Freitag, 22. Mai 2026

Lektürentagebuch 22.5.26

Lektürentagebuch 22.5.26

Unter dem Titel Screwball und
Slapstick erzählt Siri Hustvedt in
Ihren Ghost Stories komische
Erinnerungen die sie mit Paul teilt

Wie sie ein Drehbuch schrieben 
Das auch noch verfilmt wurde
Aber so sehr verändert dass sie
Ihre Namen lieber zurückzogen 

Vom gemeinsamen Traum einmal 
Eine Screwball Komödie zusammen 
Zu schreiben und dem Spaß den das
Gemeinsame Schreiben schenkte 

Auch ihre eigene Slapstick Erfahrung
Im realen Leben wie die Geschichte
Als Paul Auster in Taormina in den
Pool im Dunkeln lief ist herrlich

Die Vorstellung von Sophie wenn
Paul übrig geblieben wäre würde 
Er nur von Tiefkühlkost und Whisky
Noch leben gehört zum Humor 

Als einer der sich allein von Tee 
Salzstangen und Spekulatius auch
Ernähren kann lächle ich darüber
Der Whiskey verstaubte bei mir

Über die Aufregung der Liebe wie
Kleinen Tragödien des Lebens auch
Lachen zu können macht dieses
Bei aller Dramatik erträglich

Wollte nach der tragischen Trennung
Ein Werther Drama über meine
Verlorene jugendliche Liebe noch
Schreiben und lache heute darüber

Wenn die Liebe zur Komödie wird 
Weil wir uns natürlich nie verstehen
Zumindest nicht auf Dauer ganz nah
Tut es besser darüber zu lachen

Beinah wäre ich für meine kleine
Kroatin am gebrochenen Herzen
Ganz elend gestorben und finde
Das heute eher eine Komödie

Was der wahre Blick auf die Liebe 
Wie ihre Untiefen ist weiß ich nicht
Aber darüber lachen zu können
Sie als Komödie sehen tut besser

So gefällt mir darum Siris lachender
Blick zurück in Erinnerung der auch
Komischen gemeinsamen Zeiten 
Tragisch ist der Tod ohne Mühe

Ihn auch komisch zu finden und
Über das Schicksal was es nicht gibt
Auch wenn es mal seltsam zuschlägt 
Scheint mir die höhere Lebenskunst

Beginne das 5. Buch des komisch
Tragischen Simplicissimus der die
Deutsche Literatur schon früh um
Das Element der Komik bereicherte 

Im ersten Kapitel schreibt Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wie 
Simplicius ein Pilger wird und mit
Herzbruder auf Wallfahrt geht der

Nach Einsiedeln in der Schweiz nun
Wallfahren wollte was Simplicius 
Weniger der Frömmigkeit wegen
Als um die Eidgenossenschaft das

Einzig noch friedliche Land zu sehen
Herzbruder lehnt jedoch sowohl seine
Finanzielle Unterstützung wie seine
Begleitung zunächst noch ab weil er

Keine Belastung sein wollte worüber
Beide in freundschaftlichen Streit 
Miteinander gerieten warum wer
Das des anderen nicht annahm

In Wirklichkeit hatte Herzbruder wohl
Abscheu vor dem blutigen Geld was
Zur frommen Reise nicht passte was
Simplicius wieder dazu brachte die

Pilgerfahrt zu wollen um dabei noch
Besserung zu geloben hielte er ihn 
Davon ab und stürbe Simplicius 
Inzwischen lüde er schwere Schuld

Auf sich behauptet sogar er wollte
Genau wie er als Buße für sein bisher
Sünhaftes Leben auf Erbsen nach
Einsiedeln auch nun gehen doch bald

Fand sich ein neuer Grund zum Streit
Simplicius wollte sich einen Pass für
Den Weg zum Regiment ausstellen
Lassen was dann eine Lüge wäre

Wer wirklich bereue der dürfe nicht
Mit einer Lüge den Weg beginnen
Meinte Herzbruder und zitiert dann
Christus mit der Verleugnung Gottes

Was Simplicius wieder mit dem
Auch biblischen Argument widerlegt
Sie müssten sich auch den immer
Den Zeitläufen nach Paulus anpassen

Worauf sie endlich über Rottweil
Gen Schweiz aufbrachen die ihm
So anders vorkam als alle anderen
Deutschen Länder als wäre er dort

