Freitag, 26. Juni 2026

Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein

Gerne reden wir heute vom nötigen 
Verantwortungsbewusstsein dessen
Mangel weiter zu begründen wie es
Eine Politik ohne Rezepte für eine 
Zukunft die nur Ausreden sucht macht

Das Vorbild politischer Führung führt
Zur Vernachlässigung persönlicher
Verantwortung was nur das Chaos
Stiftet das weiter zerstört statt noch 
Kreativ etwas irgend zu gestalten 

Menschen fliegen aus Spaß weiter
Durch die Welt weil der Kanzler 
Wie seine Politik ein Vorbild dafür sind
Kerosin weiter noch subventionieren
Keiner übernimmt hier Verantwortung

Die Bundesregierung mit den nur
Dollarzeichen in den Augen setzt 
Auf Wachstum obwohl ganz dringend
Von allem weniger gebraucht wird
Wird weiter abgelenkt und ignoriert 

Verantwortungsbewusstsein hieße
Komplex zu denken und endlich die
Konsequenz aus der Entwicklung
Von Klima und Natur zu ziehen
Ressourcen als endlich zu erkennen

Davon bräuchten wir dringend mehr
Statt den Wahnsinn noch weiter mit
Falschen Mitteln zu beschleunigen
Die wie jeder längst wissen kann
Mörderisch für viele sein werden

Jeder von uns ist verantwortlich
Es gibt keine Rechtfertigung für
Ein weiter so mehr weil alles neu
Und anders gedacht werden muss
Darauf dies zu merken kommt es an

Verantwortungsbewusstsein macht
Alle Gesetze entbehrlich weil es aus
Dem Gewissen sich selbst regelt
Mehr davon wäre ein Anfang um
Die Welt nochmal zu retten

jens tuengerthal 26.6.26

Versiegelungsmeister

Versiegelungsmeister 

Deutschland leidet unter der Hitze
Die noch weiter steigen wird weil
Weiter versiegelt wird statt endlich
Mehr Bäumer zu pflanzen was die
Einzige Rettung in der Klimakrise 
Soll der Bau von Autobahnen nun
Als von überragendem öffentlichen
Interesse geschützt werden damit
Schützt diese Bundesregierung noch
Weiter die falsche Politik einer 
Fortschreitenden Mobilität und dafür
Versiegelung der Landschaft dabei ist
Jeder gefällte Baum einer zuviel
Diese Bundesregierung aus alten
Uneinsichtigen Männern verkennt
Was notwendig und geboten ist
Verschärft die Probleme statt sie 
Endlich zu lösen redet sie vom nur 
Wetter auf das sie keine Antwort hat
Merz stoppen heißt damit auch
Leben retten in Deutschland

jens tuengerthal 26.6.26

Nachtgenuss

Nachtgenuss 

Wie herrlich kühl ist doch die Nacht
Denke ich bei dem was uns am Tage
Nun bevorsteht mit bis zu 44 Grad
Sind Nächte ohne Sonne traumhaft

Milde 18 Grad haben wir nun was
Fast zu schade zum schlafen ist
Wenn du endlich klar denken kannst
Statt nur schwitzend zu dämmen 

Schaue raus in die Dunkelheit in der
Die meisten gegen halb drei schlafen 
Weil Morgen ein Arbeitstag ist was
Schon unerträglich genug wird

Besser bekämen alle nun frei um
Zuhause zu bleiben statt das Klima
Noch weiter unnötig aufzuheizen
Die Nächte abgekühlt zu genießen

Kurz sind die Nächte nur an diesen 
Heißen Sommertagen und doch welch 
Genuss ohne zu schwitzen zu laufen
Die Ruhe lieber kühl zu genießen

Über Nacht kühlt die Natur ab
Manche verschlafen diese Zeit
Um wie immer zu leben statt sich
An die Natur besser anzupassen

Genieße die kühlen Zeiten sehr
Die ohne Ventilator erträglich sind
Tag und Nacht zu vertauschen
Ist gerade der wohl bester Schutz

