Montag, 17. August 2026

Medaillenspiegel

Medaillenspiegel

Medaillenspiegel zur nationalen
Teilhabe im Konkurrenzkampf
Unter Gladiatoren sind geistiger
Selbstmord von völlig überholten 
Arten des Miteinander finde ich
Als überzeugter Europäer der
Nur aus Versehen auf dem
Gebiet der Ex-DDR noch lebt
Wo nationales Mode wieder ist
Die sich gerne mit Moped zeigt
Aus auferstandenen Ruinen singt
Die nie gründlich beseitigt wurden 
Keine neuen Blüten zu treiben
Stolz auf lächerliche Rekorde
Im Wettstreit der Heidehasen
Liegt mir so fern wie Rasse 
Als Zugangskriterium je für
Egal was ich auch nie will 
Wettkämpfe in Kooperation
Fände ich sinnvoller als
Überholte noch nationale
Gladiatorenkämpfe wenn
Immer Europäer gewinnen
Keine EM künftig mehr oder
Nur auf Vereinsebene noch
Die EU braucht heute keine
Nationale Konkurrenz mehr
Konkurrenzkampf ist eher so
Trump und Merz mäßig peinlich 
Lassen wir es hinter uns

jens tuengerthal 17.8.26

Sonntag, 16. August 2026

Lektürentagebuch 16.8.26

Lektürentagebuch 16.8.26

In einem Kraftakt die 10 Tage beim
Einsiedler gelesen wie dann die 
Letzten Kapitel des Romans von 
Sebastian Teruel knapp 140 Seiten 

Das dubiose Numinose ist Thema
Dieser Begegnung mit dem Alten
In der Rundhütte am Berg und es
Wird noch viel spiritueller dabei

Lange Gespräche am Lagerfeuer
Weisen die Suchenden in die höhere
Erkenntnis des Heiligen ein dabei
Fischt der Autor in vielen Wassern

Wie der Geist des Elaine Vital den
Bergsson erst 1905 erfand bereits 
1895 in die Wüste kam bleibt wie
So manches dabei noch rätselhaft

Aber zehn reale Jahre sind ja fast
Nichts verglichen mit den vielen
Tausend Jahren im Roman zu den 
Geistigen Wurzeln des Aberglaubens

Die Droge Iboga deren Herkunft
Wie psychedelische Wirkung hier
Relativ exakt beschrieben werden
Ist der Schlüssel zur Wahrheit 

Die wahre seelische Tiefe der
Höheren Erkenntnis braucht also
Afrikanische Wurzeln als Mittel was
Genug über den Wert dieser verrät

Aberglauben als bloßer Rausch ist
Eine Erkenntnis der ich zu gerne
Zustimmen würde wäre sie so
Je gemeint gewesen vom Autor

Wie Sebastian am Ende beim
Besuch des Tempels auch noch
Georg all letzten kritischen Geist 
Spirituell ergriffen werden lässt 

Ist schon eine harte Prüfung für
Jeden Aufklärer dabei war bei 
Diesem nicht mal eine Droge im
Spiel sondern die Lektüre der

Dort gefundenen höheren Wahrheit
Wie es überhaupt auffallend viel um
Den behaupteten Sinn des Lebens
Geht den es in der Natur nicht gibt

Sein ist ob mit geaberglaubtem Sinn
Oder ohne diesen es kommt allein
Auf den Genuss dessen dabei an 
Wusste Epikur vor 2200 Jahren schon

Dieser spielt nur eine Rolle wenn
Sinn und Schöpfung geglaubt werden
Also das Höhere was Menschen zu
Sklaven des Aberglaubens macht

Am Ende gibt es noch ein wildes
Drama mit Lebensgefahr eines
Indiana Jones wohl würdig aber
Im guten kulturhistorischen Kontext

Die Predigten des Einsiedlers wie
Höhere Weisheiten im Tempel sind
Eher schwer erträglich für mich als
Beschwörung höheren Sinns dazu

Die logische Absurdität dabei einen
Sinn im Sein zu behaupten um den
Höheren Wert der behaupteten
Numinosen Erkenntnis zu begründen

