Sonntag, 29. März 2026

Frühlingstraum

Frühlingstraum 

Auch bei kühlen Temperaturen
Vor eher grauem Himmel sind die 
Kirschblüten am Mauerpark jedes
Jahr wieder ein Frühlingstraum

Der Weg dahin mit nur zartem Grün 
Überall bei eisigen Temperaturen
Unter bedecktem Himmel machte 
Noch wenig Hoffnung auf Frühling

Nirgendwo in Berlin triffst du so
Viele hübsch gemachte junge
Japanerinnen die den Himmel
Der nun wieder aufriß natürlich

Völlig ignorieren und sich lächelnd
Fotografieren in deren Kultur steht
Die Kirschblüte für Schönheit wie
Aufbruch und Vergänglichkeit

Sie markiert den Frühlingsanfang 
Steht dabei für den unendlichen
Lebenszyklus während sie zugleich
An kurzes Leben und Tod erinnern 

Die Vergänglichkeit mono no aware
Erinnert daran dass Perfektion nicht
Von Dauer ist was als heroisches
Ideal der Samurai Zeit in Japan galt 

Sakura die Kirschblüte japanisch 
Zeigt Schönheit und Neuanfang 
Steht auch für den Frühling die
Hoffnung auf einen Neuanfang 

Die Blüte wird mit der Vitalität
Des Lebens assoziiert und ihr 
Schneller Verfall nach spätestens
Zwei Wochen mit dem frühen Tod

Sie feiern gerne Hanami was 
Blütenbetrachtung heißt und das Kirschblütenfest ist das mit Picknicks 
Unter Bäumen dann gefeiert wird 

So ist die hohe Präsenz der immer
Höflich dort lächelnden vielen zarten
Japanerinnen kulturell verständlich
Aber auch sonst Berliner freuen sich

Auch in Berlin gibt es verschiedene
Kirschblütenfeste unter anderem in 
Den Gärten der Welt in Marzahn und
Zwei Wochen später kommen die

Japanischen Kirschen noch an der 
Bornholmer Straße die ein Geschenk
Japanischer Bürger zur Einheit waren
Ein prachtvoller Spaziergang sind 

So kann Berlin die Vergänglichkeit 
Gleich doppelt feiern was gut zu der
Sich so rasant verändernden Stadt
Mit Aufbruch und Zerstörung passt

jens tuengerthal 29.3.26

Walgeschichten

Walgeschichten

Deutsche sind tierlieb
Das Schicksal einzelner 
Viecher hält die Nation 
Immer wieder im Bann 

Näher als das Schicksal
Der Kinder im Sahel die
Leider halt verhungerten
Ging vielen Eisbär Knut

Der Orakel Oktopus zur 
Fußball WM wurde auch
Eine nationale Berühmtheit
Im Land der Hundehüter 

Nun also Timmy der vielleicht
Dumme oder depressive Wal 
Der von einer Sandbank zur 
Nächsten scheinbar schwimmt

Getauft nicht von seinen Eltern
Die wohl keiner persönlich kennt
Sondern benannt nach seinem ersten
Suizidversuch an Timmendorfs Strand

Wieder ist die Anteilnahme der
Deutschen für den blöden oder
Sehr klugen Wal auf Landgang
Größer als für viele Menschen

Bin mir nur nicht ganz sicher
Ob dies eher für oder gegen
Die Kultur der Deutschen spricht
Früher gab es Mann und Goethe

Heute Timmy von Timmendorf
Gen Wismar bis irgendwer das
Riesige Vieh den lebenden Dino
Von seinem Schicksal erlöst

Nicht mal mehr stranden und
Verenden kann Wal heute noch
In Ruhe alles kommentieren die
Idioten sogar noch in Versen

jens tuengerthal 29.3.26

Palmsonntagslust

Palmsonntagslust

Mit dem Palmsonntag beginnt die
Karwoche und die Festzeit um das
Osterfest die bis Pfingsten reichen
Es ist typisch biblischer Hokuspokus 

An diesem Sonntag soll Jesus auf
Einem Esel nach Jerusalem geritten
Sein wo er wie ein König empfangen
Wurde mit Palmzweigen am Boden