In Brasilien oder China und sah die
Menschen in Frieden handeln und
Wandeln und die Ställe standen voller
Vieh es wimmelte vor Hühnern Gänse

Enten die Straßen waren sicher in
Den Wirtshäusern ließen es sich die
Leute gutgehen nirgendwo war Furcht
Alle lebten dort in Frieden miteinander

Im Vergleich mit anderen deutschen 
Ländern in solchem Überfluss trotz
Rauer Bedingungen schien es wie
Im Paradies dort leben zu dürfen

Während Herzbruder Rosenkränze 
Betete und ihn dazu ermahnte sah 
Simplicius staunend überall herum
Doch in Zürich bemerkte er es

Die Nacht vorher waren sie noch
In Schaffhausen gewesen wo er
Sich die Erbsen weich kochen ließ
Aus Furcht um seine Füße damit 

Weich in den Schuhen ganz bequem
Nach Zürich wandern konnte während
Herzbruder sich grausam marterte mit
Harten Erbsen noch in den Schuhen

Als dieser es dann bemerkt und sie
Darüber reden fürchtet der fromme
Herzbruder Gott würde sie beide
Bestrafen ihre Buße nicht anerkennen

Herzbruder macht Simplicius klar
Was für ein schlechter Mensch und
Armer Sünder er doch sei worauf
Dieser Gewissensbisse bekommt

Traurig über seine Sünden sinnend
Lief er nun schweigend neben dem
Meist schweigenden Herzbruder her 
Bereute sein Leben und gelobte

Aus religiöser Überzeugung endlich
Besserung damit es aufwärts mit
Ihm ginge der ein armer Sünder 
Doch immer nur gewesen wäre

Der Vanitas Gedanke verbunden
Mit tiefer Reue an die sich gerne
Auch fromme Rituale knüpften ist
Typisch für den späten Krieg noch

Elend und Mord mit Seuchen
Verheerten das ganze Reich
Warum die Schweiz paradiesisch
Trotz widriger Bedingungen war

Noch ein wenig zum Großmeister
Der Komik in der deutschen Literatur
Thomas Mann im biblischen Kontext
Bei Joseph und seinen Brüdern 

Die Taktik der Verzögerung wie die
Argumente mit denen sich Joseph
Der Geilheit von Mut entwindet die
Drängt er möge bei ihr liegen sind

Teils dem biblischen Original noch
Entsprechend auf Gott bezogen
Aus Angst vor dessen Strafe auch
In grausam komische Form gesteckt

Die Ausreden mit denen er ihre nun
Zweifel an seiner Männlichkeit dabei
Zurückweist sind einfach zu komisch
Verspotten sich sogar selbst noch

Bedenken wir dabei dass Mut nur
Scharf auf Joseph ist und alles
Versucht ihn endlich dazu zu bringen 
Er möge mit ihr vögeln wird die

Besonders große Komik von Mann 
Gerade im sexuellen Bereich noch
Deutlicher der mit der Sprache der
Bibel komisch über Sex dabei redet

Dies macht sich doppelt lustig über
Christlich jüdische Prüderie wie die
Geilheit ägyptischer Frauen noch
Dazu mit großem Gefühl dabei

Sie preist sich an wie einen schon 
Stinkenden Käse den doch die Reife
Erst so wohlschmeckend machte
Versucht ihn dann zu provozieren

Tatsächlich bemüht er sich noch
Ihr zu erklären er könnte schon
Wenn er nur wollte nur will er
Nicht aus hohem moralischen Grund

Wie unklug es ist Frauen in dieser
Hinsicht belehren zu wollen merkt
Jeder der es einmal nur probierte
Doch Joseph spielt weiter doppelt

Sagt nicht ich will dich nicht weil 
Zu alt oder zu hässlich für mich
Sondern will sie nur nicht weil es
Gegen Gebote seines Gottes

Was wie Mann auch zeigt ein
Schwaches Argument gegen
Die starke Natur immer war 
Joseph provoziert und riskiert 

Um so mehr Mut versucht den
Sklaven Joseph zu beziehen
Dem sie alles befehlen könnte 
Desto klarer wird dessen Schuld

Thomas Mann zeigt mit tiefem
Feingefühl alle Untiefen dieser
Biblischen Geschichte auf die
Vieles über Mann und Frau lehrt 

Die umgekehrte Entwicklung der
Sexuellen Potenz klingt darin durch
Bevor sie neurologisch nachgewiesen
In der Studie zum Nervus pudendus 

