Montag, 20. April 2026

Erwachsenwerden

Erwachsenwerden

Erwachsen wirst du
Wenn du begreifst
Alles hat seinen Preis
Und am Ende kommt
Immer die Rechnung 
Für irgendwen egal
Wer sie bezahlen kann
Mehr bleibt vom Leben
Nie wenn nichts mehr ist
Ob sich das gelohnt hat
Ist nur noch eine Frage
Der richtigen Berechnung
Geld stinkt nicht
Leichen schon
Irgendwann

jens tuengerthal 20.4.26

Regenlauschen

Regenlauschen

Erwachen und einfach 
Dem Regen lauschen 
Ist wundervoll genug
Alles fließen zu lassen
Denke ich dankbar im
Trockenen warm genug
Auf dem Diwan in der
Kleinen Bibliothek die
Der Mittelpunkt der Welt
Um die alles fließt mir ist
Wenn es das jetzt war
Denke ich einen Moment
Könntet ihr zumindest sagen
Er hat dem Regen gelauscht
Bis nichts mehr war

jens tuengerthal 20.4.26

Bücherwetter

Bücherwetter 

An windigen Regentagen ist es
Im Bücherparadies noch schöner
Während es draußen heute echt
Ungemütlich wurde ich trotz Schirm 
Feucht von der Runde um den Platz
Wieder in der Bibliothek ankam
Dachte ich nur wie gut hat es doch 
Wer in einer Bibliothek lebt ohne
Irgendwohin zu müssen oder
Was noch wichtiger sein kann
Zu wollen weil dort glücklich
Umgeben von guter Literatur
Genug schönen Bänden die mich
Überall hin tragen nach Laune
Erlebe ich die großen Abenteuer
Inzwischen am liebsten lesend
Kann mir nichts schöneres vorstellen
Als dem Regen lauschend zu lesen
Bei Tee und Spekulatius ist das
Leben in einer Bibliothek völlig
Unabhängig vom Wetter einfach
Paradiesisch warum wer klug ist
Sich mit Büchern einrichtet um
Bleiben zu können und es so
Gut zu haben wie nur möglich
Denke ich und bin dankbar
Genau so zu leben und nichts
Mehr daran ändern zu wollen
Um zufrieden zu bleiben was
Erst das wirkliche Paradies ist
Nach dem andere suchen
Bevorzuge ich Bücherwetter
Für den Rest des Seins

jens tuengerthal 20.4.26

Sonntag, 19. April 2026

Liebesrätsel

Liebesrätsel

Wie kommt die Liebe
Zustande und zu uns
Frage ich mich und
Stehe vor einem Rätsel
Natürlich weiß ich wer
Die Liebste mir ist aber
Warum weiß ich nicht
Auch wenn sie gute 
Gründe genug gibt
Dafür gäbe es genug
Die es wert wären 
Aber es nicht sind
Also mir gerade nicht
Weil mein Herz ihr
Gehört denke ich
Was Unsinn ist weil
Es immer mein Herz
Nach der Natur ist
Gäbe ich es ab 
Wäre ich nicht mehr
Doch fühlt es sich so an
Was belegen könnte
Dass Liebe blöd macht 
Aber das Rätsel nicht löst
Was am Ende bestätigt
Es bleibt nur das
Liebesrätsel immer
Rätselhaft

jens tuengerthal 19.4.26

Spätnachttiesling

Spätnachttiesling

Viertel nach eins im Crossroads
Auf einen Riesling in relativ warmer
Frühlingsnacht angekommen dort
Tino Selma und Roy begrüßt

Unten an der Bar noch zwei Paare
Und gut besetzte Stehtische vor
Dem Fenster mit den üblichen
Bekannten aus der Sportsbar

Diese heute drei Herren und
Zwei der sehr jungen Damen
Die neben dem lauteren Herren 
Hier kaum zu hören sind aber

Vermutlich ein schöner Anblick sind
Was manchmal auch genügt während
Oben noch ein Paar in den Sesseln 
Gegenüber Bowie ernsthaft plaudert 

Die Musik stört nicht weiter und ist
Gelegentlich auch sehr nett während
Eine Dame an der Bar schon gähnt
Versorgen Tino und Selma den Rest

jens tuengerthal 19.4.26

Samstag, 18. April 2026

Lektürentagebuch 18.4.26

Lektürentagebuch 18.4.26

Wie immer Samstags reiste ich heute
Lesend dabei ging es um Kap Hoorn
Mit Kapitän James Cook auf seiner
Endeavour im Auftrag der Marine

