Donnerstag, 5. November 2026

Frostfrierend

Frostfrierend 

Im ersten Frost zu erfrieren
Finden manche frustrierend

Andere genießen viel mehr
Die wieder eisige Luft als
Rückkehr zur Klarheit die
Tieferen Durchblick ergibt

Was zu Eis und heiß führt
Wenn manche Fotografen
Eiswürfel nutzen damit die
Brüste wie erregt stehen

Wird die seltsame Nähe von
Frost und Lust sichtbar
Für wen auch immer dies 
Bild sein soll scheint uns 

Mit Liebe geschaut alles
Immer wunderschön aber
Ohne wirkt es mangelhaft
Unvollkommen menschlich

Was eine eigene Form von
Vollkommener Schönheit ist

Die das Gefühl trägt was sich
Bei Menschen wie auch bei
Käse und Wein an der Reife 
Mehr freut als an unreifer Jugend

Die eher Kopfschmerzen bringt 
Oder schlimmer noch Durchfall

So finden manche die gern ihre
Jugendliche Schönheit halbnackt
Präsentieren den Frost frustrierend
Während mir der Reife bevorzugt 

Kühle Klarheit eine Wohltat ist
So hat jedes Alter seine Zeit
Liebte schon immer den Herbst
Gerne auch frostig klar was 

Nach Winter schon fast klingt
Bin meiner Zeit gerne voraus
Lehnte Mobilität schon ab 
Als alle Welt noch flog weil 

Ankommen und bleiben ist
Was am Ende doch zählt

jens tuengerthal 5.11.26

Weg nach Panama

Weg nach Panama

Janos ist nicht mehr
Er hat das Leben hinter sich
Was mit 95 in Ordnung ist

Aber seine Geschichten leben 
Besonders die von Bär und Tiger
Die sich auf den Weg nach Panama
Machten und dazu erstmal ein

Schönes Schild malen wie
Sich ein Floß bauen aber
Begonnen hatte alles mit
Einer Bananenkiste die so
Wunderbar roch und auf der
Panama stand warum sie

Sich auf den Weg dahin
Machen ihr Paradies zu finden
Aber dafür in Wirklichkeit
Zuhause nur ankommen
Wo es am allerschönsten ist

Eine durch und durch
Konstruktivistische Geschichte
Die sich die Welt so macht
Wie sie ihr gefällt und das 
Auf solch liebenswerte Art
Ist die schönste lebendige 
Erinnerung an Janos die
Bleibt wenn er weg ist

jens tuengerthal 5.11.26

Lektürentagebuch 5.11.26

Lektürentagebuch 5.11.26

In der Kulturgeschichte der Neuzeit 
Von Egon Friedell endlich mit dem 
Dritten Buch begonnen zum Thema
Aufklärung und Revolution was ja

Seit vielen Jahren mein liebstes 
Schon ist nicht erst seit der Zeit im
Grand Orient aber auch durch diesen
Teil der Aufklärung wohl geprägt 

Die Zeit vom siebenjährigen Krieg
Bis zum Wiener Kongress wird hier
Behandelt und es beginnt mit dem
Ersten Kapitel mit einem Unwort

Es heißt gesunder Menschenverstand
Und Rückkehr zur Natur letzteres ist
Rousseau vermutlich geschuldet aber
Ersteres heute doch eher peinlich 

Es sei dieser verbale Ausrutscher
Dem konvertierten Juden Friedell 
Verziehen der noch warnte bevor
Er sich aus Furcht vor der SA die

Aber gar nicht zu ihm wollte aus
Dem Fenster stürzte aber es tut
Doch der kritischen Vernunft diese
Alte Redensart wirklich weh 

Steht der gesunde im Gegensatz
Zum kranken Menschenverstand
Wer will Menschen so sortieren 
Überlege ich darum empört vorab 

Ob das daran liegt dass ich nie 
Ganz normal war in einem mehr
In viel mehr weniger finde ich die 
Unterscheidung diskriminierend

Gut wäre Menschen dächten heute 
Besser über ihre Wortwahl nach um
Nicht unnötig zu diskriminieren noch
Besser wäre natürlicher Verstand 

Vorab zitiert er den französischen
Philosophen Hippolyte Taine zur 
Vernunft die sich vergeblich beklage
Dass Vorurteile die Welt regierten 