Die als tiefere Wahrheit über allem
Bloß irdischen Wissen stünde fällt
Gläubigen vermutlich nicht auf aber
Macht es letztlich eher komisch

Am Ende siegt die Liebe und das
Wunder des Lebens das sich mit
Liebe fortsetzt also emotionaler
Sex der nicht beschrieben wird

Dafür werden dessen Folgen
Liebevoll romantisch geradezu
Rührend angedeutet und der
Ganz große Bogen geschlagen

Viel kulturhistorisch spannender
Stoff in einen Roman gepackt der
Mit tiefschürfenden Diskussionen
Zu spirituellen Themen gefüllt ist

War eine auch spannende Lektüre
Die nach realen Spuren suchen ließ
Welche kulturhistorisch exakt wie
Weitgehend gut recherchiert sind

Der geistige Gehalt der Sinnsuche wie
Der höheren spirituellen Wahrheiten 
Bleibt so fragwürdig wie immer wie 
Nach kritischer Philosophie fraglich

Die Liebe und ihre Folgen nach der
Natur über alles zu stellen und das
Reale Nichts in der Leere höchster
Erkenntnis ist ein gutes Ende

jens tuengerthal 16.8.26

Schuldzuweisung

Schuldzuweisung

Schuldzuweisung ist immer das
Gegenteil von Verantwortung
Dennoch immer wieder beliebt 
Weil so scheinbar befreiend

In der Berliner Volksbadfrage
Wird nun mit Missgunst und dem
Moralischen Zeigefinger argumentiert
Statt dass wer hier Verantwortung 

Übernehmen würde wird nun der
Größere Bösewicht gesucht damit
Die Stimmung sicher eskaliert ohne
Eine Lösung geht es um Schuld 

Rechte sind nun schuld dass arme 
Kleine schwarze Kinder nicht im
Volksbad schwimmen durften was
Dafür einfach geschlossen war

Sicherheitsgründe werden genannt
Mit ernstem Gesicht begründet um
Den braunen Teufel an die Wand
Ganz einfach malen zu können

Schwimmen konnte infolge keiner
Die Volksbühne schrieb Fickt euch
Ähnlich unvernünftig war alles hier
Verantwortung übernahm keiner

Genau so eskalieren wir politische
Fragen mit größter Sicherheit was 
Der Demokratie schadet aber dem
Theater Aufmerksamkeit schenkt

So gesehen war die Aktion ein Erfolg
Alle reden über die Volksbühne und
Gute Menschen dürfen sich wieder
Moralisch als bessere dabei fühlen

Ein Marketinggag an dem nichts 
Passierte und der nichts kostet die
Mediale Diskussion aber heiß hält 
Ist was die Volksbühne brauchte 

Hat sie bekommen wie wäre es nun
Die Schuldzuweisungen einzustellen
Das ganze war einfach nur Theater
Wie es auf eine Volksbühne passt 

Im übrigen sind in Berlin gerade nur
Noch 19° bei Regen was die Frage
Nach dem Freibad schnell erledigt
Wetter tut manchmal auch gut

jens tuengerthal 16.8.26

Ankommen

Ankommen 

Menschen sehnen sich danach
Anzukommen aber wollen ständig
Weg um etwas zu erleben und
Dabei bloß nichts zu verpassen
Wundern sich über ihre ständige
Unzufriedenheit weil sie nichts
Mehr ganz erfüllen kann braucht
Es ständige Abwechslung statt
Einfach ankommen bleiben und
Damit zufrieden zu sein macht
Ewige Unruhe alle krank die
Vergessen haben wie es ist
Zufrieden zu bleiben welch 
Tiefe Befriedigung darin liegt
Nichts mehr zu wollen oder
Noch erledigen zu müssen
Weil Sein am Ende alles ist
Was wir haben können