Wie der Royal Society um dabei den 
Transfer der Venus auf Tahiti genau
Zu vermessen wovon wiederum
Christian Graf von Krockow erzählt

In seinem wunderbaren Buch 
Der große Traum von Bildung das
Manche Hintergründe noch weiter
Beleuchtet ging es auf große Fahrt

Genoss es sehr diese auf dem Diwan
Ganz ohne Seekrankheit zu erleben
Die einige der Teilnehmerl ergriff wie
Dem Naturforscher Banks etwa 

Schön plaudernd erzählt Krockow
Wie der englische Gentleman noch
Vier Männer und zwei Windhunde
Mit an Bord brachte und meint

Der ganz frische Kapitän Cook
Wäre wohl nicht amüsiert gewesen
Dennoch schaffen sie die lange 18
Monatige Seereise ohne Verluste

Die Todesfälle die es dennoch gab
Waren nicht auf Skorbut und sonst
Die Mannschaft noch dezimierende
Krankheiten zurückzuführen gewesen

Vor allem durch seine kluge Planung
Bei der Ernährung etwa auch mit 
Sauerkraut schützte er seine Leute
Die er mit Tricks überredete

So zwang er die Offiziere täglich
Sauerkraut zu essen worauf die
Mannschaft es freiwillig machte 
Was gute Menschenführung zeigt 

Erfahre von Geschlechtskrankheiten
Die es in Haiti gab und die sie dann
Fälschlich spanische Krankheit nur
Nannten weil sie Eingeborene für

Völlig gesund und rein hielten 
Schwärmten von den schönen
Menschen in der Südsee aber
Erkannten nicht die Hierarchie

Fein weist Krockow hier auf die
Rolle der ausgebeuteten Frauen hin
Diese Naturschwärmerei wie nach
Rousseau findet sich auch später

Noch bei Gauguin der viele seiner
Bilder dort schwärmerisch malte
Ohne hinter die Kulissen zu sehen
Bemängelt Krockow dabei klar

Insofern ich diese Schwärmerei 
Für Südseefrauen nie teilte liegt
Dieser kritische Blick mir sehr nah
Die Südsee ist nicht paradiesisch

Menschliche Abgründe tun sich dort
So deutlich auf wie in unserer Kultur
Bei sich zu bleiben um dort dafür
Gerechter zu sein scheint klug

Der Krockow liest sich weiterhin gut
Sein Blick auf die Kulturen wie die
Sozialen Hintergründe dabei ist
Schön blickt weiter lohnt sehr

jens tuengerthal 18.4.26

Liebesstaunen

Liebesstaunen

Manchmal staune ich noch
Wie die Liebe das Leben
Völlig verwandeln kann
Ein nur Gefühl den Blick
Auf die vermeintliche
Wirklichkeit verfärbt
Das längst aufgegebene
Leben wieder lustvoll
Schön scheinen lässt
Zumindest für Momente
Alles wunderbar macht
Ohne zu wissen ob es
Die Ewigkeit bleibt die
Wir uns verliebt versprechen 
Verzaubert es die Gegenwart
Genug einfach zu genießen
Was ist was es ist denke ich
Dabei zählt nur Gefühl
Damit es wirklich ist
Was erstaunlich bleibt

jens tuengerthal 18.4.26

Frühlingsnachtriesling

Frühlingsnachtriesling

Nach einem herrlich sonnigen Tag
Gegen Viertel nach eins ins Crossi
Erstmal Selma Tino Nina Roy und den
Journalisten an der Bar begrüßt

Am Ende der Bar sind noch drei
Damen miteinander beschäftigt
Von denen eine etwas verzweifelt von
Den anderen liebevoll bekümmert 

Selma und Nina wieder sehr schick
Roy heute mit langer blonder Perücke
Zum schwarzen Minikleid sonst sitzen
Noch zwei Paare an Stehtischen 

Oben sind drei Tische besetzt mit
Damen und Herren gemischt wobei
Die Herren in der Überzahl sind
Die Musik ist gut gemischt heute 

