Lektürentagebuch 10.9.26
Mit Eduard von Keyserling in Wellen
Auf selbigen mit den Fischern geritten
Der Kurischen Nehrung die Doralice
Mit Hans und Hilmar begleitet
In der Nacht schon waren sie mit
Dem Fischer Warein und seinen
Beiden rudernden Burschen dort
Hinausgefahren und langsam erst
Dämmerte am östlichen Horizont
Ein erster Streifen von Licht noch
Ist Hilmar der Leutnant im anderen
Boot und Doralice ist unheimlich
Sie sitzt auf einem Hocker die beiden
Jungen rudern Hans bietet noch an
Sie zu unterstützen dann endlich
Werfen sie ihre Netze aus die sie
Rudernd ziehen um so fette Beute
Machen zu können Doralice gruselt
Es etwas die halbnackten Männer
Der immer präsente Tod dabei
Die Männer rufen sich Worte zu
Sie fühlt sich fremd dort dann hält
Hans einen langen Dorsch hoch
Als sich die Fischer nah kommen
Springt Hilmar an Bord und beginnt
Mit Doralice zu plaudern die friert
Langsam fühlt sie sich vertrauter
Auch an Bord als sie die Netze
Wieder einziehen geht es zurück
Wo Frauen und Kinder sie erwarten
Hans hatte Leutnant Hilmar noch
Zum Teetrinken bei ihnen geladen
Wie er dabei Doralice zum Teekochen
Fast verdonnert ist sie eher irritiert
Sagt nur natürlich gerne aber dann
In ihrer Kate eingetroffen macht er es
Hans meint das wirkliche Leben in
Den Fängen nah gespürt zu haben
Hilmar fand es einfach wunderschön
Doralice dagegen nennt es so schön
Dass es besser ist nicht davon noch
Weiter zu sprechen was feindselig
Klang sie nahm es Hilmar nun übel
Dass er ihr an Bord so willkommen
Noch war während Hans dazu zu
Hilmar meinte so mache es seine
Frau immer wenn ihr etwas gefiel
Wurde es von ihr heilig genannt
Darüber durfte nicht geredet werden
Der dampfende Tee macht alle müde
Hans bedauert den Katzenjammer
Der Weite nach solch einer Nacht
Das Land erscheine nun unerträglich
Eng warum es besser wäre seine
Höhle dunkel zu machen und sich
Darin ganz tief zu verkriechen
Zerstreut murmelt Hilmar nun vom
Naturgesetz des ab und zu der
Gefühle doch Hans fühlt eine
Seltsame Befriedigung infolge
Des Fanges der doch ein greifbares
Resultat wäre mehr als nur ein Bild
Woher soll er wissen ob es etwas ist
Hilmar unterbrach ihn mit seinem Job
Der nur Rekruten drillte bis sie wie
Holzpuppen sich bewegten was
Soll da je Befriedigung geben
Schade findet es Hans nun dass
Leben so selten Bar bezahle und
Gähnt dabei schon in der dann Pause
War Doralice schon im Sessel selig
Eingeschlafen mit bleichem Gesicht
Durch die blauen Schatten des
Morgens wenn langsam schwarz
Zu blau wird wirkte es noch bleicher
In wunderbar kindlicher Schönheit
Welche die Hilflosigkeit des Schlaf
Noch friedlich verstärkte dann endlich
Erhob sich Hilmar und ging weil die
Sonne käme wie er zu Hans flüsterte
Draußen war schon taghell er ging
Schnell nach Hause da zu sein noch
Bevor der Tag kam wunderte sich
Nur warum ihm so elend war
Hatte die kleine Lolo vielleicht recht
War diese Frau so schön dass du
Davon traurig wurdest oder war es
Der Katzenjammer der Weite in dem
Land und Tageslicht und zu eng uns
Scheinen die arme kleine Lolo dachte
Hilmar hatte etwas vom Lande und
Vom Tageslicht für ihn an sich
Fein beobachtet Keyserling hier das
Zusammenspiel von Natur und den
Widerstreitenden Gefühlen in ihr mit
Dem wir unsere Rollen spielen
jens tuengerthal 11.9.26