Das Ritual am Palmsonntag Bilder
Mit Palmzweigen zu schmücken
Besteht in einigen Regionen noch
Hat wie aller Aberglaube nicht nur

Vernünftige Gründe sondern wird
Von Gläubigen als spirituelle Tat 
Auch ohne Vernunft ernst genommen
So auch der symbolische Hintergrund

Die Farbe des Palmsonntag ist rot
Um an das Blut Christi zu erinnern
In der Karwoche die am Karfreitag
Mit der Kreuzigung ihren Höhepunkt

In der Trauer hat und mit Ostern am
Sonntag darauf endet wo der Prophet
Der christlichen Sekte auferstanden
Sein soll 3 Tage nach der Kreuzigung 

Es ist dieser Tag in der Kunst sehr
Vielfältig und lange dargestellt worden
Der Gegensatz König und Esel war
Für die Menschen ein klares Zeichen

Tod nach Verrat und Auferstehung 
Sind zentral im Christentum warum
Ostern der höchste Feiertag dieser
Sekte die Europa lang dominierte ist

Der Tod als Erlösung vom Leben
Das nach dem Sündenfall mit der
Vertreibung aus dem Paradies nur
Ein erlittenes Elend noch war 

Der Kern christlichen Aberglaubens
Warum nicht wundert wie wenig er
Natur Genuss Lust zugewandt ist die
Nach Epikur ist worauf es ankommt

Das Christentum in Nachfolge ihres
Sektengründers der als Aufrührer wie
Terrorist hingerichtet wurde pflegt die
Kultur von Leiden und Sterben real

Dafür wird ein besseres Jenseits
Wenn wir nicht mehr sind als Lohn
Für ertragenes Leiden versprochen 
Es wird schlecht geredet was ist

Um auf etwas aus dem Aberglauben
Im Jenseits danach zu hoffen statt
Das Leben lustvoll zu genießen
Was unsere einzige Aufgabe ist

Aber auch abgesehen von diesem
Albernen spirituellen Hokuspokus 
Ist schon das Bild des Königs auf
Dem Esel eigentlich gruselig

Naturreligiöse Symbole werden
Mit den Palmzweigen vor dem
Da bejubelten König ausgelegt
So werden Mythen gebildet

Die Geschichten um dieses 
Uneheliche Kind das dafür
Gott untergeschoben wurde 
Abfindung zu kassieren wie

Peinlichkeiten zu vermeiden 
Sind schon albern genug doch 
Am schlimmsten ist der Kern
Du musst im Leben leiden um

Im Jenseits Erlösung zu finden
Was allen folgenden Wahn erklärt
Der weniger genießt was ist als
Zerstört was Natur uns gab 

Dieser elende Aberglaube stellt
Die Menschen über die Natur 
Warum wir sie ausbeuten sollen
Was bis heute reichlich getan wird 

So könnte der Palmsonntag eine
Gute Gelegenheit sein den so
Lebensabgewandten Aberglauben
Der nur auf ein Jenseits noch hofft

Zu überwinden um sich lieber im
Frühling an blühender Natur mehr
Zu erfreuen statt von Auferstehung
Für ein irreales Jenseits zu träumen 

Wir haben nur ein verfluchtes Leben 
Dass es mehr zu genießen gilt um
Voller Lust mit unserer Natur wie
Mit dieser im Einklang zu leben

Es gibt viele gute Gründe den ollen
Aberglauben für mehr Menschlichkeit
Abzulegen wenn jeder der Natur folgt 
Um zu genießen wird alles besser 

Sich dessen eine Woche vor Ostern
Mit der lächerlichen Auferstehung
Klar zu werden wäre wirklich eine
Befreiung aus dem unfreien Elend 

Spätestens seit Kant wissen wir ja
Aufklärung ist Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Aberglauben abgelegen ist ein Anfang

