Samstag, 7. November 2026

Lektürentagebuch 7.11.26

Lektürentagebuch 7.11.26

Von gleich zwei Kapiteln gibt es viel
Zu berichten von den Liebenden in Hermann und Ulrike des Aufklärers
Johann Karl Wezel nun aus Berlin

Zunächst schrieb Hermann einen
Sehr aufgeklärt vernünftigen Brief
Der mit viel Gefühl begründete warum
Ulrike den Lord lieber lieben soll

Darauf kam ein empörter Brief von 
Ulrike die sich in ihrem Gefühl davon
Schwer verletzt fühlte was sie mit
Großem Drama auch begründete

In dieser großen Liebe auf Leben
Und bis zum Tod folgt nun noch
Die Kehrtwende von Hermann
Der sich für die Vernunft entschuldigt

Ist es nun wirklich vernünftig lieber
Auf die Liebe zu setzen in allen 
Fragen der Liebe oder auch des
Verständnis zwischen Geschlechtern

Kann es darauf eine vernünftige
Antwort geben oder bleibt es am
Ende doch immer Gefühlssache
Was noch angemessen sein kann

Vignali kündigt im nächsten Kapitel
Dem misstrauisch widerständigen
Hermann an er werde Ulrike bald
Betrügen was sie sicher wisse

Er lässt sich empört nach einer
Gewissen Verzögerung auf die
Provokation ein macht mit ihr die
Eine Migräne wieder vortäuscht

Eine Spazierfahrt mit der Kutsche 
Auf der sie weiter auf ihn einredet
Danach kommt es zu einem Treffen
Der drei Geliebten bei dem die so

Verlogene wie intrigante Vignali vor
Den anderen eine Rede hält in der
Sie ihre Absichten darlegt sie will
Ulrike als Konkurrenz vertreiben

Sie beschreibt genau die Gefahr
Die ihnen allen dabei seien die
Beiden anderen ja nur Geschöpfe
Von ihren Gnaden künftig drohe

Sie will die Liebe zerstören und
Ulrike in die Herr von Troppau wie 
Der Lord verliebt sind los werden
Dazu überwacht sie deren Post

Sie weiß darum alles vorab und
Verfolgt ihren intriganten Plan um
Das Leben der drei damit zu sichern 
Was in ihrer Situation vernünftig ist

Dabei offenbart sie wie sehr sie Ulrike 
Hasst sich nur verstellt um sie noch 
Kontrollieren zu können weil diese 
Eine gefährliche Konkurrenz ist 

Am Ende beschwört sie ihren Plan
Mit den beiden anderen Geliebten
Bei dem es um den Erhalt ihrer
Stellung als Geliebte noch geht

Eine spannende Wende in der
Wechselhaften Liebesgeschichte 
Gegen die sich alle verschwören 
Mit guter oder böser Absicht dabei

Was wäre nun geboten und ist das
Auch vernünftig oder lieber nicht
Die große Frage der Aufklärung
Auf die Gefühl keinen Antwort hat


Nancy Mitford erzählt weiter in 
Englische Liebschaften von Hons
Der Verschwörung der Kinder zum 
Wohl der Tiere die sich immer

Nachts wenn Onkel Matthew der
Immer um fünf Uhr aufsteht tief
Schläft im Schrank noch treffen
Wie Linda dazu alle einberief 

Die Versammlung nannte sich Hons
Oder honorige Radletts und dabei
Wird genauestens beschrieben wer
Dabei sein durfte und wer ihr Gegner

Im Kampf für das Wohl der Tiere war
Natürlich der cholerische Matthew 
Wie der örtliche Jäger der mit seinen 
Fallen ein gefährlicher Gegner war

Ob die selbsternannten Tierschützer
Die Halbtote Tiere aus Fallen befreien 
Nicht diese noch mehr quälten als
Vater und Jäger lässt sie offen

Nebenbei plaudert sie noch über
Den Onkel als Gutsherr und seine
Angewohnheit morgens um fünf mit 
Seiner Tasse Tee durch das Haus

