Donnerstag, 26. Februar 2026

Liebesrausch

Liebesrausch

Liebesrausch endet 
Eher schmerzvoll verkatert 
Sagt Erinnerung

Manchmal überlebt
Liebe die Beteiligten
Dann war alles gut

jens tuengerthal 26.2.26

Terrorkultur

Terrorkultur

Kultur und Terror
Keine gute Verbindung
Zeit sich zu trennen

jens tuengerthal 26.2.26

Teerausch

Teerausch

Der Teerausch kommt wohl
Kannenweise vor aber
Schadet noch keinem 

jens tuengerthal 26.2.26


Mittwoch, 25. Februar 2026

Lebensbücher III

Lebensbücher III

Drei große Romane habe ich schon
Im ersten Teil der Lebensbücher hier 
Erwähnt doch war das nur ein kleiner
Ausschnitt wie die Spitze des Eisberg

Es begann mit den Kinderbüchern
Danach kam eine Phase von eher
Schlechten Jugendbüchern die hier
Getrost verschwiegen werden können 

Von Schloss Schreckenstein über
TKKG und ??? war alles mit dabei
Was keiner Erwähnung mehr wert ist 
Dann kam Agatha Christie die ich

Als kluge ältere Engländerin schätzte
Die meiner Omi gefühlt sehr glich 
Wie Sherlock Holmes eine Zeit aber
War nie ein großer Krimi Fan 

Die Mutter meiner ersten längeren 
Beziehung war Buchhändlerin und
Hörte gerne Tom Waits sie brachte
Einiges was uns wenig interessierte 

Damals waren die noch relativ neuen
Körperlichen Experimente wichtiger
Als gemeinsame Lektüre die ich heute
Für die schönste Vorstellung halte

Die erste Literatur bekam ich dann
Von meinem Patenonkel mit 15 zur
Konfirmation schenkte er mir einige
Bände Hemingway mit Biographie

Sein Vater hatte ja noch mit Ernest
Und Picasso um die Wette in Paris
Gesoffen und viel Spaß gehabt der
Zufällig mein Großvater auch ist 

Der kleine Bruder meines Vaters 
War immer so ein Hemingway Typ
Auch gewesen wofür ich ihn erst 
Bewunderte und lange nacheiferte

Als ich merkte dass ich ganz anders
In allem einfach bin ließ beides nach
Was vermutlich allen gut tat aber so
Prägte Hemingway mich schon früh

Toll und männlich wollte ich auch sein 
Cool ohnehin und so waren Ernest
Wie mein Onkel die richtigen Vorbilder
Mit 15 und zu lange weiter noch

Die nächste Entdeckung mit 16 war
Gabriel Garcia Marquez dabei war
100 Jahre Einsamkeit mein Anfang 
Liebte ihn und er war mir auch fremd

Las einige Südamerikaner auch was
Humboldt darüber schrieb hörte die
Reiseberichte meines Vaters und
Wusste immer ist nicht meine Welt

In der Schule lasen wir einiges was
Leider genau darum auch weniger 
Begeisterung bei mir weckte halt
Schullektüre wurde erst später gut

Mit 17 hatte ich eine zwei Jahre
Ältere Freundin was ich aus guter 
Erfahrung immer bevorzugte die
Vom Gegenteil bestätigt wurde

Da kam Thomas Mann zu mir und
Wurde beginnend mit Buddenbrooks
Zu meiner literarischen Heimat erst
In dünner Fischer Ausgabe noch

Damit hatte ich alle Romane die
Stück für Stück gelesen wurden
An was ich mich erst noch etwas
Gewöhnen musste aber dann

Immer mehr in diese Welt tauchte
Während andere Tolkien lasen
Liebte ich Mann und rauchte Pfeife
Hatte bald einen Lesesessel auch

Irgendwas von Ikea vermutlich der
Lag ja in Walldorf direkt vor der Tür
Ging mit der Freundin die schon
Ein Auto hatte auf Flohmärkte 

