Freitag, 12. Juni 2026

Bücherparadies

Bücherparadies

Das Paradies ist eine Erfindung
Der Juden in der babylonischen 
Gefangenschaft um damit allen 
Angehörigen ihrer Familie die
Rückkehr in die Wüste wieder
Schmackhaft zu machen wurde 
Der Garten Eden als Ideal eines
Vollkommenen Lebens erfunden
Was über 2500 Jahre her ist von
Den Anhängern einer Sekte die
An der Levante siedelten bevor
Sie nach dem Sieg deportiert 
Im freien Babylon sich wohler
Fühlten teilweise schon zur dort
Sekte mit oberster Göttin auch
Glücklich lustvoll konvertierten
Was die Bewahrer der jüdischen
Stammeskultur verhindern wollten 
Dazu erfanden sie das Paradies
Als wiedergefundene Schrift
Eine weltfremde Idee vom
Vollkommenen Garten die von
Der Rückkehr aus dem realen
Paradies Babylon mit seiner auch
Sexuellen Freiheit träumen ließ
Dennoch funktionierte es seltsam gut
Wurde von den später gegründeten
Sekten Christentum und Islam
Die auch ein Problem mit Sex haben
Noch übernommen weil es wohl 
In deren chauvinistisches Denken 
Zu gut hinein passt da es um die
Rechtfertigung männlichen Erbes ging
Was nach der Natur nicht beweisbar
Warum bei den Germanen auch die
Häuser in weiblicher Linie stets 
Weitergegeben wurden was leider
Wieder zu viele im Schlepptau der
Griechisch-römischen Sekte vergaßen 
Darum wurde es ein Garten weil 
Deportierte Priester aus der Wüste
Von einem Volk von Hirten es sich
So passend träumten ich aber als
Gottloser Großstädter der Gärten
In meist lästiger Erinnerung hat
In westlichen Vorstädten aufwuchs
Sage und bin mir dabei aus langer
Erfahrung völlig sicher das Paradies
Ist eine eigene Bibliothek die den
Geist wirklich reich macht wie
Überall hin entführen kann mit
Genug Phantasie zum schönsten Ort
Der Welt für alle Leser wird was
Diejenigen sich träumen die nicht
Lesen ist dabei völlig egal denn 
Wer eine Bibliothek hat hat damit
Immer genug zu lesen und was 
Unbelesene Idioten noch wollen
Wird dann völlig egal werden
Es bleibt die Bibliothek immer
Das schönste Paradies mir 

jens tuengerthal 12.6.26

Rückzug

Rückzug 

Früher habe ich noch Kämpfe
Ausgefochten um Prinzipien 
Wie notfalls auf Leben und Tod
Weil es mir so wichtig schien

Heute habe ich lieber meine
Ruhe statt noch zu streiten 
Oder auf Siege zu hoffen
Genieße was noch bleibt

Der Rückzug in meine geliebte
Bibliothek genügt mir völlig als
Aussicht für ein gutes Leben
Mehr ist keiner Aufregung wert

Vielleicht ist der Rückzug immer
Das beste Mittel um Kriege so
Dauerhaft zu verhindern statt 
Sich durch das Leben zu kämpfen

Ob ich kämpfe oder nicht
Leben endet wenn es soweit ist
Alles was ich bis dahin genossen
War besser als jeder Kampf je

Brauche keine anderen Leute
Ist meist eher anstrengend
Habe gerne meine Ruhe
Rückzug ist mein größter Sieg 

Manche suchen noch Extreme 
Wollen Berge die Natur oder sich 
Im Wettkampf noch besiegen ich
Aber ziehe mich lieber zurück

Bleibe als Flaneur ein Beobachter
Bin lieber kein Teilnehmer dabei
Manchmal noch muss ich es mir
Noch sagen es nicht zu vergessen

jens tuengerthal 12.6.26

Donnerstag, 11. Juni 2026

Lektürentagebuch 11.6.26

Lektürentagebuch 11.6.26

Mit Franz Hessel geht die schöne
Rundfahrt durch Berlin weiter der
Er als Schüler und Kenner der Stadt 
Noch schöne Anekdoten hinzugefügt

Als der Verkehrsturm am Potsdamer 
Platz der die älteste Ampel war grün
Wird fahren sie an den Tortempeln 
Entlang die es nicht mehr gibt

Über den Leipziger Platz geht es
Wo die Generale Brandenburg und
Wrangel über das Wetter reden wie 
Der Berliner Volkswitz schön dichtet

