Montag, 27. Juli 2026

Lektürentagebuch 27.7.26

Lektürentagebuch 27.7.26

In den frühen Morgenstunden noch
Während die Vögel schon draußen
Zwitscherten in dem Interview mit
Giulia Andreani gelesen die meine 

Begeisterung immer mehr weckt 
Auch weil sie sich von noch so
Konstruierten Fragen weder leiten 
Noch weiter ablenken lässt

Wie sie von Leonardo da Vinci die
Brücke zu Polke und Richter schlägt
Sie mit ihrem weiten Geist noch
Verbindet zeigt die große Intellektuelle

Sie kennt ihre Wurzeln und ist sich
Ihrer Tradition dabei bewusst als eine
In der Reihe von Leonardo über 
Michelangelo zu ihrem neuen Zauber 

Da malt nicht eine mit einer Idee
Zufällig mal wieder figural auch
Ganz gegen den Pariser Strom
Der fordernd dogmatisch ist

Die Stadt der Mode ergibt sich
Dieser gerne ganz und völlig
Auch mit innerer Überzeugung
Die alle anderen dabei abstempelt

Eigentlich ist dieses Paris völlig
Spießig und eng wie es auch mir 
In den Neunzigern noch vorkam
Doch sie bleibt da und macht ihres 

Sie hat dort die Kunstgeschichte
An der Sorbonne studiert und weiß
Genau was sie tut womit sie spielt
Doch behält dabei die Leichtigkeit

Was immer ihr die Kraft gibt dem
Strom der Masse zu widerstehen
Sie hat etwas eigenes gefunden
Geht ihren Weg ungestört weiter

Neige in der Kunst eher nicht zur
Schwärmerei und Begeisterung für
Einzelne lebende Künstler aber
Giulia Andreani sollten wir behalten

Sie macht etwas ganz eigenes ist 
Freiheitlich fast anarchisch in ihrem 
Unabhängigen Genie das seinen Stil
Für sich und frei von allen machte

Dabei spielt und zitiert sie gerne
Wie es ihr gefällt weil sie ihres macht
Darin mit Genie in sich ruht und dazu 
Es mit Settembrini-Humor auch nimmt

Diese Künstlerin ist wirklich eine
Entdeckung warum allen dringend
Zum Besuch der Ausstellung über
Den Sommer noch geraten sei 

jens tuengerthal 27.7.26

Attentatshysterie

Attentatshysterie

Wie nach jedem Attentat
Hyperventileren wieder alle
Sprechen von staatlichem Versagen
Ohne genaueres bisher zu wissen

Konsequenzen werden gefordert 
Mehr Härte und hinterher gerne
Harte Strafen statt Prävention
Was noch nie weitergeführt hat

Unsere Freiheit hat einen Preis
Dieser heißt Risiko wer damit
Nicht leben kann hat ein Problem
Und wird als Wähler auch eins

Warum 9000 als Gefährder bekannte
Islamisten in Deutschland aber noch
Frei herumlaufen dürfen wird nun bald
Gefragt werden und es braucht dafür

Verständliche Antworten statt billiger
Ideologie die nur verschlimmert statt
Kritisch aufgeklärt nachzudenken was
Nötig und was möglich überhaupt ist

Der des Attentats Verdächtige der ein
Islamist gerichtlich festgestellt war hat
Einen deutschen Pass und ist ein hier 
Geborener deutscher Staatsbürger

Die Einschränkung seiner Rechte 
Obliegt den gleichen Grenzen wie 
Die Freiheitsrechte aller Bürger die
Bitte keiner beschränken nun soll

Wer vermeintliche Sicherheit für
Freiheit kaufen will verliert beides
Ohne einen Gewinn zu haben dabei 
Was für einen Kontrollstaat wollen wir

Bevor der Staat irgendwelche hierzu
Gültigen Beschlüsse nun fassen darf 
Sollten erstmal Wochen vergehen
Weil Hysterie nirgendwo hin führt

