Mittwoch, 7. Oktober 2026

Lektürentagebuch 7.10.26

Lektürentagebuch 7.10.26

Wenn die Liebste auf Reisen ist
Geht auch der Flaneur in seinen 
Bücherurwald um sich dort ein
Wenig unterwegs umzuschauen

Beginnend mit dem Ehepaar Gondela 
Auf der Reise ins Paradies die im Jahr
1802 am 18. September in Heidelberg
Aufbrachen nun in Königsbach sind 

Von Heidelberg aus fuhren sie gegen 
Sieben Uhr los gen Westen zunächst
Durch schöne Felder die voll standen
Mit französischem Weizen wie sie 

Den Mais nannten und die Straße war
Prächtig mit schönen Bäumen
Vielfach auch Obstbäumen bestanden
Bis sie nach Edingen kamen

Dort zeigten sich erste Verwüstungen
Des Krieges gegen Frankreich noch 
Von 1795 weiter ging es bis nach 
Mannheim wo schon von weitem

Sichtbar der Wall geschleift wurde
Warum die Stadt nackt und offen
Vor ihnen lag damals direkt an der
Grenze zur Republik Frankreich

Mannheim selbst war im Krieg von 
Den Österreichern befreit worden 
Doch die vormals reiche schöne 
Stadt war dafür bombardiert worden

Vermutlich durch Kanonen die so
Verwüstungen besonders auch am
Schloss am Ufer des Rhein das sie
Beschossen die Franzosen daraus 

Zu vertreiben wobei auch viele Frauen
Wie Kinder die dorthin flüchteten zu
Schaden kamen oder starben was
Von Gondela sehr deutlich geschildert

Sie nehmen Quartier im Gasthof um 
Auf neue Pferde zu warten die auch
Über den Rhein nach Frankreich
Fahren dürften was denen aus

Heidelberg von der dortigen Post
Nicht mehr erlaubt war sie fanden 
Mannheim sehr trist und tot was
Zeigt wie wenig sich geändert hat

Auch nach den Verwüstungen im
Zweiten Weltkrieg wurde Mannheim
Wieder aufgebaut aber blieb für mich
Der aus Heidelberg kam immer tot

Die Gespräche in großer Runde beim
Essen waren interessant wobei die
Bürger sich trotz Anwesenheit einiger
Französischer Offiziere noch sehr frei 

Wie frech über Franzosen empörten 
Sie nahmen kein Blatt vor den Mund 
Ihren Tisch saß ein stummer Maler
Vor und alle übten sich darum in der

Zeichensprache die sie auch lernten 
Trotz Einladung doch ins Theater zu
Gehen waren sie entschlossen noch
Weiter nach Königsbach zu fahren

Dieser Ort liegt bei Neustadt in der
Pfalz was mit einer Kutsche die erst
Gegen vier ihre Pferde bekam doch
Ein ganzes Stück Weg noch war

Da aber Iffland schon in Berlin war
Die Namen auf dem Prospekt völlig
Unbekannt waren reizte es sie nicht
Auch sein Freund Beck der damals

Direktor des Mannheimer Theaters 
Noch war abwesend und so ging
Die Fahrt über den Rhein weiter 
Wo sie länger warten mussten 

Die vorherige Floßbrücke war auch
Im Krieg zerstört worden und so
Mussten sie auf die Fähre warten
Durch den Zoll der Franzosen 

Welche die Ausweise kontrollierten
Kamen sie schnell ihr neuer noch
Ganz junger Postillon raste darauf
Los gen Oggersheim wo die Republik

Den Zoll für eingebrachte Gûter dann
Erhob was sie auch vorgewarnt schon
Durch Frechheit gut erledigen konnten 
Leider kassierte auch die Post noch

Gebühren für Wagen und Strecke
Dabei mussten sie wie für 3 Pferde
Zahlen was lange diskutiert wurde 
Aber so eben geltendes Recht war

Dafür gelang es Heinrich Gondela
Ihren Stuhlwagen als Karren statt 
Als Chaise verbuchen zu lassen 
Weil diese dort noch unbekannt

So holte der kluge Bremer Kaufmann
Wie Senator sich wieder was vorher
Zu viel gezahlt wurde doch war es
Dadurch schon dämmerig als sie

Von in Oggersheim gen Königsbach
Bei Neustadt aufbrachen aber keiner
Dort kannte den Ort in dem Christine 
Einst ihr Gut geerbt hatte vom Vater

Dieser war zeitweise als ein
Reichskammerrat in Frankfurt tätig
Was sie später über die Weinstraße
Auch noch besuchen wollten 

Zuletzt waren sie noch auf ihrer
Hochzeitsreise dort gewesen was 
Inzwischen über 15 Jahr her also
Noch zu vorrevolutionären Zeiten war

