Mittwoch, 24. Juni 2026

Sinnlichkeit

Sinnlichkeit

Geht es bei der Sinnlichkeit je
Um Sinn oder immer eher darum
Seine Triebe zu befriedigen 
Zumindest die Lust zu wecken

Was macht diese für mich aus
Warum ist alles wo Erotik groß 
Draufsteht eher das Gegenteil 
Von nahem lustvoll betrachtet

Ein wenig peinlich dazu wie 
Die entsprechenden Kataloge
Immer eher lächerlich schienen 
Statt wirklich erotisch dabei

Was eher noch Thomas Mann
In Szenen des Zauberberg die
Nur andeuten wenn gelingt 
Ist über Sex reden erotisch

Führt es zu Sinnlichkeit oder
Ist das eher medizinisch neutral
Überlege ich der wohl mit den 
Meisten auch schlief mit denen

Er über Sex redete früher zumindest
Im Alter relativiert sich ja alles
Zum Glück auch die Enttäuschung
Was alles erträglicher macht

Viel Sinn gibt die ewige Suche
Nach Sinnlichkeit dem Leben nicht
Aber dafür mehr Lust was nach
Epikur schon ein sinnvoller Gewinn

Dient also die Sinnlichkeit der Lust
Wie der möglichen Bindung oder
Ist sie ein Zweck an sich der eine
Form kultureller Verfeinerung ist

Überlege ich und denke sie kann
Alles auch als Statement der
Weiblichen Stärke und Freiheit 
Gelesen bleibt sie noch schön 

Was wem warum sinnlich scheint
Ist zu komplex für diese Verse
Unterscheidet sich individuell
Manche haben eine sinnliche Natur

Andere brauchen Hilfsmittel dazu
Zumindest ist das Bemühen darum
Eines mit erotischer Absicht was 
Eine natürliche Freude so ist

jens tuengerthal 24.6.26

Willenlos

Willenlos

Willenlos zu sein träumen sich 
Manche beim Sex um alles zu tun
Wer dies seltsame Angebot einmal
Wirklich erhielt merkt sogleich

Wie komisch diese Benutzung
Anderer in der Liebe ist die oft
Auf frühere Schäden hindeutet
Habe keine Ausnahme erlebt

Manche finden das gerade geil
Was mir fern liegt und eher krank
Erscheint aber alle suchen sich
Ihren Weg zur Therapie selbst

Menschen in der BDSM Szene
Sind nicht verrückter als andere
Aber darum ging es mir beim
Thema willenlos eher weniger

Denn willenlos kann auch jenseits
Des sexuellen spannend werden
In der Liebe oder Philosophie etwa 
Wo es jeweils sehr nützlich ist

Insofern Erwartungen nur dazu da
Sind enttäuscht zu werden öffnet
Willenlos zu sein der Liebe erst Wege 
Die jedes Wollen nur verstellte

Sich voller Liebe finden kann nur
Wer die Freiheit hat sich füreinander 
Frei zu entscheiden wie dabei noch
Bedingungslos gönnt was selten ist

Wagten wir endlich nur das noch
Liebe zu nennen bliebe vermutlich
Wenig übrig was exklusiv wäre wie
Die meisten nie im Leben lieben 

Sie führen nur konventionelle halt
Beziehungen die um Herrschaft
Wie Macht dabei noch kreisen schnell
Lieblos werden nur Gewohnheit halt 

Den Mut soweit zu denken haben
Nur wenige je was aber seltene
Fälle von Liebe nur um so viel
Kostbarer infolge auch machen 

Liebe ist eine Idee vom ideal 
Geteilten Glück das gut will
Statt Herrschaft auszuüben
Kategorisch nur gut will dabei

Was zum philosophischen Teil
Der Willenlosigkeit führt die erst 
Erstaunlich undenkbar fast scheint
Denn wohin soll kein Wille führen

Wer über den kategorischen Imperativ
Dabei nachdenkt wird die Handlung
Ohne Willen dazu für unmöglich stets
Halten was den jedermann verkennt

Um an jeden Ort für alle zu jeder Zeit
Gültig zu sein was unmöglich scheint
Braucht es umfassende Toleranz wie
Einen völlig grenzenlosen Horizont 

Kant strebte danach und lebte es
Ohne seinen Ort Königsberg das
Noch russisch besetzt ist jemals
Verlassen zu müssen zu erkennen

Wer diese große Toleranz hat die 
Das Begriffliche schon überschreitet 
Kann den kategorischen Maßstab
Für Beispiele erst zu Ende denken

Bleibt das Unmögliche damit nur ein
Näherungswert nach dem wir streben 
Oder konkreter Handlungsmaßstab 
Der absolute Geltung beansprucht

