Dienstag, 12. Mai 2026

Liebeslektionen

Liebeslektionen

Die Liebe erteilte mir viele
Lektionen und lehrte mich
Was zu tun ist um dabei
Glücklich zu bleiben leider
Meist erst wenn es schon
Zu spät und vorbei war
Auch ist was ich lernte ja
Im konkreten Fall nie mehr
Anwendbar weil jede Frau
Anders ist auch wenn alle
Am Ende das gleiche sagen
So ziemlich zumindest was
Noch in Erinnerung blieb
Aber die Liebe die wirklich
Noch nachdenken lässt
Taugt ohnehin selten viel
Und verliebt denken wir
Nur darüber nach wie wir
Uns besonders nah kommen
Da helfen keine Lektionen
Eher noch die Natur mit
Feingefühl und Technik
Das haste oder lernste nie 
Aber theoretisch hat die 
Liebe mich vieles gelehrt
Wüsste ich nur noch was 

jens tuengerthal 12.5.26

Lektürentagebuch 12.5.26

Lektürentagebuch 12.5.26

Noch in der Nacht gestern von
Gilbert White über die Erkundung
Von Selborne vom 12. März 1768
Über Luftlöcher der Hirsche gelesen

Würde jemand schreibt er dabei an 
Thomas Pennant Esquire den Kopf
Eines Dammhirsches sezieren könnte
Er die Luftschlitze neben dem Auge

Entdecken die es ihm ermöglichen
Auch beim Trinken zu atmen wenn
Die Schnauze ganz im Wasser steckt
Auch beim Rennen bekäme er so 

Mehr Luft als durch Maul und Nase
In einer Anmerkung steht noch dass 
Pennant ihm ein gleiches auch für
Antilopen bestätigt die damit riechen

Zusätzlich zitiert er dazu noch einen
Alten Griechen der von vier Löchern 
Zum Atmen schrieb während ein 
Aristoteles nur darüber spottete

Dieser meinte es sei ein Gerücht
Dass Ziegen durch die Ohren atmen
Könnten doch so fern liegt ein solcher
Gedanke scheinbar doch nicht mehr

Jedoch irrte hier wohl White denn 
Die Voraugendrüsen der Hirsche
Dienen nur der Reviermarkierung
Sind nicht zum atmen gedacht 

Bei Erwin Seitz über Bonifatius den
Apostel der Deutschen gelesen wie
Dessen katholische Auslegung noch
Kritisch geprüft die vieles auslässt

Sicher trug der angelsächsische
Gelehrte der zur Christianisierung
Nach Sachsen zog auch einiges zur 
Verfeinerung der Deutschen bei

Die von ihm oder in seinem Auftrag
Gegründeten Klöster und Bistümer
Wie Fulda Fritzlar Erfurt und noch
Wurden damit auch zu Städten

Doch die unkritische Darstellung
Eines Missionars der auch vor der
Züchtigung der Sünder nicht
Zurückschreckte ist mindestens naiv

Seine Empörung gegenüber dem
Papst über die Beischlafgewohnheiten
Fränkischer Fürsten sind peinlich nur 
Sein Scheitern in Friesland wird von 

Seitz nur beim ersten mal erwähnt
Während seine Ermordung wieder
Als Raubüberfall unkultivierter Friesen
Historisch falsch dargestellt wird

Der rituelle Angriff auch auf Bücher
Aus seinem Besitz zeigt dass die
Friesen sehr bewusst den christlichen
Glauben des Missionars abwehren

Die Bücher wurden danach gepfählt
Nicht wie die Legende behauptet im
Kampf als Schild hochgehalten der
Alte Bischof war da schon über 80

Am Rande nur erwähnt Seitz das
Bündnis fränkischer Fürsten mit
Der katholischen Kirche um so
Eine geistige Klammer zu haben 

Dass Bonifatius der eigentlich als
Wynfreth geboren wurde bewusst
Nicht Bischof von Köln wurde was
Er dringend versucht hatte wird 

