Samstag, 20. Juni 2026

Lektürentagebuch 20.6.26

Lektürentagebuch 20.6.26

Am 2. Juli 1581 reiste der Autor und
Philosoph Michel de Montaigne aus 
Florenz an einem Sonntag nach dem
Mittagessen ab gen Westen 

Lese heute in seinem Tagebuch der
Reise nach Italien über Deutschland
Wie die Schweiz aus der geliebten 
Anderen Bibliothek mal wieder weiter

Sie kamen durch eine sehr fruchtbare
Ebene in der die berühmtesten Felder
Für Melonen in der Toskana lägen
Dabei sein die guten Sorten nie vor

Mitte Juli reif und die allerbesten gäbe
Es Legnaia drei Meilen von Florenz
Ihre Straße führt sie an Castelli und
Dörfern sehr eben dabei vorbei

Ein Landgut klang antik ohne es je
Zu sein dabei beeindruckten ihn 
Drei Dinge sehr die Sonntagsarbeit
Des Volkes auf den Feldern erstens

Wie diese mit der Laute in der Hand
Ariost im Mund führen selbst die nur 
Hirtenmädchen was einem aber in
Ganz Italien auf diese Art begegne

Drittens wie sie das gemähte Korn
Über zwei Wochen auf den Feldern
Lassen ohne dabei zu fürchten dass
Der Nachbar es stehlen würde 

In der Dämmerung erreichten sie
Scala es gab dort nur einen Gasthof
In der Umgebung von zwanzig Meilen
Der aber sehr gut wohl war 

Allerdings aß Michel nahezu nichts
Da er Zahnschmerzen hatte die oft
Mit seiner Migräne kämen ihn leider
Am Essen völlig dann hindern 

Am Montag den 3. Juli 1581 folgten 
Sie weiter der ebenen Straße längs 
Des Arno bis sie gegen Mittag nach
Pisa kamen was dem Herzog von

Florenz gehöre und wo der Arno
Nach einigen Meilen mündet
Die Schulen waren bereits alle
Geschlossen der Hitze wegen

So halten sie es über die drei Monate
Mit der größten Hitze jedes Jahr was
Heute sehr vernünftig auch klingt dort
Lernen sie eine Komödianten Truppe

Kennen die ganz hervorragend waren 
Weil ihm der Gasthof nicht zusagte
Mieteten er ein Haus mit 4 Zimmern
Wie einem großen Esssaal dazu 

Die Miete war günstig aber da dort
Servietten so selten wie Bettwäsche
Also nur einmal die Woche noch
Gewechselt wurden aßen dort nur 

Die Diener sie aber lieber außerhalb
Das Haus blickte wunderbar auf den
Kanal als welcher der Arno  das sonst
Stadtgebiet breit durchfließt 

Am Mittwoch den 5. Juli besichtigen
Sie den Dom der steht wo früher noch
Ein Palast Kaiser Hadrians stand der 
Im Bau Trümmer der Antike verwandt

Er ließ sich also drei Tage Zeit bevor
Die größte Sehenswürdigkeit von ihm
Hier überhaupt betrachtet wurde was 
Sein typisch ironischer Humor ist

Den Campanile dort der als schiefer
Turm heute noch weltberühmt ist sah
Er auch der ringsum noch offene 
Säulengänge damals hatte 

Auch die benachbarte Kirche mit dem
Namen San Giovanni besucht er und
Staunt über ihren Reichtum erzählt
Geschichten von Medici Herzögen

An Reliquien und Kunstwerken
Gäbe es hier mehr als irgendwo sonst
In ganz Italien besonders gefiel ihm
Der Friedhof Camposanto noch

Dazu erzählt er schöne Geschichten
Mit einem gewissen Humor über die
Dort rasante Entwicklung der Leichen 
Zu ganz bleichen Skeletten

Angeblich sei der Friedhof mit Erde 
Aus Jerusalem aufgeschüttet worden
Das die Flotte brachte mit der Pisa am
Kreuzzug von Barbarossa teilnahm 

Von den Bergen holen sie sich ganz
Wunderschönen Marmor und hätten 
Hervorragende Steinmetzen in der 
Stadt arbeiteten auch für den König

Von Fez in der Berberei Handel war
Dort schon ganz lange international 
Erzählt von großen Säulen wie dem
Königlichen Gedenken in freier Stadt

Wenn schon Italien dann auch noch
Mit Johann Gottfried Seume nach
Triest auf seinem Spaziergang nach
Syrakus der passend weiter geht