Sie bewundern das nun Warenhaus 
Wertheim gegenüber von KPM der
Königlichen Porzellan Manufaktur
Die heute Unter den Linden sitzt 

Leer und wie zu vermieten sieht das
Lange preußische Herrenhaus aus 
Mangels Herren sollen dort nun etwas
Staatsrat und Volkswohlfahrt drin sein

Auch das Kriegsministerium daneben
Sei ziemlich ehemalig selbst die nun
Reichswehrangelegenheiten werden
Anderswo inzwischen erledigt

Wie Spielzeug von Fürsten in deren
Schlössern und Gärten stehen noch
Die steinernen Soldaten in den alten
Uniformen dort oben herum 

Während überm Postministerium an
Der nächsten Ecke Giganten eine
Mächtige Weltkugel schleppen die
Hoffentlich nicht herunterfällt 

Sie gehört zu den Schrecken des 
Vergangenen Jahrhunderts die nun
Überall weggeputzt werden all dies 
Könne dann in ein zu gründendes

Museum für neowilhelminische
Architektur wohin vieles was jetzt
An Prunk noch herumsteht kommt
Entsorgt werden meint Hessel

In Brandenburg ist ja Platz genug
Den Berliner Dom am besten gleich
Mitentsorgen die peinliche Fehlgeburt 
Die unser Weltkulturerbe versaut

Das beste am Postministerium sei
Die Sammlung von Verkehrsmitteln
Postkutschen und Eisenbahnen in 
Miniatur vor allem alte Briefmarken

Angenehm rund käme dort aber die
Mauerstraße daher die diese Welt der
Rechten Winkel abrundet sie zeigt
Die Strecke der alten Stadtmauer dort

So hat sich der Soldatenkönig der die
Friedrichstadt so hübsch in Reih und 
Glied bauen ließ über diese aus dem
Rechten Winkel fallende geärgert

Auch rundlich käme zur rechten nun
Die Betlehemskirche wie zur Linken 
Schleiermachers Wirkungsstätte die
Dreifaltigkeitskirche aber weiter geht's

Vor den gewaltigen ganz nackten
Steinmädchen am Warenhaus Tietz 
Biegen sie zum Gendarmenmarkt 
Ab schon von weiten leuchten die 

Beiden Kirchenkuppeln und das
Flügelpferd auf dem Schauspielhaus
Gegen den staubblauen Himmel nun
Wird dort gehalten und Hessel starrt

Auf den Bühneneingang wo er als 
Schüler Schlange stand um die hehre
Darstellerin der Jungfrau von Orleans
Noch herauskommen zu sehen

Die Fremden schauen dafür die
Beiden Kirchen mit den berühmten
Gontardschen Kuppeltürmen am
Deutschen und französischen Dom an

Dabei sind die Türme noch wesentlich 
Staatlicher als die Kirchen die älter 
Sich schüchtern unter ihnen ducken
Was zum preußischen Geist passe

Dazwischen von Schinkel gebaut das
Prächtige Schauspielhaus was eine
Wunderbare Einheit dafür bildet mit
Der großartigen Freitreppe davor

Die nutzte zu seiner Zeit aber nur 
Der Hofstaat das einfache Publikum
Hatte unten einen eigenen Weg dafür
Steht der Begas Schiller etwas eher

Unglücklich vor dem Ganzen er wäre
Vermutlich lieber ein bemooster Trion
Im Brunnen geworden als in der Toga
Mit Damen am Sockel dort zu stehen

Den Fremden wird die Preußische 
Staatsbank die alte noch königliche 
Seehandlung gezeigt während er
Lieber zur Weinhandlung schielt 

Lutter & Wegner gibt es heute wieder
Dort verkehrte schon E.T.A. Hoffmann 
Der um die Ecke auch wohnte war
Richter am heute Jüdischen Museum 

Um die Ecke biegend kommen sie
Zum Hausvogteiplatz wo früher die
Politischen Gefangenen inhaftiert
Waren sind nun viele Geschäfte 

Altertümlich wäre noch der Grundriss
Hier beginnen Wallstraßen und der
Alte Fischwerder das dritte Berlin
Am Hospital der Grauen Schwestern

Doch der Wagen fährt gen Norden
Vorbei an der Reichsbank einem
Werke Hitzigs noch der auch die 
Börse gebaut hat im Renaissancestil

Der den bescheidenen Klassizismus 
Letzter Schinkelschüler nach 1870
Dann ablöste zwar noch besser war 
Als was danach kam aber schon 

