Lektürentagebuch 5.2.26
Noch weiter in das wunderbare
Kapitel von Pierre und Franz in
Gesprungene Liebe von Manfred
Flügge vertieft und es lohnte
Etwa die Besuche mit Franz
In der Closerie Lila wo alles was
In der Kunstszene einen Namen
In Paris hatte schon verkehrte
Dort speiste und trank er etwa
Mit André Gide und lud auch die
Weniger bemittelten Künstler aus
Dem Café du Dôme dorthin ein
Die Berichte der Dômiers über Franz
Sind durchweg positiv wie er dort
Meist gegen Mitternacht auftauchte
Beobachtete und liebevoll beriet
Seine besondere Aufmerksamkeit
Galt stets auch den Damen die in
Irgendwelchen Nöten sich befanden
Denen er liebevoller Zuhörer war
Die leicht spielerische Betrachtung
War in ihrer Ironie nie böse eher
Zugewandt und positiv auch der stets
Ausgedehnte Heimweg war schön
Henri Roché erhielt dann Post aus
Russland wo Violett sich inzwischen
Verheiratet und schwanger für ein
Neues Kapitel ihres Lebens band
Dann taucht auch Margret seine
Andere englische Liebe wieder in
Paris auf und sie landen endlich im
Bett miteinander worauf er stolz ist
Das ganze in der Wohnung von
Violett und beide inspizieren dann
Die Blutflecken im Bettlaken woher
Immer diese Details nun auch kamen
Vermutlich plaudert das Tagebuch
Von Henri auch über solche Details
Über die Genießer gerne schweigen
Denke dabei auch an mein letztes
Erstes mal mit der Nonne von Ikea
Zum Glück nicht dort und das übrige
Spielt hier weiter keine Rolle mehr
Roché hat seine Rothaarige defloriert
Dann wieder pathetische Briefe
Sie kam nochmal aus England auch
Da lieben sich beide und das
War das Ende des englischen Roman
Franz verliebt sich auch mal wieder
Beide genießen sie die auch in ihrer
Wildheit Roman wurde und bald den
Beinamen Existence noch bekam
Diesen will Franz erfunden haben
Was Flügge bezweifelt ohne Gründe
Manchmal erstaunen seine Urteile
Im Gegensatz zur guten Recherche
Henri trifft sie nach dem Krieg wieder
Zu dieser Zeit arbeitet sie als Hure
Soll aber später gutbürgerlich noch
Geheiratet haben was in Frankreich
Normaler ist als in Deutschland das
Zum Bordell Europas wurde worüber
Sich manche empören und Verbote
Statt Freiheit für die Huren fordern
Wer diesen Titel trägt sollte auch
Diejenigen deren Arbeit und dabei
Körperlichen Einsatz sich dies
Verdankt endlich gebührend ehren
Was uns sicher besser zu Gesicht
Stände als die immer wieder auch
Moralische Empörung über das
Älteste Gewerbe der Welt
Nach dieser kleinen Episode mit
Dame bereiten sich beide intensiv
Auf ihre Griechenland Reise vor
Lesen viel dazu in der Bibliothek
Dort treffen sie noch einen deutschen
Archäologen den Franz schon aus
München kennt und mit dem Henri
Dann politisch zusammenstößt
Ihre besondere Verehrung gilt einer
Figur bei der Satyr ein Mädchen raubt
Die sie so sehr beeindruckt dass sie
Tage brauchen um darüber zu reden
Beide lassen diese Figur Literatur
Werden sie war mir also bekannt
Auch die Diskussion über die da
Noch ganz neue Traumdeutung
Führt zum Streit mit Koch bald
Haben Franz und Henri wieder
Sehnsucht nach Pariser Bordellen
Die Erinnerung an die Figur bleibt
Nun noch einen Tagebucheintrag
Lang mit Robert Byron im Bergland
Von Persien unterwegs in seinem
Buch Der Weg nach Oxiana
Er berichtet mit herrlich britischer
Ironie am 18. Oktober wie sich der
Aufbruch verzögerte weil die dort
In ihren Diensten stehenden Treiber
Der Maultiere noch zu vernebelt
Von der Opiumpfeife am Abend
Vorher waren und wie er sich darüber
Empörte und daraufhin von seinem
Freund zurechtgewiesen worden sei
Sie hätten lokale Sitten zu achten
Worauf er erwiderte seine Sitte sei
Sich nicht von denen terrorisieren
Zu lassen für deren Dienste er
Sie gut bezahle und schildert
Den Ritt ins Hochland lässt sie
Eine Brücke und Land bewundern
Interessant ist hier auch seine
Bemerkung dass er den Boden
Für ertragreicher und fruchtbarer
Hält als er bisher genutzt würde
Der Rtt wird auf Holzsätteln eine
Qual aber der Blick entschädigt
Quartier bekommen sie im besten
Zimmer des Dorfvorstehers diesmal
Es liegt direkt über dem Stall was
Auch deutlich zu riechen wäre ist
Ein weitgehend leerer Raum ohne
Alle Möbel nur mit Vertiefungen in
Wänden wo Haushaltsgegenstände
Platz finden Teppichen und Kissen
Wasserkrüge und Zinnbecher von
Denen manche auch getrocknete
Rosenblüten enthalten die den
Feineren Geschmack geben die
Sitzpolster sind sehr bunt mit typisch
Russischen Motiven noch bedruckt
Sie zeigen Verkehrsmittel wie sie
Gerade vorm Krieg aktuell waren
Die Reise findet 1933 statt alles
Scheint schön bunt und sauber
Doch kaum schrieb er das hüpfte
Ein Floh von seiner Hand was ihm
Weniger Sorgen um sich als um
Christopher in der Nacht machte
Für diesen seien Flöhe alles andere
Als ein Witz und sie bekamen noch
Warme Milch frisch von der Kuh der
Zu Ehren sie die Whiskyflasche öffnen
Am Ende wie so typisch für Byron
Der mit viel Humor und zugleich
Großem Wissen schreibt erfahre ich
Wie die Aserbaidschaner sprechen
Diese kleinen Notizen über Land
Und Leute gemischt mit viel auch
Sachlichem Wissen machen Byron
So lesenswert wie auch komisch
Robert Byron ist ein Nachfahre von
Lord Byron der Baron Robert kann
Seinen Adel auf die gleiche Linie
Zumindest irgendwie zurückverfolgen
Byron wurde nur 35 Jahre alt sein
Schiff dass ihn 1941 nach Persien
Bringen sollte wurde vom Torpedo
Eines deutschen U-Bootes getroffen
Das ist Ironie des Schicksals denn
1938 hatte er noch in Begleitung von
Unity Mitford den Reichsparteitag in
Nürnberg besucht wobei diese Dame
Eine überzeugte Nationalsozialistin
War es gab solche auch in England
Bruce Chatwin den manche auch gern
Lesen hält Byron für den Größten
Im Vorwort der Neuauflage der Reise
Nach Oxiana nennt er das Buch sogar
Das beste aller Zeiten da will ich eher
Britisch antworten es ist nicht schlecht
jens tuengerthal 5.2.26