Dienstag, 3. November 2026

Lektürentagebuch 3.11.26

Lektürentagebuch 3.11.26

Bei Ricarda Huch im Lebenslauf des 
Heiligen Wonnebald Pück wieder für 
Einige Seiten eingetaucht wo Pück
Erst auf Verbrennung besteht aber

Dann Lux die Flucht ermöglichen will
Weil er plötzlich gute Laune hat als
Seine Geliebte die Äbtissin von ihrem
Kind entbunden worden war dies aber

Im Waisenhaus gegen ihren Wunsch
Aber seinem entsprechend der keine
Lebenden Zeugen seiner Unzucht will
Schon spurlos einfach verschwand

So zieht Lux vom Gefängnis um auf
Die Burg wo sie im alten Turm mit
Dem hungernden Kind eingesperrt ist 
Geschichten zur Ablenkung erfindet 

Die Willkür von Pück der erst für ein
Todesurteil im Feuer plädiert und ihr 
Dann als er von seinem Kind befreit
Ihre Flucht ermöglichen will ist dabei

Eines der klügsten Plädoyers gegen
Die Todesstrafe weil es uns zeigt wie
Wie willkürlich diese immer ist ihre
Verhängung oder Aufhebung hier

An den Launen eines einzelnen
Kriminellen Lügners hängt was ein
Sehr realistisches Geschehen ist
Denken wir an Typen wir Trump

Die Ähnlichkeit des heiligen 
Wonnebald Pück der ein Betrüger
Lügner fast Mörder ist um seine
Kriminalität zu tarnen mit Trump

Dem fetten widerlichen Täter 
Des Kindesmissbrauch ist wirklich
Erstaunlich weil das Böse wohl zu
Allen Zeiten ein Typus auch bleibt

Der Gedanke das Schwein muss
Bestraft werden sollte uns dabei 
Im Strafrecht lieber nie leiten aber
Gegen Willkür sich stets empören 


In der Nacht bis zum Morgen erst
Von Johann Karl Wezel noch ein
Kapitel in Hermann und Ulrike über
Willkommen und Abschied gelesen

Zunächst wird ihm der Abschied 
Beim Kaufmann nahegelegt weil er
Dazu wirklich nicht tauge und ihm
Die falsche Ulrike präsentiert

Diese hatte der Kollege tatsächlich
Im Bordell wohl gefunden wo sie
Mit dem Chef noch zugange war
Durch eine List hergelockt wurde 

Wirklich gab es eine gewisse
Ähnlichkeit mit dem Bild dachte
Hermann und freute sich log dafür
Auch bereitwillig zu gerne sie sei es 

Sehr willkommen ist ihm dann der
Schwärmerische Brief von Ulrike
Die ein Zimmer für ihn besorgte 
Bei der Geliebten ihres Dienstherrn

Auch Geld schickte sie reichlich
Damit Hermann sich anständig
Als Adeliger präsentieren konnte 
Sollte er sofort zum Schneider

Ständig unterbricht sie ihren Brief
Weil die Kollegin die drängt nun 
Endlich mit dem Brief los zu wollen
Sie soll Hermann auch begleiten

Nach Empfang und Lektüre des
Briefes bricht Hermann sogleich auf
Sich für den Empfang mittags bei der
Französischen Geliebten zu kleiden

Entlassen beim Kaufmann weil völlig
Unfähig im Geschäft nach Hause
Wieder geschickt aber dann die 
Wende zum Glück durch Ulrike

Fast märchenhaft schön nach allem
Elend ist Hermann wieder zum
Lachen zumute nach dunkler Zeit
Wie lang dieser Stern wohl strahlt

Plötzlich ist Berlin für ihn die schönste
Aller Städte strahlend wunderbar
Ohne Geldsorgen nun unterwegs
Voller vorherige Ängste im Glück


Nur einen Blick wollte ich noch in 
Nancy Mitfords so wunderbare
Englische Liebschaften werfen 
Schon war ich am Kamin gefesselt

