Dienstag, 20. Oktober 2026

Lektürentagebuch 19.10.26

Lektürentagebuch 19.10.26

Weiter in Dreihundert Männer von 
Konstantin Richter gelesen was ganz
Unterschiedliche Entwicklungen ab 
1870 in Deutschland schildert

Zunächst von Georg Siemens bei der
Deutschen Bank dessen Pläne weit 
Über die Absichten der Gründer im
Aufsichtsrat hinausgingen die sich

Als Privatbankiers keine Konkurrenz
Im Inland schaffen wollten und wie
Die Deutsche Bank dann doch weit
Über die bloße Unterstützung des 

Außenhandels hinausging und in
Allen Bankbereichen tätig wurde 
Im Ausland investiert wie auch zur
Hausbank der Industrie hier wird 

Sie nimmt dabei zunehmend Einfluss 
Auf die Volkswirtschaft in Deutschland
Dies ahnend schreibt er an Elise dass 
Er dabei sei einflussreich zu werden

Sie könnte in zehn Jahren eine sehr
Angesehene Frau werden um die sich
Viele auch um seinetwegen viel Mühe
Geben werden ob ihr das wohl gefiele

Es gefällt ihr und 1872 heiraten dann
Elise Görz und Georg Siemens und
Ziehen in eine kleine Wohnung nahe 
Dem Tiergarten er ist noch nicht reich

Innerhalb weniger Jahre entwickelt
Sich die Wirtschaft rasant und die
Gehälter steigen entsprechend das
Leicht verdiente Geld wird angelegt

Alle beteiligten sich an den neuen
Aktiengesellschaften um rasch reich 
Zu werden doch hat der Aufschwung
Nicht nur Gewinner die Mieten steigen

Eine Zwangsräumung durch einen 
Gerichtsvollzieher in Friedrichshain
Führt zu tagelangem Unruhen bis
Die Polizei die Ordnung wieder hat

Alfred Krupp sehnte sich nach Ruhe 
Hatte wohl was wir heute als ein
Burnout bezeichnen und geht auf Rat 
Seiner Ärzte mehrere Monate in Kur

Aus Essen wo er gerade seine Villa 
Hügel bauen lässt geht es in das
Seebad Torquay in England und er
Ärgert sich dort über das Wetter

Weil er zuhause am Kamin sitzt
Schreibt er lange Briefe an seine
Geschäftsleitung in Essen und
Ärgert sich aber entwickelt auch

Ein General Reglement für seine
Firmen die immer größer werden
Auch durch den Bau von Kanonen 
Um alles immer in Ordnung zu haben

Die Fragen die Krupp sich in seiner
Kur stellt sind auch bei anderen etwa 
Siemens & Halske in Berlin vakant die 
Zur Weltfirma erfolgreich aufstiegen 

Sie haben nun über 1500 Mitarbeiter 
Dennoch will Werner Siemens noch
Alles unter Kontrolle haben und setzt
Verwandte international auf Posten

Von den elf Geschwistern werden
Sechs von neun Brüdern in seinem
Unternehmen International tätig mit
Erfolg einer gründet eine Glashütte

Dies zwar in Dresden aber finanziert 
Von Werner und so bleibt alles lang
In den Händen der Familie Siemens
Wie gut das Siemens auch immer tat

So hat mein Urgroßvater noch mit
Carl von Siemens damals auch
Die Elektrifizierung von Ostfriesland
Mit einem Torfkraftwerk geplant

Nach der Rückkehr von Krupp aus
England hat die Geschäftsführung
Das Generalreglement noch immer
Nicht fertig und verschleppt es weiter

Dann erfahren wir dass 1872 auch 
Gustav Freytag den ersten Band
Seines Riesenwerkes Die Ahnen
Veröffentlicht während gleichzeitig

Felix Dahn an seinem Kampf um Rom 
Noch arbeitet und Anselm Feuerbach
Die Amazonenschlacht in der zweiten
Fassung vollendet also große Stoffe 

Die das Bildungsbürgertum noch lang
Beschäftigen werden jedoch spiegelt
Sich die wirtschaftliche Entwicklung
Darin noch nicht wieder mit nur einer

Ausnahme Adolph Menzel besucht in
Oberschlesien ein Eisenwalzwerk
Woraus ein monumentales Gemälde
Entsteht was sich heute noch in der

Berliner Alten Nationalgalerie findet
Das Werk ist Teil einer neuen AG des
Montan Unternehmers Hugo Graf 
Henckel von Donnersmarck

Im September 1872 ist endlich das
General-Regulativ für Krupp fertig
Widersprüchlich wie der Unternehmer
Mit teils peniblen Anweisungen wie 