Mit all dem wie auch seiner eigenen
Homoerotischen Neigung spielt der
Große Autor Thomas Mann hier mit
Einer feinen bürgerlichen Komik

Ein seitenlanges Gespräch über Sex
Der dann doch nicht stattfindet in der
Sprache der Bibel ist schon ein Witz 
Wie dieser dabei erzählt die Krönung

Was mich wieder darin bestätigt wie
Lächerlich fehl die Interpretationen
Von Illies und Lahme gehen die wohl
Mehr über sich als über Mann reden

Aber Coming-out eines stocksteifen
Bürgerlichen ist eben hipp für die
Eher schlichten Geister die Mann 
Nie lasen oder seinen Witz sahen

Empfehle darum allen die wirklich
Guten deutschen Humor sehen
Wie im Wesen verstehen wollen
Die Lektüre von Manns Werk

Dieses macht ihn zum unsterblichen
Autor der literarische Welten kreierte 
Während Illies und Lahme nur als
Kleine Köter an sein Denkmal pissen

jens tuengerthal 22.5.26

Liebesterror

Liebesterror


Liebe ja die Frauen wirklich
Es sind wunderbare Wesen
Wenn nicht aller Anschein trügt

Nur manchmal muss ich mich 
Daran sehr deutlich erinnern
Um es nicht völlig zu vergessen

Im Ärger über weibliche Spiele
Die Liebe als Mittel des Terror 
Zur Erpressung mit Erwartung

Einsetzen statt offen zu reden
Die indirekt etwas sagen aber
Dann behaupten dies nie so 

Gemeint zu haben ohne über 
Das zu reden was sie ärgert
Weil sie strategisch erpressen

Besonders perfide wird diese Form
Emotionaler Erpressung wenn Frau
Behauptet sie täte was Mann wolle

Auch wenn bisher noch jede
Frau einen Eid schwor dass
Sie ganz anders als alle wäre

Machte es noch jede im Falle
Eines Konflikt genau so weil
Sie sich Vorteile davon erhoffen 

Vermutlich bin ich bisher nur
Lauter einmaligen Sonderfällen 
Im Leben begegnet die immer

Genau sagen was sie meinen
Auch wenn das schon die erste
Lüge war und der Anfang des

Terror aus Liebe ist bei dem es
Allein um Macht nie um Liebe
Noch geht was schade ist weil

Damit keine Liebe die meisten
Versuche von Liebe scheitern lässt
Dabei wollen beide das gleiche

Nur das Spiel um Macht hindert
Offen und fair miteinander zu sein
Sich gut zu tun wie wir es wollen

Ob sich das jemals ändert oder mit
Einer vernünftig zu klären ist bleibt
Bis zum Beweis des Gegenteils offen

Männer wie Frauen haben einfach
Bestimmte gattungsbedingte vom
Anderen schwer zu ertragende

Eigenschaften nach ihrer Natur
Damit offen umzugehen könnte 
Die meisten Konflikte leicht lösen

Stattdessen werden sie Quelle des 
Größten Terror der alle nur quält
Dabei wollen wir uns nur lieben 

Liebe aber heißt nach der Natur
Das Gegenteil von besiegen
Meint also bedingungslos gönnen

Wie schön wäre es doch miteinander
Gingen wir davon einfach immer aus
Statt uns weiter ewig zu quälen 

Ob es Hoffnung gibt dieses hehre Ziel
Je zu erreichen bleibt weiter unklar
Aber zumindest stirbt diese zuletzt

Sich daran zu erinnern dass wir mit
Mars und Venus von verschiedenen
Planeten kommen könnte helfen

Wir können uns natürlich nicht
Verstehen aber lieben was nur 
Verständnislos bedingungslos geht

Fürchte aber sehr diese uralte
Weisheit lässt sich nicht gendern
Was es für viele unmöglich macht

Dabei ist es so einfach eigentlich
Wir lieben uns und wollen uns
Bedingungslos glücklich machen

Warum wir dabei so häufig wie
Immer wieder auch das Gegenteil
Erreichen machte nachdenklich

Wäre die Liebe je vernünftig
Ginge es wirklich um sie 
Nicht um Macht im Spiel

Nicht auszuschließen ist dabei
Dass es Männern wie Frauen stets
Genauso geht mit der Liebe

