Dienstag, 7. April 2026

Ostermontagsspaziergang

Ostermontagsspaziergang

Vom Eise befreit war Berlin schon
Am Sonntag aber sonniger war
Der Montag dafür an dem ich nun
Neun Kilometer am Berg lief

Vom Helmholtzplatz aus in schönster
Sonne zum Arnimplatz leider allein
Aber auf diesem Wege zumindest
Inniger noch der Liebsten gedenkend

Zu den japanischen Kirschen an der
Bösebrücke die einst noch zwischen
Ost und West stand heute nur die
Zwei Bezirke Berlins hier trennt

Zum Glück gibt es noch eine schön 
Weiß blühende kleine Allee vor der
Oben genannten Brücke denn die
Japanischen Kirschen brauchen noch

Ein wenig zwischen den noch nicht
Geöffneten Blüten frustriert flaniert 
Um dann zum Mauerpark zu gehen
Über den sonnigen Schwedter Steg

Dort blühte es noch zart rosa mit
Vielen asiatischen Pärchen wieder
Die ihre Liebe dort gefühlvoll feiern 
Was die rosa Blüten nicht stört

Zurück durch den Mauerpark dann
An der Max Schmeling Halle vorbei
Wie jenseits der Schönhauser noch
An der Bremer Höhe vorbei wo

Vor dem Crossroads noch eine
Wunderbar blühende Kirsche steht
Der das Amt schon an den so
Zauberhaft blühenden Stamm wollte

Die Raumer hoch zurück zum Platz
Diesen einmal umrundet und das
Schreiben zu Literatur und Land
Begonnen was hier beendet wird

jens tuengerthal 6.4.26

Montag, 6. April 2026

Lektürentagebuch 6.4.26

Lektürentagebuch 6.4.26

Im eigenen Familienroman über das
Kriegsende 1945 die Flucht mit dem
Pferdewagen aus Mecklenburg bis zur
NATO in Paris wieder gelesen

Erlebnisse und Erinnerungen treffen
Auf historische Ereignisse und sind
Wie der Autor merkt noch um die
Persönlichen Erlebnisse zu ergänzen

Dieser Teil wird also noch etwas 
Wachsen denke ich und werde dazu
Nochmal die Erinnerungen meiner
Großmutter an die Flucht lesen


In der Verfeinerung der Deutschen
Von Erwin Seitz ging es um die
Wahrheit der Archäologen statt der
Mythen die ein Tacitus dabei erfand

Weit geht es dafür zurück bis zum
Jahr 12500 vor der Zeitrechnung als
Im fruchtbaren Halbmond bereits der
Getreideanbau mit Siedlung begann

Der fruchtbare Halbmond ist ein
Gebiet von der Levante also der
Mittelmeerküste bis Ägypten zum
Persischen reicht indem wohl die

Wurzeln unserer Kulturen liegen
In Mesopotamien und Ägypten wo
Auch als Rauschmittel und Getränk
Erstes Bier gebraut schon wurde

Hier entwickelte sich mit Uruk am
Euphrat etwas 3500 vdZ die erste
Städtische Siedlung mit vermutlich
Bis zu 20.000 Einwohnern wo auch

König Gilgamesch etwas 2700 vdZ
Regierte über den wiederum der
Gilgamesch Epos erzählt welcher
Seit 1800 vdZ in Keilschrift bekannt

Dort werden erst jene Menschen als
Zivilisiert bezeichnet die Brot essen
Wie dazu Bier trinken was Seitz wohl
Gerne als kultiviert betrachtet wieder 

Hierzulande begann die Rodung
Erster Waldgebiete die Licht in das
Wilde Land nach der Eiszeit brachte
Etwa ab 5500 vor der Zeitrechnung

Die Siedlungsbewegung kam wohl
Von Südfrankreich nach Norden dabei 
Ist unklar ob die Bauern aus dem
Süden gen Norden zogen oder

Die hiesigen Jäger und Sammler
Neue Gewohnheiten von südlichen
Siedlern eher übernahmen teils
Werden alte Pflanzen wiederentdeckt

Dazu führt er etwas den Bärlauch an
Jagd und Fischfang sorgten für ein
Breiteres Nahrungsangebot mit teils
Delikatessen wie Flusskrebsen

