Sonntag, 4. Oktober 2026

Lektürentagebuch 4.10.26

Lektürentagebuch 4.10.26

Bei Buddenbrooks sucht Christian
Seinen Bruder Thomas auf um
Unter vier Augen mit ihm zu sprechen
Es ist der Tag nach der Taufe

Christian jammert erst über seine
Zustände wie die einseitig verkürzten
Nervenenden und dann über den
Zustand des Geschäfts was ihn 

Täglich völlig überfordere und er
Müsse ja auch für sein Kind das
Er mit jener Aline Puvogel hat die
Schon zwei anderweitige hat

Zwischendurch rastet Tom wieder aus
Brüllt seinen Bruder an der mit 33
Jahren wachsender Glatze mit dem
Stock mit der Nonnenbüste spielt 

Christian teilt ihm schließlich mit
Ihre Mutter würde für 20.000 seine
Schulden begleichen und er ginge
Nun als Angestellter nach London

Ein höflicher Abschied von Gerda
Bei dem er sie noch fragt ob sie die
Aufregung kennt die auf den Magen
Schlägt ganz sonderbar wäre

Der jämmerlichen Christian der
Sein Leben nicht auf die Reihe
Bekommt wie es ein Buddenbrook
Sollte und der genervte Bruder

Auch in der Wiederholung der Szene
Noch mit feinen wie schmerzvollen
Spitzen versehen die nur versteht
Wer den Ansprüchen nicht genügte

Von der Norm abweicht aber dennoch
Um seine Existenz schmerzvoll als
Mensch mit Daseinsberechtigung
Kämpft die bald an Grenzen stößt

Im Zauberberg über die schweigsame
Rückfahrt vom Wasserfall gelesen
Wie die unruhige Nacht danach die
Hans Castorp bei jedem Geräusch

Weckte bis gegen zwei dann die
Nachtschwester an seine Tür klopfte 
Ihn im Auftrag von Clawdia zu ihnen
Nach oben in die Suite rufen ließ 

Dort waren die beiden Ärzte am Bett
Des toten Mynheer Peeperkorn wie
Clawdia die am Bett saß und der
Dunkeläugige Malaie in Nationaltracht

Der Hofrat begrüßte Hans als sei der
Nächtliche Besuch erwartungsgemäß
Erklärte ihm nebenan den feinen 
Mechanismus mit dem er sich

Vermutlich selbst vergiftet hatte der
Zähne wie ein Schlangenkopf hatte
Durch deren haarfeine Düsen er sich
Das Gift wohl injizieren ließ 

Eine Mischung aus tierischem und
Pflanzlichen Stoff der umgehend das
Respirationszentrum lähmte warum
Der gute Peeperkorn nicht litt

Die genauen Umstände bleiben
Unklar im Gespräch mit Clawdia die 
Der Malaie erst danach benachrichtigt 
Hatte worauf sie ihm fragt ob er von 

Ihrer beider Torheit wusste was Hans 
Bestätigt und berichtet wie es war
Wann Mynheer es woran erriet als
Er sich weigerte sie zu küssen

Diesen geforderten Stirnkuss holt
Hans nun mit ihrem Einverständnis
Vor seiner Leiche nach die es wohl
Nicht mehr stören würde wozu sie

Ihm mit geschlossenen Augen die
Stirn unter Augen des Malaien
Hingebungsvoll entgegenstreckt 
Womit das Kapitel hier endet


Die Welt der Geschäfte ist Thema
Im gleichnamigen Kapitel 5 des 
Roman von Vladimir Jabotinsky aus
Der Anderen Bibliothek in dem

Jene vorgestellt werden die nicht
Die schöne Marussjas besuchten 
Oder zumindest nicht nur ihretwegen
Kamen die aber alle verzauberte

Zuerst Mutter und Tochter die sich
Gegen alles jüdische Tradition fast 
Gleichklingend Njura und Njuta die
Sich auch gleich kleideten sogar 

Gleiche Frisuren trugen sich sogar
Die Lippen schminkten was damals
Verpönt noch war und Marussja
Nannte die beiden lasterhaft aber

Ihr Bruder Serjosha widersprach
Sie amüsierten sich nur dabei waren
Beide anwesend aber keiner war
Darüber gekränkt nur die beiden

Statteten egal wo sie waren eher
Einander ihre Besuche ab dann 
Gab es Samoilo ein eher stiller 
Apothekergehilfe kam aus einem

