Donnerstag, 21. Mai 2026

Wenigerwollen

Wenigerwollen

Die deutsche Wirtschaft ist auf
Schrumpfkurs was gut so ist
Wie alles besser schrumpfte
Auch die Weltbevölkerung
Damit künftig weniger mit
Weniger dabei auch zufrieden
Mehr vom Rest Leben haben
Durch ihr Dasein nicht länger
Mehr zerstören als erhalten
Lieber Bäume pflanzen als 
Hoffnung für die Zukunft
Nichts sonst ausbauen
Statt auf Wachstum zu setzen
Weil das weniger erst eine
Elite nur übrig lässt also
Mehrwert jedem damit gibt
Statt in Masse nichts zu sein
Nur erfordert dies Umdenken
Einen Prozess der Erkenntnis
Der von befreiter Mündigkeit 
Als Ziel aller Aufklärung ausgeht
Die natürlichen Grenzen des
Wachstums erkennt und nutzt 
Aus weniger mehr machen
Gibt Sein wieder Exklusivität
Die bescheidenen Rückzug
In aller Stille genießen kann
Genau dahin führt uns das
Wenigerwollen wenn wir 
Wagen soweit zu denken

jens tuengerthal 21.5.26

Alles

Alles

Habe alles erreicht
Was Mann sich träumte
Die schönsten Frauen geliebt
Von einigen sogar geliebt worden 
Auf jede denkbare Art 
Vater der besten Tochter
Auch wenn das alleine ihr 
Verdienst ist mir eine Ehre
Eine Bibliothek gesammelt
Die schönsten Bände gelesen
Zumindest in ihnen vertieft 
Gewesen für Momente des 
Größten Leserglücks dann
Die Welt wie das Weltall
Lesend bereist ohne so 
Dem Klima zu schaden 
Mitte fünfzig geworden 
Lieber zufrieden mit allem
Statt unzufrieden noch
Etwas zu wollen denke ich
Dankbar für alles ohne
Noch etwas zu müssen
Ist alles in allem wohl
Das größte Glück mir 
Was genügt um dann
Spurlos zu verschwinden
Mit unsichtbarem Fußabdruck 
Statt weiter noch zu schaden
So gesehen habe ich alles
Erreicht und bin zufrieden
Egal was nicht kommt

jens tuengerthal 21.5.26

Bücherhöhlenbewohner

Bücherhöhlenbewohner

Als ich meine Wohnung aussuchte
War es grauer dunkler Herbst in Berlin
Der Blick aus den Fenstern zum Hof
Ging auf eine mit buntem Laub ganz
Bewachsene Wand was mich sofort
Verzauberte eine gute Aussicht war
Besser als alles was ich verlor
Im Frühling schon musste das Laub
Wie mit ihm der Bewuchs der Wand
Die eine Brandwand der Nachbarn
Entfernt werden seit dem nun schon
Über 15 Jahre schaue ich auf eine
Kahle Wand gegenüber an der nichts
Mehr wächst oder lebt darum geht
Der Blick lieber auf meine Bücher
Die bei jedem Wetter ein Trost sind
Warum es kaum mehr lohnt noch
Den Vorhang aufzuziehen aber ab 
Mai scheint wieder die Sonne von
Irgendwo in den Hinterhof hinein
Dann freue ich mich und tue so 
Als wäre der Ausblick schön auf
Den es im Leben selten ankommt
Lasse den Blick wieder über die
Bücherreihen schweifen um die
Stimmung nicht ans Wetter zu hängen 
Ist es für das Leben als Bewohner
Einer Bücherhöhle überhaupt noch
Relevant wie wirklich die Wirklichkeit
Draußen ist dieser nur graue Schatten
Der bunten Welt meiner Lektüre
Überlege ich und beschließe hiermit
Und verkünde zugleich in Versen
Alles was zählt findet sich in Büchern
Ein Paradies denen die lesen alles
Andere wird irrelevant im Schatten
Der die Bücherhöhle belebt 

jens tuengerthal 21.5.26

Mittwoch, 20. Mai 2026

Lektürentagebuch 20.5.26

Lektürentagebuch 20.5.26

Wieder einen Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen den
Siri Hustvedt in ihre Ghost Stories 
Eingereiht hat er ist vom März 2024