Welch Genuss ist doch die Nacht
Wenn weniger ist was mehr zulässt
Statt nur konform zu funktionieren
Bleibt Zeit für wesentliches uns 

jens tuengerthal 26.6.26

Gönnenkönnen


Gönnenkönnen

Gönnen können ist hohe Kunst
Verlieren aber sich für den anderen
Der den Sieg dringend brauchte
Um weiter mitspielen zu dürfen
Um so mehr zu freuen zeigt dies 
Wie schön dass Deutschland
Heute Ecuador feiern ließ 
Auch wenn dafür ein Spiel
Verloren ging können sich
Die anderen nun freuen
Was noch leichter zu gönnen 
Fällt da es für uns egal war 
Und so freue ich mich heute
Für Ecuador im übrigen ist
Es nur Fußball gewesen
So fand es ein gutes Ende
Nun gönnen zu können
Ist mir eine Freude

jens tuengerthal 26.6.26

EcuadorDeutschland

EcuadorDeutschland

Kaum angestoßen schießt Sané
Das 1:0 nach einer Ecke für die
Deutschen und gleich geht es
Stürmisch weiter im Spiel

Die Schiedsrichterin lässt das Tor
Auch gelten trotz vorherigem Foul
Worüber nun gleich diskutiert wird
Dann schießt Ecuador das 1:1

Die deutsche Mannschaft lässt sich
Ein wenig nach hinten drängen aber
Hat es noch im Griff und schon ein
Schöner Kopfball ohne Folgen leider

Nach kurzer Trinkpause geht es 
Stürmisch weiter hin und her ein
Schöner Sturm von Musiala endet 
In Ecke leider ohne Folgen 

Zur Pause steht es noch 1:1 ein
Spannendes Spiel kaum beginnt
Das Spiel gibt es Elfmeter für
Deutschland der nun geprüft wird 

Der doch nicht gegeben wird wegen
Eines vorigen Fouls von Sané und
Es geht spannend weiter dann wird
Endlich Undav eingewechselt 

Nach der Trinkpause eine riesige
Chance für Ecuador aber es ging
Gerade nochmal gut obwohl es
Nicht gut für Neuer aussah

Dann Chance für Deutschland
Wieder eng vor dem deutschen
Tor es bleibt spannend dann fällt
Nach einer Ecke das 2:1 für Ecuador

Wurde Neuer aus den Händen
Geschossen und zählt leider
Weiter geht es hin und her gute 
Freistoßchance die nichts wird

Undav mit Chance ins Außennetz
Aufregende 7 Minuten Nachspielzeit
Noch ein Freistoß für Ecuador und 
Es ist aus Ecuador gewinnt 2:1

Ob Deutschland nach Montag 
Nach Hause fahren kann sehen wir
Vermutlich dann oder auch nicht ob 
Undav dann früher kommt wer weiß 

jens tuengerthal 26.6.26

Donnerstag, 25. Juni 2026

Lektürentagebuch 25.6.26

Lektürentagebuch 25.6.26

In Teil VIII seiner Verfeinerung der
Deutschen widmet sich Erwin Seitz 
Unter dem Titel Der abenteuerliche 
Bürger im ersten Kapitel Nürnberg

Entsprechend heißt das Kapitel auch
Vom Ritter zum Bürger geht über die
Handelsherren in Nürnberg das neben
Köln zur wichtigsten Stadt wurde 

Darauf deutete im 11. Jahrhundert 
Noch nichts hin zunächst rief
Heinrich III der eine erste kleine Reichsburg errichtet hatte 1050

Einen Hoftag dort ein was auch zur
Ersten schriftlichen Erwähnung führte
Das Grab des frommen Sebaldus dort
Zog Pilger an die auf Heilung hofften 

Konrad III ab 1034 hielt dann auch
Regelmäßig Hoftage schon dort ab 
Und gründete in der Siedlung am
Fuß der Burg ein Kloster und ließ 

Eine Gewerbesiedlung anlegen 
Unter den Königen Philipp und
Friedrich II wurde der bis heute noch
Erhaltene Kern der Burg angelegt

So entstand mit Vorburg Kapelle und
Stallungen die fast 300 Meter lange
Stadtkrone die originalgetreu nach
Dem Zweiten Weltkrieg saniert wurde 

Im Jahre 1219 erhielt Nürnberg von
Friedrich II das später als Großer
Freiheitsbrief bezeichnete Privileg
Wurde damit eigener Rechtsbezirk

Es gab noch keine Verfassung aber
Die Bürger durften schon selbständig 
Steuern für den König erheben ab
Dem Jahr 1241 wirkten Räte hier 