Es ist eine Frau getötet worden
Durch ein Auto in Deutschland
Sterben täglich acht Menschen im
Straßenverkehr wer schützt davor

Diejenigen die nun besonders harte 
Sanktionen fordern und staatliches
Versagen beklagen fordern sonst
Freie Fahrt für freie Bürger auch

Dabei wissen alle Tempo 100 würde
Die Zahl der Opfer massiv reduzieren 
Ohne mehr Zeit noch zu brauchen 
Aber selten nur regiert die Vernunft

Wer deutsches Leben retten will
Fordert nun dringend Tempo 100
Die freie Fahrt für freie Bürger wollen
Sind gefährlicher als alle Islamisten

Besonders nach Attentaten ergreift
Alle eine kollektive Hysterie und sie
Suchen die eine Antwort für alle die
Keiner kennt und die es nie gibt 

Das Attentat hat ein Opfer gefordert
Der andere starb durch die Polizei
Fünfzig Prozent der Opfer sind also
Solche von staatlicher Gewalt nun

Habe dazu kein Urteil weil ich die
Situation und die Akten nicht kenne
Erfahrung spricht für einen legalen 
Einsatz des Berliner SEK eher

Rate eher dazu die Untersuchung
Wie Prüfung des Falles abzuwarten 
Frühestens nach dem Sommer über
Das Thema wenn je politisch zu reden

Grundsätzlich soll die Politik nur das
Allgemeine für alle verträglich regeln
Einzelfälle spielen dabei keine Rolle
Außer für politische Extremisten

Es gibt nicht für alles eine Antwort
Die Politik leitet die Verwaltung am
Besten mit Vernunft und gerecht
Was zum Wahnsinn nie passt

Habe keine Antwort auf diesen oder
Andere Fälle und werde darum nichts
Dazu sagen und lieber abwarten bis
Alles genau noch erkundet wurde 

Würde auch allen anderen raten
Nichts mehr zum Thema zu sagen
Es stärkt nur die Extremisten wenn
Versprochen wird was es nicht gibt 

jens tuengerthal 27.7.26

Unberührt

Unberührt

Berlin gibt es eigentlich nicht
Was früher so hieß wurde im
Krieg nahezu restlos zerstört
Denn Berlin sind viele Dörfer

Gehst du um die Ecke ist es
Schon völlig anders wieder
Manche Gebiete wirken fast 
Wie eine Großstadt aber sind

Eigentlich klein überschaubar 
Vom Attentat im Tiergarten hätte ich
Wenn nicht wer darüber geschrieben
Nachgefragt hätte ob alles gut ist

Hier auf dem Berg am Helmholtzplatz
Nichts mitbekommen hier passiert 
Immer irgendwas Tatütata hörst du
Ständig wenig hat auch Bedeutung 

In der Großstadt lernst du einfach
Auszublenden was noch alles ist
Täglich verpasse ich viele Sachen
Die bestimmt interessant wären 

Aber so ist das eben hier denn 
Immer ist irgendwas das macht
Dich völlig fertig oder du blendest
Das alles lieber aus für deine Ruhe 

Du kannst auf einer kleinen Insel
Wie dem Helmholtzplatz völlig
Unberührt von allem bleiben gut
Überleben ohne ihn zu verlassen 

Solche Kieze gibt es viele in der
Großen Stadt in ihnen wohnen
Menschen in Dörfern und wenn
Das Klima stimmt lebt es sich gut

Seit 26 Jahren in Berlin und auch
Ebensolang in Prenzlauer Berg 
Sesshaft durch drei Kieze gezogen
Am Helmholtzplatz seit 16 Jahren

Durch Geliebte oder Freunde auch
Gelegentlich andere Dörfer besucht
Berlin ist da wirklich wo es dörflich
Also kleinstädtisch auch wird 

Bin durch ganz Berlin gelaufen viele
Tausend Kilometer gegangen um
Wieder in der Bibliothek anzukommen
Heute bleibe ich auch gerne da