Das Wilhelminische Spiel mit alten 
Stilen vorbereitet hat was dann als
Grauen über Berlin sich trotzig legte 
Noch unschuldig dagegen sei die

Modifizierte Gotik die Schinkel in 
Der Friedrichswerderschen Kirche 
Im schönen Klinkerbau verwandte 
Das sei brav altpreußisch noch

Sieht mehr pflichtgetreu als fromm
Noch aus lässt eher an üb immer
Treu und Redlichkeit als an Mystik
Denken im warmen nordischen Ton

Hessel erzählt noch vom Erzengel
Der über den Portal einen Drachen
Tötet und fragt sich ob die eleganten 
Damen der Modehäuser gegenüber

Lieber den Drachentöter sehen als 
Helden und Verteidiger oder einen
Verträumt in die Ferne blickenden
Engel noch viel lieber sehen würden 

Die kleine Tour durch Alt-Berlin muss
Etwas eilig ausfallen aber Hessel 
Berät anstatt was es zu sehen gäbe
Was heute nicht mehr ist anstatt

Kann der Fremde dann den Nachbau
Auf DDR Platten mit alter Fassade im
Nikolaiviertel sehen der Rest ist weg
Sie fahren durch die Brüderstraße 

Dort steht das Nicolaihaus des
Berühmten Berliner Verleger das
Einst ein Hort der Aufklärung war
Als Friedrich Nicolai dort lebte

Hier wurde es zum gesellschaftlichen
Mittelpunkt von Berlin dort gab es zu
Hessels Zeiten ein Lessing Museum
Er empfiehlt dazu die Tagebücher der

Nicolai Enkelin Lily Partei die später
Dort wohne wo heute der ekelhafte 
Alexanderplatz alles schöne verdrängt
Im Nicolaihaus liebte ich mal wen

Doch besichtigt habe ich es leider
Trotz der Zuneigung zur Aufklärung
Noch nie vielleicht sollte ich das mal 
Zumindest literarisch auch vertiefen 

Von da aus geht es zu Petrus also
Dem Heiligtum der Fischer von 
Alt-Cölln auf der anderen Seite
Wie vom Spittelmarkt die Rede ist

Der nach dem dort Spital heißt aber
Erzählt noch einiges zu der Figur die
Kein Meisterwerk wäre aber dafür
Schöne Geschichten noch hätte

Plaudert vom Cöllnischen Fischmarkt
Wo früher das Rathaus auch stand 
Auch das Narrenhäuschen dass der
Ausnüchterung diente ist leider weg

Jedoch gäbe es am Fischmarkt das
Gasthaus zum Nussbaum was heute
Im Nikolaiviertel steht noch mit den 
Zeichnungen von Zille der dort malte

Das Original wurde bei einem der
Bombenangriffe zerstört auch vor
Dem ähnlichen Nachbau steht ein
Nussbaum und hängen Zille Bilder

Weiter geht es über den Mühlendamm
Die Brücke die Cölln und Berlin noch
Verband und trennte als es noch
Zwei waren die sich auch schlugen

Die bronzenen Markgrafen dort
Albrecht der Bär und Waldemar
Bräuchte es für ihn dort nicht sie
Stehen ja schon an der Siegesallee

Letztere ist heute der 17. Juni mit
Etwas weniger militärischem Pomp
Aber immer noch zu viel für mich
Mit Kanonen auf der Siegessäule

Der Mühlendamm soll hübsch wohl
Gewesen sein im Gebäude der alten
Mühle sei nun die Sparkasse und
Bald werde es ganz abgerissen 

Am Molkenmarkt fällt ihm das Palais
Ephraim auf des berüchtigten Bankier
Von Friedrich dem Großen zu dem er
Den Berliner Volksmund noch zitiert

“Von außen schön, von innen schlimm 
Von außen Friedrich innen Ephraim”
Das Haus war zu Hessels Zeit noch
Behörde und ist heute Museum

Um den Molkenmarkt lag die älteste
Ansiedlung von Berlin hier gab es
Zu Hessels Zeiten noch die letzte
Erhaltene mittelalterliche Gasse 

Er beschreibt nun den berühmten
Krögel der so berühmt ist dass ihr
Wagen hält und aussteigen lässt 
Sie ist seit 1935 schon Geschichte

Die alte Gasse musste dem Neubau 
Der Münze weichen die später
Zum Standort diverser Clubs wurde
Aber Hessel erzählt Geschichten