So verschwiegen wie zu Mainz dann
Fälschlich behauptet wird er sei dort
Erzbischof gewesen was falsch ist
Seine Bedeutung nahm wohl ab 

Ob das daran lag dass fränkische
Fürsten genug von seiner steten
Moralischen Belehrung hatten ist
Seitz keinen Gedanken wert

Das ganze Bild von Bonifatius was
Seitz vermittelt ist eher auf dem 
Unkritischen Niveau noch einer
Bayerischen Volksschule geblieben

Ob das an der eigenen Erinnerung
Des in Franken geborenen Autors
Liegen könnte weiß ich nicht aber
Es ist sicher nicht historisch kritisch

Auch die völlige Ignoranz gegenüber
Älteren Kulturen am Ort weicht hier
Der katholischen Lüge dass erst mit
Dem Christentum die Kultur kam 

Dies entspricht der geistigen Haltung
Der Taliban in Afghanistan oder auch
Al Qaida die Buddhas und Tempel
Sprengten für den wahren Glauben

Genau dieses totalitär katholische
Denken beherrscht Europa noch
Bis heute in der Behauptung vor
Der Kirche gab es keine Kultur

Der persönliche Geschmack des
Autors sollte zwar bei der Betrachtung
Seines Werkes egal sein wenn es
Dieses nicht seltsam beeinflusst 

Hier schreibt ein wohl katholischer
Biertrinker der seltsam genug auch
Noch Moselwein schätzt über die nur 
Katholische Sicht auf deutsche Kultur

Entsprechend schlicht ist auch das 
Ergebnis erschreckend einseitig aber
Gibt guten Grund zur weiter kritischen 
Auseinandersetzung noch weiter mir 

Wieder in die Arktis geht es mit dem
Grafen Krockow der weiter für Cook
Wie Georg Forster phantasiert was
Vermutlich ungemütlich nun wird 

Eisig öde im meist Nebel bei sehr
Getrübter Stimmung ertragen alle
Den letzten Vorstoß nach Süden
Mehr als sich darüber zu freuen

Schön beschrieben wird die weitere
Annäherung von Sam und Georg
Der staunt als er von dessen Leben
Als Straßenjunge nach dem Tode

Seiner Mutter Geschichten auch zur
Prostitution für Essen hören muss
Was ihm zeigt wie schwer es doch
Manche Menschen im Leben hätten 

Irgendwann erreichen sie nochmal
Den Polarkreis dahinter begann eine
Riesige Eiswand und nun hat auch
Kapitän Cook genug vom Eis

Die Geschichten dieser Fahrt ins Eis
Mit allen riskanten Abenteuern ist
Schön erzählt und pädagogisch nicht
So platt wie die vorigen Male

Denke der Lerneffekt ist höher wenn
Du nicht erst gegen die Reflexe nicht
Belehrt werden zu wollen dabei noch
Ankämpfen musst was allen gut täte

Zum Abschluss des Lesetages noch 
Etwas wunderschönes gegönnt die
Liebesgeschichte von Paul und Siri 
Wie alles auf einer Party anfing 

Siri Hustvedt erinnert sich in ihren 
Ghost Stories wie sie Paul Auster
Auf einer Party kennenlernte in
New York sich sofort in ihn verliebte

Wie sie ihren Bekannten der 
Zumindest wusste wer Paul war
Bat sie einander vorzustellen 
Der J genannte Freund dann 

Einfach von der Party verschwand
Sie mit Paul noch in einer Bar war
Er sie zum ersten mal küsste als
Sie auf ihr Taxi wartete und es

Wohl gut war wo er wohnte und
Wie alle sich nach ihr umdrehten
Der großen Blonden dort im Italo
Viertel wo sie so richtig auffiel

Erzählt vom ersten Besuch
Bei seinen Eltern und wie sie sich
Dort anzog um protestantischen
Norwegischen Schwiegereltern

Gut zu gefallen nicht für eine eher
Fröhlich aufgedrehte jüdische
Mutter die knallig bunt und eher
Aufgedreht interessiert noch war

