Montag, 9. Februar 2026

Lektürentagebuch 9.2.26

Lektürentagebuch 9.2.26

Weiter ging es in Gesprungener Liebe
In dem Kapitel Egoistische Liebe über
Den Besuch von Roché bei Franz und
Helen in Bayern und den Anfang der

Großen Liebe die auch im Zentrum
Von Jules und Jim steht was wohl so
War wie sie es literarisch schilderten
Wenn auch völlig unterschiedlichen

Gefühlen jeweils dabei und was mit
Langen Gesprächen von Henri und
Helen beginnt - finde Pierre klingt zu
Lausbubenhaft eher unpassend auch

Wenn Manfred Flügge es in seinem
Buch verwendet scheint mir dies der
Situation und der Beteiligten wegen
Eher unpassend beginnen doch 

Henri wie Helen im französischen
Mit dem gleichen verschluckten H
Der vielleicht Haltlosigkeit beider
In ihrer so großen Liebe füreinander 

Begegnen sich weiter auf Umwegen 
Bei Helen kommt wie im Buch der
Archäologe Koch der später Nazi wird
Mit dem Henri ständig konkurriert 

Während Henri zum knüpfen neuer 
Kontakte etwa zu Paul Klee nach
München fährt trifft er dort auch
Helens Schwester Johanna

Wenige Stunden nach Helen schläft 
Der unermüdliche Henri auch mit ihrer
Schwester als er Helen davon erzählt
Beginnt sie wieder was mit Koch

Daraufhin gesteht ihr Henri auch
Von Germaine mit der er nun seit
17 Jahren in Paris schlaft und der
Franz räumt beiden das Schlafzimmer

Er täte das widerwillig meint Flügge
Weil ihm jede Veränderung zuwider
Sie überlegen aber ob sie nicht ein
Quartett mit Johanna bilden können

Deren ruhiger Charakter wäre Franz 
Viel näher und wohl auch lieber als
Die ewig wilde und wechselhafte
Helen unter deren Launen er leidet 

Im ständigen auf und ab wie hin und
Her zwischen Helen und Henri zieht
Franz sich zurück und spricht von
Seinem nun mönchischen Leben

Er lebt ganz für die Literatur sagt er
Zieht sich immer mehr zurück auf
Der Fahrt nach Bayern hatte Henri
Franz Pariser Romanze gelesen 

Die Kreise der Liebe drehen sich immer schneller umeinander noch 
Im ersten Taumel der Leidenschaft
Wird Helen schwanger und treibt ab 

In den drei Tagen im Krankenhaus
Besucht Franz sie aber Henri nicht
Nun wünscht sich Henri ein Kind
Mit Helen seiner großen amour fou

Wieder in Paris trifft er in der Galerie
Rosenberg Picasso der sich noch
Genau an Franz und Helen erinnert 
Besonders an Helens Kleid dabei

Erinnert mich an Herrn Berggruen
Den ich in seiner Sammlung traf 
Mit dem ich über meinen Großvater
Den er aus Paris kannte plauderte 

Auch er kannte die Geschichte mit
Picasso die ich lange nur für ein
Märchen der Familie hielt aber
Es schien wirklich so zu sein

Die Geschichten die in der Nähe
Von großer Kunst erzählt oder
Erlebt werden sind oft die am
Längsten lebenden Erinnerungen


Vom ländlichen Bayern mit der
Städtisch wilden Leidenschaft
Geht es ins ländliche England
Nun aber der 18. Jahrhundert

Im 5. Brief den Gilbert White an 
Thomas Pennant Esquire schickt
Im Band die Erkundung von Selborne
Geht es zunächst um Hohlwege

Genauestens werden diese natürlich 
Wieder beschrieben von den dort
Schichten der Erde bis zu deren
Tiefe durch Ausspülung die bis zu

17 Fuß stellenweise betragen soll 
Sie bieten einen gehörig wilden 
Anblick bei Regen oder Frost mit
Dann verschlungenen Eiszapfen

Es gäbe in Selborne verschiedene
Geländeformen mit Böschungen
Oder auch Dickicht mit reichlich
Hasen Rebhühnern und Fasanen

