Lektürentagebuch 20.6.26
Am 2. Juli 1581 reiste der Autor und
Philosoph Michel de Montaigne aus
Florenz an einem Sonntag nach dem
Mittagessen ab gen Westen
Lese heute in seinem Tagebuch der
Reise nach Italien über Deutschland
Wie die Schweiz aus der geliebten
Anderen Bibliothek mal wieder weiter
Sie kamen durch eine sehr fruchtbare
Ebene in der die berühmtesten Felder
Für Melonen in der Toskana lägen
Dabei sein die guten Sorten nie vor
Mitte Juli reif und die allerbesten gäbe
Es Legnaia drei Meilen von Florenz
Ihre Straße führt sie an Castelli und
Dörfern sehr eben dabei vorbei
Ein Landgut klang antik ohne es je
Zu sein dabei beeindruckten ihn
Drei Dinge sehr die Sonntagsarbeit
Des Volkes auf den Feldern erstens
Wie diese mit der Laute in der Hand
Ariost im Mund führen selbst die nur
Hirtenmädchen was einem aber in
Ganz Italien auf diese Art begegne
Drittens wie sie das gemähte Korn
Über zwei Wochen auf den Feldern
Lassen ohne dabei zu fürchten dass
Der Nachbar es stehlen würde
In der Dämmerung erreichten sie
Scala es gab dort nur einen Gasthof
In der Umgebung von zwanzig Meilen
Der aber sehr gut wohl war
Allerdings aß Michel nahezu nichts
Da er Zahnschmerzen hatte die oft
Mit seiner Migräne kämen ihn leider
Am Essen völlig dann hindern
Am Montag den 3. Juli 1581 folgten
Sie weiter der ebenen Straße längs
Des Arno bis sie gegen Mittag nach
Pisa kamen was dem Herzog von
Florenz gehöre und wo der Arno
Nach einigen Meilen mündet
Die Schulen waren bereits alle
Geschlossen der Hitze wegen
So halten sie es über die drei Monate
Mit der größten Hitze jedes Jahr was
Heute sehr vernünftig auch klingt dort
Lernen sie eine Komödianten Truppe
Kennen die ganz hervorragend waren
Weil ihm der Gasthof nicht zusagte
Mieteten er ein Haus mit 4 Zimmern
Wie einem großen Esssaal dazu
Die Miete war günstig aber da dort
Servietten so selten wie Bettwäsche
Also nur einmal die Woche noch
Gewechselt wurden aßen dort nur
Die Diener sie aber lieber außerhalb
Das Haus blickte wunderbar auf den
Kanal als welcher der Arno das sonst
Stadtgebiet breit durchfließt
Am Mittwoch den 5. Juli besichtigen
Sie den Dom der steht wo früher noch
Ein Palast Kaiser Hadrians stand der
Im Bau Trümmer der Antike verwandt
Er ließ sich also drei Tage Zeit bevor
Die größte Sehenswürdigkeit von ihm
Hier überhaupt betrachtet wurde was
Sein typisch ironischer Humor ist
Den Campanile dort der als schiefer
Turm heute noch weltberühmt ist sah
Er auch der ringsum noch offene
Säulengänge damals hatte
Auch die benachbarte Kirche mit dem
Namen San Giovanni besucht er und
Staunt über ihren Reichtum erzählt
Geschichten von Medici Herzögen
An Reliquien und Kunstwerken
Gäbe es hier mehr als irgendwo sonst
In ganz Italien besonders gefiel ihm
Der Friedhof Camposanto noch
Dazu erzählt er schöne Geschichten
Mit einem gewissen Humor über die
Dort rasante Entwicklung der Leichen
Zu ganz bleichen Skeletten
Angeblich sei der Friedhof mit Erde
Aus Jerusalem aufgeschüttet worden
Das die Flotte brachte mit der Pisa am
Kreuzzug von Barbarossa teilnahm
Von den Bergen holen sie sich ganz
Wunderschönen Marmor und hätten
Hervorragende Steinmetzen in der
Stadt arbeiteten auch für den König
Von Fez in der Berberei Handel war
Dort schon ganz lange international
Erzählt von großen Säulen wie dem
Königlichen Gedenken in freier Stadt
Wenn schon Italien dann auch noch
Mit Johann Gottfried Seume nach
Triest auf seinem Spaziergang nach
Syrakus der passend weiter geht
Er beschreibt sehr anschaulich eine
Pension von drei Schwestern die in
Prewald von den Damen immer noch
Betrieben wurde die eigen waren
Wie er dort mit einem Feldpriester
Der Dauergast war an den Tisch kam
Sie freundlicher wurden als sie seine
Goldene Uhr dazu noch sahen
Von Triest könnte er nicht viel sagen
Die Stadt sei sehr merkantil was er
Nun überhaupt nicht je noch wäre
Der Anblick von oben wäre schön
Auf einige Zeit sei es ein Vergnügen
Was es auf Dauer sicher nicht sei als
Ein Amphitheater am Meerbusen mit
Zu hohen Bergen drumherum noch
Auf den Bergen überall sehr schöne
Weingärten er könne darüber aber
Nicht urteilen bisher die Altstadt sei
Eng dunkel und damit auch finster
Die Neustadt sei dem Meer schon
Abgewonnen worden er wohnte in
Dem Gasthof in den Winkelmann
Von einem Bedienten ermordet wurde
Die Aussicht wäre sehr schön nach
Dem Hafen vielleicht sogar war es
Das Zimmer des Mordes sogar wir
Sind spürbar schon in Italien nun
Dafür trifft er den Philologen Abraham
Penzel der als Sprachmeister dort ist
Eine wechselhafte Karriere machte
Die immer wieder am Wein auch hing
Das beste Haus der Stadt sei das
Eines Griechen prächtig ganz neu
In gutem Stil erbaut doch klagen die
Triester über den Frieden weil sie
Am Krieg besser verdienen würden
Das neue Schauspielhaus sei das
Bisher beste seines Weges dabei
Gehören alle Logen den Kaufleuten
Es wäre ein großer Lärm im Theater
Typisch italienisch eben würde dort
Konversation wie Rendezvous bis
Zur Börse getrieben und mehr
Auf der Reise ins Paradies fuhr das
Ehepaar Gondela am 15. September
1802 von Würzburg bis Adelsheim
Schwärmen von Wald und ersten
Blicken auf den Odenwald an dem
Auch Heidelberg liegt das Ziel ihrer
Hochzeitreise voll romantischer
Erinnerungen also noch für sie
Eigentlich wollten sie schon bis
Nach Neckarelz aber als der Gasthof
In Adelsheim gut war und ihr Postillon
Sie mit gefährlicher Fahrt nervte
Blieben sie eben in Adelsheim
Wo alles ordentlich schön war
Hier lobten die Menschen die
Bald neue Aufteilung des Landes
Auch Henrich Gondela der sich zuvor
Schon mehrfach über den Zustand
Der Straßen beschwerte meinte es
Könnte mir klarem Besitz besser sein
Dort wechselten die Grenzen ständig
Zwischen Kurmainz Reichsrittern wie
Der schon Kurpfalz hin und her aber
Keiner pflegte die Straßen noch
Das zumindest könnte mit neuen
Klaren Grenzen wohl besser werden
Wandelt Heinrich Gondela seine
Sicht auf das Ende des Reichs
Spannend wie unterschiedlich hier
Durch die Jahrhunderte gereist wurde und wie nah sie sich doch waren im
Tempo wie auch im Denken dabei
jens tuengerthal 20.6.26