Mittwoch, 23. September 2026

Lektürentagebuch 23.9.26

Lektürentagebuch 23.9.26

Schon in der Nacht mit Buddenbrooks
Den Thomas Mann Tag begonnen 
Nach dem ich ihn sah und über ihn las 
Den Meister zu lesen ist wunderbar

In diesem Kapitel ging es um Tony 
Wie ihren Wunsch nach Scheidung
Von Herrn Permaneder aus München
Was humorvoll schön beschrieben

Ihr Bruder Tom wehrt sich erst sehr
Gegen ihren Wunsch und auch der
Anwalt gibt keine Auskunft die hier
Hoffnung auf Scheidungsgründe gibt 

Das heute zum Glück weggefallene
Erfordernisse eines Grundes zur
Scheidung war schon eine Frechheit
Die vom patriarchalen Staat zeugte 

Doch Tony lässt sich davon nicht 
Abschrecken und bemüht sich weiter
Bis ihr Bruder endlich an Permaneder
Schreibt der sehr konziliant reagiert

Er wäre mit der Scheidung wegen
Zerrüttung einverstanden und könne 
Die Mitgift anstandslos zurückzahlen
Womit keiner mehr gerechnet hatte 

Die Scheidung wurde rechtskräftig
Tony trug es dann mit Freude ins 
Familienbuch ein und am Ende wird
Sogar das schlimme Wort verraten 

Ob dies normaler etwas grober
Bayerischer Umgangston war oder 
Der Aufregung wert sei hier lieber
Dahingestellt aus Respekt vor Tony 

In bayerischer Mundart die ich mir 
Hier lieber erspare hatte Permaneder 
Tony geraten zum Teufel zu gehen als 
Für ihn dreckiges Sauluder dreckiges

Inwieweit eine solche Verfluchung
Auf dem gerade Oktoberfest eher
Normaler Umgangston ist kann ich
Mangels je Besuch nie beurteilen

Was immer wann einen Skandal wert
Sein mag hat es zumindest Tony so
Nachhaltig verletzt dass Flucht nun
Die einzige und letzte Chance war

All dies ist wieder sehr humorvoll
Mit der typischen ironischen Distanz
Beschrieben die Thomas Mann so
Spielerisch genial beherrschte

Bedenken wir dabei noch dass Mann 
Die Geschichte seiner Familie mit
Einem Augenzwinkern erzählt hat
Viele reale Personen darin abbildete

Wird der Humor des längst selbst in
München da heimischen Autors noch
Deutlicher der liebevoll spottet wie
Starke komische Figuren erschuf


Das nächste Kapitel im Zauberberg
Ist Mynheer Peeperkorn (Schluss)
Überschrieben was in anbetracht des
Endes deutlichen Humor zeigt der

Auch vom tragischen Tod der
Am Ende frei gewählt war noch mit
Ironie ernsthaft zu erzählen weiß ohne
Dabei ins Lächerliche zu rutschen

Es beginnt mit dem Ausflug zum
Wasserfall im Wonnemonat Mai 
Wie ihn einfältige Lieder aus dem
Flachland bis heute gerne nennen 

Die Gruppe von sieben Personen
Hatte die letzten Wochen noch unter 
Der Abwesenheit ihres Oberhauptes
Seiner malignen Tropenmitgift wegen

Sehr gelitten dem das Fieber wie
Milz und Leber zu schaffen machten 
Auch der Magen war geschwächt es
Bestand die Gefahr einer Entkräftung

All dies deutete Hofrat Behrens den
Nahestehenden der Patienten wohl
An der nun aber den Ausflug wollte 
Gerade vom Fieber wieder genesen 

Herrlich ironisch beschreibt Mann hier
Das Hans an dieser Unterbrechung
Der Treffen mit Clawdia nicht zu sehr 
Litt es vielmehr Spannung vermied

Außer Hans Castorp und Peeperkorn
Mit Clawdia Chauchat sollen noch die
Herren Ferge Wehsal Settembrini und
Naphta dazu eingeladen werden 

So wurden für drei Uhr zwei Landauer
Bestellt zusätzlich nahm noch der 
Malaiische Diener Peeperkorns teil
Der einen Picknickkorb mit Wein trug