Früher gab es wohl auch Schnepfen
Dafür kaum Wachteln die eher das
Offene Feld bevorzugen jedoch sind
Nach der Ernte Wachtelkönige noch

Auf gemähten Feldern zu sehen
Überhaupt sei Selborne ein sehr
Ausgedehnter Bezirk der Wälder
Wegen und es dauerte drei Tage

Gut alle Grenzen abzuschreiten
Was rund 30 Meilen wären und
Das Dorf steht an geschützter
Stelle und ist vor Westwind am

Hanger gefeit die Luft sei mild 
Aber durch die Ausdünstungen
Der vielen Bäume feucht auch
Die Regenmenge sei beträchtlich

Das Dorf mit dem angrenzenden
Weiler hat 670 Einwohner es gibt
Reichlich arme Leute die aber meist
Nüchtern und fleißig am arbeiten sind

Die Frauen pflücken Hopfen und
Spinnen daraus in stillen Monaten
Wolle die dann zu Cordstoff von Quäkern der Nachbarschaft gewoben

Die Einwohner seien sehr gesund
Erfreuten sich eines langen Leben
Es wimmelte in der Gemeinde von 
Kindern noch überall also Zukunft 

jens tuengerthal 9.2.26


Liebesgeduld

Liebesgeduld

Auf Liebe warten
Erfordert wahnsinnig viel
Geduld immer noch

jens tuengerthal 9.2.26

Nichtstun

Nichtstun

Nichtstun wird immer
Wichtiger wenn alle was 
Erledigen wollen

jens tuengerthal 9.2.26

Teezeit

Teezeit

Trinke immer Tee
Habe also den ganzen 
Tag Teezeit wie gut

jens tuengerthal 9.2.26

Naturphilosophie

Naturphilosophie

Die Naturphilosophie ist eine
Grenzgängerin zwischen der 
Natur und den geistigen Welten
Sie fragt nach was und warum

Diese zwar gängige Definition
Scheint mir schon im Wesen
Eher fragwürdig weil wer die 
Natur als kausal anerkennt

Kein warum mehr hinterfragen muss 
Was ist ist darum was genügt zu sein
Auch wenn viele höhere Gründe für
Philosophie statt Aberglaube halten

Enthalte mich ja immer gerne nur 
Wird das Denken undurchsichtig
Wenn Glaube und Vernunft mit
Albernem Gottesbeweis vermischt

Über die Natur der Dinge dichtete
Lukrez in schönen lateinischen
Versen die ich lieber übersetzt las 
Zumindest etwas zu verstehen

Langer Verse kurzer Sinn bleibt
Alles ist Natur und mehr wird 
Nirgendwo zu finden sein auch
Wenn die Phantasie viel glaubt

Darum keine Furcht vor dem Tod
Solange wir sind ist dieser nicht da
Wo er ist sind wir nicht mehr er geht
Uns deutlich gesagt nichts an ist egal

Mehr als dies zu erkennen kann
Mensch nicht an Erkenntnis über 
Die Gründe des Seins finden die 
Schöpfungsgeschichte ist albern 

Wie schädlich diese chauvinistische
Sage für unsere Sexualität ist wurde 
Heute dort ausreichend bedichtet
Spannender ist hier geistiger Grund

Wohin der Wahn des Aberglauben
Verbunden mit Macht führt zeigen
Die Republikaner der USA gerade
Mit Zensur zum Thema Evolution

Jede Gesellschaft die sich dem
Aberglauben hingibt zerfällt wie es
Das römische Reich mit Christentum
Wie dem Umzug nach Osten bewies 

Warum aber seit Corona wieder der
Aberglauben über die Vernunft siegt 
Ist vernünftig schwer zu fassen eher 
Psychologisch durch Ängste wohl

Die ganzen Schwurbler wie auch
Der Aufschwung der AfD sind ein
Produkt pathologischer Ängste die 
Sich durch Lügen selbst bestätigen

Wie aber die Pathologisierung wie
Kollektive Retardierung als eine
Geistige Umkehr der Evolution
Auf Freiheit wirkt ist noch unklar 

