Donnerstag, 18. Juni 2026

Nachtgedanken

Nachtgedanken 

Denke durch die Nacht
Und frage mich dabei ob 
Dies ein Nachdenken ist
Oder ein Vordenken schon

Bin ich noch wach noch im
Gestern oder schon wie
Kalender und Zeit sagen
Mal vorab im heute

Trennt der Schlaf die Tage
Von der Nacht oder das Licht
Was kommt und geht wie es
Seiner Natur gerade entspricht

Läuft wer hier noch nachdenkt
Dem vergangenen Tag hinterher
Oder ist einfach seiner Zeit schon 
Ein Stück voraus gegenwärtig 

Kann der Geist so dem Tag
Vorauseilen oder bin ich nur
Später wieder wach immer
Dem neuen nur hinter

Wer bestimmt was wann die 
Rechte Zeit ist dies oder das 
Zu tun wie alle anderen auch
Gibt es wirklich feste Zeiten

Nachtdienste verschieben
Den Arbeitstag in die Nacht
Tagdienste rauben diesen 
Dazwischen überleben wir

Weiß nicht so genau ob ich
Der Zeit vorausdenke aber 
Sicher sind diese Verse die
Andere erst später lesen es

Seit Mitternacht ist neuer Tag
Habe ihn schon lang begonnen
Werde nun langsam müde die
Nacht kommt mit dem Tag nun

jens tuengerthal 18.6.26

Nachtkultur

Nachtkultur

Wenn fast alles schläft
Doch manche wachen
Findet sich die Tiefe aus
Traumwelten ungestört 
In neuen Wirklichkeiten
Denn auch wenn die
Nacht immer relativ ist es
Auf drehenden Planeten
Immer irgendwo dunkel ist
Finden manche in diesen 
Stillen Zeiten neue Wege
Während die Natur pausiert
Blüten sich schließen
Viele Tiere schlafen 
Jagen andere jetzt 
Nach Fressen oder
Worten als Menschen
Völlig ungestört dabei 
Machen sie die Nacht 
Zu ihrem Tag der es
Auf seine Art dann ist
Finden eine eigene Kultur
Im Dunkeln durch das sie
Tiefer sehen können
Was ist oder nicht
Denke ich fasziniert
Bevor es bald schon
Wieder hell wird und 
Erste Vögel schon in der
Dämmerung zwitschern 
Fanden sich Worte dazu

jens tuengerthal 18.6.26

Liebesordnung

Liebesordnung

Wenn alles in Ordnung ist
Mit der Liebe scheint die
Welt wunderschön auch
Wenn ihr realer Zustand
Unverändert ist aber wir
Fühlen uns geliebt glücklich
Wie umgekehrt ungeliebt
Uns unglücklich macht
Was noch ganz simpel
Nach Dialektik klingt
Könnte ein Trick der Natur
Nur sein die in Wirklichkeit
Nie schöner wird als sie ist
Nur unsere Wahrnehmung
Hormonell berauscht dabei
Warum die Liebsten uns so
Wunderschön scheinen wie 
Nie wenn nicht verliebt und
Alle wünschen sich dies
Möge immer so bleiben
Wenn es die große Liebe ist
Die also ewig verliebt macht
Aber natürlich soll es dann
Liebe und also seriös sein
Damit es auch bleibt was
Verliebt ja noch nicht wäre
Ob das logisch noch ist
Oder schlicht Unsinn bleibt
Völlig unbeachtlich weil die
Liebe macht was sie will
Am Ende immer Recht hat
Wenn nicht war es eben
Keine Liebe und nur etwas
Verliebt für einen Moment
Dann ist alles in Ordnung

jens tuengerthal 18.6.26

Mittwoch, 17. Juni 2026

Lektürentagebuch 17.6.26

Lektürentagebuch 17.6.26

Voller Liebe beschreibt Franz Hessel
Die Museumsinsel und beginnt am
Lustgarten mit dem Alten Museum in
Schinkels ionischer Säulenhalle dort

Sie ist der Akademoshain des jungen 
Berlin oder war es zumindest für seine
Generation noch bleibt unvergessen
Wie die Wandelgänge dort auch

Aus der Vorhalle des Alten Museums
Ging es über die Kuppelwölbung der
Rotunde die mit den römischen nur 
Nachbildungen griechischer Figuren