Wenn du in deinem Kiez bist lässt
Die Großstadt dich völlig unberührt
Egal was irgendwo sonst passiert
Berlin ist halt viele Dörfer nur 

jens tuengerthal 27.7.26

Erschossen

Erschossen 

Wenn der Staat wen erschießt
Wird dieser zum Täter auch
Wenn das Opfer ein Mörder war
Dies zu beklatschen ist Terror 

Sogar wenn der Täter ein Islamist war
Eines Terroranschlags verdächtig ist
Darf die Tötung nur das allerletzte
Mittel sein diesen zu stellen 

Ein lebenslänglich Inhaftierter Täter 
Schützt die Bevölkerung besser als
Ein neuer Märtyrer im Aberglauben
Der so zum falschen Helden wird 

Im Einsatz war ein SEK der Berliner 
Polizei was angemessen wohl war
Insofern der Täter ein gewalttätiger 
Aggressor war eine Gefahr darstellte 

Warum er erschossen wurde ist noch
Völlig unklar es hieß in Meldungen 
Der Täter sei mit einem spitzen 
Gegenstand auf die Polizisten zu

Es wird darum wichtig sein die hier
Tötung genau zu untersuchen auch
Ob der Schuss wirklich das allerletzte
Mittel war egal was der Typ getan hat

Der wohl einen Meter neunzig große 
Vermutlich ohne Schlaf in einem
Psychischen Ausnahmezustand noch
Befindliche Täter war vermutlich eine

Bedrohung für die Beamten 
Wie für die Allgemeinheit insofern
Er der Täter der Tat war der er
Bisher nur verdächtig war

Sofern die Polizei ordnungsgemäß
Gehandelt hat der Schuss tatsächlich
Das letzte und einzige Mittel ist war
Der Einsatz der Waffe hier legitim

Auch wenn der Täter gefühlt ein
Widerlicher Islamist und Mörder war
Der andere Menschen hasst muss
Seine Tötung untersucht werden

Es liegt fern seine Taten zu verstehen
Sie sind durch nichts zu entschuldigen
Das gilt aber für die Tötung eines 
Anderen durch staatliche Kräfte auch

Außer das Leben der SEK Beamten
War in dieser Situation klar bedroht
Wofür vermutlich vieles spricht was 
Die Sache dann auch erledigen wird 

Doch sollten wir uns ganz dringend
Davor hüten dies als staatliche Rache 
Für legitim zu halten was nur zeigte
Sie verstünden den Rechtsstaat nicht 

Der Anschlag hat ein Todesopfer
Gefordert die staatliche Ermittlung 
Nun auch und kein Leben darf hier
Mehr wert sein was viele vergessen

jens tuengerthal 27.7.26

Sonntag, 26. Juli 2026

Lektürentagebuch 26.7.26

Lektürentagebuch 26.7.26 

Im Katalog der Sabotage Ausstellung
Von Giulia Andreani das lange sehr
Kluge Interview mit der begnadeten
Künstlerin gelesen was tiefer blickt

Hatte mich der tiefe Geist ihrer Bilder
Der mit dem Feminismus und ihrer
Rolle dabei spielt schon fasziniert ist
Ihr kunsthistorischer Hintergrund

Mit dem sie elegante italienische
Brücken zwischen den Stilen baut 
Von ganz unglaublicher Tiefe und
Dabei auch noch Schönheit dazu

Eine hoch gebildete kluge Frau die
In ihrem Werk Grenzen überschreitet
Mit diesen spielerisch umgeht wie 
Über alle Erstarrung zu lachen scheint

Sie spielt mit Polke Richter Baselitz
Macht es dabei feministisch weiblich
Elegant mit Geist und Kontext der
Genial elegante Brücken baut 

Doch sie tut das nicht nur im Werk
Die an der Sorbonne ausgebildete
Kunsthistorikerin tut es auch mit der
Größtmöglichen Eleganz theoretisch