Mit diesem Gesellschaftsroman hat 
Nancy Mitford englischer Oberklasse
Deren Teil sie auch dabei war
Ein literarisches Denkmal gesetzt

Ein sehr sonderbares sehr englisches 
Denkmal was auf dem Kopf steht und
Lauter Löcher hat Gucklöcher durch 
Die der Blick tief  ins Innere führt

Ein Blick der nicht immer bloß feinen 
Englischen Art dabei hat sie Witz ein 
Abgefeimtes Gespür für die Komik von Situationen und Charakteren

Wie eine enorme Fähigkeit zur intelligenten Karikatur und einen unnachahmliche einfühlsamen dabei 
Liebevollen Sarkasmus englischer Art

Es beginnt mit der Einführung über 
Tante Sadie in den Weihnachtsferien
Die sie schon immer dort verbrachte 
Wie die chaotische Ehe ihrer Eltern

Makabren Erinnerungen noch an den
Spaten mit dem der Onkel acht 
Deutsche Soldaten erschlug sobald
Sie 1915 aus ihrer Deckung kamen 

An diesem klebten noch immer
Haare und Blut was mit dem typisch
Englischen Humor erzählt wird der
Teil der Realität auch sein könnte

Wie die Familie in das Blitzlicht starrt
Dadurch im Bild eingeschossen wurde 
Wie die Fliegen im Bernstein dieses 
Augenblicks bis die Kamera klickt

Es gäbe doch nichts traurigeres
Als alte Familienphotos wie jene aus
Alconleigh wo sie regelmäßig ihre
Weihnachtsferien verbrachte

Erzählt von Dramen und Erfüllung
Von Linda und den anderen dort
Wie sie einmal alleine dort blieben 
Wo ihre Eltern dabei blieben

Wie sie nach der Sünde forschten 
Die Oscar Wilde angeblich beging 
Über die ie aber keiner reden wollte
Sich fragt ob es schlimmer war gar

Als ihre Eltern was ja gar nicht ginge
Warum sie Glück hätte mir ihren 
Verruchten Eltern in deren Schatten 
Auch sie etwas lüsterner glänzte 

Es ist dieser wunderbare Ton der
Upper Class die mit viel Humor über
Sex redet ohne es auszusprechen mit
Bedürfnissen wie jeder Mensch

Hier unterbrach ich gegen sieben
Erstmal die amüsierte Lektüre dies 
Buch sollte ich meiner Mutter wohl
Unbedingt schenken sie wird lachen

jens tuengerthal 3.11.26

Familienkonstellation

Familienkonstellation

In deine Familie wirst du geboren
Mit ihr musst du erstmal leben was
Mehr oder weniger gut gelingt je
Nach Charakter der Beteiligten

Wurde in zwei Familien geboren
Die väterliche und die mütterliche
Sie waren ganz unterschiedlich wie
Zugleich auch sehr ähnlich dabei

Beides Akademiker Bildungsbürger
Die sich für etwas besseres hielten 
Fast alle faule und schlechte Schüler
Wurden irgendwie trotzdem noch was

Eine liebende große blonde Omi auf
Der väterlichen Seite die schon
Verehrte Mutter ihrer vier Jungens
Die teils im Krieg geboren wurden 

Zumindest dort aufwuchsen hatte als
Haustochter bei Güstrower Bülows 
Auf dem Gut den Großvater beim
Tanz in den Mai kennengelernt

Sie kam aus Bochum was in vielem 
Ihr leben lang hörbar noch blieb war
Halbwaise und Tochter dazu eines 
Vorbestraften Kriminellen hieß es

Ihre Stiefmutter war die erste Frau
Die in Preußen Geographie studierte 
Überzeugte Nationalsozialistin zum
Widerwillen ihres Schwiegersohnes

Der Vater der Großmutter jener wohl
Vorbestrafte Betrüger war nie Thema
Dagegen der Vater des Grossvaters
Der früh vor Verdun wohl fiel also