jens tuengerthal 16.8.26

Regensonntag

Regensonntag

Der Sonntag schenkt Berlin gerade
Das beste was sein kann mit der
Kombination von Regen und Ruhe
Kühlte es nach großer Hitze ab
Wird der Staub der heißen Tage
Abgewaschen für frische Luft die
Wieder tief atmen lässt dankbar
Trinken die Pflanzen alle nach
Dem Wechsel zum Spätsommer
Der sich fast wie Herbst schon
Wunderbar gelassen anfühlt 
Zu heiß zu trocken zu tödlich
War dieser Sommer der uns
Vor dem Klimawandel warnte
Den alle schnell wieder als nur
Wetter abtun wenn es regnet
Was leider einen Schatten über
Den gerade Traum von oben legt
Nichts wird besser wenn es nun
Endlich wieder regnet als das
Wetter was infolge unerträglich
Zumindest aber lässt sich nun
Der verregnete Sonntag hier
Genießen als wäre alles gut
Wie im Herbst bei Tee Zuhause
Was braucht es noch mehr

jens tuengerthal 16.8.26

Samstag, 15. August 2026

Lektürentagebuch 15.8.26

Lektürentagebuch 15.8.26

Im 6. Kapitel lässt Sebastian Teruel
Die Reisegruppe zur Oase kommen
Wo sie herzlich begrüßt wie als
Freunde aufgenommen werden

Eigentlich wollte Heinrich gerne sofort
Zum Eremiten gehen doch davor liegt
Das Abendessen mit den Ältesten der
Siedlung was Heinrich ungeduldig

Mehr erträgt um dafür auch auf eine 
Harte Probe gestellt zu werden mit
Esoterischem Gerede über die Seele
Als gäbe es eine solche in der Natur

Wobei Heinrich ja noch auf der Suche 
Nach höherer heiliger Wahrheit ist
Die er im Rausch schon vor sich sah 
Wieder schwer erträgliches Gelaber

Küchenesoterik mischt sich mit den 
Standardformeln schlichter Weisheit
Durch die Seiten gekämpft und es mit
Humor dabei zumindest genommen

Diesmal macht der kluge Georg
Zumindest eine Bemerkung die
Kritisch denkenden Menschen den
Ganzen Irrsinn leicht offenbart

Gut recherchiert hat Sebastian zu
Sitten und Gebräuchen der Völker
In der Wüste und gibt sein Wissen
Im Gespräch dabei auch weiter 

Mal referiert der Oberst von Schick 
Dann übersetzt oder meint Umma
Eine kleine romantische Szene die
Mehr versprach wird einfach nichts

Es mit Humor zu betrachten ist wohl
Der beste Weg zum Umgang mit
Diesem Hokuspokus darüber lachen
Hilft den Irrsinn lächelnd zu ertragen

An Life of Brian denken ist dabei
Vielleicht der Schlüssel es mit einem
Lachen lieber zu lesen als diesen 
Religiösen Wahn ernst zu nehmen


Nach zu viel Esoterik noch ein wenig
In die Epoche der Aufklärung wie den
Blick auf sie mit Egon Friedell in der
Kulturgeschichte der Neuzeit

Unter der Überschrift Pleiß-Athen wird
Über Leipzig als geistige Hauptstadt
Deutschlands berichtet als Sitz der
Messe wie der vornehmsten unter

Den deutschen Universitäten wie 
Friedell hier meint ohne es weiter
Zu begründen als Metropole des 
Buchhandels war sie modisch galant 

Worauf heute vermutlich keiner mehr
Käme der an Sachsen noch denkt
Dennoch sei alles was Sachsen
Damals hervorbrachte eine pure

Korrepetitionsliteratur gewesen sei
Methodisch verkniffen verprügelt wie
Pedantisch korrekturwütig dabei noch
Unermüdlich im Wiederholen dieser

Einzig liebenswürdig dabei sei noch
Christian Fürchtegott Gellert gewesen 
Den Friedrich der Große coulant als 
Kompliment nannte er schrieb ganz

Harmlose Weisheiten mit Zärtlichkeit
Die vor allem vielen Frauen gefielen 
Erinnert an den Grossvater der im
Kinderzimmer seine Witze erzählt

Seine Fabeln und mehr sei von ihm
Nicht übrig geblieben wirkten als ob
Sie Stücke für die Unterstufe seien 
Waren etwas altjungferlich dabei