In Konkurrenz mit meinem Freund
Gleichen Namens begann dann
Der Ehrgeiz zu sammeln und
Tollere Funde noch zu machen

Dabei unterlag ich meistens der
Ein halbes Jahr jünger und eher
Unerfahren auf Flohmärkten war
Aber manchmal machte auch ich

Große Neid erweckende Funde 
Etwa auf unserem Dachboden noch
Wo die Bibliothek der Urgroßmutter 
Die in ihrem Haus verbrannte zum

Auslüften deponiert waren so kam ich
Zu schönen Klassiker Ausgaben oder
Einer kommentierten Ausgabe von
Hitlers unsäglichen Mein Kampf was

Nicht zu lesen war auch nur die
Billige Taschenbuchausgabe der
Urgroßmutter war ein peinliches Ding
Was leider irgendwann verschwand

Vermute zu wissen wer es damals
An sich nahm kann es aber weder
Beweisen noch ist es wichtig der
Typ war so schlecht wie überflüssig

Bei Besuchen in Frankfurt erst mit
Der Freundin mit Auto wie später
Mit dem eigenen entdeckte ich
Zweitausendeins was Bibliothek

Wie Sammelleidenschaft noch
Zusätzlich weiter wachsen ließ
Gab einige überraschende Pakete
Voller Bücher die gut waren

Arbeitete viel im Krankenhaus um
Die große Jean Paul Ausgabe zu
Erstehen die dort herauskam aber
Nicht wirklich verschlungen wurde 

Gleiches gilt für André Gide der
Auch als ganzes zu mir zog aber
Für den ich über Hessel und Roché
Nun brennen könnte bin gespannt

Auch daher kamen Pakete mit der
Bibliothek Suhrkamp zu mir die so
Einige wunderbare Werke brachten
Wie Aitmatovs Dschamilja die mir

Der Vater voller Begeisterung stets
Nahe legte wie griechische Sagen 
Der Schwab zog irgendwann zu mir
Aber blieb eher ungelesen auch

Klassiker Ausgaben kamen in noch
Einzelnen Bänden vom Großvater
So entdeckte ich etwa Heine zu 
Anfang der neunziger Jahre schon

Vom ersten Geld was ich damals
Als Journalist noch in der Schule
Beim Radio verdiente kaufte ich
Goethes Dichtung und Wahrheit

War hin und weg und entdecke
Bald den Wilhelm Meister und
Fühlte mich ihm so verwandt
Wie zugleich gut erkannt auch

Sehr lang wurde die Karriere
Beim Radio dann nicht doch 
Sie brachte noch einigen Zuwachs
Aber es blieb noch überschaubar

Auf dem Flohmarkt fand ich in 
Dieser Phase Anfang der neunziger
Die da schon hundert Jahre alte
Ausgabe von Casanova mein Leben

Ein Schnäppchen da noch in üblem 
Zustand der sich bisher nicht besserte
Der Bruder des Grand Orient aus der
Loge in Lyon kam mir vielfältig nah

Er liebte die Frauen wirklich und
Schreibt mit viel Gefühl über sein
Bemühen auch um ihr Glück was
Ihm scheinbar stets wichtiger war

So gesehen war er mir ein guter
Lehrer und die Frauen zu lieben 
Statt sie nur zu benutzen entsprach
Auch mehr meiner Natur oder 

Vielleicht auch dem was meine
Mutter mich lehrte der ich so
Ähnlich wie verwandt auch war
Die früh Frauengruppen leitete 

Seine Reisebeschreibungen und 
Abenteuer sind nett aber doch
Weniger reizvoll als viele andere
Casanova las ich der Liebe wegen

Über die Freimaurer wuchs mein
Interesse an Büchern noch weiter
Auf verschiedenen Gebieten aber
Blieb bis in die Gegenwart auf

