Lektürentagebuch 18.7.26
Stéphane Hessel beginnt das Kapitel
Frankreich in seiner Autobiographie
Tanz mit dem Jahrhundert mit den Worten er sei gerade noch in die
Parti Socialiste eingetreten was
Ungefähr 1996 gewesen sein muss
Folgen wir der Neuauflage von 2011
Das die vorige etwa so noch datiert
Ihn las ich heute früh mal wieder
Auch einer anderen gerade Leserin
Innerlich noch verbundener zu sein
Die es gerade parallel auch liest
Dachte an die Brüder noch des
Grande Orient aus Straßburg die
Vielfach auch dieser Partei eng
Verbunden waren was mir fern lag
Stéphane der Sohn der Autoren
Franz und Helen Hessel die als
Geborene Grund auch schrieb etwa
Für die damals Frankfurter Zeitung
Hessel der da bereits über achtzig
War fragte sich warum er beitrat denn
Ämter erstrebte er sicher nicht mehr
Links war er gefühlt seit der Zeit bei
Der Résistance ein Antifaschist
Zumindest sicher als Überlebender
Des KZ Buchenwald der floh jedoch
Allen Parteien auch darum fernstand
Er sah sich als Mann der Linken
War überzeugter Europäer wie ein
Politisch aktiver Internationalist war
Er gerne nur gegenüber Frankreich
Sah er sich eher als Verehrer denn
Als Liebhaber nach einer hübschen
Unterscheidung des 17. Jahrhunderts
Zwischen den beiden Figuren dabei
Doch wählte er es bewusst als Heimat
Die es noch immer zu erobern gilt mit
Der geographischen Vollkommenheit
Zwischen Nordpol und Äquator
Er wolle keine Frankophonie als
Politikum nicht für die Sprache ihre
Einstige Vorrangstellung einfordern
Als Schlüssel zur Wahrheit dabei
Seine anderen beiden Sprachen
Das Deutsche und das Englische
Sein herber fließender poetischer
Doch er bleibe gern französisch
Dabei fühlt er sich mehr den auch
Permanenten Interessen Frankreichs
Verbunden als konjunkturbedingten
Instruktionen noch verantwortlich
Das wirkliche Frankreich war für ihn
Nicht immer das erhoffte und doch
Versuchte er nicht das eine dem
Anderen demokratisch nah zu bringen
Franzosen sollen Frankreich dabei
Kritisieren während andere Medien
Dazu besser schwiegen dabei denkt
Er an die vielen großen Aufgaben
Schwer wäre der Verzicht auf ein
Großes überseeisches Reich noch
Gewesen die Afrikapolitik könnte sie
Demut lehren dennoch gebe es auch
Große Erfolge die stolz machen dem
Land einen erstrangigen Platz gäben
Im Konzert der Nationen es wird bald
Ein neues Bild dazu wohl brauchen
Frankreich sei die europäischste
Aller Nationen der Schnittpunkt
Europas das seinen Bürgern nun
Eine gute Zukunft versprechen soll
Liebenswert diplomatisch umschifft
Hessel hier alle Konflikte was als
Altgedienter internationaler Diplomat
Auch passend und verständlich ist
Dies sagt nicht viel aus aber plaudert
Sehr angenehm und klärt damit über
Den verbindenden Geist auch auf
Den eine gute Zukunft sicher braucht
Das Europa der Zukunft ist natürlich
Postnational was auch die Franzosen
Noch nicht ganz begriffen weil es die
Nation ausmacht Geldhoheit zu haben
Darum ist dieser etwas nationale
Sermon nett und verständlich aber
So unsinnig wie Nation immer diese
Schlechte Erfindung des 19. Jahrhundert
In den Erinnerungen eines Europäers
Schreibt Harry Kessler im 9. Kapitel
Über den Tod seiner Eltern während
Der des Vaters 1895 nur bemerkt wird
Dabei im Schatten dessen was dies
Für die plötzlich in die Welt geworfene
Mutter bedeutet der ihr Mann immer
Alles abgenommen hatte damit sie
Schön klug und wunderbar sein kann
Doch schon 1904 erkrankt sie selbst
Stirbt langsam an einer Krankheit
Über die nichts näheres bekannt ist
Nach dem was sie vom Versagen
Ihres Körpers der immer stärker an
Einen Rollstuhl gefesselt wurde noch
Auf ihre Art berichtet war es MS
Dieses grausame Schicksal gegen
Das die Medizin kein Mittel bisher
Gefunden hat verläuft ähnlich und
Ihr Sohn folgt ihren Worten dazu
Bis 1919 stirbt sie ganz langsam
Wie am Ende auch einsam ohne
Ihre Kinder in England wohin sie
Bei Kriegsausbruch geflohen war
Ihre Schilderung des Verfalls sind
Grausam und tun sehr leid dafür
Würdigt ihr Sohn sie nochmal als
Die schönste Frau des Jahrhunderts
Zumindest ihr Andenken ist so noch
Gut bewahrt und verklärt worden
Eine letzte Verbeugung vor seiner
Wohl vielfältig wunderbaren Mutter
Den Gedanken ihrer Erlösung macht
Harry nur ganz am Rande zum hier
Thema die fünfzehn Jahre Leiden
Sind eher ausführlich zentral
Dabei vergisst der gute Sohn nicht
Zu erwähnen wie sehr sie sich
Immer mehr zurückzog um bloß
Niemanden mit sich zu belästigen
jens tuengerthal 18.6.26