Ins Eigentliche einlädt und wie schön
Sei es im Kreis der Marmorwesen dort
Um Kräfte zu sammeln für all das was
In den folgenden Sälen noch wartet

In Stülers neuem Museum soll sich 
Nicht zu lange an den Fresken von 
Kaulbach aufgehalten werden die
Hauptmomente der Weltgeschichte

Darstellen und vielleicht als ein
Anschauungsunterricht für einfache
Volksschule nicht zu sehr schadeten
Lieber in der ägyptischen Abteilung

Die Köpfe der beiden Königinnen
Teje und Nofretete finden und vor
Vasen im Dämmerzustand nicht mehr
Wissen ob Seine oder Tiber draußen

Vorbeifließen ihr auf dem Possilip
Oder im Savoy frühstücken werdet
Dich fragen ob es eine Gegenwart
Wirklich noch gibt welch feines Bild 

Fürs Kupferstichkabinett das heute
Im Kulturforum seine Heimat hat rät er 
Sich Zeit zu nehmen und sich Mappen 
Geben zu lassen um sich eine Stunde 

Wie ein Kunstgelehrter zu fühlen
Bis diese Zeilen schreibt Hessel nun
In deine Hand kommen ist vielleicht
Auch der Museumsneubau endlich 

Vollendet den Alfred Messel begann
Also das Pergamonmuseum was
Tatsächlich 1930 eröffnet wurde
Während Hessel 1929 noch schrieb

Irgendwann in den nächsten Jahren
Soll es ja nun auch wiedereröffnet
Werden nach nötiger Sanierung zum
Inzwischen bald 100. Geburtstag

In der Nationalgalerie weist er als
Führer durch Berlin besonders auf
Berlinische Bilder hin die heute noch
Im Erdgeschoss dort hängen

Nennt einige von Menzel die ich auch
Sehr liebe ausdrücklich wie Krüger 
Hosemann und Schinkel für die
Berliner Romantik in Landschaft 

Über das Kaiser-Friedrich-Museum
Das seiner Meinung nach besser
Bode Museum hieße wie es nun ja
Auch heißt sagt er hier nichts 

Auch wenn es höchster Ruhm von
Berlin sicher sei abgesehen von dem
Garstigen Reiterdenkmal im Eingang 
Wie Hessel es treffend ausdrückt

Zurück am Lustgarten stellt er fest
Wie ruhevoll dieser doch wäre denn
Vom Schloss sei keine Gegenwart
Vorauszusehen einzig unruhig sei

Der Dom der sich da breit macht
Wo noch in den Neunzigern ein
Eleganter von Schinkels Hand stand
Es sei überflüssig hineinzugehen

Auch innen verletze dieser Bau jedes
Religiöse und menschliche Gefühl
Hessel behauptet die Akustik solle
Hervorragend sein was ich als Zeuge

Klar widerlegen kann er ist einfach
In jeder Hinsicht grauenvoll hier sei
ER sicher nicht schreibt Hessel zu
Treffend zur größten Wilhelminischen

Peinlichkeit in Berlin und auf der Welt
Hofft es käme eine Zeit wo dieses
Gebäude einfach abgerissen würde
Damit die Insel Kulturerbe bleibt 

Dafür erzählt Hessel wie der Platz
Heute durch Volksversammlungen
Belebt wird erinnert noch im Namen
An die Zeit als es ein Lustgarten war

Erzählt wie er einmal eine nationale
Sogar teilweise internationale große 
Versammlung von Kommunisten hier
Mitterlebte wie dabei die Gläubigen

Den Reden ihrer Großen folgte die
Von den Domtreppen predigten wie
Priester es vor kleinerer Menge dann
Innen täten nur zum Hass aufriefen 

Vor dem Dom von dem er dabei
So gut er kann wegsieht hält ihr
Wagen eine schreckliche halbe
Minute und nennt ihn gar hübsch

Hessel widmet sich dabei lieber dem
Schönen Eisverkäufer davor den er
Niedliche Zwergenwirtschaft nennt 
Übers Wasser ein Blick auf die Börse

Beim Weg über die Schlossbrücke
Die in Berlin Engelchenbrücke heißt
Über die er immer lachen muss weil
Sie als Schüler Witze über die ganz

Besondere Nacktheit gemacht hätten
Die er hier nicht wiederholen könne 
Amüsant aber ist was Hessel dazu 
Aus Tagebüchern Varnhagens zitiert