Ferge fährt im ersten Landauer mit
Peeperkorn dem Diener und Clawdia 
Was der Dame ein Lächeln entlockt
Das Wehsal gleich zum Thema macht

Dazu weist Hans ihn gleich zurecht 
Frauen lächelten aus vielen teils völlig
Unerfindlichen Gründen es sei nutzlos
Sich darüber Gedanken zu machen

Beide geraten in einen Dialog über
Die Verliebtheit in Clawdia bei dem
Wehsal namensgemäß auch ziemlich
Jämmerlich erscheint dem Tode nah

Gerne stürbe er in ihren Armen meint
Der leidende Schwärmer dazu denn 
Leben sei Verlangen es sei Folter
Von der er nicht loskomme bis sie

Gestillt wird um keinen Preis wer es
Hat der lerne Leiden um das Fleisch
Das er nicht hat und doch will er sie
Nur liebkosen und jammert dazu 

Sobald die Begier nach dem Fleisch
Mit einem Angesicht verbunden ist
Würden wir sie Liebe nennen meint 
Der arme Wehsal zu Hans Castorp

Spricht große Worte von Liebe und
Hans fragt ihn wie ihm denn sei mit
Leicht mokantem ironischen Ton die
Lächerlichkeit der Liebe offenbarend

Daraufhin labert Wehsal von ihrer
Seele die er liebe und die nichts 
Von seiner mehr wissen wolle und
Was er alles für sie falls tun wolle

Nun ermahnt Hans ihn dass der 
Kutscher alles hören könne er still
Sein solle er sähe es dem Rücken
Des Kutschers an dass er lauschte

Worauf Wehsal wieder zu jammern
Beginnt von seinen Träumen die er
Jede Nacht von ihr hätte und was für 
Träume das auch noch wären 

Aber immer endete es damit dass 
Sie ihn ohrfeigte oder anspuckte
Voller Ekel sich abwand von ihm
Dann erwache er voller Scham

Nun rät Hans Wehsal den Mund zu
Halten bis sie zum Gewürzkrämer
Kommen wo Settembrini und Naphta
Zu ihnen in den Wagen steigen sollen

Wehsal macht darauf geltend es sei
Ein Menschenbedürfnis zu reden 
Wenn einem das Herz so voll sei
Worauf Hans gelassen erwidert 

Es sei sogar ein Menschenrecht
Reden zu dürfen aber die Vernunft
Lehre nicht immer jedes Recht auch
Gebrauchen zu müssen

In aller Stille erreichten sie nun das
Haus des Gewürzkrämers wo sie
Schon von Naphta und Settembrini 
Auf ihre Art gekleidet erwartet wurden

Naphta stieg zu Clawdia Peeperkorn
Ferge und dem Diener der wohl auf 
Dem Bock dann Platz nahm während
Settembrini zu Hans und Wehsal kam 

Bestens gelaunt begann der Italiener
Sogleich zu reden und nahm ganz
Gelassen im Fonds den Platz ein
Den Wehsal für ihn räumte

Freue mich schon aufs weiterlesen
Lasse es an dieser Stelle gut sein
Sich am schönen noch zu freuen
Es länger würdigen zu können 


Herrlich beginnt Thomas Mann das 
Kapitel der Neujahrstag mit einer
Ansprache an den Hörerkreis der
Ungeduldig den Höhepunkt erwartet 

Noch dazu einer Geschichte die da
Biblisch schon uralt und bekannt ist
Um die Mann bisher schon kunstvoll
Vieles menschliches uns erzählte

All dies wieder im biblischen Ton
Der nun den Festtag beschreibt der
Nur alle 1420 Jahre auf den echten
Neujahrstag auch trifft also flexibel

Nach dem göttlichen Kalender der
Ein anderes Maß hat als der irdische
Sich immer wieder weiter verschiebt 
Was Mann humorvoll beschreibt

Warum dann die echte Nilschwemme
Nicht zur gefeierten passt aber da der
Göttliche Kalender göttlich ist und was
Tatsächlich ist nur Natur ist egal bleibt

