Montag, 8. Juni 2026

Luxusbewusstsein

Luxusbewusstsein

Luxus bezeichnet etwas das
Den Durchschnitt deutlich noch
Übersteigt damit so wertvoll wird
Der größte Luxus ist was keiner
Irgendwo kaufen kann weil es
Einmalig unverkäuflich ist was
Kunst besonders wertvoll macht
Doch ist all dies noch lächerlich
Konkurrent statt sich vom Markt
Der Möglichkeiten zu lösen um
Sich der Menschlichkeit allein
Widmen zu können die uns in 
Ihrer schönsten Form der Liebe
Größten Luxus im Überfluss
Der Gefühle genießen lässt
Mehr ist nicht erreichbar aber
Vielmehr sollten sich damit
Vollkommen glücklich begnügen
Dann wäre genug für alle da
Die Welt friedlich schöner
Statt kriegerisch missgünstig 
Vor allem schenkt Liebe uns 
Die größte Zufriedenheit die
Kein Luxusgut erreichen kann
Dies sich bewusst zu machen 
Dafür sich viel Zeit zu nehmen
Nichts anderes mehr zu wollen
Ist der größte Luxus im Leben
Machen wir es uns bewusst
Wird Zufriedenheit dauerhaft 
Es könnte sich lohnen

jens tuengerthal 8.6.26

Bleibend

Bleibend 

„Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“
Tomasi di Lampedusa

Es muss sich etwas ändern damit
Alles bleiben kann wie es ist
Meinte Tancredi Falconeri noch
Zu seinem Onkel dem Fürsten Salina

Bezog sich damit auf die Unruhen
Des Risorgimento in Italien unter
Garibaldi was meint auch die
Aristokratische Elite muss sich 

Anpassen um ihre Stellung wie
Ihren Einfluss künftig zu erhalten
Wendezeiten erfordern Anpassung
Falconeri heiratet die Tochter des

Einfachen Bürgermeisters und nimmt
An den Kämpfen der Revolution als
Held auf Seiten des Volkes teil weil
Er begriff wie die Zeit sich änderte

Der Roman der Leopard von
Tomasi di Lampedusa ist ein
Sittenbild vom Sizilien in den
Zeiten der Revolution 1860

Es ist die Einigung eines noch
Gespaltenen Italien das teils zu
Österreich noch gehört unter dem
Königreich Piemont-Sardinien

Garibaldi landete 1860 in Sizilien
Auf diese Zeit spielt der Leopard an
Das Fürstenhaus Salina ist eine
Literarische Fiktion die aber genau

Zur Geschichte des Hauses von
Lampedusa passt die Tomasi im
Roman erzählt den Visconti einst 
Mit genialer Schönheit noch verfilmte 

Wer etwas vom Leben des Adels
Zwischen Bällen und Landpartien
Spüren will sollte Lampedusa lesen
Ein Gefühl für die Zeit braucht Zeit

Aber was ist noch bleibend und was
Braucht heute dringend Veränderung
Wo ist Anpassung nötig um noch
Eine Zukunft in der Zeit zu haben

Energie durch Verbrennung erzeugen
Ist unsinnige gefährliche Geschichte
Von ihr müssen wir schnell weg
Die Zukunft ist nur noch elektrisch

Gewonnen wird Energie künftig nur 
Durch erneuerbare Kräfte der Natur
Also Sonne Wind und Wasser weil 
Alles andere nicht mehr lohnen wird

Mächtige Monopolisten erhalten noch
Ihre krebserregende Qual weiter mit
Erpressung was ihren Untergang nur 
Geringfügig noch verzögern wird

Weniger ist mehr wird das Motto
Das die Zukunft allein verantwortlich
Noch gestalten kann damit wird 
Schrumpfen unser höchstes Ziel

Nicht Ausdehnung ins Universum
Was keinem gehören darf mehr
Sondern spurloses verschwinden
Ist das einzig edle Ziel noch

Damit der Planet bleiben kann
Eine Zukunft als Biosphäre hat
Müssen wir jetzt radikal umdenken
Noch etwas gestalten zu können

Wer heute noch will dass alles bleibt
Wie es ist und noch nie war nur der
Traum einer Erinnerung real wieder
Wird alles radikal ändern müssen

Weiter so geht nicht mehr weiter 
Noch können wir Veränderung aktiv 
Gestalten statt nur Opfer zu werden
Diese bedeutet Teilnahme und Teilung 

Die Erde wie das Universum gehört
Allen und keiner hat Anspruch auf
Schutz dessen was die Gemeinschaft
Stört warum Eigentum Diebstahl ist

Wir handeln miteinander wie auch
Dabei füreinander statt weiterhin in 
Lächerlicher Konkurrenz noch die
Ein Krieg aller gegen alle nur ist

Kultur heißt Kooperation was auch
Den Wert der Gemeinschaft erhöht 
Auch wenn das Genie solitär bleibt
Ist bleibend nur was allen gehört

jens tuengerthal 8.6.26

Sonntag, 7. Juni 2026

Lektürentagebuch 7.6.26

Lektürentagebuch 7.6.26

Auf der Reise ins Paradies berichtet
Das Bremer Ehepaar Heinrich und 
Christine Gondela am 13. September
1802 aus Würzburg wo es auch von 

Pfalzbayerischen Truppen wimmelte
So wären gerade erst 2500 Mann
Eingerückt und als Garnison dort
Vorläufig nur einquartiert worden 

Überall begegneten sie diesen 
Ihr erster Gang in Würzburg führte
Zum Schloss um das Kunstkabinett 
Dort zu sehen diese Residenz des

Verstorbenen Fürstbischof wird als
Eine der schönsten in Deutschland
Beschrieben etwa von Küttner einem 
Reiseschriftsteller der das alte Reich

Bereiste von 1755 bis 1804 lebte
Über die Residenz in Band IV der
Ausgabe von 1797 bis 1805 schrieb
Was die beiden gern bestätigen