Die USA zeigen eine Entwicklung
In der gierige Milliardäre die Masse
Naiver Gläubiger missbrauchen die
Demokratie durch Oligarchie ersetzen

Denke darum weiterhin dass Kant 
Im Bündnis mit Max Stirner alles
Dazu bis heute nötige sagten nur 
Wie sollen sich Gläubige befreien

Müssen wir ihre Götzen zerstören
Die Lächerlichkeit eines jeden noch
Aberglauben statt Glaubensfreiheit
Benennen Freiheit zu verteidigen

Die Freiheit der Person wie deren
Würde und damit auch der klar
Aufgeklärt kritische Blick auf den
Menschen ist vorrangig hier

Nähme ich das Grundgesetz als
Maßstab wäre der Vorrang schon
Numerisch zu begründen was alle
Vernunft schon lange fordert

Macht endlich einen wirklichen 
Glaubensfrieden der dies nette
Private Hobby endlich aus dem
Öffentlichen Raum auch verdrängt

Europa ist laizistisch oder wird
Keine Zukunft mehr haben auch
Seine Werte nicht verteidigen mit
Spuren von Glauben im Recht

Der Aberglaube legitimierte die
Herrschaft des Adels aber hat die 
Freiheit der Aufklärung bis heute
Noch mit Drohungen bekämpft

Mitgliedschaft in der Freimaurerei 
Der geistigen Bewegung die mit
Der Aufklärung entstand bestraft
Rom bis heute mit Exkommunikation

Nicht dass mich der Verein für
Kindesmissbrauch interessierte
Aber der letzte deutsche Papst 
War vorher noch Großinquisitor

Inzwischen hat Rom zumindest
Die Evolution anerkannt anders
Als evangelikale Sekten der USA 
Die auf Kinder einwirken dürfen

Aber auch der amerikanische Papst
Setzt die autoritäre Herrschaft über
Den weiblichen Körper noch fort was
Eine Form der Sklaverei längst ist 

Eigentlich müsste also dieser Römer 
Verhaftet und nach Den Haag endlich
Gebracht werden als Erbe all derer
Die Sklaverei lange legitimierten

Für jede Aussage die Frauen weiter
In der zufälligen Sklaverei des Uterus
Noch hält persönlich endlich haften
Ergriffen Frauen nur ihre Freiheit

Nichts als Natur die natürlich eben
Ohne alle Götter funktioniert ist die
Basis allen logischen Denkens weil
Auch wir Teil dieser Natur bleiben

Sich auf das sichere und damit
Beweisbare als Konsens in allen 
Staaten zu einigen wäre eine gute 
Basis für Zukunft in Freiheit

Dies könnte auch die Demokratie
Vor einer gewählten Herrschaft der
Dummheit als Oligarchie wie gerade
In den USA noch besser schützen

Die Natur als einzig verlässlicher 
Maßstab an dem sich auch jeder
Aberglaube und seine Moral damit 
Messen müsste wäre ein Konsens

Einer auf dem die weltweite Freiheit
Aller Menschen und deren natürliche
Gleichheit festgeschrieben würde das
Wäre Naturphilosophie unserer Zeit

Gott ist nicht tot weil er nie lebte 
Es braucht keine weiteren Gründe 
Einen Aberglauben abzulehnen 
Dies liegt in der Natur der Vernunft

Nietzsche irrte insoweit aber die 
Befreiung vom Aberglauben und
Der an ihn geknüpften Sagen ist
Notwendig für ein Leben in Freiheit

Diese Chance soll jedes Kind haben 
Kein Kontakt mit Religion für Kinder
Wer Aberglauben möchte kann dies
Auch in Gruppen erwachsen wählen

Natur war immer und kann endlich
Für Freiheit in Gleichheit aller Sorgen 
Auf sie sollten wir bauen statt noch
Weiter Hokuspokus zu vertrauen 

Naturphilosophie heißt heute den 
Kausalen Gesetzen der Natur zu
Folgen um mit ihr im Einklang ein
Vernünftiges Leben führen zu können

jens tuengerthal 9.2.26

Lustempfindlich

Lustempfindlich

Die Lust ist ein sehr empfindlicher
Bereich unseres Wesens in dem 
Noch immer Konventionen wie
Erwartungen mit der Natur ringen