Die Straßen wurden ab Oggersheim 
Schlecht bis miserabel und die nun
Beginnende Dunkelheit tat das ihre
Sich leichter zu verirren dort

Irgendwann ging es den Hardt hinauf
In immer steileren Straßen bis sie
Schließlich nach Königsbach kamen
Der Postillon vor ihrem Hof hielt

Sofort strömten die Leute zusammen
Die ihnen erzählten der Verwalter
Sei benachrichtigt und käme bald
Mit ihren bei ihm verwahrten Möbeln

Heinrich geht zuerst alleine in den
Hof und ins Haus und ist dabei
Schockiert über den Zustand wie 
Die gähnende Leere dort drinnen 

Er berät sich draußen mit Christine
Die dennoch bleiben will und dann 
Kommt auch der Verwalter und bringt
Betten und frisches Brot ihnen mit

Gut gelaunt darf der junge Postillon 
Soviel vom eigenen Wein trinken aus 
Dem hiesigen Keller was er gerne tut
Sie machen es sich gemütlich

Der Verwalter hatte während des
Krieges ihre Möbel zu schützen
Diese bei sich untergebracht nach
Genug Wein gehen sie nach oben

In das kleine Schlafzimmer wo sie
Voller Freude feststellen dass alles
Noch in Ordnung ist auch der Wein
Noch um das Fenster wild rankt

jens tuengerthal 7.10.26

Gewissensfrage

Gewissensfrage

Als Merz frisch Kanzler war
Hieß es noch wer aus der CDU 
Mit der AfD stimme habe am
Nächsten den Rauswurf sicher

Heute der unbeliebteste Kanzler
Der Geschichte der Republik
Verdientermaßen geworden
Nachdem vermutlich Mitglieder

Der CDU Fraktion in Sachsen-Anhalt
Einen aus der rechtsradikalen Truppe 
Zum Präsidenten wählten heißt es
Dies sei eine Gewissensfrage die

Nicht mit CDU Werten vereinbar
Aus der stark dezimierten Truppe
Wird kein Steigbügelhalter mehr
Für nationale Solidarität geworfen

Mit dieser CDU ist wohl kein
Rechtsstaat mehr zu machen
Merz räumt die Demokratie
Aus Feigheit ab und die SPD 

Demonstriert nochmal nett
Historisch zumindest auf der
Richtigen Seite gestanden zu haben

Auf Wiedersehen Deutschland
Denke ich es sieht düster aus
Nur wohin bleibt dabei unklar

jens tuengerthal 7.10.26

Zukunftsvision

Zukunftsvision

So wie wir leben hat die Welt 
Keine Zukunft mehr und rottet 
Sich die Menschheit als Schädling
Hoffentlich bald aus denn wozu

Experimentiert Russland sonst 
Mit Pestviren im fernen Osten
Von Westen wie von Osten lässt 
Sich keine Vernunft mehr erkennen

Da wäre das Aussterben der
Menschen einfach ideal und
Denke an Stanislaw Lem der
Den letzten Krieg so klug im

Futurologischen Kongress beschrieb
Von dem wir viel lernen könnten
Würde noch wer Bücher lesen
Außer zur Unterhaltung halt mal 

Aber es gibt auch eine Alternative 
Die zeigt sich wenn wir nach Europa
Blicken dem Merz der unbeliebteste 
Aller Kanzler das Geld streichen will 

Postnationale Gebilde die dafür 
Freiheit Rechtsstaat Menschenrechte
Dauerhaft garantieren können
Verbinden Nationen irreversibel 

Noch haben es viele nicht gemerkt
Aber mit Einführung des Euro 
Endete jede nationale Souveränität
Es entstand ein postnationales Ding

Das Friedensmodell in Europa das
Über Verträge und eine wachsende
Ökonomische Abhängigkeit das Ideal
Des Ewigen Friedens realisiert

Wie Kant es einst klug vordachte
Wir Europäer es seit 1945 leben 
Von kleinen Ausreißern abgesehen 
Ist die Lösung für unsere Zukunft

Eine gemeinsame Zukunft wie ein
Digitales staatlich verwaltetes Geld
Für alle machte Kriege nicht mehr
Lohnend in Zukunft für alle

Es ist das letzte Gefecht der Idioten
Vom Schlage Trump und Putin das
Die Rechten dieser Welt kämpfen
Deren Nationen keiner mehr braucht

Dies wäre eine Zukunftsvision die
Noch lohnte auch wenn manche
Wohl brauchen es zu begreifen
Die Nation hat sich längst erledigt

Die Weltgemeinschaft bekommt 
Nach dem Vorbild der EU einen 
Rechtsstaat wie Menschenrechte
Staaten haben sich damit erledigt

Wir werden alle vertraglich so
Untereinander verbunden dass 
Keiner sich mehr Kriege leisten kann
Es ist genug für alle da und wir teilen

