Samstag, 24. Oktober 2026

Liebeslänglich

Liebeslänglich

Gibt es die lebenslängliche Liebe 
Ist das dann eher Zufall oder ein
Mangel an Gelegenheiten weil die
Alternative nicht mehr besser wird
Gar das größte Glück im Leben
Aber das wissen wir immer erst 
Hinterher nur fragt sich was worin
Überhaupt besser werden soll wenn
Schon alles gut so war überlege ich 
Denke die gab es schon mal aber
Irgendwer blieb dann lieber nicht
Warum es kürzer wurde als gedacht
Zumindest lebenslänglich ist nun
Wohl über der Hälfte Geschichte
Aber was zählt schon die Zeit wenn
Die Liebe wirklich tief ist denk ich
Im Knast bedeutet lebenslänglich
25 Jahre dann bin ich über achtzig
Und denke lieber nicht daran
Was bis zum Ende blieb war dann 
Die Liebe des Lebens fertig mehr
Ist vermutlich nicht mehr wichtig
Mit mir hält es ohnehin keine aus
Was vermutlich besser so ist
Für wen auch immer

jens tuengerthal 24.10.26

Kreuzungsriesling

Kreuzungsriesling

Gegen Viertel vor eins heute im
Crossroads angekommen wo heute
Tino und Melanie die Bar machen
Vor dieser noch die Bekannten alle

Begrüßt und dann in die Flaneurloge
In der Zwischenetage gezogen wohin
Melanie gleich den Riesling brachte
Während Tino bei Nina am Tisch saß

Roy und Matthias sitzen an der Bar
Wie noch zwei Herren um die Ecke 
Kurz kam unser Cowboy und ist aber
Schon wieder weg zum Späti

Da kommt der schicke Cowboy schon 
Wieder und macht es sich mit Hut 
An der Bar bequem oder doch ohne
Wie nun live zu berichten ist

Er plaudert mit Roy auf Englisch und
Sonst munter wechselnd nun vor der
Bar und flirtet munter hessisch los
Jetzt wieder mit Hut und erzählt 

Die Musik ist cool elektronisch eher
Ruhig und stört nicht weiter während
Der Cowboy mit historischen Daten
Jongliert was amüsant auch ist

jens tuengerthal 24.10.26

Freitag, 23. Oktober 2026

Energiefrage

Energiefrage 

Energie ist die Frage der Zukunft
Künstliche Intelligenz braucht davon
Immer mehr warum ihretwegen sogar
Atomkraftwerke wieder erwogen 
Werden von kurzsichtigen Staaten
Die gerne Bürger belügen denn 
Atomkraftwerke braucht es nur
Um das für Atombomben nötige
Plutonium herzustellen aber nie
Für genug Energie denn davon
Ist unendlich viel vorhanden solange
Biologische Prozesse ablaufen die
Unendlich viel davon erzeugen
Schon jeder Mensch mit jeder
Bewegung setzt genug Energie frei 
Die Verdauung tut das ihre und
Liefert genug Faulgase für alle
Was auch Tote noch können 
Die dann zumindest für etwas
Im Leben nützlich wären wenn
Sie schon einfach nicht mehr sind
Was ja lebenslänglich vorkommt
Es gäbe überall genug Energie
Ohne Verbrennung von etwas
Wenn wir die Natur imitierten
Die Herzen lebenslang schlagen lässt
Bis irgendwann genug ist
Wir nicht mehr sein müssen
Aber diese Energieautonomie
Wird bisher meist verschwendet
Statt an Fitnessgeräten für die
Erzeugte Energie bezahlt zu werden
Zahlen Idioten immer noch dafür 
Organisiert gemeinsam zu zappeln 
Ein leichtes wäre es die täglich durch
Bewegung von uns erzeugte Energie
In kleinen Akkus in der Kleidung
Etwa zu speichern und später 
Zuhause wenn nötig zu nutzen
In freie Netze einzuspeisen 
Stattdessen bezahlen wir immer noch
Drecksschleudern genannte
Kraftwerke ohne Zukunft die
Nichtmal für ihre Schäden haften
Die Energiefrage ist eine Frage
Der Zukunft die hoffentlich mit
Mehr Verstand und weniger
Ideologie gelöst werden kann
Es ist genug für alle da wenn
Wir nutzen was da ist statt
Weiter zu zerstören nur durch
Wachstum und Verbrennung
Prometheus vom Felsen wieder
Zu befreien heißt auf Feuer für
Natur künftig lieber zu verzichten
So könnten wir ganz nebenbei
Mal eben die Welt retten und
Energie für alle frei machen
Weil Eigentum Diebstahl ist