Das Verbot während der Arbeit noch
Zeitung zu lesen zugleich aber zeigt
Es eine wegweisende großzügige
Sozialpolitik mit Krankenkassen 

Pensionskassen Krankenhäuser und
Bewahranstalten und nimmt auch das
Betriebliche Vorschlagswesen vorweg
Krupp fordert und fördert zugleich

Im März 1873 brach die Wiener Börse
Zusammen im September New York
Bis zum Oktober auch Berlin hier ging
Heinrich Quistorps Bank konkurs

Es kam bis zum Ende des Jahrzehnts
Zu einem massiven Einbruch der
Wirtschaft doch schlimmer noch 
Waren psychologische Auswirkungen

Konservative fühlten sich in ihrem
Antisemitismus bestätigt gegen den
Liberalen Kapitalfluss andere waren
Lange zutiefst verunsichert infolge

Die Klage über schlimme Zustände 
Wurde den Unternehmern zur steten
Gewohnheit sie beschwerten sich halt
Hörten auch nicht auf als wieder gut

Das typische deutsche Unternehmen
Sei eine Geburt der Gründerzeit aber
Erst Jahre nach dem Krach bildeten
Sich die Merkmale die noch blieben 

Den Klagen dieser Unternehmen folgt
Auch Kanzler Merz noch mit seinem 
Ständigen Klagen und nörgeln ob
Das an Blackrock liegt ist unklar

Auf den wilden Boom folgte nun der
Organisierte Kapitalismus alles muss
Stets in guter Ordnung deutsch sein
Was noch in vielen heute in weiterlebt

Das spätere Sommerhaus der Familie
Wallich des Gründungsdirektor der
Deutschen Bank steht heute noch
Nach der Glienicker Brücke direkt

Eine fröhliche Turmvilla erbaut im
Italienischen Stil heute cremefarben 
Mit leider sehr deutscher Geschichte
1878 von Hermann und Anna Wallich

Erworben an den Sohn vererbt der
Sich auf der Flucht von den Nazis
Von der Hohenzollernbrücke in Köln
Stürzte seiner Frau gelang die Flucht

Die Nachkommen bekamen das Haus
Dann 1994 zurück aber konnten 
Die Sanierung nicht bezahlen und
Verkauften an einen Bauunternehmer

Dessen Pläne moderne Stadthäuser 
Zu errichten scheiterten an Behörden
Die Villa verwahrloste der Investor 
Drohte das Haus abreißen zu lassen

Schließlich kaufte Mathias Döpfner
Der CEO von Springer gemeinsam
Mit dem Investmentbanker Leonhardt
Fischer das Anwesen und sanierte

Er ließ ein Museum dort einrichten
Wie es Superreiche ja gerne heute
In Potsdam tun bei der Eröffnung
Sprach auch Angela Merkel noch

Nur von Familie Wallich war dabei
Nicht einmal die Rede der eine der
Gründungsdirektoren der immer noch
Deutschen Bank war vergessen

jens tuengerthal 19.10.26

Montag, 19. Oktober 2026

Regierungseinbildung

Regierungseinbildung 

Das Problem der Politik ist immer
Sie hält sich für bedeutender als
Diese Leitung der Verwaltung je war
Warum sie immer wieder ganz große
Pläne zur Rettung der Welt entwerfen
Die nur deren Scheitern belegen 
Statt etwas zum besseren zu wenden
Gute Politik wäre dezent und leise
So sparsam wie nur irgend möglich
Erledigte einfach ihre Arbeit sauber
Was rechtlich wie ökologisch meint
Mehr braucht es nie und jeder der
Antrat mit seinem Plan die Welt zu
Retten hat stets mehr geschadet 
Das gilt auch für Berliner Pläne
Überhaupt sollten die Erben der SED 
Nie in der Hauptstadt regieren
Wer wird von Milliarden an Schulden
Für Berliner Wohnungseigentum
Allein profitieren natürlich die Banken
Welche die Entschädigung regeln 
Wie die Anwälte der Prozesse
Die Unternehmen dagegen führen
Wer wird dafür bezahlen natürlich
Der Bürger der nichts davon hat
Weil zur Bezahlung der Zinsen
Die Mieten erhöht werden müssen
Wenn nicht wird an der Kultur wieder
Weiter gespart braucht ja keiner
Die gefährliche Einbildung eine
Regierungsbildung würde je
Etwas zum besseren ändern
Kommt umso teurer desto mehr
Große Pläne sie verfolgt wenn
Der Sozialismus kommen soll
Wird dies seinen Preis haben
Bevor sie die Mauer bauen
Bin ich weg oder hoffentlich tot
Weniger wäre auch hier mehr
Einzig für diese Koalition spricht
Der Zirkus den die Union aufführt
Die alltväterlich autoritären Worte 
Die von Merz dazu kamen waren
So peinlich dass was nie passt
Noch immer besser scheint 
Berlin bekommt dann eine
Schlechte Regierung aus Trotz
Weil die Alternative noch viel
Unerfreulicher meist wäre
Sich autoritär peinlich zeigt
Dann besiegt auch noch der
Berliner Trotz die letzte Vernunft
Um Merz beim Veitstanz zu sehen
Verschwenden die Berliner doch 
Gerne einige hundert Milliarden
Die sie eigentlich nicht haben 

