Sonntag, 19. Juli 2026

Lektürentagebuch 19.7.26

Lektürentagebuch 19.7.26

Heute mit Teil II den Lehrjahren aus
Den Erinnerungen eines Europäers 
Von Harry Graf Kessler begonnen
Das von seiner Schulzeit erzählt 

Es beginnt in der Eisenbahn nach
Ascot wo er eine Privatschule nun
Besuchen soll die ein Lehrer gründete
Den ein Vetter von ihm sehr liebte

Ein Botschaftsekretär irgendein
Baron Plessen oder ein Metternich
Hatte sie zum Zug gebracht und sich 
Von seiner Mutter lachend noch mit

Handkuss durchs Fenster gebührend
Verabschiedet während Harry nicht
Nach lachen war weil er nun bald zum
Ersten mal Abschied von der Mutter 

Nehmen sollten deren Schönheit er
Ganz genau von Hut bis Kleid hier 
Beschreibt ohne zu wissen ob diese 
Eher Mutter oder Kamerad für ihn war

Egal wie normal dieses Verhältnis war
Hat es den jungen Harry geprägt doch 
Bevor von Ascot die Rede ist geht es
In seiner Erinnerung zurück zu dem

Halbinternat das er in Paris besuchte 
Das er wie alle französischen Schulen
Nur schmutzig und brutal in seiner
Erinnerung behalten hat wie tragisch

Erzählt noch einige Geschichten von
Wilden Prügeleien und wie schmutzig
Alles dort war wie schlecht das Essen
Als Kontrapunkt zum Palais der Eltern

Warum ihn sein Vater auf die Schule
Zwang ist ihm nicht klar vielleicht war
Es der Versuch die Verweichlichung
Zuhause bei der Mutter aufzuhalten 

Mit einer Aufsichtsperson welche die
Leiche genannt wurde fand er in der
Schule persönlichen Kontakt dieser
War angeblich früher ein Kommunist 

Soll ein Massengrab überlebt haben
Hätte deshalb empfindliche Nerven
Doch lag dies wie er Harry erzählte
An seiner kranken Frau zuhause 

Jene wäre die beste Freundin einer
Berühmten Kommunistin gewesen
Ständig krank und litt an Migräne
Was ihn so angespannt machte

jens tuengerthal 19.7.26

Zugezogen

Zugezogen

Lausche zugezogen dem Wetter
Regen Gewitter und Sturm zogen 
Über Berlin hinweg derweil ich
Zugezogen zurückgezogen die
Ruhe der Bibliothek genoss
Nach Lektüre bis nach sechs
Blieb der Tag zugezogen
Oben wie bei mir was ja
Passt zum Sommer der
Alles hat sogar schon ein
Schönes Herbstgefühl
Verbreiten kann was es
Drinnen noch schöner macht
Und wie ich es liebe
Was sich so zugezogen 
Schon gedacht werden kann
So öffnet zuziehen mir die
Unendlichen geistigen Welten
Die keinen Durchzug brauchen
Weil alles was zählt innen ist 
Vermutlich täte mehr Zuzug
Vielen besser als Unterhaltung
Was aber unvorstellbar bleibt
Zumindest den meisten die
Noch fürchten etwas zu verpassen
Da bleibe ich zugezogen 
Lieber für mich

jens tuengerthal 19.7.26

Nachterleuchtung

Nachterleuchtung

Nachts ist es dunkel auch wenn
Im Sommer kürzer und weniger
Macht Dunkelheit diese wohl aus
Wie passt das zur Aufklärung

Diese heißt nicht umsonst etwa 
Im englischen age of enlightenment
Hier spielt die Suche nach Licht
In der Symbolik der Freimaurerei

Eine ganz zentrale Rolle dennoch
Gibt die Ruhe der Nacht uns den
Raum kritisch über Erlebnisse noch
Nachzudenken und befreit so

Aufklärung ist nach Kant die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit 
Also die Fähigkeit selbständig kritisch
Zu denken ohne anderen Einfluss

Jenseits der Licht Dunkel Symbolik
Ist Aufklärung primär ein geistiger 
Prozess der uns Freiheit schenkt
Sofern wir kritisch zu denken lernen

