Lektürentagebuch 23.4.26
In drei Büchern gelesen wie damit
Zugleich in ganz verschiedene
Geistige Welten getaucht und es
Jedes für sich sehr genossen
Beginnend mit Graf von Krockow
Der im Traum von Bildung über
Die zweite Cook Expedition mit
Diesmal den Forsters schreibt
Noch geht es nur um Vorbereitung
Wie es dazu überhaupt kam wer
Daran wie beteiligt war oder nicht
Was von wem organisiert wurde
Der Wechsel der Perspektiven
Wie die Beschreibung auch der
Hintergründe mit teils ironischen
Kommentaren gelang dabei gut
Das Kapitel Terra Australis Incognita
Beschreibt wie Banks die Planung
Erst dominiert und Aufbauten für
Seinen Luxus am Schiff fordert
Als dieses dadurch seeuntauglich
Wurde greift Admiral Sandwich ein
Darauf ist Banks beleidigt und will
Nicht mehr um die Welt segeln
Durch Beziehungen zur alten
Royal Society bekommt Forster mit
Seinem Sohn den Platz für einen
Mehr als guten Lohn dabei
Wer die Schiffe baut und ausrüstet
Was wer über wen alles schreibt
Wie Vater Forster taktiert auch im
Bericht von der Reise noch weiter
Trotz kritischer Begegnungen etwa
Zum Verhalten von Banks wird dieser
Als sehr fair und nicht nachtragend
Eben typisch britisch beschrieben
Dagegen agiert Vater Forster sehr
Taktisch und stellt Sachverhalte auch
Falsch dar um andere schlecht zu
Machen was kein guter Stil ist
Allerdings sind die Informationen hier
Dünn und mit wenig Belegen was
Dem ganzen eher nur literarischen
Charakter gibt als historisch zu sein
Aber es las sich heute gut und gab
Viele neue wichtige Informationen
Die ein genaueres Bild zeigen von
Der zweiten großen Reise Cooks
In den Ghost Stories den langen
Teil mit den eigenen Notizen von
Siri Hustvedt aus der Zeit vom
November 23 bis Mai 24 gelesen
Dies ist die Phase von Paul Austers
Hospitalisierung dem Hospiz zuhause
Die Pflege Zuhause wie auch seiner
Beerdigung und ihre Gedanken dabei
Zentral in Erinnerung blieben mir die
Sätze sie habe die Zuflucht ihrer
Gedanken verloren und die einzige
Wahrheit sei dass nichts sicher wäre
Der Bericht ist einerseits schmerzhaft
Niederschmetternd andererseits auch
Voll zärtlicher Schönheit und dabei
Großer gedanklicher Tiefe noch
Wieder beeindruckt hat mich sein
Tod am 30.4. der ja zufällig auch
Jener Tag ist an dem ich klinisch
Starb um reanimiert zu werden
Das Ende war nach langem Kampf
Erlösend und befreiend nahm dem
Tod mehr Schrecken als das Leiden
Vorher noch mit sich brachte
Ob daraus folgt dass sich der Kampf
Gegen Krebs für das Leben eher
Nicht lohnt weil es eine Qual ist soll
Nicht behauptet werden liegt aber nah
Auch wie sie nach der Beerdigung
Weil Witwen ja alle Freiheit haben
Sich aufs Bett legte und Pauls
Geist ihr erschien ist zauberhaft
Sie beschreibt das ohne allen sonst
Esoterischen Hokuspokus einfach als
Erfüllung eines Wunsches die eintrat
Weil sie dort eben an ihn dachte
Vielleicht sind Gedanken an Tote
Die realistischste Art um Geister
Zu sehen ohne allen Hokuspokus
Dabei im Geist der Erinnerung
Nun ging es Spazieren in Berlin mit
Franz Hessel der in Ich lerne erst
Von einem anonymen Architekten
Über die Zukunft der Stadt lernte
Wie dann die theoretische Planung
Bei einer Fahrt durch die Stadt schon
Praktisch umgesetzt sah mit großer
Offenheit dabei auch für die Moderne
Die nötige Veränderung im Stadtbild
Auch was für Alexanderplatz oder
Potsdamer Platz geplant wurde was
Teils auch umgesetzt wurde zeigt
Eine Begeisterung für die Pläne zur
Veränderung des Weichbildes der
Stadt in der er groß wurde noch
Die keine Angst vor Veränderung hat
Zum Abschluss des vollen Tages
An dem ihn der Architekt durch viele
Gegensätzliche Teile der Stadt fuhr
Ging es zurück in die Vergangenheit
Er besucht eine älterer Dame die
Mit verschiedenen Bildern oder dem
Spielzeug ihrer Kindheit nun die
Vergangenheit aufleben lässt
Auch dies beschreibt Hessel wieder
Liebevoll mit viel Freude am Detail
Macht den Augenblick dort fühlbar
Der in andere Zeiten noch führt
Reisen durch die Zeit in der Stadt
Zuerst in die ungewisse Zukunft
Sodann in erlebte Vergangenheit
Geben ein Gefühl für die Vielfalt
jens tuengerthal 24.4.26