Vieles dabei kann uns schnell
Peinlich werden werden weil wir 
Uns dafür ganz entblößen mit
Unserer eben nackten Scham 

Schon das Wort weist auf die
Geistigen Knoten hin für die auch
Die Geschichte von Adam und Eva
Mit der Sünde Verantwortung trägt

Dieses Märchen aus dem alten
Monotheistischen Aberglauben ist
Die lust- und frauenfeindlichste aller
Denkbaren Schöpfungsgeschichten

Wie sehr die Störungen unserer
Natur dort unseren Geist auch
Beeinträchtigen ist lange Thema von
Freud bis heute sind wenige weiter 

Es ist also vermintes Gelände wie
Zugleich eines mit der höchsten
Anziehung die uns als Wunder
Überwältigender Natur erscheint

Wo wir den Konventionen dabei
Nicht oder nicht mehr entsprechen 
Macht dies den Stolz empfindlich
Dieser unnützen Natureinrichtung

Welchen Nutzen Stolz haben soll
Außer schlechte Eigenschaften
Noch stärker zu kultivieren ist mir
Bisher nicht glaubhaft erklärt worden 

Was wir nicht oder zumindest nicht
Erwartungsgemäß können dabei
Kann schnell beschämend peinlich
Für alle Beteiligten auch werden

Die eine meint sie genüge nicht
Weil er nicht von alleine steht
Der andere fühlt sich als Versager
In seiner Männlichkeit geknickt

Dabei ist all dies nichts als Natur
Die dem Alter natürlich folgt weil
Auch die Qualität des Spermas 
Naturgemäß weiter abnimmt

Darüber lachen zu können und
Witze zu machen ist schon die
Hohe Kunst der Selbstironie bei
Der kaum wer nicht an Grenzen stößt 

Männer geben für ihre zunehmende
Impotenz gerne Frau die Schuld was
Die alte Taktik der Ablenkung ist aber
Nicht nur militärisch gut funktioniert

Sex ist nur beim ersten mal noch 
Spannend danach geht es darum
Wie halten wir den Anschein wach
Wenn es erwartungsgemäß kommt

Dieser mit Stolz Ehre wie dazu noch
Untauglicher Moral verbundene
Bereich sollte sich besser erstmal
Befreien und voneinander lernen

Was macht Mann wenn Frau oder
Welches Geschlecht auch immer
Ihn zum Stehen nochmal brachte 
Dann aber lieber kuscheln will 

Wenn die kurze Pracht dann wieder
Schnell erschlafft ist das für alle
Relativ frustrierend warum dann
Besser erstmal geschlafen wird 

Warum hat die Natur männliche Lust 
In frühe Morgenstunden gelegt aber 
Die weibliche trunken in die Nacht
Das Drama der Ungleichzeitigkeit

Darüber reden kann theoretisch
Helfen wenn beide so es dazu kommt
Noch bei klarem Verstand sind was 
Relativ selten nur der Fall ist

In Anbetracht der dazu jeweiligen
Empfindlichkeit die fürchtet nicht zu
Genügen ist es ein immer wieder
Drahtseilakt der Kommunikation

Wie gut es dann trotz der Minen 
Wie moralischen und psychischen
Risiken klappt zeigt zumindest die
Ungehemmte Stärke der Natur

Daran könnten wir erkennen dass
Unsere Triebe aus der Natur ganz 
Natürlich stärker als der Aberglaube
Sind der diese darum gern bestraft 

So könnte sich der Atheismus als
Der Natur entsprechende Sicht zeigen
Wäre wer logisch vernünftig dabei 
Statt nur stolz und triebgesteuert 

Über das große Theater lachen zu
Können hilft die Momente überstehen
In denen wir im Boden versunken 
Wären hätten wir je diese Wahl

Völlig ohne alle Gefahren bleibt
Stets gut befriedigend die Onanie 
Warum der Aberglaube sie gerne
Als besonders verwerflich darstellte 