Zu laufen und mit seinem großen
Grammophon laut Opern zu hören 
Etwa die Wahnsinnsarie der Lucia
Aus der nach ihr benannten Oper 

Wie um Punkt acht Uhr jeden Tag
Das englische Frühstück begann 
Wer nicht rechtzeitig kam hungerte
Wie alle die er als Hons erwischte 

Natürlich verprügelt wurden was als 
Naturgesetz hingenommen wurde
Im rauhen Landleben des Adels
Was nur nebenbei erzählt wird

Diesmal ging es um die Tante Sally
Angekündigte Vorstellung auch ihres 
Verlobten durch Tante Emily bei der
Die Erzählerin seit der Scheidung

Ihrer unmöglichen Eltern lebte was 
Linda aus einem Brief der unklar wie
In ihren Besitz gelangte nun wusste
Was ihnen unglaublich erschien

Schließlich war Tante Emily schon 
Über vierzig da konntest du dich doch
Nicht mehr verlieben in einem so 
Hohen Alter und also wird spekuliert

Vermutlich sei der Verlobte nur auf
Die Erzählerin scharf es gäbe ja so
Uralte Männer die auf Kinder stünden
Jedenfalls sind sie nun alle gewarnt

Dann wird noch von den vielen eher
Schmutzigen Sätzen erzählt die ihnen 
Die französische Gouvernante noch
Beibrachte ohne es so zu sagen

Darauf wurde der Sohn der diese
Ahnungslos zitierte regelmäßig noch
Verprügelt nie fragte sich der Onkel
Nach der Quelle dieser Sauereien

Es sind beides nur saloppe eben im
Französischen umgangssprachliche
Ausdrücke des Erstaunens nicht der
Rede wert aber eines Lord unwürdig 

Der immer unschuldige Matt wurde 
Dafür regelmäßig verprügelt noch
Von Onkel Matthew der sich nie
Fragte woher dieser es kannte


Unter der Überschrift der erste
Weltkrieg schreibt Egon Friedell 
In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Über den Siebenjährigen Krieg

Dieser bot neben der Chance für
Friedrich sein Genie zu zeigen auch
Den ersten Weltkrieg in dem es um
Kolonien ging geführt in 4 Weltteilen

Beim Streit um preußische Länder die
Nur Fetzen waren ging es damals um 
Ostindien und Nordamerika so wurde
Kanada bei Roßbach erobert

Was aber nur die echten englischen 
Staatsmänner voll begriffen dabei ist
Erfinder des Krieges Graf Kaunitz
Ein österreichischer Minister

Er kreiste Preußen ein wie 150 Jahre
Später es Edward VII tat wollte nach
Seinem großen Plan Österreich mit
Russland und Frankreich vereinen 

Gegen Friedrich den Großen und war
Viele Jahre Gesandter am Hof von 
Versailles der so tat als könnte er
Nicht mal mehr richtig deutsch

Was bei einem Wiener Minister eine
Heute lustige Bemerkung eher ist
Um der Umfassung durch die drei
Großmächte zu entgehen schloss 

Friedrich die Westminster Konvention 
Ein reiner Defensivvertrag der das
Französisch-österreichischen Bündnis
Bringt was für Frankreich Nonsens ist

In den außereuropäischen Kriegen 
Standen sich Frankreich und England
Gegenüber und dazu gesellte sich 
Über den bourbonischen Familienpakt

Noch Spanien hinzu England war fast
Überall siegreich so bekamen die
Briten Kanada und Louisiana dazu
In Ostindien regierte England allein 

England war dabei ein eher untreuer
Bundesgenosse der Preußen denn 
Georg II und III waren Friedrich sehr
Abgeneigt nur William Pitt blieb treu

Diesem großen imperialistischen
Staatsmann verdankte England alle 
Erfolge in diesem Krieg wurde aber
Von Lord Blute später gestürzt 

Die Haltung Russlands wurde nur
Durch subjektive Gefühle seiner
Herrscher bestimmt Elisabeth hasste 
Friedrich der gekrönte Hure sagte