Weil Eigentum Diebstahl wäre wir nur
Güter zeitweise von der Welt leihen 
Erledigte sich alle Gier und Vermögen 
Übernähme die Gemeinschaft auch

So ließe sich in Zukunft gut leben
Statt auf Nationen vertrauten wir 
Auf die Natur des Geschäftssinns
Der Wohlverhalten dann belohnt

Es gibt also Möglichkeiten einer 
Besseren Welt und die Chance
Zum ewigen Frieden wenn nur die
Alten weißen Männer aussterben

jens tuengerthal 7.10.26

Massakergedenken

Massakergedenken

Am 7. Oktober gedenken wir
Dem schlimmsten Massaker
An Juden seit der Shoa durch
Die Hamas diese Terroristen 
Welche unterstützt wer noch
Free Gaza ruft egal was sonst
In der Region geschieht und
Wieviele Opfer die Rache nun
Unter den Tätern kostete
Ansonsten gehen mich Tote
So wenig an wie der Tod mit
Epikur weil wer diesen fand
Zumindest das Elend hier 
Endgültig hinter sich hat
Was beim Blick nach
Westen wie nach Osten
Verlockender scheint als
Das ewige weiter so warum
Eine dauerhafte Lösung für
Den vom Aberglauben noch
Aufgeladenen Osten gut wäre
Statt neue Staaten zu gründen
Ein israelischer Rechtsstaat
Der einzige übrigens im ganzen
Islamisch geprägten Raum der
Eine demokratische Zukunft
Für hoffentlich weniger Menschen
Zivilisation und Kultur senken die
Geburtenrate am erfolgreichsten
Glaubwürdig sichern kann was
Palästinenser aus Israel alle
Bestätigen werden und die
Terroristen der Hamas werden
Dauerhaft damit erledigt aber
Noch wichtiger als das Leben
In dieser verrückten vom
Aberglauben geprägten Region
Finde ich es für mich das 
Jüdisches Leben in Deutschland
Eine dauerhafte Sicherheit bietet
Wenn sie dort mal wieder spinnen
Im Dreieck des Aberglauben
Wäre das deutsche Verantwortung
Die aus der Geschichte lernte 
Ein sicherer Hafen für alle Juden
Immer zu sein und zu bleiben

jens tuengerthal 7.10.26

Dienstag, 6. Oktober 2026

Lektürentagebuch 6.10.26

Lektürentagebuch 6.10.26

Bei Antonio Forcellino geht es nun
In der Raffael Biographie von Urbino
Nach Umbrien und beginnt mit dem
Kapitel Die erste Prüfung

Raffael machte sich zu einem ersten
Großen Auftrag auf in die Marken um
In Città di Castello als Auftrag ein Großes Altarbild zu fertigen 

Die Stadt war eng verbunden mit den
Herzögen Montefeltro die einem der
Vitelli einmal Schutz boten und so
Blieb die Nähe weiter bestehen 

Politisch war es von Cesare Borgia
Dem Sohn von Alexander VI für Rom 
Erobert worden auch der reichen 
Felder dort wegen die einst schon 

Plinius der Jüngere der dort seinen
Landsitz hatte ausdrücklich lobte 
Eine der Kornkammern Roms eine
Reiche wunderbare Landschaft also

Hier gewann Raffael über Nacht die
Gunst des Publikums nachdem er
Seine kleinen Tafelbilder zeigte sie
Begriffen welch Format er hatte

Obwohl Luca Signorelli dort wirkte
Konnte dieser nicht mit dem jungen 
Mann mithalten und Raffael blieb 
Für vier Jahre in der alten Stadt

Er bekam einen Auftrag vom Prior
Der Stadt Andrea Baronci zusammen
Mit Evangelista da Pian di Meleto 
Zur Ausführung eines Altarbildes

Es sollte die Krönung des heiligen
Nikolaus von Tolentino durch Gott
Darstellen für die 33 Dukaten hier
Gezahlt wurden eine hohe Summe

Trotz seines jugendlichen Alters
Wird Raffael im Vertrag als Meister
Bezeichnet was zeigt wie gut er
Bereits jugendlich geworden war

Raffaels Rolle als kreativer Kopf des 
Unternehmens ist durch die ersten
Entwürfe für das Gemälde belegt 
Er wusste wie er es malen würde 

Statt der Übernahme standardisierter
Figuren entwarf er neue Haltungen 
Entwickelte so den vom Vater noch
Geerbten Sinn für Theatralik weiter

Sein Vertrauen in sein Talent war so
Groß dass er es wagte die Geschichte
Neu zu erzählen mit dem Mut des
Siebzehnjährigen stellte er einfach

Das Talent der alten Meister in den 
Schatten die es nicht wagten die
Althergebrachten wie verlässlichen 
Vorbilder zu verabschieden