Gute Literatur immer konzentriert
Fontane tauchte früh auf und wurde 
In verschiedenen Phasen treuer 
Freund mir was mit der Effi begann

Die Österreicher entdeckte ich über
Joseph Roth im Deutsch LK der
Fand bald zahlreiche Nachbarn
Noch bis in die Gegenwart auch

Kafka ist da vollständig wohl aber
Begeisterte mich nie wirklich der
Von früh an die Ironie von Mann 
Also Gipfel der Sprache liebte 

Unter die Österreicher zähle ich
Auch die alten Ungarn von denen
Einige sehr gut bei mir ankamen 
Meist noch aus kuk Zeiten erzählend

Warum auch Kafka als gebürtiger
Böhme bei den Österreichern noch
War zu den Kukasiern zählt wie
Roth der Galizier natürlich auch

Einige Engländer und Engländerinnen
Die besten Franzosen natürlich da
Wuchs die Zuneigung langsam erst
Auch ein paar Amerikaner noch

Siri lag mir gleich mehr als Paul
Mit 17 auch lernte ich mit meinem
Vater in Amsterdam bei einer so
Nicht geplanten Übernachtung

Die unerträgliche Leichtigkeit
Des Seins von Kundera kennen
Verschlang es später fasziniert
Ein Buch über Liebe Lust und Leben

Die Unsterblichkeit von Kundera
Fand ich später geistig spannender
Philosophisch tiefer als diese etwas
Eigene Liebesgeschichte in der

Unerträglichen Leichtigkeit die
Jules und Jim im Sozialismus spielt 
Ohne geistig so spannend zu sein 
Weil Kundera eben Böhme ist

Max Frisch der Homo Faber wie 
Dürrenmatt fand ich wunderbar
Obwohl mein Vater schon so
Euphorisch davon geschwärmt

Von Rilke schwärmte er auch
Zitierte den Panther zu gerne noch
Ungefragt vergaß den Anfang nie
Aber fand Rilke kitschig langweilig

Passend zu kitschig langweilig ist
Auch Hermann Hesse da in einer
Sehr kurzen esoterischen Phase
Alles verschlungen und gelangweilt 

Als Dichter ist Hesse unerträglich
Ein nur menschlicher Coelho der
Gut über Literatur schrieb zumindest
Mit Thomas Mann befreundet war

Irgendwann kamen auch die 
Großen Russen zuerst Tolstoi
Dann Dostojewski später auch
Der feine Vladimir Nabokov


Am Ende sollen Tucholsky der mit
Schloss Gripsholm und Rheinsberg 
Zwei prägende Liebesgeschichten 
Schrieb die Lust auf vieles machten 

In Rheinsberg war ich häufiger nun
Mit verschiedenen Damen dabei doch 
Frisch verliebt war ich da nie aber
Wer weiß was noch kommen könnte

Wie Siegfried Lenz und Günter Grass
Nicht unerwähnt bleiben ohne eines
Ihrer Werke besonders zu betonen
Hessel lese ich viel lieber noch

Ob ich suche was mir ähnelt
Oder gerade das Gegenteil will
Bin ich nicht ganz sicher bisher 
Vielfältig spannend kommt mir vor 

Was ich gerade in Gedanken wieder
Las und finde es gut so ein so buntes 
Leben gelebt zu haben und werde
Nun gegen halb acht etwas ruhen

jens tuengerthal 25.2.26

Terrorpropaganda

Terrorpropaganda 

Hatte überlegt ob ich mich zu der
Peinlichen Hamas Propaganda auf 
Der Berlinale lyrisch äußern sollte
Doch scheint es meine Pflicht zu sein

Die Abwehr von Gefahren die dem
Land durch Terroristen die weiterhin
Deren dreiste Lügen verbreiten macht
Den Widerstand hier zur Bürgerpflicht