Er beschreibt sehr anschaulich eine
Pension von drei Schwestern die in
Prewald von den Damen immer noch
Betrieben wurde die eigen waren

Wie er dort mit einem Feldpriester
Der Dauergast war an den Tisch kam
Sie freundlicher wurden als sie seine
Goldene Uhr dazu noch sahen

Von Triest könnte er nicht viel sagen
Die Stadt sei sehr merkantil was er
Nun überhaupt nicht je noch wäre
Der Anblick von oben wäre schön

Auf einige Zeit sei es ein Vergnügen
Was es auf Dauer sicher nicht sei als 
Ein Amphitheater am Meerbusen mit
Zu hohen Bergen drumherum noch

Auf den Bergen überall sehr schöne
Weingärten er könne darüber aber
Nicht urteilen bisher die Altstadt sei
Eng dunkel und damit auch finster

Die Neustadt sei dem Meer schon
Abgewonnen worden er wohnte in
Dem Gasthof in den Winkelmann
Von einem Bedienten ermordet wurde

Die Aussicht wäre sehr schön nach
Dem Hafen vielleicht sogar war es
Das Zimmer des Mordes sogar wir
Sind spürbar schon in Italien nun

Dafür trifft er den Philologen Abraham
Penzel der als Sprachmeister dort ist
Eine wechselhafte Karriere machte 
Die immer wieder am Wein auch hing 

Das beste Haus der Stadt sei das
Eines Griechen prächtig ganz neu
In gutem Stil erbaut doch klagen die
Triester über den Frieden weil sie

Am Krieg besser verdienen würden
Das neue Schauspielhaus sei das
Bisher beste seines Weges dabei
Gehören alle Logen den Kaufleuten

Es wäre ein großer Lärm im Theater
Typisch italienisch eben würde dort
Konversation wie Rendezvous bis
Zur Börse getrieben und mehr

Auf der Reise ins Paradies fuhr das
Ehepaar Gondela am 15. September 
1802 von Würzburg bis Adelsheim 
Schwärmen von Wald und ersten

Blicken auf den Odenwald an dem
Auch Heidelberg liegt das Ziel ihrer
Hochzeitreise voll romantischer
Erinnerungen also noch für sie

Eigentlich wollten sie schon bis
Nach Neckarelz aber als der Gasthof
In Adelsheim gut war und ihr Postillon
Sie mit gefährlicher Fahrt nervte

Blieben sie eben in Adelsheim
Wo alles ordentlich schön war
Hier lobten die Menschen die
Bald neue Aufteilung des Landes

Auch Henrich Gondela der sich zuvor
Schon mehrfach über den Zustand
Der Straßen beschwerte meinte es
Könnte mir klarem Besitz besser sein

Dort wechselten die Grenzen ständig
Zwischen Kurmainz Reichsrittern wie
Der schon Kurpfalz hin und her aber
Keiner pflegte die Straßen noch

Das zumindest könnte mit neuen
Klaren Grenzen wohl besser werden
Wandelt Heinrich Gondela seine 
Sicht auf das Ende des Reichs

Spannend wie unterschiedlich hier
Durch die Jahrhunderte gereist wurde und wie nah sie sich doch waren im
Tempo wie auch im Denken dabei

jens tuengerthal 20.6.26

Brummer

Brummer 

Ein Brummer brummt durch meine
Bibliothek er scheint ganz aufgeregt
Nervt und stört beim Lesen sehr
Der erste Reflex ist Fliegenklatsche

Dann zögerte ich einen Moment
Dachte an Alphonse Karr der in
Der Reise um seinen Garten auch
Die Insekten fein beschreibt

In ihrer Fortpflanzung wie in ihrer
Sehr diffizilen Schönheit und schon 
Schien es mir absurd ein Tier nur 
Töten zu wollen weil es nervt

Immer wieder flog der dicke Brummer
Zum Fenster wollte offensichtlich raus
Als ich dort hin ging flog er weg wie 
Es ihn die Erfahrung lehrt und was

Täten wir käme ein so riesiges Wesen 
Auf uns zu dem verglichen auch die
Dinosaurier die immer trauriger sind
Noch winzig natürlich wirken

Mutig näherte sich die winzige Fliege
Als wollte sie mir etwas mitteilen 
Doch ich verstand sie nicht wirklich 
Ob ich wie Scheiße für sie roch

