Sonntag, 6. September 2026

Zonenwahl

Zonenwahl

In der Zone wird gewählt
Zumindest in einem Land
Der früheren SBZ die erst
Nach 1989 demokratisch
Der Form nach wurde aber
Im Geist eingemauert blieb 

Sachsen-Anhalt das länger 
Zu Preußen noch gehörte
Könnte heute die auch als 
Gesichert rechtsextrem
Geltende AfD zur Regierung
Wählen was nicht zulässig
Sein dürfte wagte nur wer
Aus der verlogenen CDU 
Endlich das Verbotsverfahren

Statt Nazis noch rechts 
Überholen zu wollen wie es
Der Kanzler feige versucht
Der so die Rechtsradikalen
Verdoppelte statt halbierte
Die schlechteste Bilanz aller
Bundeskanzler damit erreicht
Klimatisch immer untragbar war

Warum die trotzigen Ossis nie
Die Demokratie verstanden
Nun Verbündete Putins wählen
Als einst von der Sowjetunion
Die dieser noch heute glorifiziert 
Ihren Wahnsinn für klug halten
Mögen einst Historiker erforschen
Oder Neurologen auch begründen 

Wichtiger wäre eine Regierung
Die den Mut hat eine drohende
Machtübernahme zu verhindern 
Langfristig auch denken kann
Darum in politische Bildung 
Nachhaltig investierte denn 
Gegen Populisten gibt es nichts
Mehr zu gewinnen sie müssen
Verboten und über ihre illegalen
Methoden muss aufgeklärt werden
Den Verbündeten Putins geht es
Nicht um die erledigte Nation 
Sie wollen nur im Interesse der
Feinde der Freiheit dauerhaft
Das bisher erfolgreichste Bündnis
Von Freiheit und Rechtsstaat was
Natürlich postnational ist schwächen 
Wer diese wählt schadet damit
Deutschland wie Europa als dem
Modell der Freiheit in der Welt
Wollen kann das nur ein Feind 
Von außen der dafür die Deppen
Mit Hass und Angst verführt die
Wie nach 1933 erst merken wenn
Alles kaputt ist vielleicht doch 
Falsch gewählt zu haben was 
Leider zu spät dann war

jens tuengerthal 6.9.26

Lektürentagebuch 5.9.26

Lektürentagebuch 5.9.26

Im fünften Kapitel der Traumnovelle 
Kehrt Fridolin nach Hause zurück
Wie Arthur Schnitzler in die Welt der
Träume von Albertine tief noch ein

Bevor er in die Wohnung in das 
Schlafzimmer ging brachte er das
Kostüm in sein Sprechzimmer um
Es gut im Schrank zu verstecken 

Zog sich bereits vor dem Betreten
Des gemeinsamen Schlafzimmers
Aus um Albertine nicht zu wecken
Die mit den Armen hinter dem Kopf

Verschlungen scheinbar intensiv noch
Träumte Worte unverständlich sprach
Plötzlich zu lachen beginnt worauf er
Versucht sie zu wecken was aber erst

Nicht gelingen will und erst nach
Mehrmaligem Schütteln kommt sie
Ganz langsam wieder in der nun
Geteilten Wirklichkeit auch an

Fridolin erzählt Albertine der Hofrat
Sei leider gestorben und er habe
Die Familie nicht allein lassen wollen
Nun sei es leider schon vier Uhr

Eigentlich könnte er auch gleich zum
Arbeiten gehen statt schlafen er sei
Wach und sie meint sie habe seltsam
Geträumt und er will nun wissen was

Sie ziert sich erst etwas und beginnt
Dann zu erzählen von dem Traum
Der in dem Haus beginnt in dem sie
Mit ihren Eltern am Wörthersee war

Wie sie dort allein war weil die Eltern
Im Urlaub waren was ihr seltsam war
Weil doch morgen die Hochzeit wäre
Aber sie vermisste ihr Hochzeitskleid

Im Schrank der prächtig gefüllt war
Fand sie es auch nicht doch dann 
Wäre er gekommen und hätte sie
Durchs Fenster gehoben auf seinem

Starken Arm und sie wollten zu einer
Höhle am nah gelegenen Berg und
Fanden sich irgendwann nackt auf
Einer Wiese miteinander wieder

Dann zog er los in die Stadt um
Für sie neue Kleider und Perlen
Zu kaufen und sie konnte ihn 
Im Traum von oben sehen mit

Seiner kleinen gelben Handtasche
Von Laden zu Laden und kaufte die
Prächtigsten Sachen für sie ein
Dann sah sie eine Burg in die er

Nackt gefesselt geführt wurde und 
Sie wusste er war zu Tode verurteilt
Wartete nur noch auf die Hinrichtung
Da tauchte auf einem Balkon der Burg

Die Fürstin auf während bei ihr der
Däne im hellen Anzug auftauchte der
Zuerst irgendeine Höhle noch suchte
Dann nackt bei ihr lag und sie dabei

In seinem Arm auf der blühenden
Wiese umgeben von Menschen die
Alle nackt waren sich liebten und
Ganz natürlich zärtlich waren

Während er der eben noch nackt
Wie gefesselt im Hof stand nun in
Einen schwarzen Mantel gehüllt
Vor der Fürstin am Balkon stand