Auch das Handwerk verfeinerte sich
So ist ein Brunnenkasten gefunden
Worden der 5084 vdZ gebaut wurde
Mit guter Zimmermannstechnik dabei 

Es wurde Vieh gezüchtet und Käse
Produziert und Brot gebacken auch
Öl aus Pflanzen wurde gewonnen 
Schon seit rund 7000 Jahren hier

Sichtbar begann ein Kulturleben
Was an kultischen Anlagen zur
Himmelbeobachtung deutlich wird so
Auch die Himmelsscheibe von Nebra

Die zusätzlich noch auf eine feine
Hochkultivierte Exportwirtschaft für
Edelmetalle aus anderen Regionen
In Europa uns noch hinweist 

Die älteren Ringsteinwälle dienten 
Wohl auch der Himmelsbeobachtung
Zeigen in ihrer Ausrichtung bereits 
Eine genaue Kenntnis der Natur

Eine Kultur die Zeit für solche Bauten
Findet statt nur Nahrung zu suchen
Ist zumindest auch arbeitsteilig
Es sind also frühe Sakralbauten

Etwa um 3000 vdZ tauchen auch
Nördlich der Alpen bereits Pflug Rad
Wie also erste deutsche Wagen auf
Die Pflanzung differenzierte sich

Der nächste Schub kam in der
Bronzezeit ab 2200 vdZ es begann
Eine gesellschaftliche Differenzierung 
Es findet sich auch Goldschmuck

Aus dieser Zeit stammt auch die
Himmelsscheibe von Nebra die
Exakte kalendarische Bestimmung
Ermöglichte Herrschaft über Zeit gab

Hierzu wird auch von Goldhüten
Erzählt von denen vier bekannt
Sie hatten wohl kalendarische wie
Kultische Funktionen und weisen 

Auf eine verfeinerte Kultur schon hin
Die sich deutlich weiterentwickelt hat
Zeit findet Menschen die Schmuck 
Oder kultisches fertigen Zeit zu geben 

Ein spannender Überblick über den 
Beginn der Kultivierung Deutschlands 
Der ältere Verfeinerung offenbart als
Das Christentum noch gelten ließ

Sehr wenig wissen wir bis heute
Über die Mythen und Erzählungen
Der vorchristlichen Zeit als wäre 
Es Urwald und Wildnis gewesen

Spannend ist darum der Blick auf
Die Wurzeln unserer Kultur der
Tiefer blicken lässt und deutlich zeigt
Die Verfeinerung hat Tradition hier

Was ging einer Kultur verloren die
Für monotheistischen Aberglauben 
Ihre eigenen Wurzeln völlig vergisst
Welchen Wert hat diese Zeit noch

Fragte mich bei der Lektüre ob die
Menschen in einigen hundert oder
Tausend Jahren unsere Unkultur
Mit Kopfschütteln nur betrachten

Tiefer noch in die feine Kultur taucht
Das Essay von Lucy Wasensteiner
Über Max Liebermann als Maler und
Sammler der Impressionismus ein

Es beginnt mit dem Nachruf den der
Schon 79 jährige Max Liebermann
Im Mai 1927 auf Monet schrieb der
Fein den Impressionismus definiert

Als Maler die malen wollten was sie
Sahen die naiv waren und dies auch
Möglichst bleiben und sein wollten 
Nachahmung der Natur ohne Religion

Es gibt viele Parallelen zwischen
Liebermann und der Kunst des
Impressionismus ab 1900 doch schon
Ab 1890 sammelte er deren Bilder

Bis zu seinem Tod 1935 wurde seine
Sammlung bedeutendste private
Sammlung des Impressionismus 
Was genau erwarb er und wie wirkte 

Seine Sammlung auf seine Kunst
Er wuchs schon in einem Milieu in 
Dem es Norm war Kunst zu sammeln 
Wuchs im Stüler Palais ab 1857 auf

Im Jahre 1898 kaufte er so auch das
Gemälde Monets Manet malt in 
Monets Garten in Argenteuil was zur
Gründung der Berliner Secession im

