Sonntag, 15. März 2026

Liebesrechnen

Liebesrechnen

Mit Liebe rechnen
Lohnt eher selten weil es
Nicht einfach aufgeht

jens tuengerthal 15.3.26

Verkalkuliert

Verkalkuliert

Wer sich im Krieg mal 
Verkalkuliert kann eben
Alles verlieren

jens tuengerthal 15.3.26

Sonntagstee

Sonntagstee

Sonntags trinke ich
Den gleichen Tee wie immer
Vanille tut gut

jens tuengerthal 15.3.26

Habermasstab

Habermasstab

Jürgen Habermas ist tot. Er starb mit
96 Jahren in einem heute fast schon
Biblischen Alter durfte er gehen 
Statt vieler lauwarmer Worte sei hier
Der vielfältige Autor der Maßstäbe
In Philosophie Demokratie wie dem
Denken über den Diskurs setzte 
Vorab zitiert nichts erinnert besser
Danach erzähle ich unsere kleine
Begegnung und Diskussion noch in 
Heidelberg vergangenes Jahrhundert


"Der einzige Patriotismus, der uns dem Westen nicht entfremdet, ist ein Verfassungspatriotismus."

"Diskurse herrschen nicht. Sie erzeugen eine kommunikative Macht, die die administrative nicht ersetzen kann, sondern nur beeinflussen kann."

"Wahrheit nennen wir den Geltungsanspruch, den wir mit konstativen Sprechakten verbinden. Eine Aussage ist wahr, wenn der Geltungsanspruch der Sprechakte, mit denen wir, unter Verwendung von Sätzen, jene Aussage behaupten, berechtigt ist."

"Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang."

"Solidarität ist keine Nächstenliebe, aber erst recht keine Konditionierung zum Vorteil einer Seite. Wer sich solidarisch verhält, ist bereit, sowohl im langfristigen Eigeninteresse wie im Vertrauen darauf, dass sich der andere in ähnlichen Situationen ebenso verhalten wird, kurzfristig Nachteile in Kauf zu nehmen.”

Jürgen Habermas (18. Juni 1926 bis
14. März 2026)


Statt langer Geschichten über sein
Wirken sei hier die wesentlich doch
Kürzere unseres Zusammentreffens
Erzählt das in Heidelberg stattfand

Noch zu Anfang meines Studiums
Hatte die Fachschaft Jura zum
Vortrag in die Alte Aula geladen
Den historischen Saal am Uniplatz

Habermas hielt dort einen Vortrag
Indem er die diskursiven Grundlagen
Unserer Verfassung begründete
Damals noch weniger Flaneur als

Gefühlt noch Radio Journalist saß ich
Sehr weit vorne und suchte nach dem
Vortrag den Diskurs mit der Ikone
Ohne viel von ihm gelesen zu haben

Mit der Frechheit meiner noch frühen 
Zwanziger fragte ich den schon da
Guru der Kommunikation wie sich die
Diskurstheorie denn mit der in der

Präambel stehenden Gottesbindung
Also der Verantwortung vor Gott die
Väter und Mütter des Grundgesetzes
Wohl noch im Diskurs antrieb 

Der sichtlich überraschte Habermas
Meinte wenn das dort stünde dann
Müssten wir es eben streichen um
Zum Diskurs damit zurückzufinden

Damit hatte er die Lacher im Saal 
Auf seiner Seite nicht jedoch seinen
Ebenfalls anwesenden und da bereits
Uralten Lehrer Gadamer der wohl

Für alle überraschend widersprach
Meinte Jürgen das sei weder eine
Konsistente noch logische Antwort
Werde so dem Thema nicht gerecht

Unsere Dreierdiskussion ging weiter
Dabei sah ich mich plötzlich in der
Mir fremden Rolle des Verteidigers 
Transzendenter Bezüge im GG

Nichts lag mir auch damals schon
Mitglied des Grand Orient de France
Ferner als nicht den Laizismus zu
Verteidigen sondern den Status quo

Lieber hätte ich Habermas einfach
Zugestimmt aber hatte leider schon
Widersprochen damit das ganze
Nicht alle langweilte wurde ich mit

Habermas und Gadamer zum Essen
Danach beim Italiener in der Nähe
Eingeladen wo ich die Ehre hatte
Zwischen beiden zu sitzen

Irgendwann nach Wein und Essen
Gestand ich inhaltlich ganz seiner 
Meinung zu sein es stimme nur leider
Formal juristisch wohl nicht ganz

So sagte ich ahnungslos im zweiten 
Semester zum berühmten Habermas
Und Gadamer unterstützte mich nun
Langer Geschichte kurzer Sinn ich