Ob die Suche nach geistigem Licht
Im Schutz der Dunkelheit eine neue
Odyssee beginnt oder die Dialektik
Der Aufklärung bleibt ist hier fraglich

Dient vernünftige Selbstbeherrschung
Der Anpassung oder der Befreiung
Wie unabhängig sind wir lebend je
Von den Zwängen der Natur dabei

Ist die Natur vernünftig oder ist das
Ein Mythos der Aufklärung schon
Aus dem wir uns kritisch denkend
Wieder neu befreien müssen 

Bringt kritisches Denken dabei die
Befreiung von jeder Herrschaft
Oder ist sie eine Form der Anpassung
Muss ich dazu an das Licht glauben

Braucht es ein gutes Gefühl für die
Natur um sich von der Macht der
Anpassung befreien zu können oder
Balancieren wir immer dazwischen

Zeigt es einen Mangel an Verstand 
Soziale Strukturen einer Gesellschaft
Für relevanter zu halten als unsere
Befähigung zur Befreiung sein kann

Macht sich wer das tut nicht zum
Unterworfenen Subjekt das seine
Freiheit nur im Kontext mit anderen
Definieren kann also unaufgeklärt ist

Sicher können die Umstände wie
Diese ihrem Wesen nach sind als
Zwang alles beherrschen doch ist
Aufklärung Befreiung genau davon

Sofern ich eine Dominanz der
Sozialen Strukturen über die Fähigkeit
Zur geistigen Befreiung bejahe ist
Der einzelne Sklave seiner Umstände

Habe ich aber den Mut also das
Sapere aude was Kant ans Ende
Seiner Definition stellt mich als völlig
Autonomes Subjekt zu definieren

Bin ich es auch und kann damit
Das Licht in der Dunkelheit sehen
Traue ich das meinem Geist nicht zu
Weil ich mich wie Sisyphos nur mühe

Die Kugel im Gewand der Zwänge 
Den Berg ohne absehbares Ende
Hinaufzurollen bleibe ich abhängig
Sehe kein Licht am Ende des Tunnels

Doch habe ich als Subjekt wenn ich
Genug Mut habe die Freiheit auch im
Nichts was immer nur bleibt zu sehen
Die Möglichkeit mich zu befreien

In diesem Sinne könnte vielleicht das
Licht der Aufklärung aus der Freiheit
Der Gedanken in der Dunkelheit die
Autonomie als reale Befreiung die

Damit das Licht der Aufklärung sieht
Auch in der tiefsten Finsternis die
Uns zum neuen Freiraum würde
Aus dem Aufklärung wachsen kann

Oder braucht es mehr Phantasie
Um die geistige Freiheit so groß
Denken zu können fehlt es eher
Am Mut die Freiheit zuzulassen 

Wir leben noch lange nicht in einer
Aufgeklärten Zeit aber die Chance
Sich als Subjekt aus Unmündigkeit
Zu befreien könnte nie größer sein

So gesehen wird aus der tiefsten
Dunkelheit das hellste Licht geistiger
Freiheit leuchten wenn wir nur wieder
Den Mut haben es zu sehen

Zumindest scheint es mir gerade so
Beim Blick in die noch Dunkelheit die
Bald schon dem neuen Tag weicht
Doch war diese Nacht erleuchtend

jens tuengerthal 19.7.26

Spielumplatzdrei

Spielumplatzdrei

Dachte ich hätte Zeit um noch
Ins Liebling zu finden kam in der
Dreißigsten Minute stand es schon
2:0 für England und nun 36. 3:0

Die Schützen waren Rice in der 3.
Konsa in der 18. Minute und nun
In der 37. Minute Saka es ist mehr
Los als alle gedacht haben

Vier Minuten Nachspielzeit und
Die Engländer ohne ihre Stars
Nun fällt das 4:0 durch Saka
Die Engländer sind überlegen

Noch eine Ecke für England
Die ohne Folgen bleibt nun ist Pause
Die Tore werden analysiert und
Kane jubelt auf der Bank wie gezeigt

In der Pause wird M’bappe beim
Plaudern mit Tuchel gezeigt der schon
Trikot mit dem englischen Kapitän 
Getauscht hat aber blau raus kommt

Nun wechseln die Franzosen eifrig
Es weht wohl starker Wind heute
Im Stadion und Franzosen hoffen
Auf etwas Rückenwind noch

Schon schießt M’bappe das 1:4 da
Stürmen die Engländer wieder aber
Schon wieder ein französischer
Konter aus dem knapp nichts wird 

Dann noch ein französischer Angriff 
Aus dem auch knapp nichts wird
Wieder ein englischer Fernschuss
Dann das 4:2 durch Barcola in der 54.