Schtetl am Dnepr saß bei egal was
Immer nur daneben nannte sich einen
Pharmakologen was er aber wie
Pharmakoluche eher aussprach

Er war ein entfernter Neffe von
Anna Michailowna darum da 
Zwei ältere Brüder gab es noch 
Abram Moissejewitsch wie der

Etwas jüngere Boris Mawrikijewitsch
Die so verschieden waren wie die
Je Abwandlung ihres Vaternamens
Der ältere machte ständig Witze 

Auf die Frage nach Bildung zückte
Er seine Brieftasche das sei seine
Bildung das gleiche zu seinen sonst 
Überzeugungen er bewahrte seinen 

Sohn vor dem Sitzen bleiben dadurch
Dass er jedes Jahr mit dem Direktor
Im Club um 500 Rubel wettete dass 
Dieser sitzen bliebe was nie geschah 

Seinen intellektuellen Bruder konnte 
Er nicht ausstehen und ärgerte ihn 
Beständig Boris war nur fünf Jahre
Jünger aber ganz anders erzogen

Sprach korrektes russisch und
Kaschierte seinen Dialekt mit
Tiefer Bassstimme redete gern über
Schriftsteller und zitierte Literatur

Beide Brüder saßen im Vorstand
Einer Kreditgesellschaft dabei war
Boris groß und schlank einmal traf 
Der Erzähler ihn im Stil eines 

Adligen russischen Offiziers er war
Sehr gepflegt noch dazu alle beide
Amüsierten den Erzähler sehr und
Es bestätigte ihn darin dass die

Gespräche mit Kaufleuten weit 
Interessanter wären als die mit
Professionellen Intelligenzlern dafür
Faszinierten ihn ihre Geschichten

Von der großen Getreidebörse in
Odessa wo die Ernährung des
Ganzen Reiches verhandelt wurde 
Wobei politische Gerüchte immer

Eine große Rolle spielen konnten 
Sie lobten die einen Herrscher und
Schimpften über andere und wussten
Dinge die nirgendwo zu lesen waren

Dies zeigte sich auch in der engen 
Freundschaft der jungen Torik mit
Abram deren Gesprächen er gerne
Lauschte wenn es möglich war

Dieser Torik beeindruckte ihn auch
Durch sein Zimmer voller Bücher
Die als Ausgaben vorgestellt werden
Wie in den Fußnoten erläutert

Er hatte auch das einzige Buch mit
Jüdischem Inhalt im ganzen Haus
Als Anna Michailowna ihn einmal bat 
Markarows Lexikon bei Torik zu holen

Landete er im falschen Zimmer das
Fast schlicht wie eine Zelle nur war
Dort lagen Broschüren auf dem Tisch
An der Wand hing ein Lasalle Bild 

Auf dem Rückweg aus Toriks Zimmer
Traf er im Flur Lika die starr blickte
Aber ihm sorgsam auswich sie ging
In die Zelle es war ihr Zimmer 

jens tuengerthal 4.10.26

Wirklichkeitswahn

Wirklichkeitswahn

Sich immer wieder zu fragen
Wie wirklich die Wirklichkeit
Noch ist oder je war könnte
Ein weiser Ratschlag sein

Ob mit oder ohne Watzlawick
Den Trump sicher nie las der
Vermutlich wie viele seiner
Ignoranten Wähler nie ein 

Gutes Buch las oder darüber
Länger nachgedacht hat darum
Für mich geistig tot schon ist
Ein Nichts das ich ignoriere

Weil es müßig ist sich mit solch 
Geistlosen Wesen zu beschäftigen
Fehlende Bildung und Intelligenz
Wird durch KI künftig ersetzt

Emotionale und sittliche Reife
Die erst Leser wirklich erlangen
Wenn sie viele gute Bücher lasen
Wie dabei auch durchdachten

Erlangen Fernseher ohnehin nie
Womit ihnen das Privileg der
Aufklärung zum sittlichen Urteil
Völlig fehlt sie sind unmündig

Können sich nie daraus befreien
Ihre Werturteile sind wertlos
Wie ihr Sein oder Nichtsein die
Zeitweise Übernahme hoher Ämter

Wird die Geschichte bald korrigieren 
So dumm ist trotz ständigem
Fernsehen nicht mal das Volk
Der USA diese Mörderbande

Welche die Todesstrafe noch
Immer für staatliches Recht halten
Komplizierter ist es in Russland
Das nie wirklich demokratisch war