Erst nach dem Tod von Friedrich II
Oder seines Sohnes gaben sie sich
Eine bürgerliche Verfassung nach
Der ehrbare Bürger Räte wurden 

Dazu gab es Schöffen am Gericht
Wie einen Rat aus Bürgern der Rat 
Bestand aus 26 und ab 1370 aus 42
Bürgern die ratsfähig waren

Dieser Rat wählte seine Mitglieder
Ab 1250 etwa selbst diese Patrizier 
Waren ursprünglich Ministerialen noch
Die sich am Fuß der Burg ansiedelten

Damit verwandelte sich der Ritter 
In einen Bürger es wurde ritterliche
Ehre gegen bürgerliche Vernunft
Getauscht schreibt Seitz hierzu

Aus ihnen wuchsen die Nürnberger
Geschlechter die sich nach antikem
Vorbild patricii nannten so wurden 
Auch acht Handwerker aufgenommen

Seit 1400 lässt sich im Rat der 42 ein
Gremium von sieben älteren Herren
Nur besondere Familien aus dem
Kleinen Rat stiegen dahin auf zeigen

Der Rat der gewählt wurde aus den 
42 Ratsmitgliedern war das Oberhaus
Das die wichtigsten Ämter innehatte
Doch blieb es immer kooperativ 

Die Nürnberger Stadtrepublik blieb
Eine Oligarchie bot aber mehr an
Freiheit als Städte der Antike oder
Das Landleben dieser Zeit

Seitz zählt noch die wichtigsten
Familien der Patrizier auf von denen
Einige wie Holzschuher durch Bilder
Von Dürer auch bekannt wurden

Die ratsfähigen Familien heirateten 
Untereinander oder gelegentlich auch
Patrizier benachbarter Städte noch
Hatten mehr Vermögen als der Adel

Die Nürnberger erlebten einen ganz
Großen wirtschaftlichen Aufschwung
Führten auch Buchführung und ein
Erfolgreiches Kreditwesen dazu ein

Die Stadt handelte mit ganz Europa
War dabei sehr erfolgreich brachte
Neue Erfindungen und mehr was
Den wirtschaftlichen Erfolg verstetigte

Als Kreditgeber auch des Kaisers
Wurden sie politisch mächtiger und
Konnten so ihre Freiheit verteidigen 
Wurden zur wichtigsten Metropole

Seitz schildert dies sehr gut auch
Wenn die kritische Seite in der
Geschichte Nürnbergs noch nicht
Erwähnt wurde ist es gut gemacht

jens tuengerthal 25.6.26

Todesvorfreude

Todesvorfreude

In Anbetracht des Lebens
Das die meisten klagend führen
Fragt sich woher die Angst vor
Dem Tod noch kommt der doch 
Auch bei zunehmender Hitze 
Kriegen Katastrophen wie dem
Ganzen nationalen Geschrei
Immer verlockender scheint
Als das weiter so noch um
Für immer seine Ruhe zu haben
Nichts mehr zu müssen
Von allen Funktionen befreit
Körperlich wie geistig dabei
Dahingestellt was bei wem 
Noch mehr je ausmachte 
Bleibt nichts als Erinnerung
Die noch dazu gut sein soll
Der Erde damit noch gut tun
Statt sich weiter zu streiten 
Mit Idioten die nichts verstehen
Seine Ruhe für immer haben
Klingt immer verlockender als
Das weiter so noch länger
Hinter sich zu bringen
Ruhe in Frieden ist
Paradiesisch

jens tuengerthal 25.6.26

Bachmann 100

Bachmann 100

Dichterinnen gedenken ohne
Ihre Worte zu nennen ist müßig
Ihnen mit diesen ein kleines
Denkmal setzen ist mehr
Als Daten und Zahlen
Schweige darum um
Sich vor ihr um so
Tiefer zu verneigen 
Ingeborg Bachmann
Zum 100. Geburtstag

jt 25.6.26

HEIMWEG

Nacht aus Schlüsselblumen
und verwunschnem Klee,
feuchte mir die Füße,
daß ich leichter geh.

Der Vampir im Rücken
übt den Kinderschritt,
und ich hör ihn atmen,
wenn er kreuzweis tritt.

Folgt er mir schon lange?
Hab ich wen gekränkt?
Was mich retten könnte,
ist noch nicht verschenkt.