Diese sagte zu ihm wenn er ihr
Liebhaber werden wolle würde
Sie ihn begnadigen worauf er
In Treue zu ihr den Kopf schüttelt 

Sie liegt weiter nackt in dem Armen 
Des Dänen und wundert sich über ihn
Dann wird er gefoltert was sie mit
Blutigen Details noch miterlebt

Dabei blieb sie völlig ungerührt was
Sie ihm auch frisch erwacht erzählt
Er hatte sie ja dazu auch gedrängt
Bekam was er gefordert hatte nun

Nun erscheint die Fürstin wieder
Nackt vor ihm und sah aus wie
Das dänische Mädchen das er so
Am Meer einst balancieren sah

Sie bietet ihm nun ihre Hand an 
Er könnte Fürst des Landes neben ihr
Werden wenn er sie nur wollte doch 
Ganz treu seiner Frau verneint er

Sie die immer noch nackt mit dem
Dänen auf der Wiese lag wie auf
Einer großen Orgie dabei in der die
Körper miteinander verschmelzen

Wird immer wütender auf ihn dem
Nun die Kreuzigung bevorsteht
Er schleppt nun sein Kreuz aus der
Burg auf den Berg zu ihr hinauf

Nebenbei schleppt er noch die Tasche
Mit den ganzen Geschenken für sie
Versichert ihr er hätte alles für sie
Sie liefen sich entgegen und dann

Verpassten sie sich und verloren sich 
Während er noch ans Kreuz genagelt 
Wurde der die Hand einer Fürstin für 
Sie die ihm nie treu war ausschlug

So begann sie laut zu lachen damit 
Er am Kreuz zumindest ihr Lachen 
Noch hören könnte und genau das
Habe er gehört und sie geweckt

Dann schweigt sie einfach und er
Ist von ihrem Traum erschüttert will 
Sich dafür rächen und ihr alles nun
Erzählen was wirklich passiert ist

Er fand sie treulos grausam wie
Verräterisch und glaubte sie nun
Tiefer zu hassen als er sie je liebte
Da bemerkt er dass er noch ihre

Hand in seiner hält empfindet für 
Diese eine schmerzliche Zärtlichkeit
Küsst ihr nun sanft die Hand dabei
Bleiben ihre Augen geschlossen

Er meint sie aber Lächeln zu sehen
Möchte ihr gern die Stirn küssen aber
Lässt es weil ihm klar wird dass dies
Bedürfnis nur Reaktion für ihn war

Aber er flüchtet sich in den 
Schlaf wie beim Tod seiner Mutter
Neben Albertine die schon schlief
Dachte sie lägen wie Todfeinde

Innig nah weil gewohnt und doch 
Innerlich so fern wie nie liegen sie
Getrennt nebeneinander aber
Es war alles nur ein Wort

Ohne viel auf Träume zu geben wie 
Fern der psychoanalytischen Sicht 
Ohnehin ist dieses Traumerlebnis
Doch erstaunlich nah der Wirklichkeit

Erinnere mich wie ich über Jahre
Nach einer schmerzvollen Trennung
Den Schlaf eher flüchtete weil ich die
Träume fürchtete in denen sie kam

Dort verführte und verlachte sie mich
War gefühlt kurz davor zu morden
Mit jedem Erwachen wieder und das
Ohne Seele oder Unterbewusstsein

Die Ich beide als freies Kind der
Aufklärung für bloß albernen
Aberglauben und Hokuspokus halte 
Also eigentlich ganz vernünftig

Frage also nicht nach irgendeiner
Schematischen Deutung dieser so
Berührenden Traumgeschichte die
Nur zeigt wir spinnen alle immer 

jens tuengerthal 5.9.26

Samstag, 5. September 2026

Wenigerökonomie

Wenigerökonomie

Eine Ökonomie die nach weniger
Statt mehr strebt rechne sich nicht
Meinen Ökonomen hinter den 
Scheuklappen ihres Berufs der
Das immer gleiche Mantra vom
Ewigen Wachstum predigt statt
Endlich zu begreifen dass es
Von allem weniger braucht 
Um den größten Gewinn im
Leben danach zu erzielen durch
Mehr Ruhe und Langsamkeit
Größeren Genuss von weniger 
Statt am immer mehr zu ersticken 
Was wir gerade mit tödlichen Folgen
Für immer mehr an Märkten erleben
Statt nur Bestandsschutz wie immer
Kurzsichtig zu betreiben endlich
Konsequent den Schalter umlegen
Gewinn ist nur noch was weniger
Wachsen darf nur noch die Natur
Mehr von ihr ist großer Gewinn
Von dem alle profitieren statt sich
Für wahnsinniges Wachstum das
Nur auf Vernichtung zielt noch
Weiter zu quälen lieber mehr 
Ruhe entspannt zu genießen
Als höchstes Ziel nichts mehr 
Machen zu müssen um so mit
Weniger mehr vom Leben zu haben
Was sicher den Versuch wert ist
Und was rechnet sich besser
Als ein entspanntes Leben
Das mit weniger zufrieden ist
Statt noch etwas zu wollen
Es wird wohl noch dauern
Bis alle begreifen weniger
Ist am Ende viel mehr
Mitnehmen kann keiner
Irgendwas noch danach
Mehr Momente in Ruhe
Genießen ist ganz einfach
Kann jeder der will 

