Mittwoch, 12. August 2026

Lektürentagebuch 12.8.26

Lektürentagebuch 12.8.26

Weiter ging es bei Sebastian Teruel
In Die Suche Das Heilige nun in die
Wüste sich dem Aberglauben wie
Dessen realen Spuren zu widmen

Dabei sind nun neben dem Matrosen
Murray dem preußischen Oberst auch
Ein ziemlich esoterischer Reiseleiter
Der die üblichen Sprüche loslässt

Das ist für jeden Menschen mit
Kritischem Verstand nur noch
Schwer zu ertragen auch wenn mit
Marie noch eine Frau auftaucht

Diese hat eine erstaunlich freie
Wie selbständige Position wird
Als intelligente Schönheit mit
Viel Erfahrung dabei beschrieben

Wie sich der zarte Flirt zwischen
Heinrich und ihr weiter entwickelt
Hält Leserinnen neugierig die beim
Esoterischen Gelaber des arabischen

Führers der scheinbar auch geistige
Pfade am Lagerfeuer beleuchten wie
Den rechten Weg zeigen soll sonst
Schon gelangweilt einschliefen

Das ist alles nett ausgedacht und 
Meist auch gut geschrieben aber
Das immer gleiche Gelaber der
Esoteriker ist schwer erträglich

Es ist insoweit gut recherchiert
Trifft den Ton dieser Truppe gut
Macht es aber darum nicht weniger
Unerträglich in der Wiederholung

Von der Schwingung des Universums
Bis zur Astrologie wird alles berührt
Die Wüste und ihre Extreme führt
Reisende dabei gut auf sich zurück

Schon mancher der an seine
Grenzen kam in der Wüste hat
Dort gemeint mehr zu sehen aber
Wer Visionen hat gehört zum Arzt

Standhaft die Vernunft verteidigt
Dort nur noch der treue Diener Georg
Der sich daher meist lieber enthält
Es ist schon schwer erträglich

Lese es weiter auch weil ich den
Autor Sebastian sehr schätze auf
Die Diskussion gespannt bin dies 
Sammelsurium an Esoterik hätte 

Sonst sehr schnell meine Lektüre
Beendet aber noch besteht die
Hoffnung einer Wende zur Vernunft
Vieles ist auch gut recherchiert

Die Betrachtungen zur aramäischen
Sprache und ihrer Bedeutung waren 
Klug und erhellend auch wenn die
Betonung des abtrünnigen Rabbi 

Der sich Jesus nannte und diese
Sprache wohl sprach eher lästig war
Als sei dessen Muttersprache von
Irgendeiner Bedeutung bei der

Beurteilung der in seinem Namen
Seitdem begangenen Morde weltweit
Nie wollte ich dorthin reisen wo an
Jeder Ecke Aberglauben noch lebt

Orte werden nicht heilig gut oder
Kultiviert weil dort zufällig auch die
Geschichten im Märchenbuch der
Weltreligionen spielen im Gegenteil

Bevor nicht die ganze Region von
Indien bis Afrika dem Aberglauben
Abschwört kann kein Mensch von 
Vernunft diese noch ernst nehmen

Aber allem Gemecker zum Trotz 
Auch der kleinen Fehler im Text
Bin ich immer noch fasziniert von
Der tiefen Recherche Sebastians


Nach dem Ausflug in die dunklen 
Reiche religiöser Esoterik braucht
Der Geist noch etwas vernünftiges
Darum Friedells Kulturgeschichte

In diesem der Neuzeit gewidmeten 
Band geht es nun um das Konzert
Der Mächte in Europa und dabei
Die Harmonien des Zusammenspiels

Frankreich spielt in dieser Zeit nach 
Friedell nur noch die Rolle eines
Lüsternen und impotenten Intriganten 
Nach dem spanischen Erbfolgekrieg

Kommen Begriffe wie europäisches
Gleichgewicht und das Konzert der 
Mächte in der Diplomatie in Mode
Als gäbe es ein Orchester in dem es

Keine dominierende Stimme geben
Dürfte da dies aber von Missgunst 
Bestimmt war gab es dennoch Kriege
In denen Allianzen sich bekämpften

Der Gegensatz von Frankreich zu
Habsburg blieb bestehen während
Spanien und Schweden Ausscheiden
Dazu kamen Preußen und Russland

England war schon damals eher der
Schiedsrichter in Europa aufgrund
Längerer diplomatischer Schulung
Wie höherer politischer Reife noch