Gott ist tot er hat nie gelebt 
Wir Menschen leben noch
Genießen wir es besser mehr
Voller Liebe und Lust

jens tuengerthal 29.3.26

Liebesgrad

Liebesgrad

Welche Liebe war die größte
Frage ich mich während ich
An der Theke ein Paar beobachte
Frisch verliebt streichelt er ihre
Nackte Schulter zärtlich wenn
Sie nicht gerade im Kuss 
Eng umschlungen versunken
Schaut die Blondine mit dem
Großen Gesicht das etwas
Affenartig wirkt verliebt an 
Als gäbe es keine schönere 
Erinnere mich an die Male hier 
Habe keinerlei Zweifel daran
Dass es natürlich die aktuelle
Sein muss egal was war
Vorher und überhaupt
Weil jede neue die davor
Restlos ersetzt oder eher
Egal dann wäre weil nicht
Ganz zu lieben so ist wie
Gar nicht lieben auch weil 
In der Menge die Erinnerung 
Leicht verschwimmt ist es so 
Wichtig sich da sicher zu sein
Um wirklich lieben zu können
Denn natürlich leben auch noch 
Alle Lieben irgendwo in mir weil
Gefühl nie zu nichts wird wenn
Es je Bedeutung hatte warum
Sich sicher zu sein wichtig ist
Nicht die Orientierung im Nichts
Was bleibt und kommt zu verlieren
Jeder die Chance zu geben
Die letzte zu bleiben damit
Der innere Kompass natürlich
Sich an der aktuellen ausrichtet
So weiß ich immer wohin es geht 
Was dann bleibt war richtig

jens tuengerthal 29.3.26

Stundenriesling

Stundenriesling

In der Nacht der Zeitumstellung
Gegen halb eins im Crossroads
Angekommen das Mo und Phil II
Heute schaukeln bei mäßiger Fülle

An der Bar sitzen drei Damen die
Miteinander im Gespräch vertieft
Ferdinand ist im höflichen Gespräch
Mit älterer Nachbarin am Stehtisch 

Phil II springt zwischen den Ebenen
Kaum saß ich brachte Mo schon
Den guten Rheingauer Riesling unter
Bowie plaudern sie laut auf englisch

Kälte und Regen locken weniger raus
Oben sitzen außer der Gruppe Amis 
Noch ein Paar und eine kleine Gruppe
Unsichtbar um die Ecke da kommt 

Nina ganz in schwarz die Königin
Der Bar nimmt nach ausgiebiger 
Begrüßung wie üblich ihren Platz ein
Unten noch drei Nerds am Fenster

Der Abend schaukelt heute ruhig 
In die Nacht wie der dauernde Regen
Dann kommt eine junge Dame mit
Weinglas vom Klo zu den Nerds

Während Ferdinand weiter mit leicht
Hamburger Akzent den ich gern höre
Zu wichtigen Themen referiert aber
Mindestens eine Zuhörerin hier hat

jens tuengerthal 29.3.26

Samstag, 28. März 2026

Lektürentagebuch 28.3.26

Lektürentagebuch 28.3.26

Wieder auf der Reise ins Paradies
Mit Heinrich und Christine Gondela
Dem Bremer Ehepaar in der Kutsche 
Das am 7. September 1802 aus Eger 

Berichtet wie die Reise von Carlsbad
Aus war wo sie erstmal zwei Stunden
Von fünf bis sieben auf ihre Pferde
Noch warten mussten die sie aber

Nutzten um zu lesen wer alles im
Städtischen Journal als Gäste neu 
Gemeldet wurde teilweise noch mit
Allen Titeln des Gatten wie bei einer

Dame aus Prag von Familie oder ein
Herr Offizier von und zu aus Preußen
Amüsieren sich dezent über die dort
Titelprotzerei noch bis zur Abfahrt

Die Fahrt wird ziemlich frisch bei
Steifem Westwind und führt sie in 
Die offene Ebene über grausam
Schlechte Straßen die sie zu sehr

Langsamer vorsichtiger Fahrt zwingen
Zum Glück hört der Kutscher auf sie
Fährt sehr achtsam diesmal sonst
Drohte ein Umkippen der Kutsche 

Durch die Gewitter der letzten Tage
War der lehmige Boden aufgeweicht
Die Räder versanken teilweise fast
Oder flog über Steine welche die