Von einem Absolutismus gleich
In dem nächsten tappte unter 
Meist millionenfachen Opfern ohne 
Zu erfahren wie gut Freiheit tun kann

Der Diktatur des Adels der mit den 
Kirchen eng verbunden war also den 
Aberglauben kultivierte folgte nahtlos 
Jene der totalitären Parteien nach

Dabei ist die Sekte des Guru Marx
Eine Variante des postreligiösen
Aberglaubens zur Machtordnung
Der sich Gläubige unterordnen

In Teilen der USA ersetzte die
Psychoanalyse mit dem erfundenen
Unterbewusstsein die Religion dafür
Wurden die Sekten ländlich stärker 

Freiheit ohne das eine oder andere
Korsett religiös oder postreligiös ist
Tief im Westen bisher noch unbekannt
Da gäbe es etwas zu entdecken

In einer Welt ohne erfundene Seele
Mit Moral nach dem KI als dieser noch
Kategorischer Imperativ hieß und aus
Dem preußischen Königsberg kam

Putin als Kind des KGB wie der
Sowjetunion hält den Mörder Stalin
Weiter als Vorbild hoch und nennt
Den Untergang der Sowjetunion

Die größte Katastrophe noch des
Daran reichen 20. Jahrhunderts 
Relativiert die Massenmorde einer
Totalitären Diktatur bis heute um

Eine kollektive Geschichte weiter
Zu idealisieren die irgendwo zwischen
Altem Russland unter den Zaren wie 
Der mörderischen Sowjetunion steht

Putin ist im Gegensatz zu Trump aber
Weder völlig unbelesen noch dumm
Er ist ein gefährlicher Diktator der 
Aber fern der Realität bereits lebt 

Seine Verlautbarungen zu gerade
Geländegewinnen in der Ukraine
Sprechen für Fehlinformation durch
Verängstigte Kreise des Militärs

So funktionieren Diktaturen und
Genau so regierte Stalin auch die
Potemkinschen Dörfer zeigen eine
Lange Tradition der Illusion dort

Dies auch wenn der Namensgeber
Ein Günstling von Zarin Katharina
Der Großen vermutlich nur Opfer
Einer sächsischen Intrige wurde 

Dahingestellt ob diese gegen die
Einst anhaltinische Prinzessin mit
Holsteinischen Vorfahren ging den 
Günstling angriff oder nur einfach

Unruhe stiften wollte hielt sich was 
Der damalige sächsische Gesandte
Am russischen Hof über den Fürsten
Potjomkin verbreitete bis heute noch

Ob es wirklich war oder nicht ist die
Illusion zum Wohlwollen der Herrscher 
Etwas mit langer Tradition in Russland
Wie vermutlich überall auf der Welt

Beide bekommen nur eine gefilterte
Version der Wirklichkeit die sie zu
Einer gestörten Wahrnehmung führt
Denken wir an ein blaugraues Bassin

Zeigt sich der Fassadenkitt bleibt
Ein globales Problem auch wenn ein
Mafiöser Bauunternemer aus dem
Frauenhandel Präsident nun ist

Ballsäle greifen nach dem Krieg
Der Sterne das Weiße Haus einst
Palast einer Demokratie wird zum 
Vergoldeten Trumptower anstatt

Eine Demokratie hat die Wahl
Sofern es noch eine Mehrheit
An vernünftigen Menschen dort gibt 
Wenn nicht braucht es anderes

Eine stärkere rechtsstaatliche
Formalisierung aller Macht wäre
Ein Schritt weg vom Personenkult
Warum war Merkel besonders gut

Weil sie wie die Prinzessin Katharina
Die später die Große erst wurde als
Zarin der Aufklärung in Russland an
Beweisbare Fakten sich lieber hielt 

Naturwissenschaft dem Aberglauben
Wie Wahn der Impfgegner vorzog
Dummheit ist nur unter Idioten immer
Besonders erfolgreich gewesen

Während Trump einen Kennedy zum
Minister für Unfug machte was aber
Zu seiner Wahrnehmung der eben 
Amerikanischen Wirklichkeit passt

Die beiden mächtigsten Männer der
Welt leben in Scheinwelten aus der
Sie Wirklichkeit nicht sehr tangiert
Weil sie sich ihre Welt machen

Das konstruktivistische Pippi-Motto
Sich die Welt zu machen wie sie 
Einem gefällt wird zum Albtraum
In einer Welt voller Trumpisten