Regelmäßiges onanieren macht auch
Relativ unempfindlicher für die stets 
Reize der Realität die niemals mit
Der Phantasie konkurrieren können

Das erspart manch schlechte
Erfahrungen aber dann leider auch
Viele wunderschöne warum ich eher
Dazu rate es bei Gelegenheit zu tun

Aber die Onanie in Ehren zu halten
Die günstiger als jedes Bordell ohne
Sonst gesundheitliche Gefahr ist wäre
Ziemlich vernünftig denke ich s.o.

jens tuengerthal 9.2.26

Liebesempfindlich

Liebesempfindlich

Liebe macht besonders empfindsam
Offen für Gefühle die wir gerne für 
Wahr und das wichtigste halten wollen
Damit natürlich auch empfindlich

Was eine Fähigkeit an uns öffnet
Weckt zugleich auch den Mangel
Mit diesem vernünftig umzugehen
Weil es sich um Gefühle handelt

Wer diese vernünftig behandelt
Gar noch mit Abstand wie wir 
Flaneure es am liebsten mit allem tun
Wird kaum den Ansprüchen genügen

Es ist also hochsensibel wie auch
Ziemlich explosiv schnell und wo wir
Nur cool dabei bleiben eher wertlos
Aber relativ haltbarer dafür auch 

Liebesempfindlich zu sein ist unser
Wichtigstes Talent sie zu finden wie
Das höchste Risiko es friedlich auch
Auf Dauer miteinander auszuhalten

Wer also vernünftig ist hält lieber
Abstand vom Thema Liebe was aber
Für die persönliche Glücksbilanz sich
Meist eher auch negativ auswirkt 

Was in Anbetracht des drohenden 
Chaos mit Vernunft zu raten ist muss
Leider dahinstehen da diese falscher 
Maßstab für Liebe immer bleibt

Denke nach Abwägung der Umstände 
Wie Konsultation meines Bauchs es
Bleibt wie immer noch Gefühlssache
Was die meisten längst ahnten

Aber gut darüber gedichtet zu haben
Nun sind wir so klug als wie zuvor nur 
Wissen jetzt wirklich alle dass ich
Von Liebe wohl keine Ahnung habe

jens tuengerthal 9.2.26

Brot und Spiele

Brot und Spiele

Brot und Spiele haben wieder
Angefangen diesmal wie früher
Schon in Italien nur hieß es da
Noch antikes Römisches Reich

Heute wird es live in alle Welt
Übertragen wenn Athletinnen ihr
Leben gefährden oder schreiend
Halbtot am Hang liegen wie just 

Die am Tor hämgengebliebene
US Amerikanerin die nun vom
Krankenhaus zuschauen darf
Was keinen freuen sollte trotz

Des amerikanischen Präsidenten
Und der Idiotie dieser peinlichen 
Wettkämpfe in der Idioten öffentlich 
Wehrertüchtigung betreiben 

Nichts anderes ist Leistungssport
Der stets die anderen schlagen will
Um als nationaler Sieger geehrt zu
Werden vom olympischen Komitee

Diese bestechliche Versammlung 
Von Funktionären die sich wichtig
Machen als Friedensfürsten dazu
Junge Menschen in den Wettkampf

Schicken was schon zu meiner Zeit
Als Schwimmer lächerlich war warum
Dieses Kapitel meines Lebens auch
Schon bald still geschlossen wurde 

Menschen hängen vor Fernsehern 
Oder hinter Beamern um andere
Siegen stürzen verlieren zu sehen 
Ein peinlich lächerliches Theater

Vermutlich für alle Menschen ohne
Geistige Welten denk ich aber weiß
Brot und Spiele ist uralt aber die
Menschheit auch nicht klüger nun

Jeder Wettkampf ist ein in Kampf
Es geht um Sieg oder Niederlage
Verlierer und Gewinner was doch 
Eine peinliche Reduktion nur ist

Olympia ist Fortsetzung des Krieges
Mit anderen Mitteln wir brauchen
Viel weniger Wettkampf als endlich
Friedlich liebevolle Kooperation