Außer der des Kurfürsten zu Trier 
Hätte er keine prächtigere irgendwo
Gesehen so besichtigen sie dort alle
Räume des besonderen Kunstkabinett 

In diesem wären aus Naturalien die
Größten Kunstwerke nachgebildet
Was ein erstaunliches Erlebnis wäre
Die aber etwas penibel doch wirkten

So sei der Fleiß der Künstler die hier 
Bilder mit Naturalien initiierten wohl 
Anzuerkennen allein manches sei
Besser gemalt als so nur gebastelt

Vor dem Essen sahen sie noch die
Wachparade der würzburgischen
Truppen vor dem Schloss in weiß 
Ihre türkische Musik klang kriegerisch

Den Garten fanden sie der Pacht der
Residenz nicht würdig eher klein wie
Kleinlich noch dazu französisch und 
Holländisch beschnitten langweilig

Bei kaltem windigen Wetter besahen
Sie das Innere des Schlosses lieber
Zimmer und Säle sein prächtig wie
Eines weltlichen Fürsten sehr würdig

Besonders faszinierte sie dort ein 
Spiegelkabinett das sie vervielfachte
Bilder der Familie von Schönborn sind
Teil der Spiegeleinfassungen dabei

Zwei Mitglieder dieser Familie bauten
Die Würzburger Residenz von 1719
Bis 1744 als Fürstbischöfe und loben
Ausführlich die dort Gemälde noch

Die Decken von Tiepolo loben sie in 
Fresken im Speisesaal dabei fand ich
Sein Treppenhaus beeindruckender
Erzählen von Van Deick und Tizian 

Dann loben sie doch noch das
Berühmte Treppenhaus von Tiepolo 
Mit den vier Weltteilen eben der 
Typische Würzburg Klassiker

Traurig sei ihr Führer ein verdienter
Kammerdiener gewesen der keine 
Zukunft ohne Fürsten für die Residenz
Mehr sah auch wenn nicht enteignet

Die Besichtigung des Julius Spitals 
Verschoben sie auf morgen weil sie
Dort Prinz Ysenburg trafen den Chef
Der eingerückte Pfälzer der sich mit

Seinen Offizieren überall vordrängte
Das Verhältnis der Franken zu
Den sie besetzenden Bayern ist
Teilweise bis heute schwierig

Stattdessen besichtigten sie den 
Gotischen Dom mit seinen 17
Altären der vielleicht einzigen
Erinnerung früherer Bischöfe 

Aber zu gotischen Domen hätte er
Ja wirklich schon genug geschrieben
Im übrigen war das Wetter zu schlecht
Irgendwas anderes zu unternehmen

Sie gingen auf ihr Zimmer lasen
Sich Gedichte etwa auf die 
Starkenburg vor die sie auch noch
An der Burgenstraße besuchen wollen

Dort wollen sie sich dann die Verse
Nochmal vorlesen und auf ihre
Richtigkeit vor Ort prüfen was zwar
Ironisch gemeint doch ganz typisch

Nach deutschem Bildungsurlaub
Klingt aber zumindest ein süßes
Geteiltes Hobby ist das sie an 
Ihre Hochzeitsreise noch erinnert

Zwischen Pragmatismus und bloßem 
Standard hat sich in den letzten 
Zweihundert Jahren wenig geändert
Es wird halt nötiges noch erledigt

Interessant dabei aber sind die
Kleinen kulturhistorischen Einschübe 
Die politische Sichten zeigen wie die
Bremer Bürger Fürsten verteidigen

Noch dazu katholische Herrscher die 
Der Reichsdeputationshauptschluss 
Ihrer Fürstentümer beraubt so fragt
Sich der Leser ob die Bremer als

Hanseaten die alte Freiheit des
Reiches verteidigen die bald schon 
Wieder Geschichte auch sein wird
Oder nur gegen die Bayern sind

Jedenfalls werden erstaunlich viele
Auch militärisch relevante Details
Wie der Widerstand der Bevölkerung
Im Reisebericht offen thematisiert

Es sind 1802 die Zustände nicht
Wirklich paradiesisch im Reich das
Vor seinem Untergang nun steht
Die kirchlichen Fürsten enteignet 

Das übrigens hat Preußen erst 
Reich und mächtig gemacht ließ 
Schinkel die Pläne zur Vollendung
Des Kölner Doms später machen

Deutschland als Nation basiert auf
Der Entmachtung der kirchlichen
Fürsten die Enteignung auch des 
Weltlichen Eigentums steht bevor

Noch wagt keiner diese Lösung aller
Finanziellen Probleme die auch alle 
Satellitenumlaufbahnen zum dann 
Kollektiven Eigentum machte was

Space X vor dem Börsengang 
Damit erledigte weil diese alle
Gewinne als Miete für den Platz
Im Weltall an die UN zahlen müssen

Gleiches gilt für den Marktplatz im
Internet dessen Regeln auch nur 
Die Weltgemeinschaft künftig lieber
Bestimmen sollten statt Unternehmer

Aber darum geht es natürlich bei
Der Reise ins Paradies der Bremer
Gondelas nicht aber spannend wer
Im Reich wessen Partei ergreift

Der Jurist Heinrich Gondela war
Senator in Bremen und seine Frau
Christine entstammte einer alten
Bremer Senatorenfamilie noch

Die Reise die sie 1802 unternehmen 
Berichtet zwar von den Zuständen im
Reich kurz vor seinem Ende aber
Diente auch dem Verkauf der

Eigenen Güter und Grundstücke in
Der linksrheinischen Pfalz die nun
Französisch wurde was für die
Gondelas wohl ein Risiko war

Beide hatten noch ihre Hochzeitsreise
1790 nach Heidelberg gemacht wo
Gondela im Alter wieder hinzog ob
Noch mit Christine ist nicht bekannt

Heinrich Gondela hatte im Alter noch
Eine intensive Korrespondenz mit
Therese Huber die eine der Göttinger 
Universitätsmamsellen schon war

Sie war in erster Ehe mit Georg 
Forster verheiratet der wiederum
Mit Cook die Welt umsegelte was 
Zum nächsten Band überleitet