Der dritte in China wird darüber
Laut lachen falls er noch je ein
Bild der Wirklichkeit hatte in der
Parteien Oligarchie dort bestehen

Auch daran eher große Zweifel
Wie wirklich also die Wirklichkeit
Noch für wen ist könnte eine der
Wichtigsten Fragen der Zukunft sein

Fraglich nur was wir der Welt
Angesichts der wahnhaften
Wahrnehmung der Wirklichkeit
Real nun noch wünschen sollen

Mehr berechenbare Merkel für die
Welt als Muster einer zuverlässigen
Staatsfrau ein Reich der Phantasie
Oder schlicht nüchternen Realismus

Zugegeben fehlt mir die Hoffnung
An die Vernunft herrschender Kasten
Länger glauben zu können aber
Systeme sind klüger als Menschen

Die Zukunft unter KI könnte auch
Wesentlich besser und gerechter 
Werden sofern wir unsere Gier
Nicht für intelligent länger halten

jens tuengerthal 4.10.26

Mittelmaß

Mittelmaß 

Mittelmaß gilt heute schon als
Ungenügend oder mangelhaft
Statt im dazwischen zufrieden 
Zu bleiben wird nach mehr
Immer weiter noch gestrebt
Extremisten haben Aufschwung
Rinks und Lechts werden dabei
Leicht verwechselt und eigentlich
Fast austauschbar im Schaden
Dabei bräuchte es dringend
Viel weniger in allem um noch
Weiter überleben zu können
Weil zu viel immer zu viel ist
Im natürlich beschränkten Raum
Muss weniger der Maßstab sein
An dem wir Erfolg künftig messen 
Wenn weniger übrig bleiben die 
Immer weniger verbrauchen wird 
Wieder genug für alle da sein
Weil Eigentum Diebstahl ist
Wird alles Vermögen über eine
Millionen Euro wieder befreit
Zu Gemeinschaftseigentum
Keine Wettbewerbe die Eliten
Fördern lieber eine Stabilisierung
Des guten Mittelmaß was dafür
Zufriedenheit im Kleinen schenkt
Für große Entspannung sorgt 
Keiner muss keinen mehr besiegen
Stattdessen kollektive Entspannung
Statt permanente Unzufriedenheit
Der Terriers Merz der besser bald
In den Ruhestand geschickt wird
Um in Ruhe den Wohlstand lieber
Umzuverteilen statt sich zu hetzen
Es ist genug für alle da was für
Fast alle mit weniger Stress mehr
Ruhe und Entspannung bedeutet
Genießen wir mehr im schlichten
Biedermeier des Mittelmaß was 
Entspannt einfach gut tut statt
Noch mehr zu wollen dann
Könnten alle zufrieden sein
Die Reichen wären weniger Diebe
Die Armen hätten endlich genug 
Kein Neid und keine Missgunst
Fraglich nur ob dies natürliche
Paradies noch menschlich wäre
Aber wie schön ist die Anarchie
Mit Wohlbefinden für alle doch
Statt lebenslanger Kämpfe die
Alle ständig weiter erschöpfen 
Lieber genießen was bleibt das 
Gerne gemütlich Mittelmaß auch
Sein darf außer in der Literatur
Die unseren Geist verschönert 

jens tuengerthal 4.10.26

Krügerliteraten

Krügerliteraten 

Ein wunderbarer Abend von Literaten
Vor dem Krüger fand um Mitternacht
Sein ordnungsgemäßes Ende denn 
Ab dann ist draußen sitzen dort

Nicht länger angesagt und bevor
Wir vertrieben wurden nach acht
Rotwein zog ich um in die immer
Flaneurloge im Crossroads

Zusammen acht auch wenn nicht
Ganz geteilt ziehen wir nun quasi 
Nachträglich gleich was zu diesem
Harmonischen Abend gut passt

Während Sebastian sich lieber für
Den Heimweg entschied was auch
Bestimmt vernünftiger war ging der
Flaneur noch auf einen Malbec ins

Crossroads wo die gute Selma gleich
Nach Begrüßung der Stammgäste
Den Rotwein zu mir brachte die heut
Mit Tino die Bar am laufen hält 

Die Musik eher amerikanische
Schlager etwas kitschig aber passt
Zum schönen Abend vorm Krüger
Der sehr inspirierend noch war 

Sprachen über unsere Bücher jene 
Die wir schreiben und die wir schon
Voneinander lasen wie die wir noch 
Schreiben und planen wie auch die