Ein Opfer des Ersten Weltkrieges war 
Worauf mein Großvater kaiserlicher
Kadett in Lichterfelde wurde was eine
Gefürchtete Legende bei uns blieb 

Die Jungens hassten alles Preußen
Als Jugendliche der 50er 60er Jahre 
Kannten sie den Drill mit dem Stock
Preußens Kultur war kein Thema

Die Familie des Großvaters hielt auf
Sich und der Urgroßvater hatte die
Tochter des Hofbibliothekar zu Gotha
Geheiratet bevor er vor Verdun fiel

War er jüngster preußischer Rektor 
Eines Mädchengymnasiums was
Beide Familien zufällig nah bringt
Die nichts voneinander wussten

Hat fünf Kinder gezeugt erst drei
Mädchen die Tanten Ma Li und Lo
Dann zwei Jungens nämlich den 
Großvater und seinen Bruder

Die Tanten blieben kinderlos die
Jungens bekamen je vier Jungen 
Waren in Hass und Konkurrenz
Zeitlebens noch fern verbunden

Der Bruder wurde hoher Nazi 
Nachdem er vorher Pastor war
Während der Großvater eher im
Widerstand eine Rolle spielte 

Jener Güstrower Bülow bei dem
Die Großeltern sich trafen war beim
Unternehmen Walküre mit dabei
Stauffenberg und 20. Juli 1944

Was mein Großvater wirklich wusste
Blieb immer sein Geheimnis aber er
Sah Hitler als Preuße kritisch war als
Soldat in Belgien direkt in Kontakt

Mit Männern der Resistance unser
Familienname war alten Brüdern der
Straßburger Loge aus dieser Zeit
Vertraut zu meinem Vorteil auch

Den Bruder des Großvaters der nach
Dem Krieg wieder Pastor wurde für 
Jugendarbeit in Wilhelmshaven dann
Erlebte ich nur ein einziges mal 

Es war am 1. Mai 1979 dem 75.
Geburtstag des Grotepater noch
Genannten Grossvaters und die 
Erinnerungen waren nicht gut

Ob das daran lag weil ich mich mit
Einem von dessen Enkel prügelte 
Bin ich nicht sicher aber die große
Antipathie ging über Generationen

Hatte später in Heidelberg mit diesem
Teil der Familie noch zu tun und es
War irgendwie seltsam ohne es
Wirklich benennen zu können

Der Großvater aber dessen Vater
Im Auftrag des Kaisers damals vor 
Verdun fiel ging in den Zwanzigern
Zum studieren nach Paris noch

Er soff mit Picasso und Hemingway
Flanierte mit Franz Hessel und hat
Wie ich ihn kenne auch mit der
Schönen Helen Hessel geflirtet

Studiert hat der Großvater noch
Volkswirtschaft und Jura war also
Ein Jurist der rechnen konnte was 
Ihn von seinem Enkel unterschied 

Später war er stolz Ministerialrat im
Bundesrechnungshof und wurde
Von diesem an die NATO nach
Paris und Brüssel ausgeliehen

Das Haus der Großeltern im Alter
In Petterweil in der schönen Wetterau 
War das Paradies meiner Kindheit
Mit den Kusinen und dem Garten

Das Haus lag im Garten und wir 
Kinder konnten drumherum laufen
So sollte ein Haus für mich sein
Das war herrschaftlich für mich

Die Großeltern in Bremen von
Der mütterlichen Seite hatten ein
Bremisches Reihenhaus mit einem
Winzigen Garten dahinter noch

Es war das Eckhaus damals am
Richard Strauss Platz auf dem ich 
Die ersten Schritte tat der noch am
Osterdeich geboren wurde 1970

Beide waren Einzelkinder gewesen
Bekamen zwei Kinder und sie 
Lernten sich auf ihrer Reitquadrille
Im Bremer Bürgerpark kennen

Die Großmutter geliebte Tochter
Eines Unternehmers der noch mit
Siemens & Halske Ostfriesland mit
Torfkraftwerk elektrifizierte war