Denn wenn sie die Welt regieren will 
Müsse sie sich in ein Vorurteil wohl
Verwandeln eine gewagte These des
Philosophen der vor Ideen warnte

Was sie mit dem Geist der Aufklärung
Der die Welt verstehen wollte als Teil
Unserer Natur die er nüchtern dazu
Betrachtete nicht zu vereinbaren ist 

Zunächst erläutert Friedell mit sehr
Gewagter These die Parallele vom
Kultur- und Erdzeitaltern die sich bei
Jeder Betrachtung auch überschnitten

So gäbe es auf dem flachen Land
Noch Menschen die kulturell auf dem
Karolingischen Niveau lebten dafür
Steckten deutsche Kleinstädter geistig

Noch in der Reformationszeit was
Eine eher gewagte These ohne Beleg
Aber mit reichlich Vorurteilen behaftet 
Die nicht zur Aufklärung viel beitragen

Wenn auch wohl die Frage heute 
Berechtigt ist ob die Zuschauer von 
RTL oder Leser von Bild wirklich
Bereits karolingisches Niveau haben

Er unterscheidet dabei noch dreierlei
Vorstellungsmassen in der Epoche 
Vom Siebenjährigen Krieg bis zum
Wiener Kongress was schon eine

Typisch austriozentrische Betrachtung
Wieder ist die nicht in die Zeit passt
Die deutlich früher begann aber sich 
Weniger im Absolutismus zeigte

Fürchte in diesem Abschnitt werde ich
Friedell häufiger widersprechen der
Vermengt was nicht zur Epoche passt
Die am Kongress konservativ nur war

Dort wurde in der längst Romantik
An falschen Idealen des Absolutismus
Festgehalten der die Welt von oben
Aufteilt statt den Einzelnen zu sehen

Genau das aber ist das Verdienst der
Aufklärung die uns Menschenrechte
Wie die französische Revolution noch
Brachte was immer aus ihr wurde

Drei Hauptströmungen unterscheidet
Nun Friedell in der gewählten Zeit
Aufklärung Revolution Klassizismus 
Die seltsam wenig zusammenpassen 

Aufklärung bezeichnet er als jene
Extrem rationalistische Richtung die
In England durch Locke in Frankreich
Von Voltaires und in Deutschland am

Ende der Aufzählung von Wolff in
Halle repräsentiert wurde dagegen
Dürfte Klassizismus kaum jemals
Missverständnisse bringen meint er

Ob die Hinwendung zur Antike wie 
Neuer Schlichtheit im Geiste von 
Winckelmann ab 1770 bis 1840
Hier passt scheint eher fraglich

Den Ausdruck Revolution jedoch
Möchte Friedell weiter erklären
Weil er alles zusammenfasst was
Sich gegen das bisherige richtet

Dies kann Politik Kunst wie auch die
Weltanschauung selbst sein was
Technik im Zeitalter der KI erfasst 
Mit dem Ziel der Neuordnung dabei

Sie verbanne jegliche ästhetische
Regel entthrone den Verstand durch
Das Gefühl und dies alles im Namen
Der Rückkehr zur Natur noch dazu

Auch hier wieder eine Dominanz
Der Ideen von Rousseau die wohl
Mehr dessen Inkontinenz als der
Kritischen Vernunft geschuldet war

Hierzu greift er wieder auf einen 
Begriff der Geologie zurück von 
Den Gesteinsschichten oder Massen
Bei dem alle verschiedenen Schichten

Sich überlagern und ineinandergreifen 
Kamen alle Teile auch parallel je vor
Was die Unterteilung hinken lässt in 
Jeder würde eine überwiegen

Immerhin erkennt Friedell hier auch
Die Bedeutung der Encyclopédie als
Mauerbrecher der Aufklärung ab dem
Jahr 1751 in Frankreich an 

Der Contrat social von Rousseau tritt 
Ein Jahr vor Ende des Siebenjährigen
Krieges ins Licht der Öffentlichkeit
Wickelmanns Kunstgeschichte als

Bibel des Klassizismus wird dann
Ein Jahr nach dem Frieden kommen 
Andererseits kulminierten alle drei
Erst am Ende der Jahrhunderts 

Die Aufklärung mit Kant wie er dann
Doch noch richtig erkennt dafür die
Revolution in Napoleon und der
Klassizismus klassisch in Goethe

Bei der politischen Geschichte mache
Das Weltereignis der französischen
Revolution eine Zäsur welche die
Periode in zwei ungleiche Hälften teile