Darauf erzählt er weil sie gerade 
Daran vorbeifahren die Geschichte
Des Wals der dort präpariert in einem
Kahn liegt und wir er ihn besuchte 

Davon erzählt er sehr ausführlich
Um sich vor Worten zum Zeughaus
Drücken zu können das einfach zu
Vollkommen sei etwas dazu zu sagen

Es sei preußisch Barock berlinisch
Phantastisch übersichtlich gegliedert
Mit Schlüters Panopilen und Helmen
Innen die Köpfe sterbender Krieger 

Dort waren alte Kanonen und mehr
An Waffen und Uniformen zu sehen
Die er erwähnt aber lesbar nicht mehr
Besonders reizvoll noch findet

Seine Zeit im Ersten Weltkrieg als er
Kaiserlicher Soldat auch war hat ihm
Offensichtlich gereicht dieses Thema
Nicht weiter verfolgen zu wollen

Das ehemalige Kronprinzenpalais
Dem Zeughaus gegenüber sei von
Außen kein erfreulicher Anblick  
Im Innern aber war damals die

Moderne Nationalgalerie zu finden
Dort wären Bilder Liebermanns oder
Urys zu finden nur Berliner zu nennen
Zeitgenossen und Impressionisten 

Eine Flanke des Palais stößt an den
Schinkelplatz wo in der oberen Etage
Der Bauakademie noch ein Teil der
Nationalgalerie zu finden wäre

Diese ist leider bisher nur Geschichte
Aber vielleicht wird sie ja doch noch
Eines Tages wieder errichtet um
Die Insel noch reicher zu machen

Die Linden zur Neuen Wache nun
Überquerend erzählt Hessel noch
Geschichten zu Blücher Scharnhorst
York Gneisenau Bülow und anderen 

Dort aufgestellten großen Preußen
Die hinter der Wache vor der alten 
Singakademie stehen die noch das
Gorki als DDR-Relikt besetzt hält

Zur Beschreibung der früheren
Wachwechsel vor der Neuen Wache
Die Schinkel baute zitiert Hessel den 
Kaiserlichen Vorleser Jules Laforgue

Amüsiert ist Hessel darüber wie
Laforgue als das beherrschende 
Geräusch den nachgeschleppten
Säbel beschreibt was Geschichte ist

Es sind die kleinen literarisch feinen 
Einschübe die das Spazieren in Berlin
So lohnend genial machen neben dem
Treffenden Urteil zum Berliner Dom

jens tuengerthal 17.6.26


Liebesachterbahn

Liebesachterbahn

Fahre sehr ungern Achterbahn
In Wirklichkeit wie in der Liebe
In der das auf und ab der Gefühle
Auch sehr wirklich werden kann

Ob es beim auf und ab dann noch
Liebe wirklich ist die ja ihrem Wesen
Gemäß stets bedingungslos gut will 
Könnte manchmal fraglich scheinen

Doch solange sich am Ende wieder
Alle lieb haben oder zumindest die
Beteiligten ihrer Liebe sicher sind
Ist es wohl der normale Wahnsinn

Das beste Rezept eine Fahrt mit der
Achterbahn zu vermeiden ist es wohl
Nie in eine einzusteigen unklar ist
Wie das in der Liebe funktionieren soll

Es zumindest nicht zu wollen ist dann
Wohl die einzige Chance es noch
Vorab zu verhindern ansonsten ist es
Wohl die Natur der Gefühle immer

jens tuengerthal 17.6.26

Arbeiterwiderstand

Arbeiterwiderstand

Am 17. Juni 1953 protestierten die
Arbeiter in der DDR gegen die
Erhöhung der Arbeitsnormen was
Hieß mehr Arbeit für weniger Geld

Es ist dies das gleiche was der
Nörgelnde Sauerländer der leider
Noch Bundeskanzler und beständig
Überfordert ist dauernd fordert

Eine Erhöhung der Produktivität die 
Der vielfältig unproduktiven DDR die
Genau daran 36 Jahre später auch
Scheiterte sicher gut getan hätte 

In der heutigen Bundesrepublik die
Ein freier Rechtsstaat noch ist wird 
Sich über den Kanzler lustig gemacht
In der DDR gab es einen Aufstand

Dieser Tag war in der alten BRD ein
Feiertag der dann durch den Tag der
Deutschen Einheit ersetzt wurde doch 
Noch immer wird der Opfer gedacht