jens tuengerthal 19.10.26

Ökoeliten

Ökoeliten

Der konservative Kanzler ist zu alt
Er hat die Zukunft nicht verstanden
Verbrenner haben keine mehr denn 
Erneuerbare Energie ist umsonst
Wachstum ist Zerstörung außer
Von Wäldern und Konzentration
Also verringerter Luxus ist die
Einzige Perspektive mit Zukunft
Merz wird als der Kanzler mit
Der größten Zerstörungswut
In die Industriegeschichte wohl
Eingehen der zur Kernfusion betete
Die keiner real noch bauen kann
An dessen schwarzen Felsen aber
Die deutsche Zukunft zerschellte wird
Mit Macron zum Antiautokanzler
Der die letzte Chance der
Europäischen Autoindustrie 
Zu Gunsten von China verspielte 
Den Freihandel lieber verriet
Auf ihren Gräbern werden dann
Die Arbeiter von VW tanzen die
Wie so viele keine Zukunft mehr
Haben werden aber viele Verbrenner
Die künftig keiner mehr will werden
Zum Denkmal des Versagens 
Er ist ein Produkt der Demokratie
Die genau das bekommt was sie
Am Wahltag auch angekreuzt hat
Warum Europa wenn es noch eine
Zukunft haben soll endlich eine
Regierung der Ökoeliten braucht
Die alles wie nötig reduzieren
Was der größte Gewinn wird
Den Rest erledigt KI außer
Kreativen wird künftig keiner
Mehr wirklich gebraucht und
Weniger ist mehr in allem
Auch die Verwaltung erledigt
Rechtsstaatlich programmierte KI
Politiker werden überflüssig
Merz bereitet es vor

jens tuengerthal 19.10.26

Lektürentagebuch 18.10.26

Lektürentagebuch 18.10.26

Johann Kaspar Riesbeck schreibt in
Briefen eines reisenden Franzosen im
Brief Nummer 31 über Rousseau der
Ohne Zweifel viel Schwärmerei zeigt 

Diese im Jahr 1783 erschienenen
Briefe sind also noch vorrevolutionär
Was den Blick darauf deutlich ändert 
Wenn er von Rousseau hier schreibt 

Jedoch wirft das Schicksal und der
Blinde Zufall die ihr Spiel mit uns zu
Gerne treiben uns in eine Lage die
Uns ankettet noch eher wir nur an 

Einen Vertrag denken können hätte 
Der Zufall und die Not alle Ordnung
Geschaffen die uns lebenslänglich
In den Verhältnissen noch bindet

Ohne Zweifel meint Riesbeck ginge
Es uns besser unter der Leitung des 
Launigsten Glücks als durch förmliche
Verträge gebunden zu sein so bliebe 

Die Faust des Stärkeren noch immer
Eine natürliche Erklärung der Verträge 
Die sich mit Gewalt einfach durchsetzt
Wie die Weltpolitik es gerade zeigt

Dennoch wäre ein Vertrag aller in 
Bürgerlichen Verhältnissen wohl das
Beste für eine vernünftige Ordnung
Von Gesetzgebung und Verwaltung

Eine Kollision der Interessen von
Regenten und Untertanen sei nur
Eine Täuschung verworrener Begriffe
Die Geschichte zeige diese Wahrheit 

Das Interesse sei das heiligste Band
Der Menschen von der Kenntnis
Desselben hängt ihr Glück allein ab 
Bosheit spielt dagegen keine Rolle

Die menschenfeindliche Kunst der
Herrschaft breitete sich von Italien
Über ganz Europa aus meint er und
Bezieht sich auf Machiavelli dabei

Ludwig XI Richelieu und Mazarin
Waren große Meister darin nur die
Glückliche Zeit unter Henri IV hier
Ausgenommen hätten sie es für

