Lektürentagebuch 12.10.26
Mit Dreihundert Männer über die
Deutschland AG begonnen von
Konstantin Richter zur Gründung
Der Deutschen Bank mitten im
Aufschwung der mit dem Zollverein
Von 1834 begann und bis 1870 schon
Eine Menge bewegt hatte sie wollte
Dem deutschen Namen Ehre machen
Am besten auf der ganzen Welt wie
Es der Geschichte und Kultur der
Zeit entspräche und sollte die
Deutsche Wirtschaft im Ausland
Unterstützen denn bisher waren sie
Im Ausland auf Kreditinstitute aus
London angewiesen was teuer und
Aufwendig war das sollte die neue
Deutsche Bank von Berlin aus lösen
Firmenzeichen wurde ein Vogel der
Dem Reichsadler sehr ähnlich sah
Doch sie machte erst nicht viel her
Ihre Geschichte begann wie ein
Roman von Dickens im ersten Stock
Eines Mietshauses mitten in Berlin in
Der Französischen Straße
Der Treppenflur war morsch das
Gebäude verfallen der Vormieter war
Ein bayerisches Kaffeehaus das erst
Gerade von dort ausgezogen war
Im Berliner Zimmer dem düsteren
Durchgangszimmer zwischen dem
Vorderhaus und dem Seitenflügel
War das Direktorenkabinett noch
Hier standen die Schreibpulte der
Gründungsdirektoren als Wallich
Dort eintraf traf er nur einen eher
Misepetrigen Deutsch-Amerikaner
Diesem gefiel es nicht und er kündigte
Bald wieder aber einer der weiteren
Direktoren hieß Georg Siemens ein
Jurist ohne Erfahrung bei Banken
Siemens war leider gerade zum
Felddienst in den Ardennen und
Schrieb es sei zweifelhaft ob er
Bald wieder nach Berlin käme
Wallich ging derweil an die Bücher
Von fünf Millionen Talern Aktienkapital
Waren lediglich zwei Millionen schon
Eingezahlt worden mehr hatten die
Aufsichtsräte nicht rausgerückt weil
Sie meinten die Direktoren seien für
Das Geschäft noch nicht ausreichend
Vorbereitet und Wallich wunderte sich
Die Deutsche Bank war unterbesetzt
Wie unterfinanziert noch eine ziemlich
Überschaubare Angelegenheit und er
Fragte sich wer Georg Siemens war
Dieser war Vetter des Unternehmers
Werner Siemens aber wusste nichts
Vom Bankgeschäft bisher also ein
Gewagter Anfang auf dünnem Eis
Im Mai 1871 kehrten die deutschen
Truppen aus dem Krieg zurück die
Reichsgründung und der ersehnte
Sieg entfachten eine große Euphorie
Dies gab der boomenden Wirtschaft
Noch zusätzlich Antrieb und dabei
Befeuerten sich Nationalstolz und
Hochkonjunktur gegenseitig
Die Wirtschaft trat in eine überhitzte
Endphase ein die aber noch nicht
Wahrgenommen wurde dazu kamen
Französische Reparationszahlungen
Die Deutschen glaubten der Boom
Werde ewig andauern und der
Liebling der Anleger wurde die AG
Bis 1873 entstanden fast tausend
Manche realisierten nur Kursgewinne
Andere legten den Grundstein für
Spätere Erfolge in dieser liberalen
Zeit ohne große staatliche Auflagen
In Mühlheim nimmt das Walzwerk
Von August Thyssen den Betrieb auf
Es ist die Keimzelle des späteren
Weltweiten Thyssen Konzern
Aus einer Motorenfirma Langen Otto
Rosen wird die Gasmotoren-Fabrik
Deutz AG dort arbeitet ein Leiter der
Produktion aus Stuttgart der aber
Wohl nicht leicht zu führen ist er heißt
Gottlieb Daimler und sollte später in
Schwaben sehr erfolgreich werden
Den Daimler Konzern gibt es noch
In München stellt Gabriel Sedlmayr
Erbe der bekannten Brauerei Spaten
Dem jungen Professor Carl Linde
Die Mittel für eine Kältemaschine
Diese soll das Bier besser kühlen
Als jeder Felsenkeller es wird das
Unternehmen Linde’s Eismaschinen
Daraus Linde sitzt heute in Dublin
Ein jüdischer Bankier formt aus der
Konkursmasse eines Produzenten
Für Weichgummi eine neue AG die
Regenmäntel und Wärmflaschen
Fabrizieren und nennt sie kurz
Continental oder auch länger noch
Continental-Caoutchouc und Gutta-
Percha Compagnie gibt es noch
Ein typischer Finanzier ist dabei
Heinrich Quistorp der um die dreißig
Unternehmen an die Börse brachte
Nebenbei noch die Villenkolonie
Im Berliner Westend entwickelte der
Dann mit seiner Vereinsbank Quistorp
Konkurs ging der Ruf war ruiniert und
Er floh nach Paraguay in eine dortige
Deutsche Kolonie kehrt irgendwann
Nach Berlin zurück und starb verarmt
Aber einige der von ihm geplanten
Gründerzeitvillen stehen noch dort
Auch die Chemische Fabrik auf Aktien
Von Ernst Schering der Besitzer einer
Apotheke in der Chausseestraße war
Hat Quistorp auf die Beine gestellt
Aus ihr wurde der Weltkonzern
Schering in der Chausseestraße
Der heute unter Bayer firmiert was
Doch keine so schlechte Bilanz ist
jens tuengerthal 12.10.26