Sie hätte Forster in Göttingen noch
Kennengelernt war mit ihm auch
Nach Mainz gezogen mit Kindern
Wo dieser zum Vorsitzenden des 

Dortigen Jakobiner Clubs gewählt
Worden war was sie zum Anlass
Nahm ihren Mann mit den Kindern
Für den Dichter Huber zu verlassen

So verbinden sich verschiedene
Reisebücher nun miteinander auch
Die Universitätsmamsellen aus der
Anderen Bibliothek stehen hier

Wie schön ist es wenn sich zwischen
Den Bänden der eigenen Bibliothek
Ganz neue Verbindungen zeigen
Die zur intellektuellen Heimat werden

Im großen Traum von Bildung des
Grafen Christian von Krockow lag es
Nun nahe das Kapitel von Cooks 
Letzter Reise zu überspringen um

Über Georg Forsters weiteres Leben
Aus Sicht Krockows zu lesen um die
Brücke zu den Gondelas zu halten
Cook lese ich irgendwann noch 

Spannend ist auch dass in der Zeit
Der französischen Besetzung der
Alten Reichsstadt Mainz dort auch 
Die dortige Loge gegründet wurde

Hier war der französische Baron
Des Saint André maßgeblich wohl
Mitbeteiligt der nach den heute
Widerlegten Gerüchten der Loge 

Der ich einige Jahre angehören durfte
Den Schinderhannes eingefangen hat
Aber das war erst 1802 und da war
Georg Forster wie Cook nicht mehr

Das Kapitel über Georg Forsters noch
Weiteres unstetes Leben heißt genau
So und führt diesen nach Deutschland
Wo wer zuerst seine Sprache erobert

Auch durch Klopstock dabei wohl 
Wie er an den Berliner Verleger 
Spender noch schrieb er möchte nun
Goethes Götz und den Werther lesen

Schon ein Jahr später sieht er sich 
In Briefen klar als Deutscher und 
Wurde so Teil einer Bewegung die
Wieder zur deutschen Sprache will 

In England noch half ihm bei der
Deutschen Übersetzung seines
Buches Rudolf Erich Raspe der
In Kassel vorher am Hof noch

Professor Direktor des Münzkabinetts
Wie Bibliothekar auch war der
Wegen angeblicher Unterschlagung
Nach England fliehen musste

Forster ergriff natürlich Partei für 
Raspe und beschuldigte den 
Fürsten von Hessen-Kassel des 
Verkaufs seiner Landeskinder 

Der Versuch sein Buch in Paris
Verlegen zu lassen war wohl nicht
Sehr erfolgreich aber lernte dort
Auch Benjamin Franklin kennen

Eine Dame die Philosophin war
Befragte ihn zu Tahiti wie den dort
Geschlechtskrankheiten und die
Wirkung der Quecksilberkuren

Im Jahre 1778 erschien sein
Reisebericht in deutsch den er
Friedrich dem Großen widmete 
Der eher nie deutsch las

Der Adel sprach noch konsequent
Französisch und Friedrich fand das
Deutsche dazu peinlich hässlich
Er wuchs halt in Berlin nur auf 

Warum Krockow diese peinliche
Widmung die unertänigst um 
Königliche Würdigung bettelt hier 
Vollständig abdruckt ist rätselhaft

Lange zögert er nach der Einladung 
Seines Verlegers nach Berlin noch
Die Abreise hinaus mit schlechtem
Gewissen für seine Geschwister

In Deutschland ist er bereits ein
Literarischer Star löst so völlig
Überraschend in Düsseldorf
Einen Menschenauflauf aus

In Kassel und Göttingen kamen
Die Gelehrten und umschwärmten
Den 24jährigen Weltreisenden der
Alte deutsche Irrglaube wieder

Bis heute meinen manche noch
Irgendwo gewesen zu sein sei der
Ausweis irgendwelcher Kenntnis was 
Ein beständiger Irrtum nur ist

Den geographischen vom geistigen
Horizont zu unterscheiden ist wohl
Vielen nicht gegeben die lieber durch
Die Welt rasen statt Bücher zu lesen

Sie werden weiter vermutlich meinen 
Irgendwo gewesen zu sein würde 
Geistige Erkenntnisse bringen statt
Nur Unruhe durch Bewegung

Dennoch war der sicher kluge 
Lichtenberg in Göttingen dabei
In Berlin hatte er in 5 Wochen 50
Bis 60 Einladungen überall

Forster war der Star der Saison
Wozu zweierlei beitrug er traf mit
Der Mischung aus Realismus und
Romantik deutsche Erwartungen 

So gründete er den Reisebericht
Als eine neue Literaturgattung die
Dann neue Formen annahm etwa
In Goethes italienischer Reise

Seumes Spaziergang nach Syrakus 
Chamissos Brasilien wie auch die 
Reise ins Paradies der Gondelas
Wie Humboldts Reiseberichte dazu

Über den Kontakt zu dem General
Martin von Schlieffen den er aus
London kannte wo dieser noch
Hessische Soldaten verkauft hatte

Bekam Georg eine Audienz beim
Landgrafen und wurde dort zum
Professor für Naturkunde ernannt
Wo sein Übersetzer Raspe floh

Diese wurde sehr großzügig noch
Dazu bezahlt bekam im ganzen Reich
Zahlreiche Ehrungen verliehen von
Bekannten großen Institutionen 

Er verdiente dabei reichlich es
Gelang ihm sogar über seine
Logenkontakte als Freimaurer
Eine Professur für seinen Vater

In Halle zu besorgen die dann
Gut bezahlt war und sein Logenbruder
Der Herzog von Braunschweig zahlte
Sogar die Schulden des Vaters noch

Befreite ihn damit aus der englischen
Schuldhaft die auch Boris Becker in
Unserer Zeit noch kennenlernte weil
Geld die heilige englische Kuh ist

Er hielt in Kassel Vorlesungen sogar
Goethe und der Herzog nur getarnt
Kamen ihn besuchen doch wie sein
Vater machte er bald Schulden 