Es wurden 50 Bürger getötet die für
Weniger Arbeit und später gegen das
Unrechtsregime der DDR von Gnaden 
Der Sowjetunion protestiert hatten

Daran zu erinnern dass die DDR ein 
Totalitärer Unrechtsstaat war ist gut
Was manche Erben der DDR gerne
Vergessen machen wollen

Daran auch heute noch zu erinnern 
Bleibt wichtig ohne damit zugleich
Die Lebensleistung vieler Bürger
Der DDR relativieren zu wollen

Ansonsten ist der Tag Geschichte
Auch darum interessant um die Zeit
Wie die Zukunft besser zu verstehen
Nie wieder totalitär zu wählen

Der sauertöpfische Sauerländer mag
Mahnen soviel er will seine Bürger
Lachen im freien Rechtsstaat darüber
Wer nichts leistet wird hier abgewählt 

jens tuengerthal 17.6.26

Klare Verhältnisse

Klare Verhältnisse

Bin ja immer für ganz
Klare Verhältnisse sagen
Echte Kerle gerne die dann
Ganz aufgeräumt wirken

Nur was soll klar sein
In der Liebe und überhaupt
Überlege ich noch und
Weiß es natürlich nicht

Weil im großen Nebel
Den Emotionen verbreiten
Alles nur verschwommen
Wie unsicher uns scheint

Eide schwören wir auf die
Ewige Liebe die dann durch
Kleinigkeiten wie Sex sich in 
Nichts was nie war auflösen 

So bleibt stets fraglich
Was sollen eigentlich die
Klaren Verhältnisse sein 
Ist es die wirkliche Liebe

Wenn es so etwas gibt
Fragt sich was bleibt
Was einfach geht weil die
Stimmung mal nicht gut ist

War dann wohl nie was 
Kann weg und ist egal
Sagen wir uns um den 
Schmerz leichter zu ertragen

Falls einer klare Verhältnisse kennt
Sagt mir gerne Bescheid und die Ehe
Ist keines bezeuge ich als Geliebter 
Von genug unbefriedigten Ehefrauen 

So grüße ich aus dem Nebel der
Großen Gefühle verwirrt die ganz
Klaren Verhältnisse die ich noch nie
Persönlich kennenlernen durfte 

Zumindest verschwanden sie immer
Um so schneller je mehr ich dachte 
Nun sei wirklich alles klar und die
Wäre es einfach es bleibt unklar

jens tuengerthal 17.6.26

Liebesverloren

Liebesverloren

Eine verlorene Liebe ist wie 
Ein Tod der dich überraschend
Aus dem Leben wirft dann 
Geht es einfach weiter
Oder endet still weil nun
Nichts mehr kommen kann
Was noch lohnen könnte
Jeder Herzschlag weh tut
Es besser einfach aufhört
Doch das gute am Tod ist
Mit ihm bist du nicht mehr
Dagegen sollst du ohne das
Was im Leben schön war
Weiterleben und fragst dich
Wozu den Unsinn noch 
Es gibt nichts neues mehr
Irgendwann war es das
Dann ist es gut so weil
Einfach nichts mehr ist
Und du gehen kannst
Was auch Freiheit ist
Die Liebe sich nahm

jens tuengerthal 17.6.26

Dienstag, 16. Juni 2026

Lektürentagebuch 16.5.26

Lektürentagebuch 16.5.26

Mit Franz Hessel über zwei Tage in
Spazieren in Berlin durch die Mitte 
Gefahren zunächst erzählt er vom
Grauen Kloster dem ältesten der

Berliner Gymnasien wo er zur Schule 
Noch ging was er nicht erzählt dafür
Von dem Kloster der Grauen Brüder
Also der Franziskaner was dort war

Es enthielte noch einen Konvent- wie 
Einen Kapitelsaal und im Hof erhebt
Sich die Klosterkirche sie blieb bis
Auf dem Turm vom Brand verschont

Nach dem Krieg ist nur noch eine
Ruine geblieben früher gab es dort
Im Chor die 50 Gestühle der Mönche
Aus Eichenholz mit Schnitzereien 

Darüber merkwürdige Sinnbilder der
Passionsgeschichte geschnitzt noch
Bei seiner Gründung bekam das alte
Gymnasium nur die Hälfte der Räume

Das andere bekam Tausendkünstler 
Leonhard Thurneysser aus Basel
Er machte Buchdruck Holzschnitt
Kupferstiche Goldtinkturen wie noch