Erklärt uns ihr Werk im Spiegel der
Großen Herren die eher wie kleine
Jungens verglichen wirken mit denen
Die überlegene Giulia nach Laune

Spielt und die sie dabei nicht nur 
Durchschaut sondern weit hinter sich
Längst gelassen hat mit viel Humor
Würde fast sagen Chuzpe bei ihr 

Das macht Freude und knüpft so
Elegant geistige Netze Andreani muss
Nicht mit den Herren um Vorrang 
Ringen sie platziert diese einfach

Das tut sie noch dazu mit Stil wie
Es elegante Damen können die 
Lachend die Welt beherrschen
Was Andreani hier beweist 

Über die Prokura für Grete Ring und
Walter Feilchenfeldt im Katalog der
Cassirer und der Durchbruch des
Impressionisten das Essay gelesen

Was Hanna Strzoda dazu verfasste
Sie berichtet aus dem Jahr 1923 als
Mit der Hyperinflation die Krise drohte
Aber Cassirer zugleich Prokura mit

Persönlicher Haftung an seine beiden
Mitarbeiter gab und die Filiale auch in
Amsterdam eröffnete die auch nach
Der sogenannten Machtergreifung

Noch einige Jahre weiterlaufen konnte 
Auch waren Ring und Feilchenfeldt 
Nach Cassirers Freitod plötzlich dazu
Fähig die Galerie alleine auch in 

Abstimmung mit der Erbin seiner
Tochter erfolgreich weiterzuführen in 
Deutschland bis 1933 und später nur 
In Amsterdam bis zum Jahr 1976

Bis 1929 hatte die Galerie nun noch
Ihre erfolgreichsten Jahre was auch
An der geschickten Führung durch
Feilchenfeldt wohl entscheidend lag

Es ging damals etwa bei Auktionen
Von Impressionisten um so hohe 
Summen dass schon das Aufgeld
Von 10% sechsstellig noch war

Der Börsencrash von 1929 beendete
Den Höhenflug der Galerie wieder
Bezüglich der Machtergreifung Hitlers
Ist die Essayistin historisch ungenau

Darüber sei an dieser Stelle noch
Großzügig hinweggesehen als dann
Feilchenfeldt März 1933 die Firma
In Deutschland liquidiert geht er

Nach Amsterdam und lebt dort mit
Seiner neuen Frau der Fotografin
Marianne Breslauer in einer WG mit
Dem dortigen Betreiber Lütjens

Die Galerieadresse war auch ihre
Private Adresse geworden im Exil
Ring und Feilchenfeldt liquidierten
Berlin der Arisierung zuvor zu sein

Ende 1936 musste Ring die Firma
In Berlin komplett einstellen als sie
1938 nach London emigriert eröffnet
Sie dort eine Cassirer Ltd

Ring war in Deutschland ungebunden
Da kinderlos und ledig lag das Exil 
Für sie nah ihr Vermögen im Reich
Wurde von der nsdap beschlagnahmt

Feilchenfeldt wollte auch nach London
Aber die Geburt seines Sohnes 1939
Verhinderte dies erstmal und England
Limitierte bereits die Aufnahme

Vor dem Einmarsch der Deutschen 
Gewarnt flüchtet Familie Feilchenfeldt 
Nach Sankt Gallen und Lütjens der
Arisch war konnte gefahrlos bleiben

Feilchenfeldt bekam nach dem Krieg
Die Schweizer Staatsangehörigkeit
Betrieb in Zürich eine Cassirer Galerie
Lütjens betrieb Amsterdam und 

Grete Ring Cassirer Ltd in London 
Nach ihrem Tod erbte Feilchenfeldt
Ihr gesamtes Vermögen wie das der
Galerie von Lütjens in Amsterdam

Bis 1978 gab es von den Erben vom
Feilchenfeldt noch Cassirer Galerien
In London und Zürich bis 1976 womit
Die Galerie ihren Gründer noch über
50 Jahre überlebt hat trotz Freitod 

jens tuengerthal 26.7.26

Machtwahn

Machtwahn 

Die CDU ist eine Machtpartei 
Sie scharen sich um Mächtige
Sorgen damit für Stabilität bis
Diese irgendwann bröckelt