Zwei Veröffentlichungen noch erst 
Cook der Entdecker Versuch eines 
Denkmals 1787 dann Ansichten vom
Niederrhein aus dem Jahr 1790

Letztere Reise unternahm er mit
Dem jungen Alexander von Humboldt 
An den Niederrhein Brabant Flandern
Holland England und Frankreich

Gefühlt war er Reiseschriftsteller
Nur dafür bezahlte ihn keiner mehr
Er hatte keine Lebensaufgabe mehr
Unter der Sicherheit kam Langeweile 

Schließlich wurde er Rosenkreuzer
Die sich statt der Aufklärung mehr
Der Mystik widmen und Alchemie
Dann floh er panisch wieder davor 

Nun kam der Ruf an die polnische
Universität Wilna und er sagte zu
Bekam ein gutes Gehalt und freie 
Wohnung noch dazu konnte seine

Schulden in Kassel tilgen für acht
Jahre Vertrag wurden sie sogar
Vollständig übernommen dies alles
Geschah vor dem Hintergrund der

Ersten polnischen Teilung auf die
Der König mit liberalen Reformen
Aufgeklärt reagieren wollte was 
Zur 2. und 3. Teilung nur führte

April 1784 trat er die Reise gen
Polen an besuchte aber vorher
Noch Prag und Wien kam erst
Im November in Wilna an 

In Wien sprach er mit Kaiser Josef
Er hatte in Wien auch verschiedene
Geliebte obwohl er sich vor der
Reise noch verlobt hatte mit der

Tochter eines Göttinger Professors 
Wie Bibliothekar um so seinen 
Geschlechtstrieb dauerhaft zu stillen
Keine Zeit mehr zu verschwenden

Mit Therese Heyne warb er auch um
Den Vater als väterlichen Freund sich
Von seinem zu befreien meint hier
Wieder sehr psychologisch Krockow

Therese war nicht schön und dazu
Schielte sie aber war eine Frau von
Geist die später Schriftstellerin wurde
Eine der ersten Journalistinnen auch

Auch sie fand Forster dessen Haut
Durch die Blättern verdorben war
Der seine Zähne durch Skorbut
Verlor nicht schön aber klug

Nach der Hochzeit ziehen sie
Zusammen nach Wilna doch 
Georg fühlt sich unwohl dort gibt es
Noch keine große Bibliothek 

Auch das geistige Leben bleibt eher
Mäßig aber er ist nun auf acht
Jahre dort verpflichtet dann kommt
Der Ruf von Zarin Katharina II

Er soll wissenschaftlicher Leiter
Ihrer Südsee Expedition werden
Großartiges Gehalt und sie kaufen
Ihn dazu noch in Polen frei 

Er sagt zu zieht mit Theresa nach
Göttingen für die auch gezahlt wird
Dann plötzlich die Absage des 
Krieges mit den Türken wegen

Infolge wurde die Beziehung zu
Therese durch einen Hausfreund
Einen Unterbibliothekar ihres Vaters
Gestört dann ein neues Angebot

Er wird gut bezahlter Hofbibliothekar
In Mainz der Erzbischof gilt als sehr
Liberal und tolerant stellt auch einen
Protestanten an und sagt gewagtes

Forsters bezogen ein Haus in Mainz
Richteten sich dort ein und bald schon
Kam ein neuer Hausfreund Ludwig
Ferdinand Huber ein sächsischer

Diplomat beim Kurfürsten und selbst
Ehrgeiziger Schriftsteller der die Ehe
Zumindest etwas rettete noch dann 
Kam auch das zweite Kind

Im März 1790 dann die Reise mit
Humboldt an den Niederrhein die
Sehr gut und ein neues Buch wurde
Sie erlebten das revolutionäre Paris

Humboldt sogar das Jubiläumsfest
Der Revolution am 14. Juli 1790 in 
Paris und schreibt Forster davon 
Nun aber begann eine andere

Revolution in Mainz Therese und
Huber begannen sich zu lieben
Georg klammerte sich weiter an
Therese und er liebte die Kinder

Dann nach der Kanonade von Valmy
Kam die Wende die Alliierten zogen 
Sich zurück die Revolutionäre kamen
Immer näher nach Mainz damit

Forster berichtet wie in Mainz die
Flucht begann alles wird verlagert 
Er ist zunächst zurückhaltend aber
Bekennt sich dann zur Revolution

Am 7. November 1792 tritt Forster
Dem Mainzer Jakobinerklub bei
Schon die Woche darauf hält er
Eine glühende Rede dort

Am 21. März 1793 beschließt der
Rheinisch-deutsche Nationalkonvent
Den Anschluss an die französische
Republik und beantragt ihn damit

Am 30. März trat Forster vor den 
Konvent von Paris und verlas dort die
Botschaft die mit Beifall bejubelt ward
Nur war der Rücken abgeschnitten

Inzwischen hatten Preußen und
Österreicher Mainz belagert die kurze 
Mainzer Republik war damit beendet
Die Rache traf jeden Jakobiner

Georg Forster als der bekannteste
Unter ihnen bekam Reichsacht er
Musste Zuflucht in Paris suchen
Hauste in einer kleinen Dachkammer

Der große Traum von Freiheit
Gleichheit und Brüderlichkeit war
Geschichte es herrschte Misstrauen
Bürgerkrieg und Krieg

Therese war auf und davon mit den 
Kindern nach Straßburg und dann in 
Die Schweiz wo sie sich mit Huber
Vereinigt als dann neue Familie

Sie verlangt die Scheidung von
Forster er schreibt ihr von seiner 
Unendlichen nie endenden Liebe 
Versteht diese Hölle nicht mehr

Er würde nur gerne noch verstehen
Wie er den Verlust all seines Glücks
Verschuldet hatte alles sei nun hin
Er fände keine Ruhe mehr

November 1793 treffen sie sich
Nochmal an der Schweizer Grenze
Es geht um die Scheidung allein
Forster ist gebrochen und erkrankt