Bauern aus ihren Feldern auf die
Landstraße werfen was den Weg
Noch beschwerlicher machte es
Wäre ein ständiges Ruckeln nur

Ein Halt an einer Poststation dann
Um die Pferde zu wechseln wird 
Mit viel Humor beschrieben wie sie
Im Dienstraum des Postillons dort

Der zugleich auch sein Wohnraum
Mit Frau Tochter und Gesinde nun
Warten mussten bis sie sich wieder
Auf ihren Wagen setzten weil es

Völlig unerträglich war wie der Mann
Seine Frau und diese die Tochter in
Einem fort ankeifte mit denen sie in
Dem einen Raum gewartet hatten

Auf dem Weg kamen sie noch am 
Kloster Culm vorbei was sich nicht
Finden lässt aber am Weg durchs
Egerland liegt die Wallfahrtskirche

Maria Kulm die vermutlich gemeint
War denn es werden die Bauern
Wie vor allem schönen Bäuerinnen
Beschrieben die dorthin unterwegs

So seien besonders die Damen sehr
Geschmückt und ausstaffiert gewesen
Die sie am Wegesrand sitzen sahen 
Als sie ihre Schuhe wieder anzogen

Die wohl sehr gläubigen Damen 
Waren bis dahin barfuß gepilgert
Machten die Wallfahrt zum Feiertag
Maria Geburt die Herren trugen Schuh

Eger sehen sie schon lange vor sich
Aber dann dauert es noch ewig bis
Sie die Stadtmauer erreichen müssen
Vorher noch Hügel umfahren und

Durch enge Hohlwege fahren um
Dann durch ein grausenerregendes 
Uraltes Stadttor nach Eger zu kommen
Das sehr schön beschrieben wird

Uralte Renaissancegebäude neben
Lichteren neueren Bauten wäre alles
Sehr harmonisch und ansehnlich auch
In ihrem Gasthof bekamen sie ein

Großes geräumiges Zimmer aber
Machen sich gleich auf den Weg um
Das Schloss noch zu besichtigen 
Nachdem sie gegen sechs ankamen 

Dies war der Ort an dem Wallenstein
Mit seinen Getreuen 1634 ermordet
Wurde aber das Schloss war gegen
Ende des Krieges noch von den

Schweden zerstört worden die ja
Auch in Prag reichlich Kunst raubten
So ist nicht mehr viel zu sehen die
Räume wären nach oben offen

Ein angeblich noch im Rathaus 
Befindliches Wallenstein Portrait
Konnten sie nicht sehen weil der
Bürgermeister schon gegangen

Sonst fand sich dort niemand
Der einen Schlüssel zum Rathaus
Hatte und so gingen sie nach dem
Reichlichen Essen früh schlafen

Am nächsten Tag schon sollte es
Nach Franken bis Bayreuth gehen 
Warum sie früh los wollten und so
Zeitig erschöpft zu Bett gingen

Dieser immer wieder ironische 
Reisebericht über die teilweise
Unerträglichen Zustände für die
Reisenden ist ganz wunderbar

Es gibt ein Bild was Reisen zu
Beginn des 19. Jahrhunderts noch
Für ein Abenteuer war und welch
Unbill Reisende ertragen mussten


Weiter im gleichen Jahr geht es nun
Mit dem Spaziergang nach Syrakus
Von Johann Gottfried Seume dem
Dritten Band der Anderen Bibliothek 

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 
Kommt Seume in Wien an aber 
Erzählt vorher schon in Stockerau
Echt Wienerisch gegessen und

Das ist besonders erstaunlich
Geschlafen zu haben an der
Stadtgrenze scheint er den dortigen
Zöllnern verdächtig die ihn und

Seinen Tornister komplett filzen
Weil sie ihn für einen Juden halten 
Der Juwelen schmuggelt dafür
Lassen sie ihn eine Strafe zahlen

Weil er gegen etwas verstieß wovon
Keiner wissen konnte wonach es
Verboten sei versiegelte Briefe
In die Stadt einzuführen deren er

Aufgrund der Empfehlungsschreiben 
Zahlreiche bei sich hatte und dann
Durchsuchen sie auch ihn noch
Tasten die Nähte seiner Hose bis