Erinnert sich an die Reise die er 
Ihr zum gemeinsamen 100. 
Geburtstag also ihrem 46. und 
Seinem 54. nach Florida schenkte

Was auch 20 Jahre Siri und Paul war
Den sie mit 26 kennenlernte und ist
Wieder mit zärtlicher Liebe so schön 
Geschrieben dass es mich sehr rührte

Auch die Geschichte der zwei Briefe
Die sie ihm schrieb als er sie verließ
Um zu Frau und Kind wieder zurück
Zu gehen also auf und ab auch

Große Liebe geht gerne auch ganz
Krumme Bahnen um sich zu finden
Verlässt sich um sich zu finden und
Bis zum Ende dann doch zu bleiben 

Das ist mit Humor und die eigenen
Lücken der Erinnerung gestehend -
Paul hätte es bestimmt noch gewusst
Eine ganz echte Liebesgeschichte 

Hier pausiere ich das Kapitel bis
Morgen oder übermorgen um mir 
Ihre Liebesbriefe an Paul noch
Als Bonbon etwas aufzusparen

Sie nimmt uns Leser mit in das
Große Gefühl hinein was diese
Liebe so zauberhaft lange trug
Von den beiden Dichtern

jens tuengerthal 12.5.26

Seinsfragen

Seinsfragen 

Was bin ich fragt sich
Und wenn ja wieviele
Welches Schweinderl
Hättens gerne fragte
In meiner Kindheit noch
Robert Lembke die Nation 
Die Kant viel früher schon
So infrage stellte ohne je
Gewissheit zu haben als
Zumindest sicher zu sein
Unaufgeklärt unmündig 
Selbstverschuldet zu bleiben
Was natürlich nur für alle galt
Denen es nicht an Verstand
Mangelte um zu begreifen 
Was nie allgemeines Gesetz
Für jedermann werden wird 
Was für jede Frau natürlich
Heute entsprechend gilt egal
Ob wer es begriffen hat bin ich
Ohne Schwein gehabt zu haben
Zufrieden mit dem was ist als
Nichts als da

jens tuengerthal 12.5.26

Normalverrückt

Normalverrückt

Bin ich noch normal 
Sind die anderen alle
Verrückt und was ist
Der Maßstab dafür
Überlege ich ohne mich
Dabei schon zu fragen 
Was erstrebenswert ist
Um damit zu leben ob
Der ganze Wahnsinn
Noch lohnt oder weniger
Als viele normal denken
Was Seinsfragen stellt
Deren Antwort befremdet 
Oder auch wahlweise
Verrückt machen kann
Dächten wir kritisch über
All das nach was täglich
Normaler Wahnsinn uns 
Eben ist unhinterfragt nur 
Manche fragen sich eben
Was für sie normal ist
Macht sie aber verrückt 
Anderen unverständlich
So stehen sie meist eher
Daneben als Beobachter 
Des ganzen Wahnsinns 
Was andere befremdet ist
Für mich normaler Wahnsinn
Weil wer daneben steht eben
Seinen Standort verrückte
Kann nichts mehr normal sein

jens tuengerthal 12.5.26

Montag, 11. Mai 2026

Lektürentagebuch 11.5.26

Lektürentagebuch 11.5.26

In den Ghost Stories von Siri Hustvedt
Einen weiteren Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen über
Die Künstlerkarriere seiner Mutter

Wie Sophie Gesangsunterricht nahm
Dann auch noch Schauspielunterricht
Eine noch bessere Gesangslehrerin
Bekam und klassisch singen lernte

Warum sie so gut aus ihrer Brust
Singen kann eine starke Stimme hat
Ihre Lehrerin als sie mit 14 vorsang
Dachte sie wäre sogar schon 16

Er schwärmt von Sophies Talent wie
Ihrer Fähigkeit auch Niederlagen beim
Film gut wegzustecken deren einige
Kamen weil Hollywood Blondinen mag