Eine kleine aber resolute englische
Lady die genau darauf Wert legte 
Es noch in England so lernte die
Queen als Kind schon schaukelte

Die Geschichten der Großmutter
Sind endlos und dazu kommen die
Wunderbaren Märchen die sie mir
Beim Urlaub im Harz erzählte 

Sie war jemand in der Bremer Society
Legte darauf auch viel wert dabei war
Nicht immer klar was Märchen und
Was noch Wirklichkeit für sie war

Sie war klein ihr Mann dafür groß
Ein Ehepaar mit vielen Freunden
Die gerne zum Bridge luden oder
Klavierabenden der Großmutter

Da spielte sie auf ihrem Flügel
Auch vierhändig mit dem Prinzen
Louis Ferdinand dem Mann ihrer
Freundin Prinzessin Kira die eine

Geborene Romanow war was ich
Schon als Kind auswendig wusste
Ihr Kamin war voller Delfter Kacheln
Ihr Vermögen verfuhren sie im Alter

Auf der MS Europa ihrem Traumschiff
Wo sie auch ihre Bridge Runde hatten
Die großen Geburtstage feierte der
Grossvaters im Club zu Bremen 

Die der Großmutter dagegen wurden
Im Parkhotel gefeiert wo auch meine
Mutter nach ihrer Zeit in Lausanne 
Noch natürlich gearbeitet hatte

Große Tafeln decken und Feste mit
Vielen edlen Gästen konnte meine
Mutter die immer Büchermensch war
Während Vater Bildermensch blieb 

Der Vater Mediziner Künstler Genie
Chaot mit ADHS immer unterwegs
Ein großer Liebender der immer
Dagegen kämpfte nicht nur das

Kleine Dickerchen zu sein dafür
Alles tat Mutters Liebling zu sein
Ein Arzt aus Berufung und Künstler
Aus vielfältigem Genie dabei

Er verschwand für Stunden weil er 
Irgendwo Orchideen entdeckte oder
Auch nur danach suchte gerne alle
Kapellen am Wegesrand aufsuchte

Museumsbesuche mit ihm waren 
Als Kind für mich furchtbar heute
Teilen wir diese Leidenschaft ganz
Seine Naturforschung blieb mir fremd

Von der Mutter die Liebe zu den 
Büchern geerbt vom Vater den
Wahnsinn und noch viel mehr
Prägt Familie ein Leben lang

In die Familie wirst du geboren
Dafür kannst du nichts dagegen
Freunde wählst du dir und manches 
Bleibt anderes verfliegt wieder

Inzwischen in einem Alter in dem
Die Natur vieles verfliegen lässt
Reihen sich langsam lichten merk ich
Wie sehr Familienkonstellation prägt

Auch was später passt oder nicht
Bestimmt die Familienkonstellation
Sich dessen bewusst zu sein aber
Bleibt die größtmögliche Freiheit

jens tuengerthal 3.11.26

Liebesfrei

Liebesfrei

Die Liebe ist das größte
Wie schönste aller Gefühle 
Nimmt mich völlig gefangen
Bestimmt jeden Gedanken

Egal wie wirklich sie ist

Zugleich erfordert sie völlige
Freiheit um sich füreinander 
Entscheiden zu können was
Verliebt sicher nie gegeben

Wie später noch weniger
Weil uns Zwänge binden
Wir nicht verletzen wollen
Uns vor dem Ende fürchten

Mit Kindern Dritte betroffen sind

Wann wir also so lieben können 
Wie es der freien Liebe entspricht 
Weiß ich nicht zu sagen aber
Hielte es für ideal theoretisch

Praktisch ist was wir meist
Beziehung nennen nur die
Summe der Kompromisse
Bei denen keiner zuviel

Verliert es lieber zu lassen 

Nichts was den Namen
Der Liebe wirklich verdient
Warum es klüger mir scheint 
Nichts mehr zu wollen um

Das mögliche zu genießen
Für schöne Momente was 
Dem Wesen der Liebe aber
Die im Augenblick verweilen will