Zar Peter III war großer Bewunderer 
Von Friedrich verbündete sich mit ihm
Katharina II war noch eine geborene 
Anhalt-Zerbst und blieb neutral

Schweden blieb untätig das Reich 
Erklärte Friedrich auch den Krieg
Brachte aber nur eine elende Armee 
Zusammen die mehr schadete

Diese Behauptung von Friedell ist
Historisch nur halbwahr da Katharina
Aus ihrer Zeit am Berliner Hof noch
Eine gute Freundin von Heinrich war

Der jüngere Bruder der das geliebte
Rheinsberg von Friedrich bekam
War General bei Friedrich und über
Diesen wie Elisabeth Christine die

Unterschätzte Ehefrau Friedrichs
Begann die Kommunikation mit
Katharina die ihren Gatten Peter III 
Bekanntlich beseitigen ließ davon

Aber erzählt Friedell nichts es ist
Auch in Deutschland leider kein
Allgemeinwissen mehr warum viele
Es lieber schnell wieder vergessen

Sachsen heuchelte Neutralität aber
Wartete nur auf den rechten Moment
Wurde von Friedrich darum gleich
Zu Anfang schnell noch besetzt

Maria Theresia habe im Krieg nur
Antideutsche Ziele verfolgt hätte sie
Gewonnen wäre Ostpreußen russisch
Pommern schwedisch und Belgien

Französisch geworden für ihre Rache
An Friedrich alles nur damit Schlesien 
Wieder österreichisch würde also halb
Slawisch damit wieder würde 

Lasse diese These mal so stehen
Zumindest wurde Friedrich später
Im ganzen Reich bewundert aber
Maria Theresia nur in Austria noch

Eine für einen Österreicher wirklich
Sehr seltene Betrachtung der hier
Darum nicht widersprochen wird
Die Schlachten kommen später

Bin immer noch etwas misstrauisch
Bei der Schwärmerei des Wieners 
Friedell für Friedrich auch wenn es
Klanglich fast naheliegen könnte 

Denke an den beleidigten Sachsen
Der Führer in Schloss Rheinsberg war
Wer immer ihm diesen Posten gab 
Lügen über den Überfall erzählte 

Kommt bei Friedell auch noch das
Böse Erwachen als großer Wiener
Der Friedrich nicht verehren kam
Oder sieht er ihn realistisch

Verdächtig ist die ständige Betonung
Des Genie Friedrich was zumindest
Im Siebenjährigen Krieg verbal noch
Kein Thema gewesen sein wird

Kult wurde der Geniegedanken im
Sturm und Drang ab 1770 da war
Friedrich bereits zahnlose 58 wie
Der Große für viele geworden

Das passt also nicht zusammen
Aber sein realistischer Blick auf
Die globalen Konflikte der damaligen
Imperialen Supermächte ist klug

jens tuengerthal 7.11.26


Angemessenmoderat

Angemessenmoderat

In Zeiten zunehmender Extreme
Fragt sich was ist noch angemessen
Wie verhalten wir uns moderat dabei 
Was ein gutes Mittelmaß meint

Die USA schwanken zwischen den
Extremen wenn gerade wieder die
Republikaner abgewählt wurden aber
Trump einen MAGA Extremisten holt 

Es fehlt das angemessen moderate
Mehrheitswahlrecht kennt nur einen
Sieger und einen Verlierer bildet nicht
Die Verhältnisse wirklich noch ab 

Ein König kämpft um seine Macht 
Statt Kompromisse zu suchen werden
Die Reihen mit Extremisten noch
Fest vor dem Untergang geschlossen

Deutschland dagegen mit seinem
Gemischten Wahlrecht muss die
Mitte wie Kompromisse suchen
Was mir angemessen scheint

Der Kandidat wird persönlich mit
Mehrheit gewählt aber die Zahl
Der Sitze im Parlament bestimmt
Sich nach dem Verhältnis aller

Damit bleiben Extremisten kleiner
Ist es demokratisch diese auch
Wo nötig zu verbieten um einen
Moderaten Weg der Mitte zu gehen