Auch die Vorbereitungen des großen
Festes an dem die Bauern endlich
Zum Fressen in den Tempel kommen
Amun zu verehren werden gezeigt

Das große Besäufnis des Volksfestes 
Was nach Einzug des Pharao 
Beginnt gleicht also wohl heutigen
Wird zum großen Gegröle der Masse

Dies beschreibt im biblischen Ton
Hier gewohnt distanziert Mann mit
Viel Witz und Gespür für Volksfeste
Die heute auch nicht anders verlaufen

Ob es Freibier ist oder andere genug
Berauschende Getränke denen die
Feiernde Masse gerne zuspricht und
Glaubt ab nun würde alles gut werden

Auch wenn sie sich real dann weiter
Noch quälen das ganze Jahr für die 
Kleine Oberschicht um einen Tag
Zu feiern als gäbe es kein morgen 

All das und ganz am Rande nur den
Protagonisten Joseph der nun auf
Den erneuten Absturz zusteuert wird
Von Mann hier fein beschrieben

Doch Josephs Schuld daran die wie 
Beim ersten Absturz in den Brunnen
In den ihn seine Brüder stießen ist
Thema und wird kritisch geprüft

Die Liebe von Mut ist auch seine
Schuld und er hat nicht genug getan
Den weiteren Verlauf zu verhindern
Wie wir in der Bibel lesen können

Im gleichen Tonfall wie diese nur
Eben ironisch wie gebrochen mit
Dem Witz des großen Erzählers
Der den Aberglauben verspottet

Thomas Mann macht sich auf
Eine so feine und höfliche Art 
Über den wahren Glauben lustig
Dass es eine immer Freude ist

Er macht dies nicht überheblich
Nutzt sogar die Sprache der Bibel
Seiner Erzählung von Joseph den
Angemessenen Ausdruck zu geben

Dies aber wiederum so humorvoll
Menschlich mit einem Zwinkern
Dass wer noch nicht Atheist war
Es nach der Lektüre lachend wird 

Doch auch dabei noch so höflich
Dezent dass keiner sich ans Bein
Gepinkelt fühlen muss von der
Geschichte aus ganz ferner Welt

Mann lesen und immer wieder dabei
Auch in kurzen Abschnitten noch
Freudig zu schmunzeln ist eine Form
Von literarischen Delikatessen

jens tuengerthal 23.9.26




Herbstanfang

Herbstanfang

Heute nochmal steht die Sonne
Senkrecht über dem Äquator
Im also Äquinoktium herrscht
Die Tag und Nacht Gleiche mit
Der auf der Nordhalbkugel dann
Die schönste Jahreszeit beginnt
Der Herbst das große Sterben 
Der Natur in letzter Schönheit 
Vor dem Tod im Winter den wir
Nur überstehen müssen bis der
Frühling neue Knospen bringt
Wer jetzt kein Haus hat findet
Keines mehr meinte Rilke der
Um den Sommer noch trauerte
Nicht erkannte was nun zählt
Wenn das gute Ende beginnt
Das den Kastanien gleicht
Mit denen wir nun spielen als
Handschmeichler der Natur
So zeigt der Herbst uns die
Grenzen allen Seins was am
Sicheren Verlust manche noch
Leiden lässt wo andere genießen
Wie gut ist doch dass alles endet
Schmerz Leid Leben Liebe um
Zur Ruhe zu finden was dann
Das schönste ist was bleibt
Der Herbst ist nun da Hurra
Alles bleibt immer endlich
Am Ende herrscht Ruhe 

jens tuengerthal 23.9.26

Ungewissheiter

Ungewissheiter

Nicht zu wissen was ist
Aber ganz viel spüren
Alles für möglich halten
Müssen ohne Sicherheit
Ist die grausamste Folter
Welche sich selbst quält
Mit schlaflosen Nächten 
Wie großen Ängsten die
Keinen Halt irgendwo finden
Lieber schon nicht mehr
Wären als weiterhin so
Die aber gern bei großen
Gefühlen angewandt wird
Ihre Tiefe in sich auszuloten
Und kein Folterknecht kennt
Die schmerzhaften Stellen 
So gut wie du bei dir der sich 
Durch die Ungewissheit quält
Als Folter an und für sich aber
Besser nicht fragt warum weil 
Sich dann alles Sein relativiert
Was wird bleibt ungewiss und
Wir sollen im dazwischen nun
Weiter existieren als wäre es
Etwas dabei ist alles Nichts 
Und von Nichts kommt nichts
Mehr nur Ablenkung hilft das
Irgendwie zu überstehen
Mehr ist Leben selten

