Lektürentagebuch 24.10.26
In der Nacht bis in den Morgen noch
Hermann und Ulrike von Johann Karl
Wezel aus der Anderen Bibliothek
Gelesen und mich etwas gelangweilt
Es ist offensichtlich Zeit für etwas
Abwechslung in der Literatur hier
Aber zuvor berichte ich noch vom
Gerade Schicksal von Hermann
Der eigentlich Heinrich heißt aber
Mit Familiennamen Hermann was
Im Titel eine Ungleichheit bedeutet
Denn Ulrike hieße von Breysach
Dazu ist sie noch Baronesse als
Welche sie ihren Brief unterschrieb
Der nicht mit Nadeln gestochen was
Wieder so romantisch schön klingt
Im letzten Kapitel aber ging es nur
Um Qual und mehr arbeiten um so
Karriere zu machen und Ulrike ein
Gutes Leben zu finanzieren wozu
Hermann fest entschlossen ist obwohl
Die Gattin des Doktor ihn nachdem
Sie festgestellt hatte dass sie ihn
Nicht vertreiben konnte so quälte
Ein logischer Schluss ohne eine
Trübung des Bewusstseins durch
Hormone und Gefühle wäre ja dass
Ehefrauen eben so sind und darum
Besser zu meiden aber Hermann
Will Ulrike unbedingt und käme nie
Auf die Idee dass Frauen eben so
Sind um ihre Gier zu befriedigen
Sondern will naiv alles tun um mit
Großem Fleiß Karriere zu machen
Ihr ein standesgemäßes Leben
Damit auch zu ermöglichen
Hier klingt zwischendurch leicht der
Zorn und die Verzweiflung darüber
Durch arm geboren zu sein als Sohn
Eines unbekannten Hilfsarbeiters
Diese Wut der niederen Stände mit
Geradezu revolutionären Geist gefiel
Einem großbürgerlichen Goethe nicht
Der dies aber nur mütterlich war
Deren Familie entstammte noch dem
Frankfurter Stadtadel quasi so war der
Großvater noch Bürgermeister zu
Frankfurt warum Goethe auch die
Kaiserkrönung mit Rieslingbrunnen
Vom Balkon des Römers als Knabe
Erleben durfte wie er ausführlich in
Dichtung und Wahrheit beschreibt
Dagegen war der Großvater Göthe
Noch ein einfacher Schneider der
Aus heute Thüringen stammend nach
Lyon auf der Walz endlich kam
Auf dem Rückweg war dieser dann
In der Messe- und Kaiserstadt die
Frankfurt damals war geblieben und
Erfolgreicher Gewandschneider dort
Mit den Kenntnissen französischer
Mode wie Seidenbearbeitung war er
Bei den reichen Kaufleuten erfolgreich
Kaufte später noch einen Gasthof
Erst Goethes Vater hatte nicht mehr
Arbeiten müssen und vom Vermögen
Des Vaters gut leben können war also
Eigentlich bloß eine neureiche Familie
Goethes Mutter dagegen war eine
Geborene Textor was eine Familie
Mit altem Namen und Rang war im
Darauf sehr bedachten Frankfurt
Goethe erwähnt darum auch den
Großvater Göthe mit keinem Wort in
Dichtung und Wahrheit der nur
Schneider war nicht der Rede wert
Ob sein erst später verliehener Adel
Wie ein gewisses Geltungsbedürfnis
Dazu beitrugen oder er es einfach
Galant großzügig überging ist unklar
Doch jenseits aller Mutmaßungen
Ob Goethe schlicht ein Bourgeois
War und blieb sei dazu angemerkt
Der väterliche Großvater war schon
Fast zwanzig Jahre tot bei Goethes
Geburt 1749 während er den Vater
Der Mutter noch 22 Jahre erlebte was
Grund genug für Erinnerung wohl ist
Aber um Goethe ging es ja hier nicht
Sondern um Wezel den die Welt mit
Ihrer Ungerechtigkeit empört was er
Zumindest Hermann in den Mund legt
Das hier zitierte Wissen über Familie
Goethe entstammt dabei noch einem
Anderen Band der Anderen Bibliothek
Mit dem Titel Monsieur Göthe der für
Alle Goethe Freunde und Frankfurter
Ganz unbedingt lohnend auch ist aber
Für Wezel keine Rolle spielte den
Goethe eher so naja nur fand
Was der Autor dieser Verse übrigens
Gelegentlich teilt er labert manchmal
Etwas viel um wenig zu sagen und
Übertreibt die moralischen Bilder
Es ist teils wirklich witzig sogar
Klamaukig aber auch etwas naja
Dabei noch was nicht sein muss
Die Freude nur bedingt steigert
Werde bei Gelegenheit mal wieder
Weiterlesen denn wirklich schlecht
Ist diese Liebesgeschichte ja nicht