In einem letzten Brief verabschiedet
Er sich von Therese und Huber und
Stirbt am 10. Januar 1794 keine 40
Die Nachrufe waren eher zwiespältig 

Am ergreifendsten der noch seines 
Schwiegervaters der lobt seine
Kenntnisse und den edlen Charakter
Niemand verdiente mehr Glück als er

Mit dem deutschen Nationalismus 
Erwacht der Wahn vom Erbfeind 
Machte Forster zum Verräter des
Vaterlandes nun und vergaß ihn 

Der Weg in die Verbannung schuf
Ein Muster dem zuerst Heine und
Später noch viele folgten aber Forster
War der erste den Weg gehen musste

Krockow meint die nationalistischen
Wahnvorstellungen seien heute zum
Glück verschwunden was gerade
Eher zweifelhaft noch erscheint

So sieht er Forster als eher planlos
Einer der nur seinen Träumen folgte 
Für eine bessere freundlichere Welt
Damit ein typisch deutscher Autor

Krockow beendet seinen Blick auf
Die historische Figur Forster damit
Wieder liebevoll und voller Hoffnung
Auf ein grenzenloses Europa 

Wie schön wäre es wenn das nun
Wirklich würde und bliebe doch der
Böse Geist des Nationalismus spukt
Weiter im darin uneinigen Europa 

jens tuengerthal 7.6.26

Realismuss

Realismuss

Europa muss endlich
Realistisch werden um
Zu erkennen wer einen 
Bekennenden Faschisten
Wie Rassisten zur Feier
Des Sieges über den 
Faschismus einlädt bekommt
Das geliefert was Hegseth
Zum D-Day geliefert hat 
Die USA sind kein Partner
Sondern ein Gegner der
Hier nicht mehr willkommen
Die WM ist vorab gestorben 
Freiheit und Demokratie
Für Aberglaube versteigert
Wir müssen für uns sorgen 
Die größte Entwicklung
Auf dem Rüstungsmarkt
Mit Mut und Milliarden die
Wirtschaft nach dem alten 
Rezept des Kalten Krieges
Wieder in Schwung bringen
Ein Star Wars Programm
Auflegen das dazu noch
Mit alternativen Energien
Gewinne nachhaltig wie 
Europa unabhängig macht
Während die USA weiter
Die Zukunft verbrennen
Bis sie hier um Freiheit 
Vermutlich auch Asyl
Wie Wohlstand betteln
Weil der Faschismus von
Idioten nichts mehr bietet 
Europa durch seine Vielfalt
Reich und stark erst wurde 
Realismus heißt auch wieder
Zu erkennen wir sind mehr
Älter besser und klüger als 
Der Appendix der Milliardäre
Zu dem die USA wurden 
Sie zerstören ihre Zukunft 
Europa übernimmt gerne
Wir haben nämlich eine
Perspektive mit Vernunft
In besserer Zukunft

jens tuengerthal 7.7.26

Sinnstiftung

Sinnstiftung

Hätte ich zufällig Vermögen
Oder erbte es unverdient weil 
Erbe logisch stets unverdient ist 
Könnte ich eine Stiftung gründen
Der Allgemeinheit zu nutzen
Was dem Vermögen zumindest
Einen Sinn gäbe und mir bis zum
Bittersüßen Ende dann eine 
Beschäftigung was viele der
Angepassten Sinnsucher für 
Sinnvoller vermutlich halten
Als sinnlos einfach zu sein
Auch wenn das der Natur
Eher entspricht als der 
Aberglaube an mehr im
Dasein was nur ist dann
Würde ich sie Sinnstiftung 
Nennen und den Namen
Schützen lassen damit 
Keiner mehr Sinn stiftet
Statt zu genießen was ist
Mehr geht nie und am
Ende war das sinnvoller
Als noch weiter zu hoffen
Sie würden sich alle selbst
Aus ihrer Unmündigkeit 
Befreien um aufgeklärt
Sterben zu können denn 
Um mehr ging es
Am Ende doch nie
Bei der Sinnstiftung 

jens tuengerthal 7.6.26

Sinnlost

Sinnlost

Sein ist was
Vollkommen genügt
Nichts hat Sinn auch
Wenn manches uns 
Für Momente lang 
Sinnvoll erscheint
Führt Sinnsuche nie
Weiter als ins Nichts
Außer wir werden
Gläubig dabei was
Auch eher nichts wird 
Als etwas zu bringen 
Wer noch Sinn sucht
Ist völlig lost würde ich
Gäbe es kein dreisilbiges
Verloren aber das ist
Verlorene Liebesmüh
Vermute ich sagen
Wie der Sinn der nie
Weiblich ist ohne dabei
Zu mutmaßen an wem 
Diese Glaubensfrage
Der Sprache noch hängt 
Was sie über Gender lehrt 
Bei manchen ist der Sinn
Ein Neutrum etwa im
Englischen schwedischen
Ungarischen aber Grammatik
Ist ja nur scheinbar genital 
Was heute zu vertreten
Vermutlich eher sinnlos ist
Insofern aber Sinnlost
Denglisch kombiniert
Könnte es wiederum
Spannend relevant sein
Falls weiblich sinnlos ist
Was ich nie behauptete
Noch auch nur dachte
Dichte ich lieber vorher
Bevor eine keine Nachsicht
Mehr hat nur sicherheitshalber
Sei hier betont alles Sein ist
Nach der Natur sinnlos was
Logisch also sinnvoll so ist
Es ist was es ist
Mehr nie was aber 
Zumindest der Liebe
Rein verbal ähnelt die
Manche als große 
Sinnstiftung missbrauchen 
Denen ohne dann alles
Sinnlos erscheint
Siehe auch Werther
Doch können wir nun
Nach dem Natur alle
Beruhigen denn es bleibt 
Immer nur sinnlos so ist
Wer weiter nach etwas
Sucht was es nicht gibt
Deutlich sinnlost noch
Was übrigens die Liebe
Verständlich macht die 
Keine Erklärung braucht
Weil sie sinnlos ist aber
Nicht jede Liebe ist auch
Darum gleich sinnvoll
Verbal im Gegenteil
Manches geben wir auch
Ohne weitere Fragen
Einfach verloren
Wie den Sinn
Ist halt so
Dada

jens tuengerthal 7.6.26

Samstag, 6. Juni 2026

Lektürentagebuch 6.6.26

Lektürentagebuch 6.6.26

Begonnen mit den Buddenbrooks
Von Thomas Mann und wie der gute
Engagierte Thomas Buddenbrook
Seinen Tag gewöhnlich gestaltet