Den Triumph des heiligen Nikolaus 
Über den Teufel dazustellen ließ
Raffael seine Gesellen Modell sitzen
Wie in die Rollen schlüpfen

Auch für den Teufel diente einer der
Jungen Gesellen als Vorbild in dessen
Gesicht sich das Erstaunen zeigte im
Entwurf der im Gemälde dann dem 

Absolut Bösen gewichen ist welch 
Gute Stimmung in der Werkstatt
Herrschte wird an einem Detail des
Jugendlichen Leichtsinns deutlich

In der engen Hose des Gesellen der
Gottvater darstellt wird das erigierte
Glied sichtbar was alle amüsierte
Ohne die sonst feierliche Haltung

Irgendwie zu beeinflussen aber diese
Jungen Männer erneuerten die Kunst
In Italien wie in einem Kinderspiel bei
Dem der jüngste die anderen Modell 

Sitzen ließ und dabei peinlich genau
Die Posen vorgab damit sie im Bild
Den himmlischen Hofstaat darstellen 
Zwar sind die Körper noch vereinfacht

Wie für das 15. Jahrhundert typisch
Doch bereits im nackten Teufel ist
Die Suche nach räumlicher Tiefe wie
Anatomischer Korrektheit sichtbar 

Hierin zeigt sich die Nähe schon zu
Luca Signorelli den er womöglich
Auch schon persönlich kannte aber
Sicher dessen Werke gesehen hatte

Das fast drei Meter hohe Altarbild 
Bekam aus Untersicht einen mit dem
Zirkel gezeichneten Bogen dessen
Vorderfront mit zierlichen Grotesken 

Nach antikem Vorbild gefüllt war wie
Sie in Italien gerade Mode waren
Im Zentrum des Bogens thronte Gott
Mit einer Krone in der Hand

Diese war für den weiter unten zu
Sehenden Heiligen bestimmt der
Ein Stück weiter unten steht und
Gerade den Teufel mit Füßen tritt 

Neben Gottvater zwischen den 
Wolken schwebend Jungfrau Maria 
Wie der heilige Augustinus im
Liturgischen Gewand mit Mitra

Den Auftrag bekamen sie Dezember 
1500 und übergaben es vollendet im
September 1501 das Bild steht noch
Ganz in der Tradition der Werkstatt

Seines Vaters Giovanni Santi was 
An den Kronen sichtbar wäre wie den 
Farben und leblosen Händen nimmt 
Aber schon künftige Elemente vorweg 

Etwa der Faltenwurf im Gewand des
Gottes der zeigt wie weit Raffael
Einem Signorelli bereits voraus war
Genug von harten Schlagschatten hat

Am meisten überrascht jedoch die
Neuerung in den Gesichtern wo sich
Keine geometrische Starre mehr fand
Würde jenseits der Vorgaben suchte

Während Santi noch immer an seinen
Dreieckigen Nasen und kreisförmigen
Augenbrauen erkennbar war erzielt 
Raffael einen natürlichen Ausdruck

Keine ikonographische Abstraktion
Mehr sondern ein menschlicher Gott
Marias Mund so voll wie der eines
Jungen Mädchen am Brunnen

Raffaels Maltechnik ist bereits sehr
Ausgereift die Schatten gehen mit
Feinen Pinselstrichen ineinander über 
Die Farbgebung perfekt ausgewogen 

Drei Jahre nach dem Tod seines 
Vaters hat er das geerbte Talent
Bereits mit ungewöhnlicher Intelligenz 
Weitgehend vervollkommnet

Das Original ist leider bei einem
Der italienischen Erdbeben 1789
Zerstört worden und danach weil 
Nur in Teilen erhalten zersägt worden 

Diese Einzelteile finden sich nun
In verschiedenen Museen in Europa 
Nachdem sie 1846 seltsam aus Rom
Wo sie verwahrt waren verschwanden 

Dazu erzählt Forcellino noch mehr
In den folgenden Kapiteln wollte
Die Leserin aber insoweit nicht
Völlig im unklaren hier lassen 