Dann geht es zu Ende mit diesen
Meist nach verlorenen Wahlen 
Genau das erlebten wir bei Kohl
Dem Kanzler der Einheit sprang

Die eigene Partei ins Kreuz weil 
Sein majestätisches Gebaren bei
Spenden der Partei unerträglich
Wurde die zu Merkel flüchtete 

Lange war sie mit dieser erfolgreich
Besetzte erfolgreich die Mitte was
SPD und FDP eingehen ließ dafür
Erstarkten Extremisten am Rand

Ob diese AfD BSW oder Linke heißen
Ist dabei relativ egal weil alle diese 
Der ökonomischen Stabilität schaden 
Die nur noch falsche Prioritäten setzt

Merz dagegen der Jünger Kohls zog
Für das Andenbündnis in die Schlacht
Hat seinen Machiavelli gelesen aber
Versteht weder Spiel noch Macht

Versucht wie Trump oder Macron
Gegen die eigene Fraktion noch
Durchzuregieren aber löst Widerstand
Der demokratischen Schule damit aus

Seine Macht steht nicht mehr sicher
Die Fraktion führt ihren Kanzler wie
Die eigene Regierung ihn nun vor 
Deutschland unter Merz ist instabil

Er ist kein Trump oder Macron wurde 
Nie vom Volk gewählt dass an seinen
Fähigkeiten ohnehin zweifelt kenne
Keinen den dieser Kanzler überzeugt

Wie durch den öffentlichen Rücktritt
Des für die Bahneform so wichtigen
Verkehrsministers sichtbar wird die
Eigene Partei traut dem Kanzler nicht

Was ein willkürlicher Beweis seiner
Macht sein sollte zeigt nur die noch
Ohnmacht des Kanzlers der einfach
Nicht kooperativ sondern stur ist

Merkel hat Deutschland schon mit
Guten Gründen vor diesem Mann 
Immer gewarnt dem vor allem das
Fingerspitzengefühl völlig fehlt

Sollte er nicht sehr erfolgreich nun
Die Wende einleiten wird Merz diese
Wahlperiode nicht überstehen eine
Plötzliche Krankheit könnte helfen

Egal wie diese sich öffentlich nennt
Wer keine Basis mehr hat geht besser
Bevor diese ihn stürzt um noch den
Eigenen Abgang mitzubestimmen

Genau da steht die CDU heute der
Versager Merz zerlegt die Volkspartei
Fraglich nur was darauf folgt wie eine
Mehrheit völkischer Kräfte der AfD

Die nächsten Tage oder Wochen
Dürften schicksalhaft für diese
Bundesregierung werden und noch
Gibt der Kanzler keine Perspektive

jens tuengerthal 26.5.26

Hügelaufklärung

Hügelaufklärung

Die Urenkelin des Komponisten
Richard Wagner stellt sich auch
Der Geschichte ihrer Familie
Was ein guter Anfang zumindest ist

Es begann dieses mal auch mit
Beethovens Neunter Symphonie
Die mit der Ode an die Freude endet 
Statt wagnerscher Phantasy

Wenn sich der Geist der Aufklärung
Also freies kritisches Denken gegen
Wahnhaftes Raunen nun durchsetzt 
Könnte es allem auch gut tun

Ob das Nibelungenlied nie gelungen
War oder Ausdruck deutscher Kultur
Wie Wagners schlichte Reime die der
Üble Antisemit nur nett vertonte

Wird endlich offen diskutiert und
Michel Friedmann nannte Wagner
Antisemiten auf offener Bühne wie 
Den Grünen Hügel lange zu braun

Einer Bühne die ihm eben jene 
Katharina Wagner Urenkelin gab
Nach kleinen Misstönen zum Auftakt
Begannen die Festspiele kritisch