jens tuengerthal 23.9.26

Dienstag, 22. September 2026

Lektürentagebuch 22.9.26

Lektürentagebuch 22.9.26

Das letzte Kapitel von Wellen gelesen
Was am Meer beginnt und endet bis 
Die magische kurische Nehrung sie
Nach wilden Stürmen wieder freigibt

Übrig bleiben dort Doralice die bleiche 
Schlanke Schönheit und Geheimrat 
Knospelius dafür verschwand Hans
Im Sturm der Gewitternacht im Meer

Dies nachdem er Doralice versprach
Nach seiner Rückkehr über alles nun
Endlich in aller Tiefe zu reden statt nur
In Floskeln deren Meister er ja war

Hans verschwindet mit dem Fischer
Mit dem schlechtesten Boot und erst 
Tage später wird dann das leere Boot
Irgendwo wieder am Strand angespült 

Die Fischersfrau verkauft es um für 
Sich und ihre Kinder zu sorgen wie 
Das ganze Dorf ihr Hilfe verspricht
Sie fand schnell ihre Rolle wieder

Doralice dagegen irrte weiter noch
Am Strand umher und schaute auf
Das Meer hinaus bis sie sich ganz
Idyllisch im Moos bei den Birken 

Zum Schlafen und Träumen legte
Als sie erwacht ist Knospelius bei ihr
Redet auf sie ein und schwärmt von 
Den blauen Buchten des Mittelmeer 

Noch ist es nicht soweit und so
Spazieren die schöne bleiche Frau
Und der bucklige Geheimrat der ihr
Einen Antrag vorsichtig macht weiter

Eine Verbindung auf Zeit wie er es
Zu ihr sagt die er sehr genießt bis
Ihr wieder Flügel wachsen und sie
Ihn wie alle wieder verlassen wird

Aber bis dahin spazieren sie noch
Als seltsames Paar durch den schon 
Goldenen Oktober am Strand entlang
Durch Stürme und Winde ohne Hans 

Der Maler verschwand bevor sich
Alle Zweifel und Probleme im
Gespräch von dem sie träumte
Klären konnten im großen Meer 

In Königsallee von Hans Pleschinski
Weitergelesen was quasi noch eine 
Fortsetzung des Films Vaterland war
Nur einige Jahre älter schon dabei

Im Sommer 1954 logiert der Autor
Thomas Mann mit seiner Ehefrau
Katia im Breitenbacher Hof an der 
Düsseldorfer Königsallee gediegen

Das Ehepaar frühstückt im Kapitel
Frühstück auf dem Zimmer um die
Begegnung mit einem ranghohen
Militär dort unten zu vermeiden

Thomas Mann befindet sich auf
Leserreise berichtet auch von den
Anfeindungen in der Presse die
Ihn wie einen Verräter behandelt 

Die Szene des Frühstücks mit Ei 
Im vornehmen Hotel ist sehr fein
Beschrieben mit humorvollen Details
Wobei hier Mann nicht witzig sei 

Die komischen Elemente ob im 
Felix Krull oder im Josephsroman
Seien eher unabsichtlich was aber
Den Zauberer wieder völlig verkennt 

Es ist nett plaudernd geschrieben das 
Gespräch zwischen den Gatten wie
Ihre Gewohnheiten beim Frühstück
Die den Flaneur hungrig machen

Nicht in diesem Kapitel vor kam der
Gleichzeitig dort mit seinem Mann
Aus Indonesien logierende alte 
Schwarm von Thomas Klaus Heuser

Dafür erwähnt Katia gegenüber ihrem
Da neunundsiebzigjährigen Mann die
Noch aus Sylt bekannten Eltern um
Sie zu einer Lesung einzuladen

Die kluge freie Katia wird in diesem
Kapitel beschrieben als Münchner
Kind aus atheistischem Elternhaus
Das nur unter den Nazis jüdisch war