Stritt mit Habermas obwohl ich doch 
Eigentlich seiner Meinung war was
Ihn so freute und rührte dass er
Meinte er werde sich damit noch

Weiter beschäftigen und einige Jahre
Später las ich von seinem Diskurs mit
Dem späteren Großinquisitor genannt
Papa Ratzi der auch Bayer war

Das war aber nie meine Absicht und
Hätte ich die dunklen Folgen geahnt
Nie hätte ich diese Frage gestellt da
Europa laizistisch wird oder nicht ist

Habermas war einer von den Guten
Der geistig auf der Seite doch der 
Kritischen Aufklärung stand und ich
Narr lotste ihn auf das glatte Parkett

Von Aberglauben und Gottesbezug
Der wohl schlimmste Schaden den ich
Als Jura Student geistig verursachte
Der Rest ist nicht der Rede wert

So erinner ich Jürgen Habermas sehr
Positiv wie zugleich peinlich für mich
Habemus Habermas ist Geschichte
Bleiben wir auch künftig im Diskurs

jens tuengerthal 14.3.26

Versgedanken VII

Versgedanken VII

Endlich weiter geht es mit einigen
Versen über einige Verse von Vergil
In denen Michel de Montaigne genial
Über Liebe und Lust dabei schreibt 

Die Eifersucht und der Neid der ihr
Zwillingsbruder sei scheinen ihm in 
Der Tat von der ganzen Sippschaft 
Der Laster am hirnverbranntesten

Über den Neid vermag er nichts zu
Sagen dieser angeblich so mächtige
Trieb hat ihm den Gefallen getan ihn 
Von jedem Zugriff zu verschonen

Die Eifersucht kenne er zumindest
Vom Anblick her schon Tiere würden 
Sie verspüren dazu erzählt er eine 
Geschichte um den Schäfer Crastis

Dem ein eifersüchtiger Ziegenbock
Mit seinen Hörnern dem Kopf noch
Zermalmte was wir unter uns noch
Bis ins maßlose gesteigert hätten 

Treffliche Männer wie Lukullus Cäsar
Pompeius Antonius und Cato wurden 
Schon Hörner aufgesetzt machten 
Dennoch keinen Tumult darob

Nur ein Tölpel wie Lepidus grämte
Sich zu jener Zeit darüber zu Tode
Wozu Montaigne Verse noch zittert

Oh übel soll es ihr ergehen
Stachelbarsch und Rettich sollte wer
Ins schandbar offene Loch ihr drehen

Als Vulkan von dem Vergil spricht
Seine Frau mit einem Gefährten trifft
Begnügt er sich damit sie vor den 
Anderen Göttern zu beschämen

Danach ließ er sich wieder von den
Süßen Liebkosungen der Gattin neu
Entflammen und beschwert sich nur
Dass sie an seiner Liebe zweifelte

Auch zögert sie nicht ihn um die
Ausrüstung eines ihrer unehelichen
Söhne mit Schild und Schwert zu
Bitten was er gerne dann erfüllt

Das findet Montaigne eine mehr
Als menschliche Menschlichkeit 
Solches Übermaß an Güte überlässt 
Er gerne den Himmlischen ganz

Es sei den Menschen nicht gegeben
Wird hier wieder ein Vers zitiert sich 
Bis zur Göttergröße zu erheben auch 
Darum ist er dabei nachsichtig

Die Aufzucht der Kinder biete keinen 
Anlass zur Eifersucht und dennoch
Nistet sie sich bei ihnen noch fester
Ein als bei uns meint Montaigne

Als Beleg kommen Verse über Juno
Die höchste Herrscherin der Himmel
Die ihren Zorn oft nicht zähmen kann
Wenn sie täglich ihren Mann erwischt

Wenn die Eifersucht jene erwischt
Die ihr ohne alle Widerstandskraft 
Erliegen ist es bemitleidenswert
Wie sie hin und her geworfen

Zunächst schleiche sie sich unter
Dem Vorwand liebender Zuneigung
Ein wenn es sie aber erst erwischt
Wandelt diese sich in reinen Hass

Unter allen Krankheiten der Seele
Ist sie jene der die meisten Dinge
Zur Nahrung und wenigstens zur 
Heilung dienen alle Verdienste 

Seinerseits könnten ihren Hass 
Wie den Brand ihrer Wut noch
Weiter schüren von Lieb gespeister 
Hass sei ein bodenloses Fass 

Dieses Fieber verdürbe alles was
Frauen an Gutem und Schönem noch
Haben so gäbe es bei einem so 
Eifersüchtigen Weib nichts was 

Nicht auf Zank lauerte uns zu quälen
Ihr immer Aufruhr schleuderte sie in 
Eine Maßlosigkeit die im umgekehrten
Verhältnis zum Anlass stünde