Schon direkt nach dem Aufstehen
Beginnt Thomas Buddenbrook sich
Um die öffentlichen Angelegenheiten
Zu kümmern beim Gespräch mit dem 

Barbier Wenzel der auch Mitglied
Der ehrwürdigen Bürgerschaft ist
Zuvor schon Konsul Kistemaker
Rasierte und davon auch berichtet

Sie sprechen über Modernisierung
Der Eisenbahn wie der Beleuchtung
Buddenbrook will Gasbeleuchtung 
Überall das sei heller und zeitgemäß 

Denke daran wie hier die Anwohner
Um den Erhalt der dezenten noch 
Alten Gaslaternen kämpfen was so
Unsinnig wie manches noch ist

So kurzsichtig wie eine Regierung
Die das Aus für den längst schon
Überholten Verbrenner in Europa
Noch einmal verschoben hat damit

Ihre einst große Autoindustrie den
Anschluss endgültig verliert was
Nach einem Weltuntergang der
Eher zu erhoffen ist egal wäre

Neben der Eisenbahn die Wege
Kürzer macht befürwortet der junge 
Konsul auch den Zollverein was 
Dem Handel noch besser täte 

Dieser ist ihm besonders wichtig
Weil er als Kaufmann die große
Bedeutung dessen erkennt was
Er wohl zur heute EU sagte 

Thomas Buddenbrook wird als
Viel gereist beschrieben und vom
Horizont her weiter als der sonst 
Enge bürgerliche Geist Lübecks 

Einer der über die Grenzen hinaus
Blickt eine rothaarige Schönheit
Aus Amsterdam heiratete die nur 
Zufällig Freundin seiner Schwester

Über all diese wichtigen Dinge spricht
Der Konsul schon beim Rasieren
Während Wenzel noch frischen 
Schaum auf sein Kinn aufträgt

Nach der Rasur und während Wenzel
Schon zum nächsten Kunden eilt
Kleidet Thomas sich sorgfältig an
Küsst die Stirn der erwachten Gerda

Begibt sich auf zwei Stunden ins 
Kontor in der Mengstraße um die
Nötigen Dinge in Gang zu bringen
Danach zweites Frühstück dort

Von da aus geht er weiter zum
Hafen spricht als Reeder mit
Den Kapitänen über Fahrten und
Preise an den Märkten zur See

Zeigt sich nun an der Börse
Wandelt durch die dort gotischen
Arkaden und knüpft Verbindungen 
Plant schnell weitere Geschäfte 

In letzter Minute und oft schon fast
Zu spät holt er Gerda dann zu
Gemeinsamen Terminen am Abend
Zuhause wieder aber immer schon 

Fast beim nächsten Termin und
In Gedanken beim Gemeinwohl 
Seiner Vaterstadt um das er sich
Ununterbrochen redlich bemüht

Ein engagierter Unternehmer und
Politiker der versucht dazu allen 
Gerecht zu werden auch seinen 
Geschwistern die Sorgen machen

Am Ende kommt das Kapitel der
Eigenen Kinder auf die noch auf
Sich warten lassen was seine Mutter
Die Konsulin inzwischen besorgt

Sie fragt ganz dezent Doktor Grabow
Der auch sieht dass hier ein Franzbrot 
Mit Taube keinen Erfolg verspricht 
Ach und dann war da noch Tony

Feinfühlig und aufmerksam mit dem
Nötigen Humor führt Mann hier durch
Den Alltag eines Unternehmers im
Geerbten Familienbetrieb aber 

Erzählt ganz nebenbei noch die
Politik und Kulturgeschichte seiner 
Familie und die folgende Entwicklung
Aus der später das Reich erst wuchs 

Historisch ist dies die Zeit zwischen
Der Revolution von 1848 und dem
Deutsch-Dänischen Krieg der dann
Nach weiteren Schlachten noch

Zur Krönung und Reichsgründung der
Verspäteten Nation in Versailles führte
Nach Königgrätz und 70/71 was den 
Roman historisch gut einordnen hilft

Das macht die Buddenbrooks auch
Zu einem Jahrhundertroman der die
Geschichte und was sie damals prägt
Im persönlichen Kontext erörtert 

Im Zauberberg treffen sich nach
Der kurzen Abendgesellschaft als
Sich längst alle zur Liegekur
Zurückgezogen haben als letzte

Übriggebliebene Clawdia Chauchat
Und Hans Castorp vor dem Kamin
Kommen dort ins Gespräch bei dem
Hans Clawdia provoziert und duzt

Was sie sich erst verbietet dann
Nichts mehr dazu sagt was als
Kapitulation für ein wichtigeres
Thema betrachtet werden kann

Er erklärt sich und sie kommen
Sich als Freunde wieder näher
Sie klagt wie schwer es neben
Dieser Persönlichkeit zu leben

Für sie als Frau wäre die er
Gewollt hätte und wie sollte
Sich Frau dem entziehen fragt
Clawdia ihren deutschen Hans 

Dies nachdem sie beide zuvor
Überraschend klug und zugleich
Bescheiden über Leidenschaft
Miteinander philosophiert haben 

Sie besiegeln ihr Bündnis mit
Dem russischen Kuss auf den 
Mund wie wir ihn noch aus den 
Sowjet Zeiten schaurig kennen

Denke an das Mauerbild auf dem
Honecker und Breschnew knutschen
Aber sehe auch dass junge lustvolle
Paar von Kranken in Davos dabei

