh
Ungefähr 45 Reiter waren gefallen
Die drei Fürsten und 400 Edle Herren 
Kamen in Gefangenschaft dabei

Alle flüchteten panisch aus Angst vor
Der Rache des Pfalzgrafen erst im
Jahr 1504 gab es im Erbfolgekrieg
Zwischen Bayern und Pfalz noch eine

Neuauflage der Schlacht allerdings
Mit weniger glücklichem Ausgang 
Für die Pfalz Gustav Schwab hat die
Schlacht in einer Ballade verarbeitet

Diese heißt Das Mahl zu Heidelberg
Kurfürst Friedrich ließ noch auf dem
Schlachtfeld ein Gedenkkreuz was es
Heute nicht mehr gibt errichten

Dafür steht dort im Stadtteil 
Mannheim Friedrichsfeld ein Denkmal
Aus dem Jahre 1890 der Name des 
1682 gegründeten Dorf kommt daher 

So ist die Schlacht und ihr Sieger
Bis heute im Namen Friedrichsfeld
Präsent und erinnert so an den Sieg
Der Pfälzer über den Kaiser 

Ein schönes Stück lokaler Geschichte
Der Kurpfalz der auch die dort einst
Großen Wälder zum Sieg nutzte was
Bis heute der Erinnerung wert ist

jens tuengerthal 30.6.26



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