Beschloss Gelassenheit zu üben 
Statt mich aufzuregen oder auf
Fliegenjagd zu gehen was für beide
Harte Minuten wohl waren

Dann aber musste ich zufällig
Also den Diwan dazu verlassen 
Öffnete bevor ich den Raum in Ruhe
Verließ ein Fenster ganz weit

Als ich zurückkam hörte ich schon
Nichts mehr brummen schloss das
Fenster und hatte meine Ruhe wieder
Mit wie wenig ein Leben gerettet

Dachte ich dabei und freute mich
Wie die Erinnerung an gute Bücher
Alles zum besseren wenden kann
Sollte ich mir vielleicht merken 

jens tuengerthal 20.6.26

Völkermörder

Völkermörder

Die Erben der Mauerschützen 
Welche sich heute Linke nennen 
Beschlossen das Vorgehen Israels
In Gaza Völkermord zu nennen

Damit wurden sie Opfer einer
Infamen Hamas Propaganda
Die in Spanien sogar regiert
Sich in ihrem Antisemitismus 

Der in Spanien ja Tradition hat
Seit der Rückeroberung durch
Die katholische Sekte aber hier
Noch relativ verpönt bisher war

Auch wenn in linken Kreisen
Schon lange von Pali Solidarität
Geredet wird gab es doch noch
Genug historische Verantwortung

Eine junge Generation radikaler
Linker fühlt sich an den Konsens 
Der BRD nicht mehr gebunden
Israel nicht von hier zu verurteilen 

Als Erben der Völkermörder die
Hier mit Mehrheit gewählt wurden
Ist es nicht Aufgabe der Deutschen
Israel jemals zu verurteilen sondern

Solidarisch an der Seite des Staates
Zu stehen dessen Entstehung auch
Folge des deutschen Holocaust war
Was keiner Diskussion mehr bedarf

Doch die solidarische Linke ist lieber 
Latent antisemitisch als auf Stimmen
Der linken Judenhasser länger noch
Verzichten zu wollen sich selbst nah 

Es haben die Völkermörder nicht
Behauptungen der Islamisten die
Eine Vernichtung Israels wollen 
Als Propaganda zu übernehmen

Wer es dennoch tut ist einfach ein
Widerlicher kleiner Antisemit und
Links und rechts werden hier leicht
Im alten Hass noch verwechselt

Wer heute Linke wählt unterstützt
Damit die Hamas und einen Verein
Populistischer Antisemiten was auch
Jeder vorher wissen kann der will

jens tuengerthal 20.6.26

Parknacht

Parknacht 

Um drei Uhr auf einer Bank
Im Park am Helmholtzplatz 
Sind noch Stimmen zu hören
Aber es herrscht relative Ruhe

Gelegentlich noch ein Auto oder
Ein fernes Tatütata doch scheint
Das wenige lauter als am Tag weil
Die Ruhe der Nacht vorherrscht

In wenigen Stunden schon werden
Die Vögel hier wieder zwitschern 
Wenn die letzten Nachteulen auch
Hier in ihr Bett gefunden haben

Morgen was schon heute ja ist
Also nachher sollen Gewitter kommen
Genieße die warme Nacht hier
Irgendwo brummt eine Beatbox

Es ist ruhiger als am Tag aber durch
Die Ruhe wird alles was noch ist
Hier im Dunkeln allein viel deutlicher
Scheint weit entfernt von Nachtruhe

Die Stadt schläft nie immer ist da
Etwas oder jemand schon oder noch
Vom Platz her klingt das regelmäßige 
Geräusch letzter Tischtennisspieler 

Es ist eine eigene Erfahrung in der
Schlafenden Natur zu sitzen und
Dort alles andere klar zu hören
Während alles um mich dunkel ist

jens tuengerthal 20.6.26

Barnacht

Barnacht

Auch in der Bar ändert sich
In der Nacht die Stimmung
Wenn nur noch die ewigen 
Stammgäste da sind und
Tino beginnt aufzuräumen
Wird alles ruhiger und die
Rollläden oben werden
Schon herunter gelassen 
Christoph redet mit Nina
Die gerade gegen zwei kam 
Während Roy mit Nina und
Christoph ruhig plaudert
Ist Volker mit seinem Freund
Im etwas zu lauten Gespräch
Beginnen unter den Herren 
Die Erklärungen der Zuneigung
Ein Polizeibus rast mit lautem
Tatütata hier vorbei und der
Betrunkenste erklärt die
Anderen für völlig trunken 
Was zeigt nicht alle Gespräche
Werden in der Nacht klüger

jens tuengerthal 20.6.26

Sommerriesling

Sommerriesling

Viertel nach zwölf vorm Crossroads
Angekommen bei sommerlichen
Temperaturen auf der gut besetzten
Terrasse noch Platz genommen