Weil wir uns natürlich nicht
Verstehen aber die Liebe gerne
Verständnisvoll miteinander tut

jens tuengerthal 22.5.26

Donnerstag, 21. Mai 2026

Lektürentagebuch 21.5.26

Lektürentagebuch 21.5.26

Den Abschluss der Englandreise von
Fürst Pückler-Muskau in dem Band
Ein Glücksritter von Peter James 
Bowman gelesen und gelacht

Das Kapitel über Napoleons Nichte
Endet tragisch und komisch mit ihrem
Skandalösen Suizidversuch nach dem 
Treffen mit Pückler in London

Dabei hatte er aus seiner Sicht alles
Getan die labile junge Dame von
Diesem Vorhaben abzubringen was 
Aus seiner Sicht auch gut gelang 

Nicht aus Sicht der Medien jedoch die
Einen Skandal witterten weil beide
Noch Stunden vorher zusammen
In einer Kutsche gesehen wurden 

Der Retter der sie vom angekündigten 
Freitod mit Morphium abbrachte war
Der Buchmann der Gesellschaft auch
Die Nichte Napoleons tat nichts mehr

Sie war in einem Park an einer viel
Befahrenen Strecke ins Wasser
Gesprungen und ließ sich dann 
Gern von einem Leutnant retten

Nach diesem letzten Skandal hatte
Pückler genug von der Insel seine
Chancen eine gute Mitgift zu ergattern
Waren weit und tief genug gesunken 

Eine kurze Auseinandersetzung mit
Lucie Hardenberg seiner immer noch
Gattin über den Verkauf von Muskau 
Ihrer beider Traum von einem Park

Endete friedlich und bei seinem 
Eintreffen in Muskau sanken beide
Voreinander in die Knie und hielten 
Sich lange voller Liebe fest umarmt

Schöner konnte das englische 
Abenteuer als Glücksritter auf 
Mitgiftjagd wenn auch dabei völlig
Erfolglos eigentlich nicht enden

Auch die letzten beiden Kapitel des
Bandes der Anderen Bibliothek tragen 
Vielversprechende Titel und halten die
Neugier der Lesers noch weiter wach

Rätselhaft tief greift Siri Hustvedt im
Kapitel Orakel in die Kiste der von
Beiden geteilten Erinnerungen mit
Daniel Pauls Sohn 9/11 und Corona

Das Beste kommt noch hatte Paul ihr
Auf den Zettel vom 19. Februar 2019
Geschrieben mit Happy Birthday von
Ihrem sie liebenden Mann 

Danach kam Covid Daniels vielleicht
Mord an seinen Kind sein Suizid und
Danach Pauls Krebserkrankung und
Vorher der Tod ihrer Mutter noch

Das Beste kommt noch Darling passt
Als Motto zu den nächsten Jahren
Immerhin ist sie Omi von Miles was 
Nichts gegeneinander aufwiegt

Vor etwa 25 Jahren hätte Paul die
Theorie von der Fülle der Probleme
Entwickelt nach der jeder Mensch
Immer genug Probleme hat um damit

Im Alltag voll beschäftigt zu sein wie
Eines das andere wieder relativiert
Ihr gebrochener Arm mit OP den 
Sie sich bei Glatteis zuzog hat sich

Im Schatten von Pauls Therapie
Völlig relativiert und war darum
Nicht weiter der Rede wert für sie 
Was sonst anders gewesen wäre

Ihr immer wieder Bemühen um
Daniel an den sie nie ganz heran
Kamen das traumatisierte Kind
Aus der gescheiterten Beziehung

So natürlich ihre psychoanalytisch
Typisch amerikanische Sicht die
Erwartbare Probleme natürlich findet
Statt nach Lösungen zu fragen

Dieser Zettel von ihrem Geburtstag
Am 19. Februar 2019 ein Jahr bevor
Covid begann das Jahr des Todes
Ihrer Mutter bevor Paul starb

Was soll das Beste kommt noch sein 
Überlege ich und warum schreibt ein
Kluger liebender Mann dies seiner 
Ebenso klugen Frau zum Geburtstag

Ist es typisch amerikanischer Mist 
Inhaltslose Floskel vom großem
Paul Auster für seine Frau in Liebe 
Weil dort immer alles besser sein soll

Ist der Superlativ der also vergleicht
Je passend in der Liebe und wann 
Soll die gute Aussicht eines trotzdem
Nach grauenvoller Zeit Mut machen