Der doch geteilt so wunderschön

Völlig widerspricht warum es
Zeitgemäß besser ist lieber
Für sich zu bleiben statt
An etwas festhalten noch

Zu wollen was nie ganz 
Sein kann aber halb kaum
Der Rede noch wert ist würde 
Die Idee der Liebe verraten

Was nicht mehr nach Liebe klingt

Für etwas was schon das
Scheitern in sich trägt
Weil wir nie zusammen passen
Nur manchmal inmitten noch

Aber uns frei gelegentlich
Wunderbar miteinander
Amüsieren können doch
Was mehr als nichts ist

Während verloren nichts mehr ist

Aber viel weniger gefährlich
Als noch mal alles zu wollen
So bleibt es besser ewig
Ein Kommen und Gehen

Also zumindest theoretisch
Praktisch macht die Liebe
Ohnehin was sie will 
Egal was ich meine

Warum die Verse überflüssig

Wie die Liebe selbst war
Noch kein Plan von ihr 
Wirklich von Dauer nur
Manche sterben vorher

jens tuengerthal 3.11.26

Montag, 2. November 2026

Lektürentagebuch 2.11.26

Lektürentagebuch 2.11.26

Bis in den frühen Morgen noch ein
Kapitel Hermann und Ulrike gelesen
Von Johann Karl Wezel der darin 
Hermann ins Theater schickt 

Seinem Lehrherren erzählt er es sei
Um Ulrike zu finden für die Belohnung
Wobei ersteres stimmt letzteres nicht
Bis er sie tatsächlich noch entdeckt

Während einer Vorstellung kommt sie
Mit einem kleinen Mädchen spät
Ist sofort ihrer Schönheit wegen auch
Gegenstand der Aufmerksamkeit so

Einiger Herren wie eines Franzosen 
Seines Nachbarn der sogleich auch
Die Konversation mit ihm sucht was
Hermann schon halb wieder lästig ist

Die meisten Zuschauer die sie mit
Ihren Operngläsern betrachten sind
Von ihrer zarten Schönheit fasziniert
Hermann wird immer nervöser 

Er fiebert dem Ende entgegen um
Dann über die Reihen zu hechten 
Sie auf keinen Fall zu verpassen
Aber sie wird von einem Offizier

Am Arm zum Wagen geleitet
Bedankt sich höflich nimmt mit
Ihrem Zögling im Wagen Platz der
Sogleich losfährt und Hermann

Läuft unbekümmert um den Dreck
Der Straße hinterher kommt dann
Nach längerer Fahrt relativ derangiert
Dort an wo ihr Wagen nun hält 

Sie verschwindet mit dem Kind im
Großen Haus und er zögert noch
Ob er sich so zeigen will und dampft
Erstmal draußen einen Moment ab

Entschließt sich dann zu klingeln um
Nach dem Zimmer von dem Fräulein
Hermann wie sie sich nennt was ein
Besucher im Theater schon wusste 

Sie arbeitete als Zofe des Mädchens
Hatte derselbe ihm schon erzählt und
Ihre Blicke fanden sich für Momente
Schon im Theater aber die Worte dort

Zu Liebe und Leiden daran waren
Für Hermann schon so treffend dass 
Er alles auf sie beide schon bezog
Ihr natürlich sofort folgen musste 

Eine Dame öffnet ihm auf seine Frage
Nach dem Zimmer bekommt er eine
Komplizierte Erklärung die ihn wie der
Stadtplan schon völlig verwirrte 

Oben traf er sie dann mit ihrem
Zögling sie begrüßte ihn als ihren
Cousin und meinte er sollte sich
Einen Moment gedulden

Ihnen wird in ihrer Kammer ganz
Separat serviert dabei plaudern sie
Wenn allein über ihre Abenteuer die
Flucht und was sie erlebten um sich

Am Ende als das Kind wieder kommt
Für den nächsten Tag zu verabreden
Die euphorische Ulrike meint sie hätte
Genug Geld er solle kündigen