Die Stimmung ist entspannt gelöst
Ohne größere Aufregung dabei ein
Cowboyhutträger kehrte wieder
Gerade ist der Beat mir zu schnell

jens tuengerthal 18.4.26

Freitag, 17. April 2026

Lektürentagebuch 17.4.26

Lektürentagebuch 17.4.26

Auf dem Diwan ohne Seegang haben
Segel Touren gelegentlich noch einen
Gewissen Unterhaltungswert aber mit
Schwankendem Grund eher weniger

Heute ging es lesend auf große Fahrt
Weiter in Christian Graf von Krockows
Großen Traum von Bildung erfuhr ich
Wie Coock zum Seemann wurde

Spannend der Werdegang des später
So berühmten Kapitäns dessen Vater
Noch als einfacher Landarbeiter aus
Schottland nach Yorkshire kam 

Wie üblich bei Menschen aus eher
Einfachen Schichten damals gibt es
Kaum Notizen über die Wurzeln der
Familie zumindest war der Vater 

Als Landarbeiter mit seinen beiden
Jungens so beliebt und erfolgreich
Wie dazu noch zuverlässig dass sich
Ein Landlord seine Dienste sicherte 

Dieser wiederum bemerkte schnell
Wie begabt und intelligent der junge
James war und sorgte dafür dass
Dieser in die Dorfschule kam 

Danach sollte er eine Ausbildung
Bei einem Kaufmann machen aber
Erklärte diesem irgendwann vom Ruf 
Der Möwen gebannt er wolle nun

Zur See fahren und der gutmütige 
Ladenbesitzer wie Krockow schreibt
Ließ ihm ziehen der darauf bei einer
Werft anheuerte und lernte 

Als er gerade erfolgreich und schnell
Sein eigenes Schiff bekommen sollte
Wechselte er zur Marine was alle
Erstaunte weil es sehr hart war

Auch dort war er schnell erfolgreich
Fand gute Förderer was eingehend
Beschrieben wurde wie auch die noch
Zahlreichen Todesfälle an Skorbut

Auf einer Tour nach Kanada die noch
Über die Kanaren ging und sich durch
Stürme verzögerte begann er bereits
Als Assistent des Kapitäns für das

Schiff der Master genannt wurde 
Seine Karriere hatte die Freundschaft
Zum Kapitän dabei wohl gefördert 
Untersuchte er die Krankheit schon

Später tat er alles um sowohl der
Erkrankung vorzubeugen wie die
Bessere Verpflegung zu sichern 
War also ein umfassendes Genie 

Als sie Halifax eroberten traf er dort
Auf einen Kartographen und ließ
Sich von ihm dessen Kunst lehren 
Ferrigte bald exakte Karten an

Diese Karten begann auch die
Admiralität der sie auch vorlagen
Zu schätzen und förderten den 
Noch jungen Master noch weiter

Mit 34 und guter Heuer in der Tasche
Ein fast reicher Mann schon also
Suchte er sich eine Frau die er 
Bald heiraten und schwängern sollte

Von der nächsten Tour nach Kanada
Zurück wo er weiter vermaß
Kam er rechtzeitig zur Geburt des
Ersten Sohnes im Winter zurück 

Beim zweiten kam er kurz danach
Sie führten eine wohl gute Ehe
Sahen sich dabei eher selten was 
Einer der Gründe dafür wohl war

Sie bekamen sechs Kinder von
Denen drei überlebten und seine
Schon 12 Jahre jüngere Witwe
Überlebte ihn ganze 56 Jahre

Diese leicht ironische Spekulation
Die auch mit Zahlen untermauert wird
Zeigt den Humor von Krockow in
Der Beschreibung von Cooks Leben

Nach dem Master Cook noch etwas 
Von seinem Mitsegler Georg Forster
In dessen Reise um die Welt gelesen
Wo sie gerade Anzeichen für Land

An Vögeln und Tieren im Meer finden
Auf der zweiten Weltumsegelung von 
Cook die Forster mit seinem Vater als
Junger Forscher und Assistent noch

Begleitet hat auf dessen beiden
Berühmten Schiffen die auch Krockow
Natürlich schon erwähnt hat mit 
Namen Resolution und Adventure

Forster und sein Vater fuhren als
Wissenschaftler auf der Resolution 
Dabei war Forster als Zeichner und
Assistent seines Vaters dabei