Zur heiligen Naht ganz oben ab 
Aber alles wie die Durchsuchung
Immer mit hervorragender Höflichkeit
Dann müssen sie ihre Pässe abgeben 

Alles sollen sie bei der Abreise wieder 
Erhalten und Seume erzählt wie er
Die Besuche nach seinen vielen
Empfehlungsschreiben abstattete

Erzählt aber von den meisten erst
Nichts weil sein Leser sie ja alle
Wohl besser kennen würde und
Geht dann zu Füger und schwärmt

Dabei muss es sich um den Maler 
Heinrich August Füger handeln einen
Bekannten Maler des Klassizismus
Der nach seiner Italienreise 1783

Nach Wien kam und sich dort dann
Endgültig niederließ zentrale Figur
Der Wiener Kunstszene wird ab 1795
Direktor der Akademie der Künste ist

Dessen Bilder und ihre Wiedergabe 
Von Szenen des Homer wie der 
Antike beschreibt er mit großem
Enthusiasmus und viel Begeisterung

Auch sei Füger sehr sympathisch
Der sie nebenbei empfing sich dabei
Zeit nahm aber sie auch alleine
Einfach schauen ließ was ihm gefiel

Die Nähe zur eigenen Lektüre er
Hatte die klassischen Bänder die
Er mit sich trägt bei der Filzung
Noch beschrieben passt gut

Weitere Bilder von Füger sieht er
Noch bei einem Grafen Fries der
Mit viel Enthusiasmus auch der
Hiesigen Akademie verbunden wäre

Am Ende des ersten Abschnittes
Den ich heute nur las berichtet er
Vom enttäuschenden Besuch im
Nationaltheater in der Burg wie

Am Kärntnertor wo sie abwechselnd
Spielen würden so sei Brockmann
Dort völlig isoliert als einzig großer
Rutsche darum im Niveau herab 

Johann Hieronymus Brockmann
War einer der bedeutendsten Wiener 
Schauspieler an der Burg der sie
Zeitweise auch als Direktor leitete

Sehr lustig macht er sich über die
Schauspielerinnen die bestenfalls
Noch als Äbtissinnen taugten dort
Auf der Bühne peinlich waren

Er sah das Trauerspiel Regulus
Dabei könnte es sich um die Version
Von Heinrich Joseph von Collin
Handeln die zufällig 1802 erschien

Dies amüsierte ihn trotz mäßiger 
Schauspieler sehr weil es eines
Seiner liebsten historischen Themen
Behandelte und es wäre gut gemacht

Im übrigen wäre er dort mehr als nur
Zuschauer gewesen und nicht als
Rezensent warum seine Kritik hier
Vielleicht etwas mäßig nur wäre

Herrlich ist es so mit einem der
Intellektuellen und Autoren der
Zeit in das kulturelle Wien um
Das Jahr 1802 einzutauchen 

jens tuengerthal 28.3.26

Liebessalat

Liebessalat

Salat ist gesund
Liebe auch gelegentlich
Mit gutem Dressing

jens tuengerthal 28.3.26

Völkerrechtswurst

Völkerrechtswurst

Völkerrecht wurde
Dank Steinmeier nun wurst wie 
Relativ gültig

jens tuengerthal 28.3.26

Teegesund

Teegesund

Rauche und Saufe
Trinke dafür Grünen Tee
Gern literweise

Wie mein Vater auch
Der aber schon tot ist hat
Also geholfen

jens tuengerthal 28.3.26

Unschuldsvermutung

Unschuldsvermutung

Die Unschuldsvermutung ist einer
Der wichtigsten Grundsätze im
Strafprozessrecht nachdem jeder
Als unschuldig zu gelten hat bis
Zum Beweis des Gegenteils

Politisch und agitatorisch wird dies
Gerne öffentlich außer Kraft gesetzt
Wenn empörte Menschen sich lieber
Solidarisch statt vernünftig zeigen 
Soll das Schwein bestraft werden 