Wunderbaren Bücher die wir gerade
Noch lesen und ein wenig auch über
Politik was erstaunlich synchron wie
Harmonisch in allem auch war 

Ein ausgesprochen harmonischer
Schöner Abend unter alten schon
Seit Jahren vom Platz bekannten 
Ging freundschaftlich zu Ende

Beobachte den noch vollen Raum 
Der Bar während es oben schon
Leer wurde ist unten schön voll
Tino und Selma sind beschäftigt

Es herrscht Samstagsstimmung
Im Crossroads einige prosten sich
Gut gelaunt zu andere sind dafür
Intensiv im Gespräch vertieft 

Gerade läuft alte Countrymusik 
Zwei Herren tragen passende Hüte
Höre einige vertraute Stimmen und
Dazu singt nun Johnny Cash

So ist alles bestens und gerade
Tigert einer der Cowboys hier rum
Der offensichtlich dringend muss
Aber es gerade noch schafft

Ferdinand meinte über Lidl wie
Seinen Pulli sollte ich nicht schreiben
Das hatte ich auch nicht vor und
Bleibe darum gerne dabei

jens tuengerthal 4.10.26

Samstag, 3. Oktober 2026

Eintheitsbrei

Eintheitsbrei

Liebe guten Kartoffeleintopf 
Eine wohl deutsche Leidenschaft
Doch begonnen hat das als ich
Damals frischer Vater und Hausmann
Noch Babybrei für meine Tochter
Kochte aus Kartoffeln und Möhren
Früh kam schon Zwiebel daran 
Damit sie sich daran gewöhne
Probleme hatten wir damit nicht
Der Eintopf unterscheidet sich
Vom Babybrei durch die Würzung
Dieser bekommt noch Speck wie 
Pfeffer Salz und Liebstöckel was 
Älter ist als Maggie je noch wird 
Alles ist was es dazu braucht
Würste können dazu egal ob
Vegan oder totes Tier denn 
Pflanzen lebten ja auch noch
Anderes nach Gusto wie 
Kulinarischer Gewohnheit
Auch Speck geht vegan 
Aber die Basis des guten
Deutschen Eintopf sind 
Kartoffeln Zwiebeln Möhren
Genau wie beim Babybrei denn 
Wesentliches ändert sich nie 
So ist es auch mit der
Deutschen Einheit die
Diese Jahr an meinem
Geburtsort Bremen gefeiert
Drei Dinge zählen nur und
Am Ende kommt die Würzung
Die den Babybrei plötzlich
Erwachsen werden lässt
Am Ende steht dann der
Einheitstopf

jens tuengerthal 3.10.26

Lektürentagebuch 2.10.26.

Lektürentagebuch 2.10.26.

Weiter bei Jack El-Hai in der Nazi und 
Der Psychiater wie Göring über eine
Station in Augsburg nach Luxemburg
Bad Mondorf-les Bains gebracht wird

Dort haben die Amerikaner ein Lager
Für die hochrangigen Nazis errichtet
Das sich in einem ehemaligen Hotel
Befand das bald wie ein Lager mit

Zäunen und Wachtürmen umgeben
Jeden Ausbruch verhindern sollte 
Auch vor Rache der Luxemburger an
Nazis sollte so geschützt werden

Erfahre einiges über den dortigen
Kommandanten der auf eine strenge 
Formelle Gleichbehandlung bestand
Göring wurde das Gepäck wie sein

Adjutant genommen und der fette
Nazi ohne Unrechtsbewusstsein
Beschwerte sich ständig in Briefen
An den Oberkommandierenden

Doch Roosevelt reagierte nicht auf
Die dreisten Beschwerden auch seine
Beschwerden über das Essen waren
Nicht erfolgreich im Gegenteil

Hermann Göring wird als fettleibig
Kurzatmig und herzkrank beschrieben
Durch sein Verhalten macht er sich
Beim Kommandanten unbeliebt 

Gleichzeitig wird schon angedeutet
Wie Intrigant und gefährlich dieser
Ehemaliges führende Nazi noch war
Was zusätzlich neugierig macht

Das Zyankali das er in Ampullen
Bei sich führte wurde ihm genommen
Eine Ampulle aber versteckte er
Noch erfolgreich vor den Kontrollen

In Maurice Jolys Handbuch des
Aufsteigers wird vom Zufall und
Der richtigen Spielweise erzählt
Es ist das 1. Kapitel im ersten Buch 