Die territorialen Veränderungen sind
Bis auf Schlesien das Preußen raubte
Für Friedell eher uninteressant es war
Ein stetes Geben und Nehmen dabei

Ein Versuch von Philipp V Spaniens 
Die Nebenländer zurückzugewinnen
Scheiterte an der Quadrupelalianz 
England Frankreich Österreich Holland

Kaiser Karl VI hatte den größten Teil
Seiner Regierungszeit damit verbracht
Die Pragmatische Sanktion für die
Thronfolge Maria Theresias zu retten

Alle Zusagen die er mühsam noch
Errungen hatte wurden nach seinem
Tod gebrochen so kam es zum dann
Österreichischen Erbfolgekrieg

Dieser versetzte Habsburg in seine 
Schwerste aller Krisen dabei gewann
Nur Preußen Bayern erhielt Böhmen 
Dessen Kurfürst wurde Kaiser Karl VII

Doch bald wendete sich das Glück
Bayern wurde wieder vertrieben sein
Nachfolger wurde Maria Theresias
Gatte Franz von Lothringen dieser

War nach Verlust seiner Erblande
Herzog der Toskana geworden auf
Dem Stiefel wurde dafür viel an
Land und Herrschaft mal getauscht

In diesem Duodezabsolutismus ging
Es nie um die Wünsche der Völker
Es waren private Konflikte der jeweils 
Beteiligten Potentaten um ihre Macht

Dabei ahmte der ganze Kontinent den
Bereits absteigenden französischen 
Absolutismus noch nach was in den
Deutschen Kleinstaaten grotesk war

Jeder Fürst wollte Versailles kopieren 
Mit Oper Lustschloss Fasanerie wie
Mätressen so hielt sich Friedrich I
Eine Scheinkonkubine zur Schau

Eine Fortsetzung dessen zeigt bis
Heute der deutsche Föderalismus
Mit seinen teils schon grotesken
Auswertungen in einzelnen Staaten

So hatte August der Starke fast 
Dreihundert uneheliche Kinder
Eines die Gräfin Orselska wurde
Seine Geliebte später noch dreister

War Herzog Leo von Württemberg der
Seine unehelichen Kinder auch noch
Untereinander verheiratete und alle
Fanden das so auch in Ordnung

Es galt als hohe Ehre sogar wenn
Der Fürst sich zu einer bürgerlichen
Herabließ auch sonst Eingriffe in das
Leben wurden klaglos hingenommen

Die Jagden richteten unermesslichen
Schaden in der Landwirtschaft an
Bezahlt wurde der Luxus häufig durch
Verkauf der eigenen Landeskinder 

Dafür gab es in Deutschland im 18.
Jahrhundert auf zwanzig Menschen
Einen Geistlichen und fünf Bettler 
Der Hof bestimmte was kam

jens tuengerthal 12.8.26

Büchermagie


Büchermagie 

Manche Bücher haben eine geradezu 
Magische Geschichte was an ihrem
Inhalt oder der Art der Darstellung
Die noch Rätsel aufgibt liegen kann

So der Codex Gigas der mit seinen 
Teufelsbildern die Leser erschrecken 
Fast 76 Kilo schwer das Lebenswerk 
Eines Mönchs voller Rätsel noch bis 
Heute ist dieses prachtvolle Werk zu
Anfang 13. Jahrhundert entstanden

Ähnlich alt ist der er ÖBü oder auch 
Österreichische Bibelübersetzer von 
1330 bei dem der Autor unbekannt
Blieb es könnte auch eine Autorin 
Dem Zeitgeist entsprechend lieber
Im Hintergrund unbekannt geblieben
Sein zumindest ging die Übersetzung 
Mit ähnlicher Absicht wie Luther vor
Nur eben fast 200 Jahre früher ob
Luther diese kannte ist unbekannt

Berühmt als magische Schriften
Sind auch die inzwischen schon
Weltkulturerbe gewordenen
Merseburger Zaubersprüche die
Germanische Magie zwischen Texte
Zur christlichen Erbauung stellen sie
Stammen noch aus dem frühen 10. 
Jahrhundert also der ottonischen Zeit

Spannend ist auch das berüchtigte
Voynich-Manuskript als bisher völlig
Unlesbares Buch aus einer Jesuiten Bibliothek stammt es nachweislich 
Aus dem 15. Jahrhundert und wurde 
Erst 1912 von Voynich in einem alten 
Italienischen Kloster entdeckt