Neben mir eine Dame auch am
Telefon beschäftigt sitzen rechts
Noch zwei Damen unterm Baum
Sind angeregt im Gespräch wie

Die beiden Damen rechts von mir
In langen sommerlichen Kleidern
Konzentriert im Gespräch über ganz
Wichtige Dinge und Kleidung sind

Inzwischen haben sich Doreen
Aus dem Haus hier und ich auch
Vorgestellt während Mo der mit
Tino heute hier ist schon den 

Guten Rheingauer Riesling brachte
Vorher noch drinnen Volker und
Christoph an der Bar begrüßt
Das übliche Personal im Crossi

Auf der Terrasse sind noch vier
Tische gemischt besetzt wie einer
An der Ampel und einer umme Ecke
Ist die Stimmung sommerlich leicht

Noch etwas vom längeren Weg zur
Sportsbar auf der Suche nach dem
Vergessenen Schirm dampfend tut
Der frische Riesling gerade gut

Die Damen schön leicht in Kleidern
Zeigen viel vom wenigen die Herren 
Eher weniger von egal was dabei ist
Die Stimmung schon so heiter dass 

Mo bereits zur Ruhe mahnte stark
Gestikulierend spricht die Dame am
Tisch an der Ampel und zeigt dabei 
Soviel Bein dass ich lieber wegsehe

Nun den Platz der gegangenen hier
Nachbarin eingenommen ist die
Beinpräsentation aus dem Blick
Der Flaneur dichtet ungestört

Nun hebt die Nachbarin der Hitze
Geschuldet ihren Arm und schaut
Ob der Flaneur den tiefen Blick in
Ihr Kleid bemerkt oder wegsieht

Sie bekommt was sie möchte
Danach schreibe ich lieber darüber
Schaue konzentriert nach unten
Die Reize der Natur im Sommer

Sind so vielfältig wie erschöpfend
Ein deutsch beflaggter dunkler
Passat fährt mit Wummerndem Beat
Umso lauter reden alle danach 

Auch Roy traf inzwischen im
Jeans Mini heute in blond ein
Fände die Perücke ja zu warm
Tino schließt die Terrassen Tür

jens tuengerthal 20.6.26

Freitag, 19. Juni 2026

Lektürentagebuch 19.6.26

Lektürentagebuch 19.6.26

Weiter geht es mit Franz Hessel 
Unter den Linden wozu er dringend
Das Buch von Nicolai empfiehlt der
Jedes Haus dort genau beschreibt 

Mit seiner Bedeutung und auch den 
Vorbesitzern noch auch wenn sich
Seit Nicolai schon wieder einiges 
Wenn auch nicht alles verändert hätte 

Zitiert dazu verschiedene Verse der
Dichter auf diese Straße und beginnt
Mit frechen von Heine der doch bitte
Nicht blamiert werden möchte dort

In dem das Kind ihn dort grüßte wo
Einst Berlins größter Strich auch war
Woran andere dort zitierte Reime
Mehr oder weniger dezent erinnern

Ob dies noch so wäre überlässt 
Hessel denen festzustellen die eine
Kultur oder Sittengeschichte der
Stadt schrieben mit viel Humor

Erinnert an die großen Hotels wie 
Das Bristol das Adlon und auch das
Hotel du Rome und stellt die ganz
Berühmten Cafés vor die an der

Ecke Friedrichstraße noch stehen
Egal wie berühmt sie noch sind
Wie etwa das alte Kranzler wo
Die Offiziere ihre Beine streckten

Heute ist dort die Filiale des Café
Einstein was etwas kühl aber doch 
Gerne wichtig tut noch eine Galerie
Mit netten Ausstellungen hier hat

Für die Friedrichstraße rät er zu
Einem nächtlichen Spaziergang sie
Wäre in ihren Details und Abgründen 
Im Vorbeifahren nicht zu erfassen

Empfiehlt dafür kurz die Mauerstraße 
Zu besichtigen mit Deutscher Bank
Cafés und großen Autos sei es die 
Zentrale unseres Zahlungsverkehrs

Der Pariser Platz sei gediegen aber
Wohltuend sei doch zu wissen dass
Dort ein Maler und ein Dichter hausen
Neben Akademie Botschaften Geld