Wie sie nach diesen Versuchen ihrer
Karriere als Sängerin endlich begann
In Europa erfolgreicher als in den 
USA dabei schon immer war

Gerade tourt sie durch Deutschland
Konzertierte auch in Prenzlauer Berg
Nur wenige hundert Meter von hier
Denke ich und freue mich darüber

Nie habe ich als Fan das Leben
Irgendwelcher Musiker studiert
Jetzt komme ich bei Sophie durch
Pauls Briefe dazu und es ist schön 

Es ist gut zu sehen wie lebendig
Die Figuren großer Literatur werden
Wieviel Liebe in diesen Briefen des
Großvaters an den Enkel steckt

Auch seine Begeisterung für den
Weg seiner Tochter der kein einfacher
Würde ist in jeder Zeile spürbar die
Der sterbende Paul für Miles schrieb 

Wenn Eltern ihren Kindern etwas mit
Auf den Weg geben können ist es
Das Vertrauen in eigene Fähigkeiten
Was diese Briefe wunderbar zeigen

Im großen Traum von Bildung des
Grafen Christian von Krockow ging es
Mit Forster und Cook diesmal nach 
Neuseeland und Tasmanien dazu

Kleine Abenteuer mit Eingeborenen
Die wieder diebisch sind was Forster
Pädagogisch klug rechtfertigt dabei
Aber mal wieder aus der Zeit fällt

Auch die Cook hier unterstellten 
Gedanken wirken eher pädagogisch
Als authentisch und passen in das
Bild das Krockow vermitteln will

Es liest sich nett aber bringt keine 
Große Spannung auch bei der
Beschreibung des überstandenen
Orkan die wenig neues dann bietet 

Botanisierung und Eingeborene aber
Keine schönen Prinzessinnen dafür
Die Bestätigung für Kannibalismus 
Auf den Vater Forster hysterisch eher

Reagiert und Cook natürlich ganz
Cool und abgeklärt und es fragt sich
Wie wir manche Tiere essen aber
Bei Menschen Probleme haben 

Die Darstellung der Personen in den 
Fiktiven Tagebucheinträgen ist nicht
Sehr glaubwürdig dabei diesmal
Werde es im Original noch lesen

Die Absicht von Krockow ist ja gut
Seine Versuche der Umsetzung die
Den Leser für dumm verkaufen sind
Dabei eher weniger noch tauglich 

Frage mich als Autor was will der
Autor Krockow mit dieser Pädagogik
Auf Volksschulniveau erreichen vom
Großen Traum von Bildung

Hasen gäbe es ja nicht mehr in der
Hasenheide meint Franz Hessel der
In Spazieren in Berlin von dieser mit
Auch historischen Details erzählt

Wie es eine kurfürstliche Anordnung
Schon 1586 zu den Hasen gab auch
Friedrich Wilhelm I der Vater vom 
Später Alten Fritz anordnete es soll

Löcher im Zaun geben damit die
Hasen durchschlüpfen könnten wie 
Dann der Park der vor dem früher
Flugfeld Tempelhof liegt zu einer

Beliebten Vergnügungsstätte wurde 
An der zum Essen wie zum Tanz noch
Geladen wurde und was es hier alles
An Vergnügung für das Volk noch gab 

Hier hätte er erinnert sich Hessel
Das erste mal von Dante gehört
Bei einem der auf Gruselbildern im
Panoptikum in die Hölle blicken ließ

Von Turnvater Jahn erzählt er der hier
Die Wehrertüchtigung im Widerstand
Gegen Napoleon übte was ihm aber
Bald eher übel genommen wurde 

Erst nach 1848 gründeten sich die
Turnvereine und Verbindungen im
Ganzen Land und kam die Büste
Mit dem Denkmal mit vielen Steinen

Heute gibt es keinen Jahrmarkt mehr
Auch keine Lokale in der Hasenheide
Die ein schöner Park mit einem dazu
Abgegrenzten Hundeplatz wurde