Englischer Freistoß wird gefangen
Wieder ein französischer Konter
Ganz knapp nichts und England
Läuft nur noch hinterher doch da

Wieder ein englischer Sturm der
Im Aus landet aber Ecke gibt die
Gerade knapp nichts wird es geht
Wieder hin und her nun wieder die

Franzosen nur knapp vorbei es geht
Mit Druck hin und her und in der
65. Minute schießt M'bappe das 4:3
Mit einem wunderschönen Tor die

Anwesende kleine Französin jubelt
Laut für zehn nun Trinkpause alle
Sind aufgeregt gibt es doch noch
Verlängerung am Ende fragt sich

Weiter geht es mit Druck der 
Engländer der sich schnell verliert
Sie kämpfen jetzt um jeden Ball
Wieder französische Chance vorbei

Französischer Freistoß bleibt ohne
Folgen nun wechseln die Engländer
Bellingham kommt und noch wer 
Das Stadion jubelt laut für Bellingham

Dann wieder französischer Angriff
Ganz knapp nur vorbei wieder von
M'bappe der Schiedsrichter wird am
Rand massiert ein Engländer wird 
Derweil noch behandelt wieder ein

Schuss von M'bappe ohne Gefahr
Nun gibt es Elfmeter für England
Bellingham schießt gibt an Saka
Der verwandelt zum 3:5 für England

Die Franzosen versuchen es noch
Nun gibt es sieben Minuten in der
Nachspielzeit Engländer wechseln
In der 95. Minute schießt Dembéle

Das 4:5 dann ein einsamer Sturm
Von Bellingham führt zum 4:6 und
Das bisher beste Spiel ist zu Ende
Beide haben bis zum Ende gekämpft

So macht Fußball Freude und kann
Wirklich begeistern als du dachtest
Ist gelaufen kommen die Franzosen
Mit erstaunlicher Energie zurück

Als dann die Franzosen schon fast
Ausgleichen steht England nochmal
Auf und gewinnt am Ende verdient 
Vielleicht muss ich morgen doch 

Obwohl ich den widerlichen Trump
Lieber nicht sehen möchte nach
Diesem Rausch ist Lust geweckt
Ein wohl ödes Endspiel zu sehen

jens tuengerthal 18./19.7.26

Samstag, 18. Juli 2026

Lektürentagebuch 18.7.26

Lektürentagebuch 18.7.26

Stéphane Hessel beginnt das Kapitel
Frankreich in seiner Autobiographie 
Tanz mit dem Jahrhundert mit den Worten er sei gerade noch in die 

Parti Socialiste eingetreten was 
Ungefähr 1996 gewesen sein muss
Folgen wir der Neuauflage von 2011
Das die vorige etwa so noch datiert 

Ihn las ich heute früh mal wieder
Auch einer anderen gerade Leserin
Innerlich noch verbundener zu sein
Die es gerade parallel auch liest

Dachte an die Brüder noch des 
Grande Orient aus Straßburg die
Vielfach auch dieser Partei eng
Verbunden waren was mir fern lag 

Stéphane der Sohn der Autoren 
Franz und Helen Hessel die als 
Geborene Grund auch schrieb etwa
Für die damals Frankfurter Zeitung

Hessel der da bereits über achtzig
War fragte sich warum er beitrat denn 
Ämter erstrebte er sicher nicht mehr 
Links war er gefühlt seit der Zeit bei

Der Résistance ein Antifaschist
Zumindest sicher als Überlebender 
Des KZ Buchenwald der floh jedoch
Allen Parteien auch darum fernstand

Er sah sich als Mann der Linken
War überzeugter Europäer wie ein
Politisch aktiver Internationalist war
Er gerne nur gegenüber Frankreich

Sah er sich eher als Verehrer denn 
Als Liebhaber nach einer hübschen
Unterscheidung des 17. Jahrhunderts 
Zwischen den beiden Figuren dabei