jens tuengerthal 5.9.26

Entspannungsmodus

Entspannungsmodus

Wenn die Menschheit endlich einfach
Den Schalter umlegt und begreift dass
Weniger auf Dauer mehr bringt und so
Der größtmögliche Gewinn ist kann
Künftig im Entspannungsmodus ganz
Gelassen friedlich gelebt werden
Keiner muss mehr mehr erreichen
Weniger wird in Zukunft nötiger
Um überhaupt überleben zu können 
Werden wir all unsere Probleme
Durch Nichtstun besser lösen
Können sich alle ganz einfach
Entspannen und glücklich sein 
Mehr geht ohnehin nie was
Vielen schwer fällt zu begreifen
Als Sklaven des Wachstums
Opfer hirnlosen Konsums 
Mit dem die Börsen spielen
Die auch nur den Schalter
Auf immer weniger künftig
Umlegen müssen dann ganz 
Entspannt das wenige nötige 
Im Leben mit der Natur was
Unserem Wesen entspricht
Auf unbegrenzten Märkten 
Dauerhaft friedlich erreichen
Was wir dann einander schenken
Ohne wen betrügen zu müssen
Wie damit entspannt zufrieden
Also erstaunlich glücklich zu
Bleiben statt was zu wollen

jens tuengerthal 5.9.26

Überflussabbau

Überflussabbau

Wir haben von allem zuviel
Darum braucht es weniger
Konsequent und klar also
Schrumpfung statt Wachstum

Es beginnt bei uns selbst
Was heißt weniger Kinder
Wie eine schrumpfende
Ökonomie die darauf zielt

Was übrig bleibt mehr 
In Ruhe zu genießen also

Weniger Menschen brauchen
Weniger Wohnraum und auch
Weniger Lebensmittel dazu 
Weniger Fleischkonsum braucht

Trotz mehr Pflanzenkonsum da
Dessen Produktion nur noch
Einen kleinen Teil dessen braucht
Was Fleischproduktion erfordert 

Freifläche kann renaturiert werden
Am besten zu viel mehr Wald
Um so dem Klima zu nutzen
Weniger Versiegelung wird möglich

Durch weniger Mobilität dafür
Gewinnen wir viel mehr Ruhe
Weniger Abgase von egal wo
Schenken uns bessere Luft 

Wer auf Schrumpfung setzt 
Die dringend nötig ist kann
Erfahrung damit schon sammeln
Die Sozialsystems endlich auch

Entsprechend danach umbauen
Aus weniger in allem kann mehr
Lebensqualität gezogen werden 
Der Überflussabbau verspricht

Vielfältigen Gewinn für uns an 
Zeit Lebensqualität und Natur
Alle die noch anderes wollen
Sind künftig überflüssig nur 

Ob sie es rechtzeitig merken
Ist noch relativ ungewiss
Der Überflussabbau ist aber
Dringend nötig und kommt

Sonst nach der Natur mit Gewalt
Wer sich dem aussetzt verliert
Der Wandel beginnt schon
Im Bewusstsein wenn wir

Endlich wagen weniger
Für die Zukunft zu wollen
Kommt der Gewinn daraus 
In Ruhe von ganz allein

jens tuengerthal 5.9.26

Lektürentagebuch 4.9.26

Lektürentagebuch 4.9.26

In Wellen von Eduard von Keyserling 
Kamen die Herren im Bullenkrug an 
Worauf Ernestine meinte nun würde 
Das Leben ganz freiherrlich bei ihnen

Die große Tafel auf der Veranda ist
Ganz feierlich gedeckt worden und
Die Generalin prüft alles aufgeregt
Ob ihr Schwiegersohn auch genug

Eis für seine Erdbeerbowle bekommt
Ob die Spargel auch weich genug
Sein werden sie kenne doch ihren 
Schwiegersohn fragt sie Malwine

Fräulein Malwine Bork lächelt ihr
Geheimnisvoll zerstreutes Lächeln
Meint die Spargel werden himmlisch
Sein und dann kamen alle zur Tafel

Baron Buttlär saß zwischen seiner
Schwiegermutter und seiner Frau
Strich behaglich dabei über seinen 
Langen blonden Schnurrbart noch

Erzählte  Geschichten von ganz
Allgemeinem Interesse für die sich
Frau von Buttlär sehr interessierte
Die eingefallenen Wangen gerötet

Fast wurde sie dabei etwas kokett
Unten am Tisch saß die Jugend
Leutnant Hilmar der Verlobte von
Lolo erzählte auch Geschichten 

Über diese lachten Wedig und Nini
So laut dass ihre Mutter nun streng 
Aber Kinder rief dabei war Hilmar
Schlank im hellen Sommeranzug

Er sah fast wie ein Knabe aus nur 
Wie ein auffallend hübscher dabei
Mit dichtem schwarzen Haar von dem
Eine Locke aus dem sonst strengen

Leutnantsscheitel fiel wie bei einem
Neapolitanischen Burschen die ganz
Regelmäßigen Züge des bräunlichen
Gesichts hatten etwas scharfes dabei

Wie es sich bei alten Rassen schreibt
Keyserling hier zuweilen noch findet
Seine dunklen Augen waren lebhaft
Manchmal sprühte etwas in ihnen

Keine Disziplin in den Augen hatte
Der Onkel General von dem Hamm 
Dazu gesagt aber als die Bowle kam
Wurde der Baron ganz der Genießer 