Erstens aus Solidarität gegenüber
Israel die Staatsräson hier ist wie
Zweitens aus Selbstschutz vor der
Islamistischen Propaganda hier

Die Verbreitung von Propaganda von
Terrororganisationen ist eine Straftat
Sie wird nach dem Strafgesetzbuch
Bestraft mit Haft und Ausweisung

Zumindest soweit es sich um eine
Ausländische Terrororganisation wie
Hamas handelt deren Propaganda
Zu verbieten beschlossen wurde 

Deutsche Staatsräson ist ohne jeden
Zweifel die Solidarität mit Israel nicht
Mit dem antisemitischen Feinden aus
Fanatischen islamistischen Sekten 

Die Hamas hat die Vernichtung von 
Israel und antisemitische Propaganda 
Zu ihrer Aufgabe gemacht ihr Ziel ist
Der Völkermord an den Juden Israels

Ihre Brutalität zeigte sie bei dem
Überfall auf Israel deutlich er hat 
Alle Merkmale eines Völkermordes
Den die islamische Welt bejubelte

Nachdem sie militärisch keinerlei 
Chance gegen die israelische Armee
Hatten begannen sie die Propaganda
Auf die viele bis heute hereinfallen 

Wer den Völkermordvorwurf gegen 
Israel den die Hamas zur Ablenkung
Von eigenen Gräuel erfand noch 
Öffentlich verbreitet hilft Terroristen

Auch der die Ermittlungen gegen
Israel beginnende Staatsanwalt am
Internationalen Gerichtshof war Teil
Der terroristischen islamischen Welt

Er musste sein Amt inzwischen 
Wegen sexueller Belästigung einer
Mitarbeiterin aufgeben was uns viel
Über seine Glaubwürdigkeit verrät 

Seltsam aber hinterfragt hier keiner
Der Antisemiten die laut Völkermord
Rufen die Tat der Palästinenser an
Der gemessen Israel milde noch war

Auge um Auge und Zahn um Zahn
Gilt dort länger als alles Recht schon
Die meisten palästinensischen Opfer
Sind solche der Hamas die sie nutzt

Dieser Vorwurf ist ein Kind der Hamas
Welche damit massenhaft inzwischen
Westliche Universitäten infiltrierte
Ohne dass wer es kritisch prüfte

Der versuchte und beabsichtigte
Völkermord der Hamas ist belegt
Wie Teil ihrer Gründungscharta und
Ihrer hier verbotenen Hymne auch 

Die Tat des unverdienten Preisträgers
Der Berlinale der Hamas Propaganda
Verbunden mit Drohungen verbreitete
Muss klare Konsequenzen hier haben

Von der Aberkennung des Preises
Zur sofortigen Ausweisung aus
Deutschland nach Verbüßung der
Haft wegen Terrorismus als Täter

Insofern die Verbreitung der dreisten
Hamas-Lüge vom Völkermord deren 
Politik unterstützt macht sich damit
Wer es tut als Mittäter strafbar

Jeder der weiterhin diese Lügen auch
Schriftlich im Netz verbreitet muss mit
Einem Verfahren als Terrorist und falls
Möglich Ausweisung sofort rechnen

Staatlicher Schutz vor islamistischen
Terroristen erlaubt dem Staat alle
Maßnahmen der Terrorabwehr hier
Israel zeigt wie mit ihnen umgehen

Es muss ein Strafverfahren geben
Wegen Verbreitung von Propaganda 
Der Hamas die Terrorismus hier ist
Mit aller möglichen und nötigen Härte 

Wenn Araber denen unser Land
Gerade einen Preis zusprach hier 
Ungestraft Terrorpropaganda noch
Verbreiten dürfen ist der Rechtsstaat

Wie der Respekt vor seinen Prinzipien
Geschichte warum endlich ein hartes
Wie rigoroses Durchgreifen gegen alle
Antisemitischen Mittäter nötig ist