So wie Gleim etwas vom alternden 
Junggesellen hatte mit den um ihn 
Gescharten Anakreontikern eher
Linkisch als je amourös wirkte

Sie waren verliebt in die Idee von 
Verliebtheit waren nie betrunken
Sondern nur von der Idee berauscht
Weshalb Kant sie läppisch nannte

Seit 1730 war Gottsched der absolute
Literaturdiktator durch sein Hauptwerk
Die critische Dichtkunst in der er ganz
Streng Aristoteles und Horaz folgte

Aber schon ein Jahrzehnt später
Wurde er wieder gestürzt durch die
Schweizer Bodmer und Breitinger
Die Poesie sollte danach besonders

Außerordentlich und wunderbar sein 
Aber müsse immer wahrscheinlich
Dabei noch bleiben was sie bei Äsop
Am ehesten verwirklicht sahen

Dabei waren die Standpunkte im
Grunde relativ ähnlich im einzelnen
Uneinig wie feindliche Brüder jedoch
In ihrer Kunstfremdheit sich ganz nah

Jedenfalls wurde der Tyrann durch
Sie gestürzt und Goethe schrieb 1765
Ganz Leipzig verachte Gottsched was
Zumindest eine Befreiung doch war

Zeitweise war er noch das literarische
Gewissen der Neuberin die in der
Deutschen Theatergeschichte eine 
Wichtige Rolle wohl spielte 

Später überwarf sie sich mit ihm
Brachte ihn als Parodie auf die Bühne
Sie war hübsch gescheit gebildet 
Temperamentvoll nur wie alle Stars

Die auch noch Direktorinnen sind
Sehr herrschsüchtig und dabei auch
Rechthaberisch spielte nicht nur auf
Der Bühne am liebsten Hosenrollen

Als Gründerin der Leipziger Schule
Setzte sie auf pünktliche fleißige
Proben Ehrbarkeit sorgfältige
Versdeklamation und runde wie

Gepflegte anmutige Posen berühmt
War ihre Verbrennung des Harlekin
Auf offener Bühne aber sie wurde 
Mit der Zeit unmodern und ließ es 

Währenddessen kam in Wien die
Hanswurstdynastie zur höchsten 
Blüte und hätte sich dort bis heute
Erhalten und alles folgende überlebt

So blieb die barocke Stegreifposse
Noch in Fortsetzung bis Nestroy 
Dabei lässt der auch Theaterkritiker
Friedell offen ob das gut so ist

Mit wunderbar spitzen Kommentaren
Blickt Friedell hier auf das Theater
Wie die Literatur der Aufklärung und
Spottet dabei wieder sehr menschlich

jens tuengerthal 15.8.26

Helminachbarschaftsfest

Helminachbarschaftsfest

Der Helmholtzplatz feiert heute ein
Nachbarschaftsfest mit einer sehr
Beeindruckenden Fotoausstellung
Über und von Obdachlosen die
Hier am Platz leben und viele der 
Gesichter dort waren mir bekannt
Aufgrund der großen Hitze war ich
Nur kurz einmal dort.werde aber 
Am späteren Abend nochmal
Vorbeigehen und ein wenig plaudern
Die Bilder sind wie sichtbar lohnend
Es ist ein Stück Berliner Kultur
Zugleich veranstaltet dort die 
Initiative SUN was ausgeschrieben
Solidarität unter Nachbarn heißt 
Ein Fest der Begegnung was zu
Schönen Gesprächen schon führt