Angemessenmoderat ist die beste
Garantie für Stabilität was Merkel
Ganz ausgezeichnet verstand muss
Ein Merz erst mühsam noch lernen 

Es ist wie Beige als Farbe ein eher
Dazwischen was sich aus allen 
Teilen am besten zusammensetzt
Mit dem jeder irgendwie kann 

Eine funktionierende Demokratie
Steht stabil in der Mitte statt zum
Einen oder anderen Extrem nur 
Zu schwanken wie in Berlin

Von einer Mehrheit für die CDU 
Zu einer solchen der Linken die
Erben der SED immer bleiben
Bei Verdoppelung der AfD

Das erinnert an die späten Zwanziger
Schlachten zwischen Braun und Rot
Welche die Weimarer Republik die
In Berlin erkämpft wurde zerstörten 

Der Tabubruch von Wowereit der
Die Linke regierungsfähig machte
Stärkt auch die AfD mit ihrem Hass 
Auf alles linksalternative weiter

Wer nicht Verhältnisse wie in den 
USA möchte zwischen Extremisten
Sollte Kompromisse mittig suchen
Eben Angemessenmoderat bleiben

Denken wir daran es könnte unsere
Letzte Chance zur Verteidigung der
Demokratie sein die alle meint statt
Sich am Rand weiter zu schlagen

Es kann keine Koalition mit einer
Partei die Antisemiten aufstellt mit
Hamas Freunden feiert und noch
Von der SED abstammt geben

Das wird im Osten gern unterlaufen 
Auch darum steht noch immer das
Ekelhafte Thälmann Denkmal am
Östlichen Rand in Prenzlauer Berg

Angemessenmoderat heißt keine
Mehrheit mit Extremisten wie auch
Provokationen lieber vermeiden
Die Demokratie tapfer verteidigen

Im übrigen lebt es sich gelassen
Angemessenmoderat ohne große 
Extreme aber friedlich in Ruhe nur 
Wer das nicht will muss es begründen

Es muss keiner wen mehr besiegen 
Angemessenmoderat wäre es dafür
Sich um Ausgleich zu bemühen um
Lieber freundlich zueinander zu sein

So könnte Angemessenmoderat auch
Zur Philosophie werden die einander
Gut tut und damit die Lust am Leben
Auf friedliche Weise wieder steigert 

jens tuengerthal 7.11.26

Freitag, 6. November 2026

Geaignert

Geaignert 

Ilse Aigner ist nun amtierende
Kronprinzessin für das Amt der
Bundespräsidentin womit es wohl
Eine Frau aus dem Volk sein soll

Die ledige und kinderlose Dame
Steht damit für die Zukunft auch
In Deutschland weniger Kinder
Ist was dieses Land braucht auch

Wenn unklar ist ob ihre Partei
Der Stammtische und alten Herren
Dies noch vor dem Untergang 
Versteht ist am schönsten daran

Noch ihre Nominierung bei der
Ein dreister Söder den eher
Ohnmächtigen Merz bloß stellte
Dieser wurde gedrängt und war

Doch zu machtlos die Entscheidung
Allein und zu seiner Zeit zu treffen
Gedrängt und getrieben von den 
Medien wie Kabinettskollegen ist

Ein Opfer wieder geworden denn 
Seine Regierung und seine Partei
Ist nicht mit ihm solidarisch wie 
Indiskret noch dazu treibt die wohl

Auf deutsch lahme Ente Merz nur
Noch vor sich her und auch diese
Nominierung ist ein Zeichen für
Das baldige Ende von Merz

Ein Kanzler der es nicht kann
Überall inzwischen unbeliebt ist
Könnte fast noch Mitleid wecken
Wäre sein Scheitern nicht so

Erwartbar wie verschuldet gewesen
Ließe sich besser von Mutti beraten
Eine Singlefrau ohne Kinder mit
Sicherem hohen Einkommen wird

Der neue Bestseller auf dem Berliner
Datingmarkt wohl werden wenn sie
Bald auf ihre Baustelle dann zieht
Zeiten wie bei Louis Ferdinand 