Eindrucksvoll und mitfühlend erzählt
Der Großvater Paul seinem Enkel wie
Seine Mutter Sophie in der Schule die
Erfahrung von Mobbing machte 

Natürlich als guter Papi ergreift er 
Dabei die Partie von Sophie und
Versucht zu erklären wie es dazu
Gekommen war was leider normal ist

In der schwierigen Zeit der Pubertät
Sophie war 13 bis 14 als sie diese
Erfahrung der Ausgrenzung durch
Andere Kinder erfahren musste

Paul schreibt er bereut zu lange
Mit dem nötigen Schulwechsel
Gewartet zu haben und das Sophie 
Noch ein Jahr länger ertragen musste

Aus seiner Sicht war Sophie gemobbt
Worden weil sie die Partei von denen
Ergriff die ausgegrenzt wurden und 
Wie sie darum plötzlich alleine war

Erzählt von zwei Freundinnen die
Ihr noch blieben aber einfühlsam
Wie schrecklich es für Sophie dort
Gewesen sein muss bis zum Ende 

Der erste Schultag an der neuen
Schule war ausgerechnet der
Berühmte 11. September 2001
An dem sie erstmals alleine fuhr 

Dabei musste sie genau unter dem
World Trade Center durchfahren 
Eine Stunde später schlug dann
Das erste Flugzeug dort ein 

Paul erzählt wie Siri und er den
Tag des Schreckens in New York 
Erlebten und dass es eine Stunde
Dauerte bis sie Nachricht erhielten 

Dass es Sophie gut ginge die Kinder
Waren alle evakuiert worden konnten 
Aber weil alles gesperrt war nicht
Wieder nach Hause zurückfahren

Michael Naumann hätte ihn an
Diesem denkwürdigen Tag noch
Angerufen und um einen Artikel
Aus seiner Sicht gebeten 

Dieser fiel ihm schwer aber er 
Schrieb ihn und schob ihn in 
Den längeren Brief ein damit das
Erlebnis dem Enkel zu verdeutlichen

Wie er nach einem erneuten Anruf
Von Michael Naumann dann diesem
Oder einer Stenotypistin den Artikel
Am Telefon diktierte weil nichts ging

So ist dieser Brief sehr emotional
Weckt auch die eigenen Erinnerungen
An die traumatischen Ereignisse
Von denen Sophie also Miles Mutter

Zunächst nicht so viel mitbekam
Später erst wäre ihr der Schrecken
Der Ereignisse bewusst geworden 
Sie hätte dann lange bitterlich geweint

Dabei nennt Paul die Zahl der Toten 
Es waren weit über 3000 Menschen
Erzählt eine persönliche schreckliche
Geschichte von Bekannten im Turm 

Wie sie noch vor dem Einsturz mit
Angehörigen telefonierten warum
Dies Ereignis als Angriff auf die
USA der erste seit 1812 so eine

Traumatische Erfahrung für viele
In New York und den Staaten war
Wobei er sich auf die Ereignisse in
Seiner Stadt völlig beschränkt 

Wie schildere ich meinem noch
Ungeborenen Enkel ein solches
Traumatisches Ereignis was dazu
Noch an einem wichtigen Tag war

Der erste Schultag für Sophie an 
Ihrer neuen Schule das erste mal
Den Weg mit der U-Bahn alleine
Gefahren und das am 11. September

Erinnere mich wie ich es erlebte
Allein in der Wohnung noch am
Kollwitzplatz sah ich den zweiten
Flieger live in das Gebäude krachen

Ahnte als Feuerwehrmann was dies
Bei einem vollgetankten Flugzeug
Bedeuten würde doch das Grauen
Übertraf alles nur vorstellbare Elend

Menschen sprangen aus Fenstern
Weil sie keine Chance hatten mehr
Dem Inferno zu entkommen das
Dieser Anschlag verursacht hatte

Die Terroristen hatten zivile Flugzeuge
Zu tödlichen Waffen und Bomben
Gemacht und alle fürchteten was
Noch drohte und kommen würde 

