Lektürentagebuch 13.10.26
Goethe und Arnim zitierend schreibt
Grete de Francesco sehr klug über
Gottfried Christoph Beireis und warum
Dieser Professor ein Charlatan war
Die alchemistischen Anspielungen wie
Die im Stil des 17. Jahrhunderts noch
Geschriebenen Gedichte und seine
Kokette Altertümlichkeit sorgte dafür
Dass er keine Gestalt der Aufklärung
War sondern an frühere Epochen eher
Denken ließ auch wenn de Francesco
Meint er deute auf kommende Zeit hin
Der mit Industrie und Banken eng
Verknüpfte Mann der sportlich wie
Hochintelligent war eilte in seiner
Bewunderung für Maschinen schon
Seiner Zeit weit voraus was ihn wie
Besessen von seinen Puppen machte
Führte zu einer Mythologisierung und
Charlatanisierung einer Technik
Der er bewundernd liebevoll hörig war
So nimmt er die Schwärmerei einer
Kommenden Generation vorweg wie
E. T. A. Hoffmann seinen Ferdinand
Sagen lässt dass die äußerlichen
Kunststücke des Türken nur dazu da
Sein unsere Aufmerksamkeit ganz
Auf ihn zu lenken wo aber gerade
Der Schlüssel der Geheimnisses
Nicht zu finden sei ebenso seien die
Altertümlichen Allüren von Beireis
Nur dazu da abzulenken genau wie
Es die Charlatane auf den Märkten
Taten die vom Verkauf ablenkten
Beireis wollte zwar nichts verkaufen
Aber sah sich als ein Wegbereiter
Der Weltmacht der Maschine einer
Macht die er kommen sah und im
Dienste dieser wurden die Künste
Der Scharlatane zu gern genutzt
Er gaukelte den Menschen Befreiung
Durch jene Kräfte vor die er selbst nie
Freilassen wollte und entfesselte so
Kräfte die Menschen versklavten
Goethe legte wenig Wert auf die
Automatensammlung und fand die
Figuren nur verkommen verrostet
Worauf der Hofrat Beireis eine
Dramatische Geschichte erfand da
Er bemerkte dass Goethe immun
Gegen die Wirkung der Mechanik war
Warum er sie nicht mehr aufzog
Begründete er mit einem Offizier dem
Er sie vorführte dem keiner glaubte
Worauf es zum Duell kam in dem
Dieser erstochen wurde und seitdem
Wollte er seine Bewunderer nie mehr
Dieser Gefahr aussetzen was Goethe
Unglaubwürdig fand dagegen konnte
Achim von Arnim mehr entdecken
Er widmete das neunte Kapitel seiner
Gräfin Dolores dem Helmstedter
Professor seine Darstellung sei dabei
Atmosphärisch doch ganz vortrefflich
Allerdings fehlt ihm die künstlerische
Kraft eines E. T. A. Hoffmann noch er
Er betrachtet es mit relativierender
Ironie der Romantiker als Phänomen
Wo Goethe hart urteilt ist seines
Eher spitz er bleibt an den Automaten
Stehen und wandelt im Zwielicht des
Zweifels über die Beseeltheit oder
Leblosigkeit der Menschen-Maschine
Er will ironisch sein aber ist längst von
Ihrer Rätselhaftigkeit ergriffen lässt
Den Grafen den Professor besuchen
Er gruselt sich im Zwielicht dort allein
Weil der Professor einen Patienten
Noch schnell besuchen musste wo
Die Unendlichkeit des Sehens sich
Leicht der inneren Empfindung mitteilt
Er wollte eine Persiflage über Beireis
Machen aber das Objekt war stärker
Goethe dagegen polterte gleich los
Gegen die Qualen der Unvernunft
Die eine Zumutung wären dagegen
Ist Arnim wider Willen ergriffen von
Der listigen Poesie der Maschinen
Der Graf lässt die Figuren spielen
Ist fasziniert und erschrocken dabei
Beschwört die Maschine in Versen
Das Glück als Endziel der Charlatane
Nachforschungen des Grafen ergeben
Dass zwei Menschen das Spiel aus
Dem Versteck aufführen durch ein
Sprachrohr Maschinen reden lassen
Nun wird das wunderbare menschlich
Die Maschinen treten zurück ihre
Wirkung verblasst doch fingen die
Romantiker empfindsam schon die
Drohende Erschütterung auf die
Goethe überging es könnten leicht
Maschinen die Oberhand gewinnen
Was in Zeiten von KI visionär scheint
Vielleicht aber täte uns auch mehr
Kritisches Denken gut um nicht zum
Opfer unserer Ängste zu werden war
Der Geheimrat dem Geheimnis näher
Wie Epikur uns schon durch die Verse
Des Lukrez lehrte ist alles Natur und
Nichts außer oder über ihr was dem
Hokuspokus schnell die Basis entzieht
Nun folgt die Beschreibung Beireis
Durch Goethe mit guter Figur und
Sehr hoher Stirn dabei wohnte um
Die verkniffenen Lippen des schon
Zahnlosen Mundes neidische Bosheit
So sprach er gehässig über Leibnitz
Oder Lavoisier und behauptete
Michelangelo habe aus Neid alle
Bilder und Kupferstiche Dürers
Vernichten lassen eine so unsinnige
Erfindung die mehr über den Erfinder
Mehr sagt als seinen Gegenstand
Seine Geliebte die elegante Witwe
Betrog ihn worauf ihn sein Hund erst
Aufmerksam machte so dass er den
Rivalen bei ihr überraschen konnte
Der Hund erhielt ein Ehrengrab und
Beireis blieb Junggeselle aber liebte
Hunde mit der Glut seines Hasses
Gegen jede Untreue was typisch ist
Für übersteigerte Einbildung und
Intoleranz der Charlatane wie es
Hier de Francesco formuliert wozu
Auch seine Quantitätsleistungen
Wohl gehören mit denen er sich
Rühmte täglich 14 Stunden Kolleg
Zu lesen was Goethe wieder für eine
Legende im Geist der Wunder hielt
Er hörte vom Grafen Veltheim viele
Solcher monotoner Legenden über
Beireis fand es blieb eher unbestimmt
Was typisch für Scharlatane auch ist
Ihre Geschichten folgen immer dem
Gleichen Schema nur Details wurden
Der Mode entsprechend aktualisiert
Aber es sprach schwache Geister an
Goethe meinte dazu weil er so reich
War konnte es ihm an Verehrern und
Gläubigen nicht fehlen Reichtum und
Kostbarkeiten seien die Hausgötter
Zu welcher die Menge andächtig
Blickt ist dieser Besitz nachdem sie
Gierig sind mit einem Geheimnis
Erworben wird jedes Wunder geglaubt
Eine Masse Gold und Silber verleihe
Dem Unwahren Ansehen und Gewicht
Der Besitz wird durch Lügen verklärt
Es verschmilzt Wahrheit und Lüge
Das Kapitel schließt mit den Worten
Goethes der Beireis und Swedenborg
Vergleicht den Kant einen träumenden
Geisterseher spöttisch noch nannte
Er erinnert an Cagliostro den großen
Scharlatan der Zeit den er einen nur
Taschenspieler nennt fragt sich ob der
Aberglaube denn nie enden würde
So fände sich immer ein Local wo
Das problematisch Wahre was allein
Respekt verdient sich mit der Lüge
Ganz bequem begatten kann
jens tuengerthal 13.10.26