jens tuengerthal 6.10.26

Brandmauerbröckeln

Brandmauerbröckeln 

Sachsen-Anhalt wo schon länger
Lieber keiner mehr anhält weil
Der Gülleduft braunen Geistes 
Blühende Landschaften vernebelt
Wählte nun nach Göring der es
1932 in Berlin wurde wieder ein
Mitglied einer rechtsradikalen Partei
Zum Parlamentspräsidenten was 
Die Tiefe Verwurzelung des
Ostelbischen Geistes auch
Westlich im Osten belegt 
Der keine Perspektive mehr hat
Das Volk der Revolution von 1989
Wählte mehrheitlich das Gegenteil
Von Freiheit blickt nach Moskau
Um Europa zu verlassen was
Nicht mehr durch die späte
Christianisierung der Slawen
Dort nach 1200 zu entschuldigen
Schlimmer noch wählten diesen 
Aus dem rechtsradikalen Verein 
Sogar vier die sich Christdemokraten
Noch nennen dem Ossikult verfielen
Sich auferstanden aus Ruinen lieber
Wieder unter den Schutz Moskaus
Sähen statt im Westen anzukommen 
Die Brandmauer bröckelt und die
Blühenden Landschaften versinken 
In brauner Gülle weil sie es so wollen 
Entweder wir wagen endlich das
Verbot der Feinde Europas wie 
Der Freiheit des Grundgesetz
Dieses wirklich zu verteidigen
Oder erklären allen Ossis die
Demokratie und den Rechtsstaat 
Der im Westen angebunden ist
Endlich auch für immer noch
DDR Anhänger verständlich
Weiter so geht nicht mehr

jens tuengerthal 6.10.26

Kontraindikationen

Kontraindikationen

Wenn ich ein Buch besonders mag 
Lese ich noch viel mehr andere als
Die rund hundert Bücher die ich für
Gewöhnlich parallel immer lese 
Damit ich länger etwas davon habe 
Während Bücher die ich verschlinge
Eher seichte literarische Kost sind
Die ich schnell hinter mich bringe
Was gut ist hat und braucht Zeit
So habe ich länger mehr davon
Weniges kommt in diesen Kreis
La recherche lese ich seit 33 Jahren
Joseph und seine Brüder bald vierzig
Lebe ja mit geliebten Büchern
Die will ich nicht schnell erledigen
Genauso halte ich es beim Sex
Manches erledige ich einfach
Weil die Natur alles dominiert
Es einfach gerade geil ist aber
Was wirklich wertvoll und kostbar
Wird eher verzögert um nicht alles
Auf Triebbefriedigung zu reduzieren
Der größere Genuss wächst dabei
Aus dem sich selbst bewussten 
Noch nicht wie es auch die alte
Indische Lehre des Kamasutra
Predigt nur tue ich das nach der
Natur bei Büchern wie im Bett 
Um länger davon zu haben
Teile ich mir die Vorräte des
Lustvoll schönsten in Ruhe ein
Befriedigung geht auch alleine
Besser und viel schneller
Während sich Zeit lassen
Lassen und nehmen eine 
Echte Liebeserklärung ist
Immer an gute Bücher
Wie bei besonderen Frauen
Es die größte Freude ist
Länger etwas voneinander
Zu haben im Genuss denn 
Das Gegenteil schenkt mehr

jens tuengerthal 6.10.26

Montag, 5. Oktober 2026

Lektürentagebuch 5.10.26

Lektürentagebuch 5.10.26

In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit
Schreibt Egon Friedell über die unter 
Der Regierung von Premier Walpole
Begonnene Herrschaft in Ostindien

Robert Clive begründete diese und
Brachte einen unerschöpflichen Strom
Von Reis Zucker Ölen Spezialitäten 
Wie Edelsteine und mehr denn bis

Dahin waren Engländer nur Hausierer
Mit der Herrschaft in Indien begann
Die Jagd nach Geld und das kleine
Genügsame Inselvolk wird Weltmacht 

Aus Indien kamen die Nabobs die 
Ihren dort gewonnenen Reichtum 
Parvenühaft zur Schau stellten eine 
Neue Klasse von selfmademen sind

Diese wurden so sehr verachtet wie
Bewundert so macht die Veränderung
Durch Merkantilisierung nun rasende
Fortschritte im öffentlichen Leben

Es begann der Handel aufgrund von
Warenproben und es entwickelt sich
Ein Verlagswesen organisiert von
Geldmännern die Arbeitsprodukte

Des Handwerks durch meist niedrige 
Vorschüsse bloß vertreiben was dann
Typische moderne Wirtschaftsformen 
Werden sollten das viele plötzlich

Zur Verfügung stehende Bargeld
Machte den Komfort erstrebenswert
Was ebenfalls als neuer Begriff der
Bisherigen Neuzeit unbekannt war

Die Entstehungsgeschichte des Wort
Komfort ist typisch ursprünglich hieß
Es Trost und Ermutigung aber bekam
Nun die eine ganz neue Bedeutung

Nun hieß es Wohlbefinden Behagen 
Bequemlichkeit für den Engländer
Meint Friedell liegt die allerhöchste
Legitimation seiner Existenz darin

Dass es ihm wohlergeht so sagten 
Auch die Kalvinisten für Gott dürft
Ihr arbeiten um reich zu sein der
Geschäftserfolg zeige Erwählung 

Dies wäre die allgemeine englische
Auffassung von der Prädestination
An Stelle christlicher Rechtfertigung 
Tritt das bürgerliche Wohlergehen