Immerhin lag der Geist dessen dem
Grundgesetz zu Grunde was es zur 
Verfassung der Bundesrepublik 
Gebracht hat schon was ist also

Wollen kann ich nie vollständig
Was Gesetz für jedermann immer
Sein könnte weil es meinen natürlich
Beschränkten Horizont übersteigt 

Aber es für richtig erkennen wie 
Danach streben liegt mir nah 
Ist das Beste was ich tun kann
Um weise wie tolerant zu werden

Dabei hilft es weiter willenlos zu sein
Statt noch etwas zu wollen das dem
Nie genügen könnte womit willenlos
Zu sein Anfang der Aufklärung ist

Mit beschränktem Horizont etwas
Zu wollen führt nirgendwo hin aber
Willenlos bleiben zu wollen befreit
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit 

Die strengste preußische Ordnung
In der Philosophie verteidigt so die
Reale Anarchie indem sie den immer
Gültigen Maßstab zum Paradox hebt

Am Ende ist willenlos zu sein die
Stärkste Mauer der Aufklärung weil 
Sie flexibel anderes zulässt und
So besser noch überleben kann

Jedermann was natürlich heute auch
Jede Frau sein kann egal ob sie nun
Von Venus oder Mars kommen ist der
Schlüssel zur geistigen Freiheit

Wenn du so nicht handeln kannst
Handele lieber nicht tu also nichts
Nichtstun aber ist willenlos ideal
Tut dem Planeten noch dazu besser

Wagen wir weniger könnte dies
Allen besser tun und die Lage dazu
Ganz ungeheuer beruhigen womit
Beides sich ineinander findet

Der Dichter dieser Verse ahnt wohl
Die Mehrheit der Leserinnen wird 
Ihn nach der Lektüre für wahnsinnig
Eher noch halten als verstehen

Wenn die Minderheit sich amüsiert
Aber ist genug erreicht um damit 
Zufrieden zu sein denn mehr als
Lachen tut bei wenig noch gut

jens tuengerthal 24.6.26

Nachtblau

Nachtblau

Zur blauen Stunde der noch
Nacht um Viertel vor vier die
Letzte Runde gedreht um den
Noch schlafenden Helmholtzplatz
Nur einzelne Stimmen waren 
Noch zu hören aber kühl weht
Der Hauch der Nacht mir um
Die nackten Beine und wie gut
Tut die Frische der Nacht nun
Noch Nina und Mo im Crossi
Beim Vorbeigehen einen schon 
Guten Morgen gewünscht
Sie wollte Kaffee und Croissants 
Am Platz zwitscherten schon
Die frühen Vögel mit letzten 
Nachteulen um die Wette
So begegnen sich hier
Tag und Nacht zur noch
Frühen blauen Stunde

jens tuengerthal 24.6.26

Nichtstun

Nichtstun

Die einzig angemessene Reaktion 
Auf die kommende Hitzewelle ist
Nichtstun und nirgendwo hingehen
Außer in den Schatten und sich 
Möglichst wenig bewegen dabei
Statt noch irgendwas zu wollen
Einfach mal Nichtstun um die
Dinge in dir geschehen zu lassen
Bis es am Abend kühler wird
Nichts muss und alles hat Zeit
Halten wir diese einfach an
Statt noch etwas zu wollen
Könnte das viele Leben retten
Schon ein Leben wäre es wert
Einfach mal innezuhalten und 
Nichts mehr tun zu wollen was
Allen auch gut täte die ständig
Meinen etwas tun zu müssen 
Es wird nun verflucht heiß
Nichts muss mehr aber alles
Kann ganz entspannt sein
Beschäftigen wir uns nur
Mit Nichtstun bis es wieder
Kühler wird wird es das
Auch schneller werden

jens tuengerthal 24.6.26

Hitzewarnung

Hitzewarnung

Es wird über 40° werden
Im Schatten bleiben und
Möglichst wenig Bewegung
Jede Tätigkeit sollte ruhen
Ist was nun geboten ist
Dennoch werden wieder
Tausende hier sterben 
Weil die Regierung ihre
Pflicht zu schützen vor
Gefahren wieder verletzt
Im Gegenteil ist gerade
Die Regierung Merz ein
Teil des Problems was 
Durch mehr Versiegelung 
Auto- und Flugverkehr der
Staatlich gefördert dabei
Noch verstärkt wird
Wo sind die Warnungen
Welche Aktionen auch
Vom Katastrophenschutz
Zur Entschleunigung
Gibt es hier in Deutschland
Muss ich nicht überlegen 
Weil einfach nichts passiert
Die Regierung Merz versagt 
Im Schutz der Bevölkerung
Natürlich werden nur Alte und Kranke 
Sterben und besonders gefährdet 
Die kosten ohnehin nur in
Fritz asozialem Wunderland
Lieber wird weiter versiegelt
Autoverkehr bezuschusst mit
Steuergeldern statt endlich 
Öffentlichen Nahverkehr
Günstiger zu machen ist
Diese Regierung der Gefahr
Offensichtlich nicht mehr
Gewachsen es braucht eine
Hitzewarnung die fehlt auch
Für eine untätige Regierung
Sparten wir uns besser denn 
Merz ist ein schlechter Scherz