Gleichen Jahr passt sie war für ihn
Ein Zeichen aufstrebenden Lebens
Eine Wiedergeburt bei der eine junge
Frische Kunst die impressionistische

An die Stelle der alternden Kunst trat 
So erwarb der im ersten Jahrzehnt
Des Jahrhunderts sehr erfolgreiche
Liebermann da auch viele Werke

So wird die Geschichte des Erwerb
Seiner Monets oder Degas auch im
Bezug zu seiner Malweise erläutert
Auch für Cézanne begeistert er sich

Die umfangreichsten Erwerbungen
Stammen aus dem Werk von Manet
Mindestens zehn kamen in seine
Sammlung er schätzte ihn sehr

Dabei besonders die vereinfachte
Qualität seiner Formen und auch
Kompositionen die Bewahrung der
Frische einer Skizze im Gemälde 

Seine große Fähigkeit im Umgang
Mit Material und Farbe warum er
Manets Sattheit der Farben wie die
Fülle des Tons sehr bewunderte

Nur Rembrandt meinte Liebermann
Wusste mit so wenigem so viel zu
Geben was auf kraftvollste Arbeiten
Liebermanns aus der Zeit hinweist

Einen seiner Manets erlangte er
Durch eine Wette mit seinem Pariser
Freund Charles Ephrussi im Fall
Dreyfus Fischerboot mit Rückenwind

Der gegen Manet und Liebermann
Gerichtete Antisemitismus tat ein
Übriges ihn dafür zu begeistern
Könnte auch für den Pissarro gelten

Dieses Gemälde erwarb er aus
Der Sammlung Zolas der auch 
In der Affäre Dreyfuss Partei mit
Seinem Text J’accuse…! ergriff 

Dieses Bild kam wiederum über
Paul Cassirer zu Liebermann
Dass Pissarro wohl auch noch
Jüdische Wurzeln hat half auch

Nach Liebermanns Rückzug als 
Präsident der Berliner Secession 
Kaufte er das Sommerhaus am
Wannsee in der dort Villenkolonie 

Weil der Weltkrieg die Reise in
Die Niederlande unmöglich machte
Wurde der Wannsee sein zentrales 
Sommermotiv mit Garten und Haus

Die Räume waren hell und klar
Eingerichtet und spiegelten das
Reformdenken wie auch der Garten
Mit Nutzgarten und Ziergarten

Hier hingen auch zahlreiche Werke 
Seiner eigenen Kunstsammlung
Er war seit 1920 Präsident der
Preußischen Akademie der Künste 

Liebermann zeigte sich gern mit
Seiner großen modernen Sammlung 
Die zu seinem Markenzeichen wurde
So sind seine Bilder von dort auch

Dabei lässt Liebermann seine Figuren
Stärker mit der Landschaft dabei noch
Verschmelzen als Manet es tat doch 
Wächst er in den Zwanzigern noch

Über seine französischen Vorbilder
In Abstraktion und Sättigung hinaus 
Wurde dort fast postimpresionistisch 
Ab 1914 stagnierte die Sammlung 

Zum Abschluss berichtet das Essay
Noch über den Verbleib dieser so 
Großartigen Sammlung die sich
Nach Liebermanns Tod zerstreute

Wie ein Teil noch vor dem Tod von
Martha Liebermann in die USA kam
Max noch 1933 einige Bilder seiner
Impressionisten nach Zürich gab 

Sie dort einlagern zu lassen jedoch
Gingen 180 Objekte und Bilder 
Der Sammlung verloren auch infolge
Des Krieges blieben sie unauffindbar

jens tuengerthal 6.4.26

Sonntagmontagriesling

Sonntagmontagriesling

Am Sonntag der schon Montag ist
Noch gegen eins ins Crossroads
Auf einen schnellen Riesling
Mit Mo und Ferdinand dort 

Wie noch einem Paar vorm Fenster
Kurz mit ihnen über die Mohrenstraße 
Die nun nach dem Philosophen 
Anton Wilhelm Amo benannt geredet

Danach ging die Diskussion zwischen
Beiden um Supermärkte und ihre hier
Verteilung und Ferdinand fühlt sich
Davon sehr gut versorgt Mo isst dabei