Auch der Kanzler der dort zu Besuch
Wies auf die nötige Aufklärung hin
Wie die braune Vergangenheit die
Aber Wagners Musik nichts nimmt

Kann Klang der die Parteitage noch
Der nsdap zu Nürnberg berauschte
Je wieder unschuldig sein oder ist sie
Es ihrer Natur nach immer

Selbst vor Jahren Bayreuth besucht
Noch zu Zeiten Wolfgang Wagners 
Der im Dunkeln durch die Reihen als
Regisseur gehend Richard ähnelte

Schon besonders auch wenn dort 
Die Politik gerne Königshaus spielt
Sind diese Festspiele etwas eigenes 
Was nicht in eine Schublade passt

Gut dass Friedmann dort redete
Gerne viel mehr jüdische Regisseure 
Dirigenten und Musiker künftig auch
Jeden Zweifel auszuräumen täte gut

Katharina Wagner stellte sich ihrer
Verantwortung und entschuldige sich
Bei Friedemann für die Wirren es wird
Noch einige Schritte brauchen bis

Auf dem Hügel auch demokratische 
Normalität herrscht und die braune
Brühe abgewaschen wird dort die
Weidels und Müllers lieber gehen 

Wagner ist Teil unserer Hochkultur
Aber sie ist kritisch schwierig auch
Wenn Richie 1848 noch revolutionär
Mit Bakunin auf den Barrikaden stand

Sich dem kritisch zu stellen macht die
Zauberhaft schönen Teile gut hörbar
Lässt wieder Wagner lieben ohne ein
Antisemit zu sein was doch lohnte 

jens tuengerthal 26.7.26

CSD Attentat

CSD Attentat

Auf den Berliner CSD wurde ein
Attentat mit einem Kleinbus verübt
Den ein polizeibekannter Islamist
Gemietet hatte und das Fest der
Queeren Gemeinschaft wurde 
Daraufhin abgebrochen es gab
Eine Tote und mindestens 18
Verletzte bis heute um drei war
Noch kein Täter festgenommen
Aber die Polizei ist dem Täter der
Aus dem islamistischen Milieu
Kommen könnte wohl auf der Spur
Es ist das leider bekannte Muster
Der religiösen Fanatiker das die
Atmosphäre von Hass und Angst
Noch weiter verstärkt warum nun
Die wichtigste Frage für uns wird
Wie reagieren wir angemessen auf
Dieses immer präsente Risiko für
Alle Großveranstaltungen auf denen
Sich viele Menschen versammeln 
Hass und Angst werden das Problem
Noch weiter verstärken aber wie 
Können wir mit solchen Angriffen 
Auf unsere Freiheit umgehen
Es wird Zeit und Ruhe brauchen
Den Fall aufzuklären der erstmal
Jene stärkt die weiter polarisieren 
Wichtig wird sein unsere Freiheit
Gegen all ihre Feinde zu verteidigen
Es gibt keine einfachen Antworten
Hoffen wir dass die Verletzten alle
Überleben und die Vernunft siegt 

jens tuengerthal 26.7.26

Lektürentagebuch 25.7.26

Lektürentagebuch 25.7.26

Das lange und reiche zweite Kapitel
Der Lehrjahre in Harry Graf Kesslers
Erinnerungen eines Europäers nun
Zu Ende gelesen und viel gestaunt

Nach der ersten Hamburger Zeit war
Der siebzehnjährige Harry wieder
Nach Paris zur Quarantäne geschickt
Worden nachdem in Hamburg noch

Im Armenviertel die Pest ausbrach
Die allerdings keine war sondern nur
Als Cholera Epidemie 1892 bekannt 
Wurde die er vermutlich meinte 

Pest und Cholera sind aber in vielem
Unterschiedliche Krankheiten auch 
War Harry 1892 bereits 24 was die
Reale Grundlage hier unklar lässt 