jens tuengerthal 24.6.26

Lektürentagebuch 23.6.26

Lektürentagebuch 23.6.26

Unter dem Titel Magie der Pfalzen 
Schreibt Erwin Seitz in Verfeinerung
Der Deutschen über den berühmten
Kaiser Friedrich Barbarossa

Diesen Beinamen erhielt der dem 
Schwäbischen Geschlecht der Staufer 
Entstammende Friedrich in Italien
Seines roten Bartes wegen heißt es

Zumindest behauptet Seitz das real 
Kam der Spitzname wohl erst später
Im 13. Jahrhundert auf und auch die 
Herkunft des Geschlechts ist unklar

Möglicherweise kommen sie aus 
Dem Elsass bei Schlettstadt was 
Zumindest der Erwähnung auch
Wert gewesen wäre wie die noch

Heute berühmte elsässische Küche 
Die zur Verfeinerung sicher beitrug
Aber davon kommt bei Seitz nichts
Auch zur Wahl schweigt er leider

Inwiefern dabei sein auch bekannter
Vetter Heinrich der Löwe beteiligt war
Wäre schon wichtig zum Verständnis
Wenn der Konflikt später auftaucht

Heinrich hatte für die Wahl noch
Besondere Privilegien erhalten
Die den Welfen gegenüber den 
Anderen Reichsfürsten bevorzugten 

Vorgänger von Friedrich war übrigens
Mit Konrad III sein Onkel auch ein
Staufer die in Speyer Worms und 
Mainz besonders gut vernetzt waren

Friedrich schaffte es nach den von
Seitz zitierten Taten Friedrichs des
Bischof Otto von Freising die sein
Schüler Rahewin fortsetzte alle

Reichsangelegenheiten mit höchster 
Klugheit in Deutschland zu regeln
Was ihm mit diplomatischen Mitteln
Gelang den Streit im Land beizulegen

Eigentlich wäre es nun Zeit für eine
Hauptstadt im östlichen Frankenreich 
Das als Deutschland auch das 
Römische Reich nun bildete 

Doch trotz aller Verdienste für den
Frieden im Land rügt Seitz den 
Fehlenden Instinkt für eine neue
Hauptstadt bei Friedrich noch

Ob die Deutschen schon damals
Zu föderal dachten sich auf eine
Hauptstadt zu einigen oder es mehr
Konkurrenz verhinderte dahingestellt 

Friedrich wird als echter Ritter wie
Kämpfer dabei dargestellt was sich
Darin zeige dass er Kriege liebe
Die er nur im Land dafür beendete

Ob es klug ist sich primär auf die
Zeitgenössischen Quellen zu berufen 
Einen Kaiser zu beschreiben kann
Dabei durchaus fragwürdig scheinen

Etwas flach wird es aber wenn es
Die aktuelle Forschung die jeder
Leicht besser auf Wikipedia schon
Nachlesen kann komplett ignoriert

Sehr ausführlich erzählt Seitz von 
Den 14 Jahren die Friedrich in der
Lombardei zubrachte im Krieg der
Städte erst vermitteln will wie er es

Zuvor erfolgreich in Deutschland
Bereits getan hatte jedoch waren
Die Städte der Lombardei schon
Weiter entwickelt als Deutschland

Diese ließen sich nicht einfach vom
Kaiser sagen was Recht wäre so
Wuchs der Konflikt besonders mit
Mailand das er sogar belagerte

Nach dem Sieg erfolgte die dann
Erniedrigung der Oberen nach der
Manier der Ritter und mit Ehre 
Was aber keinen Frieden brachte

Beim nächsten Versuch zerstörte
Er Mailand völlig und wollte alle
Einwohner vertreiben was schon
Idiotisch von Anfang an war

Mailand war die reichste wie 
Zugleich kultivierteste und größte 
Stadt seines Reiches sie einfach
Zu zerstören schadete sich selbst