Zündete sich eine Havanna an trank 
Einen Schluck sah über das Meer und
Sagte Mondschein und Meer da kann
Ja müsse man gefühlvoll werden

Das Meer mache immer Eindruck
Die Unendlichkeit sei eben die
Unendlichkeit worauf alle schwiegen
Sinnend auf das Meer sahen doch 

Dann lenkte Frau von Buttlär das
Gespräch wieder auf ihr Gut zurück
Ihr Vieh ihre Milchmädchen ihre
Hühner und auch ihre Butter noch

Immer wieder kehrten ihre Gedanken
Zu der fetten Wohlhabenheit zurück
Welch wunderbare Karikatur kommt
Hier ganz liebevoll gezeichnet dabei

Die Jugend wurde unruhig Nini und
Wedig wollten auf die Düne gehen
Taten dabei geheimnisvoll denn sie
Hatten eine neue Beschäftigung

Jeden Abend machten sie Jagd
Auf die Gräfin wie sie es nannten
Versuchten Doralice zu begegnen
Auch das Brautpaar ging zum Meer

Hilmar meinte er müsse nun Steine
Springen lassen und erst wenn er
Ihm ein Dutzend ins Gesicht warf
Bekomme er ein Verhältnis zu ihm

Der hätte keine Ruh muss immer was
Vorhaben meint der Baron und schaut
Wohlwollend hinterher während die
Baronin ihre Sorge darüber ausdrückt 

Hitzig sei er bestätigt der Baron
Er reite gut und anfangs auch
Vernünftig aber dann kriegt er die
Leidenschaft und das Pferd mit

Fräulein Bork meint darauf mit
Verträumter Stimme sie könnte 
Sich gut vorstellen dass der Herr
Leutnant seine Leidenschaft auch

Anderen mitteilt worauf die Generalin
Sie zurechtwies es sei von Pferden
Die Rede warum die Baronin ihm
Verboten hätte Pferde oder Autos

Mit in den Urlaub zu bringen und
Wenn er segelt führe Lolo nicht mit
Solange sie über das Kind wache 
Soll er sie noch nicht umbringen

Worauf der Baron gutgelaunt seine 
Schwiegermutter fragt ob sie auch
Das Gefühl gehabt hätte sie einen 
Abgrund hinab zu stürzen

Abgrund vielleicht nicht meint die
Generalin darauf aber dass ich sie
Auf einen Ballon setzte bei dem man
Nicht weiß wohin der Wind ihn treibt 

Worauf der Baron meint aber doch
Ein sehr lenkbarer Ballon was seine
Frau auch wisse und lachte vielleicht
Etwas zu laut über seinen guten Witz 

Es tat ihm gut das geistvolle Haupt
Der Familie zu sein das Heiterkeit
Verbreitet während Malwine meinte 
Sie fände den Leutnant herrlich 

Er sei wie der Page in dem Lied 
Der auf die Königstochter wartet
Vom Stamme jener Asra welche
Sterben wenn sie lieben damit

Zitiert sie aus dem Gedicht Der Asra
Von Heinrich Heine leicht verändert
Gibt sich also bildungsbürgerlich was
Für die Generalin wieder ein Grund

Zur Aufregung ist was Asra sein soll
Die Hamms stürben nicht wenn sie
Lieben die kenne sie und sie sollte
Solch Zeug nicht vor Lolo erzählen 

Die neigen ohnehin schon zur 
Überspanntheit worauf die Baronin
Die Geschichte von Doralice erzählt
Vom Kuss und der Sandbank 

Der sie die ganze Nacht nicht mehr
Schlafen ließ was er dazu sage
Woraufhin der Baron ernst wird 
Die Gräfin Köhne sei schon eine

Superbe Frau aber böse Geschichte
Der Graf hatte einen Schlaganfall sehr
Traurig seine Schwester pflege ihm
Gesellschaftlich komme sie natürlich

Nicht mehr in Betracht aber sie erwies
Ihnen einen Dienst er werde ihr bei 
Gelegenheit noch dafür danken was 
Seine Frau nicht verstehen will 

Der Baron besteht auf Höflichkeit aber
Die erregte Baronin meinte nur diese
Frau sei als eine schwere Prüfung für
Sie hierher gesandt worden

Am Strand ließ Hilmar dafür völlig
Unermüdlich Kieselsteine springen
Lolo schaute ihm zu als er davon
Müde wurde spazieren sie weiter

Jetzt verstehe er das Meer es sei
Heute im Mondschein und allem doch 
Sehr programmgemäß und sein
Schatz sei erst recht programmgemäß

Was Lolo schade findet denn ein
Programm sei nie überraschend
Worüber Hilmar lacht denn Bräute
Sollten hübsche Notwendigkeiten sein

Lolo erzählt ihm ihr Abenteuer mit
Doralice vom Kuss und den Rosen 
Worauf er von der durchgebrannten
Gräfin spricht die doch nicht heilig wär

Lolo meint sie rühre sie einfach auch
Wenn sie nicht wisse warum vielleicht
Weil sie so schön sei aber wer sich
In sie verliebe müsse eben leiden 

Ob es so arg mit ihrer Schönheit sei
Will Hilmar sie beruhigen doch sie
Fragt ob nichts schmerzhaftes dabei
Sei sie zu lieben was er verneint