Wo die Halme zelten
um den Felsenspund,
bricht es aus der Quelle
altem, klarem Mund:

„Um nicht zu verderben,
bleib nicht länger aus,
hör das Schüsselklirren,
komm ins Wiesenhaus!

Reinen Fleischs wird sterben,
wer es nicht mehr liebt,
über Rausch und Trauer
nur mehr Nachricht gibt.“

Mit der Kraft des Übels,
das mich niederschlug,
weitet seine Schwinge
der Vampir im Flug,

hebt die tausend Köpfe,
Freund- und Feindgesicht,
vom Saturn beschattet,
der den Ring zerbricht.

Ist das Mal gerissen
in die Nackenhaut,
öffnen sich die Türen
grün und ohne Laut.

Und die Wiesenschwelle
glänzt von meinem Blut.
Deck mir, Nacht, die Augen
mit dem Narrenhut.


Die gestundete Zeit

Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.

Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.


Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn ...
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.


Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt.
Das Unerhörte ist alltäglich geworden. Der Held bleibt den Kämpfen fern. 
Der Schwache ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.


Reklame

Wohin aber gehen wir
ohne sorge sei ohne sorge
wenn es dunkel und wenn es kalt wird
sei ohne sorge
aber
mit musik
was sollen wir tun
heiter und mit musik
und denken
heiter
angesichts eines Endes
mit musik
und wohin tragen wir
am besten
unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
was aber geschieht
am besten
wenn Totenstille

eintritt

1956


Anrufung des großen Bären

Großer Bär, komm herab zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und mißtrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblößten Zähnen,
alter Bär.

Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.

Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
daß er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.

s' könnt sein, daß dieser Bär
sich losreißt, nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den großen, geflügelten,
die aus dem Paradiese stürzten.


Ich bin ein Strom,
mit Wellen, die Ufer suchen.
[…]
Ich bin satt von der Zeit
und hungere nach ihr.
[…]
Tief im Grund verlang ich immer
alles restlos zu erzählen,
in Akkorden auszuwählen,
was an Klängen mich umspielt.
[…]
Ich weiß die Welt näher und still.


Die Axt der Nacht fällt in das morsche Licht.


Ich bin mit Gott und seiner Welt zerfallen,
Und habe selbst im Knien nie gefühlt,
dass es den Demutfrieden gibt,
den alle anderen sich so leicht erdienen.


In die Muscheln blasend,
Gleiten die Ungeheuer des Meers
Auf die Rücken der Wellen,
Sie reiten und schlagen mit
Blanken Säbeln die Tage in Stück
Eine rote Spur bleibt im Wasser,
Da legt sich der Schlaf hin,
Auf den Rest deiner Stunden,
Und dir schwinden die Sinne.


Wo Deutschlands Himmel die Erde schwärzt,
Sucht ein enthaupteter Engel ein Grab für den Hass
Und reicht dir die Schüssel des Herzens.


In der Dämonen Gelächter gebrannt,
bodenlos, sind die Schalen
dieses glücklosen Lebens,
das bis zum Rand uns bedenkt.


So stoß ich zu dir und bringe die Schatten zum Klingen.


Vielleicht kann ich mich einmal erkennen,
eine Taube einen rollenden Stein…
Ein Wort nur fehlt! Wie soll ich mich nennen,
ohne in anderer Sprache zu sein.


Nachtbeginn

Nachtbeginn

Fragte mich weil noch so früh
Gerade erst gegen zwei Uhr
Wann die Nacht eigentlich beginnt
Merkte es gibt im Deutschen dazu 
Verschiedene Ausgangspunkte
Astronomisch mit Sonnenuntergang 
Nach Alltagssprache und Recht
Geht die Nacht von 22 Uhr bis 6 Uhr
Nutze es nie vor Mitternacht weil
Alles andere noch Abend ist
Obwohl es sprachlich wohl 
Die Mitte der Nacht meint
Mit Kindern sagen wir noch früher
Gute Nacht auch wenn dann erst
Der schöne Abend beginnt weil
Bis dahin mit Kinderkram noch
Vollauf beschäftigt gewesen
Doch die Nacht zum Tag machen
Heißt Licht ins Dunkel bringen
Was nicht immer elektrisch aber
Meist eine Erleuchtung noch ist 
Zumindest für unsere dunklen Ecken
Über die wir lieber schwiegen
Käme nicht alles ans Licht
Auch ungefragt manchmal
Scheint hell oder dunkel für 
Viele noch ein Maßstab zu sein
Der mir in Berlin ländlich scheint
Weil die Stadt nie schläft 
Auch wann und ob sie mit
Sonnenaufgang endet ist
Zumindest im Herbst und Winter 
Umstritten wenn länger dunkel
Für mich immer erst wenn
Ausgeschlafen auch wenn
Nicht immer ausgeschlafen
Sondern nur aufgeweckt
Ohne es dann schon zu sein
Merke ich wie sprachlich komplex
Tag und Nacht doch sind