Doch wählte er es bewusst als Heimat 
Die es noch immer zu erobern gilt mit
Der geographischen Vollkommenheit 
Zwischen Nordpol und Äquator 

Er wolle keine Frankophonie als
Politikum nicht für die Sprache ihre 
Einstige Vorrangstellung einfordern
Als Schlüssel zur Wahrheit dabei

Seine anderen beiden Sprachen
Das Deutsche und das Englische
Sein herber fließender poetischer
Doch er bleibe gern französisch

Dabei fühlt er sich mehr den auch
Permanenten Interessen Frankreichs
Verbunden als konjunkturbedingten
Instruktionen noch verantwortlich

Das wirkliche Frankreich war für ihn
Nicht immer das erhoffte und doch 
Versuchte er nicht das eine dem
Anderen demokratisch nah zu bringen

Franzosen sollen Frankreich dabei
Kritisieren während andere Medien
Dazu besser schwiegen dabei denkt
Er an die vielen großen Aufgaben

Schwer wäre der Verzicht auf ein
Großes überseeisches Reich noch
Gewesen die Afrikapolitik könnte sie
Demut lehren dennoch gebe es auch

Große Erfolge die stolz machen dem 
Land einen erstrangigen Platz gäben 
Im Konzert der Nationen es wird bald
Ein neues Bild dazu wohl brauchen

Frankreich sei die europäischste
Aller Nationen der Schnittpunkt 
Europas das seinen Bürgern nun
Eine gute Zukunft versprechen soll

Liebenswert diplomatisch umschifft
Hessel hier alle Konflikte was als
Altgedienter internationaler Diplomat
Auch passend und verständlich ist

Dies sagt nicht viel aus aber plaudert
Sehr angenehm und klärt damit über 
Den verbindenden Geist auch auf
Den eine gute Zukunft sicher braucht

Das Europa der Zukunft ist natürlich
Postnational was auch die Franzosen
Noch nicht ganz begriffen weil es die
Nation ausmacht Geldhoheit zu haben

Darum ist dieser etwas nationale
Sermon nett und verständlich aber
So unsinnig wie Nation immer diese
Schlechte Erfindung des 19. Jahrhundert

In den Erinnerungen eines Europäers 
Schreibt Harry Kessler im 9. Kapitel
Über den Tod seiner Eltern während
Der des Vaters 1895 nur bemerkt wird

Dabei im Schatten dessen was dies 
Für die plötzlich in die Welt geworfene
Mutter bedeutet der ihr Mann immer
Alles abgenommen hatte damit sie

Schön klug und wunderbar sein kann
Doch schon 1904 erkrankt sie selbst
Stirbt langsam an einer Krankheit
Über die nichts näheres bekannt ist

Nach dem was sie vom Versagen
Ihres Körpers der immer stärker an
Einen Rollstuhl gefesselt wurde noch
Auf ihre Art berichtet war es MS

Dieses grausame Schicksal gegen
Das die Medizin kein Mittel bisher
Gefunden hat verläuft ähnlich und
Ihr Sohn folgt ihren Worten dazu

Bis 1919 stirbt sie ganz langsam
Wie am Ende auch einsam ohne
Ihre Kinder in England wohin sie
Bei Kriegsausbruch geflohen war

Ihre Schilderung des Verfalls sind
Grausam und tun sehr leid dafür
Würdigt ihr Sohn sie nochmal als 
Die schönste Frau des Jahrhunderts

Zumindest ihr Andenken ist so noch
Gut bewahrt und verklärt worden
Eine letzte Verbeugung vor seiner
Wohl vielfältig wunderbaren Mutter

Den Gedanken ihrer Erlösung macht
Harry nur ganz am Rande zum hier
Thema die fünfzehn Jahre Leiden 
Sind eher ausführlich zentral