Er bleibt in seiner Erzählung der
Kulturgeschichte erstmal vor diesem
Entscheidenden Einschnitt außer bei
Der Naturforschung und auch dort

Nur zur Vermeidung von sonst nötigen
Wiederholungen was den Leser aber
Eher vermuten lässt die Aufteilung
Des Kulturgeologen Friedell ist Unsinn 

Da aber auch solcher zumindest
Literarisch eine Existenzberechtigung
Hat werde ich irgendwann wieder
Weiterlesen aber gerade ist genug 

Die zwanghaften Einteilung in sich
Überschneidende Epochen klingt
Mehr nach Mengenlehre als nach
Aufklärung und weiterer Erkenntnis 

Aber ich freue mich auf Diderot dem 
Nun noch reichlich Raum gewidmet
Wird was in die Gewichtung besser
Passt als theoretische Nomenklatura


Heute am frühen Morgen noch als
Andere schon zum frühen Dienst
Eilen mögen wunderbar gelesen
In Hermann und Ulrike ein Kapitel

Dabei erläutert sie ihm genau die
Zustände im Haus und warum die
Französische Geliebte für sie wie 
Eine Schwester im Bunde ist

Daneben gibt es die Schwester
Des adeligen Herren der Witwer sei 
Die sich um die Erziehung seiner 
Tochter bisher kümmert was die 

Französische Geliebte selbst will 
Die sie großzügig mit Mitteln versorge
Ein guter edler Mensch während die
Schwester eine fromme Hexe sei 

Sie schätzt es überhaupt nicht wenn
Hermann ihren Erzählfluss durch nur 
Irgend kritische Fragen unterbricht
Streit verhindert er seinerseits durch

Fast untertänige Entschuldigung 
Wie die beiden Verliebten so aber
Dauerhaft glücklich werden wollen
Bleibt hier noch relativ unklar

Sie berichtet ihm detailliert wie sich
Die französische Geliebte Spione
Unter den Dienern hält die ihr alles 
Erzählen bei dieser soll er wohnen

Es gibt ganz viel Information über
Das Leben im Haus wie die sonst
Treffen mit den anderen Geliebten
Zu denen sie auch geladen wird 

Ulrike hat ihr Bild und will sich
Dabei nicht von Hermann stören 
Lassen er soll besser von ihr lernen
Wird unterbrochen wenn er fragt

Doch er kann es nicht lassen wird
Eifersüchtig auf den Herrn und
Bedrängt sie mit Fragen die sie
Zögernd nur beantwortet dabei

Gesteht ihm irgendwann einmal
Hätte Herr von Troppau versucht
Als die Vignali nicht da war mit ihr
Zu schäkern aber sie habe sich

Das ganz empört verbeten sie
Sei doch keine Hure wäre dann
Aufgesprungen und wollte die 
Treppe hinunter wo sie Vignali traf

Erzählte ihr die Geschichte und sie 
Hätte sie wieder mit hoch genommen
Dort habe sie mit dem Herrn dann 
Italienisch geplaudert damit sie nur 

Nichts verstünde und sie hätten sich
Über sie wohl unterhalten dabei auch
Zu ihr geschaut und auch gelacht
Später hätten sie allein geredet

Die Vignali habe sie aufgezogen
Worauf sie sich empörte sie sei 
Ein Dienstmädchen aber keine Hure
Worauf Vignali sie empört anfuhr

Ob sie denn denke sie sei eine Hure 
Weil sie den Herrn liebe aber dann
Ist sie wieder ganz lieb und seitdem 
Wäre kein Wort mehr dazu gefallen

Nun unterbricht Hermann sie in einem
Neuen Anfall rasender Eifersucht soll
Sie das unzüchtige Haus sofort nun
Verlassen oder liebe ihn wohl nicht

Nach einigem dramatischen Gerede
In dem sich beide ihre Keuschheit
Wie Treue versichern überredet sie
Hermann Vignali morgen zu sehen

Dabei geht es um Geld und Chancen
Während er eifersüchtig die Treue
Wie ihre reine Liebe beschwor von
Der noch keiner satt geworden wäre

Er lässt sich beruhigen aber bricht 
Dann ganz plötzlich auf und meint
Er würde Vignali morgen besuchen 
Sie läuft hinterher aber er ist weg