Hasen könnte es gelegentlich geben
Es ist ein beschaulicher schöner Park
Neben dem riesigen leeren Fluggeld
Die einen kleinen Spaziergang lohnt

jens tuengerthal 11.5.26

Misstrauensende

Misstrauensende

Endet mit Misstrauen die Liebe
Oder belegt sie nur das bereits
Vorherige Ende weil sie zeigt
Dass fehlt was Liebe braucht um
Überhaupt sein zu können weil
Liebe das Vertrauen voraussetzt 
Es keinen anderen Beleg gibt 
Überlege ich und weiß aber
Lange schon dass ohne
Vertrauen nichts mehr ist
Was den Namen Liebe noch
Verdiente und dennoch werden
Trotz Misstrauen noch viele
Beziehungen weitergeführt
Halten zu viele Eifersucht
Für einen Ausdruck von Liebe
Die doch nur das Gegenteil
Belegt Misstrauen zeigt von
Besitzdenken mehr erzählt
Vielleicht täte es der Liebe gut
Würden wir mehr vertrauen
Damit sie auch sein kann

jens tuengerthal 11.5.26

Liebesverzeihung

Liebesverzeihung

Liebe verzeiht gerne und alles
Macht damit glücklich schenkt
So uns größte Zufriedenheit

Wir vertrauen auf ein Gefühl
Das höchstes Glück bedeutet
Warum Verzeihung mehr bringt

Wo wir nachtragend uns damit 
Schwer tun oder pädagogisch
Pokern um zu erziehen geht es

Nicht mehr um Liebe sondern 
Den Erhalt von Beziehungen
Was besser weg kann weil es

Der Liebe nie gut tut wären wir
In solchen Fragen je vernünftig
Wüssten wir Gefühl kann nur 

Mit Vertrauen weiter existieren
Aber lieber als uns verlorene
Wirklichkeit einzugestehen je

Lügen wir uns etwas vor von
Der Zeit die alle Fragen klärt
Was sie auch wirklich dann tut

Nur anders eben als gedacht
Ohne Verzeihung ist Erledigung
Lange vorher eingetreten wir

Verwalten nur die Reste als ob
Was vermutlich menschlich ist
Den Schmerz nur länger streckt 

Weil Liebe gerne alles verzeiht 
Halten wir auch das Nichts noch
Länger hoch als irgend nötig aber

Ohne Vertrauen blieb keine mehr
Was vieles einfach macht statt
Sich unnötig weiter zu quälen

Liebe ist Vertrauen und Verzeihung
Wollen und ohne ist nichts mehr was
Der Rede hier weiter noch wert wäre

Ach wären wir doch liebend nur je so
Vernünftig wie die Verse so klingen
Das Leben könnte so einfach sein

Stattdessen quälen wir uns weiter mit
Verlorenen Träumen von ewiger Liebe
Dabei ist alle Natur endlich außer wir

Sterben aus Versehen vorher dann 
Sind wir nie wieder lebendig wie die
Liebe ohne Vertrauen immer weg ist

jens tuengerthal 11.5.26

Unschuldig

Unschuldig

Schuld zu sein
Heißt die Verantwortung
Tragen müssen für etwas

Einen Verstoß gegen Gesetze
Normen oder Moral was dann
Strafrechtliche Verantwortung 

Oder zivilrechtliche Haftung
Auch ein Gefühl von Reue weckt
Nicht mehr unschuldig sein lässt

Wie lange währt danach noch
Die deutsche Schuld für die
Taten des Nationalsozialismus

Für die Taten der Nazis
Trägt keiner der nach ihrer
Zeit geboren ist Verantwortung

Alle die nicht Täter oder Helfer
Waren von denen immer weniger
Noch leben trägt persönlich Schuld 

Aber Deutschland als Staat
Die Bundesrepublik als Erbin
Des Deutschen Reiches trägt

Rechtlich die Verantwortung
Für den Ausgleich der Schäden 
Wer den Schatz des Vermögens