Dabei vergisst der gute Sohn nicht
Zu erwähnen wie sehr sie sich
Immer mehr zurückzog um bloß 
Niemanden mit sich zu belästigen 

jens tuengerthal 18.6.26


Springermacht

Springermacht

Enteignet Springer riefen schon
Die 68er und lagen richtig den
Immer rechtsradikaleren Konzern 
Der mit medialen Mitteln sowohl
Verdummung wie Sexismus fördert 
Zerschlagen zu wollen was der
Diesjährige Springer Medienpreis
An Peter Thiel zu deutlich zeigt
Diesen rechtsradikalen Kriminellen 
Der eine Oligarchie erstrebt wie die 
Totale staatliche Kontrolle fördert 
Dabei vom Antichristen faselt
Eine Gefahr für die Demokratie ist
So sollte ein Peter Thiel künftig als 
Förderer krimineller Tätigkeit ein
Einreiseverbot statt noch Preise
Bekommen und wieder gilt das
Deutschland lebt
Wenn Springer brennt 
Solcher Widerstand verteidigt
Die Demokratie gegen ihre Feinde 
Döpfner & Co erledigen
Wäre zumindest ein Anfang
Mediale Macht braucht Grenzen 

jens tuengerthal 18.7.26

Moralgebot

Moralgebot 

Gebietet Moral was gut ist
Sind gut und böse jemals
Maßstab nötigen Handelns
Oder nur Wunschvorstellung

Ist die Einhaltung von Gesetzen
Durch diejenigen die sie erlassen 
Gebot ihrer Glaubwürdigkeit oder
Muss kein Schild dahin wo es zeigt

Herr Spahn der Fraktionsvorsitzende
Mit dem schönen Vornamen könnte
Ein hässliches Ende nehmen weil er
Gesetze zur Fortpflanzung umging

Mit seinem Mann ein Kind zu wollen
Was eine andere austrägt weil es
Männern unmöglich ist schwanger
Zu werden scheint noch natürlich 

Es entspricht dem konservativen
Familienbild Kinder zu bekommen
Eine Familie als Ehepaar zu gründen
Scheint nicht weiter unmoralisch 

Ob es keine Kinder mehr braucht
Wir weniger werden müssen steht
Hierbei nicht zur Diskussion auch
Wenn die Frage wohl nötig wäre

Die spannende Frage ist hier ob
Eine Umgehung deutscher Gesetze 
Durch ein Organ der Legislative was 
Ein Fraktionsvorsitzender de facto ist 

Moralisch verwerflich ist oder die
Lächerlichkeit des Rechts offenbart
Dessen Geltungsgrund infrage stellt
Ein Akt echter Befreiung nun ist

Sollte Spahn der schon als großer
Verschwender von Milliarden bekannt
Wurde zu Corona Zeiten ansonsten
Gerne auch Peter Thiel trifft einen 

Der autoritären amerikanischen 
Milliardäre mit faschistischer Neigung 
Im Aberglauben der vom Antichristen
Ernsthaft immer noch träumt büßen

Gewinnt die CDU Glaubwürdigkeit
Wieder die Merz mit viel Gejammer
Schon lange verspielte wenn sie nun
Ihr schwules Aushängeschild bestraft

Würde das viele ihrer konservativen
Heimat vertriebene vermutlich freuen 
Weil es nicht ins Stadtbild passt wenn
Zwei Männer ein Kind bekommen was

Natürlich keiner mehr laut sagt weil 
Diskriminierung potentielle Wähler 
Verdrängt statt AfD Wähler zu holen
Die das Thema ja zu gut kennen

Wen sollte es freuen wenn ein Spahn 
Aus moralischen Gründen statt aus
Eigener Verantwortung gehen muss 
Überlege ich und finde es ekelhaft 

Legal illegal scheißegal ist ein
Gutes anarchistisches Motto aber
Außergewöhnlich bei Konservativen
Die genau davor stets warnen

Statt Rechtsextremismus endlich
Konsequent zu bekämpfen wird ein
Gefährlicher Linksextremismus noch
Erfunden nicht antifaschistisch zu sein 

Ob die CDU den kleinen Kriminellen 
Spahn weiter beschäftigt ist bei dem
Bundeskanzler schon relativ egal
Leider nur stärkt es die AfD weiter

Wer Verantwortung für die Demokratie
Zeigen wollte träte nun zurück alle die
Nichts tun stärken sie Verdrossenheit 
Schlichter Gemüter die AfD wählen 

Wenn Spahn von sich aus ginge
Zeigte die Merz Truppe Größe wie
Moralische Integrität die ihr real
Völlig fehlt was ist da zu wünschen

Fragt sich der Beobachter der von
Links auf den schwarzbraunen Sumpf
Schaut und sich fragt was braucht es
Noch rechte Moral zu erledigen