Er erzählt von der wie er meint doch
Erstaunlichen Geschichte eines 
Octavius aus Rom der mit einer
Pontia Posthumia schlief und sich 

Dabei so in sie verliebte dass er
Sie bat ihn zu heiraten und als sie 
Dies ablehnte diese dafür umbrachte
Das nennen wir heute dann Femizid

Der zerstörerische Hass der aus der
Eifersucht wächst der alles vermag
Wird gerne mit dem Vorwand noch
Gerechtfertigt es geschehe aus Liebe 

Sehr weise schreibt Montaigne über
Die Eifersucht hier die er zurecht das
Hirnverbrannteste aller Laster nennt
Das zerstört worum es sich sorgt 

Habe jahrelang und auch schon
Mehr als einmal darunter gelitten
Auch wenn sie mir eher fremd ist
Vom Wesen her steckt sie an 

Ist wie eine Epidemie mit der meist
Unreife Menschen die nicht gönnen 
Können jede Liebe zerstören warum
Geliebte die bessere Lösung sind

Wenn Mann sich heute Beziehungen
Lieber erspart liegt dies auch in der
Gier der Eifersucht begründet die alle
Liebe infolge zerstören kann 

Bin mit meiner vielfältig begabten
Balkanischen Prinzessin durch diese 
Hölle über Jahre gegangen die ich
Besser mir erspart doch hätte weil

Eifersucht keinen guten Ausgang
Kennt nur weiter würgt sollte jeder
Der sie sieht schnell weglaufen weil
Davon nie etwas Gutes kommt

Leid tun mir alle die an ihr leiden
Aber inständig bitte ich sie einen
Weiten Bogen um mich zu machen
Sie lässt freie Menschen ersticken

jens tuengerthal 14.3.26

Lektürentagebuch 14.3.26

Lektürentagebuch 14.3.26

Mit Johann Kaspar Riesbeck in den
Briefen eines reisenden Franzosen
Als der er sich für seine mutige Kritik
Zunächst anonym veröffentlicht tarnt

Weiter unterwegs im 25. Brief in Wien
Wo er die überall gerühmten Schulen
Weniger beeindruckend findet als er
Vorher noch Wien als das neue

Deutsche Athen sah dabei seien die
Schulen für die ganz kleinen Kinder
Noch die besten auch wenn dort den
Kindern vieles eingebläut was sie im

Leben nicht gebrauchen können diese
Zu nichts dienen als sie zu Pedanten 
Und Scharlatanen zu machen auch
Wenn sie dort christliche Lehre als 

Unsinn vorträgt der weder ihren Kopf
Erleuchten noch ihr Herz erwärmen
Kann aber sich nicht um ihre Sitten
Sorgt dafür lernen sie reichlich vom

Handel und der bürgerlichen Industrie
Wie dem Ackerbau sie sind unter den 
Katholischen Schulen in Deutschland
Die einzigen in denen die Schüler zu

Guten Bürgern mehr erzogen werden
Als zu Mönchen doch lernen sie auch
Hier blinde Subordination und doch 
Den Mönchsglauben aber dennoch

Hätten sie viel Gutes und er fragt
Sich warum so viele Familien noch
Privaterziehung durch Französinnen
Die Gouvernanten hießen erlaubten 

Diese wären entlaufene Huren oder
Stolze Kammermädchen die lieber
Kinder erziehen als in Frankreich die
Stube kehren und Betten zu machen 

Warum würden die französischen
Und italienischen Abbés geduldet
Bei den jungen Herren die noch
Schlimmer als die Huren wären 

Es wäre den Anstalten anzumerken
Dass sie noch ganz neu sind und
Keinem festen durchdachten System
Dabei folgten was oft Unsinn ergäbe

Erst künftige Generationen werden
Davon wenn sie etwas Gutes haben
Profitieren können noch sei alles zu
Neu etwas davon hoffen zu können

Er besuchte öffentliche akademische
Vorlesungen für die der Aufwand der
Kaiserin ungeheuer sein muss so sind
Gewöhnliche Universitätskollegien

Nicht nur ganz frei es würde auch
Über Dinge öffentlich gelesen die
Bei ihnen nur in teuren Privatstunden
Zu erfahren seien so etwa Sprachen

Politische Wissenschaften und vieles 
Mehr dennoch herrsche noch eine
Barbarei die jeden Menschenfreund
Den Aufwand eher bedauern lässt 

Es wird dort behauptet das alles
Hab und Gut der Untertanen des
Landesherren Eigentum sei was 
Er praktisch nicht belegen konnte

Jedoch traue sich dort kein Lehrer
Des Naturrechts zu behaupten dass
Auch der Landesherr Verpflichtungen
Gegen seine Untertanen hätte 