Vom Reich übernahm muss auch
Die Schulden immer bezahlen
Und Mord verjährt nie

Darum ist kein Deutscher berechtigt
Einen Schlussstrich zu fordern 
Außer er schlägt das Erbe aus

Was das Ende unserer Geschichte
Damit wäre nach dem nichts bliebe
Solange sich wer Deutscher nennt

Wird sein Staat für die in seinem
Namen begangenen Verbrechen
Auch logisch haften müssen

Dies anzuerkennen befreit von
Der Illusion es gäbe ein Ende der
Geschichte und einen Neuanfang

Alle Geschichte ist Teil unseres Seins
Sie hat kein Ende und auch keinen
Anfang sondern währt darum ewig

Doch trägt meine Tochter so wenig
Wie ich für die Verbrechen in der
Zeit des Nationalsozialismus noch

Persönliche Schuld auch meine
Eltern waren noch zu jung dafür
Persönlich haften zu müssen 

Die Generation meiner Großeltern
Könnte persönlich schuldig sein
Weil sie erwachsen in dieser Zeit

Haben sich nach meinem Wissen
Zum Glück nicht persönlich noch
In dieser Zeit schuldig gemacht

Die meisten noch lebenden
Deutschen sind darum unschuldig
An den begangenen Verbrechen 

Aber ihr Staat der das Erbe antrat
Muss für alle Forderungen haften 
Bis jede Schuld beglichen wurde

Aus der historischen Schuld aber
Wächst ein mehr an Verantwortung
Für das nie wieder für alle Zeit

Keine junge Deutschen sind noch
Schuldig aber sie tragen immer
Die Verantwortung für ihr Erbe

Ihnen diese Verantwortung auch
Zuzutrauen zeugt von Reife dem
Einzig verdienten nationalen Stolz

Wer sich seiner auch historischen 
Verantwortung bewusst ist zeigt sich
Als guter Europäer für die Zukunft

Es wird nie einen Schlussstrich von
Deutscher Seite geben können aber
Immer ein mehr an Verantwortung

Wer diese auch übernimmt kann 
Sich auch unschuldig fühlen weil
Verantwortung getragen wurde

Wir Eltern können den Kindern dies
Mehr an Verantwortung vorleben um
Der Freiheit Flügel zu geben

jens tuengerthal 11.5.26

Sonntag, 10. Mai 2026

Lektürentagebuch 10.5.26

Lektürentagebuch 10.5.26

Nochmals Zeit und imaginierte Zeit
Heißt das Kapitel in Ghost Stories 
Von Siri Hustvedt in denen ein Bild
Von Miles ihrem Enkel auf dem

Schoss von Sophie Thema ist
Auf dem Paul im März 2024 noch
Vor dem Todesurteil zu sehen ist
Beim Schreiben der Briefe an Miles

Für sie ist es nun zuerst ein Bild
Von Paul und sie erinnert sich wie
Wunderbar er schwärmen konnte 
Sie immer die Schönste für ihn war

Wie sie mit Sophie nach seinem Tod
Darüber spricht und sich fragt wer 
Sie beide jetzt so vollkommen findet
Sie das wohl selber nun tun müssen

Aber weiß doch auch dies ist nun
Für immer verloren und so wird die
Geschichte vom Brief von Pauls 
Lektorin die ihn so unschuldig nannte

In einer lyrischen Mail für sie zum
Gedankenanstoß über seine große 
Unschuld nachzudenken die sie nie
So genannt hätte aber plötzlich sieht

Wie er voller Begeisterung noch für 
Sie Sophie und Spencer Ostrander
Den Mann von Sophie schwärmte
Auch dessen Familie hoch lobte 

Er war wohl wie mein Vater und ich
Früher noch ein echter Euphoriker
Der sich voller Gefühl begeisterte
Ohne jeden Arg schwärmen konnte

Dieser Ausdruck seiner Liebe die
Eben bedingungslos war ist es
Was ihr gefühlt am meisten fehlt 
Zugleich noch immer erfüllt