Zum mittelalterlichen Berlin wie
Der Unehre der dort tätigen Damen
Berichtet vom Museum dort wie dem 
Neuen wilden Freibad ganz nah

Schön ist wie Hessel die ganz alte
Berliner Geschichte mit Berichten
Vor Ort noch verbindet somit die
Fahrt mit Fußnoten versieht 

Dabei tauchen Orte auf die es heute 
Schon nicht mehr gibt und andere
Werden im alten Kontext gezeigt
Der vieles der Stadt verstehen lässt

Mit seiner fein spöttischen Ironie
Macht er sich über das deutsche
Wesen im Wilhelminismus lustig 
Erklärt aber auch die Entstehung

Wenn schon Berlin dann auch weiter
Dachte ich und zog Berlin eine
Literarische Einladung aus dem
Wagenbach Verlag aus roter Reihe

Beginne dort mit Durs Grünbein
Berlin ist ein Sack würde er sagen
Viel Geschichtsgerümpel und dazu
Jede Menge urbaner Plunder darin 

Er malt viele treffende sehr lyrische
Bilder von Berlin die zu betrachten
Lohnt warum ich sie im folgenden
Teils auch in Verse dazu packe 

Manche Prinzipien hätte Berlin
Vor allem preußische doch hat
Der Sack zum Glück ein Loch und so
Fällt das meiste wieder unten heraus

Gut träfe es sich hier zu leben denn 
Sei nicht das menschliche Leben
Selbst so ein löchriger Sack fragt er 
Berlin sei kollektiver Schlendrian

Das westöstliche Sumpfgebiet aus
Frühstücks Cafés und Hinterhöfen
Mit Klitschen die sich Firma nennen
Berlin sei ein Manöverfeld nur 

Von großstädtischem Ausmaß dabei
Durchzogen von unsichtbaren Fronten
Die Kurze genannt werden dabei ein
Strengliniertes Gebilde eigener Art

Ordnungsämter und Kinderspielplätze
An deren Rand sich arbeitslose Väter 
Versammeln die einst Soldaten waren
Heute nur Zeitung einfach lesen

Berlin war militärisch-industriell war
Weltgeist und seine Austreibung ein
Steinerner Aggregatzustand einst die
Hochburg Angestellter Mitteleuropa

Zentrale des sachlichen Realismus
Kapitale aufquellender Reiche noch
Aus der ein Trümmerhaufen für 
Verlorene Seelen wurde die heute

Zum föderalen Rückzugsgebiet wurde 
Als Mottensofa am Straßenrand mit
Etwas tief Unterirdischen wie stets
Ein Labyrinth noch dazu

Berlin sei ein Vakuum das sich immer
Von neuem fülle egal womit sofern es
Nur Unterhaltungswert hat und Musik 
Dazu gespielt wird als Metropolis

Berlin ist der ganz große Bluff
Täglich gebrochener Versprechen 
Eine Stadt die alles doppelt hat
Damit auch das Deutsche Ost West 

Abendland und Morgenland zugleich
Siamesisches Zwillingspaar das nur
Wenig gemeinsam hat außer dem
Verkehr und den Namen als Stadt 

Berlin sei Paradies für Hochstapler 
Wie die Händler heißer Luft was zur
Politik der Hauptstadt auch gut passt
Worauf er berlinerisch noch zitiert

Der einzige Stil im Stillosen war hier
Immer das große Krawallschlagen
Wie sich dann gegenseitig Anöden
Heiner Müller nannte Berlin noch

Das Letzte der Rest sei Vorgeschichte
Sollte Geschichte stattfinden wird
Berlin der Anfang sein sagte Müller
Was Grünbein hier auch zitiert 

Hier nahm die deutsche Geschichte
Die schlimmstmögliche Wendung die
Kläglich wie ein Satansfurt endete 
Dichtet Grünbein zutreffend

Schreibt von Ernst Jünger und
Gottfried Benn der über Berlin sagte
Es liege wie Angkor im Urwald die
Fahrten dahin seien Expeditionen