Das junge Paar unterhält sich dabei
Auf Spanisch und so wandert der
Ostersonntag nach dem Regen ruhig
In den unnötigen Ostermontag hinein 

Der Riesling fein wie immer aber
Weniger gut als der Reichsrat Buhl
Von gestern Nacht die Musik von
Mo ist wieder gut ausgesucht

jens tuengerthal 6.4.25

Sonntag, 5. April 2026

Lektürentagebuch 5.4.26

Lektürentagebuch 5.4.26

Weiter ging es zwei Kapitel in
Manderow mit lesen und korrigieren
Wie kleinen Ergänzungen inzwischen
Im Nationalsozialismus angekommen

Mit dem dreißigjährigen Großvater
Harry Kessler max Liebermann im
Nächsten Kapitel zum Widerstand
Ob es ihn gab oder eher weniger

Vom Leben in der Diktatur wie den
Wegen und Ausreden die dabei
Für sich und andere gesucht werden
Im Gespräch und Erlebnis direkt


Auch zum Ostersonntag dann ein 
Wunderbares Kapitel Buddenbrooks
Die Rückkehr nach sieben Monaten 
Hochzeitsreise nach Italien von 

Thomas und Gerda Buddenbrook
In ihr von Tony eingerichtetes Haus
In der Breiten Straße im Februar
Wie diese sie glücklich empfängt

Erst führt sie diese durch die Räume 
In denen schon der Samowar kocht 
Gerda äußert sich begeistert aber
Braucht erstmal etwas Rückzug

Auch Thomas macht sich nach der
Langen Kutschfahrt im Pelz es ist
Anfang des Jahres noch ein wenig
Frisch und Tony bereitet den Tee

Thomas kommt bald aber Gerda 
Lässt sich erstmal mit leichtem
Kopfschmerz entschuldigen
Tony serviert Tee in Meißen Tassen

Wie es ihr Art ist redet Tony erstmal
Ohne Pause auf ihren Bruder ein
Wie sehr sie sich langweilt und wie 
Gern sie die Scheidung gut machte 

Mit Anfang dreißig sei sie einfach
Zu jung für die Versammlung von
Witwen und Schwarzröcken was 
Die vielen bettelnden Pfaffen meint

Sie tue ja alles für Erika die sie
Nur leider an die Ehe erinnert
Mit dem dessen Namen Frau Grünlich
Nicht aussprechen will wie sie betont

Das ist wieder feinster Humor von
Thomas Mann der absurdes erzählt
Dies noch fein detailliert ausmalt 
Aber damit treffend charakterisiert

Tony jammert ihren Bruder voll
Der gerade erfüllt von seiner langen
Hochzeitsreise kommt aber hat nichts
Anderes zu tun darum Langeweile 

Erzählt von ihrem Plan ihre nun
In München verheiratete Freundin
Dort zu besuchen und Erika dann
Zu Sesemi Weichbrodt zu geben

Irgendwann merkt sie es dann auch
Entschuldigt sich bei Tom erkundigt
Sich nach Reise und Befinden
Hört dann auch tatsächlich zu

Tom erzählt von einer ganz
Wunderbaren Reise und seiner
Auch etwas eigenen Frau ohne
Ein Wort zu Italien zu sagen

Dabei höflich und dezent doch 
Schon deutlich dass Gerda eben
Anders als normale Frauen sei 
Nicht so natürlich frei wie Tony

Er betont natürlich seine Liebe
Wie wunderbar seine Frau sei 
Deren Leidenschaft sich beim
Geigen ganz besonders zeige

Der Leser liest es hält inne und 
Lächelt über diesen typischen
Mannschen Humor auch noch
Im sexuellen Bereich ganz dezent

Kein Wort dazu was von einer
Hochzeitsreise von sieben Monaten
Zu halten ist nach der nur von der
Leidenschaft beim Geigen berichtet

Doch es bleibt ein kleines aber
Das unausgesprochen dabei im
Raum schwebt als Gerda diesen 
Im weißen Hauskleid betritt 

Der weiße blasse wunderschöne
Engel mit offenem dunkelrotem
Haar schwebt in den Raum womit
Diese Kapitel sphärisch endet