Werden im Schloss Bellevue was
Bekanntlich schöne Aussicht heißt
Dann auch zu erwarten sein
Es könnte wohl schlimmer kommen

Denk ich und frage mich was aus
Der Republik wird wenn Bayern
Bestimmt wer Königin werden soll
Wenn der Kanzler halt eine Frau will

jens tuengerthal 6.11.26

Lektürentagebuch 6.11.26

Lektürentagebuch 6.11.26

In den frühen Morgenstunden des
Gestrigen Tages noch Band I von
Von Hermann und Ulrike dem großen
Roman des Johann Karl Wezel bis 

Zum aufregenden Ende gelesen was
Fast verführte weiter zu lesen wäre
Der Schlaf nicht auch nötig gewesen 
Doch nun im einzelnen weiter

So berichtet die aufgeregte Ulrike
Hermann von ihrer unruhigen Nacht
In der sie aufstand und den Brief
Begann der vom Besuch erzählt

So wäre ein Lord bei ihr über Nacht
Im Schlafzimmer gewesen was sie
Erst am Morgen mitbekam und sich
Sogleich sehr darüber echauffierte

Dies beschreibt sie detailgenau im
Brief den Hermann noch liest bevor
Er beim Schneider eingekleidet wie
Mit einem Degen ausstaffiert wird

So schön wie er dann war ging er
Nochmal zur Frau seines vorigen 
Prinzipals um seine Sachen alle
Zu packen für den Umzug

Die Frau des Kaufmann schwärmt
Ihn so sehr an dass er nicht weiß
Was er davon nun halten soll und 
Will doch noch Ulrikes Brief lesen

So kommt er zunächst weder zum
Lesen noch zum Antworten sondern
Muss bald los zum Mittagessen bei
Vignali der schönen Geliebten

Seine Wohnung soll sogleich noch
Fertig gemacht werden und er ist
Völlig vom Charme und der Schönheit
Fasziniert findet Ulrike nur noch blass

Zurückgekehrt wieder bei seinem
Kaufmann fing ihn schick wie er war
Gleich die Gattin wieder ab und so
Konnte er ihren Brief nur überfliegen 

Am Ende soll er mit dem Überbringer
Gleich wieder zurückfahren vorher
Erzählt sie lang wieviel Geld ihr nun
Der reiche Lord für die Ehe bietet

Sowohl Vignali wie ihr Dienstherr der
Herr von Troppau raten ihr zur Ehe 
Aber sie liebt doch Henrich auch
Wenn der Lord sehr vornehm war

Sie könnte in London oder Berlin 
Auf den Gütern oder in der Stadt
Ganz nach ihrem Wunsch leben 
Wenn sie seine Geliebte oder Frau

Werden wolle was sie verliebt
Partout nicht will während sich
Hermann auf dem Abend freut 
Zu dem Ulrike nicht geladen ist

Es wurde ein vergnüglicher Abend
Mit Papierspielen mit einer anderen
Geliebten noch Hermann ging danach
Befriedigt zurück auf sein Zimmer

Dort erwarteten ihn mit viel Leid
Die Briefe von Ulrike und nun wird 
Spannend ob die Liebe die schnelle
Lust noch überlebt oder lästig wird 

Wie schnell wechseln doch die eben 
Noch heißen Gefühle die sie einander
Für alle Ewigkeit schworen zum nun
Leichtfertig unterhaltsamen Gegenteil

Beide erliegen dem Charme der 
Vignali die mit beiden spielt und 
Sie wechselseitig entfremdet um
Das genau gleiche fürchtend


Passend zum späten Roman der
Aufklärung nun noch in einem
Frühen der Epoche gelesen im
Candide des Meisters Voltaire

In diesem Band lese ich auch
Schon seit vielen Jahren und hatte
Ihm bestimmt 15 Jahre nicht mehr 
In der Hand umso schöner war es

Der gutmütig großzügige Candide
Gibt einen furchtbar entstellten Bettler 
Zwei Gulden was alles war das er 
Vom Anabaptisten Jakob erhielt

Dieser fällt ihm darauf um den Hals
Fragt ob er ihn nicht erkenne als den
Doktor Fangloss seinen Lehrer der
Philosophie der ihm die Welt erklärte