Nur leider etwas mühsam noch
Am Sonntag den 19. September 1802
Kommt das Ehepaar Heinrich und
Christine Gondela in ihrem Haus an in
Auf der Reise ins Paradies der beiden
Sie handwerkeln und räumen um sich
Oben Schlafzimmer und eine Kammer
Für ihren Hinrich schön zu machen
Finden einiges noch brauchbares
Der Rest wird vom Gutsverwalter
Gebracht oder von Nachbarn geliehen
Er nagelt die Gardinenstangen fest
Sie kümmert sich um die Vorhänge
Gegen Mittag haben sie dann schon
Die beiden Zimmer oben und eine
Gute Stube unten für Besucher gut
Eingerichtet und wollen noch wandern
Zuvor aber kommt der erste Besuch
Ihr Gutsverwalter und der Maire wie
Er wörtlich schreibt von Königsbach
Berichten vom Krieg und der Republik
Besonders der Bürgermeister hat auf
Die Republik und das Chaos darin so
Geschimpft dass Heinrich staunte als
Er bei seinem Toast auf die Republik
Überhaupt noch mit trank aber er hat
Wohl den guten Wein aus ihrem Gut
Nicht verkommen lassen wollen wie
Heinrich mit viel Humor mutmaßt
Sie laufen zu Schloss Hardt als die
Sonne schon hinter den Hardtgebirge
Stand und schauten dort die Ruine im
Rücken ins zauberhafte Rheintal
Sehen die Türme von Mannheim
Bis zur Ruine von Heidelberg in
Der letzten Sonne noch liegen um
Dann über die Dörfer zurück zu laufen
Im Dorf Hardt war noch großer Jubel
Um den just errichteten Freiheitsbaum
Während dieser in Gimmeldingen und
Königsbach schon ganz verdorrt war
Dort wollten sie lieber um den Baum
Tanzen wenn er wieder abgehackt
Schimpften über die Republik lieber
Wollten sie der Freiheit abschwören
Die von Paris aufgedrängte Freiheit
Wurde in der geraubten Pfalz also
Nur sehr teilweise begrüßt eher fühlen
Sich die Pfälzer dort wohl besetzt
Spannend ist es einen Bericht aus der
Zeit zu lesen von Bremer Bürgern die
Ihrer Republik schätzen aber auch
Kritisch auf die Nachbarn schauen
Sie hatten die Reise gemacht um ihr
Gut dass Christine vom Vater erbte
Zu verkaufen weil sie auch die nun
Entwicklung eher kritisch sahen
Mein Hauswart heißt das Kapitel in
Die Fünf von Vladimir Jabotinsky das
Damit beginnt dass er die Familie
Milgrom für Monate nicht sah
Die veränderte Atmosphäre in diesem
Eigentlich politischen Frühling wird
Beschrieben der wohl wieder wie so
Viele zuvor in Kugeln enden würde
Anhand seines Hauswarts beschreibt
Er die veränderte Stimmung mit der
Ein revolutionärer Staat die Menschen
Bei sich zu Hause plötzlich ergreift
Hatte dieser früher egal um welche
Zeit er kam rasch das Haustor noch
Geöffnet dauerte es immer länger und
Der Dank für die Kopeken dafür fiel
Immer bescheidener aus erst fällt
Die Anrede als Herr weg dann das
Französische merci bis nichts mehr
Kommt und er sich schon entschuldigt
Stattdessen wird er ermahnt so spät
Auszugehen sei nicht gut für die
Gesundheit und auch die Post wird
Kommentiert bei ihm der vielen
Ausländischen Zeitungen wegen
Als das Hausmädchen nach Holz
Zu ihm geschickt wird der sich schon
Häufiger an ihr vergriffen hat kam sie
Ohne Holz wieder und richtete aus
Der Hauswart sei ausgegangen statt
Wie früher bei Personal weggegangen
Während nur eine Dame ausging
Diese feinen auch sprachlichen
Beobachtungen werden auch noch
In Anmerkungen und Fußnoten weiter
Erläutert die Veränderung zu zeigen
Es gab in diesem Frühling deutliche
Wie spürbare Veränderungen in
Odessa und dem Umgang im Alltag
Auch die Kleidung ändert sich dabei
Die Revolutionäre trugen meist eine
Nickelbrille leicht verbogen und ihre
Kleidung war immer irgendwo schon
Beschädigt Damen trugen Hüte
Diese radförmigen Strohhüte mussten
Beständig zurecht gerückt werden
Serjosha fand sehr treffende Worte
Um diese Menschen zu beschreiben
Spannend ist es wie genau er das
Eindringen des revolutionären Geistes
In die Häuser durch die Hauswarte
Beschreibt die den Wandel leben
jens tuengerthal 24.10.26