jens tuengerthal 25.6.26

Lektürentagebuch 24.6.26

Lektürentagebuch 24.6.26

Wolfram von Eschenbach jene Frau
Und ein Festmahl auf der Wartburg
Betitelt Erwin Seitz in seinem Buch
Die Verfeinerung der Deutschen 

Das Kapitel in dem er über den Autor
Des Parzival sehr gut recherchiert
Schreibt und eine Biographie mit
Literarischen Elementen konstruiert

Wenig ist bisher über den realen
Wolfram von Eschenbach bekannt viel
Aus seinen Schriften selbst und teils
Von anderen daraus macht er was

Eschenbach ist eine spannende wie 
Vielschichtige Gestalt die erstmals
Dialektische Prinzipien auch beim
Schreiben trotz Risiken benutzte

Viel spricht dafür dass er aus einem
Geschlecht aus Obereschenbach kam
Was heute Wolfram-Eschenbach zu
Ehren des Dichters des Parzival heißt

Er behauptet von sich er könne nicht
Lesen und Schreiben im Parzival was
Aber wohl nur ohne Studium heißt
Sich von Schriftgelehrten abgrenzt

Deutlich lassen sich aus seinem Werk
Wie sonstigen Versen seine genaue
Kenntnis der aktuellen Literatur auch
Nachweisen wie der Philosophie dazu

Er erzählt zwar eine französische
Geschichte wieder aber eben auf 
Ganz eigene und neue Art wie er
Selbst als Autor im Werk betont

So haben wir im 12./13. Jahrhundert
Erstmals einen Autor der hier den
Diskurs mit den Lesern im Roman
Noch sucht auf Ebenen erzählt

Seine ersten Förderer waren wohl
Die Grafen von Wertheim später
Wurde es Hermann von Thüringen
Bei dem er auf der Wartburg lebte

Der 1170 geborene Eschenbach
Lebte bis 1225 war damit auch
In einer Zeit des Übergangs in der
Staufer und Welfen um Herrschaft

Rangen später bei Philipp auch den
Gegenkönig zu diesem Staufer
Noch stellten bis zur Zeit von 
Friedrich II dem stupor mundi 

Oder das Staunen der Welt noch
Genannten großen Staufer der
Womöglich Eschenbach noch in
Nürnberg auf der Burg auch traf 

Während im Parzival noch die
Geschichte der ritterlichen Ideale
Auf der Suche nach dem heiligen 
Gral überwiegen ändert sich dies

Im späteren Werk Eschenbachs
Auch sind seine Tag-Gedichte in 
Denen er konkrete erotische 
Situationen schon beschreibt viel

Weitergehend als die sonst keusche
Hohe Minne seiner Zeit was ihm
Wohl auch Ärger mit einer Dame
Die er im Parzival erwähnt brachte

Damit auch ohne Namen bloßstellt
Weil sie sich ihm verweigerte als
Er mehr als nur hehre Minne will 
Die sie ihm aber verweigert hat

Vieles ist unbekannt über die genauen
Hintergründe dabei aber wie Seitz hier
Herleitet welche Wertheimer Gräfin 
Gemeint sein könnte ist sehr gut

Nicht weil interessant wäre wer mit
Wem wann im Bett war in Franken
Sondern weil es den Autor damit im
Menschlichen Kontext klarer zeigt

Einer der mit der Frau seines Gönners
Ins Bett will und das als diese sich
Weigert zu Literatur öffentlich macht
Ist schon mutig und riskiert viel

Bedenke ich wie heute noch unter 
Damen von Familie geredet wird
Sie dich unmöglich machen wenn
Es ihnen gefällt wird dies deutlich