Sie besiegeln ein Bündnis für die
Persönlichkeit Mynheer Peeperkorn 
Damit sie diese Liebe erträgt der
Großen Persönlichkeit bleibt er

Ist ihr Freund und Berater der sich
Voller Zärtlichkeit an sie bindet die
Ihn darum bittet nach vorher vielen
Salti um das was sie sich zugestehen

Das ist eine ganz wunderbar erzählte
Geschichte um Liebe die sich mit 
Leidenschaft findet und bindet aber
Die Umstände nimmt wie sie sind

Das unausweichliche der großen
Persönlichkeit aber auch die hohe 
Intensität der Verbindung der beiden
Wird hier sehr fein thematisiert

Die erotische Spannung dieser
Situation überschreitet vielen in
Anderen Werken beschriebenen
Nur Sex der ungesagt geiler wird

Das ist faszinierend bei Mann der
Die Erotik einer Szene knistern lässt
Ohne je von Sex dabei zu reden weil
Er ein Gefühl für Stimmungen hat

Über diese Fähigkeit von Mann wie
Sein großes sensibles Feingefühl 
Sollte mehr nachgedacht werden
Als seine privaten sexuellen Wünsche

Weiter geht es mit Thomas Mann
In Joseph und seine Brüder im
Kapitel Damengesellschaft was 
Das Leiden der Mut öffentlich macht 

Diese hatte nach der verweigerten 
Lust durch Joseph aus Liebe wie 
Wahnsinniger Sehnsucht wer mochte 
Das noch unterscheiden können

Immer mehr abgenommen war krank
Wie schwach geworden und so sind
Alle ihre Freundinnen aus dem Palast 
Sie einzeln oder in Gruppen voller

Mitleid besuchen gekommen hatte 
Auf ihre Fragen was sie denn so
Krank mache immer nur geantwortet
Dass würden sie nicht verstehen

Als das Gerede darüber wie auch
Das Drängen ihrer Freundinnen die
Selbst große Rollen am Hofe des 
Pharao spielten hatte sie alle zur

Damengesellschaft einem großen
Kaffeekränzchen in zwei Räumen
Des Damenhauses eingeladen
Wollte sich dort allen offenbaren

Neugierig kamen natürlich alle
Herrlich komisch ist wie Mann das
Schnattern der Frauen beschreibt
Wie die Stimmung in der Runde

Von Mitleid zu Begeisterung Neid
Wut und Zorn sich wandelte als
Sie ihnen Goldäpfel serviert mit dazu
Den schärfsten Obstmessern der Welt

Während ihre Freundinnen alle mit
Diesen Messern beschäftigt sind
Lässt sie den edel in weiß gekleideten
Joseph ihnen Wein servieren 

Nun kommt es wie es kommen muss
Die Damen von seiner Schönheit wie 
Dem bezaubernden Wesen des wohl
Wirklich geilen Knaben abgelenkt

Schnitten sich sämtliche in die Hände
Mit den schärfsten Messern der Welt
Worauf es ein Blutbad gab was der
Meister der Ironie Mann beschreibt

Nachdem sich die erste Aufregung
Wieder legte alle verbunden waren
Erhoben sich erste Reden dass Mut 
Auch Mitschuld am Blutbad trage 

Sie hätte in der aufgeregt besorgten 
Stimmung nie ihren so schönen 
Jungmeier als Schenk schicken 
Dürfen dass sei ihre Schuld

Nun aber erklärte sich Mut ihnen
Allen erzählte von ihrer Liebe zu
Joseph worauf das Geschnatter
Wieder begann mit erstem Spott

So dachten einige nun habe es
Auch die keusche Mut erwischt
So sei das eben im Leben aber
Dieses Problem sei lösbar 

Nach weiteren Reden der ältesten
Wie ranghöchsten ihrer verwundeten 
Freundinnen erklärte Mut ihnen dass 
Joseph sich ihr dabei verweigere

Wieder viel Gereden und Geraune
Auch neidischer unter ihnen wie 
Denen die meinten sie sei dem
Jungen Schönling wohl zu alt

Auch wenn sie das nur ihren
Nachbarinnen ins Ohr flüsterten
Wie eben auf Kaffeekränzchen so
Wohl übereinander geredet wird 

Ergriff die Frau des Oberpriesters
Das Wort die selbst zwei Geliebte
Sich hielt und dennoch Joseph
Beim ersten Anblick verfallen war

Sie werde es ihrem Gatten melden
Diese Weigerung noch dazu eines
Ausländer sei eine Beleidigung der
Ägyptischen Götter und müsse

Daher umgehend hart bestraft werden
Die anderen stimmen in Mehrheit zu
Zumal die Betreffende auch Oberin
Ihres Frauenordens noch war

Einige Tage später bekommt nun
Mut Besuch vom Oberpriester dem
Gatten ihrer Freundin und Freund
Ihres Mannes auch der Adel halt 

Dieser wollte zwar nicht direkt
Zum Betrug des Freundes raten
Aber nannte die Weigerung des 
Hebräers eine tiefe Beleidigung

Sollte sich dies fortsetzen könne 
Sie zum Vollzug ihrer Wünsche
Die Hilfe der Tempelwachen holen
Es werde ägyptische Ehre verteidigt

Joseph wiederum hatte seinen 
Kleinen Verbündeten der alles 
Belauschte und sofort ihm erzählte 
Worauf er beschloss jetzt erst Recht

Nie nachgeben zu wollen weil es eine
Religiöse Frage der Ehre wäre dem
Eigenen Gott treu zu bleiben egal
Was der Adam in ihm wirklich will

Herrlich komisch mit feinen Details
Beschreibt Thomas Mann diese
Damenrunde des Adels zwischen
Teilnahme und Empörung

Der geniale Plan von Mut die ihre
Freundinnen fühlen lässt wie sie
Damit auch wie ihr Herz blutet
Geht also erstmal voll auf

Doch wird diese Bestätigung ihrer
Macht ihr Glück in der Liebe gar 
Befriedigung ihrer Lust bringen 
Es wird wohl eine Katastrophe