Im Gegenteil fühle es sich gut an
Riesig vornehm sie zu lieben er 
Werde dabei fast verlegen vor sich 
Erzählt von seinen Kindersonntagen

Worauf sie enttäuscht fragt ob sie
Wie so ein Sonntag nur für ihn sei 
Er meint so ähnlich dann kommt
Die Gräfin gemeinsam mit Hans 

Ein schönes Kindergesicht mit einem 
Merkwürdig schicksalsvollem Munde
Was Lolo gut findet sie habe auch
So einen gerade und er solle sie

Nun küssen und hielt Hilmar darauf
Ihr mondbeschienenes Gesicht hin
Als er sie darauf geküsst hatte 
Fragt sie ihn nur nun doch Hilmar

Schüttelt den Kopf von Schicksal 
Keine Spur eher ein ganz friedlicher
Pfingstsonntag auf dem Land worauf
Lolo mit den Achseln zuckt und seufzt 

Worauf Hilmar meinte es sei anders 
Sie hier zu küssen komme ihm wie
Eine kolossale Frechheit vor als ob
Alle fünf Weltteile ihnen zusähen

Das wäre ein eigenartiges Gefühl
Was sie darauf nicht will und sich 
Von ihm losmacht seltsam ist wohl
Manchmal der Willen der Frauen

Keyserling ist ein feiner Beobachter
Der Zustände in denen er aufwuchs 
Dringt tief in die Gefühle wie die mit
Ihnen verbundenen Erwartungen

Natürlich werden diese enttäuscht 
Während Hilmar seiner da eher
Nüchtern vernünftigen Art gemäß
Ohne alle Leidenschaft wohl liebt

Er macht eine gute Partie wie es
Sich für ihn und seinen Stand gehört
Weiß es und will genau das eine
Verlässliche Beziehung ohne Drama

Sie träumt von romantischer Liebe 
Die dem Gefühl mit Leidenschaft folgt
Miteinander großes Glück zu finden
Bekommt einen Ehemann dafür

Fein beschreibt Keyserling hier die
Spannung zwischen dem als eher
Leidenschaftlich beschriebenen
Leutnant Hilmar dessen Haltung

Zur Ehe und Liebe bloß langweilig
Konventionell wirkt der eben eine
Standesgemäße Partie macht was
Dem Wesen der Beteiligten nie reicht

Was wird aus dieser lieblosen aber
Formell korrekten Beziehung in der
Begegnung mit Doralice die beider 
Träume als Sünderin wohl weckt 

Zitierte oben bewusst dass hier vom
Autor genutzte ‘man’ was ich sonst
Vermeide weil ich Frau nicht unter
Mann subsumiere aber hier passt es

Der Adel ist ständig damit beschäftigt
Was ‘man’ tut darf oder nicht und
Wurde meist so verheiratet wie es
Stand und Vermögen entsprach

An das Verhalten sind strenge 
Maßstäben geknüpft an sich 
Wie an andere um anerkannt
Im sozialen Kontext zu bleiben

Dies kritisch zu hinterfragen oder
Sitten und Gewohnheiten noch
Auch für sich zu überprüfen ist
Dort noch eher ungewöhnlich 

Die alte Herrschaft bleibt also
Mit ihren internen Sitten völlig
Unmündig im Sinne der Aufklärung
Was tragisch eigentlich ist

Charles und Diana spielten dies 
Schicksal öffentlich noch aus 
Was für eine Seite tragisch endete
Vermutlich wäre weniger da mehr

Der Grenzen seines Standes sehr
Wohl bewusst beschreibt Keyserling
Die Überschreitung als Tabubruch
Der Freiheit und Mündigkeit schenkt

jens tuengerthal 5.9.26


Freitag, 4. September 2026

Nazipotenz

Nazipotenz

Hass macht dumm
Zwar wird immer noch
Von Betroffenen gerne
Behauptet dumm ficke gut
Doch kann ich dieses Gerücht 
Aus langjähriger Erfahrung
Getrost als widerlegt sehen
Natürlich wehren sich alle
Rechtsradikalen und Nazis
Gegen Gleichberechtigung
Wie Gendern weil sie dabei
Immer nur verlieren können
Das reaktionäre Frauenbild
Der Nazis ist dem der Islamisten
Wie etwa Erdogan ähnlicher
Als der Realität entsprechend
Die Frauen lieber unter dem
Kopftuch festbinden wollen
Als je emanzipiert zu sein 
Weil dann ihre natürliche
Impotenz offenbar würde
Auch darum werden in dieser
Tradition Frauen beschnitten
Wie Knaben auch anders
Was am Wüstensand lag 
Doch hat uns die Neurologie
Inzwischen die überlegene
Potenz der Frauen auch
Nachgewiesen die anders
Als bei Männern sogar mit
Der Menopause noch wächst
Wie Studien zum Nervus pudendus
Lange schon uns bewiesen
Weil Frauen von Natur her 
Den impotenter werdenden 
Männern überlegen sind was
In das traditionelle Bild der
Deutschen Nazi Familie die
Früher alles besser fand und
Den Führer nicht so schlimm
Irgendwann müsse ja mal
Schluss sein mit Schuld
Vom der sie meinen sie mache 
Impotent natürlich nicht passt
Dabei ist es tatsächlich genau
Das Gegenteil denn nur wer 
Verantwortung übernimmt ist
Erwachsen die anderen bleiben
Immer impotente Nazis die 
Eigentlich keiner mehr will
Sie hassen anderer weil sie
Selbst keinen Hochkriegen
Dumm und lächerlich sind
Darum der Hass aller Rechten 
Auf Annalena Baerbock die
Beruflich erfolgreich zeigt was
Frau in der Welt werden kann
Was diese Männer fürchten
Weil es ihre Impotenz wie 
Überflüssigkeit belegte denn 
Das Denken alter weißer Männer
Braucht die Welt nicht mehr
Sie versuchten nur ihre dabei
Wachsende Impotenz hinter
Hass auf andere zu verbergen
Mehr haben sie nicht in der
Hose und überhaupt