Nicht umsonst überschrieb sie das
Kapitel mit Orakel und erzählt darin 
Auch von Daniels düsteren Comics
Liebe und Ehe sind wohl zu komplex 

Am Ende erinnert sie sich an das
Ende von Porträt eines Unsichtbaren
Des Mannes in den sie sich verliebte
Keine zwei Jahre später dann

Christian Graf von Krockow ließ im 
Großen Traum von Bildung das alte 
Ideal der Aufklärung wirklich werden
Für Kapitän Cook und Georg Forster

Während einer langen Tour über 
Kap Hoorn geht es Richtung Kapstadt
Eine lange Tour mit nur kurzen 
Aufenthalten in Feuerland noch

Georg Forster unterrichtet seinen 
Freund Sam Gibson im Schreiben
Als Lehrbuch nutzt er die Bibel über
Die er dann mit Sam diskutiert

Das nimmt Kapitän Cook erfreut zur 
Kenntnis und will selbst die Kadetten 
In Navigation auch unterrichten alles
Geht seinen guten ruhigen Gang 

Weil sie die Welt in östlicher Richtung
Umrundeten also der Sonne dabei
Entgegen über die Datumsgrenze
Führen sind sie einen Tag früher da

Der gute Kapitän Cook gibt diesen 
Tag der Mannschaft mit Rum frei 
Diese feiern es in Kapstadt auch
Ausgiebig damit ist Krockow durch

Nett geplaudert auch wenn teilweise
Die Leser etwas zu nett für dumm
Verkauft eine schöne Lektüre die
Das Leben beider verknüpft 

Insofern Krockow auch im Rahmen
Dieses Buches mit seinem Sohn in
Der Südsee segeln ging hatte er
Zumindest praktische Erfahrung 

Im Avantgarde betitelten Katalog der
Tollen Ausstellung im Barberini über
Max Liebermann und den neuen
Impressionismus in Deutschland

Das Kapitel unter gleichem Titel
Gelesen das reicher bebildert als
Betextet noch ist und die Anfänge 
Der Malerei in der Natur beschreibt

Hier wirkte zuerst die Schulen von
Barbizon und die Haager Schule
Aus Holland stilbildend es nannte
Moderne Form des Naturalismus

Zeitgleich wirkte auch der Geist
Neuer Werke wie von Hauptmann
Die Freistunde im Amsterdamer
Waisenhaus etwa malte Liebermann

Noch im Atelier aber nach Studien
Die direkt vor Ort entstanden dabei
Überwiegen noch naturalistische
Elemente wie der sichtbare Faden

Die Lichtspiele ergänzte er erst später
Es ging ihm um die Komposition der
Figuren im Bild zuerst es war noch
Keine impressionistische Lichtmalerei 

Die Bilder Stevenstift in Leiden wie 
Spitalgarten in Adam zeigen wie sehr 
Liebermann die schon fortschrittliche 
Sozialfürsorge dort begeisterte

Auch die Einheit zugleich von Leben
Architektur und Natur ist wichtig hier
Fritz von Uhde beschäftigte sich auch
Mit der Freiluftmalerei in Holland

Die Freistunde im Amsterdamer
Waisenhauses löste in Deutschland
Große Begeisterung aus begründete
Das Nähmädchengenre das wirkte

Die 1890er Jahre markieren einen 
Wendepunkt in der Entwicklung zum
Impressionismus auch Liebermann
Begann seine Palette aufzuhellen

Als Weimarer Student sah sich Max
Liebermann eher als Figurenmaler
Distanzierte sich noch von der
Landschaftsmalerei doch später 

In den 1890er Jahren nannte er sich
Selbst einen Landschaftsmaler schon
Auf seiner Hochzeitsreise nach
Holland zeichnete er dort Skizzen 

Dabei entdeckte er viele Motive
Etwa den Schweinemarkt in Haarlem
Oder die Judengasse in Amsterdam
Hier beginnt Licht Formen aufzulösen 

Nun setzte sich die impressionistische
Malweise in Deutschland durch dabei
War Auslöser ein Vortrag in Weimar
Den Emil Heilbut 1889 hielt über

Drei Werke von Claude Monet davon
Wurden Christian Rohlfs und Ludwig
Von Gleichen-Rußwurm die ersten
Zu ersten deutschen Impressionisten 

Neben Berlin und Weimar festigte
Sich der deutsche Impressionismus 
Auch in München mit Lovis Corinth
Wie Fritz von Uhde dabei gab es