Als Täter der Schoa stehen wir alle
Hier in besonderer Verantwortung 
Wer in Deutschland Antisemitismus
Fördert hat hier nichts mehr verloren

Dieser bald nicht mehr Preisträger
Sollte in Deutschland nicht mehr
Auf freien Fuß wieder kommen die
Arabische Welt wird diese Härte eher

Begrüßen als weitere Feigheit
Gegenüber denen die uns drohen 
Nur diese Sprache wird verstanden
Terrorist ist wer diese unterstützt

Dies ist auch im Interesse der vielen
Millionen friedlicher Muslime weltweit
Die Opfer der Lügen der Terroristen
Wie damit auch verdächtig werden

Deutsche Staatsräson dies zum Ende
Noch einmal ist Solidarität mit Israel
Nicht mit islamistischen Terroristen 
Wer diese unterstützt ist einer 

jens tuengerthal 25.2.26

Dienstag, 24. Februar 2026

Lektürentagebuch 24.2.26

Lektürentagebuch 24.2.26

In den frühen Morgenstunden nach
Der letzten Dichtung der Nacht in
Wolf von Niebelschütz Erzählband
Geisterfrühstück ein wenig gelesen

Der ewige Traum vom Höherkommen
Sind die Gedanken zu einem Bild von
Carlo Carlone überschrieben das den 
Titel Krönung des Verdienstes trägt

Zunächst erfahren wir einiges über
Diesen Barockmaler der 1775 mit
Über neunzig starb und seine Zeit
Des Überschwangs der dann ein

Viel nüchterner Klassizismus folgte 
Römische Sittenstrenge wurde neu 
Entdeckt nur Mozart und Haydn den
Zuckerguss noch etwas hoch hielten

Eine gewagte These ist es schon
Zwei der Wiener Klassiker als
Bürgen des Rokoko zu nehmen
Aber gut gewagt ist nicht schlecht

Kalt nennt Niebelschütz den Wind
Des Klassizismus der nun wehte
Was für die Dichtung weniger galt 
Die im Sturm und Drang sich erging

Scharf urteilt er über die alle Pracht
Beendende französische Revolution
Die ihren Prediger Robespierre selbst
Am Ende ermordete dabei übersieht

Er die Erklärung der Menschenrechte
In diesem Text von 1960 und sieht in 
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit ein
Graffiti auf enteigneter Kirchenwand

Das klingt eher als ob der sich dafür
Zeitweise bei den Nazis anbiedernde
Autor den beleidigten Deutschen gibt
Dem die Revolution noch fremd blieb

Kenne diesen Geist und wuchs mit
Diesem auf von den Großeltern her 
Sehe darum die reaktionäre Gefahr
Darin die eine AfD und Merz brachte

Der Mensch wolle frei sein aber nicht
Für die Freiheit sterben möchte gern
Herrschen aber nicht beherrscht von 
Irgendwem werden dagegen hilft 

Der Motor Ehrgeiz der nach oben
Immer strebt und mehr will dessen
Hässliche Verkörperung der Kanzler
Im Gegensatz zur Vorgängerin zeigt

Ohne Ehrgeiz meint Niebelschütz
Würde der Mensch faul und stumpf 
Er wolle keine Gleichheit sondern 
Das Hohe erniedrigen wie zugleich

Das niedrige erhöhen sich stets dabei
Bestätigt nur fühlen und über andere
Hinausragen eine These die nur im
Kampf kleiner Terrier enden kann 

Heute seien wir milder geworden
Meint einer der Musk und Trump
Nicht miterleben musste bevor noch
Riesige Kreuzfahrten modern wurden

Der kriegerische Held jedoch auf
Dem Deckengemälde schaut nicht
Auf den Lorbeerkranz sondern auf 
Angenehm weiblich gerundete Engel

Verdienst sei eine doppeldeutige
Vokabel leider entwertet wie der Lohn
Heute verdienst du etwas und wirst
Damit entlohnt aber nicht belohnt 