Typische Mann Frau Dramen mit
Lächerlicher aber gewöhnlicher
Eifersucht der Liebenden die sich
Unhaltbare Versprechen machen

Warum wir Sexualität und Liebe 
Wie Lust und Moral so eng wie 
Immer enttäuschend verknüpfen
Bleibt dabei völlig unklar noch

Ob eine freie Welt die unserer Natur
Keine ihr fremden Schranken mehr
Auferlegt besser ist kann dahinstehen
Bis einer es anders zu leben wagt

Bin gespannt auf die weiteren 
Verwicklungen dieser Liebe die
Getarnt nicht weiß was sie erwartet
Wessen Moral am Ende überlebt 


Vom verruchten Berlin ging es ins
Ländliche Britannien zu den dort 
Englischen Liebschaften von der
Humorvollen Nancy Mitford

Sie plaudert über Haustiere wie die
Mit ihnen verbundenen Dramen was
Sehr britisch und unterhaltsam ist
Eben typisch englisches Landleben 

Die genaue Beschreibung ihrer
Hochsensiblen wie emotionalen
Kusine Linda deren innige Liebe 
Zu ihrem Labrador den sie sogar

In den Zwinger begleitet wenn ihr 
Vater der Onkel der Erzählerin ihn 
In einem seiner Wutanfälle aus
Dem Hause geworfen hatte 

Etwa weil dieser sich in der Bibliothek
Vergessen hatte und ähnliche Dramen 
Wie Lindas Tränen als sie erfuhr dass 
Die Maus der Erzählerin tot war

Doch dann erzählt sie plötzlich von
Der Kinderjagd die sie alle so liebten
Einem sehr englischen Vergnügen 
Bei dem zwei im Wald voraus liefen

Sie legten eine Spur für die Meute
Die anderen jagten sie mit den 
Hunden auf Pferden und sollten 
Sie fangen bis sie am Gut waren

Dabei wäre der Onkel als er sie 
Gefangen außergewöhnlich lieb
Zu ihr gewesen der sie sonst eher
Mit Missachtung dafür strafte

Dass sie die Tochter ihres Vaters war
Dem er so manches wohl noch aus 
Kindertagen übel nahm was sie für
Die Freiheit des Vaters büßen lässt

Der immer wieder cholerische und
Dabei gewalttätige Onkel wäre ein
Fall für das Jugendamt bei einer
Normalen Familie wohl gewesen

Bei den Radletts die viel von der
Eigenen adeligen Familie der Autorin
Hat half die fehlende Erziehung
Den Kindern die Nerven zu behalten

Das ist mit viel britischem Humor
Ganz wunderbar erzählt und ich
Denke oft an meine Mutter wie
Die englisch erzogene Omi

jens tuengerthal 5.11.26


Mittwoch, 4. November 2026

Freudentage

Freudentage

Der große Sieg der Demokraten 
In den USA ist eine Freude für
Die Demokratie die ihre Fehler
Doch selbst korrigieren kann

Der kriminelle korrupte Trump
Sieht schweren Zeiten entgegen
Nach all dem Hass den er säte
Ein eher erfreuliches Ergebnis

Die rechte Welle verebbt weltweit
Scheint es oder ist die Hoffnung
Verfrüht auf Intelligenz der Masse
Zeigt sich nur der Egoismus dort

Wählten in den USA hohe Spritpreise
Oder der Geist der Freiheit eher noch
Wird der offen korrupte Politiker auch
Zur Rechenschaft gezogen werden

Liegt den Menschen dort nun das
Wohl der Menge wieder näher statt
Erleichterungen für Milliardäre bleibt
Die Mehrheit immer nur egoistisch

Wie kommen wir wieder aus der
Spirale der Polarisierung heraus
Die Extremisten unnötig stärkte
Was lernen wir für die Zukunft

Es ist zu früh schon etwas über
Die Folgen einer Wahl zu sagen
Auch wenn das Pendel sichtbar
In die Gegenrichtung schwankt

Sich am Sieg der Demokratie
Freuen ist gut und könnte uns 
Nachhaltig vor Extremen warnen
Am Ende müssen wir doch alle

Auf dieser Welt zusammenleben
Trump ist nun am Ende eher wird
Zur lahmen Ente für zwei Jahre
Wer wird dabei nun gewinnen 

Weniger Polarisierung und mehr
Mehrheit aus der Mitte könnte für
Stabilität eher sorgen als weitere 
Polarisierung voll Schadenfreude