Auch wie die Geschichte von Parzival
Der einfach aus dem Wald kam dort
Einen Ritter sah und beschloss einer 
Selbst zu werden erzählt wird passt

Dessen Lehrjahre sein Scheitern auf
Der Gralsburg wo er Amfortas Leiden 
Nicht würdigt und diesen nicht erlöst
Seine Wanderjahre bis zu seinem

Diskurs mit dem Einsiedler seine
Trotzige Abwendung von Gott wie 
Seine Rückkehr die ihn Gralskönig 
Werden lässt wird beschrieben

Das alles mit Bezügen zum Leben
Des wohl auch Genießers unter den
Poeten Eschenbach der genau die
Speisen der Tafel noch beschreibt

Dazu viel Wert auf Wissen und
Kultur auch legt was den Ritter 
Über die Abenteuer hinaus noch
Besonders als gut auszeichnet

Spannend wird auch beschrieben
Mit teils längeren Zitaten belegt wie 
Er auch die Grausamkeit der Christen
Gegenüber Muslimen deutlich rügt

Sein spätes Epos Willehalm wagt 
Dies nennt das Gemetzel grausam
Was zur Zeit von Karl Martell spielt
Dies könnte Friedrich II gefallen

Er lästert noch an zwei Stellen
Ausdrücklich über Nürnberg das
Auf Sand gebaut wäre und deren
Schmiede überschätzt würden

Diese galten zu dieser Zeit als
Die besten im Reich so war der
Dichter Eschenbach wohl immer
Ein Querdenker in seiner Zeit

Einerseits lobte er das höfische
Leben etwa in Thüringen wo wohl
Prächtig getafelt auch wurde aber
Andererseits kritisierte er auch dort 

Seitz gelingt in dieser Beschreibung
Des relativ unbekannten Eschenbach
Ein schönes Stück Kulturgeschichte
Die auch Kulinarisches nicht vergisst 

jens tuengerthal 24.6.26

Mittwoch, 24. Juni 2026

Sinnlichkeit

Sinnlichkeit

Geht es bei der Sinnlichkeit je
Um Sinn oder immer eher darum
Seine Triebe zu befriedigen 
Zumindest die Lust zu wecken

Was macht diese für mich aus
Warum ist alles wo Erotik groß 
Draufsteht eher das Gegenteil 
Von nahem lustvoll betrachtet

Ein wenig peinlich dazu wie 
Die entsprechenden Kataloge
Immer eher lächerlich schienen 
Statt wirklich erotisch dabei

Was eher noch Thomas Mann
In Szenen des Zauberberg die
Nur andeuten wenn gelingt 
Ist über Sex reden erotisch

Führt es zu Sinnlichkeit oder
Ist das eher medizinisch neutral
Überlege ich der wohl mit den 
Meisten auch schlief mit denen

Er über Sex redete früher zumindest
Im Alter relativiert sich ja alles
Zum Glück auch die Enttäuschung
Was alles erträglicher macht

Viel Sinn gibt die ewige Suche
Nach Sinnlichkeit dem Leben nicht
Aber dafür mehr Lust was nach
Epikur schon ein sinnvoller Gewinn

Dient also die Sinnlichkeit der Lust
Wie der möglichen Bindung oder
Ist sie ein Zweck an sich der eine
Form kultureller Verfeinerung ist

Überlege ich und denke sie kann
Alles auch als Statement der
Weiblichen Stärke und Freiheit 
Gelesen bleibt sie noch schön 

Was wem warum sinnlich scheint
Ist zu komplex für diese Verse
Unterscheidet sich individuell
Manche haben eine sinnliche Natur

Andere brauchen Hilfsmittel dazu
Zumindest ist das Bemühen darum
Eines mit erotischer Absicht was 
Eine natürliche Freude so ist

jens tuengerthal 24.6.26

Willenlos

Willenlos

Willenlos zu sein träumen sich 
Manche beim Sex um alles zu tun
Wer dies seltsame Angebot einmal
Wirklich erhielt merkt sogleich

Wie komisch diese Benutzung
Anderer in der Liebe ist die oft
Auf frühere Schäden hindeutet
Habe keine Ausnahme erlebt

Manche finden das gerade geil
Was mir fern liegt und eher krank
Erscheint aber alle suchen sich
Ihren Weg zur Therapie selbst