Gnädige Frau Konsulin zeigt mit
Großer Leidenschaft aber sonst
Hat sie gelegentlich Migräne und
Die Zeugung des Erben zieht sich

Das ist einfach urkomisch wie 
Doch so treffend wunderbar auch
Beschrieben denn natürlich wird 
Die Gattin nicht nur funktional geliebt

Aber es stimmt eben auch etwas nicht
Wenn die Leidenschaft sich auf das
Geigen beschränkt nach der langen
Hochzeitsreise dies bemerkt wird


Im nun III. Teil der Verfeinerung der
Deutschen von Erwin Seitz geht es
Um den unverfälschten Geschmack
Was mit einer Schwärmerei beginnt

Eine regelrechte Eloge auf das so
Berühmte und einmalige Bamberger 
Rauchbier und die Stimmung in dieser
Stadt wird nun von Seitz angestimmt 

Dabei besonders noch auf das alte
Brauhaus Spezial das sogar noch
Sein Malz selbst zubereitet das
Aufwändig 23 Stunden geräuchert

Auch die Schwärmerei für Würste 
Sauerkraut und andere regionale
Spezialitäten klingt ein wenig wie
Von der Tourismusbranche dabei

Das wird mit viel Liebe zum Detail
Für das alte deutsche Getränk wie
Die gute einfache deutsche Küche
Getan die bis ins Detail geht

War bereits in Bamberg noch im
Studium von meinem Onkel dort
Eingeladen zu einer anderen
Lokalen Brauerei dort Schlenkerle

Auch diese lobt Seitz hat aber am
Handwerk bei Spezial wie der feinen 
Braukunst und Küche dort einen
Narren gefressen und schwärmt 

Bier magst du oder eher nicht
Ziehe die Weinkultur immer dem
Bier darum vor und es gibt ja auch
In Franken gute Weingüter

Ob die Wahrung alter Tradition
In der Braukunst unbedingt ein 
Gutes Beispiel für Verfeinerung ist
Würde ich vorsichtig bezweifeln

Es gibt feine fränkische Küche aber
Den unverfälschten Geschmack von
Wurst und Sauerkraut würde ich hier
Nicht wie Söder als erstes aufzählen 

Denke an die feine Pfälzer Küche
Wie geräucherten Saumagen im
Deidesheimer Hof mit feinem Wein 
Von einem der drei großen B eher

An Rheingauer Riesling mit den 
Regionalen Spezialitäten dazu 
Die ein feiner Hochgenuss sind
Bier fiele mir eher nie dabei ein

Aber vermutlich kann auch hier im
Rahmen ursprünglicher Braukunst
Von einer Verfeinerung gesprochen
Werden die bei Bier seltsam klingt

Die Freude am Handwerk das noch
Ursprüngliches altes Wissen für den
Feinen Geschmack tradiert hat eine
Sicher kulturhistorische Bedeutung 

Über Geschmack muss besser nicht
Gestritten werden und so scheint
Der römisch südliche Einfluss auf
Den Flaneur Geschmack deutlich

Mit viel Engagement und Freude am
Detail jedenfalls berichtet hier Seitz
Von fränkischer Küche und Braukunst
Was schon schön zu lesen ist

jens tuengerthal 5.4.26

Osterriesling

Osterriesling

In der Osternacht gegen
Halb zwei im Crossroads
Auf einen magischen
Osterriesling angekommen

Tino und Phil II hinter der Bar
Begrüßt sowie Melanie und 
Selma vor der Bar genauso
Dunja nicht weiter gestört

Es ist also noch voll und die
Stimmung österlich gut mit
Sechs gemischten Paaren 
Vertieft an der Bar während

Oben noch eine Gruppe um
Die Ecke gut hörbar und ein
Paar am Tisch unsichtbar ist
Die Stimmung gehoben gut

Dabei stört auch die etwas 
Krachige Musik nicht weiter
Und kaum schreib ich es kommt
Ein älterer melodischer Song 

So feiern wir den Frühling und
Buhlen umeinander mit mehr
Oder weniger weit gehenden 
Absichten der Anwesenden