jens tuengerthal 23.6.26

Unterirdisch

Unterirdisch

Liebe Höhlen schon immer und
Daran hat sich seit meiner Kindheit
Auch nichts mehr geändert denke ich
Der zu gerne unterirdisch träumt

Ob dies eine Variante der Liebe zu
Den Frauen ist deren Genital eine
Solche tiefe enge Höhle bildet ist
So wenig ausgeschlossen wie sonst

Das Sexuelle liegt ja immer nah und
Der weibliche Schoß als Urhöhle mir 
Als Mann traumhaft nah wobei egal
Wo eindringen wunderbar scheint 

Doch weit jenseits der Triebe die
Nur unsere Natur spiegeln ist die
Kultivierte Höhle mit Bibliothek der
Traumort meines Seins noch

Während andere vom luftigen Dach
Für sich ausgebaut träumen zieht es
Den Dichter und Flaneur immer schon 
Eher unter die Erde und in sie hinein

Eine Hobbithöhle in der ich gemütlich 
Ein Pfeifchen am Kamin schmauche
War immer der Traum vom Glück die
Zugige Dachterrasse lass ich andern 

So gibt es wohl luftige Gestalten die
Gerne gefühlt hoch hinaus möchten
Wie andere die sich lieber einwühlen
Um tief innen Erfüllung zu finden

Wollte immer schon lieber in einer
Perfekten Höhle ankommen und dort
Für immer mit guten Büchern bleiben
Statt irgendwohin zu wollen noch

Fragte mich ob das meine Natur ist
Oder durch mein Leben geprägt war
Das viele Umzüge und Wechsel hatte
Dem das Wort Heimat fremd blieb

In meiner Bibliothek bin ich zuhause
Lesend fühle ich mich wohl dabei im
Dritten Stock des Seitenflügels wie
In der immer geträumten Höhle wohl

Aber fragte mich wer wie für mich
Das Paradies zum Leben aussähe
Dächte ich zuerst an eine Höhle
Im Wald tief unter einem Baum 

Wasser vielleicht plätschernd nah
Um eine Mühle zu betreiben wie 
Damit autonom zu werden was
Die größte Freiheit uns schenkte 

So gibt es wohl welche die von
Der Burg auf dem Gipfel träumen
Während ich mich lieber verkrieche
Unterirdisch meine Ruhe zu haben 

Bei mir prägte die Großmutter diesen 
Traum schon durch Geschichten vom
Zwerg Zippelzapp der damals im Harz
Wo wir uns im Urlaub trafen wohnte

Ist das Gefühl gewachsen durch die 
Geschichten oder blieben nur diese
In Erinnerung weil meiner Natur nach
Die Höhle sich traumhaft anfühlt

Auch das sexuelle legt dieses für mich
Nah aber das könnte es auch bei den 
Eher luftigen Gestalten die Hitze dafür
Lieben die ich unterirdisch eher fliehe

Bin wohl ein Höhlenmensch noch
Der sich eingegraben sicher fühlt
Während andere lieber nochmal
Abheben wollen tauche ich tiefer

jens tuengerthal 23.10.26

Lektürentagebuch 22.10.26

Lektürentagebuch 22.10.26

Heute aus dem 18. Jahrhundert gleich
In zwei Büchern gelesen zunächst ein
Kapitel in Hermann und Ulrike von
Johann Karl Wezel über drei Briefe 

Die Hermann in einem prall gefüllten 
Umschlag erreichen von seinem alten
Lehrer der schreibt wie er sich freut
Dass Hermann so gute Aufnahme 