Perlenelixiere Amethystessenzen
Oder Bernstein Schönheitswasser
Für Damen der hohen Gesellschaft
Und sonst alchemistischen Unsinn

Das Lagerhaus in dem er hauste war
Die Markgrafenresidenz die sie erst 
Verließen als ihre Zwingburg zu Cölln
An der Spree vollendet worden war

Wer in diesen Burglehen lebte war
Abgabenfrei daraus wurden später
Die Freyhäuser sind noch an ihren 
Inschriften am Eingang erkennbar 

Die Geschichte des Hauses wäre
Interessant erzählt Hessel,so wurde 
Dort der Schwanenorden gegründet
Am 29. September 1440 als damit

Erster Ritterorden der Hohenzollern 
Von Kurfürst Friedrich II Signet war
Das Bildnis der Gottesmutter und
Darunter der Schwan für Reinheit 

Laut anderer Quellen jedoch wurde
Der Orden in Brandenburg gegründet
Breitete sich auch in Süddeutschland
Noch weiter aus ist heute Geschichte 

Es hat verschiedene Nutzungen noch
Gehabt im Laufe der Geschichte sie 
Waren auch Geheimes Königliches 
Staatsarchiv sind nun zu vermieten 

Am mächtigen Gerichtsgebäude noch
Vorbei kommen sie zu den Bögen der
Stadtbahn und zum Alexanderplatz
Auf dem es unordentlich aussähe

Ein ganzes Stadtviertel würde dort
Eingerissen und umgebaut dabei ist
Leider keine Zeit die Heimlichkeiten
Dieses Platzes zu erforschen

Sie fahren neue Friedrich- und die 
Kaiser Wilhelm Straße entlang zum
Neuen Markt dabei erinnert Hessel
Noch an das was sie nicht sehen

Etwa die Kalandsgasse nach den 
Seltsamen Kalandsbrüdern von denen
Sie ihren Namen hat deren Hof hier 
Im Schatten von Sankt Marien stand 

Sie verwandelten sich von elenden
Priestern der Probstei zu einer wüsten
Rotte warum wilder Müßiggang noch
Kalandern hier auch genannt wird

Auf dem Neuen Markt steht vor der
Marienkirche ein Lutherdenkmal das
Den Reformator mit Bibel und seine
Mitstreiter auf dem Sockel zeigt

In alten Zeiten hätte hier ein Galgen
Gestanden der Peter den Großen als 
Er Friedrich Wilhelm I besuchte sehr
Interessierte und der vorschlug doch 

Einen der Langen Kerls aufzuhängen
Um den Apparat auszuprobieren als
Der König sich entrüstet weigerte
Meinten Peter sie könnten es ja auch

Mit einem aus seinem Gefolge mal 
Versuchen aber Hessel hofft die
Monarchen hätten davon dann doch 
Lieber Abstand nochmal genommen

Besser als ein Galgen sei zumindest
Ein Denkmal aber am besten wäre
Wenn nichts dort stünde als bunte 
Buden eines Marktes wie früher

Die Kirche müssten wir uns innen 
Anschauen es gäbe eine ganz
Wunderbare Kanzel von Schlüter
Der Bau selbst ist aus Granitfindlingen

Hessel schildert hier die Grabmale 
Mit schönen Anekdoten dazu noch
Doch begeistert ihn besonders der
Totentanz in der Turnhalle vorne 

Ein über zwanzig Meter langes Fresko
Das erst Ende des 19. Jahrhunderts
Wiederentdeckt worden ist der alle 
Vom Papst bis zum Narren zeigt

Dies sei die älteste Berliner Malerei
In Niederdeutsch stünden noch
Bittere Reime darunter es sei ein
Ergreifender Berliner Totentanz

Anschaulich erzählt er vom Reigen
Der anlässlich des großen Sterbens 
Während der Pest hier gefeiert wurde 
Bei dem wach geküsst werden sollte

Über die Spandauer Straße sehen
Sie die Heiliggeist Kapelle die nun
Teil der Handelshochschule wurde
Dort ein Vortragssaal wurde was

Doch der beste Weg ist den der
Aberglaube nehmen kann der zur
Wissenschaft nun wird im Mittelalter
Lag sie direkt am Armenhospital

An der Hauptpost vorbei geht es
Zum Roten Rathaus aus Klinker
Mit Terrakotta vom alten Rathaus
Steht noch die Gerichtslaube im