Wem es auf Erden wohlergeht der
Muss gerecht sein während Arme
Unselig und verdammt sind was die
Evangelische Lehre flach umkehrt

Der nächste Abschnitt heißt dann 
Franklin und Robinson dies beginnt
Mit Rainer der treffend sagte ein 
Prediger sei dort ein Nationalökonom 

Nur eben im Priestergewand der das
Gewissen wie Mehl traktiert und die
Laster wie Einfuhrverbote bekämpft 
Wird verkörpert im Lesebuchhelden 

Benjamin Franklin dem Schöpfer
Des Wortes time is money dabei
In der Literatur am komplettesten 
Im Robinson Crusoe ausgestaltet 

Ein tüchtiger Mensch der sich in 
Allen Situationen zu helfen weiß 
Praktischer Nationalökonom Politiker
Techniker und Deist der an einen 

Gott glaubt weil er es als praktisch
Erkannt hat um zu funktionieren
Dabei hat Defoe außer seinen über
200 Büchern noch die allerersten 

Hagel- und Feuerversicherungen 
Begründet dies findet sich in den 
Worten mit denen Vater Crusoe
Seinen Sohn auf die Reise schickt 

Der Mittelstand sei die Quelle aller
Tugenden und Freuden Frieden und
Überfluss wären sein Gefolge jedes
Anständige und wünschenswerte 

Vergnügen wäre an diesen Stand
Geknüpft so flösse das Leben ganz
Angenehm dahin ohne Ermattung
Durch zu viel an Anstrengung

Dazu kommt im nächsten Abschnitt 
Der Familienroman oder die comédie
Larmoyante wie Richardson als der 
Schöpfer dieses englischen Roman

Schon sein erfolgreichster Roman
Clarissa der über 4000 Seiten lang
Führt einen ewigen Titel der mit den 
Gefahren unvorsichtiger Ehe endet

Genauso berühmt war Pamela mit
Auch ewigem moralischen Titel der
Das Herz bilden will statt es nur 
Leichtsinnig heiß zu entflammen

Das bürgerliche Trauerspiel das noch
Süßlichere verlogenere dramatische 
Pendant zum Familienroman schrieb
George Lillo ein Juwelier in London

Diese Gattung verbreitete sich dann
Als commédie larmoyante auch nach
Frankreich was die Anhänger als 
Rührend übersetzten Gegner dafür 

Weinerlich nannten der erste Vertreter
War Nivelle de la Chaussée den die
Schauspielerin Quinault erst darauf 
Aufmerksam machte dass gerade

Sentimentale Szenen beim Publikum
Mehr Erfolg hatten als tragische auch
Voltaire immer ein Auge am Markt
Betätigte sich bald im neuen Genre

Das erste deutsche Werk dazu waren
Gellerts Zärtliche Schwestern aber 
Nur Holberg der dänische Molière 
Schenkte den Dänen ein eigenes

Nationallustspiel ein Nationaltheater
Und dazu noch einen Nationalspiegel
Der liebenswürdig karikierte dabei war
Er auch wie alle Komödianten ein

Schnelldichter daneben auch noch
Journalist Historiker Populärphilosoph
Begann als Wandergeiger und dazu
Bettelstudent und kämpfte lange mit

Zelotischen Pfaffen Philistern und
Gelehrten Eseln aber endete als
Grundbesitzer und Baron so kann 
Schreiben manchmal erfolgreich sein

Was damals eine ungeheure Karriere
Für einen Autor war heute wohl auch
Wäre käme es noch vor aber seine
Verdiente Karriere kam erst nach

Seinem Tod als erkannt wurde was 
Für einen Schatz sie an den Stücken 
Besaßen die teils ordinär kraftvoll
Wie banal auch immer waren 

Bis zu Andersen und Ibsen hätte 
Skandinavien keinen so scharfen
Beobachter der Wirklichkeit mehr
Hervorgebracht er bleibt Klassiker. 

Unter dem Titel Die Wochenschriften 
Werden eben diese behandelt die das
Bedeutendste literarische Ereignis für
Das erwachende Bürgertum waren

Steele begründete 1709 mit Addison
Den Tatler dem 1711 der Spectator
Wie 1713 der Guardian folgte das
Programm dieser Revuen war es 

Wie Sokrates die Philosophie vom
Himmel holte damit sie unter den 
Menschen wohnte sollten diese nun
Die Philosophie in Klubs und in 

Die Gesellschaft wie an den Teetisch
Ins Heim und in die Werkstatt auch 
Zurückbringen schrieb Addison über
Sein Ziel das bald Nachahmer fand

Samuel Johnson edierte den Idler
Wie den Rambler der Lustspieldichter 
Marviaux den Spectateur Francaise
Der Abbé Prevost der als Autor schon 

Bekannt und erfolgreich war der den
Englischen Sittenroman ohne lästiges
Moralisieren mit echter Leidenschaft
Füllte war sieben Jahre lang noch