Immer regional unterschiedliche
Zentren von großer Vielfalt was
Dem deutschen Staat in seiner
Föderalen Vielfalt auch entsprach

jens tuengerthal 21.5.26

Wenigerwollen

Wenigerwollen

Die deutsche Wirtschaft ist auf
Schrumpfkurs was gut so ist
Wie alles besser schrumpfte
Auch die Weltbevölkerung
Damit künftig weniger mit
Weniger dabei auch zufrieden
Mehr vom Rest Leben haben
Durch ihr Dasein nicht länger
Mehr zerstören als erhalten
Lieber Bäume pflanzen als 
Hoffnung für die Zukunft
Nichts sonst ausbauen
Statt auf Wachstum zu setzen
Weil das weniger erst eine
Elite nur übrig lässt also
Mehrwert jedem damit gibt
Statt in Masse nichts zu sein
Nur erfordert dies Umdenken
Einen Prozess der Erkenntnis
Der von befreiter Mündigkeit 
Als Ziel aller Aufklärung ausgeht
Die natürlichen Grenzen des
Wachstums erkennt und nutzt 
Aus weniger mehr machen
Gibt Sein wieder Exklusivität
Die bescheidenen Rückzug
In aller Stille genießen kann
Genau dahin führt uns das
Wenigerwollen wenn wir 
Wagen soweit zu denken

jens tuengerthal 21.5.26

Alles

Alles

Habe alles erreicht
Was Mann sich träumte
Die schönsten Frauen geliebt
Von einigen sogar geliebt worden 
Auf jede denkbare Art 
Vater der besten Tochter
Auch wenn das alleine ihr 
Verdienst ist mir eine Ehre
Eine Bibliothek gesammelt
Die schönsten Bände gelesen
Zumindest in ihnen vertieft 
Gewesen für Momente des 
Größten Leserglücks dann
Die Welt wie das Weltall
Lesend bereist ohne so 
Dem Klima zu schaden 
Mitte fünfzig geworden 
Lieber zufrieden mit allem
Statt unzufrieden noch
Etwas zu wollen denke ich
Dankbar für alles ohne
Noch etwas zu müssen
Ist alles in allem wohl
Das größte Glück mir 
Was genügt um dann
Spurlos zu verschwinden
Mit unsichtbarem Fußabdruck 
Statt weiter noch zu schaden
So gesehen habe ich alles
Erreicht und bin zufrieden
Egal was nicht kommt

jens tuengerthal 21.5.26

Bücherhöhlenbewohner

Bücherhöhlenbewohner

Als ich meine Wohnung aussuchte
War es grauer dunkler Herbst in Berlin
Der Blick aus den Fenstern zum Hof
Ging auf eine mit buntem Laub ganz
Bewachsene Wand was mich sofort
Verzauberte eine gute Aussicht war
Besser als alles was ich verlor
Im Frühling schon musste das Laub
Wie mit ihm der Bewuchs der Wand
Die eine Brandwand der Nachbarn
Entfernt werden seit dem nun schon
Über 15 Jahre schaue ich auf eine
Kahle Wand gegenüber an der nichts
Mehr wächst oder lebt darum geht
Der Blick lieber auf meine Bücher
Die bei jedem Wetter ein Trost sind
Warum es kaum mehr lohnt noch
Den Vorhang aufzuziehen aber ab 
Mai scheint wieder die Sonne von
Irgendwo in den Hinterhof hinein
Dann freue ich mich und tue so 
Als wäre der Ausblick schön auf
Den es im Leben selten ankommt
Lasse den Blick wieder über die
Bücherreihen schweifen um die
Stimmung nicht ans Wetter zu hängen 
Ist es für das Leben als Bewohner
Einer Bücherhöhle überhaupt noch
Relevant wie wirklich die Wirklichkeit
Draußen ist dieser nur graue Schatten
Der bunten Welt meiner Lektüre
Überlege ich und beschließe hiermit
Und verkünde zugleich in Versen
Alles was zählt findet sich in Büchern
Ein Paradies denen die lesen alles
Andere wird irrelevant im Schatten
Der die Bücherhöhle belebt 

jens tuengerthal 21.5.26

Mittwoch, 20. Mai 2026

Lektürentagebuch 20.5.26

Lektürentagebuch 20.5.26

Wieder einen Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen den
Siri Hustvedt in ihre Ghost Stories 
Eingereiht hat er ist vom März 2024