Candide sorgt sogleich für seinen 
Armen Lehrer und fragt wie es der
Schönen Kunigunde ginge worauf
Er erfahren muss diese sei tot

Vor Schreck fällt Candide erstmal
In Ohnmacht und wird dann mit
Essig der sich im Stall fand wieder
Geweckt und hörte dann warum

Nicht vor Gram nach seiner vorher 
Vertreibung vom Schloss sondern sie 
Sei aufgeschlitzt worden von einem
Bulgarischen Soldaten die das

Schloss überfallen hätten wie dem 
Baron der sie verteidigte gleich
Der Schädel eingeschlagen wurde 
Die Baronin wurde auch wie ihre 

Tochter Kunigunde erst vergewaltigt
Dann aufgeschlitzt was zur nächsten
Ohnmacht des sensiblen Candide
Führte der danach seinen Lehrer

Fragte was ihm passiert sei worauf
Der Doktor ihm erklärte er wäre im
Paradies gewesen und darauf direkt
In die Hölle geschickt worden

Die Schöne in deren Armen er lag 
Eine Kammerzofe der Baronin noch
War genital infiziert ohne ihr Wissen
Paquette reichte sie an ihn weiter

Die Krankheit war Syphilis oder auch
Franzosenkrankheit die Voltaire noch
Die Pocken nennt und zurück in einer
Ahnenreihe bis Kolumbus führt 

Nach damaliger Sicht wurde wirklich
Noch vermutet sie komme wie alles
Schlechte aus Amerika was wie heute
Bekannt ist ein großer Irrtum war

Spannend ist daran aber die klare
Sicht der Infektionsreihe die sich
Aufgeklärt von einem zum anderen
Mit Ursache und Wirkung fortsetzte 

Mangels Geld nach Ermordung des
Baron konnte Fangloss nicht die teure 
Therapie bezahlen woraufhin Candide 
Den Anabaptisten Jakob darum bittet

Fangloss gesundet verliert dabei nur 
Ein Auge und ein Stück Nase war so
Der einäugige Philosoph geworden 
Im Dienste des Jakob wie Candide

Nach dem siegreichen Schlachten 
Ging es für Geschäfte nach Lissabon
Wohin er Fangloss als Buchhalter wie
Candide mitnahm um an Bord dann

Über die beste aller Welten mit immer
Vernünftigen Gründen zu diskutieren
An denen Jakob vernünftig zweifelt 
Was der Lehrer zu widerlegen sucht

Hier fällt dann der geniale böse Satz
Das allgemeine Wohl sei gebildet aus
Dem Unglück der Einzelnen die dann
Sich zum Wohlstand aller summieren

Welcher geplagte Steuerzahler der
Die Furcht der Regierungen vor der
Gerechten Besteuerung der Reichen 
Bis heute erlebt muss da nicht lächeln 

Die Philosophie des Candide die er
Von seinem weisen Lehrer Fangloss
Gelernt hatte wird hier einerseits vom 
Reichen Voltaire böse verspottet

Andererseits werden fast schon links 
Klingende Sätze vom allgemeinen 
Wohl aus dem Unglück einzelner zur
Philosophischen Diskussion gestellt

Alles streng logisch kausal noch
Dabei begründet macht sich der 
Große Aufklärer über die Aufklärung
Mit französischem Humor lustig

Auch mit viel Humor beginnt nun
Nancy Mitford das zweite Kapitel
Ihrer Englischen Liebschaften mit
Der Erklärung warum Onkel Matthew

Sie hasste was in Alconleigh doch 
Allgemein bekannt gewesen wäre
Weil er ihren Vater seit ihrer noch
Gemeinsamen Zeit in Eton hasste

Als ihre Eltern sich trennten wollte
Tante Sadie sie aufnehmen was ja
Da gleichaltrig gut gepasst hätte
Doch weigerte sich Matthew standhaft

Er möge ohnehin keine Kinder die
Zwei wären schon schlimm genug
Er wollte seinem Bruder auch auf
Keinem Fall einen Gefallen tun