Unternommen halb aus Wehmut
Halb aus Neugier bis heute noch
Zieht es Menschen nach Berlin
Wie Grünbein einst aus Dresden

jens tuengerthal 11.6.26

Gartenphilosophie

Gartenphilosophie

Im Garten des Epikur trafen sich
Männer und Frauen und trieben
Entsprechend seiner Lehre lustvoll
Philosophie und ließen es sich dabei
So gut wie möglich gehen was mir
Viel näher liegt als jede Qual mit
Autoritären Meinungen die sich in 
Herrenrunden durchsetzen wollen
Weil wir natürlich verschieden sind
Befruchten sich unsere Geister auch
Im Austausch ohne gleich wieder an 
Sex dabei denken zu wollen der nur
Teil der überall Natur ist und also so
Genossen wird wie Brot oder Käse
Zu Wasser und Wein nebenbei halt
Denn auch wenn Gärten meiner
Natur als Allergiker ferner liegen 
Als Bibliotheken immer nah ist die
Idee sich im Garten zu sehen um
Miteinander zu philosophieren wie
Teil der überall Natur zu sein auch
Ohne Geschlechter zu trennen wie
Die Lust als Teil der Natur zu sehen
Zu schön sich an Pollen zu stören
Auch darum weil wenn alles Natur ist
Eins natürlich aus dem anderen im 
Sinne natürlicher Kausalität folgt die
Keine höheren Kräfte erfinden muss
Um mit dem was ihre Natur ist auch
Auf Dauer noch glücklich zu sein 
Weil einfach alles ist was es ist

jens tuengerthal 11.6.26

Gefühlslogik

Gefühlslogik

Gefühle sein nicht logisch
Darum wären sie auch echter
Ausdruck unserer Persönlichkeit
Meinen ihre größten Anhänger
Die nicht alle weiblich oder
Helene Fischer Fans sind 
Sondern teilweise sogar
Kritisch denken und also
Vernunft und Logik auch
Bei Betrachtung der Gefühle
Als Teil unserer Natur sehen
Doch fragt sich ob also irrt
Wer sicher fühlt oder nie
Weil Gefühl einfach echt ist
Sofern der emotionale Zustand
Teil unserer Natur ist was die
Gegner der Logik gern betonen
Gelten die Naturgesetze auch
Dann wird er damit durch eine
Ursache mit Wirkung erzeugt
Ist eines kausal für das andere 
Auch wenn ich die Gründe nicht
Gleich oder alle erkennen kann
Geschieht nichts ohne Grund
Wobei Kausalität darum keine
Höheren Gründe erfinden muss
Weil alles Natur immer nur ist
Was erkennen zu können Teil
Unserer Natur auch ist die
Gefühle hervorbringt was 
Logisch natürlich ist wie es
Ganz natürlich erscheint die
Liebste zu lieben auch ohne es
Vernünftig erklären zu können
Auch wenn die Empfindung
Neurologisch logisch abläuft
Bestimmte Hormone wie auch
Gewisse Synapsen reagieren
Damit die Natur funktioniert
Uns schon beim Gedanken
Aneinander je nach Natur
Feucht oder steif werden lässt
Weil wir einfach so funktionieren
Nur was zu komplex wird um
Seine Logik ganz zu verstehen
Nennen wir einfach Gefühl also
Ist es doch ganz logisch mit den
Gefühlen die einfach Natur sind

jens tuengerthal 11.6.26

Liebesverliebt

Liebesverliebt

Viele sind sich ganz sicher
Liebe und verliebt sein zwei
Verschiedene Dinge die nie
Gleichgesetzt werden dürfen

Dabei ist mal die Liebe mehr
Kostbarer tiefer wertvoller aber
Verliebt sein wirkt dabei stärker
Macht Betroffene ganz verrückt 

Ob was stärker ist mehr ist
Oder genau darum weniger
Die Liebe vernünftiger wäre
Unterscheiden sich Antworten 

Liebe ist ein inniges Gefühl der
Zuneigung sagt die Definition
Verliebt sein überraschend auch
Es geht um das gleiche Gefühl

Dennoch wird es unterschieden 
Verliebt ist den meisten weniger
Obwohl es viel mehr in uns bewirkt
Könnte Zeit der Faktor dabei sein 

Dagegen aber spricht die Liebe
Auf den ersten Blick die aber für
Unterscheidungsfanatiker nur ein
Verliebt sein wäre erstmal

Ab wann die Umwidmung des nur
Verliebt sein was oberflächlich wäre
In tiefe Liebe stattfindet ist dabei
Nirgendwo definiert geht wohl nur

Nach Gefühl was selten nur im
Emotionalen Alltag verlässlich ist
Nicht der Maßstab sein kann um
Liebe und verliebt zu unterscheiden 

Dennoch sind sich bisher nahezu
Alle befragten Frauen sicher dass
Es etwas anderes sei auch ohne
Es sachlich begründen zu können