Welches allgemeine Elemente der
Kunst des Aufsteigens behandelt im
Spiel des Lebens das eine äußerst
Schwierige Partie voller Zufälle wäre

Das wäre auch die Leitidee dieses 
Buches ihr verdanke es alle weiteren
Argumente um mit Talent zu spielen
Was die Kunst des Lebens wohl sei

Dabei gibt es das Spiel der Politik
Der Liebe des Vermögens wie des 
Ruhms jedes habe seine eigenen
Schwierigkeiten und erfordere Talent

Eines spielen zu können heißt viel
Alle zu beherrschen sei der Gipfel
Des Wissens wer hier Rat suchte 
Bekäm die Frage welches Spiel

Der Zufall nimmt einen großen Platz
Im Leben von einer gewissen Warte
Aus bestünde es nur aus Zufällen 
Erfolg und Scheitern sind Schicksal

Erfolgreich bist du zunächst weil du 
Erstens Eigenschaften besitzt die
Einfluss auf die Gesellschaft und die
Menschen besitzen und zweitens

Weil dir Umstände zu Hilfe kommen 
Wie du beim Gegenteil scheiterst 
Diese sind alle günstigen oder auch
Ungünstigen Ereignisse im Leben 

Daraus folgt dass du dem Zufall
Gegenüber denselben Standpunkt
Einnehmen kannst wie es etwa der
Katholische Spiritualismus gegenüber

Der göttlichen Gnade tut denn ganz
Unabhängig vom Verdienst könne
Ein Christ nie ohne Hilfe der Gnade
Zum Heil kommen und so wird auch

Der Ehrgeizige ohne Hilfe des Zufall
Nicht gehen allerdings sind die echten 
Glücksfälle wenig regelmäßig verteilt
Zumindest weniger als angenommen

Die Fähigkeit den Zufall zu nutzen
Unterscheidet die Einzelnen mit ihr
Findet sich auch der Eintritt in die
Richtige Spielwiese noch immer

Es gäbe Menschen die durch ihre
Natürliche Unfähigkeit dazu verurteilt 
Sind dem Glück stets den Rücken
Zu kehren was tragisch schon klingt

Die Vielfalt der Chancen sei unendlich
Einige kommen früh andere spät und
Manchmal wirken sie langsam und
Nacheinander dann wieder plötzlich

Mit direkten Folgen für das Schicksal
Zum Beispiel des Einflusses des
Zufalls erzählt er eine Geschichte
Um einen Intriganten mit Namen

Chavigny der eine Liaison mit einem
Holländischen Kammermädchen die
Dem nie abgeneigt und nicht spröde
Wären hatte wurden sie gerade dabei

Von ihrer Chefin überrascht und sie
Konnte ihm nur und gerade noch im
Schrank verstecken während das
Zimmer an zwei Herren nun ging

Die dort ein geheimes politisches
Gespräch führen wollten und sich
Zu einer politische Intrige fanden
Es ging um einen Komplott dem

Der Herzog von Orléans zum Opfer
Fallen sollte um diesen aus der noch
Regentschaft zu drängen einer der
Beiden Herren war ein Abenteurer

Den Kardinal Alberoni anheuerte
Der ursprünglich den Regenten noch
In den Bois de Boulogne locken wollte 
Als es scheiterte nach Den Haag floh

Chavigny spürte sofort wie nützlich 
Diese Entdeckung für ihn war warum
Er seine Geliebte dazu brachte ihn 
Am nächsten Tag wieder dort zu

Verstecken mehr zu erfahren dabei
Wurde das nächste Gespräch noch
Viel deutlicher mit dem Geheimwissen
Schrieb er an den Regenten und tat

Ganz geheimnisvoll er habe eine
Eröffnung von größter Wichtigkeit
Erhielt eine Audienz beim Herzog 
Von Orléans und ging nach Paris

Der Herzog wollte ihm zuerst nicht
Glauben worauf er ihn als Phantasten
Beschimpfte und der Raumes verwies
Aber Chavigny blieb dabei und macht

Dem Regenten den Vorschlag ihn in
Die Bastille zu stecken sollte das von
Ihm angekündigte nicht eintreffen
Damit hatte er sein Glück gemacht

Wunderbar plaudernd aus der Zeit der
Régence in Frankreich also unter der
Herrschaft von Herzog Philipp II von
Orléans 1715 bis 1723 der für den