Wer verdient was verdient wäre da
Unterscheiden die Franzosen präziser
Die Gage für den Lohn die Meriten
Für den ideellen Verdienst meint

Niebelschütz die entsprechenden
Vokabeln zitierend aber dafür ihre 
Deutsche Entsprechung ignorierend
Da ist sein Bild ungenau falsch

Er meint der Barock malte seinen
Dank an die Decke während der
Angeblich sparsamere Alte Fritz
Nur den pour le mérite umhängte

Denke an die Decken im Potsdamer
Neuen Palais und finde auch dieses 
Bild wieder ziemlich schief auch im
Preußischen Rokoko wurde geprotzt

Dies um die Schäden auszugleichen
Welche sieben Jahre Krieg in seiner
Staatskasse verursachten investierte 
Dieser König in Deckengemälde auch

Dagegen hätte das 19. Jahrhundert
Den Titelsegen begonnen der vom
Geheimrat zum Doktor h.c. reichte 
Uns heutigen genüge genug Lohn

Jeder könnte für sich besser ideelles
In materielles umwandeln etwa in
Bücher Schallplatten oder Reisen
Wobei zumindest ersteres gefällt

Die Zeiten sichtbarer Verewigung
Seien endgültig vorbei außer du 
Heißt Trump und hältst dich für
Großartig bedeutend noch dazu

Heute wichen die Dunstwolken 
Der allegorischen Bilder den
Dunstwolken der Automobile
Wir könnten nicht beides haben

Was für ein schiefes Bild denk ich
Verzichte lieber auf beides mit der
Künftig elektrischen Mobilität die
Viel effektiver als Benzindunst je

So beendet Niebelschütz seine
Betrachtung einer Ölskizze bei
Der ich dachte nur weil der Vater
Kunsthistoriker war versteht der

Sohn als Journalist noch nicht
Gleich viel vom Thema trotz
Der geerbten Bibliothek aber
Es gab Grund zum Widerspruch

Die kritische Betrachtung wurde
Länger als gedacht für eine nur
Dreiseitige Bildbetrachtung in der
Mehr möglich gewesen wäre

Niebelschütz hat die Sprache wie
Das Talent deutlich mehr aus der
Kleinen Betrachtung zu machen
Beerdigte er seine Vorurteile

Doch könnte die Lektüre solcher
Literarischer Texte wie in diesem
Band der Anderen Bibliothek auf
Historische Gefahren hinweisen

Der kritische Blick auf die Revolution
Ohne deren Bedeutung für unsere
Freiheit heute zu sehen ist gefährlich
Verkennt damit wesentliches noch

Den elementaren Dreiklang von
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
Als Graffiti abzutun belegt diese
Gefährliche historische Blindheit

Es ist dies der Geist von dem auch
Thomas Mann sich 1914 bis 1918
Noch in den Betrachtungen eines
Unpolitischen wegtreiben ließ

Jener Geist der auch die Weimarer 
Republik in Brand setzte dem ein
Ernst Jünger zu lange huldigte der
Die Nation als heilig noch verklärte

Es ist nichts dagegen zu sagen das 
Rokoko als Ausläufer des Barock
Reicher und schöner zu finden das
Teile ich in manchem ästhetisch auch

Doch daraus eine Relativierung der
Freiheit und ihrer Werte abzuleiten
Ist mindestens gefährlich wenn nicht
Eine Form geistiger Brandstiftung

Für dieses Thema auch dank der
Jahrelangen Arbeit mit den Brüdern 
Des Grand Orient sensibler noch
Geworden sehe ich den Text kritisch

Es freut mich die eigene Stabilität
Gegenüber nationaler Gesinnung
Die sich in Andeutungen ergeht
Zu erkennen sie ist gerade nötig