Das Brandenburger Tor findet er eher
Altpreußisch als antikisch und bei der
Quadriga denkt er nicht an Napoleon 
Sondern an Teufelchens Geburtstag

Erzählt von diesem entzückenden
Märchen von Gottheil auf dem Platz
Vor dem Tor soll bitte nicht auf den 
Marmorkitsch dort geachtet werden

Diese Überbleibsel noch des vorigen
Wilhelminismus sollen hoffentlich bald
Entsorgt werden wie die 32 Figuren
Auf der Siegesallee alle überflüssig

Lieber solle sich am schönen Grün 
Des Tiergarten gefreut werden doch 
Der Wagen fährt vorbei und erzählt
Zu jeder noch Geschichten

Hessel überlegt ob der ganze alte 
Plunder nicht verkauft werden kann
Dann geht es zur Siegessäule die
Da noch vor dem Reichstag stand

Schön sei sie nicht mit den Kanonen 
Aber sie erinnere an Schachtelhalme
Und die sind nach der Natur schön 
Gehört eben auch zu Berlin dazu

Immerhin wirke sie harmlos was
Über Bismarck der dort steht mit
Natürlich Moltke und Roon eher
Nicht gesagt werden könnte 

Berichtet vom Reichstag und rät
Ironisch zum Besuch seine Sache
Sei die Politik dort eher nicht nur
Solle keiner die Seiten verwechseln

Vorbei an der Staatsoper die einst
Krollsches Opernhaus war heute
Geschichte ist durch den Neubau
In Charlottenburg ersetzt wurde

Innenministerium das früher das
Generalstabsgebäude war also
Moltkes Heim einst noch wo es ein
Moltkegedächtniszimmer noch gäbe

Der Lehrter Bahnhof von dem er
Nun erzählt ist auch Geschichte
Der Hamburger Bahnhof wurde
Zum Museum der modernen Kunst

Ein Blick zum Humboldthafen noch
Wie Geschichte der Kanäle dort
Statt Moabit mit Molkerei und Knast 
Kommt er zu In den Zelten nun

Die inzwischen auch Geschichte sind
Aber erzählt von 1848 als dort noch
Botschaften an den König formuliert 
Plaudert über Schloss Bellevue noch

Wie auch vom Gartenrestaurant dem
Charlottenhof dort als einzigem
Um dann am Stadtbahnhof von 
Tiergarten abzubiegen zu KPM

Er rät die Fabrik zu besuchen und
Beschreibt die Herstellung bis zur
Bemalung in Details aus seiner
Geschichte bis in die Gegenwart

jens tuengerthal 19.6.26

Krönungstag

Krönungstag

Am 19. Juni 936 wurde in Laon
König Ludwig IV noch aus dem
Geschlecht der Karolinger von
Artold von Reims gekrönt als
König der Westfranken dann

Dies ist auch die Zeit von Otto
Dem Großen über den ich gestern
Bei Erwin Seitz schon einiges las 
Dachte ich lächelnd beim Lesen

Tatsächlich half ihm auch die Schwiegerverwandtschaft mit
Dem König der Ostfranken im Kampf
Mit Hugo dem Großen später 

Doch historisch der Reihe nach auch 
Warum der König der Überseeische genannt wurde 550 Jahre bevor 
Amerika in Übersee entdeckt wurde

Ludwig IV war der Sohn von Karl III
Dem Einfältigen und seiner Frau
Eadigfu einer Tochter von König
Eduard dem Älteren von Wessex

Als Rudolf von Burgund 923 Karl
In eine Falle lockte floh Eadigfu
Zu ihrem Vater nach England
Dort wuchs Ludwig dann auf

Erst bei Großvater Eduard und
Später bei Onkel Æthelstan der
Schwiegervater von Otto wurde 
Was die nahen Brücken zeigt

Im Westfrankenreich regierte
Da Rudolf von Burgund der auf
Unterstützung der Robertiner noch
Angewiesen war ohne Hausmacht 

Graf Heribert wiederum der den 
Einfältigen Karl entführte konnte 
Mit diesem Druck auf Rudolf noch
Ausüben echte französische Komödie

Dann starb Karl der Vater von Ludwig
Der gerade in England Cricket lernte
Wie kurz darauf auch noch Rudolf
Der Burgunder der König spielte

Nun lag die Macht bei Hugo dem
Führenden Fürsten der Robertinger
Dieser trug sie taktisch klug nun
Ludwig dem Teenie in England an 