Torheit gehalten wenn das Volk durch
Aufklärung Überzeugung Liebe und
Freimütigkeit hätte beherrscht werden
Sollen gar die Interessen zwischen

Untertanen und Regenten als eines
Zu betrachten dazu trugen noch am 
Meisten die Jesuiten bei deren innere
Ordensverfassung dem entspricht

Diese Grundsätze der Pfaffen wurden
Wie der Stein der Weisen behandelt
Der ihre Besitzer zu Halbgöttern noch
Machte und geblendet von dieser

Politischen Goldmacherei entfernte
Sich die Regierung vom Gang der
Natur der allein zum Glück führt wie 
Er im Kern jeder Familie steckt

Durch die Jesuiten und einige 
Italienische Parvenus schlich sich
Machiavelli am dortigen Hof ein wohl
Lag es am hiesigen Humor dass 

Es nicht so mörderisch endete wie
In Italien Frankreich Spanien England
Doch Ungarn gegenüber hätte der
Hof einen Zug von Unterdrückung

Auch Menschenfreundin Theresia
Konnte es nicht ganz abstreifen nun
Kann ihr Sohn gegen Pfaffen endlich
Philosophie herrschen lassen

Die Interessen des hohen Adels
Liegen mit denen des ganzen Staats
Im Streit die Untertanen wären zwar
Keine Leibeigenen aber nicht frei

Das Interesse von Adel und Kirche
Deren Führung sich aus diesem
Rekrutiert sind im Grunde eins die 
Städte wären noch zu unbedeutend

Detailliert wird beschrieben wie der
Adel in Ungarn erst mit dem Wiener
Durch Ehen vermischt wurde dadurch
Finanziell bald überfordert wurde 

Sie ließen sich von ihren deutschen
Frauen zum Luxus verführen machten 
Dafür Schulden wie die Wiener auch
Gerieten dadurch in Abhängigkeit 

Dazu sorgten die hohen Zölle für
Ein Erliegen des Handels was die 
Ganze Region abhängig noch hielt
Gerne hätten sonst die Bergkroaten

Ungarische Weine gekauft die aber
Teurer waren als die aus Venetien 
Für die Kroaten war aufgrund der
Tyrannischen deutschen Beamten

Schwabe schlimmstes Schimpfwort
Lese ich und denke lachend an die
Kroatische Schwäbin die ich kannte
Was dort alle Deutschen meinte 

Die Ungarn wurden durch die fremde 
Herrschaft erst tückisch widerspenstig
Sie verwalteten ihr Land besser als es
Die vorgezogenen Österreicher taten 

Statt stolz zu sein ein gefühlvolles wie 
Freies Volk in Ungarn zu beherrschen 
Machte er die Nation zu Sklaven um 
Sie besser beherrschen zu können

Am grausamsten war in Ungarn die
Unterdrückung der Religion wodurch
Sich der Hof mehr schadete als er
In 200 Jahren wiedergutmachen kann 

Besonders die Unterdrückung der
Protestanten in Ungarn die neben
Den Katholiken ⅓ der Bevölkerung
Wären hält Riesbeck für dumm

Die Religion sei der natürlichste Weg
Das Volk über Interessen aufzuklären 
Ab einer gewissen Kultur mag sie
Entbehrlich für den Staat werden

Die ersten Schritte aus der Barbarei
Müsse das Volk am Gängelband der
Religion tun dabei wären sie um so
Glücklicher je enger die Verbindung

Von Religion und Staatsinteresse ist
Die später gelockert werden kann
Doch die Österreicher als Regierung
Taten in Ungarn das Gegenteil

Sie versuchten den aufgeklärtesten
Teil ihrer Bevölkerung aus dem Licht
Zurück in die Finsternis zu führen
Unterdrückten die Industrie in Ungarn

Obwohl nur ⅓ der Bevölkerung trügen
Die ungarischen Protestanten beinah 
Die Hälfte aller Einnahmen und sind 
Wohlhabender als die Katholiken

Am schlimmsten war es aber bei
Den Griechen die von orthodoxen
Barbaren zu katholischen nur wurden
Ohne sich weiter um sie zu kümmern

Die griechischen Pfaffen in Ungarn
Wie in Illyrien seien in dem gleichen
Zustand wie katholische Geistliche
Zur Zeit von Karl dem Großen

Er bezweifelt ob sie lesen und 
Schreiben könnten rechnen aber
Könnten sie sicher nicht und putzen
Ihre Nase noch mit den Fingern

Die katholischen Pfaffen stünden den
Griechischen in Unwissenheit und
Unsittlichkeit nicht nach ihr Brevier
Wäre meist ihre ganze Bibliothek