Wer allerdings wirklich dieses leicht 
Subversive reaktionäre Element bei
Niebelschütz erkennt ist noch fraglich
Aber gut darüber gedichtet zu haben


Spannend setzt sich Egon Friedell
In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit
Mit der Philosophie des Barock hier
Gerade bei Leibnitz auseinander

Weil sich die Welt schrittweise vom
Kleinsten zum Größten entwickelt
Kann es nichts überflüssiges geben
Nichts schädliches nichts wäre je

Unberechtigt darum leben wir in der
Besten aller Welten wie einige Jahre
Später Voltaire seinen Candide ganz
Ironisch gemeint sagen lässt

Leibniz aber macht keine Witze er
Begründet lieber ernsthaft aus dem
Wesen Gottes den etwas später die 
Enzyklopädisten nicht ernst nahmen

Weil die Welt sich aus Monaden also
Individuen zusammensetzt deren 
Wesen in der Beschränktheit besteht
Entsteht konsequent eine solche 

Diese ist entweder physisch oder
Moralisch ohne Unvollkommenheit 
Wäre die Welt nicht vollkommen
Sondern wäre überhaupt nicht

So ließen sich die Übel der Welt
Den Schatten in einem Gemälde
Oder den Dissonanzen in einem
Musikstück jeweils vergleichen 

Was einzeln misstönend wäre
Wird als Ganzes zur Harmonie
Was von Augustinus übernommen
Die beste Welt sei die bestmögliche

Hier gäbe dann alles vorbestimmt
Vom geaberglaubten Gott eine höhere
Harmonie und macht die Welt so zum 
Kunstwerk das einem Uhrwerk gleiche

Damit löst Leibniz auch das alte
Leib Seele Problem mit einem Schlag 
Sie verhielten sich wie zwei Uhren die
Immer die gleiche Zeit anzeigen

Es könnte scheinen als ob der Barock
Der nach Friedell in Leibniz kulminiert
Die Tendenzen der Renaissance noch
Fortsetzte mit immer mehr Logik

In der Mechanisierung geht es sogar
Noch weiter aber ist zugleich ungleich
Labyrinthischer und hintergründiger
Sie flieht ruhelos zwischen zwei Polen

Mechanisches und Unendliches sind
Als gegenüber gegensätzlich präsent
Als wolle der Barock ein letztes Wort 
Nicht aussprechen oder sich binden

Seine Scheu vor der endgültigen
Zusammenfassung sei Produkt
Seines Freiheitsdranges wie seiner
Frömmigkeit zugleich im Gegensatz

So sei das Weltall ein Mechanismus 
Nach mathematischen Gesetzen nur
Bewegt durch mysteriöse Fernkräfte
Der menschliche Geist darin sei ein

Präzises Uhrwerk das wiederum
Irrational aufgebaut sei durch Teile
Die sich der Beobachtung entziehen
Ihm einen Astralschimmer gäbe

Das Gehabe der Menschen erreicht
Die Präzision eines Puppentheaters
Wie zugleich dessen magische auch
Unwirklichkeit weiter vorhanden ist

Die barocke Menschheit zöge wie
Ein wohlgeordneter hellerleuchteter
Maskenzug an uns vorbei der sein 
Wahres Gesicht weiter verbirgt

Darauf beruhe der hohe ästhetische
Reiz der den Barock umwittert über
Andere Perioden hinaushebt er weiß 
Dass unser Leben ein Geheimnis ist 

Präzise und mit treffenden Worten
Erfasst Friedell den Geist der Zeit
Der im nächsten Kapitel sich dann
Der Agonie des Barock widmet 

Weiterhin konsequent spricht er
Dabei von der femininen Barocke
Die im deutschen männlich bleibt
Aber wer weiß was Austria macht 

Hierbei folge ich sonst dem Text
Zitiere teils wörtlich weil es zu
Genial schon ist es noch lange 
Umdichten zu wollen es ist gut so

jens tuengerthal 24.2.26