Auch für Koalitionen in Berlin wie
Die Macht der Extremisten ist es
Wichtig zu sehen Polarisierung lohnt
Auf Dauer nie im Gegenteil eher

Die Midterms können uns zeigen
Wer es übertreibt wird bestraft 
Der Himmel ist gerade blau aber
Im Untergang färbt er auch rot

jens tuengerthal 4.11.26

Dienstag, 3. November 2026

Lektürentagebuch 3.11.26

Lektürentagebuch 3.11.26

Bei Ricarda Huch im Lebenslauf des 
Heiligen Wonnebald Pück wieder für 
Einige Seiten eingetaucht wo Pück
Erst auf Verbrennung besteht aber

Dann Lux die Flucht ermöglichen will
Weil er plötzlich gute Laune hat als
Seine Geliebte die Äbtissin von ihrem
Kind entbunden worden war dies aber

Im Waisenhaus gegen ihren Wunsch
Aber seinem entsprechend der keine
Lebenden Zeugen seiner Unzucht will
Schon spurlos einfach verschwand

So zieht Lux vom Gefängnis um auf
Die Burg wo sie im alten Turm mit
Dem hungernden Kind eingesperrt ist 
Geschichten zur Ablenkung erfindet 

Die Willkür von Pück der erst für ein
Todesurteil im Feuer plädiert und ihr 
Dann als er von seinem Kind befreit
Ihre Flucht ermöglichen will ist dabei

Eines der klügsten Plädoyers gegen
Die Todesstrafe weil es uns zeigt wie
Wie willkürlich diese immer ist ihre
Verhängung oder Aufhebung hier

An den Launen eines einzelnen
Kriminellen Lügners hängt was ein
Sehr realistisches Geschehen ist
Denken wir an Typen wir Trump

Die Ähnlichkeit des heiligen 
Wonnebald Pück der ein Betrüger
Lügner fast Mörder ist um seine
Kriminalität zu tarnen mit Trump

Dem fetten widerlichen Täter 
Des Kindesmissbrauch ist wirklich
Erstaunlich weil das Böse wohl zu
Allen Zeiten ein Typus auch bleibt

Der Gedanke das Schwein muss
Bestraft werden sollte uns dabei 
Im Strafrecht lieber nie leiten aber
Gegen Willkür sich stets empören 


In der Nacht bis zum Morgen erst
Von Johann Karl Wezel noch ein
Kapitel in Hermann und Ulrike über
Willkommen und Abschied gelesen

Zunächst wird ihm der Abschied 
Beim Kaufmann nahegelegt weil er
Dazu wirklich nicht tauge und ihm
Die falsche Ulrike präsentiert

Diese hatte der Kollege tatsächlich
Im Bordell wohl gefunden wo sie
Mit dem Chef noch zugange war
Durch eine List hergelockt wurde 

Wirklich gab es eine gewisse
Ähnlichkeit mit dem Bild dachte
Hermann und freute sich log dafür
Auch bereitwillig zu gerne sie sei es 

Sehr willkommen ist ihm dann der
Schwärmerische Brief von Ulrike
Die ein Zimmer für ihn besorgte 
Bei der Geliebten ihres Dienstherrn

Auch Geld schickte sie reichlich
Damit Hermann sich anständig
Als Adeliger präsentieren konnte 
Sollte er sofort zum Schneider

Ständig unterbricht sie ihren Brief
Weil die Kollegin die drängt nun 
Endlich mit dem Brief los zu wollen
Sie soll Hermann auch begleiten

Nach Empfang und Lektüre des
Briefes bricht Hermann sogleich auf
Sich für den Empfang mittags bei der
Französischen Geliebten zu kleiden

Entlassen beim Kaufmann weil völlig
Unfähig im Geschäft nach Hause
Wieder geschickt aber dann die 
Wende zum Glück durch Ulrike

Fast märchenhaft schön nach allem
Elend ist Hermann wieder zum
Lachen zumute nach dunkler Zeit
Wie lang dieser Stern wohl strahlt

Plötzlich ist Berlin für ihn die schönste
Aller Städte strahlend wunderbar
Ohne Geldsorgen nun unterwegs
Voller vorherige Ängste im Glück


Nur einen Blick wollte ich noch in 
Nancy Mitfords so wunderbare
Englische Liebschaften werfen 
Schon war ich am Kamin gefesselt