Paul Auster hat hier für seinen
Enkel ein historisch wichtiges
Ereignis fühlbar gemacht das
Er selbst miterleben musste

Beschreibt die Stunden danach
In denen sie von der Welt wie 
Abgeschnitten waren und welche
Wirkung dieser Tag auf sie hatte 

Er hält sich mit der politischen
Bewertung der Ereignisse völlig
Zurück um dafür dass eigene
Erleben gefühlvoll zu schildern

Ihr Erleben in ihrem Haus nahe dem
Central Park wo sie auch aus einigen 
Räumen die Türme brennend sahen
Wie der Rauch durchs Haus zog

Der Wind wehte den widerlichen
Gestank von Feuer und Leichen 
Die darin verbrannten in jeden 
Winkel ihres Hauses schreibt Paul

Ein Text der die Ereignisse nochmal
Spürbar werden lässt von einem der
Voller Angst auch um ihre Tochter
Das ganze noch miterlebt hat

Erinnere mich genau an den Tag
Noch war die Tochter nicht geboren 
Ihre hochschwangere Mutter kam
An diesem Tag mit dem Zug

Enthalte mich auch aus Respekt
Vor diesem Bericht an einen Enkel
Aller weiteren Kommentare oder
Sonst politischen Bewertungen

Nach dieser traurigen Erinnerung 
Habe ich noch als Gegenpol den
16. Brief gelesen von Gilbert White
In der Erkundung von Selborne 

Der Brief vom 30. März 1768 an
Thomas Pennant Esquire handelt
Von verschiedenen Tieren und
Pflanzen und ihrer Wirkung

Er beginnt mit dem Bericht über
Ein Mauswiesel das angeblich von
Einigen gesehen wurde aber bisher
Seien diese nicht sehr verlässlich 

Der Bericht von milchweißen Küken
Von Raben die dessen Kutscher den
White darum Trottel nennt tötete noch
Bevor sie flügge waren ist rührend

Er selbst hat sie später an die
Stallwand genagelt gesehen bei
Dem Gentleman der ihr Brüten
Interessiert beobachtet hatte

Ein Schäfer meint weiße Lerchen
Gesehen zu haben aber White ist
Überzeugt dass es sich dabei um
Eine Schneeammer eher handelte 

Erzählt dann von einem gefangenen 
Bunten Dompfaffmännchen das mit
Den Jahren ganz schwarz wurde 
Durch die Ernährung mit Hanfsamen 

Vom gefleckten Aronstab berichtet er
Dass dessen brennend scharfe 
Wurzeln von Drosseln ausgegraben
Als Delikatesse genossen werden

Auch wie er einen kleinen Vogel
Im Februar sah und beobachtete der
Vermutlich ein Zilpzalp war auf den er
Nur halbherzig schoss und verfehlte

Beim Triel wundert er sich dass er
Für selten gehalten wird er käme
In allen Jagdgebieten hier vor zeterte
Den ganzen Sommer und brüte noch

Bis in den September hinein auf den
Höher gelegenen Feldern und Weiden
Ernährten sich von Würmern wie von 
Kröten und Fröschen was sie nachts

Machen wüsste er nicht zu sagen
Jenseits aller Mutmaßungen über
Triel Nachtclubs bietet er an ihm
Ein Exemplar seiner Maus zu senden

Zu dieser merkt er humorvoll an dass 
Linneeus also Linnées sie vermutlich
Mus minimus taufen würde was den
Typisch feinen Witz wieder zeigt

jens tuengerthal 20.5.26

Liebesanarchen

Liebesanarchen

Bin ich zur Liebe bestimmt
Aber habe ich die Wahl
Wen wie wo warum zu
Lieben oder ist es dann
Keine große Liebe die
Einfach ist was sie ist
Mit uns macht was sie will
Auch wenn wir vermutlich
Meist dazwischen lavieren
Ein wenig Bestimmung wie
Es genau so auch wollen
Gerne wehrlos dabei sind
Immer wieder zu Opfern 
Der großen Gefühle werden
Überlege ich und weiß es nicht
Wäre gern auch in der Liebe
Der Anarch als der ich lebe
Mit den nötigen Kompromissen
Als Bürger der BRD eben
Die ich Bundesrepublik nenne
Sie von der DDR zu unterscheiden 
Vokabular des Kalten Krieges
Auch eine Art von Heimatliebe
Wie MAGA vermutlich auch 
Haben wir da noch die Wahl
Was wäre Liebe noch wert
Für die ich mich nicht entschied
Überlege ich und merke dabei
Wie wenig vom Leben bleibt
Ohne Liebe die ich auch will 
Als bloße Marionette dann
Erdachter höherer Wesen
Bleibe ich ein Liebesanarch
Ohne zu wissen wie