Er wollte dem Karolinger die Macht
Überlassen aber im Hintergrund die
Fäden noch weiter ziehen dazu
Verhandelte er mit den Geschwistern

Æthelstan und Eadigfu in England die
Auch seine Schwäger waren da er mit
Deren Schwester verheiratet war und
Schon kam Ludwig über den Kanal

Daher kommt sein Spitzname des
Transmarinus auch der eben aus
Übersee ins Frankenreich kam
Wo Hugo der Große ihm huldigte

Daraufhin kommt es zur Krönung
Am 19. Juni 936 von der oben schon
Die Rede war und es folgen noch
Zahlreiche echt fränkische Intrigen

Bis endlich Otto der Große zwischen
Den Kämpfern Frieden stiftete der
Wiederum Schwager Ludwigs war
Wie Schwager von Ludwigs Mutter 

Die Macht des Karolingers der aus
Übersee zurück nach Frankreich kam
War durch Verträge mit Hugo von
Anfang an relativ beschränkt gewesen

Spannend aber ist die Verwandtschaft
Der wichtigsten Personen dabei und
Wie sie diese Verbindungen nutzten
Sehr alt wurde Ludwig dabei nicht 

jens tuengerthal 19.6.26

Aufklärerin

Aufklärerin

Am 19. Juni 1761 wurde in Berlin
Die später als Sara Levy berühmt
Gewordene Saloniere als Sara Itzig
Geboren Tochter des königlichen

Hoffaktors Daniel Itzig und dessen
Frau Marianne Wulff geboren als
Zehntes von fünfzehn Kindern ihrer
Mutter die eine Schwester der

Großmutter der Mendelssohns
Also von Fanny und Felix war
Nachfahren von Moses Mendelssohn
Der den Ruhm der Familie begründet

Sie war hervorragende Cembalistin
Lieblingsschülerin von Wilhelm
Friedemann Bach musikalisch sowie
Philosophisch Moses Mendelssohns

Seit ihrer Heirat mit dem jüdischen 
Bankier Samuel Salomon Levy 1783
War sie Verehrerin und Patronin von 
Carl Philipp Emanuel Bach dabei

Sie unterstützte dessen Witwe und
Transkribierte zahlreiche seiner 
Werke mit dreien ihrer Brüder noch
Sorgte dafür dass Zelter von der

Berliner Singakademie zum Lehrer
Von Felix und Fanny Mendelssohn
Bartholdy wurde von ihr erhielt der
Bachverehrer Zelter noch einige

Ihrer eigenhändigen Abschriften 
Sie vermachte nach ihrem Tod
Ihre Musikbibliothek auch der
Berliner Singakademie die sie

Schon 1854 in akuter Geldnot
Wieder an die Staatsbibliothek
Zum Schleuderpreis verkaufte
Wo sie sich heute noch finden

In ihrem Salon verkehrten die
Bedeutendsten Musiker und
Gelehrten Berlins darunter etwa
Schleiermacher von Hennings

Die Mendelssohns wie auch
Bettina von Arnim E.T.A. Hoffmann
Chamisso Börne Fichte Salomon
Maimon Moses Mendelssohn 

Wie Caroline von Humboldt die
Ehefrau von Wilhelm von Humboldt
Also vermutlich die Brüder Humboldt
Das Intellektuelle Berlin seiner Zeit

Im Gegensatz zu Mendelssohns
Konvertierte sie nie zum christlichen
Aberglauben und blieb aufgeklärt
Kritisch ihrem Judentum treu

Eine spannende und bedeutende
Berlinerin deren Salon die Kultur
Dieser Stadt mit prägte und trug 
Die damit jeder Erinnerung würdig

jens tuengerthal 19.6.26

Verschlafen

Verschlafen 

Die Nacht zu verschlafen 
Wäre nur gewöhnlich
Später erwachen außergewöhnlich
Verschlafen haben wir meist
Sorge etwas zu verpassen
Dabei ist verschlafen haben
Nur ausgeschlafen sein
Vielleicht ist verschlafen
Darum weniger schlimm
Als unausgeschlafen
Zu tun als wäre nichts
Weil unaufrichtig sicher
Ethisch verwerflicher ist
Als nur mal verschlafen
Egal ob haben oder sein
Denke ich und sehe wie
Langsam schwarz zu blau
Wird nach der noch Nacht

jens tuengerthal 19.7.26