Viele vor allem Grüne Frauen hatten
Solidarisch demonstriert für eine 
Änderung des Strafrechts damit das
Schwein Ulmen bestraft würde den 
Seine Ex mithilfe des Spiegel anklagte

Hatte mich dazu bisher nicht geäußert
Auch wenn Frauen lautstark nun die
Solidarität von Männern einforderten
Kenne diese kollektive Wut gut genug
Erinnere an den Fall Kachelmann

Das Verfahren gegen Ulmen ist nun
Ohne Anfangsverdacht eingestellt
Dafür lässt er den Spiegel verklagen
Wegen Verleumdung und mehr was
So ein Skandal alles mit sich bringt

Werde den Fall auch weiter nicht
Bewerten und enthalte mich lieber
Sehe es als eher Trennungsterror
An dem wohl alle beteiligt sind
Außenstehende besser schweigen

Eine Politik die auf jeden Zug der
Mit Radau durchs Dorf getrieben 
Empört aufspringt nimmt keiner
Künftig mehr ernst auch da wäre
Weniger natürlich deutlich mehr

jens tuengerthal 28.3.26

Mars Venus Natur

Mars Venus Natur

Hatte just eine sehr spannende
Diskussion mit einer Chemikerin
Einer so klugen wie schönen Frau
Die meinte Männer und Frauen
Seien nach der Natur gleich die
Unterschiede seien nur anerzogen

Setzte dem die Mars-Venus-Theorie
Von John Gray entgegen nach der
Männer vom Mars und Frauen von
Der Venus kämen wir uns nach der
Natur nicht verstehen könnten weil
Wir Dinge unterschiedlich sehen

Was sie zurückwies und als bloße
Prägung definierte die das Verhalten
In Rollen ausmache wir seien genau
Gleich und die Unterschiede wären 
Nur seit Generationen anerzogen

Das Argument es gäbe ja schon
Unterschiede nach der Natur wies 
Sie als marginal zurück weil unser 
Wesen wie unsere Gefühle sich
Glichen die Unterschiede nur
Marginal nach der Natur wären 

Der Aufforderung die Unterschiede
Sachlich zu benennen kam ich
Lieber nicht nach weil es für mich
Nicht weiterführte ohne konkret
Die Unterschiede benennen zu
Können nach zusammen einem 
Ganzen Liter Pfälzer Riesling 

Unwesentlich nüchterner nun
Sehe ich davon ab das schon 
Schlüssige aufzunehmen das
Wir uns ja offensichtlich also
Rein tatsächlich nicht verstünden
Weil es inhaltlich nicht weiter führt

Noch ferner aber liegt mir darum
Zu behaupten ich könnte dann ja
Frauen verstehen wer wäre ich mir 
Solches nach aller Erfahrung je
Anmaßen zu wollen wo es doch 
Ganz offensichtlich nicht so ist

Die Frage ob ich die Unterschiede
Sachlich begründen kann halte ich
Dagegen für völlig irrelevant weil
Es sich mit der Annahme besser
Leben lässt als damit zu behaupten
Wir seien genau gleich im Wesen 

Folgte ich dieser Vermutung wäre
Das rein tatsächliche Unverständnis
Mit dem sich viel besser leben lässt
Sachlich unbegründet was viele
Konflikte denen ich so aus dem Weg
Gehen kann nur unnötig verschärfte

Sie mag recht haben oder nicht
Wer wäre ich als Mann was Frau
Meint beurteilen zu können zu
Bezweifeln denke ich aber weiß
Sicher aus Erfahrung wieviel besser
Wir uns nach der Mars Venus Theorie
Miteinander vertragen können 

Wer sich nicht verstehen muss kann
Die andere anders sein lassen wie
Ihre gegenteilige Ansicht liebevoll
Belächeln weil es ganz natürlich ist
Sich nicht verstehen zu können was
Toleranz übt die jedes miteinander
Egal ob sexuell oder sonst erleichtert 

Sie hat aus ihrer Sicht als Frau sicher
Recht und ich muss sie darum nicht
Verstehen können aber ich kann sie
Mit ihrer Sicht glücklich sein lassen
Wie ich mit meiner leichter lebe so
Sind wir uns einig uns hier nicht zu
Verstehen wie sonst vermutlich auch