jens tuengerthal 15.8.26

Urlaubsentspannung

Urlaubsentspannung

Urlaub sollte entspannen 
Stattdessen stresst es mehr
Reisen um irgendwo zu sein 
Den Planeten infolge weil alle
Sich saisonal bewegen wollen
Besser investierten sie das Geld
Für Urlaub es sich bei sich auf
Dauer schön zu machen statt 
Der Herde in die Ferien zu folgen
Tun wir einfach mal nichts und
Bleiben wir wo wir sind um es
Dort schön zu haben wäre
Schon viel für alle gewonnen 
Wer dann die Zeit nutzt um
Gute Bücher zu lesen könnte 
Wirklich entspannen und es sich 
Zuhause in Ruhe gut gehen lassen
Wäre das nicht am schönsten
Denke ich in meiner Bibliothek
Die Vorhänge zugezogen um
Sich vor der Hitze zu schützen
Mit nichts vor als entspannt
Zu genießen was ist was der
Entspannteste Urlaub ist
Dazu noch der günstigste
Für arme Poeten passend 
Mit den Büchern meiner
Bibliothek bin ich überall
Ohne je hin zu müssen
Ökologisch sozial wie
Nachhaltig verantwortlich
Echte Urlaubsentspannung

jens tuengerthal 15.8.26

Klimakacke

Klimakacke

Die Klimakacke ist am dampfen
Waldbrände und tiefster Stand 
Am Rhein aller Zeiten daneben
Noch über 12.000 Hitzetote wer
Nun weiter leugnet ist ein Teil des 
Problems auch wenn das Wetter
Nichts über das Klima uns sagt
Dennoch fliegen viele weiter und
Verstärken damit das Problem
Dort wo es entsteht statt etwas
Zur Lösung beizutragen und 
Einfach weniger wollen und tun
Alles nicht notwendige vermeiden
Wir wissen das alles schon lange
Aber die Regierung Merz ignoriert
Sucht Nähe zum Klimaleugner Trump
Hofft weiter auf Wachstum ohne
Die Täter enteignen zu wollen
Schenkt sie den Mineralölkonzernen
Mit dem Tankrabatt noch Milliarden
Weil deren Lobbyistin nun Ministerin
Statt Bäume zu pflanzen die helfen
Wird noch mehr Boden versiegelt
Die Klimakacke ist am dampfen
Aber keine Sorge bald ist es vorbei
Dann ist der Planet unbewohnbar
Menschen gemacht was zumindest
Ein sicheres Ende verspricht

jens tuengerthal 15.8.26

Morgendämmerung

Morgendämmerung 

Gegen halb sechs noch eine Runde
Um den Platz drehen nach vorher 
Durchschriebener Nacht ist eine
Begegnung von Tag und Nacht
Am Platz die letzten Jugendlichen
Zwischen Trinken und Tischtennis
Auf einer Bank drei erschöpfte
Junge Männer im Gespräch
In der Speiche poliert die Geliebte 
Vom Wirt bei offenen Fenstern 
Aber ohne Musik den Tresen
Das Crossroads schon dunkel
Auf dem Rückweg ein Läufer 
Mit schon angehefteter Nummer
Auf dem Weg wohin auch immer
Ein kleiner Laster liefert die Brote
Zum Falafelladen während ein
Anderer in der Lettestraße dem
Buchladen die Kiste mit den 
Neubestellungen bringt sind
Fast alle Fenster noch dunkel
Doch die Stadt schläft nie

jens tuengerthal 15.8,26

Lektürentagebuch 14.8.26

Lektürentagebuch 14.8.26

Heute durch das lange 5. Kapitel in
Die Suche Das Heilige von Sebastian 
Teruel gekämpft und zwischendurch
Erschöpft dabei noch eingeschlafen 

Was sicher auch an der Witterung
Mit Temperaturen über 30 Grad lag 
Aber auch am Thema mit dem ich
Schon zu lange beschäftigt war

Die Reisegruppe kommt darin
Zum Kloster das an jenes auf
Dem Sinai mich erinnert was mein
Vater einst im Morgengrauen malte 

Seines war dort wo nach dem großen 
Märchenbuch der Ölbusch brannte 
Dieses liegt am Berg doch scheint
Ähnlich alt schon zu sein wurde 

Bereits im Jahr 600 oder früh sogar
Errichtet hat es eine etwas skurrile 
Gemeinschaft die Sebastian uns 
Während der Tafelrunde vorstellt

Dort diskutieren sie Fragen des
Glaubens der Götter des Heiligen 
Mit etwas ermüdenden Formeln 
Die jeder kennt der schon mal