Wie sie dieses große Gefühl des 
Glücks im Schatten seiner Liebe
Gelebt zu haben weiterleben lässt 
Macht Ghost Stories so zärtlich schön

Es ist nicht nur Erinnerung an einen 
Toten sondern vielmehr das Denkmal
Einer großen weil bedingungslosen
Liebe was wunderschön dabei bleibt


In den Buddenbrooks kommt es zum
Lange erwarteten Eklat zwischen
Thomas und Christian bei dem der
Ältere den jüngeren zusammenfaltet 

Tom war gerade nach dem zweiten
Frühstück vom Lesezirkel für Herren
Zurückgekehrt und kochte merklich
Vor lauter angestauter Wut noch

Als sein Bruder Christian gemütlich
Am frühen Nachmittag schon aus dem
Club pfeifend den Stock schwingend
Ins Kontor kommt und Tom ihn nun

In den Garten bittet und ihn dort für
Die Aussage bei Licht besehen sei 
Doch jeder Kaufmann ein Ganove
Autoritär zusammenfaltet was der

Bruder zunächst gewohnt gelassen 
Erträgt weil es doch nur ein Scherz
Gewesen sei der aber meint Tom 
Der Ehre des Hauses schadete

Der korrekte verheiratete Kaufmann
Regt sich über den Spaßvogel der
Sich und die Firma damit lächerlich
Machte immer mehr auf und warf

Am Höhepunkt Christian hinaus
Worauf dieser endlich empört auch
Widerworte gab so müsse er sich
Nicht behandeln lassen er ginge 

Nun kann sich Tom wieder beruhigen
Schlägt vor Christian sollte sich mit
Seinem Erbteil in einer Hamburger
Firma einkaufen was auch geschieht

Zum Abschied von Christian am
Bahnhof kommen alle Herren aus 
Dem Club und ihm wird ein Orden 
Vom Bordell am Hafen verliehen

So endet eine Situation die für 
Tom unerträglich geworden war
Seinen Wünschen und Plänen gemäß
Nachdem auch Christian sich empörte

Hier fragt sich der Leser natürlich wie
Nah hier der da noch nicht Konflikt der
Brüder Heinrich und Thomas lag der
In den Bekenntnissen Ausdruck fand

Dabei schrieb Thomas Buddenbrooks
Während Heinrich den Untertan noch
Gemeinsam in Rom da schrieb was 
Fragt wer hier was unterdrückt

Weiter geht es im Zauberberg mit dem
Gespräch von Settembrini und Hans
Castorp bei dem Thomas Mann schon
Im Namen Castor und Pollux vereinte

Was ein deutliches Zeichen seines
Feinen immer wieder urkomischen
Humors ist in dem heute manche
Biografien nur noch den verklemmten

Schwulen sehen wollen als sei es
Das bedeutendste Merkmal so kluger 
Wie gebildeter Literatur wohin der
Autor seinen Schwanz stecken will

Dafür den tiefgründigen Humor der
Viel von Selbstironie hat verkennen
Ein spätes Coming-out eines eher
Verklemmten Spießers zu entdecken

Gerade in diesem Gespräch mit dem
Italiener Settembrini zeigt sich der
Witzig kluge Kopf Manns in der Art
Der Argumentation der Protagonisten 

Während Settembrini argumentiert er
Verkehrte wohl noch nicht in Kreisen 
Von Schauspielern von denen auch
Manche die Könige perfekt spielten

Aber persönlich völlige Versager sein 
Ohne alle königliche Würde dabei was
Den stotternden Mynheer Peeperkorn 
Als nur Narren bloßstellen möchte

Worauf Hans wieder in eine so kluge
Wie humorvolle Apologie für den
Holländer wie sein eigenes natürlich
Anderes Wesen philosophisch gerät 

So mag der andere inhaltlich ein 
Schwätzer sein der dennoch die
Menge seiner Anhänger um sich
Versammle auch mit nur Floskeln

Auch sei sein eigenes Blut weniger
Hitzig als das des Italieners warum
Er auch in Fragen der Liebe oder
Konkurrenz keine Leidenschaft zeige