jens tuengerthal 4.9.26

Merzverständnis

Merzverständnis

Merz versteht die Deutschen gut
Er ist ja auch ein Sauerländer 
Die kennen sich aus mit dem
Deutschen Wesen das soll
Bitte künftig sparsam genesen 
Und die Welt wieder an ihm
Alle müssen mehr arbeiten
Nur der Chef verlängert sich
Den Urlaub auf vier Wochen
So soll ein Ruck durchs Land
Gehen und alle positiv gestimmt
Unbezahlter Mehrarbeit nachgehen 
Zum Wohle Deutschlands wie er
Der alte weiße Mann der besser
Schnell in Ruhestand ginge
Um das Land gesunden zu lassen
Vor Merz Wahl lag die AfD bei
Maximal 12% heute hat sie die 
CDU abgehängt die sich unter
Merz erst daran machte die
Rechtsradikalen zu imitieren
Er hat sie mit seinem illegalen 
Politisch fragwürdigen Kurs also
Nicht halbiert wie angekündigt
Sondern mehr als verdoppelt
Die Deutsche Autoindustrie
Scheitert wie schon angekündigt
Vom Grünen Wirtschaftsminister
Ohne günstige Elektroautos
Was die Praxis gerade belegt
Merz der alte weiße Mann hat
Nur den Verbrenner verlängert
Ist also eher Teil des Problems
Deutschland braucht nicht noch
Mehr vom gleichen sondern
Endlich Innovation nachdem
Die Straße von Hormus dicht ist
Dank des Freundes Trump fährt
Deutschland Erneuerbare herunter
Und baut mehr Gaskraftweke bei
Noch halbleeren Tanks was heißt
Die Zukunft wird kalt und düster
Dank Merz Mehrarbeit hat dann
Auch jeder wirklich weniger davon
Weil die alten Männer nicht mehr
Verstehen wie die Zukunft funktioniert
Zeit für mehr Frauen an der Spitze
Wie ein Ende der alten Männer

jens tuengerthal 4.9.26

Niewiedervereinigung

Niewiedervereinigung

Was brachte die Wiedervereinigung
Fragt kritisch Paula Fürstenberg in 
Ihrem Band Niewiedervereinigung
Der schon vom Titel her genial ist

Die Autorin analysiert darin als selbst
Nachwendekind schonungslos wie es
Durch die Wiedervereinigung zum
Wiederaufstieg des Faschismus kam

Die vielen verpassten Chancen wie
Eine Stimme aus dem Osten die in 
Linken Kreisen bei Potsdam noch
Aufwuchs ist wichtig dazu sicher

Doch viel wichtiger finde ich als
Dichter die Wortschöpfung von 
Der Niewiedervereinigung die ein
Aktuelles Lebensgefühl ausdrückt

Der Osten und die Rechtsradikalen
Wie Feinde der Demokratie die dort
Kurz vor der Mehrheit stehen bedroht
Das Lebensmodell der alten BRD 

Müssen wir diese nun endlich
BRDigen um etwas neues dann
Gemeinsames zu finden wie es die
Pläne der Wiedervereinigung wollten 

Damals träumten sie noch von der
Gemeinsamen Verfassung mit einem
Abtreibungsrecht für alle Frauen wie 
Freiheit und Mitbestimmung auch

Das war mir der konservativen CDU 
Unter Helmut Kohl nicht möglich die
Noch am Frauenbild der katholischen
Kirche bis heute wieder festhält 

Der Kanzler aus dem seinerzeit noch
Gegründeten Andenbündnis ist ein
Rückschritt in der Entwicklung als
Alter weißer Mann ohne Perspektive

Plötzlich merken wir alle wie gut
Sozial konstruktiv Merkel war die
Ostdeutsche die den Laden noch
Wenn auch mühsam zusammenhielt

Damals waren wir noch auf dem Weg
Zur Wiedervereinigung zumindest
Während sich unter Merz nur die
Spaltung weiter vertieft im Land

Es fehlt an Gefühl für die große
Enttäuschung vieler die ihre Träume
Verloren nun den russlandnahen
Populisten vertrauen um es denen 

Im Westen von denen sich so viele
Betrogen fühlen hier fällt natürlich
Der Name Maschmeyer und die
Hannover Connection gleich ein

Mal so richtig zu zeigen wählen
Viele trotzig geistig beschränkt
Rechtsradikale die keinem nutzen 
Nur mehr Hass und Gewalt bringen 

Was schafft dauerhaft Vertrauen
In die Demokratie nach dem
Grundgesetz fragt sich wer das
Drama hier noch betrachtet