jens tuengerthal 20.5.26

Überlebenskampf

Überlebenskampf

Ist das Leben nach der Natur
Ein einziger Kampf ums Überleben
Bei dem nur die stärksten bleiben 
Der Rest keine Chance besser hat
Es schneller hinter sich zu haben
Überlege ich beim Blick in die Welt
Fressen oder gefressen werden
Scheint die Devise von Trump
Der zeigt auch Dummheit kann
Mit genug Geld alles gewinnen
Die anderen sind völlig egal
Weil es nur um meinen Vorteil 
Im Überlebenskampf geht 
Nicht die Rettung der Welt
Oder andere nette Lügen
Die der Aberglaube verbreitet
Mit dieser Philosophie wurde 
Ein Elon Musk reichster Mann 
Der es von seinem Vater lernte
Sein Erfolg spricht für ihn wer
Rücksicht nimmt erreicht nichts
Im Kern bleiben wir im Leben
Immer allein eine kurze Hilfe
Die Illusion von Nähe dient
Nur dem anderen dazu sich
Besser vermarkten zu können 
Am Ende und das bestätigt die
These der radikalen Natur noch
Bleiben wir immer allein weil alle
Natürlich zuerst an sich denken
Dies zu erkennen ist vernünftig
Sich ein böses Erwachen vorab 
Schon zu ersparen weil die Welt
Nicht gut oder schlecht ist nur
Natürlich jeder seinen Vorteil 
Sucht im Kampf zu überleben
Manche schaffen es sich ein
Leben lang etwas anderes noch
Vorzumachen doch selbst danach
Will die Beerdigung bezahlt werden
Zahlt und verdient immer wer
Nur die Stärksten überleben es
Ob es darum besser ist früher
Zu gehen oder sich lieber weiter
Noch zu belügen bleibt unklar
Lohnend scheint wenig noch
So ist eben das Leben und
Um uns darüber zu täuschen 
Haben wir Liebe erfunden auch
Die hat ihren Preis natürlich
Meistens die Freiheit

jens tuengerthal 20.5.26

Liebesaufklärung

Liebesaufklärung

Liebe den Geist der Aufklärung
Ihre Definition nach Kant mit dem
Kategorischen Imperativ der alle 
Moral am Gewissen statt an nur
Gesetzen misst ist die größte Form
Der Freiheit die wir leben können
Fraglich nur ist schon ob Liebe zu
Einer Philosophie der Vernunft die
Freiheit durch sie erst definiert
Sein kann oder Gefühl und Vernunft
Sich kontradiktorisch ausschließen
Oder nicht erst eine Liebe die auch 
Dem Geist der Aufklärung entspricht
Also bewusst gewollt ist den Namen
Liebe überhaupt erst verdient was
Erstaunlich vernünftig mir scheint
Weil Liebe bedingungslos wollen heißt
Also der Wille entscheidend ist
Ohne zu wissen ob die Wesen
Vom Planeten Venus denen mein
Gefühl dabei gilt es genauso auch 
Wahrnehmen oder im Gegenteil
Gegen alle Vernunft in der Liebe
Nur Bauch oder Herz folgen wollen
Was sie zumindest gerne sagen
Aber zumindest habe ich nun
Den Mut gehabt auch die Liebe
Aufgeklärt mündig zu behandeln
Statt nur bewusstlos gefühlig
Weiß nur nicht ob es nur eine
Zufällig interessieren könnte
Wenn es darauf ankommt

jens tuengerthal 20.5.26

Aufklärungsnot

Aufklärungsnot

Aufklärung heißt Befreiung aus
Selbstverschuldeter Unmündigkeit 
Unmündig ist wer seinen Verstand
Nicht ohne Hilfe anderer nutzen kann 