Der Codex Runicus ist die nordische
Variante der magisch rätselhaften
Bücher und stammt wohl noch aus 
Dem 14. Jahrhundert wo es im da
Dänischen Schonen verfasst wurde 
Warum Runen hier christliche Texte
Vermitteln sollten ist völlig unklar

Der Codex Bellifortis über die Kunst
Des Tötens heißt der Kampfstarke 
Stammt von Konrad Kyeser aus dem 
Anfang des 15. Jahrhundert wo er in Eichstätt hergestellt wurde dabei 
Mischt dieser Text Technik mit Moral 
Etwa beim Keuschheitsgürtel wie der
Magie zur Überwindung der Feinde 

Ein Grimoire oder Zauberbuch soll magisches Wissen vermitteln mit der
Renaissance wurden auch antike Quellen wieder aufgearbeitet 

Grimoires können astrologische Regeln Listen von Engeln und Dämonen wie Sprüche zu ihrer je Beschwörung enthalten

Das Wort Grimoire kommt aus dem
Altfranzösischen und hat die gleichen 
Wurzeln wie Grammatik was schon
Erstaunt über Ordnung denken lässt

Ist der Wunsch nach Ordnung wie die
Erträumte höhere Ordnung magisch 
Das Chaos dagegen menschlich der
Wunsch Ordnung zu schaffen damit 

Ein angemaßtes Schöpfertum was
Den erfundenen Schöpfer erhält aber
Dem Menschen eine beschränkte
Autonomie zur Ordnung noch gibt 

Schon die Antike nutzte Magie um 
Übermenschliche Lösungen zu finden 
Teils in Totenbüchern oder auf Tafeln 
Zur aktuellen Beschwörung dabei

Es gab koptische Zaubertexte oder 
Neuplatonischen Magie auch die 
Oxyrhinchus-Papyri aus Ägypten sind 
Wohl teilweise theologische Texte 
Gefunden auf einer antiken Müllkippe 

Die Vetus Latina nun versammelt die 
Älteste Sammlung von Bibeltexten
Sie wurde im späten 4. Jahrhundert 
Durch Hieronymus noch geschaffen

Daneben gibt es zahlreiche Bibeln
Die den mystischen Inhalt noch in
Bildlicher Form darstellen und so 
Eine eigene magische Welt sind

Alle Religion die aus der Sicht der je
Anderen nichts als Aberglaube ist
Warum alle so behandelt werden soll
Dem Gebot der Gleichheit folgend

Ist ohne Glauben betrachtet im Kern
Meist lächerlicher Hokuspokus mit
Dazu etwas Philosophie wie der
Ordnung eines Sittengesetzes

Sich dessen beim Blick auf die Welt
Magischer Bücher bewusst zu sein
Um die Aufklärung zu verteidigen
Täte der menschlichen Würde gut

jens tuengerthal 12.8.26

Dienstag, 11. August 2026

Lektürentagebuch 11.8.26

Lektürentagebuch 11.8.26

Im dritten Kapitel kommt die kleine
Reisegruppe aus Erben Heinrich
Diener Georg wie Haberling und
Dem Matrosen in Haifa im Hafen an 

Das ist mit Freude an den Details
Des orientalischen Chaos hier
Beschrieben macht die Aufregung
Auch für mich als Leser spürbar 

Im Hotel wird sich erstmal durch
Den Diener Georg als Partner sich 
Sehr deutsch über den Schmutz
Dort noch erfolgreich beschwert 

Sie bekommen andere Zimmer
Auch wenn genauso Wanzen noch 
In den Matratzen sind es ist eben
Alles etwas orientalisch dabei

Haberling macht sich dann als
Beamter auf den Weg zu den
Behörden die nötigen Papiere
Dort zu erhalten was ebenfalls

Für einen preußischen Beamten
Unerträglich chaotisch wird bis er
Die nötige Bestechung begreift 
Zum deutschen Oberst kommt

Dieser schon siebzigjährige Ernst 
Rudolf von Schick ist wohl dort
Vergessen worden und blieb da
Hat aber viele interessante Kontakte 

Er kennt die wichtigsten Archäologen
Wie sonstigen Forscher dort die alle 
Durch sein Büro gingen was der Autor
Zu einer Kulturgeschichte macht

Habe die Namen und die Geschichte
Dazu soweit nicht schon bekannt was
Zugegeben selten der Fall hier war
Nachgelesen und weitergelesen