Die biblische Geschichte ist bekannt
Mann bezieht sich mehrfach darauf
Aber schreibt im biblischen Ton dazu
Nun zu erzählen wie es wirklich war

Das gelingt ihm mit feiner Ironie
Guter Kenntnis des menschlichen
Charakters wieder exzellent ohne
Dabei seinen Humor zu verlieren 

Da kannte jemand Frauen und
Männer wie ihr Paarungsverhalten
Gut und schafft es alles mit einer
Verständnisvollen Ironie zu erzählen

Das ist immer wieder genial und
Höhepunkt der Literaturgeschichte 
Der das Göttliche menschlich macht
Sich darüber noch fein amüsiert

jens tuengerthal 6.6.26

Mann151

Mann151

Am 6. Juni 1875 wird in Lübeck
Thomas Mann geboren dem zum
Gerade 150. Geburtstag überall
Viel gedacht wurde hier aber soll
Zum 151. dessen Quersumme 7
Also die Zahl des Meisters ist die 
Irdisches und himmlisches vereint
Was genug Hokuspokus hier ist
Mit seinen Worten gedacht werden
Die den Humor wie die so 
Vielfältige literarische Größe noch
Besser zeigen als alle Mutmaßungen
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen
Als herzlichen Glückwunsch für den
Der nicht mehr ist aber sich zuvor 
Unsterblich schrieb im Werk

jens tuengerthal 6.6.26

Zitate Thomas Mann

Ich bin ein Mensch des Gleichgewichts. Wenn das Boot nach links zu kentern droht, lehne ich mich automatisch nach rechts. Und umgekehrt.

Wir sind eine erlauchte Versammlung - aber einen Knacks hat jeder.

Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir.

Denken und danken sind verwandte Wörter; wir danken dem Leben, indem wir es bedenken.

Ihre Selbstverständlichkeit ist in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewusstmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung.

Den besseren Deutschen schaudert vor dem moralischen Abgrund, in den sie zu versinken drohen.

Es ist schwer, es zugleich der Wahrheit und den Leuten recht zu machen.

Wir finden in den Büchern immer nur uns selbst. Komisch, dass dann allemal die Freude groß ist und wir den Autor zum Genie erklären.

Alles Interesse an Krankheit und Tod ist nur ein anderer Ausdruck für das Interesse am Leben.

Zum Bewusstsein kommen heißt: ein Gewissen bekommen, heißt wissen, was gut und böse ist.

Ein gutes Buch werde gleich zusammen mit seinem Titel geboren.

Radikale Askese, das bedeutet immer und überall nur Charakterschwäche.

Ironie heißt fast immer, aus einer Not eine Überlegenheit machen.

War zu glauben gewesen, dass ein wirtschaftlich bedrängtes und gehetztes Publikum aufgelegt sein werde, den träumerischen Verknüpfungen dieser […] Gedankenkomposition zu folgen? (Über den Erfolg seines Romans "Der Zauberberg")

Phantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.

Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, dass Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.
(Zauberberg, Settembrini zu Hans Castorp)

Der Mensch muss schon von einer gewissgradigen Beschränktheit sein, um Patriot sein zu können.

Ein Künstler muss in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht.

Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken. 
(Quelle: Der Zauberberg)

Dichtertum ist die lebensmögliche Form der Inkorrektheit.

Die Politik macht roh, pöbelhaft und stupid. Neid, Frechheit, Begehrlichkeit ist alles, was sie lehrt.

Nur an den beiden Polen menschlicher Verbindung, dort, wo es noch keine oder keine Worte mehr gibt, im Blick und in der Umarmung, ist eigentlich das Glück zu finden, denn nur dort ist Unbedingtheit, Freiheit, Geheimnis und tiefe Rücksichtslosigkeit.

Das Positive am Skeptiker ist, dass er alles für möglich hält.

Das Glück kommt zu denen, die es erwarten. Nur müssen sie die Türen auch offenhalten.

Willenlos

Willenlos 

Alle wollen was
Gerne auch von jemand
Dann wird angemacht
Seinen Willen zu erreichen

Nur der Flaneur ist am liebsten
Willenlos und lässt sich treiben 
Zu beobachten was passiert
Vielen scheint das unvorstellbar

Manche fühlen sich dann vom
Nichts angemacht weil keiner
In ihrer Vorstellung einfach
Nichts wollen kann dann

Suchen sie mehr im Nichts
Das keine Bedeutung hat
Mutmaßen dann mehr was
Das Nichts kompliziert macht

Vermuten eine Verschwörung
Wo einfach nur Nichts ist was 
Wilde Theorien entstehen lässt 
Die selten irgendwo hin führen

Dabei wäre alles so einfach
Ließen alle das Nichts nichts sein
Um damit zufrieden zu sein musst
Du nur als Flaneur willenlos sein 

Kannst beobachten was passiert
Ohne etwas oder von wem zu wollen
Bist willenlos glücklich auch damit
Nichts zu erreichen weil es alles ist

jens tuengerthal 6.6.26

Daneben

Daneben

Als Flaneur stehe oder sitze ich
Gerne daneben statt mittendrin
Zu sein und nur zu reden lieber
Schreibe ich darüber als Mensch
Übrigens auch ohne zu wissen
Ob ich darum auch daneben bin
Aber vermutlich ergibt sich das
Mit der Zeit von alleine denn 
Gewöhnlich scheint es anderen so
Wenn einer nur daneben steht
Oder sitzt ohne mehr zu wollen
Was denen die immer was wollen
Unvorstellbar erscheint so den
Der gerne unauffällig daneben bleibt
Besonders erscheinen lässt aber
Zeit und Gewohnheit lösen dies
Problem willenlos von alleine
Weil dann das Nichts normal wird
Einfach nur daneben steht oder
Soweit möglich auch sitzt nur 
Die sonst Aufregung der anderen
Tangiert den Beobachter nicht
Er schaut einfach nur zu
Warum der Flaneur gerne
Zuschauer von allem bleibt 
Was Gelassenheit schenkt

jens tuengerthal 6.6.26