Mit diesem Gesellschaftsroman hat 
Nancy Mitford englischer Oberklasse
Deren Teil sie auch dabei war
Ein literarisches Denkmal gesetzt

Ein sehr sonderbares sehr englisches 
Denkmal was auf dem Kopf steht und
Lauter Löcher hat Gucklöcher durch 
Die der Blick tief  ins Innere führt

Ein Blick der nicht immer bloß feinen 
Englischen Art dabei hat sie Witz ein 
Abgefeimtes Gespür für die Komik von Situationen und Charakteren

Wie eine enorme Fähigkeit zur intelligenten Karikatur und einen unnachahmliche einfühlsamen dabei 
Liebevollen Sarkasmus englischer Art

Es beginnt mit der Einführung über 
Tante Sadie in den Weihnachtsferien
Die sie schon immer dort verbrachte 
Wie die chaotische Ehe ihrer Eltern

Makabren Erinnerungen noch an den
Spaten mit dem der Onkel acht 
Deutsche Soldaten erschlug sobald
Sie 1915 aus ihrer Deckung kamen 

An diesem klebten noch immer
Haare und Blut was mit dem typisch
Englischen Humor erzählt wird der
Teil der Realität auch sein könnte

Wie die Familie in das Blitzlicht starrt
Dadurch im Bild eingeschossen wurde 
Wie die Fliegen im Bernstein dieses 
Augenblicks bis die Kamera klickt

Es gäbe doch nichts traurigeres
Als alte Familienphotos wie jene aus
Alconleigh wo sie regelmäßig ihre
Weihnachtsferien verbrachte

Erzählt von Dramen und Erfüllung
Von Linda und den anderen dort
Wie sie einmal alleine dort blieben 
Wo ihre Eltern dabei blieben

Wie sie nach der Sünde forschten 
Die Oscar Wilde angeblich beging 
Über die ie aber keiner reden wollte
Sich fragt ob es schlimmer war gar

Als ihre Eltern was ja gar nicht ginge
Warum sie Glück hätte mir ihren 
Verruchten Eltern in deren Schatten 
Auch sie etwas lüsterner glänzte 

Es ist dieser wunderbare Ton der
Upper Class die mit viel Humor über
Sex redet ohne es auszusprechen mit
Bedürfnissen wie jeder Mensch

Hier unterbrach ich gegen sieben
Erstmal die amüsierte Lektüre dies 
Buch sollte ich meiner Mutter wohl
Unbedingt schenken sie wird lachen

jens tuengerthal 3.11.26

Familienkonstellation

Familienkonstellation

In deine Familie wirst du geboren
Mit ihr musst du erstmal leben was
Mehr oder weniger gut gelingt je
Nach Charakter der Beteiligten

Wurde in zwei Familien geboren
Die väterliche und die mütterliche
Sie waren ganz unterschiedlich wie
Zugleich auch sehr ähnlich dabei

Beides Akademiker Bildungsbürger
Die sich für etwas besseres hielten 
Fast alle faule und schlechte Schüler
Wurden irgendwie trotzdem noch was

Eine liebende große blonde Omi auf
Der väterlichen Seite die schon
Verehrte Mutter ihrer vier Jungens
Die teils im Krieg geboren wurden 

Zumindest dort aufwuchsen hatte als
Haustochter bei Güstrower Bülows 
Auf dem Gut den Großvater beim
Tanz in den Mai kennengelernt

Sie kam aus Bochum was in vielem 
Ihr leben lang hörbar noch blieb war
Halbwaise und Tochter dazu eines 
Vorbestraften Kriminellen hieß es

Ihre Stiefmutter war die erste Frau
Die in Preußen Geographie studierte 
Überzeugte Nationalsozialistin zum
Widerwillen ihres Schwiegersohnes

Der Vater der Großmutter jener wohl
Vorbestrafte Betrüger war nie Thema
Dagegen der Vater des Grossvaters
Der früh vor Verdun wohl fiel also

Ein Opfer des Ersten Weltkrieges war 
Worauf mein Großvater kaiserlicher
Kadett in Lichterfelde wurde was eine
Gefürchtete Legende bei uns blieb 

Die Jungens hassten alles Preußen
Als Jugendliche der 50er 60er Jahre 
Kannten sie den Drill mit dem Stock
Preußens Kultur war kein Thema