Herausgeber der Zeitschrift Le Pour
Et le Contra und in Italien gründete 
Der ältere Gozzi den Osservatore 
Die erste deutsche kam noch aus

Der Schweiz von Bodmer und 
Breitinger hieß Discourse der Mahler
Drei Jahre später kam der Patriot aus
Hamburg als Organ der Aufklärung 

Gottsched schrieb dafür dann die
Vernünftigen Tadlerinnen und den
Biedermann eine Zeitschrift hieß 
Die Braut wöchentlich ans Licht

Über Addison den unerreichten
Klassiker des Genre schrieb Steele
Leben und Sitten werden bei ihm nie
Idealisiert er bleibt immer streng

Bei Natur und Wirklichkeit er kopiert
So getreu dass er kaum etwas erfinde
Er war der Salonphotograph seiner
Epoche der er ihre Portrait gab

Nun schreibt Friedell über Hogarth
Den mein Vater ja auch sammelte 
Der in Bildserien satirisch aber wie 
Er seltsam meint ohne echten Humor 

Dessen in Kupferstichen verbreitete
Bilder waren ein früher malerischer 
Journalismus der ein Gegenstück
Zu den Wochenschriften bildet

Jedoch war Hogarth zuerst Künstler
Ein wirklichkeitstrunkener Schilderer
Voller Wucht und Schärfe wie ein
Farbendichter mit hohem Geschmack

Habe einmal mit einer Schauspielerin
Zusammen ein Theaterstück zu einem
Jubiläum der Familie geschrieben was
Hogarths Bilder dabei thematisierte 

Er wäre größer ohne die Philosophie
Die dem Zeitgeist entspräche er will
Literat sein meint Friedell aber bliebe 
Trotzdem gnädig ein großer Maler

Dies verkennt Hogarth zu sehr
Denke ich und hätte Friedell gerne
Die Lektüre von Lichtenberg der
Über Hogarth schrieb empfohlen 

Dessen Witz und ironische Tiefe
Die typisch englisch ist zu würdigen
Was ich hier aber gerne nachhole
Für alle anderen Leserinnen es lohnt

jens tuengerthal 5.10.26

Verkehrswahnsinn

Verkehrswahnsinn

Im Verkehr und bei der Energie 
Macht die Regierung alles falsch
Was überhaupt möglich war und
Schadet Deutschland nachhaltig

Statt Elektromobilität zu fördern 
Werden Verbrenner unterstützt
Die keine Zukunft mehr haben
Auf Wunsch der Autoindustrie

Deren Absätze aber brechen ein
Stattdessen boomen die kleinen
Elektroautos bei denen aber die
Nachfrage nicht gedeckt wird

Dafür springt China ein was trotz
Hoher Zölle günstiger produziert
Obwohl der Grüne Wirtschaftsminister 
Genau dies Szenario ankündigte

Um die Autofahrt mit dem falschen
Antrieb weiter zu subventionieren
Werden Milliarden an Ölkonzerne 
Gegeben ohne echte Wirkung

Weil diese leichtfertig verschwendeten
Milliarden nun fehlen wird dafür beim
Öffentlichen Nahverkehr gespart das
Deutschlandticket wird noch teurer

Trotz des bekannten Fehlers beim
Ersten Versuch werden nun wieder
Wirkungslos Milliarden verschwendet 
Die in andere Mobilität fließen sollten 

Trotz absehbarer in Krise auf dem 
Gasmarkt hat die Regierung über
Eine Wirtschaftsministerin die zuvor 
Lobbyistin dort keine Sicherheit 

Statt kostengünstiger frei hier zur
Verfügung stehende Alternative 
Energien auszubauen und zu nutzen
Wird über Kernkraftwerke geredet

Da riskiert wer die Krise ohne eine
Perspektive zu haben und verspielt 
Dafür die deutsche Führung dabei
Was schon grob fahrlässig ist

Stattdessen schwadroniert der längst
Unbeliebteste Kanzler aller Zeiten von
Kernfusion die es noch nicht gibt die
Frühestens in 30 Jahren möglich ist

Eine Wirtschaftsministerin die dabei
Auf die Kräfte des Marktes setzt 
Beschert damit ihrem früheren
Arbeitgeber Milliarden Gewinne

Rabatt beim Treibstoff der nicht beim
Kunden ankommt aber dafür den 
Schon am Übergewinn bereicherten
Konzernen große Gewinne bringt 

Daran was diese verdienen werden
Wenn Deutschland zu teuer Gas nun
Einkaufen muss denkt auch keiner
Aber bloß keine Übergewinnsteuer

Die grob fahrlässige Verschwendung 
Durch die angeschlagene Regierung
Führt in die Katastrophe welche dann
Ökonomisch nicht mehr korrigierbar