Wie sie es dennoch in kurzer Zeit
Schafften sieben weitere Wiegen
Zu füllen ohne einen Plan zu haben
Wie Kinder zu erziehen waren blieb 

Eines der großen Rätsel des Hauses
Aber die Erzählerin hatte Glück statt
Zum cholerischen Onkel kam sie zu
Ihrer alleinstehenden Tante Emily

Diese war für Frauenbildung und
Hatte sich entschlossen allein zu
Bleiben nachdem ihr ein schäkerndes 
Monstrum das Herz gebrochen hatte

Die Radlett Töchter dagegen hatten 
So gut wie keinen Unterricht nur 
Lucile ihre französische Gouvernante
Lehrte sie Lesen und Schreiben 

Jede von ihnen obwohl alle völlig
Unmusikalisch musste täglich eine
Stunde im eiskalten Ballsaal wie
Beim französisch Spaziergang üben

Einzige Ausnahme wenn Jagd war
Das war ihre ganze Schulerziehung 
Onkel Matthew hasste kluge Frauen
Aber Frauen von Stand mussten 

Sowohl reiten wie französisch können
Mehr brauche eine Dame nicht zwar
Beneidete die Erzählerin sie darum
Von allem Zwang frei zu sein aber

Sie schöpfte doch eine pharisäische 
Befriedigung daraus nicht ungebildet
Aufzuwachsen wie ihre Kusinen auch
Kam ihre Tante nur selten mit nach

Alconleigh wovon beide mehr hatten
Emily war damals schon vierzig was
Für die Kinder ein Alter war in dem
Sie Welt und Teufel schon entsagte

Mit viel Humor erzählt sie hier aus 
Dem Leben des Landadels und dem 
Realen Chaos hinter den Privilegien
Die es bedeutete ein Lord zu sein 

Denke häufig an die Erzählungen
Der eigenen Bremer Großmutter 
Von den Girls den Nelson Töchtern
Die sie im Rolls fahren lehrten

Auch die Großmutter war eine
Ganz leidenschaftliche Reiterin 
Lernte ihren Mann dabei kennen
Wenn auch im Bremer Bürgerpark

Wie Mitford diese Geschichte vom
Englischen Landadel erzählt ist so
Wunderbar ironisch humorvoll wie es
Vermutlich nur kann wer es kennt

jens tuengerthal 6.11.27


Bibliotheksgeister

Bibliotheksgeister

Lebe alleine also mit niemandem
Ständig zusammen nach dem
Einen oder anderen Versuch
Mit Frauen zusammenzuleben 

Dies ist vermutlich für alle Seiten
Auch besser so und gelegentliche
Besucherinnen bleiben spannend
Ohne ihre lästigen Gewohnheiten 

Staub gehört zum Inventar einer
Schönen Bibliothek wie Ruhe die
Leser ungestört versinken lässt
In die vielen Geister um sie

Wie dies mit einer Frau möglich
Sein soll die immer irgendwas will 
Also machen ändern oder haben
Entzieht sich meiner Vorstellung

Doch alleine bin ich nur nach der
Vorstellung der Nichtleser die stets
Menschen um sich brauchen um
Die nötige Bestätigung zu erhalten

In Wirklichkeit lebe ich in einem
Geisterreich mit allen Autoren die
Mehr oder weniger verstaubt hier
Mit mir zusammenleben 

Sie reden ständig mit mir aber ohne
Jeden Lärm dabei zu machen nur 
Wenn ich sie öffne und mich also
Ihnen voller Liebe auch widme

Liebe und Hingabe ist dabei stets
Großzügig ohne alle Eifersucht
Ergänzen sie sich auf ihre Art
Leben in Regalen oder Stapeln 

Wenn seltene Besucher fragen
Ob ich die alle gelesen habe
Weiß ich schon sie verstehen
Nichts vom Leben in einer

Eigenen Bibliothek die natürlich
Wie alle Hausgeister ihre speziellen
Eigenarten hat eine Versammlung
Ganz unterschiedlicher Wesen ist