Menschen in der BDSM Szene
Sind nicht verrückter als andere
Aber darum ging es mir beim
Thema willenlos eher weniger

Denn willenlos kann auch jenseits
Des sexuellen spannend werden
In der Liebe oder Philosophie etwa 
Wo es jeweils sehr nützlich ist

Insofern Erwartungen nur dazu da
Sind enttäuscht zu werden öffnet
Willenlos zu sein der Liebe erst Wege 
Die jedes Wollen nur verstellte

Sich voller Liebe finden kann nur
Wer die Freiheit hat sich füreinander 
Frei zu entscheiden wie dabei noch
Bedingungslos gönnt was selten ist

Wagten wir endlich nur das noch
Liebe zu nennen bliebe vermutlich
Wenig übrig was exklusiv wäre wie
Die meisten nie im Leben lieben 

Sie führen nur konventionelle halt
Beziehungen die um Herrschaft
Wie Macht dabei noch kreisen schnell
Lieblos werden nur Gewohnheit halt 

Den Mut soweit zu denken haben
Nur wenige je was aber seltene
Fälle von Liebe nur um so viel
Kostbarer infolge auch machen 

Liebe ist eine Idee vom ideal 
Geteilten Glück das gut will
Statt Herrschaft auszuüben
Kategorisch nur gut will dabei

Was zum philosophischen Teil
Der Willenlosigkeit führt die erst 
Erstaunlich undenkbar fast scheint
Denn wohin soll kein Wille führen

Wer über den kategorischen Imperativ
Dabei nachdenkt wird die Handlung
Ohne Willen dazu für unmöglich stets
Halten was den jedermann verkennt

Um an jeden Ort für alle zu jeder Zeit
Gültig zu sein was unmöglich scheint
Braucht es umfassende Toleranz wie
Einen völlig grenzenlosen Horizont 

Kant strebte danach und lebte es
Ohne seinen Ort Königsberg das
Noch russisch besetzt ist jemals
Verlassen zu müssen zu erkennen

Wer diese große Toleranz hat die 
Das Begriffliche schon überschreitet 
Kann den kategorischen Maßstab
Für Beispiele erst zu Ende denken

Bleibt das Unmögliche damit nur ein
Näherungswert nach dem wir streben 
Oder konkreter Handlungsmaßstab 
Der absolute Geltung beansprucht

Immerhin lag der Geist dessen dem
Grundgesetz zu Grunde was es zur 
Verfassung der Bundesrepublik 
Gebracht hat schon was ist also

Wollen kann ich nie vollständig
Was Gesetz für jedermann immer
Sein könnte weil es meinen natürlich
Beschränkten Horizont übersteigt 

Aber es für richtig erkennen wie 
Danach streben liegt mir nah 
Ist das Beste was ich tun kann
Um weise wie tolerant zu werden

Dabei hilft es weiter willenlos zu sein
Statt noch etwas zu wollen das dem
Nie genügen könnte womit willenlos
Zu sein Anfang der Aufklärung ist

Mit beschränktem Horizont etwas
Zu wollen führt nirgendwo hin aber
Willenlos bleiben zu wollen befreit
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit 

Die strengste preußische Ordnung
In der Philosophie verteidigt so die
Reale Anarchie indem sie den immer
Gültigen Maßstab zum Paradox hebt

Am Ende ist willenlos zu sein die
Stärkste Mauer der Aufklärung weil 
Sie flexibel anderes zulässt und
So besser noch überleben kann

Jedermann was natürlich heute auch
Jede Frau sein kann egal ob sie nun
Von Venus oder Mars kommen ist der
Schlüssel zur geistigen Freiheit

Wenn du so nicht handeln kannst
Handele lieber nicht tu also nichts
Nichtstun aber ist willenlos ideal
Tut dem Planeten noch dazu besser

Wagen wir weniger könnte dies
Allen besser tun und die Lage dazu
Ganz ungeheuer beruhigen womit
Beides sich ineinander findet

Der Dichter dieser Verse ahnt wohl
Die Mehrheit der Leserinnen wird 
Ihn nach der Lektüre für wahnsinnig
Eher noch halten als verstehen

Wenn die Minderheit sich amüsiert
Aber ist genug erreicht um damit 
Zufrieden zu sein denn mehr als
Lachen tut bei wenig noch gut

jens tuengerthal 24.6.26