Selbstverschuldet ist dies wenn
Es nicht an eigener Dummheit liegt
Sondern Faulheit die Ursache ist
Dies erfordert selbständiges Denken

Sapere aude ist das Motto der
Aufklärung also habe Mut dich
Deines Verstandes kritisch noch
Zu bedienen statt nachzuplappern

An diesem Mut mangelt es deutlich
Lieber werden Schuldige gesucht
Statt Verantwortung zu übernehmen
Werden die Armen faul genannt

Deutschland glücklich in Europa seit
Über 80 Jahren in Frieden lebend
Mit der freiesten jemals Verfassung
Drohen Mehrheiten seiner Feinde

Ist die Zunahme politischer
Radikalisierung Ausdruck eines
Realen Mangels in der Mitte
Oder eher ein Zeichen stark 

Zunehmender Verblödung von
Menschen die nicht begreifen
Wie sehr jede Radikalisierung
Stabilität und Sicherheit eher

Schadet als nutzt überlege ich 
Fürchte aber die Opfer der
Kreml Propaganda sind so
Resistent gegen alle Vernunft

Wie jene Unterstützer der Hamas
Die weiter deren antisemitische
Lügen ohne Rücksicht auf die
Folgen hier noch verbreiten

Beide sind Terroristen die unsere
Freiheit bedrohen und sollten so
Als Feinde auch bekämpft werden
Statt noch Verständnis zu zeigen

Ein überproportional hoher Teil
Von AfD BSW und Linke Kandidaten
Sind frühere Mitarbeiter der Stasi 
Die Befehlen aus Moskau gehorchen

Gleiches gilt für den Herausgeber
Der Berliner Zeitung und anderer
Ostdeutscher Medien welche die
Kreml Propaganda weiter verbreiten

Wer hier nicht sieht wie der frühere
KGB Offizier Putin innen angreift 
Ist so blind wie gefährlich ignorant
Ein unfähiger Kanzler fördert dies

Statt das Problem zu benennen
Den Moskauer Angriff auf unsere
Freiheitliche Demokratie wird die
Rassistische Propaganda imitiert

All diese Probleme sind bekannt
Es droht eine AfD Mehrheit in den
Ersten Ländern die sie dazu mit
Verfassungswidriger Propaganda

Von Abschiebung und Internierung
Erreichen wollen weil Radikalisierung
Offensichtlich erfolgreich ist keiner
Kritisch hinterfragt und anzeigt

Die Gärung wird medial noch verstärkt
Statt ihr kritisch entgegenzutreten 
Spielt Springer weiter mit der Angst 
Potenziert NIUS die Panik noch

Es ist dringend nötig die Feinde der
Freiheit so zu nennen und mit allen
Mitteln zu bekämpfen gegen die AfD
Hat jeder sein Widerstandsrecht

Dieses besteht nach Artikel 20 IV GG
Gegen jeden der es unternimmt die
Verfassung zu beseitigen was die 
Forderungen der AfD deutlich tun

Insofern der Kanzler offensichtlich
Von seiner Aufgabe überfordert ist
Lieber weiter rechts radikalisiert ist
Keine staatliche Hilfe zu erwarten 

Der Geist der Aufklärung und damit
Die Basis unserer Freiheit ist in Not
Doch was soll der Kantianer tun als
Zum kritischen Denken auffordern

Ob es mehr an Blödheit oder Faulheit 
Kritisch zu denken liegt wage ich nicht
Zu beurteilen aber es braucht mehr
Mut zu sagen wir sind nun in Not 

Dabei zugleich zu erkennen dass
Jede Radikalisierung das Problem 
Noch weiter verschärft macht es
Zur wichtigsten Frage der Zukunft

jens tuengerthal 20.5.26

Dienstag, 19. Mai 2026

Lektürentagebuch 19.5.26

Lektürentagebuch 19.5.26

Bei Erwin Seitz in der Verfeinerung
Der Deutschen über deren Anfänge
Gelesen unter Karl dem Großen als 
Fürst und Lebemann dabei betitelt 