Leben und Tod und wieder Leben
Lassen wir es leben und feiern
Den Frühling hier miteinander mit
Manchmal Frühlingsgefühlen hier

jens tuengerthal 5.4.26

Ostermagie

Ostermagie

Ostern feiert den Frühling
Die Wiederkehr der Natur
Nach langem dunklen Winter
Im strahlenden Licht ob mit
Oder ohne Aberglauben dabei
Die indogermanischen Wurzeln
Erzählen uns von Morgenröte
Älter ist das Frühlingsfest als
Die jüdische Sekte und ihr Guru
Der angeblich zu seinem Vater
Himmelwärts heimkehrte weil wir
Ostern die wiederkehrende Natur
Feiern was Grund genug zur
Freude jedes Jahr wieder ist
Wie zum staunen über die
Natur immer zwischen
Tod und Geburt auch ohne
Alle erfundenen Götter 
Weil Leben zyklisch ist
Wie alle Natur was jede
Frau in ihrem Leben spürt
Dank fruchtbarer Natur sogar
Monat für Monat feiern wir
Ostern für die große Natur 
Die immer alles ist also
Auch wir im relativen Sein 
Das endet und beginnt
Lustvoll zeugt und vergeht
Darum sagt uns der Mond
Wann wir den Frühling feiern 
Frohen Frühling allen feiert
Vögelt genießt dabei was
Kommt und geht denn alle
Magie ist nur Natur

jens tuengerthal 5.4.26

Samstag, 4. April 2026

Lektürentagebuch 4.4.26

Lektürentagebuch 4.4.26

Zur Feier des Karsamstag der ja
Noch vor Ostern ist wie mich die
Pfarrerin bei der Gartenarbeit im
Hof heute wissend aufklärte

Gleich in zwei Büchern gelesen
Aber vorab mich und dort mit dem
Großvater in Paris und München
Gewesen in den Zwanzigern was

Picasso betrunken zeigte warum
Wer keinen Picasso wollte von
Besäufnissen mit Hemingway zur
Zigarrenplauderei bei Manns ging

Sinnlich schön begann und ich mal
Einfach so stehen lasse hier auch
Wenn es seltsam ist sich zu lesen
Wie eigene Familiengeschichte auch

Eine bekannte Geschichte mit der ich
Groß wurde die plötzlich eine neue
Eigene Geschichte im Roman wird 
Warum ich der Familie fern blieb nun


Auf den dort auch Ausflug in die
Hochkultur was ja zur Sinnlichkeit
Passt folgte Erwin Seitz der sehr gut
In der Verfeinerung der Deutschen

Seiner konstruktiven Kulturgeschichte
Über die andere Germania des Papst
Pius II erzählt was sehr schön ist wie 
Zum weiterlesen mich noch reizte

Jener eigentlich Silvio Piccolomini 
War ein typischer Renaissance Papst
Der vor seiner geistlichen Karriere 
Sich schon einen Ruf als Autor von

Teilweise auch deftigen erotischen
Versen erschrieb der mit diesem Text
Sich in Opposition zum Kanzler aus
Mainz stellte der weniger zahlen will

Enea Silvio Piccolomini gilt als einer
Der schillerndsten Päpste der daran
Nicht armen Renaissance war auch
Humanist Diplomat und Dichter

Vor seiner späten geistlichen Karriere
War er eher als Lebemann bekannt
Hatte mehrere uneheliche Kinder aber
Wandelte sich zum ernsten Pfaffen

Er wird als der Papst bezeichnet
Mit dem die Renaissance in Rom
Einzug hielt er war 1458 bis 1464
Papst hat hinterließ einige Bücher

Seine Geburtsstadt Corsignano ließ
Er in eine ideale Renaissancestadt
Umbauen und in Pienza umbenennen
Sie gilt heute noch als Musterstadt

Er sah die Türken als größte Gefahr
Sah Europa im Kern durch den Islam
Bedroht und rief zum Kreuzzug auf
Dem er dann auch zum Opfer fiel 

Er war persönlich voran marschiert 
Trotz Krankheit und Alter weil ihm
Keine namhaften Fürsten folgten 
So starb er mit 59 schon in Ancona

Zu all dem was ich sehr spannend 
Fand zumal Pius II als ein typischer
Uomo universale der Renaissance
Galt steht bei Seitz leider wenig