Die Niewiedervereinigung die
Eher den Faschismus stärkte
Besonders hinter dem einst noch
Antifaschistischen Schutzwall 

Bedarf nüchterner Analyse um
Die Probleme anzugehen also
Auch das Problem mit den vielen
Rechtsradikalen im Osten endlich

Längst sind diese normal und nette 
Nachbarn geworden die dann andere 
Nach sich ziehen die Demokratie so
Schrittweise weiter unterminieren 

Es bedarf großer Investitionen nun
In politische Bildung um das Land
Im Osten demokratisch zu halten
Vielleicht endlich werden zu lassen

Dies ist unsere Verantwortung damit
Die Niewiedervereinigung nicht auf
Ewig eine Gefahrenquelle bleibt für
Demokratie und Rechtsstaat auch

Wir investieren hunderte Milliarden
In Rüstung und Militär dabei wären
Investitionen in Bildung nötiger um
Vielleicht ein Land mal zu werden

jens tuengerthal 4.9.26

Lektürentagebuch 3.9.26

Lektürentagebuch 3.9.26 

Weiter ging es mit Arthur Schnitzler
Der in seiner Traumnovelle magisch
Eine geheime Orgie inszeniert die
Ganz harmlos im Kaffeehaus begann

Fridolin stapft einsam durch die Stadt
Entdeckt das etwas schäbige Café 
Wo er und Nachtigall sich unverhofft 
Entdecken und zu plaudern beginnen

Nachtigall war ein polnischer Jude der
Noch mit dem dortigen Akzent sprach
Ein wenig östlich breit wie es heute
So selten nur noch zu hören ist

Sie hatten zusammen Medizin studiert
Doch Nachtigall hatte es irgendwann
Abgebrochen und hatte begonnen als
Pianist sein Geld zu verdienen

Dann war er verschwunden war in
Bulgarien Ungarn und wieder Polen
Gewesen hatte hier und dort noch
Klavier gespielt leben zu können

Fridolin erinnert sich seinen eigenen
Besonderen Anschlag schon vorher
Gehört und erkannt zu haben ohne 
Auf Nachtigall gleich zu kommen

Nun war er hier hatte vorher im
Keller gespielt bei der dort Kegelbahn
Aber hätte noch einen Termin wo er
In der Nacht spielen würde

Was erst um zwei beginnt machte
Fridolin neugierig und Nachtigall
Erging sich nur in Andeutungen
Er spiele mit verbundenen Augen

Fridolin will mit doch das sei völlig
Unmöglich meinte Nachtigall dazu
Bräuchte es ein Passwort was er
Erst in der Kutsche erfahren würde 

Gleich ist Fridolin Feuer und Flamme
Will unbedingt mit um diesen so
Seltsamen Abend angemessen zu
Beenden wie er dachte und gleich

Kaum tauchte die schwarze Kutsche
Mit schwarz verhängten Fenstern auf
Eilte Fridolin zum Maskenladen um
Sich Larve und Kostüm zu leihen

Dieser öffnet ihm tatsächlich noch
Mitten in der Nacht seinen Laden
Als das Licht angemacht wird sieht
Er an einem Tisch zwei sitzen

Die Dritte ein kleiner Pierrot mit 
Weißen Strümpfen verschwand
Unter dem Tisch und stürzt dann 
In seine Arme Schutz suchend 

Der Ladenbesitzer bedroht die
Beiden sehr jungen Männer mit
Inzwischen vornehmen Fräcken
Mit der Polizei und schließt sie ein

Das zarte Mädchen das als Pierrot 
Jung leicht in seinen Armen duftete 
Erregte ihn schon sehr und er
Überlegt doch lieber zu bleiben 

Schließlich geht er doch ohne
Etwas für die Maske zu zahlen
Der Ladeninhaber vertraute ihm
Erfährt von Nachtigall das Passwort

Es lautet seltsam genug Dänemark
Was ihn an den Urlaub erinnert mit
Hamlet dabei dezent spielt und der
Gespannte Fridolin nimmt sich einen

Fiaker der schwarzen Kutsche zu
Folgen die weit raus fährt und den 
Berg hinauf und hinab bis sie vor
Einer Villa halten bei der die Fenster

Völlig schwarz verhängt sind mit
Dem Passwort kommt Fridolin rein 
Sieht viele maskierte Mönche und
Einige verschleierte Nonnen

Eine der Nonnen kommt auf ihn zu
Meint sie erkenne er gehöre nicht
Hierher sollte schnell unbemerkt
Noch fliehen bevor Strafen drohen 

Er aber völlig fasziniert von dieser
Üppigen Nonne mit den roten Lippen
Weigert sich und sie warnt ihn wieder
Doch Fridolin bleibt noch als plötzlich

Ein edler Herr ganz in weiß die Dame
Zum Tanz auffordert und er sich 
Plötzlich von Herren umzingelt sieht
Die ihn auffordern die Maske zu lüften 

Er weigert sich die Herren werden
Schon handgreiflich als seine Nonne 
Wieder auftaucht und sagt er solle 
Gehen sie opfere sich für ihn

In diesem Moment lüftet sie ihren
Schleier und lässt die Nonnentracht
Von sich fallen steht nackt im Kreis
Der gierigen Männer die nach ihr 

