Dienstag, 16. Juni 2026

Lektürentagebuch 16.5.26

Lektürentagebuch 16.5.26

Mit Franz Hessel über zwei Tage in
Spazieren in Berlin durch die Mitte 
Gefahren zunächst erzählt er vom
Grauen Kloster dem ältesten der

Berliner Gymnasien wo er zur Schule 
Noch ging was er nicht erzählt dafür
Von dem Kloster der Grauen Brüder
Also der Franziskaner was dort war

Es enthielte noch einen Konvent- wie 
Einen Kapitelsaal und im Hof erhebt
Sich die Klosterkirche sie blieb bis
Auf dem Turm vom Brand verschont

Nach dem Krieg ist nur noch eine
Ruine geblieben früher gab es dort
Im Chor die 50 Gestühle der Mönche
Aus Eichenholz mit Schnitzereien 

Darüber merkwürdige Sinnbilder der
Passionsgeschichte geschnitzt noch
Bei seiner Gründung bekam das alte
Gymnasium nur die Hälfte der Räume

Das andere bekam Tausendkünstler 
Leonhard Thurneysser aus Basel
Er machte Buchdruck Holzschnitt
Kupferstiche Goldtinkturen wie noch

Perlenelixiere Amethystessenzen
Oder Bernstein Schönheitswasser
Für Damen der hohen Gesellschaft
Und sonst alchemistischen Unsinn

Das Lagerhaus in dem er hauste war
Die Markgrafenresidenz die sie erst 
Verließen als ihre Zwingburg zu Cölln
An der Spree vollendet worden war

Wer in diesen Burglehen lebte war
Abgabenfrei daraus wurden später
Die Freyhäuser sind noch an ihren 
Inschriften am Eingang erkennbar 

Die Geschichte des Hauses wäre
Interessant erzählt Hessel,so wurde 
Dort der Schwanenorden gegründet
Am 29. September 1440 als damit

Erster Ritterorden der Hohenzollern 
Von Kurfürst Friedrich II Signet war
Das Bildnis der Gottesmutter und
Darunter der Schwan für Reinheit 

Laut anderer Quellen jedoch wurde
Der Orden in Brandenburg gegründet
Breitete sich auch in Süddeutschland
Noch weiter aus ist heute Geschichte 

Es hat verschiedene Nutzungen noch
Gehabt im Laufe der Geschichte sie 
Waren auch Geheimes Königliches 
Staatsarchiv sind nun zu vermieten 

Am mächtigen Gerichtsgebäude noch
Vorbei kommen sie zu den Bögen der
Stadtbahn und zum Alexanderplatz
Auf dem es unordentlich aussähe

Ein ganzes Stadtviertel würde dort
Eingerissen und umgebaut dabei ist
Leider keine Zeit die Heimlichkeiten
Dieses Platzes zu erforschen

Sie fahren neue Friedrich- und die 
Kaiser Wilhelm Straße entlang zum
Neuen Markt dabei erinnert Hessel
Noch an das was sie nicht sehen

Etwa die Kalandsgasse nach den 
Seltsamen Kalandsbrüdern von denen
Sie ihren Namen hat deren Hof hier 
Im Schatten von Sankt Marien stand 

Sie verwandelten sich von elenden
Priestern der Probstei zu einer wüsten
Rotte warum wilder Müßiggang noch
Kalandern hier auch genannt wird

Auf dem Neuen Markt steht vor der
Marienkirche ein Lutherdenkmal das
Den Reformator mit Bibel und seine
Mitstreiter auf dem Sockel zeigt

In alten Zeiten hätte hier ein Galgen
Gestanden der Peter den Großen als 
Er Friedrich Wilhelm I besuchte sehr
Interessierte und der vorschlug doch 

Einen der Langen Kerls aufzuhängen
Um den Apparat auszuprobieren als
Der König sich entrüstet weigerte
Meinten Peter sie könnten es ja auch

Mit einem aus seinem Gefolge mal 
Versuchen aber Hessel hofft die
Monarchen hätten davon dann doch 
Lieber Abstand nochmal genommen

Besser als ein Galgen sei zumindest
Ein Denkmal aber am besten wäre
Wenn nichts dort stünde als bunte 
Buden eines Marktes wie früher

Die Kirche müssten wir uns innen 
Anschauen es gäbe eine ganz
Wunderbare Kanzel von Schlüter
Der Bau selbst ist aus Granitfindlingen

Hessel schildert hier die Grabmale 
Mit schönen Anekdoten dazu noch
Doch begeistert ihn besonders der
Totentanz in der Turnhalle vorne 

Ein über zwanzig Meter langes Fresko
Das erst Ende des 19. Jahrhunderts
Wiederentdeckt worden ist der alle 
Vom Papst bis zum Narren zeigt

Dies sei die älteste Berliner Malerei
In Niederdeutsch stünden noch
Bittere Reime darunter es sei ein
Ergreifender Berliner Totentanz

Anschaulich erzählt er vom Reigen
Der anlässlich des großen Sterbens 
Während der Pest hier gefeiert wurde 
Bei dem wach geküsst werden sollte