Das sind feine Beobachtungen die 
Kulturhistorisch klug komponiert 
Geschichte und Zeitgeist verknüpfen
Bilden ohne zu sehr zu belehren 

Gesellen und Meister ist das nächste
Kapitel in der Raffael Biographie von
Antonio Forcellino überschrieben was
Die Lehrzeit des Malers behandelt

Es beginnt mit dem Tod der dem 
Jungen Raffael vielfältig nah kam 
Mutter Bruder und Vater waren
Innerhalb weniger Jahre tot

Zunächst kam der junge Raffael in
Die Obhut seines Onkels Bartolomeo
Der ein Erzpriester war von den 
Großeltern mütterlicherseits erhielt

Raffael ein kleines Erbe was seinen 
Weiteren Weg etwas polsterte sah
Wie Jungens mit dem Arbeiten für
Die Malerwerkstatt früh begannen

Hier werden wieder die Schritte vom
Stößeln der Farben bis grundieren der
Leinwände und Hölzer beschrieben
Was Restauratoren halt beschäftigt 

Zeitgleich etwa begann auch der nur
Wenig ältere Michelangelo seine 
Ausbildung zum Maler beide begabte
Jungen verkürzten ihre Ausbildung

Von angehaltenen Atem bei der
Vergoldung um die feinen Blättchen
Nicht wegzupusten lerne ich dabei
Wie von elektrisiertem Pinsel im Haar

Genau werden die Aromen und
Düfte beschrieben welche je nach
Jahreszeit wohl die Werkstatt füllten
Für die jeweils nötigen Arbeiten 

Hier zeigt sich die Fachkunde des
Restaurators Forcellino wieder klar
Warum im Frühjahr besonders gut
Vergoldet werden konnte etwa

Im melancholischen Herbst lernte
Raffael von seinem Vater die
Physiognomie des Menschen mit
Muße genauer zu betrachten

Raffael beflügelte besonders die
Leidenschaft seines Vaters für die
Öllasuren und seine psychologische
Betrachtungsweise dabei noch

Giovanni Santi war ein Meister der
Naturgetreuen Portraits und seine
Begeisterung für flämische Kunst
Wie Aufmerksamkeit für Details

Raffael lernte von seinem Vater die
Tiefe Einfühlung die nötig ist um
Ein Lächeln und Gefühl zu zaubern
Was manche auch Seele nennen 

jens tuengerthal 22.9.26


Dagegen

Dagegen

Kaum gewinnt die Linke in Berlin
Kündigt der Kanzler ein Gesetz
Gegen Enteignungen an und ist
Plötzlich ganz schnell bei der Sache

Die Regierung geht massiv gegen
Sozialmissbrauch vor aber schont
Die Reichen weiterhin um dafür
Arme gehörig weiter zu quälen

Dagegen ist die Regierung Merz
Immer sehr schnell und rabiat
Dafür hat sie wenig zu bieten
Was sie bald erledigen dürfte 

Es braucht keine Regierung mehr
Die etwas dagegen unternimmt aber
Viel mehr die etwas dafür endlich tun 
Wie noch einmal die Welt zu retten 

jens tuengerthal 22.9.26

Machtergreifung

Machtergreifung

Die Machtergreifung der sogenannten
Linken die real Erben der SED sind
Also der anderen totalitären Diktatur
In Berlin muss verhindert werden

Nicht die Brüder der organisierten
Kriminalität die ihren Sieg feierten
Unter Antisemiten gegen Israel je
Regieren zu lassen auch wenn sie

Sich ein pseudofeministisches Schild
Umhängen bleibt die Linke immer
Des Antisemitismus verdächtig ist
Dem Wort der Erben der Mauerbauer

Nie auf Staatsebene wieder zu trauen
Darf Populismus keinen Erfolg haben
Mit Lügen die nicht legal umsetzbar
Eine zeitweise Regierung von solchen

Populisten kann zwar heilsam sein
Doch wer schon vorab die Werte
Der Verfassung gefährdet sollte
Von der Macht ferngehalten falls

Möglich und nötig verboten werden
Die Machtergreifung der SED-Erben
Ist die späte Rache der DDR an der
Dummheit der Demokratie die auch