Greifen er schreit noch nein will 
Sich für diese Frau die ihn noch 
Retten wollte opfern aber es ist
Zu spät und er wird wieder zum

Eingang geschoben bekommt
Seinen Pelz und wird in die schwarze
Kutsche von den Dienern gedrängt 
Obwohl sein Kutscher wartete

Als er versucht zu erkennen wohin
Sie fahren stellt er fest Fenster
Wie Türen sind verriegelt und will
Gerade ein Fenster einschlagen als

Die Kutsche mitten am Feld hält 
Beide Türen sich öffnen und er
Stürzt nach draußen aber sieht
Die nahe Stadt vor sich liegen

Staunend sieht er wie die Stadt
In den niederen Ständen langsam
Erwacht zum Markt drängt am nun
Morgen um vier Uhr beginnt es

Noch schleichen die Gestalten 
Durch das Dunkel doch für sie 
Begann schon der Tag bevor 
Seiner endet der bald beginnt

Er sieht sich schon beruhigend
Als guter Arzt durch die Reihen
Der Betten laufen und nimmt
Einen Einspänner und fährt heim

Während ich dies schreibe und 
Las zuvor ist es schon zwei geworden
Bald wird es wieder hell seltsam
Nah kommen sich Tag und Nacht

Eine Nacht voll sinnlicher Erlebnisse
Von denen keines zum Ende führt
Ihm irgend Befriedigung schenkt
Eine Erotik der Anfänge bleibt

Genial wie Schnitzler hier die
Sehnsucht nach Lust inszeniert
Die keine Erfüllung mehr findet
Aber immer wilder sich steigert

Die enthüllte und entschleierte
Nonne war sie eine Hure wie die
Anderen dort auch war es eine 
Strafe oder genau was sie wollte

Sicher waren sie alle Huren
Zumindest in dieser Nacht aber
Sie hatten alle eine doppelte Existenz
Die hinter Masken verborgen lag

Es passiert dem Helden Fridolin
Nichts was der Rede wert wäre
Zumindest bisher war er seiner
Frau noch relativ körperlich treu 

Oder ging er schon fremd als er
Mit ihr über die Erlebnisse in 
Dänemark zuhause noch sprach 
Bevor die anderen auftauchten 

Wie austauschbar ist alle Lust
Was bleibt von dieser noch an 
Besonderem wenn alles probiert
Ist es dann noch der Rede wert

jens tuengerthal 4.9.26


Donnerstag, 3. September 2026

Aufklärungswürde

Aufklärungswürde

Die Würde des Menschen ist 
Nach dem Grundgesetz unantastbar

Doch was ist diese Würde die uns 
Artikel 1 als Reaktion auf Auschwitz 
Garantiert und die der Staat schützt

Es sei der unantastbare Eigenwert 
Den jeder Mensch hat weil Mensch

Sie muss sich nicht verdient werden
Gilt für jeden zu jeder Zeit überall

Keiner darf diese Würde stören
Weder der Staat noch andere

Wessen sich einige Rassisten wohl
Nicht ganz bewusst sind aber
Noch wichtiger dabei ist diese
Sicht auf individuelle Würde 

Als Reaktion auf den Holocaust
Der Millionen Menschen noch
Entwürdigte ist sie ein Produkt der
Aufklärung und ihres Menschenbildes

Würde hängt darum auch eng mit
Der Mündigkeit zusammen die nach
Kant der Kern der Aufklärung ist

Als endlich Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit
Durch den Mut kritisch zu denken

Also genau das Gegenteil dessen
Was die Kreml Propaganda betrieb 
Die mit Lügen und Desinformation 
Hass schürte auf dem die AfD ritt

Warum bestimmte Menschen eher
Anfällig für politische Lügen sind
Der Demokratie weniger vertrauen 
Als ihren Feinden ist komplex aber

Der Schlüssel zur Befreiung ist stets
Aufklärung die aus Unmündigkeit 
Erst befreit und damit die Würde 
Retten und verteidigen kann

Es braucht für die Opfer der Diktatur
Aufklärung durch politische Bildung
Damit sie ihre Würde als Bürger
Wieder erhalten und nicht weiter

Als unmündiges Stimmvieh agieren
Dies kann nur geschehen wenn sie
Sich selbst durch kritisches Denken
Befreien und so ihre Würde wieder

Erobern denn vielen im Osten fehlt
Diese Befreiung die Grundlage des
Grundgesetz ist bis heute was der
Irrationale Trotz dort zeigt der noch

Mehrheitlich Feinde der Demokratie
Wählt statt die stabile Mitte zu stärken
Welcher vielfach aus persönlicher
Enttäuschung und Frustration 

Resultiert weil sie ein totalitäres
System verloren ohne Freiheit
Als mündige Würde zu kennen

Hier liegen die großen Aufgaben
Für die Zukunft Europas auch
Wenn die EU weiter wachsen soll

Aber der Anfang ist die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit 
Mit der sie individuelle Würde als
Kind der Aufklärung bekommen

Wer dieses große Geschenk der
Gewissensfreiheit nach Kant erkennt
Wird auch wieder gönnen können 

Statt sich national zu beschränken 
Als Idiot von Putin immer unfrei
Darum braucht es mehr Aufklärung
Die Würde zu verteidigen

jens tuengerthal 3.9.26