Dadurch wurde die heutige Lektüre
Durch viel sekundär Lektüre noch
Unterbrochen was aber spannend
Zum Thema alte Geschichte wurde

Das ist sehr gut recherchiert und
Erzählt nebenbei ziemlich exakt
Eine Geschichte der Archäologie
Wie Kulturgeschichte der Region

Betont wird dabei die Nähe zur
Bibel in vielem wie etwa auch die
Geschichte der Sintflut auch im
Gilgamesch Epos auftauchte

Das ist schön erzählt und zeigt
So manches in der Bibel ist eben
Kulturgeschichte der Region was 
Aber nicht als Wahrheitsbeweis taugt

Hier fehlt leider der Hinweis dass
Texte wie die Schöpfungsgeschichte
Erst im babylonischen Exil Teil des
Pentateuch wurden als Reaktion

Da viele Juden in dieser Zeit zur
Moderneren Religion um die
Weiblich städtische Göttin Ischtar 
Wechselten wurden Teile ergänzt

Zusätzlich wurde noch von den
Priestern der Hirtenvolkes aus der
Wüste der Teil mit dem Paradies
Ergänzt attraktiv zu scheinen 

So haben die alten Sagen sowohl
Kulturhistorische Elemente wie nur
Sagenhafte Märchenteile die dem
Glauben als Ideal dabei dienen 

Teilweise wird hierbei auch in
Andeutungen schon mit der
Kulturhistorischen Achsenzeit
Von Jaspers noch argumentiert 

Warum und wie das kritisch aber
Zu betrachten ist hat Jan Aßmann 
In seinen gleichnamigen Buch
Bereits ausreichend gut erläutert

Dies könnte dem Aufbau dienen
Sich aus der Story rechtfertigen
Ist aber über fünfzig Jahre bevor
Die Idee aufkam schon relativ gewagt

Insofern der Pentateuch eine große 
Familiengeschichte der Stämme dort
Immer so sehr war wie religiöser Text
Brauchte es weniger Transzendenz

Doch entsprach die Suche nach
Beweisen für die Bibel auch dem
Zeitgeist noch der sich nach der
Aufklärung in der Romantik dem

Spirituellen mehr zuwandte und
Träume der Geisterseher suchte 
Die immer Hokuspokus blieben
Den manche zu gerne verehren 

Wie auch immer diese Tendenz
Abschließend zu bewerten ist war
Die Lektüre anregend auch wieder
Über die Spuren so mancher

Berliner Schätze nachzudenken
Alle übernahmen voneinander Texte
Diese tauchen dort überall auf in
Leicht unterschiedlichen Varianten

Wie sich dann die vier oder bald
Vielleicht sogar fünf denn der
Oberst ergänzte die Truppe zu gut
In die Wüste aufmachen ist schön 

Der kulturhistorische Hintergrund
Über den Oberst von Schick hier
Elegant eingebunden ist gut erzählt
Macht kleine Fehler verzeihlich 

Hier ist einer gut im Thema und
Bildet die Leser mit zugleich guter 
Unterhaltung was Freude genug ist
Lohnt es sich dazu weiterzulesen

Wenn dann gelegentlich mal der
Ton aus der Zeit fällt schadet das
So wenig wie platte Sprüche dazu
Es lässt lächeln und lockert auf 

Spannend aber ist wie eine über
4000 Jahre alte Sage die auch
Geschichte erzählt bis heute wirkt 
Das Denken vieler Menschen formt

Heilig ist natürlich nichts in der Natur
Die Suche danach ist der Versuch
Erklärungen für das Ende zu
Finden statt zu sagen mehr nicht 

Die Suche nach Beweisen für den
Aberglauben ist so lächerlich wie 
Diese aus Angst vor dem Tod 
Entstandene große Sehnsucht 

Wäre er natürlich beweisbar 
Brauchte es keinen Glauben mehr
Dann wäre er Wissenschaft also
Ernsthaft und überprüfbar

Genau das will Glaube nie sein
Sondern ergreift die Intuition wie
Die Phantasie was genügen sollte
So wird die archäologische Suche 

Nach realen Spuren der Bibel
Zum Gottesbeweis der Neuzeit
Dabei so lächerlich wie die
Versuchte dazu im Mittelalter