Am Ende behielten die Städte ihre 
Autonomie und Friedrich gewährte
Auch einigen Orten im Norden mehr 
Merkte dass Diplomatie mehr brachte

Den Kirchenbann den Friedrich wie 
Heinrich auch bekam erwähnt Seitz
Nahezu nicht warum auch unklar
Bleibt wieso er ihn gut überstand

Dies lag vor allem daran dass der
Kaiser im Reich besser vernetzt war
Sich auf Rückhalt stützen konnte 
Der Heinrich IV dagegen fehlte 

Darum musste Heini nach Canossa
Wurde damit sprichwörtlich während
Friedrich es im Reich aussitzen kann
Als kluger erfahrener Diplomat

Darin war er groß und erfolgreich
Er erreichte anhaltenden Frieden
Im Krieg wütete er nur und hat
Nichts kulturell weiterentwickelt

Auch der zweite Kreuzzug denn 
Friedrich war schon als junger
Ritter mit seinem Onkel ins 
Heilige Land gezogen wird

Von Seitz überhaupt nicht erwähnt
Obwohl Friedrich dort ertrank
Was die Kyffhäuser Sage vom Kaiser
Im Berg erst später begründete 

Warum Seitz all dies verschweigt 
Bleibt unklar wie sein kritischer Blick
Auf Friedrich wenig Argumente hat
Als seine eher irrelevante Meinung

Dafür berichtet er mit Begeisterung
Vom Hoftag zu Mainz 1184 der als
Prächtigstes der deutschen Feste galt 
Nach Berichten von Augenzeugen

Dieser Hoftag diente der Schwerleite
Seiner Söhne Heinrich und Friedrich
Ersterer wurde König im Reich der
Andere war Herzog von Schwaben

Mit Ritterturnier und Bankett wie 
Großzügigen Geschenken ging es
Tagelang auf einer Wiese am Rhein
Wo eine Zeltstadt noch entstand

Der Hof hatte dabei ein kleines
Schloss aus Holz sich aufgebaut
Doch am dritten Tag vernichtete
Ein schlimmes Unwetter alles 

Dieses forderte auch Todesopfer
Dennoch ist der Mainzer Hoftag
Als große Verfeinerung in Erinnerung
Die in die Geschichte einging

Bei diesem Kapitel gab es mal 
Wieder einiges zu nörgeln auch
Wenn gut geschrieben sind die 
Berichte teilweise so falsch

Vor allem ist es irreführend die
Ursachen des Konflikts mit dem
Welfen Heinrich dem Löwen nicht
Im Kontext auch zu erläutern

Zumindest wird die Entstehung von
Mehr städtischer Freiheit als Wurzel
Kultureller Verfeinerung dabei erwähnt
Ein vielleicht entscheidender Faktor

jens tuengerthal 23.6.26


Dienstag, 23. Juni 2026

Schrumpfwachstum

Schrumpfwachstum

Das einzige was wachsen darf
Ist künftig noch das weniger weil
Längst alles zuviel wurde hier
Braucht es mehr vom weniger
Weniger Menschen überall ist
Ein vernünftiger Anfang der
Damit beginnt Sex nur noch
Zum Vergnügen zu genießen
Statt sich noch zu vermehren
Alles was weniger bringt außer
Bäume die retten ist nun gut 
Was ein Umdenken bedeutet
Das einigen sichtbar noch
Bis heute zu schwer scheint
Die unverantwortlich weiter so
Propagieren statt jetzt nötigem
Umdenken und anhalten dabei
Ist gut was Natur wieder rettet 
Schlecht was weiter zerstört 
Wer schlechtes tut wird dafür
Bestraft und bezahlen müssen
Es ist logisch und einfach
Genießen wir als weniger
Endlich mehr in Ruhe
Mehr nicht mehr

jens tuengerthal 23.6.26

Sparkurs

Sparkurs 

Wer sparen will sollte sich
Neubau zuerst ersparen
Was für Autobahnen als
Erstes gelten muss weil
Mobilität keine Zukunft hat
Nur das Gegenteil gut tut
Erhalt Priorität haben soll
Weniger Versiegelung mehr
Natur und Lebensraum gibt
So könnte der Bund leicht
Zwanzig Milliarden noch
Einsparen die nötiger immer
An anderen Orten benötigt
Autobahnen braucht nur wer
Kriege führen will und die
Nachbarn eilig überrollen will 
Stattdessen wird von Freizeit
Auf vollen Autobahnen erzählt
Was nur Idioten sich noch antun
Diese Mentalität wurde lange 
Um deutsche Autos zu verkaufen 
Weiter noch gezüchtet aber ist
Mittlerweile bloß Geschichte
Wir werden weniger und alles
Muss schrumpfen künftig dies 
Mit Gewinn zu tun ist das Ziel
Nicht Wachstum der Versiegelung
Braucht keiner mehr der einmal
Kritisch zu denken beginnt
Es braucht mehr Wälder um
Das Klima zu retten aber sicher
Keine neuen Autobahnen mehr
Eher viel weniger noch aber
Soweit ist Deutschland noch nicht
Zack zwanzig Milliarden gespart
Ohne neue Autobahnen damit
Ist Bürgergeld zehnmal finanziert 
Der deutsche Wald ist unsere Zukunft
Autobahnen sind Überbleibsel nur 