Sehr ausführlich und gut recherchiert
Schreibt Seitz hier über den Aufstieg
Der Karolinger nach Karl Martell wie
Karls Vater Pippin auch noch davor

Dessen Taufe und Verteidigung des
Papstes die dann zur berühmten
Pippinschen Schenkung nach dem
Sieg über die Langobarden führte

Hier zeigt sich Seitz mal wieder als
Treuer Katholik und gibt nur die als 
Katholische Lüge längst enttarnte
Römische Version wieder was zum

Thema angesichts der Diskussionen
Auch wenn für die Verfeinerung der
Deutschen weniger von Bedeutung
Schon ziemlich dünn eher ist

Seine Begeisterung für Karl den
Großen als Vater Europas ist ja
Durchaus verständlich auch ist
Seine Hofkultur in Aachen sehr 

Wichtig für die Entwicklung der
Feineren deutschen Hochkultur
Ordnete sein Reich erstmals neu 
Mit einer ganz genauen Verwaltung

Er zitiert hier viel Einhard wie auch
Andere Biographen aus der Zeit
Was ein einseitiges Bild nur gibt
Karls Zersörungswut ignoriert

Ganze dreißig Jahre führte er Krieg
Brachte das Christentum mit dem
Schwert nach Sachsen richtete 
Massaker unter Aufständischen an

Seine Reformen und seine Ordnung
Auch für Klöster legten zwar die
Bedingungen für ein produktives 
Wie ziviles Leben im Reich aber

Zu welchem Preis und unter welchen
Opfern bei dreißig Jahren Krieg wie 
Einer gewalttätigen Verbreitung seiner
Kultur unter Verdrängung voriger

Davon schreibt Seitz nichts dafür
Ausführlich über Lebensmittel wie 
Kräuter die angebaut wurden so eine
Feine mediterrane Küche brachten 

Auch sind die Buchausgaben die im
Umfeld der Aachener Schule wohl
Entstanden heute Weltkulturerbe
Zivilisierte und kultivierte er sehr

Im Hinblick auf die Verfeinerung der
Kultur im fränkischen Reich war Karl
Sicher so verdienstvoll wie Seitz es
Mit vielen Details dazu beschreibt

Doch ist dieser Kaiser zugleich
Auch ein Massenmörder der nach
Berichten bis zu 4500 an einem Tag
Hinrichten ließ Widerstand zu brechen

Er hat die christliche Sekte mit dem
Schwert verbreitet und die Sachsen 
Vor die Wahl gestellt Tod oder Taufe
Die vorige Kultur vollständig eliminiert 

Den Kaiser und König den wir als
Deutsche mit den Franzosen teilen 
Auch zu loben für seine kulturelle
Leistung gibt es gute Gründe

Doch zu ignorieren zu welchem
Preis dies geschah und wie eine 
Andere Kultur hier zerstört wurde 
Ist eher ignorant und untragbar 

Die Ordnung der Verwaltung wie
Der landwirtschaftlichen Produktion
Sind sicher ein großer Verdienst aber
Die Vernichtung anderer Kulturen

Bleibt eine Schande die auch so
Genannt werden sollte da genau
Dieser Geist später die Kulturen 
In Amerika brutal zerstörte

Die Lektüre war ein guter Anlass
Über den großen Karl zu lesen
Den Europa bis heute hochhält
Damit eine mörderische Kultur feiert

Karl hat eine wichtige Rolle für
Das werdende Europa und seine
Kultur gespielt aber auch eine
Sehr dunkle Seite dabei noch

Was Karl unter den Sachsen mit
Gewalt veranstaltete war eine
Ethnische Säuberung und hat
Elemente eines Völkermordes 

Wer dies anderen als Verbrechen
Vorhält sollte in der Wahl seiner
Helden achtsamer sein und nicht
Wie Seitz einseitig nur verklären

Schön erzählt er aber von der
Kultur der Feste bei Hofe und
Wie wenig Karl sich von der
Katholischen Moral zähmen ließ 

Vier Ehen allein schloss er ganz
Regular und hatte zahlreiche
Nachkommen auch verhinderte er
Dass seine Töchter heirateten 