Jedenfalls nutzt er die vermeintliche
Quarantäne während der er in einem
Benachbarten Hotel untergebracht ist 
Den Louvre und andere Stätten der

Kultur ausgiebig zu besuchen bis er
Auf dem Heimweg ein Mädchen sieht
Dass von einem Mann bedrängt wird
Direkt vor dem Portal von Notre Dame 

Vorher hatte er schon ihre Schönheit
Registriert mit der ihr Gesicht der
Reinheit des Johannes in einem der
Portale glich und eilt ihr zu Hilfe

Sie lässt sich von ihm nach Hause
Bringen wo die Mutter erst zetert
Weil sie zu spät mit Mann käme 
Dann wird ein zweites Treffen noch

Verabredet damit die Mutter sich auch
Gebührend bedanken kann was dann
Auch formell geschieht danach will sie
Sich nicht mehr sehen da es ja nicht

Passte zwischen ihnen der Bruder
War einfacher Arbeiter die Mutter 
Witwe und das Mädchen arbeitete
Als Mannequin in einem Modehaus

Sie verabreden sich nach dem nun
Zweiten Treffen auf ein letztes dem
Dann doch noch eins folgt und beim
Nächsten landen sie auch im Bett 

Sie verbringen einige zauberhafte
Tage voller Leidenschaft im Hotel
Wie in verschiedenen Cafés sie ist
Eineinhalb Jahre älter noch als er

Aber sie besteht darauf dass es
Keine Zukunft hätte ihre Mutter ihr
Einen Mann aussuchen würde und
Sie hielt sich daran als sie sich noch

Einmal sahen schaute sie weg mit
Einem fast unsichtbaren Lächeln
Jahre später bekam er dann einen
Brief von ihr als sie im Kindbett starb

Angeblich war er 17 und sie 18 aber
Beide in Liebe und Lust noch völlig
Unerfahren wie Harry ganz offen aber
Sehr liebevoll dazu berichtet was aber

Nicht zu der Cholera Epidemie von 
1892 zeitlich passte was immer er
Der wohl weniger auf Damen stand
Mit dieser Geschichte sagen wollte

Im zweiten Teil denkt Kessler über die
Deutsche Politik unter Bismarck nach
Ob dieser dem Reich eher nutzte als
Verehrter Reichseiner und großer 

Politischer Stratege der alle Fäden 
Noch in der Hand hielt aber mit Hass 
Wie ständigen Intrigen ein Klima des 
Überall Misstrauens und der Kontrolle

Im von ihm geeinten Reich schuf das
So keine haltbare Perspektive hatte
Er sieht den Reichseiner den er auch
Persönlich kannte aber auch den 

Politischen Intriganten der ständig
Mit Hass und Misstrauen spielte und
Von der Macht nicht lassen konnte 
Was sichtbar noch keinem gut tat

Kessler erzählt von seiner eigenen
Auch gespaltenen Position dazu wie
Er mit der nationalen Euphorie auch
Aufwuchs wie kritisch er aber dann

Die Polarisierung sah und die oft 
Übernahme der Positionen des
Reichskanzlers und wozu sie im
Land führte wo jeder verdächtig war

Bismarck hätte dadurch im Alter
Was er einst groß aufbaute auch
Wieder verspielt und hätte ein ganz
Gefährliches geistiges Klima erregt

So nimmt Harry Graf Kessler eine
Position die das Problem das sich
Später in Deutschland entwickelte 
Mit nationalem Wahn klar erkennt

Diese Entwicklung auch aus seiner
Sicht der Bismarck und den Kaiser
Persönlich und privat kannte ist sehr
Wichtig die Entwicklung zu verstehen

Ob hier der Anfang der Polarisierung
Lag die zum Nationalsozialismus
Später führte ist wichtig um den
Vielfältig geehrten Reichskanzler 

Auch kritisch zu betrachten und was
Er mit dem Land gemacht hat dass 
Seine Politik entscheidend formte
Aber die Wurzeln des Problems schuf 

jens tuengerthal 26.7.26