Ihr einziges Studium wäre Latein
Viele Menschen wanderten aus
Nur die Ärmsten gingen noch nach 
Ungarn und dabei völlig ungeregelt

Es bräuchte ein Büro in Wien dass 
Die Zuwanderung steuerte und die
Menschen aus Regionen verbindet
Wie über die Gefahren aufklärt 

Riesbeck warnt vorm Genuss von
Melonen ohne Brot dazu der sehr
Ungesund sei auch sei der ungarische
Wein verführerisch gut und süß 

Es sollten ihnen besser vor Ort
Naturprodukte angeboten werden
Statt ihnen Geld mitzugeben wie
Pfarrer und Beamte sorgen sollten 

Mit dem Geld was der Hof für die
Eroberung eines kleinen Teils von
Bayern aufwandte wäre in Ungarn
Leicht das zehnfache zu gewinnen

Der größte Trost der ungarischen
Patrioten aber ist dass der jetztige 
König den Wert des Landes kennt
Von keinem Vorurteil geblendet wird

Den Wert natürlicher Freiheit schätzt
Mut und Stärke genug hat diesen so
Wichtigen Teil seiner Besitzungen
Aus der tiefen Wildheit zu reißen 

jens tuengerthal 18.10.26


Sonntag, 18. Oktober 2026

Bücherordnung

Bücherordnung

Brauchen Bücher eine Ordnung
Und wenn ja welche überlege ich 

Natürlich ist eine Bibliothek geordnet 
Nach vielen verschiedenen Kriterien

Die Bände der Anderen Bibliothek 
Stehen alle am Diwan zum Beispiel

Innerhalb dieser aber habe ich ganz
Viele verschiedene Ordnungen noch

Die alten Bände stehen vor Licht
Geschont lieber im Flur zumindest

Zum größeren Teil und da stehen
Auch ganz unten und ganz oben

Einige Taschenbücher noch die
Nach Verlagen sortiert sind auch

Die keine Insel Bibliothek gibt es
Wie Reiseliteratur soweit nicht zur

Anderen Bibliothek am Diwan gehörig
Biographien haben ihren Platz alle

Irgendwie um den Schreibtisch herum
Das liegt ja schon systematisch nahe

Bis auf die zu Familie Mann zu die stehen am Sessel also gegenüber

Die Franzosen haben ein Regal
Für sich im Flur bis auf Diderot

Natürlich gibt es Bücherstapel das
Gehört ja zur Bibliothek aber was

Ordnung und was Chaos wirklich
Dabei bedeutet weiß ich nicht 

jens tuengerthal 18.7.26

Dank an die liebe Muse Constance für die wunderbaren Bilder dazu, außer denen in meinem Chaos.

Revolutionär

Revolutionär

Frankreichs Jugend schlägt sich
Mit dem Staat um die Zukunft was
Etwas plakativ klingt aber den Kern
Gut benennt und genau das kommt
Eben alle paar Jahre dort vor zeigt
Den revolutionären Geist von 1789
Darum haben die Franzosen eine
Große Revolution gehabt die sie
Noch bis heute feiern und das was
Heute Deutschland ist nur so kleine
Die keiner wirklich ernst nahm weil 
Sich die deutsche Politik schon wieder
Sorgen um die viele Gewalt macht
Natürlich ist es völlig in idiotisch
Ein Rathaus anzuzünden und
Läden zu plündern ist asozial
Aber der Geist der Revolution
Lebt darin eher als in der nur
Empörung und Sorge der
Deutschen Biedermänner 
Denke an die Brüder aus dem
Grand Orient die schon in den
Neunzigern sagten das sei 
Eben Frankreich gehöre dazu
Muss es nicht toll finden aber
Respektiere den revolutionären Geist
Als Teil der zu Frankreich gehört
Wer etwas liebt muss eben mit
Licht und Schatten auch leben
Es lebe Frankreich und
Es lebe die Revolution
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit

jens tuengerthal 18.10.26

Langes Liebesgedicht

Langes Liebesgedicht

Das längste Liebesgedicht
Sagt ICH LIEBE DICH 
Und bleibt dabei
Mehr braucht es nie 

jens tuengerthal 18.10.26

Malbecparty

Malbecparty

Gegen halb eins im heute trotz
Herbstlichem Regenwetter sehr
Vollen Crossroads angekommen
Das unten noch voll besetzt ist

Oben sind noch einige Tische besetzt
Eben kam Nina die Königin und wurde 
Von allen gebührend empfangen mit
Vielen Küssen und Sprüchen von Tino

Herti sitzt mit einem seiner Mädchen
Aus der Sportsbar und Nina integriert 
Sich in eine der üblichen Runden
Die Stimmung ist gehoben herbstlich

In der Ecke der Bar sitzt noch Martha
Der ich eben von Ferne winkte wie
Nina den Kuss von Ferne schickte 
Es geht alles seinen ruhigen Gang

Die Musik ist getragen fast schon
Schmalzig Country und wechselt nun
Zu schnellen harten Klängen fast so
Wechselhaft wie das Wetter 

Die Damen am Tisch unter Bowie
Sind laut im Gespräch und dabei
Mit Händen und mehr engagiert 
Zu welchem Thema auch immer

In Sesseln sitzt noch ein vielleicht
Paar sie dunkel gelockt redet auf
Ihn ein der gelegentlich zu Wort
Auch kommt aber bärtig gelassen ist

An der Bar verhält sich die Menge
Der gesprochenen Worte ähnlich
Außer in reinen Herrenrunden 
Eine trägt Pony nicht der Rede wert

jens tuengerthal 18.10.26

Samstag, 17. Oktober 2026

Lektürentagebuch 17.10.26

Lektürentagebuch 17.10.26

In den Buddenbrooks ging es weiter
Mit dem tragischen Tod des alten 
Senators James Möllendorpf von Thomas Mann mit Humor beschrieben

Die hohe Kunst sogar über den Tod
Noch lachen zu können beherrscht
Mann bis zur Vollkommenheit und
Variiert sie in diesem Fall sehr fein

Denn der alte Möllendorpf starb nicht
Etwa zuhause friedlich im Bett wie
Einem ehrwürdigen Senator der Stadt 
Angemessen sondern in einer kleinen

Extra zu diesem Zweck angemieteten
Wohnung beim Kuchenessen denn 
Das hatte ihm Doktor Grabow noch 
Untersagt und seine Familie achtete 

Streng auf die Einhaltung der Diät
Vermutlich etwas Franzbrot und noch
Ein wenig Taube aber nichts süßes
Was Sensor Möllendorpf nun dort

Voller Lust zu sich nahm und so
Wurde sein Leichnam dort in keiner
Guten Gegend gefunden noch Mund
Wie Rock voller Kuchenkrümel

Die Familie bemühte sich redlich den 
Vorfall und die Umstände verborgen 
Zu halten doch schon bald waren 
Sie Gegenstand des Stadtgesprächs

Auch im Hause Buddenbrook wohl
Doch viel spannender als das war
Vor allem für Tony die alles dazu lernt
Die Nachfolge von James im Senat

Hier war Thomas Buddenbrook mit
Hermann Hagenström einer der wohl
Heißesten Kandidaten der Diskussion
Aber Tom hielt sich natürlich bedeckt

Die Diskussionen der Bürger in der
Stadt wie auf den je Empfängen der
Kandidaten Tom und Hendrik waren
Voll Leidenschaft und Begeisterung

So auch der alte Makler Gosch der
Als alter Suitier für Tom schwärmt
Wie seine Partei ergriff weil er die
Rothaarige Gerda so scharf findet

Da es gesellschaftlich keine sonst
Möglichkeit des Kontaktes gab hatte
Er den Kampf für Tom zu einem um
Das Herz von Gerda gemacht 

Dieser Wahlkampf um den freien
Posten im Senat der noch dazu
Mit hanseatischen Würde geführt 
Wurde war auch einer zwischen

Tradition und Erneuerung wobei
Der Neureiche Hagenström für die
Innovation stand während Tom mit
Über hundert Jahren Geschichte 

Als Kaufleute in Lübeck Anno 1863
Für das vertraute und ehrwürdige
Der Stadt noch stand die darin eine
Feine Karikatur ihrer Sitten erhält

Das ist wunderbar mit viel Humor 
Beschrieben der seinesgleichen
In der Literaturgeschichte wohl sucht
Aber dennoch voller Liebe beschreibt

Während sein Bruder Heinrich etwa 
Im Untertan voller Herablassung über
Sitten und Gewohnheiten nur spottet
Macht Thomas es immer mit Liebe

Trotz viel Ironie und Spott über die 
Ehrwürdigen Sitten die ich vom
Eigenen Großvater aus Bremen 
Noch gut kannte immer liebevoll


Marko heißt Kapitel 7 in Die Fünf
Von Vladimir Jabotinsky das auch
Die jüdischen Buddenbrooks von 
Odessa genannt wird was aber 

Immer ein gewagter gefährlicher
Vergleich ist auf dem der Nobelpreis
Wie viele Lektüre zu schwer liegen
Doch der Humor ähnelt sich schon

Der Erzähler lernte Marko den 
Jüngsten der fünf Geschwister
Kennen als dieser ihn fragt ob 
Er ihn allein sprechen könnte 

Auf seinem Zimmer dann erzählt
Der schon ältere Gymnasiast ihm
Er sei Nietzscheaner aber er wollte
Von ihm erklärt bekommen was

Dieser Philosoph eigentlich sage 
Was den Erzähler erstmal überrascht
Er auch so gegenüber Marko äußert 
Dieser aber gleich ganz offen erklärt

Wenn er etwas lese verstände er
Meist erstmal nichts was zu ihm
Passte der immer als der dümmste
Der fünf dargestellt wurde was aber

Wie gleich ergänzt wird trotz seines
Mehrfachen Sitzenbleibens nicht so
Stimmte jedenfalls versuchte der
Erzähler dann sein bestes dabei

Nietzsche war gerade erst durch
Russische Übersetzungen im 
Russischen Raum bekannt geworden
Auch der Erzähler hätte eine Ausgabe

Natürlich hatte er die aber ob er bei 
Dieser wirklich schon alle Seiten
Aufgeschnitten hatte war er nicht
Ganz so sicher fein ironisch hier

Zumindest war Marko sehr interessiert
Ein bewundernswert guter Zuhörer 
Der jede Information aufsaugte und
Nietzscheaner danach auch blieb 

Das nächste Erlebnis mit ihm hatte er
Als dieser nach langen 16 Jahren die
Schule doch erfolgreich abschloss
Die Abiturienten dies in einem Café 

Nun endlich mit Studentenmützen 
Die ihnen den Zutritt gestatteten als
Schüler hätten sie dies nicht gedurft
Gemeinsam lautstark feierten 

Sie feierten gemeinsam mit einer
Gruppe von Georgiern die sehr laut
In den Dialekten ihrer jeweiligen 
Stämme betrunken Lieder sangen

Dabei wurde es so laut und wild
Dass irgendwann die sonst damals
Noch sehr nachsichtige Polizei kam
Um für Ruhe dort zu sorgen 

Da stellte sich der kleine Marco vor 
Die Gruppe und sprach für diese das
Wenn einer wie er nach 16 Jahren
Endlich das Abitur bestanden hätte 

Dies doch wohl lautstark gefeiert
Werden müsste wogegen auch die
Polizisten nichts mehr sagen konnten 
Sie feierten dann wild bis zum Ende

Auf dem Weg nach Hause begleitete
Ihn der auch ziemlich betrunkene
Marko und schwärmte ihm vom
Kaukasus vor wo er noch nie war

Als der Erzähler dann einen Witz
Über ein Dienstmädchen einflocht
Das bei einem zionistischen Professor
Arbeitete und meinte wenn es dort 

So schön sei müsse sie wohl mal 
Hinfahren um es zu erleben worauf
Er erstaunt die Augen aufriß als ob
Er sich darüber empören wollte

Wie könnte er nur auch wenn sie
Sturzbetrunken waren und es schon
Morgens um fünf war einen solchen
Unsinn ihm nur vorschlagen wollen

Diese feine Selbstironie am Ende
Des Kapitels des großen Zionisten
Jabotinsky zeigt seinen feinen Humor
Hat wirklich Ähnlichkeit mit Mann 

Zum Abschluss stellt er dann nur fest
Nun hätte er alle fünf vorgestellt jetzt 
Sei es an der Zeit zu erzählen was er
Mit ihnen erlebte also die Geschichte 

jens tuengerthal 17.10.26

Dammdurchbruch

Dammdurchbruch

Ein Durchbruch sei gelungen 
Der zur Aufnahme von dann
Koalitionsverhandlungen im
November führen soll in Berlin

Im November erst weil ja bald schon
Wieder Herbstferien sind und da kann 
Das Parlament mit Sommerpause ja
Beamtisch ordentlich nicht arbeiten

Nicht dass nun wer behauptet es sei 
In der Politik wie in der Schule mit
Dauernd Ferien aber immer jammern
Hier wird Tag und Nacht verhandelt 

Dieser Durchbruch klingt für jeden
Demokraten der Mitte eher nach
Einem Dammbruch als nach einer 
Perspektive die Zukunft verspricht

Während die Linke noch mit ihrer
Palästinafraktion ringt ob diese für
Die Macht im Lande vielleicht doch
Das Existenzrecht Israels anerkennen

Erweist sich die Verflechtung der
Linken mit dem Clan Milieu doch
Noch enger als behauptet aber
Als Wahlsieger dürften sie das

Empören sich die Mitglieder online
Mit Sprüchen zur Palästina Solidarität
Als wäre Gaza ein Thema der Berliner
Politik noch je gewesen ist erledigt

Beide Seiten trennen dabei streng die
Landes- von der Bundespolitik die
Teils konträre Ansichten vertritt aber
Wir haben ja alle Zeit der Welt

Sofern sie sich nicht einigen kann ja
Ab März die Mitte wieder verhandeln
Eine gemeinsame Lösung zu finden
Die nach der Sommerpause beginnt

Grüne und Sozialdemokraten wollen
Eine progressive Koalition mit den 
Reaktionären Erben der SED um den
Eigenen Untergang zu beschleunigen

Daran darf niemand gehindert werden
Der Freitod steht jedem frei aber wie 
Will wer in dieser Koalition glänzen
Außer mit populistischen Versprechen

Welche sich nach der allerersten
Kassenprüfung bald erledigen weil
Die Mittel zur Entschädigung fehlen 
Nur durch Kredite finanzierbar sind

Leider ist die Linke noch mehr als
Grüne und SPD eine Sekte deren
Naive Anhänger wie Gläubige die
Sprüche der Gurus nach beten

Heil oder Untergang wird nun in der
Fragwürdigen Koalition mit den Erben
Der SED gesehen dabei geht es um
Funktionale Leitung der Verwaltung

Wie so gerne am linken Rand
Überwiegt die Ideologie alle Vernunft
Sind kritische Fragen unerwünscht
Beim Poker um politische Macht 

Wer hohe Kredite aufnimmt die zur
Entschädigung bei Enteignung nötig
Wären verliert damit den Spielraum
Für sonst sozialere Politik in Berlin

Kann sich rechnen und kann auch
Funktionieren aber zu welchem Preis
Auf wessen Kosten soll das gehen
Verschuldet Gegenwart und Zukunft 

An den nötigen Krediten werden die
Banken zuerst verdienen die damit
Eine noch größere Macht bekommen
Wen das stärkt bleibt nicht fraglich

Unklar ist dagegen wer die neuen
Wohnungen wo bauen soll außer
Auf dem heiligen Gral Flugfeld
Tempelhof natürlich vielleicht

Linke Politik die vermeintlich sozial
Sein soll führte in die Abhängigkeit 
Von Banken die Kredite finanzieren
Daran werden nur Banken gewinnen

Ob einzelne Abgeordnete der Linken
Wirklich Antisemiten sind oder nur 
Naiv Hamas Propaganda verbreiten
Muss hier nicht entschieden werden

Ein in Bayern geborenes Kind von 
Türkischen politischen Flüchtlingen 
Das in Hamburg aufwuchs und dort
Jura studierte passt nach Berlin

Leider nur ist ihre Partei zu sehr am
Radikalen Rand verstärkte nur die
Politische Spaltung noch weiter was
Infolge die AfD wieder stärken wird 

Stabilität entsteht nur in der Mitte
Aus ihr muss die Entwicklung für
Eine sichere Zukunft kommen
Der Rand lässt nur schwanken 

Bis November ist nun Zeit genug
Glaubwürdige Gründe zu finden
Diese Koalition auszuschließen 
Bei der keiner gewinnen kann

Mit einer schwachen CDU könnten 
Grüne und SPD gut regieren und sich
Langfristig durchsetzen Berlin würde
Damit deutlich grüner werden

Gegenüber Konservativen das eigene
Klientel glaubwürdig zu vertreten tut 
Besser als gegen linke Ideologen 
Moralische Abwehrschlachten suchen

Würde darum immer für eine neue
Koalition der Mitte plädieren um diese
Stabil zu machen und zu stärken weil
Dort die verlässliche Mehrheit steht

Vor allem ist eine Stärkung der Mitte 
Auf Dauer der beste Schutz vor allen 
Radikalen bis sie vielleicht doch noch
Irgendwann verboten werden

Aber zum Glück bin ich in keiner
Partei mehr noch interessiert wen 
Außer vielleicht wenigen Leserinnen
Was der Dichter und Flaneur meint

So gehen die Dinge hier ihren Gang 
Kann es mit Abstand betrachten und
Gelegentlich humorvoll bissig noch
Gegen die Erben der SED austeilen

Hoffe dieser Durchbruch wird kein
Dammdurchbruch der infolge zur
Radikalen Überschwemmung in 
Berlin führt sondern nur wie immer

Verwaltung die sich redlich bemüht
Versucht das mögliche zu erreichen
Gegen Politik die über unmögliches
Mit ihren Gläubigen schwadroniert 

jens tuengerthal 17.10.26