Schlosspark zu Babelsberg sie aber
Fahren die Königstraße zur Spree
Wo das Denkmal erklärt wird vom
Großen Kurfürsten nach Schlüter

Dabei denkt Hessel an die Volkssage
Dass der Reiter in der Neujahrsnacht 
Durch die Stadt reiten würde mit dem
Kind von Fehrbellin noch vor sich

Unter dem Sockel ruhte ein Schatz
Den nur der Preußenfürst in großer
Not noch heben darf während ihr
Führer Ausblicke aufs Schloss gibt

Erzählt von der Zwingburg und dem
Renaissanceschloss das noch für 
Joachim II gebaut wurde worauf
Straßenjungen sie verspotten

Während der Führer viel erzählt
Schaut Hessel auf den Balkon
Auf dem Friedrich Wilhelm IV
Den Toten der Revolution 1848

Die Ehre ohne Mütze erwies dann
Halten sie vor dem Eosanderportal
Wo der Führer ihre Blicke auf das
Nationaldenkmal hier richtet

Dabei behauptet er Portal und Kapelle
In der Kuppel kämen erst durch den
Abriss der Schlossfreiheit zur Geltung
Für die das Nationaldenkmal kam

Da ist Hessel lesbar anderer Meinung
Sehnt sich eher nach den noch
Bescheidenen Bauten vorher dort
Die doch preußischer noch waren 

Vom Portal aus geht es in das hier
Schlossmuseum das nicht lange her
Noch von der Familie bewohnt war
Die er noch dort auch erlebt hätte 

Es wäre ja nicht mehr leicht Schlösser
Zu betrachten alles mit einem Führer
Der nur erzählte was besser so auch
Im Baedeker stünde in seinem Tempo

Außer Schloss Monbijou wo du alleine
Gehen könntest was aber leider
Nicht mehr steht ein Freibad wurde 
Was sicher mehr Menschen vergnügt 

Hessel freut sich darüber dass die
Räume die der letzte Kaiser bewohnte
Wieder in dem Zustand sind indem es
Ihm seine Vorfahren hinterließen 

Diese kleine Spitze gegen den
Wilhelminismus ist wieder fein mit
Dezentem Humor vorgetragen er
Wäre lieber allein in diesen Räumen

Dies um mit den Geistern derer zu
Verkehren für die Schlüter und
Schinkel einst bauten als es noch
Große Zeiten in Berlin gab 

Erzählt von der Pracht des Rittersaals
Mit Schlüter Gruppe der vier Erdteile
Der Prinzessinnengruppe mit Luise 
Und Friederike von Schadow die

In den angenehmen Formen und
Farben des Parolesaals standen
Heute im Eingang schon in der
Alten Nationalgalerie zu sehen sind

Auch das Gold und Grün des runden
Kuppelkabinetts das Friedrichs des
Großen Schreibzimmer war auch
Wenn der dies Schloss eher mied

Nach Herzenslust aber könnte vor
Schlüters Bogenhallen im Hof dann
Verweilt werden ohne von wem
Gedrängt oder gestört zu werden

Am Lustgarten halten sie vor den 
Rossebändigern die der russischer
Zar dem preußischen König in den
Vierziger Jahren noch schenkte 

Der Berliner Volkswitz nannte sie
Den gehemmten Fortschritt und
Den beförderten Rückschritt was
In die Zeit ja perfekt passte

Aus dieser Zeit stammen auch die
Säulen aus geschliffenem Granit
An den Ecken der Terrasse auf 
Denen goldene Adler horsten 

Varnhagen den Hessel einen eher
Kritischen Zeitgenossen nennt fand
Sie geschmacklos das Volk nennt den
Goldenen Adler größten Eckensteher

Als ein Hofmarschall 1848 als es noch
Proteste gab Eisengitter an Portale
Montierte die wieder herausgerissen 
Und in die Spree geworfen wurden

Studenten entführen ein anderes 
Gitter in die Universität später ließen 
Sie es geschehen nannten es aber 
Einen Schildbürgerstreich wenn

Gitter kommen nachdem die Gefahr
Bereits vorüber das Schloss sei ein
Käfig dadurch geworden heute sind
Die Gitter Geschichte schrieb er 

Das Schloss sei vom Luftgarten
Gesehen schöner ehrwürdiger und
Historischer denn je Könige sind
In der Republik nun Geschichte