Lieber lösen sie es demokratisch
Fragen andere Frauen die auch 
Sagen es sei etwas anderes was
Als Argument ohne Inhalt genügt

Enthalte mich dazu lieber weil ich
Den Unterschied nicht erkenne 
Nichts mir zuverlässig hier scheint
Aber was weiß ich schon von der

Liebe als nur Mann der ohnehin die
Frauen nur lieben aber niemals
Wagte zu meinem sie verstehen
Zu können verliebt in die Liebe

jens tuengerthal 11.6.26

Mittwoch, 10. Juni 2026

Lektürentagebuch 10.6.26

Lektürentagebuch 10.6.26

Schon in der Nacht oder in den 
Frühen Morgenstunden mit dem
Feinsinnigen Franz Hessel eine
Rundfahrt durch Berlin begonnen

Unter den Linden kurz vor der
Friedrichstraße hielten hüben wie
Drüben Riesenautos mit livrierten 
Männern mit Goldbuchstaben davor 

Die Unternehmen hießen Elite oder
Käse er entscheidet sich für das
Letztere sitzt nun in Lederpolstern
Umgeben von echten Fremden 

Der Führer fragt alle neuen Gäste 
Ob sie deutsch verstehen und ob
Sie schwerhörig sind was keine 
Beleidigung sein soll sondern

Der besten Platzwahl dabei dient 
Auf weißer Fahne stünde vor ihm
Sightseeing was Hessel einen netten 
Pleonasmus nennt dann erste Fotos

Die einen stehen die anderen sitzen
Um auf ein Bild noch zu passen und
Schon geht es am Alten Fritz vorbei
Auf Augenhöhe mit dem Sockel

Es geht an der Sonnenseite der
Bibliothek nun entlang manche
Fenster auf dem Weg wecken
Gute Erinnerungen bei ihm 

Die Spitzengardinen bei Hiller an
Den fast vergessenen Duft von
Hummer und Chablis wie den alten 
Portier dort der so diskret leitete

Sieht Reisebüros denkt an seine
Herzlosen Abfahrten die ihn noch
Die geliebte Stadt verlassen ließen 
Nun aber kam die Wilhelmstraße

Dies sei die Regierungsstraße von
Deutschland still und privat war es 
Im Auswärtigen Amt da wohnte die
Tänzerin Barberina einst als sie

Schon Freiin Barbara von Cocceji
Geworden war von 1862 bis 1878
Über hundert Jahre später wohnte
Bismarck noch dort bevor er später

Ins Palais Radziwill zog wo damals
Noch der Reichskanzler wohnte der
Heute Bundeskanzlerin heißt dafür
Im Tiergarten an der Spree haust

Beim Finanzministerium witzelt er
Dies sei von oben bis unten mit
Gold gefüllt worüber die richtigen
Fremden dann auch lachen können

Hessel tröstet sich dafür an der so
Schönen Weite des Wilhelm-Platzes 
Dem grünen Gerank am Eingang der
U-Bahn hier wie an Zietens Rücken 

Die Leipziger Straße kommt die als
Größte Geschäftsstraße der Stadt 
Vorerst nur gekreuzt wird es geht
Weiter die Wilhelmstraße hinauf

Nun das Palais des Prinzen Heinrich
Was heute Universität ist aber von 
Der Route ein bloßer Witz sein kann
An den altvertrauten Museen aber

Damals in der Prinz Albrecht Straße
Gelegen hielte der Wagen nicht
Die Fremden wissen nicht was sie
In der Kunstbibliothek verpassten

Auch er dürfe hier nicht zu lange am 
Alten Kunstgewerbemuseum noch
Verweilen das heute im Bunker
Des Kulturforums sich versteckt

Wie sehr bedauert Hessel nun den
Umzug auch der Kunstschulen
Nach Charlottenburg in Erinnerung 
Noch der rauschenden Feste dort 

Am Völkerkundemuseum ging es
Vorbei das heute im Humboldt Forum
Also im neu gebauten Schloss noch
Seinen Platz wieder fand ohne mehr

Worte zum Inhalt noch zu finden
Touristen genügt scheinbar der 
Anschein dagewesen zu sein zum
Glück vollkommen als Erfüllung

Statt von Kulturgeschichte erzählt
Der Sprecher vom Café Vaterland
Was das größte der Stadt wäre 
Eine kulinarische Weltreise erlaubte 

Im Haus Vaterland dann geht es
Von der Rheinterrasse mit Riesling
Tanzenden rheinischen Girls unter
Rennreifen hinab zur feurigen Bodega