Gestattete aber die Friedelehe
Was eine germanische Form der Ehe
War die auf Zuneigung und freiem 
Willen beider beruhte womit die

Sonst Vormundschaft des Gatten 
Wie in der Sippenehe wegfiel es
War eine Art Liebesheirat bei der
Die Kinder erbberechtigt waren

Dabei waren mehrere Friedelehen 
Auch neben der Muntehe möglich
Allerdings wird schon das Bestehen
Des Instituts Friedelehe hinterfragt

Warum auch immer Seitz also nun
Karl ein angebliches germanisches
Institut für das es keine Belege gibt
Unterschieben will bleibt unklar

Jedoch waren die Töchter und auch
Sonst Frauen bei Hof willkommen
Ihnen die Freiheit der Lust zu lassen 
Ohne eine Ehe zu müssen ist gut

Wieder zeigt Seitz die Tendenz die
Katholische Lesart von Kultur als
Absolut zu setzen was einer irgend
Differenzierten Sicht im Weg steht 

Aber trotz aller Kritik regt er zur 
Kritischen Prüfung seiner Thesen an
Die zu den Wurzeln der Kultur führen
Was positiv zu bewerten ist

Das macht es auch verzeihlich dass
Er immer wieder unbelegte Thesen
Wie nicht hinterfragte Geschichten
Erzählt als wäre es so gewesen 

Die Idee des neuen kulturellen
Blicks auf die Verfeinerung der
Deutschen bleibt gut sie bräuchte
Nur mehr deutsche Korrektheit

Noch das kurze Kapitel über Baseball
Von Siri Hustvedt in Ghost Stories 
Gelesen das wieder eine schöne
Liebeserklärung an Paul auch ist

Sie beschreibt wie sie drei Mails
Wie eine handschriftliche Mitteilung
Von Freunden bekam die wie Paul
Die Baseball Spiele der Mets als

Fans mitverfolgen und wie Paul
Sich über deren Sieg gefreut hätte 
Erinnert sich wie sie mit Paul schaute
Weil er Baseball wirklich liebte

Wäre er nicht Schriftsteller geworden
Hätte er dort eine große Karriere
Machen können meinte einmal einer
Dieser Baseball Freunde noch zu ihr

Kurz vor Pauls Tod erinnerte noch
Der Stadionsprecher der Mets an 
Paul und dabei welche Bücher
Er von ihm besonders liebte 

Das ist voller Liebe geschrieben von
Gemeinsamer Erinnerung getragen 
Aber ohne Paul interessiert sie
Baseball eher überhaupt nicht

Dieses zarte Geständnis ließ mich
Nachdenken warum ich zumindest
Bei Weltmeisterschaften manchmal
Fußball schaue mit anderen sogar

Obwohl mich Fußball eigentlich 
Nur mit meiner Tochter die spielte
Ein großer Fan blieb mal etwas
Interessiert hat sonst so egal ist 

Wie bei Siri der Baseball für Paul
Zeitweise spannend war aber ohne 
Ihn ihr völlig egal ist wer da gewinnt 
Was ich so gut verstehen kann

Aber wie sie Paul so durch ihr
Eigentlich Desinteresse nochmal 
Ihre Liebe erklärt ist wunderbar
Weil Liebe auch teilen heißt

jens tuengerthal 19.5.26

Aufgeräumt

Aufgeräumt

Aufgeräumt zu sein heißt
Heiter und frei von Problemen
Meinen manche darin ein gutes
Gemüt erkennen zu können das
Doch nichts anderes feiert als
Die eigene Beschränkung die 
Aus kleiner Ordnung ihre große 
Befriedigung zieht statt alles
Wild sein zu lassen wie es ist
Wird es in einen Rahmen lieber
Gepresst ordnungshalber um so 
Angepasst zu funktionieren was
Des Anarchen Widerstand ganz
Natürlich weckt der lieber im Chaos 
Seinen eigenen Weg findet und
Das in Ordnung so findet besser
Als einfach aufgeräumt zumindest 
Eher fürchtete sich im Nichts das
Jede Ordnung ist zu verlieren 
Als wechselnde Vielfalt lieber
Im Chaos der Natur zu genießen
Frei und ungebunden dabei

jens tuengerthal 19.5.26