Die wieder aufgebaute Fassade
Des Schlosses das zum Humboldt
Forum heute wurde ist das große
Kolonial Museum nun geworden

Ob es besser war die entkernte
Ruine des Palastes der Republik
Der DDR abzureißen kann nun
Dahinstehen was steht ist da

jens tuengerthal 16.6.26

Putzkulturgeschichte

Putzkulturgeschichte

Frauen sind putzig 
Das Reinigen ihrer Höhle
Ist ihre natürliche Aufgabe 
Die sie auch krank noch
Übernehmen weil sie den 
Anschein wichtiger finden

Sie üben damit Herrschaft aus
Das alte schon germanische
Schlüsselrecht nach dem
Frau die Chefin im Haus war
Während Männer alle drei Jahre im
Sinne der Felderwirtschaft wechselten 
Blieben Frauen in ihrem Haus

Meinen bis heute noch sie
Müssen alles sauber hinterlassen
Statt Aufgaben zu übertragen
Üben sie ihre ganz natürliche 
Form von Herrschaft aus
Nehmen es einfach in die Hand

Unklar ist noch ob dies ein
Reflex ihrer Natur ist die
Eigene vaginale Höhle
Dabei verwaltet wird
Es also Hygiene ist
Die der Arterhaltung dient 

Oder eine kultureller Reaktion
Etwas lange Zeit erlerntes 
Um ihrer Rolle gerecht zu
Werden statt entspannt zu sein
Erwartungen erfüllen zu wollen
Ihre Macht im Haus zu erhalten

Auch darum verreisen 
Frauen zu gerne mit
Ihren Liebsten um ihren 
Vermeintlichen Pflichten
So entkommen zu können

Aber übernehmen sogleich
Am Urlaubsort wieder ihre
Form von Herrschaft auch
Gegen alle Vernunft dabei
So muss aufgeräumt werden
Wird ohne Vernunft behauptet

Oder die Gelassenheit dabei
In eine Beschimpfung von Mann 
Verkehrt da sie nicht so leben
Könne sondern anderes müsse
Voller Unverständnis füreinander 
Geraten sie dabei schon in Wut

Die völlig herablassend wird
Falls Mann es noch wagt die
Geplanten Ausflüge die ihm
Der nach der Natur jagen musste
Eher lästige Pflicht sind während
Es für sie Erfüllung und Freiheit
Bedeutete mal rauszukommen
Auch nur jemals infragezustellen 

Was von diesem Verhalten was 
Jeder beobachten kann der je
Emotional verbunden mit dem
Anderen Geschlecht verkehrte
Ist Natur und was erst Kultur
Ist eine spannende Frage dabei

Lebe in einer ziemlich verstaubten
Bücherhöhle und bin glücklich dort
Was Frau mehr oder weniger gut
Ertragen kann je nachdem wie sehr
Sie Herrschaft ausüben will oder
Sollte es hier Frauschaft eher heißen 

Frauen entspannen bei Ausflügen
Männer erinnern sie eher an den
Zug auf Jagd oder in den Kampf
Sie machen mit um dafür Liebe 
Von Frau zu bekommen die dafür 
Alles schön ordentlich macht

Ob Mann diese Unruhe die meist
Bewegung um der Bewegung willen 
Bloß ist erträgt dafür emotionale wie
Körperliche Zuwendung zu kriegen ist
Im Innenverhältnis häufig ein Thema
Das selten so kritisch hinterfragt

Dann heißt es er wolle nur das eine
Denke nur daran auch wenn sie
Alles dafür tut gewollt zu werden
Sich möglichst begehrenswert zeigt
Was schön aber immer riskant ist 

Wie weit dieses immer wieder bei
Menschen mit geschlechtlichem
Kontakt zu beobachtende Verhalten 
Natürlich ist oder nicht wäre dabei
Eine der spannendsten Fragen

Auch eine Statistik wieviele typische
Konflikte zwischen Paaren aus genau
Dieser Frage resultieren könnte uns
Helfen Kultur und Natur zu verstehen
Am Ende sind Frauen halt putzig 
Weil sie damit Herrschaft ausüben

Echte Männer bleiben gerne in Ruhe
An einem Ort weil sie im Leben schon
Genug auf der Jagd waren lieber den 
Frieden genießen statt noch etwas zu
Wollen oder wohin was das typisch
Weibliche Element unserer Kultur ist