Wo der Glaube stark genug ist
Braucht es keine Beweise wer
Diese benötigt dächte besser
Kritisch statt noch zu glauben

jens tuengerthal 11.8.26

Würdelos

Würdelos

Die Würde des Menschen schützt 
Das Grundgesetz an erster Stelle
Als Lehre aus Auschwitz ist dies eine
Der Grundfesten unseres Staates

Andererseits steht noch davor dies
Grundgesetz sei in Verantwortung
Vor Gott erlassen worden was nicht
Zum aufgeklärten Geist hier passt

Anfang der neunziger Jahre noch
War Jürgen Habermas zu einem
Vortrag der Fachschaft Jura in der
Alten Aula der Universität Heidelberg

Habermas referierte klug über die
Diskursbasierung des Grundgesetzes
Was Spiegel echter Demokratie sei 
In der ersten Reihe saß sein Lehrer

Der alte Herr Gadamer lebte noch in
Heidelberg und war zum Vortrag des
Bekannten Schülers auch geladen
Danach kam es zur Diskussion

Als Freund des Laizismus und schon 
Mitglied des Grand Orient fragte ich
Habermas wie die Anrufung Gottes 
Zur Diskursbasierung passen würde

Der erstaunte Habermas fragte nach
Steht da tatsächlich in Verantwortung
Vor Gott in der Präambel was ihm die
Anwesenden Juristen bestätigten

Darauf meinte Habermas dann
Müssen wir die Präambel streichen
Damit das Grundgesetz wieder zur
Diskustheorie passt was aber sein

Lehrer Gadamer ihm so nicht mehr
Durchgehen ließ und sich in unsere
Diskussion einschaltete und meinte 
Streichen wäre kein Argument hier

Was logisch ist da das Grundgesetz
Von 1949 älter als die Diskurstheorie
Welche für dieses gelten soll ist was
Später noch fortgesetzt wurde

Beim Italiener in der Hauptstraße
Setzte ich die Diskussion dann
Auf Einladung der Fachschaft fort 
Was aber nicht wirklich weiter führte

Das Grundgesetz passt mit dieser
Präambel nicht zur Diskurstheorie
Die Berufung auf Gott ist niemals
Demokratisch darum unzulässig

Würde inzwischen sogar noch
Weiter gehen als Habermas und
Sagen jeder religiöse Bezug macht
Ein Gesetz im Rechtsstaat ungültig

Schade wäre es um unser gutes
Grundgesetz wenn der leichtfertige 
Bezug auf Gott es ungültig machte
Nur für traditionellen Aberglauben

Dies gilt insbesondere auch weil 
Eine Bezugnahme auf erfundene
Höhere Wesen auch der Würde 
Die bewusst vorne steht schadete 

Was gilt weil Aufklärung definiert
Als Befreiung aus selbstverschuldeter 
Unmündigkeit die dem Grundgesetz
Als geistige Basis zugrundeliegt

Aus der Abhängigkeit vom stets
Aberglauben befreit und darum
Das Gewissen als einzigen Maßstab
Noch zulässt keine Götter kennt 

Dieses Ergebnis der Aufklärung stand
Pate für das Grundgesetz und damit
Die Würde des Menschen der es
Systematisch logisch widerspricht

Dazu beschränkte diese Anrufung
Die Gültigkeit für alle Atheisten in
Deren Namen es nicht mehr gälte
Was nur Gläubige zu Bürgern machte

Wie wenig traut ein Gesetzgeber noch
Der Demokratie wenn er ihre Basis 
Mit einer Anrufung nach dem alten
Aberglauben gleich vorab verknüpft

Es ist dieser Teil der Präambel also
Dringend zu streichen wie auch
Darüber nachzudenken wie der
Rechtsstaat Kinder noch schützt 

Bis heute noch sind Taufe und 
Beschneidung von Kindern in 
Deutschland legal und es gibt
Religionsunterricht an Schulen

Die völlig würdelose Behauptung
Recht basiere auf Gott und nicht
Wie in der Demokratie notwendig
Auf Diskurs ist untragbar künftig

Es hat eine Tradition warum noch
Solche Formeln des Aberglauben
Verwandt wurden aber heute ist
Dies nicht mehr akzeptabel

Auch weil ich die Würde eines jeden
Verteidige sich aus Unmündigkeit zu
Befreien statt nur hörig zu werden
Ist diese Streichung notwendig

Religion ordnet Menschen den 
Geboten eines erfundenen höheren
Wesen unter was würdelos unfrei
Die Betroffenen damit macht