Eindrucksvoll und mitfühlend erzählt
Der Großvater Paul seinem Enkel wie
Seine Mutter Sophie in der Schule die
Erfahrung von Mobbing machte 

Natürlich als guter Papi ergreift er 
Dabei die Partie von Sophie und
Versucht zu erklären wie es dazu
Gekommen war was leider normal ist

In der schwierigen Zeit der Pubertät
Sophie war 13 bis 14 als sie diese
Erfahrung der Ausgrenzung durch
Andere Kinder erfahren musste

Paul schreibt er bereut zu lange
Mit dem nötigen Schulwechsel
Gewartet zu haben und das Sophie 
Noch ein Jahr länger ertragen musste

Aus seiner Sicht war Sophie gemobbt
Worden weil sie die Partei von denen
Ergriff die ausgegrenzt wurden und 
Wie sie darum plötzlich alleine war

Erzählt von zwei Freundinnen die
Ihr noch blieben aber einfühlsam
Wie schrecklich es für Sophie dort
Gewesen sein muss bis zum Ende 

Der erste Schultag an der neuen
Schule war ausgerechnet der
Berühmte 11. September 2001
An dem sie erstmals alleine fuhr 

Dabei musste sie genau unter dem
World Trade Center durchfahren 
Eine Stunde später schlug dann
Das erste Flugzeug dort ein 

Paul erzählt wie Siri und er den
Tag des Schreckens in New York 
Erlebten und dass es eine Stunde
Dauerte bis sie Nachricht erhielten 

Dass es Sophie gut ginge die Kinder
Waren alle evakuiert worden konnten 
Aber weil alles gesperrt war nicht
Wieder nach Hause zurückfahren

Michael Naumann hätte ihn an
Diesem denkwürdigen Tag noch
Angerufen und um einen Artikel
Aus seiner Sicht gebeten 

Dieser fiel ihm schwer aber er 
Schrieb ihn und schob ihn in 
Den längeren Brief ein damit das
Erlebnis dem Enkel zu verdeutlichen

Wie er nach einem erneuten Anruf
Von Michael Naumann dann diesem
Oder einer Stenotypistin den Artikel
Am Telefon diktierte weil nichts ging

So ist dieser Brief sehr emotional
Weckt auch die eigenen Erinnerungen
An die traumatischen Ereignisse
Von denen Sophie also Miles Mutter

Zunächst nicht so viel mitbekam
Später erst wäre ihr der Schrecken
Der Ereignisse bewusst geworden 
Sie hätte dann lange bitterlich geweint

Dabei nennt Paul die Zahl der Toten 
Es waren weit über 3000 Menschen
Erzählt eine persönliche schreckliche
Geschichte von Bekannten im Turm 

Wie sie noch vor dem Einsturz mit
Angehörigen telefonierten warum
Dies Ereignis als Angriff auf die
USA der erste seit 1812 so eine

Traumatische Erfahrung für viele
In New York und den Staaten war
Wobei er sich auf die Ereignisse in
Seiner Stadt völlig beschränkt 

Wie schildere ich meinem noch
Ungeborenen Enkel ein solches
Traumatisches Ereignis was dazu
Noch an einem wichtigen Tag war

Der erste Schultag für Sophie an 
Ihrer neuen Schule das erste mal
Den Weg mit der U-Bahn alleine
Gefahren und das am 11. September

Erinnere mich wie ich es erlebte
Allein in der Wohnung noch am
Kollwitzplatz sah ich den zweiten
Flieger live in das Gebäude krachen

Ahnte als Feuerwehrmann was dies
Bei einem vollgetankten Flugzeug
Bedeuten würde doch das Grauen
Übertraf alles nur vorstellbare Elend

Menschen sprangen aus Fenstern
Weil sie keine Chance hatten mehr
Dem Inferno zu entkommen das
Dieser Anschlag verursacht hatte

Die Terroristen hatten zivile Flugzeuge
Zu tödlichen Waffen und Bomben
Gemacht und alle fürchteten was
Noch drohte und kommen würde 

Paul Auster hat hier für seinen
Enkel ein historisch wichtiges
Ereignis fühlbar gemacht das
Er selbst miterleben musste

Beschreibt die Stunden danach
In denen sie von der Welt wie 
Abgeschnitten waren und welche
Wirkung dieser Tag auf sie hatte 

Er hält sich mit der politischen
Bewertung der Ereignisse völlig
Zurück um dafür dass eigene
Erleben gefühlvoll zu schildern