Reden wir nicht lange mehr rum 
Olympia ist Kampf und wer es nun
Schaut verherrlicht dies Ideal sind
Menschen die die Welt nicht braucht 

jens tuengerthal 9.2.26

Sonntag, 8. Februar 2026

Hesselosophie

Hesselosophie

Walter Benjamin folgte schon
Mancher auf geistigen Pfaden 
Doch wieviel näher noch liegt es
Dem Flaneur Hessel zu folgen

Jenem Autor den Benjamin als 
Seinen Lehrer beim Schreiben 
Bezeichnete dem Meister der
Kurzen feinen Prosa und Flaneur

Er schrieb wie keiner vor ihm 
Auch bisher keiner nach ihm
Über das Flanieren das seine
Kunst und Leidenschaft war

In Berlin in München in Paris
Flanierte er durch Kaiserreich
Weimarer Republik und das
Paris vor und nach dem Krieg 

Dieser leicht depressive Autor
Mit jüdischen Wurzeln wie der
Geistigen Schule der Bourgeoisie 
Dem immer Träger der Kultur

Während das Proletariat selten
Über tätowierte Arbeiter oder die
Schlichte Ästhetik des Sozialismus
Hinauswuchs zählte hier Bildung

Bildung ließ das Bürgertum wie die
Wohlhabenden Juden die erstmals
In Preußen voll emanzipiert waren
Macht und ihre Stellung ausbauen

Geld kauft und bezahlt Kunst durch
Alle Zeiten früher Gold der Fürsten
Heute Devisen der Bänker der am
Ende immer Sieger jeder Entwicklung

Franz Hessel kam als Halbwaise wie
Sohn eines sehr reich gewordenen
Getreidehändlers nach Berlin und
Verkehrte in den besseren Kreisen

In Stettin war der Vater erfolgreich
Im gleichen Metier wie Buddenbrooks
Mann und Hessel lebten zumindest
Zeitweiser parallel in München

Die Zweifel am Leben und der Welt
Zeigen sich in zarten Spuren oder
Auch ganz direkt in seinem Werk das
Dennoch ausnehmend positiv wirkt

Hessel flaniert durch Berlin ohne
Dabei je belehrend zu wirken erzählt
Er die Stadt als Flaneur quasi ganz
Nebenbei mit Leichtigkeit und Ernst 

Hesselosophie beschreibt genau die 
Kunst mit liebevoller Leichtigkeit das
Leben als Beobachter eben Flaneur
Zu betrachten so leichter zu nehmen 

Vielleicht bräuchte es dringend mehr
Von diesem versöhnlichen Blick eines
Gebildeten Bürgers auch die für die
Demokratie schon verlorenen Köpfe

Im Osten wieder mit bürgerlicher
Kultur und ihren Werten zu füllen 
Die der Osten noch konsequenter
Ausrottete als ihre Vorgänger hier 

Noch andere Minderheiten gekonnt 
Diskriminieren oder vernichteten 
Dieser Mord an der Kultur begann
Mit dem Jüdischen Dogmatiker 

Karl Marx dessen Lehre auch den
Arbeiter und Bauernstaat auf der
Ostelbischen Junkerscholle trug dem 
Hessel den Flaneur entgegenstellt

Vorab natürlich da Franz Hessel 1941
In Sanary sur mer leider verstarb da
Hatte der nationale Sozialismus schon 
Die bürgerliche Kultur erschüttert

Ein hochkulrivierter Nichtsnutz der
Mit einer Kultur eigener Art schon früh
Als Beobachter der Gesellschaft den
Ungetrübten Spiegel dabei vorhält 

Die Langsamkeit für sich entdeckt
Während die schönen Berlinerinnen
Mit den fliegenden Schultern durch
Den wohlhabenden Westen rasen 

All das ist hundert Jahre her und doch
Sprachlich wie geistig hochaktuell um
Den Deutschen Identität und Kultur
Besser zu zeigen als alle anderen

Hessel lesen und zuhören lohnt sehr
Auf die Zwischentöne hören und die
Anspielungen erkennen die eine im
Osten verlorene Kultur beschreiben 