Die Familie des Großvaters hielt auf
Sich und der Urgroßvater hatte die
Tochter des Hofbibliothekar zu Gotha
Geheiratet bevor er vor Verdun fiel

War er jüngster preußischer Rektor 
Eines Mädchengymnasiums was
Beide Familien zufällig nah bringt
Die nichts voneinander wussten

Hat fünf Kinder gezeugt erst drei
Mädchen die Tanten Ma Li und Lo
Dann zwei Jungens nämlich den 
Großvater und seinen Bruder

Die Tanten blieben kinderlos die
Jungens bekamen je vier Jungen 
Waren in Hass und Konkurrenz
Zeitlebens noch fern verbunden

Der Bruder wurde hoher Nazi 
Nachdem er vorher Pastor war
Während der Großvater eher im
Widerstand eine Rolle spielte 

Jener Güstrower Bülow bei dem
Die Großeltern sich trafen war beim
Unternehmen Walküre mit dabei
Stauffenberg und 20. Juli 1944

Was mein Großvater wirklich wusste
Blieb immer sein Geheimnis aber er
Sah Hitler als Preuße kritisch war als
Soldat in Belgien direkt in Kontakt

Mit Männern der Resistance unser
Familienname war alten Brüdern der
Straßburger Loge aus dieser Zeit
Vertraut zu meinem Vorteil auch

Den Bruder des Großvaters der nach
Dem Krieg wieder Pastor wurde für 
Jugendarbeit in Wilhelmshaven dann
Erlebte ich nur ein einziges mal 

Es war am 1. Mai 1979 dem 75.
Geburtstag des Grotepater noch
Genannten Grossvaters und die 
Erinnerungen waren nicht gut

Ob das daran lag weil ich mich mit
Einem von dessen Enkel prügelte 
Bin ich nicht sicher aber die große
Antipathie ging über Generationen

Hatte später in Heidelberg mit diesem
Teil der Familie noch zu tun und es
War irgendwie seltsam ohne es
Wirklich benennen zu können

Der Großvater aber dessen Vater
Im Auftrag des Kaisers damals vor 
Verdun fiel ging in den Zwanzigern
Zum studieren nach Paris noch

Er soff mit Picasso und Hemingway
Flanierte mit Franz Hessel und hat
Wie ich ihn kenne auch mit der
Schönen Helen Hessel geflirtet

Studiert hat der Großvater noch
Volkswirtschaft und Jura war also
Ein Jurist der rechnen konnte was 
Ihn von seinem Enkel unterschied 

Später war er stolz Ministerialrat im
Bundesrechnungshof und wurde
Von diesem an die NATO nach
Paris und Brüssel ausgeliehen

Das Haus der Großeltern im Alter
In Petterweil in der schönen Wetterau 
War das Paradies meiner Kindheit
Mit den Kusinen und dem Garten

Das Haus lag im Garten und wir 
Kinder konnten drumherum laufen
So sollte ein Haus für mich sein
Das war herrschaftlich für mich

Die Großeltern in Bremen von
Der mütterlichen Seite hatten ein
Bremisches Reihenhaus mit einem
Winzigen Garten dahinter noch

Es war das Eckhaus damals am
Richard Strauss Platz auf dem ich 
Die ersten Schritte tat der noch am
Osterdeich geboren wurde 1970

Beide waren Einzelkinder gewesen
Bekamen zwei Kinder und sie 
Lernten sich auf ihrer Reitquadrille
Im Bremer Bürgerpark kennen

Die Großmutter geliebte Tochter
Eines Unternehmers der noch mit
Siemens & Halske Ostfriesland mit
Torfkraftwerk elektrifizierte war

Eine kleine aber resolute englische
Lady die genau darauf Wert legte 
Es noch in England so lernte die
Queen als Kind schon schaukelte

Die Geschichten der Großmutter
Sind endlos und dazu kommen die
Wunderbaren Märchen die sie mir
Beim Urlaub im Harz erzählte 

Sie war jemand in der Bremer Society
Legte darauf auch viel wert dabei war
Nicht immer klar was Märchen und
Was noch Wirklichkeit für sie war

Sie war klein ihr Mann dafür groß
Ein Ehepaar mit vielen Freunden
Die gerne zum Bridge luden oder
Klavierabenden der Großmutter