Diese wunderbaren Bilder auch
Von Seevögeln tauchen in dem 
Schönen Band der Anderen Bibliothek 
Immer wieder als große Freude auf

Der Reisebericht von Forster der
Sehr erfolgreich war begründete
Dieses Genre in Deutschland neu 
Gibt einen intensiven Eindruck

Gerade als sie über Nacht ankerten
Ging ihnen ihr Partnerschiff verloren
Was Forster sehr anschaulich mit
Gefühl für die Situation beschreibt

Schön war es über diese beiden
Großen Forscher zu lesen auch
Wenn mir diese Leidenschaft völlig
Fern liegt als eher geistiges Wesen 

jens tuengerthal 17.4.26


Realismussnicht

Realismussnicht

Realismus wird empfohlen um sich
In der Wirklichkeit zurecht zu finden
Wie wirklich diese ist wird dabei noch
Selten gefragt sondern anerkannt wie
Die Existenz des geaberglaubten Gott
 
Dabei täte es oft viel besser diese 
Wie manches infrage zu stellen um 
Frei zwischen den Zeiten zu leben
Zu können statt nur zu müssen

Wie es so vielen geht die täglich
Aufstehen müssen um zu tun was
Sie halt tun müssen um damit noch
Irgendwie überleben zu können

Was dieses Sein zu einem der
Ewigen Arbeit unterworfenen macht
Wie es die meisten Menschen führen
Als Kampf ums Überleben der eben
Realistisch betrachtet täglich nötig
Wäre von etwas leben zu können 

Statt für etwas was alles das folgt
Zu einem Streben nach Glück macht 

Aus diesem Grund ist mein Vater
Arzt geworden der seinen Beruf
Liebte und alles dafür tat auch um
Menschen helfen zu können was
In der Diagnose von Krebs nicht
Immer eine einfache Aufgabe war

Dabei hielt er sich an Fakten die
Eine auch grausame Natur vorgab
Sein Realismus war gut und nötig
Um Krankheiten zu bekämpfen die 
Wie Krebs eben tödlich sein konnten

Damit wuchs ich auf und wollte immer
Arzt oder Anwalt werden nach den 
Großen Vorbildern in der Familie
Was beides nichts wurde zum Glück

Stattdessen bin ich ein Dichter und
Geschichtenerzähler geworden
Der eigene Wirklichkeiten schafft 
Die das Leben neu erfinden

Kenne keine Grenzen mehr und was
Noch Wirklichkeit oder schon längst 
Phantasie ist verschwimmt dabei gern
Zu neuen ungeahnten Welten die oft
Jahrelang in mir vorher reifen müssen

So ähneln gute Geschichten gutem 
Käse oder Wein der Reife braucht
Um sich ganz entfalten zu können 
In der Wirklichkeit der Phantasie

Gerade ist eine in mir gewachsen
Die seit 34 Jahren reifte um nun
Auf freien Flügeln abzuheben weil
Sie es kann und ich es so will
Das finde ich wunderbar und lass sie
Nun fliegen ins irgendwo

jens tuengerthal 17.4.26

Kultreichtum

Kultreichtum

In welch reicher Kultur leben wir
Denke ich und freue mich was 
Alles davon Literatur schon wird
Sehe die Vielfalt der Einflüsse
Allein in den drei Büchern in 
Denen ich heute lesen durfte
Habe auf meinen Wanderungen
Durch Berlin bemerkt wie sich
Verschiedenste Kulturen allein
In unserer Stadt zusammenfinden
Was es bunt wild und kreativ macht
Vielfalt ist unser größter Reichtum
Der sich aus vielen Quellen speist
Denke ich an all die Museen die
Diese wunderbare Stadt bietet
Bin ich einfach nur dankbar hier
Leben zu dürfen und dies zu erleben 
Andere fürchten sich ständig und
Sehen den Weltuntergang kommen
Den sie durch ihr Verhalten noch
Beschleunigen statt zu genießen
Was ist und diese Stadt alles bietet 
Nicht jede Stadt bietet dies eher
Keine vermutlich vergleichbar
Vielfalt genießen und würdigen
Gibt uns eine schöne Zukunft
Angst verbreiten und haben dagegen
Macht einsam und dumm außer
In der Gruppe von diesen von
Denen wir weniger brauchen
Um Berlin bunt zu lassen

jens tuengerthal 17.4.26