Hessel lesen ist wie nach Galizien 
Reisen aber in Berlin zu bleiben dabei
Eine unterdrückte Kultur entdecken
Welche die Wurzel unserer legte

Deutsche Republik ob 1848 1918 bis
1933 oder nach 1945 im Westen ist
Eine bürgerliche Kultur immer die
Nur versteht wer ihre Wurzeln kennt

Zu diesen führt die Hesselosophie
Lehrt ein freies wie auch tolerantes
Bürgerliches Denken das unsere 
Kultur liebevoll lächelnd prägte 

Hessel spielt in relativ ähnlicher
Tonlage wie Thomas Mann nur 
Fasst er sich gewöhnlich kürzer 
Doch in feiner Ironie nah verwandt

jens tuengerthal 8.2.26

Flaneurgelassen

Flaneurgelassen

Der Flaneur betrachtet die Welt
Hält damit innerlich Abstand von
Allen Aufregungen der übrigen 
Kann über das Welttheater lachen

Mit dem dazu nötigen Abstand
Bleibt der Flaneur unbeteiligt wie
Natürlich einsam auch was aber
Viel an Unfrieden uns erspart 

Einsamkeit ist eine Eigenschaft
Des Flaneur der nirgendwo noch
Dazugehören will dafür viel lieber
Für sich als Beobachter bleibt

Wir müssen keine Meinung haben
Zu jeder politischen Laune dürfen
Uns im öffentlichen Diskurs nun
Einfach gelassen zurückhalten

Andere unternehmen ständig etwas
Brauchen dauernd neue Abwechslung
Wir halten auch davon viel Abstand
Um stets Beobachter zu bleiben

Flaneure beobachten was passiert
Halten aber höflichen Abstand um
Unbeteiligt und gelassen zu bleiben
Beschreiben zu können was passiert

Der Abstand liegt in unserer Natur
Damit nichts zu nah kommt und so
Die Gelassenheit rauben kann die
Das kostbarste Gut für uns ist

Andere Menschen gehen zu Demos
Auf Konzerte oder wild tanzen haben
Gelegentlich Sex miteinander wir
Flaneure genießen den Abstand

Weniger Teilnahme als Abstand ist
Die höchste Erfüllung um ein guter
Beobachter zu bleiben statt ständig
In etwas noch verwickelt zu werden 

jens tuengerthal 8.2.26


Liebesgelassen

Liebesgelassen

Liebe zulassen
Macht weniger gelassen 
Als es zu lassen

jens tuengerthal 8.2.26

Vorbeisegeln

Vorbeisegeln

Dinge ganz einfach
Vorbeisegeln lassen schenkt
Mehr Gelassenheit

jens tuengerthal 8.2.26

Teegelassen

Teegelassen

Eine Tasse Tee
Schenkt mehr Gelassenheit als
Jeder Buddha kann

jens tuengerthal 8.2.26

Samstag, 7. Februar 2026

Lektürentagebuch 7.2.26

Lektürentagebuch 7.2.26

Im Kapitel Egoistische Liebe des 
Bandes Gesprungene Liebe über
Die wahre Geschichte zu Jules und 
Jim erzählt Manfred Flügge zuerst

Von Henri Rochés Verhaftung nach
Einer Anzeige die ihn der Spionage
Für Deutschland beschuldigt dabei
Verbringt er Tage in einer Zelle in

Der Concierge dem historischen
Gefängnis auf der Ile de la Cité
Dessen Fassade und Türme er
Immer bewundert hat nun aber

Findet er es nur schmutzig dort
Auf der Wand steht der Spruch
Für die Elenden gibt es keinen
Ruhm die Versorgung ist schlecht

Dann kommt er in eine größere
Gemeinschaftszelle und sie erzählen
Sich ihre Geschichten viele Elsässer
Weil die Behörden noch glaubten 

Deutsche würden sich so verkleiden
Daneben noch ein Lothringer wie ein
Zuhälter und ein überall tätowierter
Straßenjunge wohin diese Mode passt

Nach acht Tagen wird er erstmals
Wirklich verhört dabei versuchen
Sie durch geschickte Fragen ihn 
In Widersprüche zu verwickeln