Die zwei schüchternen Spanierinnen
Aus der Ackerstraße werden dann die
Stimmung durch ihren Tanz heben so
Sie nicht schon abgebogen sind in die

Wildwest Bar mit ihrer Prärieromantik
Kaufen sie gleich ein Programm damit
Sie wissen wie ihnen zumute zu sein
Hat dann gibt's Heurigen noch

Ungarische Weine werden vor dem
Hintergrund der sonnigen Puszta
Dem erweiterten Besucher angeboten
Bevor es ins türkische Café noch geht

Dort gibt es dann den stärksten aller
Berlinisch-türkischen Mocca Double
Was direkt zum Münchner Löwenbräu
Die durstigen Besucher dann führt

Die aufwartenden Mädels im Dirndl
Redeten bayrischer als bayrisch 
Jodeln zur Musik die Herren in
Lederhosen dort machen doch dann

Wird noch ein echtes Alpenglühen 
Illuminiert und eine zünftige echte
Wirtshausschlägerei inszeniert doch 
Weiter geht es im großen Ballsaal

Dort streifen die deutschen Girls 
Auf dem Weg zum Auftritt ganz
Dicht an ihnen noch vorbei dann
Wird sehr sinnlich vorgetanzt dazu

Vom Balkon zur Erholung sei dort
Der Potsdamer Bahnhof zu sehen
Mit Wanderern die es nach Potsdam
Zieht wo es die schönsten Parks gibt

Potsdam sei für ihn das irdische
Jenseits von Berlin noch dazu an 
Einem Wochentag voller Stille ach
Läge es nur nicht in Brandenburg

Nun aber ging es dafür hier zum 
Potsdamer Platz der vor allem kein
Platz sei was heute noch treffender 
Der eigentlich nur eine Kreuzung ist

Dort wo Berlin früher zu Ende war
Ist heute der Verkehr ganz gewaltig
Auf engstem Raum in der Mitte wacht
Der berühmte Verkehrsturm über alles

Schwärmt noch von Haus Wertheim
Das inzwischen Geschichte ist wie
Von Galerien und Boutiquen in der
Bellevuestraße dort nun Pause 

In Erwin Seitz Verfeinerung der
Deutschen geht es nun zu Ludwig
Dem Deutschen mit Sympathie für
Das ostfränkische deutsche Reich

In Regensburg beginnt Seitz die
Geschichte des Karolingers der
Ein Enkel von Karl dem Großen 
War gastronomisch zu erzählen

Beginnt wieder ein echter Seitz
Mit bayrischer Angeberei und
Schwärmt von schweinisch guter 
Küche in Regensburg die dabei

Ländlich bodenständig blieb im
Ehemaligen Bischofspalast das
Er wieder Schwein und Bier dem
Wein und feinerem vorzieht 

Setzt eine bekannte inzwischen schon
Erwartbare Tradition des fränkischen
Patriotismus ohne sachliche Gründe
Für das katholische Bayern fort 

Später jedoch recherchiert er präzise 
Schildert die Geschichte von Ludwig
Wie seine Rolle im Reich meist exakt
Kleine historische Fehler können 

Großzügig dem Lektorat dabei noch
Zugeschrieben werden weil sie klar
Im Widerspruch zu den sonstigen
Angaben dabei auch stehen 

Ganz am Ende endlich gesteht auch
Seitz dass Ludwig Frankfurt und nicht
Regensburg zum Hauptort machte
Die komplexe Geschichte der Erben

Des Sohnes von Karl dem Großen
Also Ludwig des Frommen und seiner
Söhne die teilweise mit dem Vater
Wie auch untereinander um die

Macht im dreigeteilten ehemaligen
Fränkischen Reich rangen und wie
Dabei Ostfranken zu Deutschland
Wurde wird gut dabei erzählt

Warum die Vorstellung des ersten
Deutschen König der auch in den
Erinnerungen etwa von Notker dem
Stammler aus Sankt Gallen dabei

Zur Verteidigung von Bier und
Bayerische Küche dient bleibt
Unklar aber so schlagen eben
Kulinarische Vorlieben durch

Anlässlich der Kultur der Verfeinerung 
Deftige Küche mit Schwein und Bier
Zu betonen bleibt paradox aber ist
Vermutlich eine Glaubensfrage auch

Sehr wichtig ist Ludwig für die klare
Wie friedliche Trennung der Teile
Die von Karls Reich blieben auch
Wenn er seine Kriege suchte 