Bei seinem alten Studienfreund fand
Von Belanglosigkeiten aus der alten
Heimat plaudert und einen traurigen
Brief schon ankündigt der sich auch

Im Umschlag findet von der Mutter 
Hermanns die von ihrer Not erzählt
Nach der Kündigung des Vaters der
Sich nun etwas neues suchen muss

Über ihre finanzielle Not klagt wie 
Über die ungerechten Zustände die
Auch der Lehrer schon beklagte 
Mit einer eher Notiz des Vaters dazu 

Aber nichts von seiner Geliebten ist
Hermann völlig enttäuscht dann aber
Entdeckt er durch Schütteln des 
Umschlags noch einen ganz kleinen

Er erkennt Ulrikes Siegel und will
Den Brief ganz schnell nervös nun
Öffnen und zerreißt ihn durch das
Brechen des Siegels in drei Teile

Mühsam puzzelt er ihn zusammen
Die Baronin Ulrike lässt ihn darin
Herzlich grüßen er solle doch bitte 
Die Schulkameradin nicht vergessen 

In großen Gefühlen enttäuscht über
Diese leere Phrase will Hermann nun
Den Brief aus dem Fenster werfen
Fühlt eine ganze Welt untergehen

Als er schon das Fenster geöffnet hat
Spürt er plötzlich feine Löcher in dem 
Papier und erinnert sich ihrer einst
Geheimschrift und versucht alles

Die Worte aus den feinen Löchern
In den Teilen noch zu entziffern und
Erkennt plötzlich dass sie dort noch
Schrieb sie komme nach Leipzig

Völlig außer sich vor Freude beginnt
Heinrich im Zimmer zu tanzen und zu
Schreien was eine Nachbarin sieht
Die besorgt den Doktor benachrichtigt 

Hermann heißt Henrich Hermann wie
Aus den Briefen der Mutter ersichtlich
Was aber angesichts des Titels doch 
Überraschend komisch wieder ist

Auch ein Mieter unter ihrer Wohnung
Hört den Lärm und wendet sich nun
Empört an den Doktor dort wäre wohl
Jemand verrückt geworden bei ihm

Der besorgte Doktor läuft sogleich
In Heinrichs Zimmer und trifft diesen 
Völlig außer sich an auf dessen 
Nachfrage wirft Heinrich ihm die

Briefe und die Teile zu aber der
Hofrat kann daraus natürlich nichts
Erkennen und hält Hermann für
Verrückt geworden rät ihm darum

Sich auszuruhen und zu schlafen 
Aber lässt ihn wieder allein und in 
Hermann wechseln sogleich wieder
Vorfreude und Angst sich ab 

Er fürchtet sie wenn sie kommt
Nicht zu erkennen oder zu finden
Schwankt zwischen Vorfreude und
Angst dabei aufgeregt hin und her 

Wie es bei Verliebten häufig geht
Sind seine Gedanken eher wenig
Vernünftig aber in allem voller Gefühl
Zwischen Freude und Sorge dabei 

Als der Doktor ihn nochmal besucht
Findet er ihn völlig vernünftig wieder
Was dieser im Geist der Aufklärung
Hocherfreut gleich seiner Frau sagt

Zwischen wahnsinniger Enttäuschung 
Wie riesiger Euphorie von seinen 
Gefühlen hin und hergerissen ist
Hermann am Ende völlig erschöpft

Dem Wunsch des Doktors gemäß
Legt er sich hin und schläft gleich ein
Der Doktor postiert noch einen der
Diener als Wache im Zimmer

Mit viel Humor werden hier die ganz
Großen Gefühlen beschrieben die
Zwischen himmelhoch jauchzend und
Zutiefst betrübt ständig schwanken

Die Liebe die uns in Gedanken gern
Nah an den Wahnsinn bringt wird so
In ihren Varianten auch für Hermann
Zu einer ständigen Gratwanderung

Hier schlief ich dann gegen sieben
Einfach ein was nicht am Thema lag
Wen würde die Liebe schon ermüden
Als der Natur geschuldet einfach war