Das großartigste aber dabei ist noch
Wer geistige Welten hat kann darüber
In Ruhe amüsiert nachdenken statt
Um Herrschaft noch zu kämpfen
Wo es um Liebe und Lust geht
Auch ohne je den Ort zu wechseln

jens tuengerthal 16.6.26

Ziellost

Ziellost

Wer sich noch Ziele setzt
Ist wirklich lost statt lieber
In Ruhe abzuwarten was
Von ganz alleine geschieht 
Wollen manche lieber noch
Die Welt mit aller Kraft formen 
Wollen unbedingt noch
Irgendwohin statt lieber
Zu bleiben wo sie sind um
Das mögliche zu genießen
Eine Wirtschaft die Ziele
Für Bilanzen fordert hat wohl
Ihre eigene Lächerlichkeit im
Blindflug noch nicht bemerkt 
Kann keiner ernst nehmen
Der das Sein je reflektiert 
Den Mut nun zu haben
Sich die Freiheit zu nehmen 
Ziellos zu leben könnte das
System mit einer Idee sprengen 
Wagte wer zu Ende zu denken
Bemerke ich dichtend lachend
Ob es wohl noch wer merkt
Frage ich mich nicht weil ich
Kein Ziel mehr damit verfolge
Nur tue was gut tut

jens tuengerthal 16.6.26

Konfliktvermeidung

Konfliktvermeidung

Jeder Konflikt kostet Energie
Wer sie vermeidet gewinnt
Damit sicher mehr Ruhe wie
Vermutlich auch Gelassenheit

Während ein primitiver Typ
Wie Trump zu seinem 80.
Sich öffentlich prügeln lässt
Weil Provokation sein Rezept ist

Tue ich lieber das Gegenteil
Weiche jedem Streit lieber aus 
Um meine Ruhe zu haben statt
Konflikte zu provozieren

Muss nicht meine Kräfte wie ein
Rudel primitiver Wesen beweisen
Weiß wo meine Stärken liegen
Literatur eher als Nahkampf

Wenn ich im Diskurs merke nun
Werde ich wütend ist es Zeit zu 
Gehen und jede Eskalation lieber
Zu vermeiden bis sich alles beruhigt

Bin ich nun ein Feigling oder aus
Erfahrung klüger geworden weil
Konflikte unvernünftig machen
Völlig unnötig anstrengen immer

Gehe tatsächlich lieber dann raus
Rauche eine und drehe eine Runde
Um den Platz was weniger schadet
Als aufgeregt zu reden je nutzte

Nichts muss unbedingt aber alles
Kann warten bis es sich beruhigt
Was nicht bedarf keiner weiteren
Gedanke oder Gedanken noch

Vielleicht lässt sich sogar die Formel
Bilden je größer die Provokation desto 
Länger der nötige Abstand um sich
Von nichts provozieren zu lassen

Insofern deren Größe vor allem
Am persönlichen Empfinden liegt
Gehört dazu auf sein Gefühl zu
Hören wenn es brenzlig wird

Spannend daran ist besonders
Das Verhältnis von Gefühl zum
Verstand der Gelassenheit stets
Braucht vernünftig zu reagieren

Mehr Innezuhalten bevor es dann
Zu spät ist und sich Zeit zu nehmen
In Ruhe runter zu kommen sind
Dabei ein bewährtes Rezept immer

Gemessen an der persönlichen
Lebensqualität schenkt jeder
Vermiedene Konflikt mehr als
Die Verzögerung je rauben kann

Dazu kommt noch dass weniger
Von allem die Zukunft ist um noch
Gut in Ruhe leben zu können nur
Mehr Langsamkeit lohnt noch

Es ist die logisch soziale Antwort
Auf die Grenzen des Wachstums 
Von denen wir seit 50 Jahren wissen
Nichts anderes hat noch Zukunft

Einziges Ziel des Lebens ist es
Was an Leben uns noch bleibt
Möglichst gelassen zu genießen
Damit für sich lustvoll zu nutzen

Konfliktvermeidung ist der Weg
Dahin weil immer weniger noch
Die Aufregung lohnt verglichen
Mit dem Glück friedlicher Ruhe

Nichts tun und sich lieber aus
Allem raushalten statt provozieren
Ist die Chance für jeden von uns
Mit weniger glücklicher zu leben 

jens tuengerthal 16.6.26