Noch minderjährigen Ludwig XV
Die Regentschaft übernahm teils 
Sehr ausschweifend wohl lebte
Wie große Macht lang innehatte

Es war die Zeit des Übergangs vom
Schweren Barock zum verspielten
Rokoko was sich in vielem zeigte
Der Regent lebte im Palais Royal

Weil der Hof in Versailles noch
Geschlossen war nach dem Tode
Von Ludwig XIV hatten sich viele
Adelige in ihre Palais im Marais

Wie auf ihre ländlichen Güter wieder
Zurückgezogen es war eine Zeit der
Innerlichkeit wie auch des Übergang
Die Leben Denken und Kunst prägte 

Versailles sollte erst mit der
Volljährigkeit Ludwigs XV wieder
Bezogen werden es ist also eine
Epoche im Pariser Zwischenraum

Über die auch erotisch gewagten
Episoden dieser Zeit schreibt sehr 
Eindrücklich schon Egon Friedell der
Als Wiener ein guter Kenner war

Die historische Anspielung auf die
Epoche im Ancienne Regimes aus 
Einem Gefängnis im Frankreich nach
Der Revolution hat viel Hautgout 

Auch wenn es hier nicht um länger 
Oder kürzer abgehangenes Wildbret
Geht ist der Kontext beim Aufstieg
Doch von besonderer Würze


Vladimir Jabotinsky schreibt in 
Die Fünf im vierten Kapitel über
Den Kreis um Marussja und stellt
Dabei einige ihrer Passagiere vor

Dies im gewohnt ironischen Ton wie
Entlang der teils sehr treffenden
Verse von Serjosha über diese die
Dessen Genie immer offenbaren

Warum sie nicht immer auch fair 
Die in ihnen dargestellten dabei
Beschreiben wird vertieft erläutert
Aber auch was Marussja ausmacht

Wie der Erzähler selbst bemerkt
Das ihm ganz angenehm zumute 
Wird als diese von ihm noch nicht
Bemerkt ins Haus zurückkehrt

Wie weit sie mit ihren Passagieren
Tatsächlich geht bleibt unklar denn 
Einerseits kennt sie ihre Grenzen gut
Andererseits übertritt sie diese auch

Diese Beschreibungen werden auch
Genutzt noch andere Mitglieder der
Familie und ihre Rolle dabei auf
Humorvolle Art vorzustellen

Einer etwa gibt sich als Anhänger 
Des zu wenig bekannten deutschen 
Anarchisten Max Stirner was eine 
Besonders schöne Perle wieder ist

Stirner der mit Marx bei Hegel in
Berlin studierte hat in seinem Einzigen
Den Individualanarchismus wohl am
Konsequentesten überhaupt gedacht

Ihn in der Nachfolge Kants als den
Zu sehen der den Königsberger zu
Ende dachte ohne als Ideologe dafür 
Die Freiheit zu verraten ist genial

Dies insbesondere weil der einzige
Der Stirners Einzigen einer echten
Rezension würdigte der totalitäre
Denker Karl Marx war der aber

Diese nicht veröffentlichte um dem
Früheren Kommilitonen keine zu
Große Aufmerksamkeit zu schenken
Weil Marx Machtpolitiker stets war

Auch damit spielt der Autor auf eine
Kluge jüdisch ironische Art besonders
Klug beim Spott über die Marxisten
Unter den bunten Passagieren

Ganz nebenbei wird noch von den
Externen erzählt also Juden aus
Der Provinz aus Galizien bis hinauf
Ins Baltikum die in Odessa ihr

Abitur machen wollten um so eine
Der nur wenigen Zulassungen für
Juden am Gymnasium zu erhalten
Wie viele sich vergebens mühten

Wie diese Externen auch darum eine
Gruppe strebsamer Besserwisser war
Aber bei Marussja nur die besonders
Unterhaltsamen darunter verkehrten

Auch die Beschreibung des Vaters
Der alle Gäste willkommen hieß aber
Ansonsten völlig in Ruhe ließ ist
Sehr fein humorvoll gelungen

Diese sollten sich so frei fühlen dass
Sie auch mit dem Kopf gegen die
Wand rennen könnten ohne damit
Sich nicht mehr willkommen zu fühlen

Diese Familie der wir langsam so mit
Ihren Eigenarten näher kommen ist
Auf vielfältige Art besonders was der
Geschichte auch ihren Reiz gibt

jens tuengerthal 3.10.26

Solidaritätsriesling

Solidaritätsriesling

Als ich heute vorm Crossroads
Ankam traf ich unserem Cowboy
Aus dem südlichen Hessen der
Gerade mit einem Freund ging