Da spielte sie auf ihrem Flügel
Auch vierhändig mit dem Prinzen
Louis Ferdinand dem Mann ihrer
Freundin Prinzessin Kira die eine

Geborene Romanow war was ich
Schon als Kind auswendig wusste
Ihr Kamin war voller Delfter Kacheln
Ihr Vermögen verfuhren sie im Alter

Auf der MS Europa ihrem Traumschiff
Wo sie auch ihre Bridge Runde hatten
Die großen Geburtstage feierte der
Grossvaters im Club zu Bremen 

Die der Großmutter dagegen wurden
Im Parkhotel gefeiert wo auch meine
Mutter nach ihrer Zeit in Lausanne 
Noch natürlich gearbeitet hatte

Große Tafeln decken und Feste mit
Vielen edlen Gästen konnte meine
Mutter die immer Büchermensch war
Während Vater Bildermensch blieb 

Der Vater Mediziner Künstler Genie
Chaot mit ADHS immer unterwegs
Ein großer Liebender der immer
Dagegen kämpfte nicht nur das

Kleine Dickerchen zu sein dafür
Alles tat Mutters Liebling zu sein
Ein Arzt aus Berufung und Künstler
Aus vielfältigem Genie dabei

Er verschwand für Stunden weil er 
Irgendwo Orchideen entdeckte oder
Auch nur danach suchte gerne alle
Kapellen am Wegesrand aufsuchte

Museumsbesuche mit ihm waren 
Als Kind für mich furchtbar heute
Teilen wir diese Leidenschaft ganz
Seine Naturforschung blieb mir fremd

Von der Mutter die Liebe zu den 
Büchern geerbt vom Vater den
Wahnsinn und noch viel mehr
Prägt Familie ein Leben lang

In die Familie wirst du geboren
Dafür kannst du nichts dagegen
Freunde wählst du dir und manches 
Bleibt anderes verfliegt wieder

Inzwischen in einem Alter in dem
Die Natur vieles verfliegen lässt
Reihen sich langsam lichten merk ich
Wie sehr Familienkonstellation prägt

Auch was später passt oder nicht
Bestimmt die Familienkonstellation
Sich dessen bewusst zu sein aber
Bleibt die größtmögliche Freiheit

jens tuengerthal 3.11.26

Liebesfrei

Liebesfrei

Die Liebe ist das größte
Wie schönste aller Gefühle 
Nimmt mich völlig gefangen
Bestimmt jeden Gedanken

Egal wie wirklich sie ist

Zugleich erfordert sie völlige
Freiheit um sich füreinander 
Entscheiden zu können was
Verliebt sicher nie gegeben

Wie später noch weniger
Weil uns Zwänge binden
Wir nicht verletzen wollen
Uns vor dem Ende fürchten

Mit Kindern Dritte betroffen sind

Wann wir also so lieben können 
Wie es der freien Liebe entspricht 
Weiß ich nicht zu sagen aber
Hielte es für ideal theoretisch

Praktisch ist was wir meist
Beziehung nennen nur die
Summe der Kompromisse
Bei denen keiner zuviel

Verliert es lieber zu lassen 

Nichts was den Namen
Der Liebe wirklich verdient
Warum es klüger mir scheint 
Nichts mehr zu wollen um

Das mögliche zu genießen
Für schöne Momente was 
Dem Wesen der Liebe aber
Die im Augenblick verweilen will

Der doch geteilt so wunderschön

Völlig widerspricht warum es
Zeitgemäß besser ist lieber
Für sich zu bleiben statt
An etwas festhalten noch

Zu wollen was nie ganz 
Sein kann aber halb kaum
Der Rede noch wert ist würde 
Die Idee der Liebe verraten

Was nicht mehr nach Liebe klingt

Für etwas was schon das
Scheitern in sich trägt
Weil wir nie zusammen passen
Nur manchmal inmitten noch

Aber uns frei gelegentlich
Wunderbar miteinander
Amüsieren können doch
Was mehr als nichts ist

Während verloren nichts mehr ist

Aber viel weniger gefährlich
Als noch mal alles zu wollen
So bleibt es besser ewig
Ein Kommen und Gehen

Also zumindest theoretisch
Praktisch macht die Liebe
Ohnehin was sie will 
Egal was ich meine

Warum die Verse überflüssig

Wie die Liebe selbst war
Noch kein Plan von ihr 
Wirklich von Dauer nur
Manche sterben vorher

jens tuengerthal 3.11.26