Nachdem er ihr sein Leid geklagt bei
Dem Kaufmann dafür hatte der Doktor
Aus Dresden ihre Briefe nicht an ihn 
Weitergegeben was zur Verwirrung

Wie langen Verzögerung noch führte
Bis sie nun wieder selig sich endlich
Allein voller Liebe in die Arme fielen
Ulrike glücklich Hermann zögerlich

Eine scheinbar vernünftige Lösung
Sie ist berufstätig geworden und
Verdient genug für beide auch ist
Voller Optimismus dagegen ist er

Von Zweifeln und Ängsten geplagt
Sie ermuntert ihn endlich das nun
Gemeinsame Glück zu genießen
Dem noch Prüfungen bevorstehen

Ein interessantes modernes Bild
Einer selbständigen Frau die ihrem
Geliebten vielfältig überlegen ist
Ob das wohl Goethe störte


In Dreihundert Männer Aufstieg und
Fall der Deutschland AG berichtet
Konstantin Richter von verschiedenen
Protagonisten und ihrem Tun 

Krupp schreibt 1874 eigenhändig Briefe zwischen den Jahren an alle
Arbeiter verspricht Solidarität wie
Bei Krupp üblich für Lohnverzicht

Er versuche in der Krise alle noch
Zu halten nur unzufriedene können 
Sich ihre Entlassungspapiere abholen
In der Gussstahlfabrik von Krupp 

Bei der später SPD finden nun die 
Eisenacher und Lasellaner auf dem
Gothaer Parteitag zusammen worüber
Marx und Engels in London meckern

Hier zeigt sich die große Fähigkeit der 
Sozialdemokratie zum Kompromiss
Sie versöhnen und verhandeln gut
Anders als Marx und Engels je

Auch 1874 gelingt Siemens nun die
Verlegung des transatlantischen 
Kabel und ihre Depeschen sind an der
Börse schneller als die Konkurrenz 

Das Bündnis von Roggen und Eisen 
Ostelbischer Adel und Industrie tief
Im Westen gründet für politischen 
Einfluss den Centralverband Industrie 

Die erste Vereinigung von Lobbyisten 
Sucht im Reichstag Parlamentarier
Die offen für Einflussnahme sind im
Geist von Roggen und Eisen

Sie schreiben Gesetzentwürfe wie
Gutachten welche die Politik fast 
Wortgleich gerne übernimmt und
Sich dann zu eigen macht 

Dazu wird Henry Axel Bueck als der
Erste Geschäftsführer vorgestellt aber
Ursprünglich ostpreußischer Landwirt
Noch war er wechselt die Lager rasch

Zunächst entschieden für Freihandel 
Fordert er in der Krise Schutzzölle
Wird zum Protektionisten wie es der
Liberalen Gesinnung opportun scheint

Erfahren dann mehr über Bueck und
Seine etwas klagenden Erinnerungen 
Seinen Assistenten den sonst Dichter 
Richard Dehmel der in Leipzig wie

Später mein väterlicher Großvater Nationalökonomie studiert hatte dort
Mit einem Oppenheimer sich enger 
Befreundete und dessen Schwester

Paula Oppenheimer eine bekannte 
Märchendichterin heiratete was 
Wie sein Einsatz für die Aufnahme
Von Juden zum unehrenhaften

Ausschluss aus der Burschenschaft
Führte wovon Richter nichts schrieb 
Aber hier half Wikipedia zu Dehmel 
Weiter der spannender als Bueck ist

Zumindest für mich als Dichter aber 
Unter den Dreihundert Männern 
Spielen Dichter sicher keine Rolle
Warum es dahinstehen auch kann 

Ob ein Ende des Lobbyismus nun
Dringend wünschenswert sei oder
Dieser besser geregelte Bahnen 
Nur haben soll ist noch strittig

Große Teile der Gastronomie im
Umkreis des Reichstages leben 
Noch bis heute von diesen was 
Deren Tätigkeit nicht bewertet