Ihn interessierte mehr seine genaue
Auflistung reicher und schöner Städte
Im Reich die er als früher päpstlicher
Gesandter in Deutschland gut kannte

Am Hof in Wien war er auch als
Berater von Friedrich III tätig was 
Seine gute Kenntnisse begründete
Der entsprechende er dann auch

Abgaben von Deutschland also dem
Kanzler forderte Reichserzkanzler war
Im Heiligen Römischen Reich der
Bischof von Mainz laut Goldener Bulle

Auch diese Grundlagen waren dem
Autor scheinbar nicht wirklich bekannt
Warum er seltsam Kanzler und Kirche
Hier funktional noch teilweise trennt

Von diesen kleinen Details die wohl
Eher historisch bedeutend sind aber
Abgesehen ist der Bericht über die
Germania des Piccolomini sehr gut

Belegt die These kultureller Feinheit 
Sogar aus Sicht des Papstes der ein 
Buch über das reiche Reich schrieb 
Um mehr Abgaben zu erhalten

Nach diesem kleinen wunderbaren
Ausritt ging es noch auf einige Seiten
Zu Siri Hustvedt die sich in ihren 
Ghost Stories mit Zahlen beschäftigt 

Wie die 43 Jahre die sie mit Paul in
Liebe verbunden war ihr Leben mit
Ihm ihr Leben waren und damit der
Allergrößte Teil auch ihres Lebens

Paul wurde 77 wie seine Mutter
Was auch eine magische Zahl ist
Die sie aber philosophisch nüchtern 
Dabei betrachtet und sich freut 

Liest Todesanzeigen und freut sich
Dass er im Verhältnis nicht wirklich
Jung starb eher durchschnittlich
Nach einem erfüllten Leben

Berichtet von dem Gespräch als
Der Arzt ihnen beiden sagte dass
Pauls Lungenkrebs inoperabel war
Wie ihnen beiden die Tränen kamen

Einmal nur hätte sie noch einen Tag
Verzweifelt geheult und Paul hätte 
Sie beruhigen wollen danach
War es auch gut damit für sie 

Kurz erzählt sie vom Tod der Enkelin
Von Paul und dem seines Sohnes
Der verhaftet wurde weil das Kind
Heroin und Fenestil im Blut hatte 

Davon erfuhren sie auch zuerst durch 
Medien die wilde Theorien aufstellten
Es gibt wohl viele Briefe von Paul an 
Seinen Sohn aber er bat sie darum

Nichts darüber zu schreiben und
Auch nie darüber zu veröffentlichen
Irgendwann aber sei auch nie doch
Vorbei schreibt sie und gibt dabei

Indirekt unter Bezugnahme auf Galen
Wie seine Theorie Krebs würde auch
Durch schlechte Gedanken ausgelöst
Ihrem Gefühl dazu doch Ausdruck

Es ist dies Buch über das Sterben 
Von Paul und ihr Leben danach
Auch eine Art Tagebuch was Siri
Selbst ausdrücklich so schreibt

Da wird die Wut auf den Sohn der
Pauls erste Enkelin wie seinen Vater
Durch Verzweiflung mit tötete noch
Spürbar zeigt sie so tiefste Gefühle

Sie beschreibt die psychischen auch
Ausnahmezustände sehr fein mit
Blick auf die Wunden und das Leben
Mit ihnen was immer noch anklingt

So sehr einen manches auch dabei
Leiden mitleiden wie fast verzweifeln
Lässt über die Ungerechtigkeit ist
Ghost Stories ein Buch des Lebens

Dies mit immer wieder auch einem 
Philosophischen Abstand zu sich
Lesbar und spürbar zu machen ist
Die große Kunst in diesem Buch 

Es ist nicht nur der verzweifelte
Bericht einer trauernden Witwe
Die ihren geliebten Mann vermisst
Keine mimimi Prosa im Gegenteil 

Ghost Stories ist immer wieder
Auch ein zutiefst philosophisches 
Buch was zeigt wie sich mit der
Leere im Nichts leben lässt

Es ist eben Literatur und keine
Betroffenheitsprosa was beide
Damit auf große Art würdigt auch
Schwankende Gefühle ausdrückt

jens tuengerthal 4.4.26