Mit Mönchen über Glaubensfragen
Sprach diskutieren ist müßig weiß 
Wer je diese Erfahrung machte
Wie ich noch mit Notker Wolf dem

Früheren Abtprimas der Benediktiner
Der als Mönch mit der E-Gitarre einst
Schlagzeilen machte aber das war
Auf der Leipziger Buchmesse 2011

Habe um Glaubensfragen wie den 
Albernen Aberglauben früher noch
Viel im Geist des Grand Orient wie
Der Enzyklopädisten gestritten 

Denke an die kleine Abtei bei
Ribeauvillé am Berg wo wir die
Diskussion noch suchten um
Von der Freiheit zu überzeugen

Sehe all die Heiligenbilder dort
Mit bezeugten Wundern noch
Vor mir was Geschichte nun ist
Die fern aller Vernunft bleibt

Eine lustige Gruppe von Mönchen 
Wie aus dem Bilderbuch mit all
Ihren Gegensätzen zwischen
Lebenslust und hoch spirituell

Die Begründungen warum sie
Ihrem Aberglauben folgen sind 
Aus dem gleichen Stoff dabei
Wie immer und so ermüdend

Das Ganze ist sehr gut komponiert
Erzählt über die Figur des Oberst
Auch einige spannende Details
Aus der Bibelkunde die es gibt 

Die ewige Sinnfrage und hehre 
Worte zum Seelenheil sind dabei 
Umfassend behandelt aber bisher
Relativ einseitig leider gehalten 

Die vernünftigen Einwände des
Einzig kritischen Aufklärers in der
Runde esoterischer Sinnsucher
Werden spirituell abgewürgt 

Der Diener Georg kommt kaum zu
Wort oder wird abgewürgt was ein
Ungleichgewicht im Diskurs weckt
Der Sache nicht gerecht wird

Das liest sich etwas ermüdend 
Auch wenn gut recherchiert wie gut
Inszeniert trotz gelegentlichem
Sprachlich zeitlichem Verrutschen

Ein Kapitel in dem viel Wissen
Wie vermutlich lange Arbeit steckt
Das einen nachdenklichen Autor zeigt
Ermüdet mit konventionellen Mustern 

Die kluge Marie erhebt gelegentlich 
Noch die Stimme der Vernunft aber 
Georg trägt nichts wesentliches bei
Kritischer Geist bleibt hier schwach

Dagegen ist der religiöse Rausch
Der parallel zum realen hier ist
Dank reichlich Wein dabei eine
Lockere Idee zum ernsten Thema

Ein spannendes Kapitel das mich
Mit kritischer Prüfung genannter
Quellen tatsächlich einen Tag lang
Beschäftigte regt zum Denken an 

Doch fehlt es an Argumenten für 
Ein kritisches Denken dabei was
Angesichts des sonst Tierganges
Vom Thema her etwas dünn ist

jens tuengerthal 15.8.26

Freitag, 14. August 2026

Umwidmung

Umwidmung

In Zeiten des Klimawandels
Braucht es dringend wieder
Mehr kühle Bauten der Ruhe
Wie Kirchen es einst waren

Insofern der Aberglaube heute
Weitgehend im zivilisierten Europa
Zumindest erledigt ist es dafür an 
Historischer Bildung sichtbar mangelt

Sollten wir Kirchen nun umwidmen 
Zu öffentlichen Bibliotheken machen
In denen die Menschen sich künftig
Historisch lesend bilden können

Statt weiter biblische Märchen vom
Altar predigen zu lassen lieber die
Guten alten Bücher zum Denken
Aus denen manche etwas lernen

Die kühlen Kirchen wären auch
Räume der Entspannung und Ruhe
Dienten allen Bürgern statt nur einer
Im Aberglauben separieren Gruppe

Einen höheren Zweck als dem Geist
Menschlicher Bildung zu dienen kann
Kein Gebäude haben womit sogar
Kirchen einen guten Zweck hätten 

Statt Aberglauben würde dabei die
Vernunft wie der Geist der Aufklärung
Gefördert was den Kirchen gut stände
Eine Umwidmung ist also nötig

jens tuengerthal 14.8.26