Kaum freut er sich auf sie beginnt
Die Sorge sie zu verpassen denn 
Wüsste sie wirklich wo er ist was
Wenn sie sich nicht erkennen

Zwar wieder normal gärt doch
Im Untergrund der Wahnsinn der
Liebe weiter in ihm mit Angst wie
Euphorie die alles plötzlich will 


Auch vom Wahnsinn der Liebe
Ergriffen ist die Korrespondenz
Von Goethe und Charlotte von Stein
In dem Doppelband Lotte meine Lotte

Der Anderen Bibliothek sehr schön
Herausgebracht wenn auch leider
Die Korrespondenz sich auf seine 
Briefe an sie noch beschränkt 

Was gäbe ich dafür die Stein zu lesen
Oder würde es nur enttäuschen ließ 
Es eine andere Deutung dieser Liebe 
Aus der Literaturgeschichte wohl zu

Was würde aus der These werden
Es sei nicht Lotte der er schrieb
Und das teils mehrmals täglich
Sondern Anna Amalia gewesen

Beide waren älter als Goethe noch
Die Fürstenmutter zehn Jahre und
Charlotte von Stein dero sieben 
Letztere war Hofdame der ersteren

Wir wissen es nicht genau weil die
Andere Seite dieser Korrespondenz
Die im Januar 1776 begann uns fehlt 
Aber auch was blieb ist herrlich noch

Es sieht wer danach schaut in den 
Briefen von 1776 bis 1786 wohl
Manche Spur die auf eine Tarnung
Der Liebe zu Anna Amalia hindeutet

Aber vieles dafür dürfte der Fürstin
Völlig fern gelegen haben aber damit
Mag sich die Wissenschaft weiter
Beschäftigen um sich zu widerlegen

Herrlich ist es als Leser den deutlich
Verliebten jungen Goethe zu lesen
Der seine Liebste anschwärmt ihr
Bekannte Verse vorab schickte 

Schreibt Goethe der Stein wirklich
Vom Spargel den er für sie sticht
Ihr frisch mitbringen will was auch
Zu Briefen im Mai gut passte oder

Ist dies ein deutlich sexuelles Spiel
Mit der geteilten Lust und will der 
Dichter nur mit seinem Spargel der
Geliebten wieder ganz nah sein

Was genießen die Liebenden dann
Wirklich gemeinsam hatte doch die
Liebe Lotte einen Ehemann und
Sieben Kinder zumindest geboren

Blühte die Dame in dieser Liebe zum 
Erstenmal mit dem Jüngling unter 
Stand richtig auf oder ließ sie nur zu
Was ihr zeitweise auch gut tat

Es ist der junge Goethe zu dieser Zeit
Schon ein bekannter Autor der den 
Werther wie den Götz herausbrachte
Also reichlich Skandale dabei auch

Der Herzog genau davon fasziniert
Hatte den wenig älteren Dichter auch
Darum aus Frankfurt nach Weimar
Mitgenommen dies zu erleben 

Seine Mutter hatte schon Wieland
Wie andere zu seiner Erziehung
Engagiert an ihrem später Musenhof
Auch um den Herzog geht es hier

Die kleinen Notizen zu dessen Schlaf
Legen wieder die Vermutung näher es
Sei getarnte Korrespondenz an die
Mutter des jungen Herzog aber das

Wird letztlich mit nur einer Seite der
Korrespondenz keiner beweisen doch 
Das spätere teils beleidigte Verhältnis
Nach Goethes Flucht nach Italien

Spricht deutlich für eine echte auch
Sexuelle Liebesgeschichte wofür auch 
Die Rückforderung ihrer Briefe spricht
Aber was war mit der später Witwe

Wie bis zum Tod der Stein die 1728
Nur wenige Jahre vor Goethe stirbt
Ein emotionales auf und ab auch
Nach dem Auftauchen von Christiane

Machte die liebe Lotte es der späteren
Frau von Goethe unnötig schwer auch
Erste Dame am Ohr der Herzogin und
Wie wild trieb Goethe es mit dieser