Ihren Feinden das Tor weit öffnet
In Moskau freut sich Putin wie gut 
Sein Plan zur Destabilisierung hier 
Funktioniert und von Idioten welche

Die Demokratie nicht verstehen noch
Gewählt wird weil nett antisemitisch
Das ging ja in Deutschland immer gut
Wer dieser Linken zur Macht verhilft 

Ist Teil des Problems der Demokratie 
Hoffe sehr Grüne und SPD sind sich
Ihrer Verantwortung hier bewusst
Ansonsten gute Nacht Berlin 

jens tuengerthal 22.9.26

Vaterland

Vaterland

Heute ausnahmsweise in dazu 
Wunderbarer Gesellschaft ins Kino
Um Vaterland zu sehen der hier im
Colosseum in der Schönhauser lief

Der Spielfilm von Paweł Pawlikowski 
Aus dem Jahr 2026 stellt in feinen
Schwarzweiß-Bildern noch gedreht
Thomas Mann und Tochter Erika dar

Die beiden kehren gemeinsam ins Nachkriegsdeutschland zurück wo
Thomas in Frankfurt und in Weimar
Den je Goethe Preis bekommen soll 

Wobei der Film mit einem Telefonat
Von Klaus und Erika beginnt die den
Bruder überreden will mitzukommen
Der in Cannes im Hotelzimmer ist

Die Hauptrollen von Vater und Tochter
Spielen Hanns Zischler und Sandra 
Hüller in der Koproduktion von Polen 
Deutschland Italien und Frankreich 

Der Film wurde im Mai 2026 im 
Hauptwettbewerb des Filmfestivals 
Von Cannes uraufgeführt und gewann 
Dort den Preis für die beste Regie

Mitten im Kalten Kriege im Juli und 
August 1949 reist Thomas Mann 
Gemeinsam mit Erika erstmals zurück 
In das noch zerbombte Deutschland

Klaus folgt Erikas Einladung trotz 
Liebeserklärung am Telefon nicht
Mehr als 15 Jahre hat Thomas Mann 
Im Exil verbracht fern der Heimat 

Von der Schweiz ging es über Italien
Nach Südfrankreich und im Krieg in
Die USA nach Kalifornien an den 
Pazifik wo er damals noch lebt

Im von den Westalliierten besetzten 
Frankfurt am Main und im sowjetisch 
Besetzten Weimar erhält er jeweils 
Den Goethepreis und hält dort Reden 

Anlass ist der 200. Geburtstag des 
Großen deutschen Dichters und die
Stimmung im geteilten Land dies wird
Dabei sehr fein beschrieben

Sie kommen zur Pressekonferenz in 
Frankfurt wo bereits Hassbriefe auf 
Thomas warten die ihn als flüchtigen 
Vaterlandsverräter beschimpfen

Erika öffnet sie und gibt sie direkt
An den zuständigen Herren vom CIA
Bei der Konferenz dient Erika ihrem 
Vater als Dolmetscherin dabei wird 

Bekannt, dass Thomas außerdem 
Den Goethepreis in Weimar erhält
Journalisten weisen darauf hin dass ihm nach seiner Rückkehr in die USA 

Wo er seit dreizehn Jahren lebt auch 
Als nun Amerikaner im Zuge des Antikommunismus der McCarthy-Ära Verfolgung drohen könnte sollte er 

Ostdeutschland tatsächlich besuchen
Thomas entgegnet dass Goethes 
Werk älter sei als die Teilung und
Kunst keine Grenzen kenne

Beim Empfang nach der Frankfurter 
Preisverleihung wird Thomas von den 
Enkeln Wagners angesprochen die 
Ihn bitten ihn dabei zu helfen die

Ausgesetzten Bayreuther Festspiele 
Zu rehabilitieren was Thomas ablehnt
Unter Hinweis auf die Rolle der Mutter 
Die doch bitte bestraft gehöre 

Dachte dabei daran wie ich noch
Wolfgang Wagner durch die Reihen
Zum Regiepult mit silberner Mähne
Gehen sah und gruselte mich etwas