Nun trat er von sich aus zurück aus
Gründen die Konservativen gefallen
Weil die Familie ihm wichtiger ist was
Für Merz ein Problem erstmal löst

Ob der erzwungene Rücktritt zu mehr
Glaubwürdigkeit führt ist noch offen
Politisch betrachtet ganz wunderbar
Moralisch gesehen eher so naja

jens tuengerthal 18.7.26

Nachtruhe

Nachtruhe

Nach fast drei Stunden in der Bar
Gegen drei wieder auf dem Diwan 
In nächtlicher Ruhe in der Bibliothek 
Angekommen genieße ich die Stille
Sogar bei offenem Fenster ist es
Im Hinterhof schläfrig ruhig was
Ein angenehmer Gegensatz ist
Der das Innere Gleichgewicht 
Schnell wieder herstellt denke ich
Dankbar für den Rückzugsort
Es ist schön als Flaneur die
Menschen dort zu beobachten
So am Leben der anderen etwas
Für einen Moment teilzuhaben
Doch wie schön ist es dann
Ganz in Ruhe bei sich zu sein
In Bücherwelten zu versinken 
Den eigenen Gedanken zu folgen
Worte in Verse zu gießen
Bei sich angekommen zu sein
Statt ständig andere zu hören 
Frage mich in der Nacht wie es
Menschen aushalten immer
Von Gerede umgeben zu sein
In ewiger Unruhe zu leben
Aber weiß doch wie viele es
Nur schwer mit sich allein aushalten
Was ich paradiesisch finde ist für
Die Mehrheit ein Horror den sie
Nur schlafend mühsam ertragen
Ist die Nachtruhe die allen gut tut
Um Kraft zu schöpfen und sich
Für den Tag zu erholen nun das
Normale und beste oder die nur
Ausnahme vom unruhigen Leben
Was für mich das schönste ist
Bleibt für sie lästige Unterbrechung
Dessen was für sie Sein ausmacht
Während die Ruhe mir viel schenkt
Fürchten sie etwas zu verpassen
Vielleicht bin ich ein Eremit der
Mitten in Berlin zurückgezogen lebt
Kann es jederzeit hier beobachten
Wenn ich vor die Tür gehe aber 
Lebe richtig auf wenn für mich 
Bin damit vollkommen glücklich
Während andere andere brauchen
Um Zufriedenheit zu finden nachts
Nur Kraft für den Tag schöpfen 
Scheint mir die Ruhe das eigentliche
Was das Tor zu geistigen Welten
In der Ruhe der Nacht mir öffnet
Vermutlich bin ich etwas verrückt
Weil das andere als normal gilt
Was mich wahnsinnig machte
Aber wie gut wenn beides so
Nebeneinander sein kann und
Sich auf seine Art lässt denke ich
Und genieße die Nachtruhe
In Gedanken versunken

jens tuengerthal 18.7.26

Sommerregen

Sommerregen

Ein stundenlanger Sommerregen
Der schon nach Unwetter klang 
Lässt das Leben der Natur wie
Neu aufblühen und tut so gut
Noch trieft Berlin vor Nässe
Langsam verlaufen sich die
Riesigen Pfützen wie schön
Fühlt sich die abgekühlte Nacht an
Nach staubig heißen Tagen
Kannst du wieder ganz tief 
Durchatmen als ob das Leben
Wieder neu beginnt nach
Dem großen Regen

jens tuengerthal 18.7.26

Nachregenriesling

Nachregenriiesling

Nach dem großen Regen in Berlin
Der über Stunden anhaltend fiel
Noch mit Schirm zum Crossroads
Gelaufen im Pfützenslalom dabei

Tino Selma und Martha begrüßt
Sogleich von Selma den Riesling
Gebracht bekommen während
Tino mit Martha am Tisch plaudert

Einige sitzen noch draußen unter
Dem tropfenden Schirm während
Es in der Flaneurloge trocken ist
Nimmt die Nacht ihren ruhigen Lauf

Zwischendurch tanzt noch Martha 
Hier vorbei und besucht die oberen
Örtlichkeiten während draußen die
Wagen durch Pfützen spritzen