Habe mehr als eine Lobbyistin
Schon gedatet war sogar mit
Mehr als einer verlobt diese Damen
Schienen dem Dichter empfänglich

Für was auch immer sei hier offen
Geblieben ist davon nichts woran
Auch immer diese Verbindung
Scheiterte lag es bestimmt an mir

Zumindest soweit sie befragt würden 
Und ich schweige dazu heute lieber
Was dem Gentleman besser steht
Als über seine Damen je zu reden

jens tuengerthal 

Berlin den 2.11.26

Männersterben

Männersterben

Dreiviertel aller im Straßenverkehr
Getöteten Menschen sind männlich 
Weit über die Hälfte Verunglückter
Waren Männer und das weil Männer
Häufiger riskant fahren und auch
Risikoreiche Verkehrsmittel nutzen
Sagt das statistische Bundesamt
Dazu fällt mir der ich seit 16 Jahren
Kein Auto mehr habe und bereits 
Einmal tödlich verunglückte aber
Wie hier lesbar reanimiert überlebte
Nicht viel mehr ein als selbst schuld
Dummheit wird doch belohnt und
Männlichkeit ist lebensgefährlich
Erinnere mich daran wie ich früher
Die Wagen wohlhabender Freunde
Wenn sie gerade mal wieder nicht
Mehr fahren durften fuhr und damit
Über 300 Stundenkilometer raste
Weil ich es konnte und denke wie 
Bescheuert und gefährlich das war
Dieser Kult der Männlichkeit als
Langsamer halbblinder Dichter auch
Noch rasen zu wollen hätte auch
Tödlich schnell enden können
Weil es doch so männlich ist
Sein Leben gerne zu riskieren
Auch wenn es nur dämlich ist
Starben Frauen früher häufiger
An Folgen des Geschlechtsverkehr 
Bei Schwangerschaft oder Geburt
Sterben heute Männer häufiger
Im Straßenverkehr aus Blödheit
Erinnere mich wie ich einst noch
Einen Unfall baute im Wald nach
Dem Besuch eines Rennens im
Benachbarten Hockenheim mit
Freunden im Auto denen aber
Zum Glück nichts passierte
Wie so viele Unfälle sind Folge 
Falsch verstandener Männlichkeit 
Das erhöhte Männersterben im
Verkehr belegt es zu gut und
Denke an James Dean dabei auch
Aber vermutlich wäre es evolutionär 
Gut so wenn sich ein Teil der Gattung
Damit selbst beseitigte der noch
Falschen Idealen weiter huldigt
Nur wer möchte noch auf
Dieser Welt alt werden und das
Mit einer Mehrheit von Frauen
Die beständig reden wollen
Denke ich heute und bedaure 
Beinahe kein Auto zu haben
Immerhin hilft Rauchen dabei
Die Statistik nicht völlig zu
Verfälschen als Fußgänger denn 
Die Dummheit der Männer noch
Zu belegen bedarf es nicht viel
Wäre es nicht nur um Frauen
Damit zu beeindrucken wie
Bei der Begattung Vorteile 
Noch zu haben davon die
Männer wären schon ausgestorben 
Bestimmt hunderttausend Jahre