In einer Bibliothek zu leben heißt
Mit teils uralten Geistern gemeinsam
Die Zeit zu verbringen die dir wenn
Du dir Zeit nimmst ganz viel erzählen 

Sie erzählen dir ihre Geschichten mit
Dem was in ihnen steht was du als 
Leser dann genüsslich erkundest
Aber zugleich ihre Geschichte auch

Verrückte Reisende die unsere Welt
Weiter für nichts zerstören als nur
Irgendwo gewesen zu sein reden
Von ihrer Bookinglist als Lebensplan

Die Bookinglist eines Lesers besteht
Allein aus Büchern und er muss
Nirgendwo mehr hin um sich seine
Leseträume in Ruhe zu erfüllen

Manche sind viele hundert Jahre alt
Haben fühlbar ganz viel erlebt auch
Schon verschiedene Vorbesitzer die
Sich namentlich oder mit ex libris

Darin verewigten und waren so schon 
Teil anderer Bibliotheken von denen
Sie eigene Geschichten erzählen so
Wurden manche sogar abgestempelt 

In einer Welt die uns ständig nur mit 
Bildern und Tönen berieselt sind die
Bücher der Bibliothek ein ganz stiller 
Schatz der nur erlesen erobert wird

Die Geister einer Bibliothek zu finden
Musst du nirgendwo hin nur bleiben
Um in Ruhe zu erlesen was in ihr 
Steckt die Geister spuken zu lassen

So reicht mein Leben kaum aus alle
Geister hier spuken zu lassen mit
Ihnen im Gespräch zu bleiben was
Kein Ende je noch finden wird 

Wo sollte ich noch hin wollen
Was nur anzuschauen könnte 
Spannender sein als die Geister
Der eigenen Bibliothek zu kennen 

Sie öffnen mir ein Universum und
Tragen mich überall hin ohne sich
Vom Diwan wegbewegen zu müssen
Zeigen sie mir die ganze Welt

Vor allem zeigen mir die Geister mit 
Denen Bibliotheksbewohner eben so
Zusammenleben was die Welt im
Innersten wirklich zusammenhält 

Es braucht keinen Teufelspakt um
Allen Zauber zu beherrschen durch
Die Welt zu wilden Orgien zu reisen
Es genügt ungestörte Lektüre dazu 

Seine Bibliotheksgeister zu kennen 
Sich gut mit ihnen zu stellen macht
Das Leben dort paradiesisch schön 
Ob das wer in Zukunft noch versteht 

jens tuengerthal 6.11.26

Donnerstag, 5. November 2026

Frostfrierend

Frostfrierend 

Im ersten Frost zu erfrieren
Finden manche frustrierend

Andere genießen viel mehr
Die wieder eisige Luft als
Rückkehr zur Klarheit die
Tieferen Durchblick ergibt

Was zu Eis und heiß führt
Wenn manche Fotografen
Eiswürfel nutzen damit die
Brüste wie erregt stehen

Wird die seltsame Nähe von
Frost und Lust sichtbar
Für wen auch immer dies 
Bild sein soll scheint uns 

Mit Liebe geschaut alles
Immer wunderschön aber
Ohne wirkt es mangelhaft
Unvollkommen menschlich

Was eine eigene Form von
Vollkommener Schönheit ist

Die das Gefühl trägt was sich
Bei Menschen wie auch bei
Käse und Wein an der Reife 
Mehr freut als an unreifer Jugend

Die eher Kopfschmerzen bringt 
Oder schlimmer noch Durchfall

So finden manche die gern ihre
Jugendliche Schönheit halbnackt
Präsentieren den Frost frustrierend
Während mir der Reife bevorzugt 

Kühle Klarheit eine Wohltat ist
So hat jedes Alter seine Zeit
Liebte schon immer den Herbst
Gerne auch frostig klar was 

Nach Winter schon fast klingt
Bin meiner Zeit gerne voraus
Lehnte Mobilität schon ab 
Als alle Welt noch flog weil 

Ankommen und bleiben ist
Was am Ende doch zählt

jens tuengerthal 5.11.26