Natürlich spielte Ludwig auf den 
Versammlungen der Fürsten auch
Gern den starken Mann wie es die 
Deutschen schon immer mochten 

Sein Beitrag zur echten kulturellen 
Verfeinerung bleibt eher undeutlich 
Eher scheint die liberale Hofkultur
In Aachen unter Ludwig erledigt

Auch darauf weist Seitz nicht wirklich
In seinem sonst informativen Kapitel
Hin was Wikipedia teils wörtlich zitiert
Zumindest ohne grobe Fehler diesmal

Das fast angehängte Lob Frankfurts
Was für Ludwig bedeutender war
Als Regensburg je tröstet zwar aber
Zeigt hier setzt ein Bayer mal wieder

Historisch falsche Prioritäten aber
Es kann am Ende darüber noch
Mit ihm auch gelacht werden denn 
Frankfurt wäre der Ort gewesen

Insofern Seitz durch Deutschland hier
Kulturell reist ist auch ein Ausflug
Nach Regensburg verzeihlich nur 
Ist Frankfurt kulturell bedeutender 

Woher die seltsame Neigung der
Bayern kommt alles durch die
Blauweiße Brille zu betrachten
Wird immer rätselhaft bleiben

Über die Verfeinerung der Deutschen
Von einem bayerischen Biertrinker
Wie Schweinefreund zu lesen ist
Immer ein wenig komisch auch

jens tuengerthal 10.6.26



Regenlauschen

Regenlauschen

Lausche dem Regen in Berlin
Wie er auf die metallene
Fensterbank tropft kein 
Ende im Hof mehr findet
Alles so munter fließt
Und bin glücklich damit
Was könnte schöner sein
Als friedlich auf dem Diwan
Dem Regen nur zu lauschen
Tropfen für Tropfen Freude
In immer durstiger Natur 
Finde Regentage zum
Lesen ganz wunderbar
Trinke gemütlich Tee dabei
Nichts muss aber alles fließt
An Regentagen ist Berlin 
So sauber und schön 
Alles wird gut
Es regnet

jens tuengerthal 10.6.26

Ohne zu

Ohne zu 

Etwas ist zuviel
Anderes zu wenig
Ewige Unzufriedenheit
Im immer Vergleich
Des zu steckt schon
Der Krieg als Vater ob
Aller Dinge ist ungewiss
Weniger zu könnte mehr
Genuss im Leben bringen
Zufrieden mit dem was ist 
Ein gutes Leben zu führen
Das auch mit zu beginnt
Wie vor führen noch steht
Aber in Frieden endet was
Am Ende ein zu ohne allen
Vergleich zum Maß macht 
Das glücklich bleibt so geht's
Wohl ab und zu noch dabei
So lange wir offen bleiben
Ist noch lange nicht zu nur
Komma nicht vergessen vor
Dann stimmt es ab und zu

jens tuengerthal 10.6.26

Defizittalent

Defizittalent

Habe alle Symptome von ADHS
Weiß ich heute wo das Kind den
Offiziellen Krankheitsnamen bekam 
War schon als Kind nicht normal
Ein Erbe unseres Vaters vermutlich
Intelligent begabt aber unruhig
Konzentrationsschwierigkeiten
Wurde es genannt war halt so
Bekomme viel mehr mit als andere
Wie vieles auch überhaupt nicht
Was alle machen ist mir fremd
Funktioniere einfach anders 
Massen sind mir ein Graus
Was alle tun will ich schon
Darum nicht weil alle es tun
Verwöhntes Wunschkind
Spielte gerne für sich 
Blieb in keinem Verein 
Liebte immer schon Bücher
Habe ich nun ein Defizit an 
Aufmerksamkeit für das was
Nichts mit mir im Wesen zu tun hat
Oder bin ich in allem zuviel
Statt in etwas zu wenig
Hypersensibel für alle nur 
Angedeuteten Stimmungen
Völlig blind für viele vor mir 
Im Durchschnitt werden die
Extreme wieder normal
Dabei lebe ich immer schon
Ein Leben neben anderen
Völlig losgelöst unberührt
Wie zugleich hypersensibel 
Zwischen großen Extremen 
Für fast alle also unerträglich
Bleibe ich gerne damit für mich
Versuche damit zu überleben
Für Momente gelingt es mal
Dann wieder eher nicht stehe ich
Mit Defizit und Talent immer
Irgendwo halt daneben

jens tuengerthal 10.6.26