Er nennt berühmte Franzosen als
Bürgen was aber niemand dort
Beeindruckt dann erfährt er von dem
Denunziationsbrief einer Frau aus

Einer Provinzstadt in der er häufiger
Schon war er habe verdächtig viele
Verbindungen und Korrespondenz
Insbesondere nach Deutschland

Natürlich Franz und Helen denkt
Sich der Leser und fragt sich ob
Wohl eine Geliebte dahinter steckt
Aber es fand sich nichts gegen ihn 

Einige Tage muss er noch auf seine
Freilassung warten weil diese die
Persönliche Unterschrift des General
Galliéni des militärischen Chef von

Paris braucht der im gerade Krieg
Noch anderes zu tun hat aber nach
16 Tagen kommt er endlich frei die
Militärischer Situation schien sich

Verbessert zu haben weil die Suppe 
Im Gefängnis schmackhafter wurde 
Ein Bekannter der ihn so völlig
Verwildert auf dem Boulevard trifft 

Erzählt ihm von dem militärischen
Wunder das die Franzosen an der
Marne vollbrachten Roché schreibt 
Später eine Novelle über seine Zeit

Im Gefängnis die 150 mal gedruckt 
Wird mit Illustrationen von Bonfils
Die ohne Rachegelüste geschrieben
Voll schöner Beschreibungen dort ist

Roché ist kein Mann des Krieges
Jeder Chauvinismus ist ihm fremd
Bekommt eine diplomatische Mission
In New York wo er bis 1918 bleibt als

Mitglied der dort angesiedelten
Franco-American War Cooperation
Doch sein Leben gilt wie immer der
Kunst und der Liebe wie in Paris

Er lernt dort den bekannten Verleger
Gaston Gallimard kennen mit dem er
Lange Gespräche führt und dem er
Die interessanten Bars dort zeigt

Hier entstand der Kontakt der ihn
Später zu einem Gallimard Autor
Macht mit seinen Werken und lernt
Auch verschiedene Künstler kennen

Die Freundschaft mit Man Ray hat
Hier ihren Anfang die Maler Pascin
Picabia Beatrice Wood und die enge
Freundschaft mit Marcel Duchamp 

Die beiden sehen sich sehr ähnlich
Nur ist Roché deutlich größer und
Wird auch der erste und wichtigste 
Sammler von Marcel Duchamp 

Zurück in Paris arbeitet Roché für 
Die Tageszeitung Excelsior ab 1919
Intensiviert er seine Aktivitäten in der
Pariser Kunstszene wieder dabei

Knüpft er Kontakte zu Picasso Braque
Cocteau und besucht die Treffen der
Komponisten aus der groupe des six
Ist auch als Kunstmakler schon aktiv 

André Gide besucht ihn in seiner
Wohnung am Boulevard Arago und
Die früher heftige Kritik von Roché 
Ist vergessen Gide erwirbt aus der

Sammlung von Roché ein Bild von 
Marie Laurenein und auch sein 
Liebesleben geht weiter mit Germaine
Sowie drei oder vier anderen Damen

Sein kleiner Erzählband Don Juan
Findet leider keinen Verleger hat ab
1920 seine politisch moralische Phase
Denkt voller Bewunderung an Lenin

Die Sowjetunion und dessen Rhetorik
Beeindrucken ihn dabei er möchte 
Sein literarisches Gewicht zeigen wie
Sich sozial betätigen liest linke Blätter

Während er sich fragt ob er sich nicht
Zu sehr zerstreue will er ein literarisch
Kritisches Werk schreiben das den
Franzosen ihr falsches Leben zeigt

Er fühlt er könne ein neuer Balzac
Werden und geht zu Dada Abenden 
Mit Tzara und Picabia notiert nach
Abendessen mit Getrude Stein Satie

Wie Marie Laurenein er sei der gute
Freund der die Treffen arrangiert aber
Auch der Voyeur der sich informiert
Vielleicht schreibt er eines Tages

Die Roman-Chronik all dieser so 
Wunderbaren spannenden Menschen
Doch statt diesen je zu schreiben
Erlebt er seinen eigenen Roman 

jens tuengerthal 7.2 26