jens tuengerthal 2.11.26

Randrassismus

Randrassismus

Am braunen Rand der CDU die nichts
Rechts neben sich dulden will gibt es
Im Umfeld von Nius und Dobrindt so
Einige die gern dem Rassismus ganz 
Offen oder verdeckt frönen wie just 
Der Sportreporter Waldemar der
Dem Namen von Elif verunglimpfte
Die ich als Linke sonst nie verteidigte 
Wie Dobrindt selbst der von Gruppen
Von Migranten redet ohne dafür eine
Brauchbare polizeiliche Aussage je
Vorweisen zu können also bloß die
Vorurteile der Stammtische bedient
Damit macht er wie schon Merz mit
Seiner Stadtbild Aussage Rassismus
Normal und dagegen sollten wir nun
Ganz dringend laut werden denn 
Die Neigung zur Dummheit ist in 
Deutschland so weit verbreitet wie
Sie es 1933 schon war wer dem
Dummen Lümmel nach dem Maul
Redet macht Rassismus normal
Verdoppelt die AfD mal eben wie
Der Kanzler merken durfte der in 
Mecklenburg aus dem Parlament
Mit seiner Partei sogar flog warum
Der normale Rassismus am Rand 
Deutlich gestoppt werden muss
Wie gut dass nun CDU Frauen
Zumindest gegen Hartmann laut
Wie deutlich wurden besser wäre
Sie würden so laut gegen Merz
Wie Dobrindt die ihre Partei auf
Dem Weg nach rechts halbierten
Wenn das normal wird wählen die 
Spießer AfD und Rassismus wird 
Wieder normal in Deutschland
Auf den Spuren von Trump
Es ist Zeit und nötig die Demokratie
Gegen Kanzler und Innenminister
Zu verteidigen dann wird auch ein
Waldemar sein Maul lieber halten
Es steht nicht gut um Deutschland 
Im traurigen Monat November 

jens tuengerthal 2.11.26

Sonntag, 1. November 2026

Enthüllungswunder

Enthüllungswunder

Am 1. November 1512 wurden in der
Sixtinischen Kapelle Deckenfresken
Von Michelangelo enthüllt die heute
Kulturgeschichte der Menschheit sind

Diese Gemälde stellen Szenen auch
Aus der Schöpfungsgeschichte dar 
Mit denen Papst Julius II in Rom 
Michelangelo 1508 beauftragt hatte

Michelangelo war damals aber eher
Als Bildhauer berühmt die Decke der
Sixtinischen Kapelle Kapelle war also
Eine ziemliche Zumutung für ihn

Michelangelo vermutete sogar seine
Konkurrenten hätten ihn in diese
Situation gebracht um ihn dabei
Als großes Talent scheitern zu sehen

Er baute sich ein eigenes Gestell um
In dem Bau von Papst Sixtus welcher
Dem salomonischen Tempel in den 
Maßen nachempfinden ist zu malen 

Die neun Szenen erzählen in drei 
Abschnitten die Erschaffung der Welt 
Gott trennt Licht und Dunkelheit und
Erschafft Sonne Mond Pflanzen und 

Ordnet die Welt auf ihre Art wie
Die Erschaffung des Menschen in der
Adam erschaffen wird Eva entsteht es
Zum Sündenfall kommt wie auch die

Geschichte Noahs mit Sintflut und
Rettung der Menschheit was dabei
Kunsthistorisch wichtig ist weil daraus
Michelangelos Bilddramaturgie wurde 

Vom kosmischen Anfang über die 
Entstehung des Menschen bis zur 
Menschlichen Schuld und genau die
Geschichte ist so genial geworden 

Michelangelo malt den Augenblick 
Unmittelbar du siehst wie das Leben 
Entsteht kunsthistorisch revolutionär 
Ist dabei sein Menschenbild

Adam ist kein demütiges Wesen mehr 
Er besitzt einen vollkommenen Körper
Der menschliche Körper wird hier zum Ausdruck von Schönheit und Würde

Was Renaissance-Humanismus in 
Bildnerischer Vollendung wurde die
In Ausschnitten unendlich oft kopiert
Fast jeder schon mal irgendwo sah 

Es ist ein Menschenbild das die
Schönheit des Menschen in seiner
Körperlichkeit in den Mittelpunkt stellt
Dies lustvoll zu genießen ist gut so 

Darüber nachzudenken wie ein Maler 
Im Auftrag des Papstes in der noch 
Hochzeit der Renaissance damit
Beauftragt wurde ist spannend

Steht am Ende Rom am Anfang des
Menschenbildes des Humanismus 
Oder zeigt sich diese Mode nur auch 
Dort in beeindruckender Schönheit 

Vielleicht sollten wir darüber lieber
Nachdenken solche Tempel des noch
Aberglauben der Vernunft künftig zu
Widmen Humanisten zu werden

jens tuengerthal 1.11.26