Sollten die verantwortlichen Täter nun
Wegen Gefährdung des Staatswohls
Gefährlicher Verschwendung und 
Meineid im Amt angezeigt werden

Ökonomischer Vernunft wie der
Drohenden ökologischem Katastrophe
Beim Klimawandel wegen ist nun
Eine gerichtliche Entscheidung nötig

Was aber tat der Kanzler stattdessen
Subventionierte sein Flugbenzin den 
Größten Schädling im Klimawandel 
Weiter staatlich zu unterstützen

Da hat eine Regierung offensichtlich 
Ihre Aufgabe nicht verstanden und
Verschwendet populistisch Geld was
Besser in die Zukunft investiert wird

Tatsächlich werden neue Milliarden
Die kommende Generationen dann
Abzahlen dürfen in die Versiegelung
Des Landes falsch weiter investiert

Dies ist eine leider dringend nötige
Wutrede eines fassungslosen Bürgers 
Der dem verkehrten Wahnsinn nun
Das dringend nötige Ende setzen wil

jens tuengerthal 5.10.26



Geschlechterschematisch

Geschlechterschematisch 

In Dingen der Liebe und der Lust
Verhalten wir uns gerne völlig
Schematisch nach Mustern 
Wenn es zu Konflikten kommt

Diese laufen erstaunlich ähnlich ab 
Du könntest auch Loriot schauen
Statt die stete Wiederholung nach
Muster noch selbst zu spielen 

Dann kannst du deine Uhr schon 
Nach Reiz-Reaktions-Mustern stellen
Doch frage ich mich muss das sein 
Sind wir so einfach konditioniert

Wären wir ohne nicht glücklicher 
Weil es vermutlich 99% aller Konflikte
Vermeiden könnte die durch die damit
Enttäuschten Erwartungen ausgelöst

Ist dieses Theater Teil unserer Natur
Also unvermeidbar sobald Geschlecht
Wie und oder Gefühl beteiligt ist es
Also doppelt um den G-Punkt geht

Den es zwar wie die Forschung zum
Nervus pudendus nachgewiesen hat
Real überhaupt nicht gibt aber doch
Zu Gefühl und Geschlecht passt

Es setzt in diesem Bereich gerne die
Kritische Vernunft aus und wir 
Folgen lieber dem Gefühl oder wenn
Die Lust geweckt dem Geschlecht

So sagte mein Großvater noch was
Zur Weisheit der Familie wurde die
Sich gern im Besserwissen profiliert
Im richtigen Moment sitzt das Hirn 

Im Hintern und hilft schieben was 
Ein Rat zum vorigen Nachdenken war
Aus auch ausreichend Erfahrung wohl
Weil es dabei meist zu spät ist

Dem ist vermutlich immer so warum 
Es gut sein kann all dies nicht zu
Ernst zu nehmen und darüber auch
Noch herzlich Lachen zu können

Gerade diese leicht ironische
Betrachtung der Dinge trägt aber
Für manche großes Potenzial 
Für vermeidbare Konflikte

Die dann schnell die typischen
Schemen in emotional sexuellen
Beziehungen auslöst die aber nie
Eine Lösung finden werden 

Eine Seite hält ihr eifersüchtig
Konkurrentes Verhalten für eine
Form der Überlegenheit die genau
Das Gegenteil urkomisch bestätigt

Sähen wir diese Szene von Loriot 
Könnten wir darüber lachen aber
Als mit Gefühl und Geschlecht
Beteiligte fällt das eher schwer

Auch über sich lachen zu können
Zeigt hohe sittliche Reife ob das
Bei unsittlich genannten Dingen 
Gelten kann wäre besser keine Frage

Am Ende geht es immer nur um
Das Eine was die eine Seite gern
Liebe nennt während die andere
Nur von Sex dabei noch träumt

Ob die inkaufnahme des einen 
Für das andere genau dies belegt 
Oder der Anfang vom Ende ist
Wird unterschiedlich bewertet

Oder wie es Evelyn Hamann so
Treffend einst sagte über 
Männer und Frauen die einfach 
Nicht zusammenpassen aber

Nach der Natur gelegentlich dennoch
Mittig ineinander was viele Probleme
Die keiner braucht lösen kann aber 
Natürlich nie eine Lösung ist

Deutlichkeit kann manchmal helfen
Einander wirklich zu verstehen oder
Völliges Unverständnis offenbaren
Was wann besser tut bleibt oft unklar

Zumindest offenbart die Möglichkeit
Dieser Gedanken dass wir auch mit
Humor über das ernste Thema noch 
Lachen können und es dann gut tut

Liebe und Lust ernst zu nehmen
Ist sehr zu empfehlen außer du
Verstehst dich gerade nicht dann 
Ist es immer besser zu lachen 

jens tuengerthal 5.10.26