Egal was wahr oder wirklich ist
Nach der Natur oder unserer
Prägung geht es mir nur darum
Sich so gut wie möglich zu tun
Wer auch was dabei versteht
Insofern das erleichtert wird
Bei Annahme des Modells von
Mars und Venus bleibe ich dabei
Es braucht keinen Beweis dafür
Mehr Genuss genügt völlig 

Dagegen wäre die Annahme
Sich zu gleichen eine ständige
Quelle von Konflikten und ewiger
Missverständnisses auf die ich
Liebend gern verzichte weil was 
Gut tut im miteinander
Auch gut ist und damit
Ist für mich alles gut so
Wenn wir verschieden
Natürlich sind

jens tuengerthal 28.3.26

Freitag, 27. März 2026

Lektürentagebuch 27.3.26

Lektürentagebuch 27.3.26

In der Verfeinerung der Deutschen
Kommt Erwin Seitz auf Martin Luther
Im Sog der Germania des Tacitus
Zeigt so den vielseitigen Reformator 

Doch bevor er zu Luther kommt
Erzählt er vom guten Weg auch
Der Städte in Deutschland die
Wuchsen und Kultur entwickelten

Welche Wirkung die Renaissance
Dabei mit ihren Entdeckungen etwa
In einer Großstadt wie Nürnberg
Hatte oder in Augsburg auch

Der internationale Handel bot nun
Hohe Gewinne und infolge wurden
Bürger immer fürstlicher in ihrer Art
Zu leben und der Kultur um sie 

Dabei kam es sicher bereits zu einer 
Verfeinerung deutscher Kultur auch
Durch italienischen wie französischen
Einfluss der die Kultivierung förderte 

Doch dann kommt Luther und wettert 
Gegen Rom und gegen den Luxus
Erzählt von der Freiheit des Christen 
Aber wünscht ihn sich ganz demütig

Der Augustiner Mönch der gegen
Die Wünsche seiner Eltern Theologie
Statt Jura studierte und so als Lehrer
In das abgelegene Wittenberg kam 

Wie und warum er dort die 95 Thesen
An die Schlosskirche nagelte wider
Den Ablass weil es dieses Freikaufen 
Für eine Sünde hielt und lieber den 

Direkten Draht zu Gott predigte so
Einerseits Freiheit gab aber auch
Andererseits die Freiheit fürchtete
Dem Adel hohe Autorität gab

Seitz schildert diese Widersprüche 
Bei Luther klug und erzählt sein 
Leben weniger chronologisch als 
Nach Höhepunkten mit Ziel

So soll der Reformator als auch 
Tumber Tölpel bloß gestellt werden
Die Germania des Tacitus zu der ich
Noch nicht hier gelangte gab dafür

Sicher gute Gründe im Bild vom
Germanischen Deutschland dass 
Die träge gewordenen Römer wecken
Sollte aber so ist sie auch zu lesen

Das ist etwas sehr durchschaubar
Aufgebaut auch wenn ich ihm nicht
Widersprechen würde was den
Kulturellen Schaden Luthers betrifft

Nur ist das Ende der Renaissance
Im Reich durch die Reformation der
Entscheidende Schaden der auch
Zuerst so benannt werden sollte

Das macht Seitz aus meiner Sicht
Einerseits gut indem er mit der
Urbanisierung Deutschlands auch
Infolge der Renaissance beginnt

Warum dann ein abtrünniger Mönch
Der zum reinen Glauben zurück will
Massen faszinieren konnte hing mit
Der geistigen Kultur der Renaissance

Die Freiheit und selbständiges 
Denken förderte eng zusammen
Wie auch Luther Humanist war
Bis er als Reformator abstürzte

Der sich den Fürsten andiente
Ihnen ungeahnte Macht auch
Gegen den Papst versprach was
Im Konflikt das Mittelalter prägte

Hier erwähnt Seitz die Staufer
Aber schweigt zu Heinrich IV
Dem in Speyer begrabenen
Salier der nach Canossa ging