An der Bar beim Empfang wird Erika
Von ihrem Ex Gustaf Gründgens der
Auch eingeladen war angesprochen
Zwischen beiden kommt es zu einer 

Kurzen Auseinandersetzung die damit 
Endet dass Erika ihm vor den Augen 
Der übrigen Gäste eine Ohrfeige gibt
Worauf Gustaf sich wieder verzieht 

Vorher hatte er noch dreist behauptet
Er sei nie ein Nazi gewesen nicht er
Habe die Freundschaft zu Göring
Gesucht dieser habe ihn bedrängt

Gerade noch hatte dieser ein Verbot
Von Klaus Manns Mephisto erwirkt
Weil er sich zurecht darin beschrieben
Sah was zum Glück bald aufgehoben

Als sie danach in das Hotelzimmer 
Ihres Vaters geht der sich zurückzog
Erfährt sie, dass ihr Bruder Klaus 
In Cannes Suizid begangen hat

Ob Thomas der sich schon früh
Wegen Unwohlsein zurückzog
Dies gespürt hatte bleibt offen
Erika rief vorher bei Klaus an 

Damit hatte er immer wieder gespielt
Es ihr im Telefonat vorgeschlagen es
War nicht überraschend aber doch 
Ein schwerer Schock für Erika

Diese will Thomas von der Reise nach 
Weimar abbringen um zu Klaus’ 
Begräbnis nach Cannes zu fahren das
Bruder Michael organisieren soll

Thomas Mann lehnt dies aber ab weil 
Er die Reise und seine Rede für viel 
Wichtiger hält und Klaus ja tot ist
Es auf ihn dabei nicht mehr ankommt

In einem schwarzen Buick starten sie 
Noch in der Trizone und durchqueren 
Das vom Weltkrieg noch teils zerstörte 
Land in Richtung Weimar was im Film 

Durch beeindruckende Bilder gezeigt
Ein surreales Gefühl vermittelt dabei
Fährt Erika ihren Vater der zunächst
Auf der Rückbank erschöpft schläft

Sie werden nach der Zonengrenze in 
Eiin fast leeres Restaurant dirigiert wo 
Sie warten sollen bis der Schriftsteller 
Johannes R. Becher sie empfängt 

Es wird in dieser kleinen Szene im
Sommer 1949 schon sehr fein die
Totalitäre Leere im Sozialismus als
Reale Mangelwirtschaft beschrieben

Becher ist Vorstand des Kulturbunds 
Zur Erneuerung Deutschlands dem
Späterem Kulturbund der DDR sowie 
Ein hoher SED-Funktionär noch dazu

Er entschuldigt sein Zuspätkommen
Sie rechneten erst später mit ihnen
Und begleitet sie nach Weimar wo sie
Oberst Sergei Iwanowitsch Tjulpanow

Der Chef der Propaganda- und Informations-Abteilung der SMAD 
Ganz feierlich in Empfang nimmt
Der sogar aus dem Faust zitiert

Becher versucht Thomas Mann
Zu überreden eine Aufgabe im
Neuen guten Deutschland zu
Übernehmen was Mann ablehnt

Im Hotel erscheint ein Dissident und 
Fleht Thomas an, in seiner Rede auch
Darauf hinzuweisen, dass im früheren
KZ Buchenwald politische Gefangene 

Der sowjetischen Besatzungsmacht 
Festgehalten werden noch während 
Er spricht, wird der Mann abgeführt
Wie brutal gefangen genommen

Während der Rede im Nationaltheater 
Verlässt Erika den Raum und besucht 
Einen Friedhof später findet er Erika abgewandt verstummt im Hotelbett

Dies ist eine Szene großer Nähe 
Wie Zärtlichkeit zwischen Vater und
Tochter in der Thomas sich sogar
Spielerisch als Zauberer zeigt

Dieser Moment feinen Humors zeigt
Ein anderes Bild von Thomas Mann
Der auch sehr humorvoll war was in
Diesem Film zumindest deutlich wird

Aber im Gegensatz zur eher auf
Regenbogen-Kolportage von Illies die 
Grauenvoll ist bietet Pawlikowski ein
Vielfältig differenziertes Bild Manns