Hierauf weiß der Aufklärer nun mit
Kritischer Vernunft nichts mehr zu
Sagen ohne selbst überführt zu
Werden weil Hans so klug war

So findet auch Settembrini zu einem
Versöhnlichen Ende des Disput ohne 
Sich oder die Aufklärung zu verraten
Streitet dafür erneut danach mit

Seinem Opponenten Naphta über den
Revolutionären oder reaktionären 
Charakter der Religion im Wesen 
Was wieder amüsant werden dürfte


Doch verlassen ich Davos an dieser
Stelle um lieber nach Ägypten noch
Auf einige Seiten weiter bei Mann zu
Joseph und seine Brüder zu reisen

Im Kapitel die Bedrohung geht es um
Das was die Geschichte berichtet als
Die der biblische Text gemeint ist 
Nach dem das Weib des Potiphar 

Die hier Mut gehießene weiter in ihn 
Drang er solle doch endlich bei ihr
Schlafen was mit natürlich meint 
Wonach ihr Schoss wohl schreit 

Sie drängt also danach er möge
Nun endlich in sie eindringen 
Um mit ihr eins zu werden was 
Sie immer deutlicher wünscht

Er gab ihr also Gelegenheit was 
Natürlich ist weil sie die Herrin war
Was wie Mann humorvoll erläutert
Ein weiblicher Herr natürlich wäre

Sie konnte ihn befehlen wie sie es
Gerade wollte und ihr gefiel nur 
Sie zu begehren zu befehlen gelang
Auch der ägyptischen Herrin nicht

Außerdem hatte er ihr versprochen
Sie in dieser Angelegenheit so gut
Zu trösten wie er nur könne auch aus
Schlechtem Gewissen dabei noch

Vor allem aber sah er es als Auftrag
Zur Verteidigung seines Gottes gegen
Die ägyptischen an warum er alles
Wagte wie sich der Gefahr aussetzte

Dazu kamen vermutet man mit Humor
Wie Lebenserfahrung noch Neugier
Mit Leichtsinn der ihn die Lage noch
Weiter genießen ließ trotz Gefahr 

Dabei provozierte sie ihn immer weiter
Wenn sie sich schon liebten und im
Geheimen sahen könnten sie dieses 
Gefühl genauso gut vollziehen

Wenn er sich dieser Logik mit Treue 
Entzog begann sie ihm mit seiner 
Schwachen Männlichkeit zu necken
Was sie natürlich nicht glaubte

Im Gegenteil wollte sie doch nur
Endlich diese Männlichkeit inmitten
Ihrer erhitzten wohl feuchten Lenden
Spüren ihn so nur mehr reizen

Sich dem immer wieder gegen alle
Vernunft auszusetzen war zumindest
Ein riskantes Spiel von Joseph was 
Den Wagemut vorwerfbar macht

So umkreist Mann langsam den 
Gipfel der Angelegenheit den die
Bibel nur sehr kurz abhandelt dabei
Geht es um nichts als geilen Sex

Sie verspricht ihm solchen und als
Er auch diesem Angebot widersteht
Erklärt die ältere Frau ihn für impotent 
Um das Gegenteil ihr zu beweisen

Wer je mit Damen zu diesem Thema
Mit Mitteln der Vernunft argumentierte
Wird wissen wie bescheiden längst 
Die Aussichten von Joseph wurden 

jens tuengerthal 10.5.26

Mutterliebe

Mutterliebe

Ist Mutterliebe natürlich
Oder steht sie im Verhältnis
Zum Verhältnis das wir haben
Also im üblichen auf und ab
Könnte also auch unter den
Schlechtesten Bedingungen
Erlöschen von beiden Seiten
Was immer tragisch ist wie
Die einseitige Liebe dabei
Eher einsam macht warum
Besser tut sie als natürlich
Zu nehmen und zu geben
Als Liebe eben die bleibt

jens tuengerthal 10.5.26