Die Musik ist sehr ruhig klingt fast 
Folkartig und passt zur Stimmung
Nach dem endlich großen Regen
Der alles weiter fließen lässt 

jens tuengerthal 18.7.26

Freitag, 17. Juli 2026

Lektürentagebuch 17.7.26

Lektürentagebuch 17.7.26

In Erinnerungen eines Europäers 
Schreibt Harry Graf Kessler wieder
So schwärmerisch über seine Mutter
Dass schlichte Heten hier nur staunen

Zwar war Alice Gräfin Kessler ganz
Ohne Frage eine besondere Frau
So schön wie begabt doch was will
Ihr Sohn damit uns Lesern erzählen

Geht es ihm um sich der sich ein
Denkmal mit der Verehrung setzt
Kämpft er für Gerechtigkeit für die
Immer verkannte Mutter dabei

Im Gegenteil er verstärkt nur was
Die Zahl ihrer Neider schon zeigte
Betont dass offensichtliche noch
Durch fast aufdringliche Superlative 

Natürlich sollen wir nichts als Gutes 
Über die Toten sagen wozu schon 
Die alten Römer uns passende
Sprüche überliefert auch haben 

Doch als der für Sohn so liebevolle
Erinnerungen an seine Mutter verfasst
Ist die 1844 in Bombay geborene 
Alice bereits über elf Jahre tot

Der sonst treffende Betrachter der
Zustände kämpft für die Ehre wie
Das Ansehen seiner Mutter als
Ginge es um sein Ansehen dabei

Zu dieser Zeit als Flüchtling wieder
In Frankreich lebend ohne das einst
Riesige väterliche Vermögen noch
Schafft er ein verklärtes Heiligenbild

Kessler der sprachlich so scharf wie
Treffend auch schießen konnte noch
Erfahrung aus der Politik hat will 
Seiner Mutter ein Denkmal errichten

In diesem Kapitel berichtet er von 
Ihrer Reaktion auf Hass und die
Öffentliche Polarisierung die sie sich
Lieber der Kunst zuwenden ließ

Ihre Freundschaft mit dem Autor 
Barcey d’Aurevilly ein Monarchist
Wie leidenschaftlicher Katholik
Der gern Sünder charakterisiert 

Sie beschreibt ihn dabei sehr treffend
Als etwas aus der Zeit gefallen und
Wie es über seine Gönnerin zum
Kontakt mit ihr schließlich kam

Ihre Abneigung gegen die Katzen
Mit denen der bettelarme Poet noch
Zusammenlebte was sie hinderte den
Eigenwilligen Mann je zu besuchen

Stattdessen kam er natürlich zu ihr
Spielte rührend mit der Schwester
Sah aus wie ein Adler mit einer
Dazu ganz speziellen Aura noch

Im Kreise der rauchenden Katzen 
Schrieb er seine Meisterwerke die er
Ihr gerne mit rotgoldener Tinte auf
Klebrig romantische Art widmete 

Ausführlich erzählt er dann vom 
Theater das in Paris eine Rolle
Spielte wie in Deutschland die
Hausmusik als Teil der Kultur

Natürlich spielen sie in so einem
Privaten Theater in einem der
Salons dann Ibsens Nora und
Selbstverständlich spielt Alice sie 

Die Geschichte wie dann noch
Henryk Ibsen persönlich zu einer
Vorstellung geladen wird erst nicht 
Will und dann doch zusagt ist mal 

Wieder nett geplaudert von Harry 
Das macht er mit nonchalance quasi
Nebenbei ganz wunderbar auch wenn
Das Mama-Spiel hier noch weitergeht 

Ibsen der erst ablehnend auf die
Laientruppe reagierte kam dann doch
Natürlich glänzte Alice bei der dort
Tarantella alles erwartungsgemäß 

Was Ibsen dazu sagt und ob es
Einen persönlichen Kontakt gab
Bleibt an dieser Stelle noch offen 
Vielleicht wird auf vergessen gesetzt

Wenn nichts dabei war gab es nie
Einen Grund Ibsen zu erwähnen
Außer der Autor betreibt hier ein
Plakatives name dropping wieder

Stattdessen wird das großartige
Talent der Mutter gelobt die als
Laie sich ganz einfühlen konnte 
Mit größter Leidenschaft spielte

jens tuengerthal 17.7.26