Am folgenden Tag fahren Erika und 
Thomas an einem zerstörten Schloss 
Vorbei dabei lösen sie sich von dem 
Sowjetischen Begleitfahrzeug um die 

Ruine näher zu erkunden in der alten 
Schlosskapelle hören sie eine Orgel Die vom Organisten und dem nötigen
Blasebalgtreter gerade inspiziert wird

Als diese merken dass zwei Zuhörer 
Den Kirchenraum betraten spielen sie 
Eine Orgelversion des Chorals Jesus 
Bleibet meine Freude von J.S. Bach

Erika und Thomas sitzen auf einer
Truhe der Musik zu lauschen. Thomas beginnt zu weinen Erika ergreift seine Hand in der letzten Szene des Films

Langsame starke Bilder erinnern an
Die Zeit des Kalten Krieges zeigen die
Fortsetzung des totalitären Regime
Kommen Thomas Mann dabei nah 

Die Feinheit des Films macht es auch
Verzeihlich dass einige der Tatsachen
Historisch anders waren als gezeigt
Klaus Mann brachte sich schon früher

Im Mai 1949 um und Thomas wurde 
Auch von seiner Frau Katia begleitet
Die im Film krank zuhause blieb damit
Wird auch die erste Szene Phantasie

Allerdings gelingt es dadurch auf das
Besonders enge Verhältnis von Erika
Zu Klaus aufmerksam zu machen
Wie die extreme Situation für Manns

So zog Thomas Mann der sehr weise
Mit Erika über das Wort Heimat redet
Nie wieder nach Deutschland sondern 
Zog später die Schweiz für sich vor

Was aus der Heimat wurde und wo
Sie geblieben ist lässt der Film offen
Was passend und gut so ist damit
Gelingt eine Annäherung an Mann 

jens tuengerthal 21.9.26

Montag, 21. September 2026

Abgewählt

Abgewählt

Eine Landeswahl ist eine Landeswahl
Sie zeigt auch Tendenzen im Bund
Drückt Zustimmung oder Ablehnung
Irgendwie aus aber mehr eben nicht

Mecklenburg und Berlin haben das
Gegenteil der Bundespolitik dort mit
Mehrheit gewählt wer auch immer
Dort am Ende nun regieren wird

Der Bundeskanzler wurde gestern
Weder abgewählt noch ändert sich
An seiner Mehrheit damit irgendwas
Trotzdem ändert sich wohl etwas

Mit Merz sind in Deutschland wohl
Keine Wahlen mehr zu gewinnen
Die Linke im Bündnis mit Clans wie
Linken Antisemiten dürfen es nicht

Die AfD ist für alle Demokraten tabu
Eine antisemitische Linke mit enger 
Verbindung in Clans wäre es besser
Verboten sicherten die Demokratie

Mecklenburg wird vermutlich wohl
Rot rot grün damit lässt sich mit
Einer starken Schwesig regieren
Die auch Kanzlerin wohl könnte

Merz hält an seinem Kurs fest
Zeigt sich trotzig mal wieder wie 
Uneinsichtig wie immer noch doch 
Wie lange lassen sie ihn damit durch

Deutschland als zentrale Macht für
Die Stabilität in Europa ist dank der
Politik des unbeliebtesten Kanzlers
Hort unsicherer Radikaler geworden

AfD und Linke haben als einzige
Gewinne noch zu verzeichnen bei
Den natürlich nur Landtagswahlen
Die dennoch vieles infrage stellen

Der Kanzler wird noch gestützt weil
Die Parteifreunde was bekanntlich
Superlativ von Feind Neuwahlen jetzt
Noch mehr fürchten als alles sonst

Die Erinnerung an das für einen
Wechsel nötige konstruktive Votum 
Des Misstrauens durch die Führung
Der CDU zeigt hier die Richtung an 

Über Wechsel wird diskutiert wenn
Es einen Kandidaten dafür gibt so
Wie es das Grundgesetz vorsieht
Das ist vernünftig und gerade gut so

Merz ist also noch nicht abgewählt
Es geht weiter bis es eine bessere
Alternative gibt und mehr Zukunft 
Hat die CDU nicht mehr zu bieten

jens tuengerthal 21.9.26