Er erzählte mir er sei gerade
Von einem Gast geschlagen
Worden weil er sagte er sei Jude
Was er nicht wäre aber es wäre

Skandal genug und sogleich
Solidarisierte ich mich mit ihm
Drinnen meinte Mo dann das
Wäre gar nicht so gewesen 

Mo und Tino machen heute die
Bar und ersterer brachte mir gleich
Den guten Riesling während Tino
Mit Drinks beschäftigt noch ist

Unten sitzen noch sieben Herren
Wie zwei Damen die teils bekannt
Während die Unbekannte dafür sehr
Blond ist und dann kommt Nina

Die Königin der Bar wird von allen
Standesgemäß begrüßt alles scheint
Gut dann wird wieder einer aggressiv 
Die Stimmung ist etwas seltsam

Nun scheint derjenige welcher
Gehen zu wollen was gut so ist
Es vielleicht ruhiger werden lässt
Draußen saßen noch zwei Damen

Eben kam eine größere Gruppe mit
Nicht unattraktiven jungen Damen
Wie südländischen Herren dazu die
Oben in der Ecke Platz nahmen 

Mehr ist heute nicht mehr los und
Alt werde ich hier vermutlich auch
Nicht mehr körperliche Angriffe 
Tun der Stimmung eher nie gut

jens tuengerthal 3.10.26


Freitag, 2. Oktober 2026

Dauerlauf

Dauerlauf

Menschen neigen seltsam dazu
Alles was Dauer hat zu idealisieren
Vom Marathonlauf bei dem historisch
Der Läufer danach tot umfiel der die
Etwas über 42 Kilometer lief um den 
Sieg zu melden in der Schlacht die 
Idee beruht auf der Legende des
Griechischen Boten Pheidippides 
Der im Jahr 490 vdZ mit der Nachricht 
Vom Sieg über die Perser aus der 
Stadt Marathon nach Athen lief aber
Dann erschöpft tot umfiel warum
Es vernünftig eigentlich wäre auf
Solchen Unsinn zu verzichten aber
Menschen bauen auch Kirchen und
Versprechen sich bei der Hochzeit
Ewige Treue sind also nach ihrer
Natur nicht vernünftig aber tun
Gern so als wäre es anders und
Idealisieren dafür auf Dauer alles 
Was irgend wiederholt passiert
Gleiches gilt in der Liebe die
Bis heute viele mit Lust noch
Verwechseln und sich dann
Über das enttäuschende Ergebnis
Wundern statt logisch zu denken
Das nichts dauerhaft reizvoll ist
Was sich einfach nur wiederholt
Wir dies nur höflich ertragen
Die sexuelle Spannung nach
Der Natur aber Wechsel braucht
Um mit neuen Reizen sich
Wieder frisch zu entfalten
Was dann Untreue genannt
Im gehorsamen Konsens 
Des herrschenden Aberglaubens
Denn mehr ist was wir Ehe 
Wie die Form sie zu leben nennen
Nie gewesen was aber natürlich
Keiner verliebt hören möchte
Es gibt ja auch Fälle bei denen
Zumindest dem Anschein nach
Liebe und Lust erhalten blieben
Wie bei meinen Großeltern wo
Nur die übrig gebliebene sich
Empörte als sie bei Nachforschungen
Entdeckte es war natürlich nicht so
Wie mir manche Geliebte schon 
Schwor bei ihr gäbe es Sex nur
In Verbindung mit Liebe was stets
Der Ausweis für Mängel in der Lust 
War die dafür dann attribuiert werden
Es geschähe ja alles aus Liebe
Wenn Liebe dran hängt wird es
Moralisch und überhaupt gut sein 
Was eine typisch menschliche Illusion
Der Verstärkung ist die meint mehr
Bringe auch immer mehr dabei ist
Weniger Gefühl die Basis für den
Aufregendsten Sex auch auf Dauer
Während zuviel Liebe alles erstickt 
Was sich aus der Natur einfach ergibt
Die Vernunft logisch erschließt
Aber was willst du mit Vernunft
Den Liebsten kommen in Fragen
Von Liebe und Lust lehrt die
Erfahrung besser zu schweigen
Denn schlimmer geht immer
Auf die Dauer siegt die Natur
Nach ihrem Wesen ja doch 

jens tuengerthal 2.10.26