Zwar gab es lange Diskussionen
Über die Freiheit des Christen und
Ist die Interpretation evangelischer
Kirchen nach Bonhoeffer menschlich

Doch im Grundsatz bleibt die Frage
Welche Würde hat ein Mensch noch
Auch über sein Leben zu entscheiden
Im Schatten eines höheren Wesens

Lange Diskussionen zur Sterbehilfe
Oder Abtreibung die nur dazu dienen
Frauen zu diskriminieren haben ihre
Ursache vielfach im Aberglauben

Sie zeugen von Unmündigkeit die
Damit auch die Würde uns raubt
Die Natur frei zu erkennen statt
Höhere Wesen lenken zu lassen 

Wer das Grundgesetz als eine
Verfassung die demokratisch also
Auf Diskurs basierend ist auch wenn
Durch Parlamente muss streichen

Was den Diskurs stört und die Bürger
Deren Würde es schützen soll durch
Lächerlichen Aberglauben entmündigt 
Damit Demokratie menschlich bleibt

Natürlich kann der Aberglaube auch
Menschen Trost in schwerer Zeit
Geben muss jeder Erwachsene frei 
Wie damit auch mündig entscheiden 

Doch im Staat und der Verfassung
Die in einer Demokratie immer auf
Diskurs basiert hat Aberglaube in
Der Verfassung nichts verloren

Religionsfreiheit heißt auch frei
Von allem Aberglauben ein guter
Bürger dieses Staates zu sein
Was momentan schwer fällt

Es ist Zeit dieses würdelos Spiel
Mit dem Aberglauben zu beenden 
Der nicht in die Demokratie gehört
Die 10 Gebote sind völlig egal

Diese sind nicht Basis unserer
Verfassung sondern ein göttliches 
Diktat aus dem Aberglauben unser
Bezug ist geistig die Aufklärung

Wem die Würde des Menschen noch
Irgend wichtig ist und wer Demokratie
Ernst nimmt muss den Aberglauben
Der würdelos ist im Staat streichen

jens tuengerthal 11.8.26

Zauberwelt

Zauberwelt

Manche reisen durch die Welt
Um sich vom Anblick aller 
Dort Sehenswürdigkeiten noch
Verzaubern zu lassen ach wie
Dankbar bin ich da nirgendwo
Mehr hin zu müssen weil es mir
Vollkommen genügt auf dem Diwan 
In der Bibliothek zu bleiben mich
Von der Zauberwelt der Bücher
Beglücken zu lassen die mich
Überall hin und zu jeder Zeit
Führen kann durch einfache
Lektüre schöner Bücher die
Welt des Dichters immer sind
Habe den großen Luxus es
Schön und bequem zu haben
Wie dabei zugleich überall
In Raum und Zeit zu reisen
Dies sei nicht wirklich meinen 
Manche Zweifler denen ich
Gar nichts mehr entgegne 
Denn was ist wirklicher als
Bücher voller Worte die aus
Buchstaben zusammensetzt
Denke ich und bin glücklich
In der Zauberwelt der Bücher

jens tuengerthal 11.8.27

Baumwind

Baumwind

Liege bei offenem Fenster im Dunkeln
Auf dem Diwan lausche dem Wind der
Mit dem Baum im Hof noch spielt bin
Davon völlig verzaubert überhöre die

Quietschenden Mädchenstimmen von
Der Dachterrasse und träume mich
Der Natur folgend dabei mal wieder
In den Wind in den Weiden den meine
Mutter uns in England noch vorlas 

Was wohl Mitte der Siebziger war
Wir hatten mit Freunden ein Landhaus
An einem Fluss gemietet und ich
Weiß nicht mehr genau wo es war

Irgendwo nahe Warwick Castle aber
Das Geräusch der nur rauschenden 
Blätter am Baum genügt völlig mich
In eine andere Welt zu zaubern aus
Einem Buch der Kindheit das ich
Inzwischen meiner Tochter vorlas

Sogar in der lauten Großstadt schafft 
Die Natur es mit einem Hauch mich
Völlig zu verzaubern durch den nur
Wind im Baum im Hof nachdem der

Wein an der Wand gegenüber leider
Weg musste ist der Baum geblieben 

Als Stadtnatur die uns mit ihrem
Rauschen an unseren Ursprung
Im Wald noch erinnert was doch 
Einfach wunderbar noch ist 

jens tuengerthal 11.8.26