Über die Spandauer Straße sehen
Sie die Heiliggeist Kapelle die nun
Teil der Handelshochschule wurde
Dort ein Vortragssaal wurde was

Doch der beste Weg ist den der
Aberglaube nehmen kann der zur
Wissenschaft nun wird im Mittelalter
Lag sie direkt am Armenhospital

An der Hauptpost vorbei geht es
Zum Roten Rathaus aus Klinker
Mit Terrakotta vom alten Rathaus
Steht noch die Gerichtslaube im

Schlosspark zu Babelsberg sie aber
Fahren die Königstraße zur Spree
Wo das Denkmal erklärt wird vom
Großen Kurfürsten nach Schlüter

Dabei denkt Hessel an die Volkssage
Dass der Reiter in der Neujahrsnacht 
Durch die Stadt reiten würde mit dem
Kind von Fehrbellin noch vor sich

Unter dem Sockel ruhte ein Schatz
Den nur der Preußenfürst in großer
Not noch heben darf während ihr
Führer Ausblicke aufs Schloss gibt

Erzählt von der Zwingburg und dem
Renaissanceschloss das noch für 
Joachim II gebaut wurde worauf
Straßenjungen sie verspotten

Während der Führer viel erzählt
Schaut Hessel auf den Balkon
Auf dem Friedrich Wilhelm IV
Den Toten der Revolution 1848

Die Ehre ohne Mütze erwies dann
Halten sie vor dem Eosanderportal
Wo der Führer ihre Blicke auf das
Nationaldenkmal hier richtet

Dabei behauptet er Portal und Kapelle
In der Kuppel kämen erst durch den
Abriss der Schlossfreiheit zur Geltung
Für die das Nationaldenkmal kam

Da ist Hessel lesbar anderer Meinung
Sehnt sich eher nach den noch
Bescheidenen Bauten vorher dort
Die doch preußischer noch waren 

Vom Portal aus geht es in das hier
Schlossmuseum das nicht lange her
Noch von der Familie bewohnt war
Die er noch dort auch erlebt hätte 

Es wäre ja nicht mehr leicht Schlösser
Zu betrachten alles mit einem Führer
Der nur erzählte was besser so auch
Im Baedeker stünde in seinem Tempo

Außer Schloss Monbijou wo du alleine
Gehen könntest was aber leider
Nicht mehr steht ein Freibad wurde 
Was sicher mehr Menschen vergnügt 

Hessel freut sich darüber dass die
Räume die der letzte Kaiser bewohnte
Wieder in dem Zustand sind indem es
Ihm seine Vorfahren hinterließen 

Diese kleine Spitze gegen den
Wilhelminismus ist wieder fein mit
Dezentem Humor vorgetragen er
Wäre lieber allein in diesen Räumen

Dies um mit den Geistern derer zu
Verkehren für die Schlüter und
Schinkel einst bauten als es noch
Große Zeiten in Berlin gab 

Erzählt von der Pracht des Rittersaals
Mit Schlüter Gruppe der vier Erdteile
Der Prinzessinnengruppe mit Luise 
Und Friederike von Schadow die

In den angenehmen Formen und
Farben des Parolesaals standen
Heute im Eingang schon in der
Alten Nationalgalerie zu sehen sind

Auch das Gold und Grün des runden
Kuppelkabinetts das Friedrichs des
Großen Schreibzimmer war auch
Wenn der dies Schloss eher mied

Nach Herzenslust aber könnte vor
Schlüters Bogenhallen im Hof dann
Verweilt werden ohne von wem
Gedrängt oder gestört zu werden

Am Lustgarten halten sie vor den 
Rossebändigern die der russischer
Zar dem preußischen König in den
Vierziger Jahren noch schenkte 

Der Berliner Volkswitz nannte sie
Den gehemmten Fortschritt und
Den beförderten Rückschritt was
In die Zeit ja perfekt passte

Aus dieser Zeit stammen auch die
Säulen aus geschliffenem Granit
An den Ecken der Terrasse auf 
Denen goldene Adler horsten 

Varnhagen den Hessel einen eher
Kritischen Zeitgenossen nennt fand
Sie geschmacklos das Volk nennt den
Goldenen Adler größten Eckensteher

Als ein Hofmarschall 1848 als es noch
Proteste gab Eisengitter an Portale
Montierte die wieder herausgerissen 
Und in die Spree geworfen wurden

Studenten entführen ein anderes 
Gitter in die Universität später ließen 
Sie es geschehen nannten es aber 
Einen Schildbürgerstreich wenn

Gitter kommen nachdem die Gefahr
Bereits vorüber das Schloss sei ein
Käfig dadurch geworden heute sind
Die Gitter Geschichte schrieb er 

Das Schloss sei vom Luftgarten
Gesehen schöner ehrwürdiger und
Historischer denn je Könige sind
In der Republik nun Geschichte

Die wieder aufgebaute Fassade
Des Schlosses das zum Humboldt
Forum heute wurde ist das große
Kolonial Museum nun geworden

Ob es besser war die entkernte
Ruine des Palastes der Republik
Der DDR abzureißen kann nun
Dahinstehen was steht ist da

jens tuengerthal 16.6.26

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen