Samstag, 7. März 2026

Lektürentagebuch 7.3.26

Lektürentagebuch 7.3.26

Heute geht es lesend auf Reisen
Natürlich ohne dabei den geliebten 
Diwan zu verlassen meinem dort
Schönsten Mittelpunkt der Welt

Beginne mit Montaigne und seinem
Tagebuch der Reise nach Italien die
Der kluge Franzose 1580 bis 1581
Mit Pferd und Dienern unternahm

Am 21. Juni 1581 war er früh schon
Aus Bagni della Villa abgereist unter
Wunderbaren Freundschaftsbeweisen
Der anderen Kurgäste dort 

Über steile aber doch wohlgefällige
Berge voller Wälder gelangte er nach
Pescia wo es ein kleines Castello am
Gleichnamigen Fluss noch gäbe 

Es läge auf Florentiner Gebiet und
Habe schöne Häuser offene Straßen
Wie berühmte Trebbiano Weine auch
Es liegt zwischen Olivenhainen

Die Einwohner seien für Frankreich
Begeistert weshalb ihr Wappentier 
Ein Delphin noch sei nach dem dort 
Mittagessen kamen sie durch eine

Schöne Ebene die reich an
Ansehnlichen Häusern wie auch
Schlössern sei so wollte er etwa
Sieben Meilen hinter Pescia den 

Monte Catini mit seinen heißen 
Quellen noch besuchen jedoch
Ließ er ihn zerstreut links liegen
Merkte es aber erst in Pistoia

Er stieg in dieser Stadt ab und
Wurde von Rispiglosis Sohn also
Aus dem dort ansässigen Adel
Besucht sie erwiesen sich die Ehre 

Wer in Italien anders als mit den 
Dort Mietpferden reise sei nach
Montaignes Sicht eher schlecht
Beraten sie seien viel günstiger

Von Pistoia aus kam er über Prato
Nach Castello wo er in einem dem
Palast des Herzogs gegenüber
Gelegenen Gasthaus zu Mittag aß

Dann sahen sie sich in Ruhe den 
Garten des Palastes an dabei ging es
Ihm wie schon so oft zuvor die nur 
Vorstellung übertraf die Wirklichkeit

Er hatte den Garten zuerst noch
Winterlich nackt gesehen und ihn 
Sich darum wunderbar bunt noch
Geträumt gehabt was er nicht war

Nach dem Mittagessen erreichte er
Florenz wo er sich die öffentliche
Prozession mit dem Großherzog
In der Kutsche noch ansah

Neben viel Pomp gab es auch einen
Wagen mit einem vergoldeten Theater
Auf dem vier kleine Kinder spielten 
Wie ein als Mönch verkleideter Mann 

Dieser trug einen falschen Bart und
Stellte so den heiligen Franziskus dar
Er stand aufrecht und hielt die Hände
Wie wir es von den Bildern kennen

Der Heilige trug um seine Kapuze
Einen Kranz etliche Jungen der Stadt
Steckten in Rüstungen und einer gab
Den heiligen Georg dem sich dann

Auf dem Marktplatz ein Drache der
Von mehreren Männern unbeholfen 
Gehalten wurde entgegenstellte und
Mit Riesengebrüll dabei Feuer spie

Der Junge jedoch ging diesem nur 
Theaterdrachen fest entschlossen 
Entgegen und stach ihn dann ab
Ein großes Straßentheater war es

Ein gewisser Gondi aus Lyon hat
Montaigne dort mit Liebe überhäuft
Zum Beispiel ließ er ihm einen ganz
Hervorragenden Trebbiano bringen

Dabei herrschte eine solche Hitze
Dass es sogar die Einheimischen
Noch überraschte er bekam dafür
Im Morgengrauen eine Nierenkolik

Diese machte ihm etwa drei Stunden
Noch zu schaffen er aß an dem Tag 
Auch seine erste Melone und schon 
Seit Anfang Juni gab es in Florenz

Gurken und Mandeln zu genießen
Dazu fand am 23. Juni auf einem
Schönen großen Platz ein großes 
Wagenrennen nun statt als Attraktion 

Alle Balkone waren beladen mit 
Damen oben am Palast des Herzogs 
Seine Frau und der Hofstaat während
Das Volk wie auch er auf Tribünen

An der Längsseite des Platzes saß 
Das Wettrennen fand zwischen fünf
Leeren Wagen statt die den Obelisken
Dort umkreisen sollten entscheidend

Ist die dritte Runde für den Sieg dabei
Behielt der Wagen des Großherzogs
Immer die Führung bis zur 3..Wende 
Dann steigerte Strozzi das Tempo

Er holte noch derart auf dass völlig
Unsicher war wer gewonnen hatte 
Dabei feuerte das Volk den Wagen
Von Strozzi aus Leibeskräften an 

Dies alles vor den Augen des Fürsten
Als am Ende gestritten wurde wer 
Gewonnen habe ergriff das Volk 
Wieder Partei gegen seinen Fürsten

So wurde Strozzi am Ende die Palme
Des Siegers zugesprochen jedoch
Wie Montaigne meinte zu Unrecht 
Der palio dürfte 100 Taler wert sein

Ihm gefiel dieses Schauspiel viel mehr
Als jedes das er in Italien noch sah 
Weil es ihn an die Wagenrennen der
Antike sogar noch sehr erinnerte 

Am Vorabend von Sankt Johannes
Wurde der Dom im oberen Teil von
Zwei Reihen Lichtern angestrahlt und
Sie schossen von da Raketen ab

Anders als in Frankreich seien die
Johannisfeuer in Italien unüblich 
Samstag kam dann der Johannistag
Das wichtigste Fest von Florenz

Dazu ließen sich sogar die jungen
Mädchen auf den Straßen sehen
Doch fand er keine große Schönheit
Unter ihnen was ich gut verstehe

Auf dem Platz des Palastes der mit
Gobelins reich behängt war eine 
Tribüne errichtet worden auf der am
Morgen der Großherzog erschien

Neben ihm der Nuntius des Papstes
Viel weiter weg der Botschafter von
Ferrara nun zogen alle seine Länder
Städte und Castelli symbolisch vorbei

Die Verkleidungen wie auch die dabei
Überreichten Geschenke waren Teil
Der großen Zeremonie nach dieser
Kam noch eine solche zur Gaudi

Es folgte ein Festwagen mit einem
Großen Holzobelisken auf dessen 
Stufen Knaben Engel oder Heilige 
Darstellten auf dessen Spitze aber

Stand ein als Sankt Johannes
Verkleideter Mann der an eine 
Eisenstange gebunden war diesem
Wagen folgten dann die Beamten

Als letzter Wagen kam einer auf dem
Junge Leute standen mit drei palii
Was Umhänge heißt und an die alten
Wettkämpfe der Städte erinnerte

Neben ihnen wurden die Berberrosse
Für die heutigen Wettrennen geführt
Von Stallknechten in den Farben ihrer
Besitzer als Herren höchsten Ranges

Die Hitze schien ihm nicht größer 
Als in Frankreich aber er schlief um
Ihr zu entgehen dennoch auf einem
Tisch im Speisesaal den er bezog

Eine angenehmere Unterkunft
Hatte er leider nicht finden können
Der Fremde sei ein Florenz schlecht
Dran und er hoffte sich so auch

Vor den Wanzen im Bett zu retten
Von denen es hier überall wimmelt
Es gäbe wenig Fisch so werden
Forellen und andere nur von 

Auswärts bezogen und nur mariniert
Er hätte aber gesehen wie einem
Giovan Mariano vom Großherzog als
Präsent lebendige Fische gebracht

Neben Wein und Brot schwammen 
Diese in irdenen Kühlgefäßen 
Montaigne hätte den ganzen Tag
An der Hitze gelitten noch 

Die Vergnügungen welchen sich die
Franzosen in der Abendkühle nach
Dem Essen hingeben kämen dort
Eher davor noch lange Zeit

Am längsten Tag des Jahres findet
Das Abendessen oft erst Nachts statt
Zwischen sieben und acht bricht erst
Der Tag dort an 

Nach dem Mittagessen kam nun das
Wettrennen der Berberrosse dabei
Gewann das Pferd der Kardinals de
Medici es lohne als Zuschauer nicht

Dort ständen sie nur an der Straße
Sähen Pferde vorbei rasen wie es
Bei Rennen heute noch ist dafür
Besuchte er am Sonntag endlich

Den Palazzo Pitti von den er noch
Berichtet was es dort zu sehen gäbe 
Wie eine Mauleselin aus Marmor
Sowie noch eine antike Chimäre 

Am Samstag war der Palast des
Großherzog geöffnet indem sich 
Die Bauern drängten was immer
Sie dort noch zu sehen hofften

Aber in allen Ecken und Enden
Des Palastes wurde getanzt so
Vermitteln diese Leute ein Bild
Von Freiheit die es nicht mehr gibt

Zumindest einmal im Jahr dann 
Zum Hauptfest der Stadt taten sie
So als sei es anders und Freiheit
Noch der Maßstab ihres Lebens


Vom Florenz am Ende des 16. 
Jahrhunderts geht es nach Rom 
Im frühen in den Roman von
Francisco Delicado über Lozana

Die Andalusierin hatte es nach Rom
Verschlagen wo sie unter den vielen
Dort spanischen Huren lebte und
Arbeitete das Werk erschien 1528

Von der Originalausgabe gibt es
Nur noch ein Exemplar in Wien
In der kaiserlichen Bibliothek warum
Alle anderen verschwanden ist

Dem Übersetzer laut Vorwort nicht
Bekannt die Zeit der Herausgabe
Liegt historisch ein Jahr nach dem
Sacco die Roma als die Truppen 

Von Karl V der König von Spanien
Wie des Heiligen Römischen Reichs 
Die Stadt Rom plünderten und auch
Verwüsteten in Teilen dabei

Über den Autor ist wenig bekannt
Er war wohl Priester in Cordoba
Geboren lebte von 1523 bis 1527
In Rom blieb dort als Spanier

Von Übergriffen verschont ging aber
Danach nach Venedig wo er noch
Anspielungen auf den Sacco einbaute
Und ließ sie 1528 anonym drucken 

Wann er in Venedig starb ist unklar
Nach dem großen Erfolg der Loranza
Gestand er seine Autorenschaft das
Buch ist voll dunkler Anspielungen

Der kurze Dialog der flüchtenden
Huren mit der Mutter eines Knaben
In dem Lozana die Andalusierin sich
Ärgert dass sie katalanisch mir ihr

Sprachen als sie mit Aquilarico ging
Darauf von seiner Mutter beschimpft
Sich ein wilder verbaler Kampf der
Damen neben dem Knaben ergibt

Der Mutter sagt sie sie sollte den 
Knaben küssen sie wisse schon
Wo während die andere noch
In Valencia gebunden worden wäre

Wie Tiere sollten sie die Majorkesin
Behandeln und in Ketten lieber legen
Beim Hintern des Satan fragt sie
Was für Weibsbilder dies wohl sind 

Mangels tieferer Kenntnisse im
Slang spanischer Huren in Rom
Lasse ich den wilden Dialog hier
Ohne weitere Kommentare stehen


Vom Rom des 16. Jahrhunderts
Geht es nach Wien im 18. von wo
Johann Kaspar Riesbeck in den 
Briefen eines Franzosen schreibt 

Der 25. Brief beginnt damit dass
Riesbeck meint wie der Körper
Brauche auch der Geist quasi
Gymnastische Übungen in Freiheit

Unnötiger Zwang mache nur den
Geist wie dem Körper schief und steif
Bei Griechen und Römern hätte unter
Allen Völkern der Geschichte die

Philosophie am wenigsten mit der
Religion in Verbindung gebracht
Vielleicht hat darum ihr Geist mehr
Schwung als jener der Ägypter

Oder der Babylonier und Kaldäer weil
Dort die Philosophie den Pfaffen noch
Allein gehörte die das gedankenlose
Volk alleine führen wollten warum

Das Wissen unter Hieroglyphen tief
Versteckt blieb so wie das neue Rom 
Die Rundung der Erde und auch den
Kopernikus den Mönchen unterwarf

Alles bezog sich auf Religion und
Ginge es nach ihnen lägen wir noch
In der Dummheit des 11. Jahrhunderts
Auch nach der Reformation blieb es 

Noch lange Brauch alles durch die
Brille der Religion zu sehen auch
Reformierte Pfaffen wollten lange
Herren aller Moralität noch sein

Die Freiheit zu denken sei auch
Gegen Luther und Calvin erst in 
Ihren Jahrhundert also damit dem
Der Aufklärung verbreitet worden 

Dabei hätten die Engländer ihre
Vorteile noch durch die Duldung
So vieler Sekten auch bis heute
Nach ihrer Verfassung wohl

Weil diese vielen uneinig sind
Könne keine Sekte das Volk
Als ganzes unterdrücken was
Die Deutschen bedenken sollten 

Bevor Riesbeck sich nun den
Überall gelobten Wiener Schulen
As Kind von Maria Theresia wohl
Wie Joseph unterbreche ich nun

jens tuengerthal 7.3.26

Liebesfrieden

Liebesfrieden

Frieden mit Liebe
Zu schließen könnte völlig
Zum Glück genügen

jens tuengerthal 7.3.26

Friedlich

Friedlich

Lebe ganz friedlich
Alleine immer lieber
Bis ich verschwinde

jens tuengerthal 7.3.26

Immer Tee

Immer Tee

Trinke schon immer
Tee am allerliebsten und 
Darum auch meistens

jens tuengerthal 7.3.26

Klimapreise

Klimapreise

Gerade rotieren aufgrund der
Iranischen Blockade der so
Wichtigen Wasserstraße an
Der Wüste die Preise wieder

Autofahrer die noch nicht auf
Elektro umstiegen stöhnen laut 
Besser sie fahren weniger nun
Statt in Polen zu tanken

Wind Sonne und Wasser haben
Das nur ganz nebenbei keine
Preise erhöht aufgrund Krieg
Der sicher noch dauern wird

Eine Bundesregierung die auf
Gaskraftwerke setzt statt die
Erneuerbaren auszubauen
Hat damit natürlich ein Problem

Lache darüber und denke möge
Der Krieg noch länger gehen um
Die letzten Idioten zu wecken die
Zukunft ist grün oder es gibt keine

Schön wenn die Welt uns zeigt
Wie schon kleine Krisen große 
Katastrophen verursachen dann
Können wir Lösungen uns suchen

Wer sich mit Erneuerbaren ganz
Einfach unabhängig macht ist frei
Von Schwankungen am Markt den
Korrupte Monopolisten bestimmen

jens tuengerthal 7.3.26

Lustgespräche

Lustgespräche

Es gibt so Bücher die auf dem Titel
Versprechen wie du jede Frau mit 
Gefühl nachhaltig befriedigst die
Bringen mich immer zum Lachen

Wenn einer meint zu wissen wo
Bei Frau gedrückt werden müsse 
Damit sie wirklich komme ist das
Selten mehr wert als das Altpapier

Sich darüber zu amüsieren aber
Lohnt wie mit Frau darüber reden
Um zu erfahren was sie eigentlich 
Wollen würde so rein theoretisch 

Kann mit Sicherheit bezeugen
Dass mehr Sex Folge solcher
Gespräche die neugierig waren
Wurde als je zu wissen wie es geht

Frau sagt schon was sie will
Wenn sie Gelegenheit dazu hat
Mann ihr nicht gleich erzählt
Wie es funktionieren könnte 

Lache darüber und denke das 
Reden zu mehr gutem Sex führt
Als alle Sex Ratgeber die keiner 
Bräuchte würden sie einfach reden 

Darum gebe ich mit 55 Jahren allen
Den Rat lest weniger Ratgeber dafür
Mehr Gedichte und redet darüber
Dann kommt der Sex von alleine

jens tuengerthal 7.3.26

Liebeslachen

Liebeslachen

Über Liebe lachen können
Könnte viel wichtiger sein
Als es zu ernst zu nehmen
Denke ich lachend dabei
Was soweit betroffen von
Großen Gefühlen gelegentlich 
Schwer fallen kann weil die
Beteiligung partiell blendet
Wie sonst könnte uns auch
Die Liebste als allerschönste
Scheinen was sich jedem
Objektiven Urteil entzieht
Gelegentlich auch komisch
Werden kann dachte ich nun
Als ich 15.000 großteils noch 
Ausgezogene Bilder einer 
Verlorenen Liebe bei Google
Alle löschte weil längst egal
Die damalige Anbetung heute
Nur noch komisch finden kann
Nicht mal besonders mir schien
Was vorher die allerschönste
Dem geblendeten Dichter war
Was ja verliebt ganz normal ist
Obwohl eigentlich völlig egal
So brauche eben alles seine Zeit
Auch über sich zu lachen dabei
War schon immer eher komisch 
Wie Liebe den Geist verrückt 
Der manchmal nur braucht um
Zu merken wie komisch es war
Dann aber hilft Liebeslachen
Genau wie dabei wenn es mal
Nicht so klappt wie geplant
Mit der Lust oder der Luft
Die in der Liebe auch von
Bedeutung wie alles ist
Scheint lachen ohnehin die
Beste Therapie für alle Leiden
Denen an der Liebe besonders
Denke ich heute und finde
Viele Lieben komisch statt
Es zu ernst zu nehmen
Wenn es ist was es ist 
Es geht ja schließlich
Auch um Frauen

jens tuengerthal 7.3.26

Freitag, 6. März 2026

Lektürentagebuch 6.3.26

Lektürentagebuch 6.3.26

Gilbert White schreibt in seiner
Erkundung von Selborne im 10. Brief
An Thomas Pennant Esquire über
Die Vögel der Region spannend

Unglücklicherweise hätte er nie
Nachbarn gehabt deren Studien
Sie zur Naturkunde führten so dass
Er aus Mangel an Weggefährten

Die seinen Fleiß anspornten oder 
Seine Aufmerksamkeit schärften
Darum nur magere Fortschritte in
Einem Wissensgebiet machte dass 

Ihn eigentlich von Kindheit an schon
In Beschlag genommen hätte darum
Berichten über Rauchschwalben die
Irgendwo in Kältestarre gefunden  

Nie größere Beachtung geschenkt
Doch hätte ihm ein Geistlicher von
Mauerseglern erzählt die Arbeiter im 
Frühen Frühjahr im Kirchturm fanden 

Sie schienen tot erwachten aber am
Feuer zu neuem Leben er steckte sie 
Um sie zu retten in eine Papiertüte die
Er am Küchenfeuer aufhängte wo sie

Dann leider erstickten während ein
Anderer gebildeter Mann ihm erzählte 
In Brighton in Sussex seien in einem
Wintersturm große Stücke aus den 

Dort Kalkklippen abgebrochen worin
Einige Leute Schwalben gefunden
Hätten die er aber leider selbst nicht
Gesehen hätte aber andere hätten 

Ihm dies versichert dieses Jahr seien 
Zuerst am 11. Juli aufgetaucht als
Die Hausschwalben bereits flügge 
Wurden und beide brüten zweimal

Im Vorjahr seien nach seinem Notizen
Noch am 18. September welche 
Geschlüpft er fragt sich ob eine so
Späte Brut nicht eher für Unterschlupf

Sprechen würde als für Migration so 
Blieben einige junge Hausschwalben
Noch bis 29. September in ihrem Nest
Doch am 5. Oktober waren alle weg

White fragt ob es nicht erstaunlich sei 
Mauersegler oder Turmschwalben
Verließen uns vor Mitte August aber
Hausschwalben bis Oktober blieben

Einmal hätte er sie sogar noch im
November mit Wacholderdrosseln
In einem Schwarm fliegen sehen also
Sommervögel und Wintervögel

Von einem kleinen gelben Vogel der
Bei ihnen noch keinen Namen hätte 
Den Ray Fliegenfänger nenne der
Fange seine Beute im Flug ohne 

Dabei je den Boden zu berühren
Kehrt er immer auf seinen Posten
Wieder zurück der höher gelegen
Er gehe von mehr als einer Art aus

Mister Stillingfleet frage sich dagegen
Ob Mönchsgrasmückem Zugvögel 
Sind woran kein Zweifel bestünde
Für ihn denn sie tauchten in den

Ersten schönen Apriltagen alle auf 
Einmal auf und sein im Winter nie
Anzutreffen sie seien phantastische
Sänger von ganz zarter Schönheit

In den Moorgründen brüteten jeden 
Sommer große Mengen Schnepfen 
Es sei sehr unterhaltsam dann die
Männchen zu sehen und zu hören

Noch hätte er keine Gelegenheit
Gehabt eine der erwähnten Mäuse 
Zu besorgen sie kämen im Herbst
Dann könnten sie die Art prüfen

Stark vermute er dass es mehr als
Zwei Arten von Wasserratten gibt
Ray sagt sie hätte nach Linné eine 
Art Schwimmhäute an den Füßen

Er hätte aber in ihrem Fluss eine
Entdeckt die keine hätte trotzdem
Ein exzellenter Schwimmer und
Taucher sei er legte gerne eine vor

Den Falco den er ebenfalls hier 
Bereits erwähnte werde er ihm
Bald nach Wales schicken in der
Hoffnung er möge ihm verzeihen

Falls er ihn schon kennen sollte
Wie er ihn noch nicht kannte doch 
Seien es etwas verstümmelte Reste
Er lebte im Moor und jagte Enten 

Wie Schnepfen wenn diese da und
Als er geschossen wurde zerrupfte
Er gerade erst eine Krähe aber er
Entspricht keinen englischen Falken 

Auch in der Ausstellung ausgestopfter
Vögel in Spring Gardens war er nicht
Zu entdecken er hätte ihn an die
Wand der Scheune genagelt entdeckt

Diese Rückwand sei das Museum
Der Leute hier so liege Selborne in 
Einer zergliedert uneinheitlichen
Landschaft mit darum vielen Vögeln 

Dieser feine britische Humor der
Eher indirekt kommt zwischen den
Sonst so guten Naturbeschreibungen
Ist wirklich besonders liebenswert


Begonnen mit der Auslegung der 
Carta Marina der Olaus Magnus die 
Widmung an die Stadt Danzig voranstellt im Juni 1539 in Venedig 

Es sei die Auslegung der neuen Karte
Des alten Gotenreiches wie anderer 
Länder des Nordens samt all der dort
Wunderlichen Dinge zu Lande wie im

Wasser auch die bisher noch nie so
Klar beschrieben worden sind dies
Zum Lob der Stadt Danzig in Preußen
Wie zum allgemeinen Nutzen neu

Herausgegeben von Olaus Magnus
Götzis aus Linköping 1539 nun in 
Venedig mit päpstlichem wie auch
Venezianischen Privileg für ihn 

Danach sei der Nachdruck bei hoher
Strafe wie Pein also Folter auf zehn
Jahre verboten und dies Privileg sei
Von allen solange zu respektieren

Er widmete dies den umsichtigen
Edlen ehrenwerten Herren dem
Burggrafen Bürgermeister und Rat 
Der königlichen Stadt Danzig nun

Dies weil er in früheren Jahren so
Freundlichen Aufenthalt und ruhige
Wohnung in Danzig gehabt hätte wie
Von ihnen mit Gunst geehrt wurde

So wolle er ihnen seine Dankbarkeit
Erweisen weil er nicht weniger in der
Schuld der Stadt als seines eigenen
Vaterlandes stehe was hiermit sei

Dies um sie in großer Anzahl in allen 
Teilen und Kreisen der deutschen
Nation zu verbreiten zu der Danzig
Zu dieser Zeit noch zählte

Damit was bisher unbekannt blieb 
Von allen Lesern wohlwollend zur
Kenntnis genommen würde auch als 
Zeichen seiner ewigen Dankbarkeit

Weil er es erst dank ihrer Hilfe selbst
Zustande brachte bittet er nun die 
Frucht seiner jahrelangen Mühen
Wohlwollend auch anzunehmen

Er habe keinen Zweifel dass seine
Arbeit der Stadt mehr Nutzen bringe
Als wenn er sie mit Gold und Silber
Überhäufen würde doch überlässt er

Allen Umsichtigen und Weisen dies
Selbst zu erkennen und empfehle
Sich ihnen voller Dankbarkeit aus 
Dem Palast des Patriarchen Venedigs

Dem Leser erklärt Magnus noch die
Tafel und das Büchlein werden in 9
Große Buchstaben ABC geteilt wie in
Viele kleine nach abc was nun folgt

Zu den Erläuterungen komme ich
Bei der Lektüre mit Karte morgen
Oder die nächsten Tage in dem fast 
500 Jahre nun alten Werk


Kapitel 3 in Michael Bergmanns 
Roman Herr Klee und Herr Feld
Gelesen und noch etwas darüber
Gelächelt wie Frau Stöcklein auszog

Diesen Auszug beobachtete Alfred
Einen seiner drei täglichen Zigarillos
Auf dem Balkon rauchend erfreut 
Er hatte sich nun daran gewöhnt

Sein Bruder hatte darauf bestanden
Dass in seinem Haus nicht geraucht
Würde und sich damit durchgesetzt
Inzwischen liebte Alfred es so auch

Bergmann beschreibt dann hier
Detailliert was Alfred alles vom
Balkon der Villa im Westend noch
Beobachten kann erwartungsgemäß

Den Umzug machte der als schlicht
Muskulös beschriebene Freund der
Tochter mit einem Transporter voller
Aggressiver Graffiti was wieder gut 

In der Vorurteilskiste Erwartungen 
Mit Lachen bestätigen soll falls es
In diesem Stil weitergeht werde ich
Die Palästinenserin nicht treffen

Vermutlich brauchen Otto Filme
Diese ständigen Schenkelklopfer 
Die alle Vorurteile bestätigen was
Literarisch weniger bereichert

Die Brüder Kleefeld dürfen nun
Ein wenig Pause bei mir machen 
Lesezeit ist zu kostbar um sie mit
Schlichten Mustern zu verbringen 

Vermute aber als Verfilmung wäre
Dies Buch aus dem jüdischen Leben
In Frankfurt sehr erfolgreich und
Könnte Vorurteile beseitigen helfen

Im Buch nervte noch der Enkel 
Von Frau Stöcklein also der Sohn
Von Susanne aus der Kommune
Im Vogelsberg typisch antiautoritär

Am Ende rief noch Freundin Norma
Die sich um Moritz bemüht an und
Bot sogleich ihre Hilfe im Haus an 
Sie könnte auch eines ihrer Mädchen

Zur Unterstützung im Haushalt zu
Den Brüdern schicken und Stella 
Ihre Freundin erkundigte sich noch
Nach Alfred ob es ihm gut ginge

Der kleine Einblick ins jüdische Leben
In Frankfurt darf nun ein wenig auf 
Mascha Kaleko pausieren bis mich
Die Neugier ins Westend wieder ruft


Noch ein wenig bei Egon Friedell in
Der Kulturgeschichte der Neuzeit über
Die Chinoiserie gelesen die damals
Gerade ganz große Mode war

Vor der Entdeckung von Böttcher war
Porzellan aus China bezogen und die
Meißner Waren wurden lange noch 
Als chinesisch ausgeben was aber

Kein Geschäftstrick sondern im
Zeitgeist begründet noch war so galt
China im Rokoko als ein Musterland
Der Weisheit und der Kunst dazu

Anfang der 18. Jahrhunderts kamen
Die Chinoiserien in Mode also Bilder
Vasen Skulpturen Papiertapeten wie
Lackwaren und Seidenarbeiten

Auch Romane entführten den Leser 
In jenes Märchenreich wo ein Volk 
Glücklich heiter unter seinen hoch
Gelehrten Führern paradiesisch lebte

Historiker und Philosophen an deren
Spitze Voltaire stand verherrlichten
China als vortrefflichstes Land auch
Seiner Sitte und Verwaltung wegen

In den Gärten wurden Pagoden wie
Teehäuschen und Glockenpavillons
Errichtet selbst der modische Zopf
Habe noch chinesische Wurzeln

Auch der damals besonders beliebte
Pfau hatte etwas chinesisches war
Zugleich ein echtes Rokoko Tier also 
Dekorativ bizarr theatralisch genrehaft 

Über dieses Zeitalter der Petitessen 
Ließe sich sagen was Diderot 1765
Als bereits ein neuer Geist herrschte
Über Boucher gesagt hatte der ein

Viel zu kleinliches Minenspiel habe
Der Begriff la siécle de petitesses 
Stammt von Voltaire es habe überall
Nur charmanten Nippes gebracht

Der Barock schrie und plakatierte
Wo das Rokoko flüstert und dämpft
Beide seien schnörkelhaft aber im
Barock war es leidenschaftlich noch

Was im Rokoko ein diskret zierliches
Fragezeichen ist während im
Französischen Hochbarock noch
Die Regel tyrannisch herrschte

War Normwidrigkeit eine Sünde am
Geist während im Rokoko die Begriffe
Bizarr und geistreich verbunden sind
Es gleichsam spielerisch noch zugeht

Korrektheit und Symmetrie waren
Der Maßstab aller Werte noch im
Cartesianischen Zeitalter dagegen
Wandte sich das Genre Rocaille

Was der prägende Stil des Rokoko 
Wurde mit seiner Vorliebe für die
Kaprice unerwartetes willkürliches
Paradoxe eher bewusst nach Innen

Sie wären in der Philosophie vielleicht
Halbe Atheisten gewesen in der Kunst
Aber waren sie schon ganze es reizte 
Die Abweichung und der Sprung

Als eine italienische Dame einmal ein
Köstliches Fruchteis verzehrte tat es
Ihr leid dass dies keine Sünde wäre
Es gab eine Passion für Illegitimes

Diese steigerte sich nicht selten bis
Zur Perversion in keinem Zeitalter
War Flagellantismus so verbreitet
Als Neigung sich selbst zu quälen

Will jetzt nicht über unser Zeitalter
Abgesänge abstimmen aber die
Neigung zu BDSM hat auf eine
Erstaunliche Art zugenommen

Dies nicht erst seit dem grauenvoll 
Schlechten Buch fifty shades das
Keines Wortes wert ist sondern im
Geist der Menschen seit Jahren

Er wurde zur Massenpsychose doch
Sollte daran erinnert werden dass 
Hochkulturen in später Phase eine
Neigung zur Perversion noch hätten 

In aller Kultur stecke nach Friedell 
Ein Stück an Perversion weil sie
Das Gegenteil von Natur eben sei
Was auch für die Perücke galt 

Dies zeige sich bei alternden 
Kulturen noch verstärkt weil der
Bereich des normalen erfüllt ist
Die Phantasie will darüber hinaus

Keine der alten Kulturen freute sich
An gesunden Verhältnissen noch
Das alte Rom erinnert besonders
An das Rokoko auch beim Sex

Dafür zitiert Friedell nun als Beispiel
Martial und Juvenal für römische 
Sitten die schon ziemlich locker
Wie lustvoll waren lange Zeit

So schreibt auch Voltaire in der
Verehrungswürdigen Enzyklopädie
In dem Artikel Divorce Scheidung
Diese stamme vermutlich aus der

Gleichen Zeit wie die Ehe aber er
Glaube die Ehe sei einige Wochen
Älter noch was Juvenal über Rom
Nahezu wortgleich schon berichtete 

Auch die Zirkusspiele hätten in den
Öffentlichen Hinrichtungen eine
Entsprechung bis in höchste Kreise 
Gehabt es war halt etwas pervers

So beschreiben zahlreiche der
Augenzeugen die hohen Damen
Gerieten durch die Erregung dabei
Bis zum Orgasmus sogar noch

Spannend ist dabei zu betrachten
Wie die sexuelle Vorliebe von Friedell 
Für kindliche balkanische Huren 
Ihn heute als kriminell diskreditierte

Werden unsere Zeiten also wieder
Moralischer und ist dieser relative
Maßstab je tauglich zur Bewertung 
Der Zukunft einer Hochkultur 

jens tuengerthal 6.3.26





Liebesdauer

Liebesdauer

Auf Dauer wird noch
Alle Liebe ganz sicher
Auch unerträglich 

jens tuengerthal 6.3.26

Kontinuitäten

Kontinuitäten

Immer wieder sind
Kontinuitäten bloß
Wiederholungen

jens tuengerthal 6.3.26

Teetäglich

Teetäglich

Täglicher Tee macht
Leben erträglicher für mich
Als nur Teetrinker

jens tuengerthal 6.3.26

Mehrweniger

Mehrweniger

Trump ist das Gegenteil von
Bescheiden vielmehr ein so
Peinlich wie großmäulig
Auftretender ungebildeter
Primitiver Ami der so billig
Wie seine Leibspeise die
Ekelhaften Hamburger sei
Ist sich die linksintellektuelle
Blase ziemlich sicher die sich
Bewusst vegan ernährt und
Politisch korrekt denkt was
Eine Mehrheit überforderte 
Teils absurde Ergebnisse 
Brachte die nirgendwohin
Nur führen könnten zumindest
Vernünftig betrachtet doch 
Politik ist mehr Gefühl
Denke ich beim Blick
Gen Westen der uns 
So fremd wie Russland
Inzwischen wieder wurde
Das alles ist mir klar aber
Er könnte strategisch klug
Erfolgreich sein und das
Weil er es einfach macht
Putin beschämen und damit
Blamieren und brechen bis
Der letzte Russe merkt 
Vladi ist ein Versager
Die einst rote Armee den
Wiedergänger Stalins erledigt
Der 100.000 Opfer wegen
Verglichen mit Trump ist
Putin ein sowjetischer Looser
Es gefällt mir keineswegs
Aber er scheint einen Plan
Den er verfolgt zu haben 
Bald verliert er vermutlich
Seine Mehrheit in beiden
Häusern dann bleibt bis
Zum Ende eine lame Duck
Schneller als jeder vor ihm
Mehr ist eigentlich nicht

jens tuengerthal 6.3.26


Lusteinfach

Lusteinfach

Lust ist ganz einfach
Sie liegt in unserer Natur
Strebt nach Befriedigung
Folgen wir ihr wird alles gut 
Dazu schenkt sie uns das
Billigste Gefühl der Erfüllung
Das kein Geschenk jemals
Aufwiegen kann unklar nur ist
Ob darum diejenigen die nie
Dabei kommen entsprechend
Mehr Geschenke verdienen
Oder nur erwarten was dann
Wie alle Erwartungen nur 
Enttäuscht werden sollte
Eigentlich sogar muss um
Nicht neue Erwartungen
Durch Ausnahmen zu erzeugen
Aber von dieser partiellen
Impotenz im professionellen
Bereich vorrangig abgesehen
Ist die Lust ziemlich simpel
Nicht nur rein raus natürlich 
Etwas mehr ist zu erwarten
Zumindest verbal denn dabei 
Wird wie mein Großvater so 
Treffend noch sagte das Hirn
Abgeschaltet und hilft schieben
Und es ging am Ende selten 
Um mehr wenn wir uns 
Brunftig stöhnend vereinten 
Nur sagen sollte es keiner um
Das einmalige Erlebnis nicht
Völlig durchschnittlich nur 
Erscheinen zu lassen bleibt
Die Lust immer einfach nur 
Reden sollten wir vorab darüber
Das Gefühl von Interesse zu
Suggerieren was immer weiter
Hilft als alle Technik dabei so
Lehrt tausendfache Erfahrung
Was wir dabei dann wirklich tun
Im Rausch der Lust bewusstlos 
Fast spielt keine Rolle mehr
Wenn das Gefühl stimmt
Dann erst kann alles
Weil nichts mehr muss

jens tuengerthal 6.3.26