Lektürentagebuch 17.10.26
In den Buddenbrooks ging es weiter
Mit dem tragischen Tod des alten
Senators James Möllendorpf von Thomas Mann mit Humor beschrieben
Die hohe Kunst sogar über den Tod
Noch lachen zu können beherrscht
Mann bis zur Vollkommenheit und
Variiert sie in diesem Fall sehr fein
Denn der alte Möllendorpf starb nicht
Etwa zuhause friedlich im Bett wie
Einem ehrwürdigen Senator der Stadt
Angemessen sondern in einer kleinen
Extra zu diesem Zweck angemieteten
Wohnung beim Kuchenessen denn
Das hatte ihm Doktor Grabow noch
Untersagt und seine Familie achtete
Streng auf die Einhaltung der Diät
Vermutlich etwas Franzbrot und noch
Ein wenig Taube aber nichts süßes
Was Sensor Möllendorpf nun dort
Voller Lust zu sich nahm und so
Wurde sein Leichnam dort in keiner
Guten Gegend gefunden noch Mund
Wie Rock voller Kuchenkrümel
Die Familie bemühte sich redlich den
Vorfall und die Umstände verborgen
Zu halten doch schon bald waren
Sie Gegenstand des Stadtgesprächs
Auch im Hause Buddenbrook wohl
Doch viel spannender als das war
Vor allem für Tony die alles dazu lernt
Die Nachfolge von James im Senat
Hier war Thomas Buddenbrook mit
Hermann Hagenström einer der wohl
Heißesten Kandidaten der Diskussion
Aber Tom hielt sich natürlich bedeckt
Die Diskussionen der Bürger in der
Stadt wie auf den je Empfängen der
Kandidaten Tom und Hendrik waren
Voll Leidenschaft und Begeisterung
So auch der alte Makler Gosch der
Als alter Suitier für Tom schwärmt
Wie seine Partei ergriff weil er die
Rothaarige Gerda so scharf findet
Da es gesellschaftlich keine sonst
Möglichkeit des Kontaktes gab hatte
Er den Kampf für Tom zu einem um
Das Herz von Gerda gemacht
Dieser Wahlkampf um den freien
Posten im Senat der noch dazu
Mit hanseatischen Würde geführt
Wurde war auch einer zwischen
Tradition und Erneuerung wobei
Der Neureiche Hagenström für die
Innovation stand während Tom mit
Über hundert Jahren Geschichte
Als Kaufleute in Lübeck Anno 1863
Für das vertraute und ehrwürdige
Der Stadt noch stand die darin eine
Feine Karikatur ihrer Sitten erhält
Das ist wunderbar mit viel Humor
Beschrieben der seinesgleichen
In der Literaturgeschichte wohl sucht
Aber dennoch voller Liebe beschreibt
Während sein Bruder Heinrich etwa
Im Untertan voller Herablassung über
Sitten und Gewohnheiten nur spottet
Macht Thomas es immer mit Liebe
Trotz viel Ironie und Spott über die
Ehrwürdigen Sitten die ich vom
Eigenen Großvater aus Bremen
Noch gut kannte immer liebevoll
Marko heißt Kapitel 7 in Die Fünf
Von Vladimir Jabotinsky das auch
Die jüdischen Buddenbrooks von
Odessa genannt wird was aber
Immer ein gewagter gefährlicher
Vergleich ist auf dem der Nobelpreis
Wie viele Lektüre zu schwer liegen
Doch der Humor ähnelt sich schon
Der Erzähler lernte Marko den
Jüngsten der fünf Geschwister
Kennen als dieser ihn fragt ob
Er ihn allein sprechen könnte
Auf seinem Zimmer dann erzählt
Der schon ältere Gymnasiast ihm
Er sei Nietzscheaner aber er wollte
Von ihm erklärt bekommen was
Dieser Philosoph eigentlich sage
Was den Erzähler erstmal überrascht
Er auch so gegenüber Marko äußert
Dieser aber gleich ganz offen erklärt
Wenn er etwas lese verstände er
Meist erstmal nichts was zu ihm
Passte der immer als der dümmste
Der fünf dargestellt wurde was aber
Wie gleich ergänzt wird trotz seines
Mehrfachen Sitzenbleibens nicht so
Stimmte jedenfalls versuchte der
Erzähler dann sein bestes dabei
Nietzsche war gerade erst durch
Russische Übersetzungen im
Russischen Raum bekannt geworden
Auch der Erzähler hätte eine Ausgabe
Natürlich hatte er die aber ob er bei
Dieser wirklich schon alle Seiten
Aufgeschnitten hatte war er nicht
Ganz so sicher fein ironisch hier
Zumindest war Marko sehr interessiert
Ein bewundernswert guter Zuhörer
Der jede Information aufsaugte und
Nietzscheaner danach auch blieb
Das nächste Erlebnis mit ihm hatte er
Als dieser nach langen 16 Jahren die
Schule doch erfolgreich abschloss
Die Abiturienten dies in einem Café
Nun endlich mit Studentenmützen
Die ihnen den Zutritt gestatteten als
Schüler hätten sie dies nicht gedurft
Gemeinsam lautstark feierten
Sie feierten gemeinsam mit einer
Gruppe von Georgiern die sehr laut
In den Dialekten ihrer jeweiligen
Stämme betrunken Lieder sangen
Dabei wurde es so laut und wild
Dass irgendwann die sonst damals
Noch sehr nachsichtige Polizei kam
Um für Ruhe dort zu sorgen
Da stellte sich der kleine Marco vor
Die Gruppe und sprach für diese das
Wenn einer wie er nach 16 Jahren
Endlich das Abitur bestanden hätte
Dies doch wohl lautstark gefeiert
Werden müsste wogegen auch die
Polizisten nichts mehr sagen konnten
Sie feierten dann wild bis zum Ende
Auf dem Weg nach Hause begleitete
Ihn der auch ziemlich betrunkene
Marko und schwärmte ihm vom
Kaukasus vor wo er noch nie war
Als der Erzähler dann einen Witz
Über ein Dienstmädchen einflocht
Das bei einem zionistischen Professor
Arbeitete und meinte wenn es dort
So schön sei müsse sie wohl mal
Hinfahren um es zu erleben worauf
Er erstaunt die Augen aufriß als ob
Er sich darüber empören wollte
Wie könnte er nur auch wenn sie
Sturzbetrunken waren und es schon
Morgens um fünf war einen solchen
Unsinn ihm nur vorschlagen wollen
Diese feine Selbstironie am Ende
Des Kapitels des großen Zionisten
Jabotinsky zeigt seinen feinen Humor
Hat wirklich Ähnlichkeit mit Mann
Zum Abschluss stellt er dann nur fest
Nun hätte er alle fünf vorgestellt jetzt
Sei es an der Zeit zu erzählen was er
Mit ihnen erlebte also die Geschichte
jens tuengerthal 17.10.26