Ihr Erleben in ihrem Haus nahe dem
Central Park wo sie auch aus einigen 
Räumen die Türme brennend sahen
Wie der Rauch durchs Haus zog

Der Wind wehte den widerlichen
Gestank von Feuer und Leichen 
Die darin verbrannten in jeden 
Winkel ihres Hauses schreibt Paul

Ein Text der die Ereignisse nochmal
Spürbar werden lässt von einem der
Voller Angst auch um ihre Tochter
Das ganze noch miterlebt hat

Erinnere mich genau an den Tag
Noch war die Tochter nicht geboren 
Ihre hochschwangere Mutter kam
An diesem Tag mit dem Zug

Enthalte mich auch aus Respekt
Vor diesem Bericht an einen Enkel
Aller weiteren Kommentare oder
Sonst politischen Bewertungen

Nach dieser traurigen Erinnerung 
Habe ich noch als Gegenpol den
16. Brief gelesen von Gilbert White
In der Erkundung von Selborne 

Der Brief vom 30. März 1768 an
Thomas Pennant Esquire handelt
Von verschiedenen Tieren und
Pflanzen und ihrer Wirkung

Er beginnt mit dem Bericht über
Ein Mauswiesel das angeblich von
Einigen gesehen wurde aber bisher
Seien diese nicht sehr verlässlich 

Der Bericht von milchweißen Küken
Von Raben die dessen Kutscher den
White darum Trottel nennt tötete noch
Bevor sie flügge waren ist rührend

Er selbst hat sie später an die
Stallwand genagelt gesehen bei
Dem Gentleman der ihr Brüten
Interessiert beobachtet hatte

Ein Schäfer meint weiße Lerchen
Gesehen zu haben aber White ist
Überzeugt dass es sich dabei um
Eine Schneeammer eher handelte 

Erzählt dann von einem gefangenen 
Bunten Dompfaffmännchen das mit
Den Jahren ganz schwarz wurde 
Durch die Ernährung mit Hanfsamen 

Vom gefleckten Aronstab berichtet er
Dass dessen brennend scharfe 
Wurzeln von Drosseln ausgegraben
Als Delikatesse genossen werden

Auch wie er einen kleinen Vogel
Im Februar sah und beobachtete der
Vermutlich ein Zilpzalp war auf den er
Nur halbherzig schoss und verfehlte

Beim Triel wundert er sich dass er
Für selten gehalten wird er käme
In allen Jagdgebieten hier vor zeterte
Den ganzen Sommer und brüte noch

Bis in den September hinein auf den
Höher gelegenen Feldern und Weiden
Ernährten sich von Würmern wie von 
Kröten und Fröschen was sie nachts

Machen wüsste er nicht zu sagen
Jenseits aller Mutmaßungen über
Triel Nachtclubs bietet er an ihm
Ein Exemplar seiner Maus zu senden

Zu dieser merkt er humorvoll an dass 
Linneeus also Linnées sie vermutlich
Mus minimus taufen würde was den
Typisch feinen Witz wieder zeigt

jens tuengerthal 20.5.26

Liebesanarchen

Liebesanarchen

Bin ich zur Liebe bestimmt
Aber habe ich die Wahl
Wen wie wo warum zu
Lieben oder ist es dann
Keine große Liebe die
Einfach ist was sie ist
Mit uns macht was sie will
Auch wenn wir vermutlich
Meist dazwischen lavieren
Ein wenig Bestimmung wie
Es genau so auch wollen
Gerne wehrlos dabei sind
Immer wieder zu Opfern 
Der großen Gefühle werden
Überlege ich und weiß es nicht
Wäre gern auch in der Liebe
Der Anarch als der ich lebe
Mit den nötigen Kompromissen
Als Bürger der BRD eben
Die ich Bundesrepublik nenne
Sie von der DDR zu unterscheiden 
Vokabular des Kalten Krieges
Auch eine Art von Heimatliebe
Wie MAGA vermutlich auch 
Haben wir da noch die Wahl
Was wäre Liebe noch wert
Für die ich mich nicht entschied
Überlege ich und merke dabei
Wie wenig vom Leben bleibt
Ohne Liebe die ich auch will 
Als bloße Marionette dann
Erdachter höherer Wesen
Bleibe ich ein Liebesanarch
Ohne zu wissen wie

jens tuengerthal 20.5.26