Ist manch lustvoller Gedanke der
Walpurgisnacht echtes Erlebnis
In Thüringer Wäldern mit dem jungen
Herzog wird von manchen gefragt

Möchte dies nicht entscheiden
Finde es gut auch manches noch
Offen zu lassen im Dichterleben 
Doch spannend bleiben die Spuren 

Auch darüber denke ich nach bei
Der Lektüre der einen Seite der
Verliebten Korrespondenz von
Goethe und der Stein schon hier

Schwärmt vor ihr von einer neuen
Schauspielerin die er aus Leipzig
An den Hof zu Weimar holte mit 
Der sie ihm die Ehe nahe legt 

War Corona Schröter wirklich ein
Schwarm von Goethe immerhin
Spielte sie die Iphigenie an seiner
Seite im Theater in Weimar

Oder will er ihre Eifersucht damit
Provozieren sie auch im sexuellen
Für das es keinen Nachweis gibt
Noch zusätzlich weiter erregen 

Immerhin war die Schröter rund
Zehn Jahre jünger als die Stein
Wer spielt mit was bei dieser
Wohl auch verliebten Provokation

Aber sagt zugleich es ginge nie 
Weil sie nicht ihr gliche spielt also
Provokativ mit den Grenzen des
In einer Liebe noch sagbaren

Oder waren sie da ganz locker
Weil Lotte ja verheiratet war es
Nach damaligem Recht auch 
Keine Chance auf Scheidung gab 

Es ist die Zeit der frühen Klassik
Wie des späten Rokoko auch eine
Sexuell wesentlich freizügigere was
Goethe mit Christiane auch auslebte

Die Tabuisierung des sexuellen was
Später immer mehr von ihm auch
Eingefordert wird oder war die Flucht
Nach Italien als gemeinsame gedacht

Spricht wiederum sehr für eine nur 
Getarnte Liaison mit der Herzogin
Der Mutter seines Freundes von
Dessen Gunst der Jurist Goethe lebte 

Wir wissen es nicht ganz sicher und
Haben nur die eine Seite dieser auch
Literarisch wichtigen Korrespondenz
In der manche Verse auftauchen

Wanderers Nachtlied etwa gerade
Frisch in einer Hütte gedichtet mal
Allein dann in Gegenwart des Herzog
Dessen Schlaf eher die Mutter kannte 

Wie auch immer diese Frage aus dem
Liebesleben des Geheimrats künftig
Beurteilt wird war es schön in diese
Geistig reiche Zeit tief einzutauchen 

Liebe dieses Weimar in einer Zeit
Als Thüringen noch nicht braun war
Wenn auch Goethe wohl kein Freund
Von Revolution und Demokratie ist

Die immer wieder Annäherung von
Lotte und Goethe bis zu ihrem Tod
Spricht für eine eigene Liebe egal
Welche nun wie ausgelebt wurde 

In Erinnerung bleiben uns die
Gedanken und Briefe dieser Liebe 
Nicht wer wann in wem wirklich war
Warum es hier dahinstehen kann 

jens tuengerthal 23.10.26

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Bibliothekseinrichtung

Bibliothekseinrichtung

Wie richte ich die ideale Bibliothek ein
Überlegen alle die Bücher lieben wie 
Ihre Lektüre über alles genießen auch

Der Flaneur begann so mit zunächst
Ganz bescheidenen Mitteln aber mit
Der Zeit wuchs die Bibliothek doch 

Immer weiter heran und dann zwingen
Umstände immer wieder zu eben
Kompromissen die auch so aussehen

Auf den Traum vom Lesesessel 
Habe ich über 30 Jahre gewartet
Bis Büffelleder schwarz frei schwang

Heute stehen gleich zwei hier
Meist ungenutzt da der Blick vom
Diwan direkt zum Kamin geht

Was die Leseromantik erhöht
Ohne darum schlechte Bücher
Gleich lesen zu müssen was

Überall wo Romantik drauf steht
Schmierig aus den Seiten tropft 
Natürlich braucht eine Bibliothek

Eine Bibliotheksleiter nicht einen
Leiter etwa das organisiert sich 
Besser selbst statt mit Führer 