Über Luther plaudert er gut
Wenn auch ein wenig wild
Die Zeiten vermengend aber
Ihn als Problem zu sehen

Ist sicher ein guter Ansatz
Nur ob dieser irgend noch
Zur Verfeinerung der Deutschen 
Beitrug scheint eher fraglich

Sicher braucht es auch die
Abschreckenden Beispiele
Irrwege der Kultur zu sehen
Aber weniger Luther wäre mehr

Enthalte mich noch von jedem
Urteil bis zum Ende des Kapitels
Aber weniger Aberglaube ist immer
Mehr Vernunft in der Kultur

Bin sicher vorne dabei über den
Rabiaten Antisemiten Luther zu
Schimpfen der die Bauern verriet
Aus taktisch klugen Gründen

Bleibe gespannt wie es nun bei
Seitz weitergeht dessen Richtung
Zumindest schon deutlich spürbar ist
Die im Ergebnis Zustimmung verdient


Noch einige Seiten Siri Hustvedt
Gelesen die liebevoll zärtlich über
Alte und neue Gewohnheiten im
Leben ohne Paul schreibt die zeigen 

Wie lebendig sein Geist in diesen 
Ghost Stories weiter spukt und wie
Präsent er damit immer noch ist
Wie erstaunlich dass immer ist

Sonntags kamen immer die Kids
Wie sie Sophie und ihren Mann 
Spencer nannten und blieben
Zum Dinner so auch weiterhin

Wie Spencer die Küche machte
Während sie mit Sophie und dem
Kleinen Miles auf der Terrasse saß 
Der glucksend die Blüte bestaunte

Als sie am nächsten Tag dann den
Geschirrspüler ausräumt ist sie
Völlig verwirrt weil nur drei Teller 
Sauber in der Maschine stehen

Es waren doch all die Jahre immer
Vier dachte sie und überlegt was
Passiert sein kann ob der Teller
Vielleicht im Müll gelandet ist

Bis ihr einfällt sie waren zu dritt
Miles nahm bisher nur Milch zu sich 
Hätte sie jemand gefragt wo Paul ist
Hätte sie sofort gesagt er ist tot

Aber in der alltäglichen Gewohnheit
War das Fehlen seltsam irritierend
Dann erinnert sie sich an das große
Umräumen der Bibliothek zurück

Das war vor etwa 15 Jahren und die
Bibliothek im zweiten Stock war die 
Von Paul in der er auch sterben wollte
Diesem hellen lichten Raum dort

Sein Bedürfnis nach Licht nahm 
Gegen Ende hin deutlich zu erzählt
Sie und ich denke an Goethes letzte
Worte in diesem Zusammenhang 

Beim Umräumen der Bibliothek
Springt sie im Absatz zurück wie
Das Buch voller Gedankensprünge
In Absätzen auch immer wieder ist

Sie wachte nachts auf und kein Paul
Neben ihr verwirrt machte sie Licht 
Ging in den Flur und sah dann das 
Licht aus der oberen Bibliothek 

Sie ging hinaus und er saß nur 
Mit einer Boxershorts bekleidet
Auf der Leiter und räumte weiter
Bücher in die oberen Regale

Dass sie dabei noch bemerkt es 
Wird eine blau oder grün karierte
Boxer gewesen sein ist wieder
Eine liebevolle Bezugnahme 

Erinnert daran dass er die roten
Nicht ausstehen konnte darum
Immer blau oder grün trug eine
Wieder dezente Liebeserklärung

Denke an meinen Vater der auch
Nachts manchmal verrückte Aktionen
Noch zu Ende bringen musste
Wie ich auch vor allem anderen

Nach meinem Umzug bis in tief
In die Nacht die Bibliothek voll
Zärtlicher Liebe noch einräumte
Mit auch einer Ordnung eigener Art

Siri erzählt wie sie Gertrude Stein
Suchte und fluchte und ich lache
Denke daran wo sie bei mir liegt ja
Manche Bücher liegen andere stehen

Ein zärtlich naher und dabei wieder
Ganz wunderschöner Blick in das
Leben der beiden Autoren und noch
Schöner dabei auf ihre Liebe

jens tuengerthal 27.3.26