jens tuengerthal 23.6.26

Nachtmorgen

Nachtmorgen

Am Morgen nach der wieder
Durchdichteten Nacht
Zwitscherten schon die
Ersten Vögel im nun Sommer 
Mo grüßte beim polieren 
Der letzten Gläser und
Tag und Nacht gehen
Fließend ineinander über
Bei zugezogenen Vorhängen 
Wird der Tag noch für einige
Stunden vor meinen Träumen
Verschlossen was auch immer
Nun in Wirklichkeit ist

jens tuengerthal 23.6.26

Nacktgedanken

Nacktgedanken

Michel de Montaigne meinte im
Vorwort seiner Essays er zeige sich
Dort völlig nackt was niemanden als
Seine Nächsten interessieren muss
Oder ist diese Tiefstapelei die den 
Engländern so gut gefiel die ihn 
Schon vor den Franzosen liebten 
Auch eine Form von Eitelkeit die
Sich die Bescheidenheit leistet
Mehr zu sein als zu scheinen 
Weil sie intelligent genug war
Wie eine unerkannte Hochbegabung 
Die nur alle anderen dumm scheinen
Lässt sich manches zu ersparen 
Überlege ich dabei unsicher ob
Aufklärung mir noch lieber ist 
Oder Montaignes Gedanke
Von uneitler Offenheit die
Sich bescheiden gibt um die
Eitelkeit besser zu tarnen
Die es sich leisten kann
So zu tun als ob und weiß 
Kaum mehr was wirklich ist 
Die Nacht aber in der es
Nach ihrer Natur dunkel ist
Erlaubt völlig unsichtbar im
Dunkeln Aktfotos zu zeigen 
Denke ich lächelnd und
Vielleicht ist genau das
Die Nacktfreiheit der Nacht

jens tuengerthal 23.6.26




Liebesignoranz

Liebesignoranz

Ist es in der Liebe wichtig
In ganz zentralen Fragen
Einer Meinung zu sein
Oder besteht die Kunst
Der Liebe gerade darin 
Manches zu ignorieren
Um lieben zu können
Ist Liebe mit Ignoranz
Dann noch bedingungslos 
Oder nur relativ gültig 
Solange beide wegsehen 
Um glücklich zu bleiben
Statt an Konflikten nur 
Zu leiden weil die Liebe
Aus bloßer Differenz in 
Anschauungen des Lebens 
Nicht einfach endet was 
Auch schwer zu ignorieren
Wenn das Gefühl echt ist 
Ob es dann nicht leichter ist
Manches lieber zu ignorieren
Seinen Frieden zu haben
Statt miteinander zu kämpfen
Um Prinzipien zu wahren nur 
Was geht nicht mehr wie 
Sex mit Nazis oder doch
Seine Ruhe zu haben um
Kein Drama zu inszenieren
Wie versteht sich die Liebe
Mit Prinzipien überlege ich
Unsicher ob ich die Antwort
Nun wirklich hören möchte
Was ist wirklich wichtig im
Leben außer der Liebe aber
Was heißt das wenn sie 
Linke Antisemitin wäre die
Hamaspropaganda vom
Völkermörder verbreitet
Orientalische Märchen glaubt
Würde ich dann still gehen 
Oder einen Skandal machen 
Die eben noch Liebe anklagen
Oder wenn sie sich plötzlich als
Gläubige Impfgegnerin offenbart
Dann lieber schnell weglaufen
Oder ist die Liebe stärker als
Alle kritische Vernunft noch
Überlege ich und enthielte mich
Am liebsten was nicht geht ohne
Zu wissen wo die Grenze liegt
Die ich so wenig kenne wie
Den einzig richtigen Weg
Habe also eher keine Ahnung
Ignoriert mich lieber damit alle
Am Ende genug bekommen
Will noch wer etwas Liebe 
Wohin auch immer denk ich
Und liebe es von allen Seiten
Ignoriere den ganzen Rest
Lieber der Liebe wegen
Wird schon gut so sein

jens tuengerthal 23.6.26