Ohne Altbau aber reicht eine
Leiter leider fast an die Decke
Warum weniger kaum sein kann

Billy gehört wohl dazu und ja
Denke da ziemlich schwarzweiß 
Sessel Diwan elektrischer Kamin

Und Bücherstapel natürlich die
Es lebendig schön machen
Im übrigen genug Staub auch

Für die historische Wirkung
Geputzt ist nur Einrichtung
Aus dem Katalog für smarte

Damen und andere Nichtleser
Die lieber putzen statt zu lesen
Wo sie noch Dichter sind bleibt 

Für anderes keine Zeit mehr
Lesen und dichten muss ich
Dort können der Rest ist egal
Solang es ist wie bei mir

jens tuengerthal 22.10.26

Buchkultur

Buchkultur

Bücher sind Teil der Kulturgeschichte
Der Deutschen insbesondere die noch
Immer ihren Buchmarkt wie einen 
Tempel des Wissens heilig halten

Was uns teilweise schöne Ausgaben
Bringen kann aber auch den ganzen
Müll noch mit subventioniert den der
Kenner und Liebhaber schnell erkennt

Die Masse dennoch liebt und liest nur
Ist der viele Schund wirklich Teil der
Buchkultur oder Wert dass er schnell
Zugrunde geht statt länger noch vom

Staat subventioniert zu werden nach
Einem halben Jahr in einer bloßen 
Buchverkaufsstelle in einem Center
Habe ich gelernt neunzig Prozent

Des Geschäftes sind keine Bücher
Oder schlechte Bücher die ich nie
Ohne Gruseln anfassen würde wie
Die meisten Neuerscheinungen 

Besser spurlos wieder verschwinden
Sehe ich in sozialen Netzwerken die
Bücherregale so mancher die sich
Bookies nennen wird mir übel vor

Lauter hässlichen Buchrücken 
Eine erzählte mir mal sie hätte 
Den Zauberberg gelangweilt 
Einfach abgebrochen das wäre

Nicht gut gemacht aber liest nur
Thriller und Krimi Trash und
Jubelt diesen online hoch als
Sei so etwas der Rede wert

Geschmäcker sind verschieden
Aber was macht die Buchkultur
Zählen dazu auch Kochbücher
Oder noch schlimmer Ratgeber

Wer liest noch gute Bücher statt
Den gedruckten Papiermüll der
Einfach überflüssig ist denk ich 
Aber behielte es besser für mich

Wir sind ja tolerant und es darf
Auch esoterische Bücher geben
Oder sind die wie Mein Kampf
Eher geistig schädlich wäre wieder

Gute Literatur zu lesen also die
Klassiker vielleicht die Rettung
Für das Volk der Dichter und Denker 
Überlege ich und würde das meiste

Am Buchmarkt wohl entsorgen
Aber halte den Inhalt meiner kleinen
Bibliothek dafür heilig was eher
Gegen Vernunft und Toleranz spricht

Noli me tangere denk ich dabei
Ohne alle höheren Wesen auch
Wenn die jüdische Sekte die sich
Hier einst ausbreitete Bücher doch 

Wie ich ganz heilig noch hielt
Solange bei mir genug gute Bücher
Stehen mag der Rest Schrott lesen
Ob das besser als Fernsehen ist oder

Die zeitgenössische Verblödung nur
Ist auch egal solange ich genug
Gute Bücher zu lesen habe ist
Die fehlende Buchkultur mir Wurst 

Wenn es auch schade ist und
Anders viel besser wäre geht mich
Das Leben der anderen nichts an
Wie diese meines nie verstehen

Manchmal ist es auch gut
Für sich zu bleiben mit
Wenigen Leserinnen nur 
Wo immer auch Kultur ist

Was weiß ich schon noch
Denke ich mit Montaigne
Den kaum eine je las was
Leid tut für alle aber die Insel

Seliger Leser beschaulich macht
Wie ich es lieber mag und so
Bleibt die große Buchkultur 
Am Ende bloß Geschmackssache

jens tuengerthal 22.10.26