So hätte er erfahren dass ein ius
Naturae eines Benediktiners in 
Dem dieser Satz stand zensiert ward
Es gelte noch das Römische Recht

Wer das ius publicum Deutschlands
In Straßburg gehört hätte und hiesige 
Dazu hört glaubt nicht dass von dem
Gleichen Staat die Rede noch sei 

Dort wird das Deutsche Reich als
Eine Republik vorgestellt worin der
Kaiser das Ansehen eines Konsuls 
Oder Herrschers auf Zeit hätte

In Wien wird es als uneingeschränkte
Monarchie vorgestellt die Theologie
Sei von Natur aus barbarisch dort sei
Vieles wirklich noch abstruser

So untersuchte einer ernsthaft ob die
Leute vor Adam falls es sie gab von
Der Erbsünde befleckt noch seien 
Auch die theologische Moral sei 

Eher altertümlich nach Busenbaum
Voith und Konsorten so hörte er die
Beschreibung von Unzüchtigkeiten
In einer öffentlichen Schule die ein

Profanes Buch auf den Index brächte 
So sagte Busenbaum in Bordellmoral
Es sei erlaubt öffentlich über Moral 
Zu reden auch wenn Schüler dabei

Gewisse sündliche Regungen dann
Hätten es sogar zu Ergießungen
Sündiger Art infolge komme was
Die Schüler dann beichten sollten 

Im metaphysischen Hörsaal fand er 
Die Quintessenz der Pedanterie und
Charlatanerie die nur dem Beweis
Des öffentlichen Aberglauben diente 

Alles würde dort auf die Religion noch
Bezogen und sie stritten ernsthaft ob
Kinder mit Vaterunser oder Ave Maria 
Buchstabieren lernen sollten als ob

Das ABC eine notwendige und auch
Wesentliche Verbindung zu diesen 
Gebeten des wie ich sagen würde 
Aberglaubens der Sekten hätte 

Bewundern jedoch musste er an 
Seinem Metaphysiker seine schier
Unerschöpfliche Gelehrsamkeit so
Sei ihm kein Metaphysiker entgangen

Er zitierte griechisch lateinisch 
Italienisch englisch französisch 
Wie noch viele andere Sprachen
Und widerlegte in einer halben Stunde

Wenigstens 6 alte und neue unter
Den Metaphysikern der Mann hat ihn 
Sehr interessiert er wird ihn häufiger
Besuchen und seine erstaunlichen

Geschichten anhören und für sich zu
Nutzen auch dazu lieh er sich von
Einem Studenten der in seinem Haus
Wohnt auf einige Tage noch das

Metaphysische Vorlesebuch eines 
Jesuiten namens Storchenau bei
Dem es auf den ersten Blick schien
Er habe das Geheimnis gefunden

Die Metaphysik zur Niederlage von 
Allem möglichen menschlichen 
Wissen zu machen dort findest du
Nicht nur alle Sekten der Alten

Pythagoräer Platoniker Epikuräer 
Der da noch auf dem Index stand 
Sondern auch alle Kirchenväter wie 
Aus mittlerer und neuerer Zeit alles 

Von Machiavelli Hobbes Spinoza
Descartes Malebranche Bayle Locke 
Leibnitz Voltaire Rousseau Humes
Bolingbroke Helvetius und mehr

Autoren die sich vermutlich nie
Auch nur träumten in Wien von
Einem Jesuiten vorgestellt zu werden
Der Student glaubt wirklich dass

Dieses Buch alle Sophisterei mit
Zwei Zeilen seines Buches leicht
Widerlegen zu können jedoch habe
Er keine davon im Original gelesen

Am besten seien die medizinischen
Kollegien noch hier habe Van Swieten
Das seinige zu getan so affektieren
Die Professoren dieses Faches 

Ekklektiker zu sein wobei er dazu
Affektieren sagt weil diese alles was
Andere vor ihnen sagten verachten
So es ihren Studenten auch lehrten

Studenten würden nicht überzeugt
Sie glaubten gewöhnlich nur so ist
Die Eitelkeit der Professoren wie ihrer
Schüler platterdings unbeschreiblich

Dennoch soll die Zahl der Ärzte von
Verdienst hier abnehmen außer dem
Kaiserlichen Leibarzt von Störck seien 
Nur wenige vorzügliche bekannt

Wie die älteren Kandidaten zur Praxis
Geführt werden sei sehr gut ihnen
Werden einige Kranke im Spital
Zugewiesen die sie besuchen müssen

Sie schreiben dann den Zustand der
Krankheit mit allen Symptomen und
Veränderungen nieder und verordnen
Arzneien zur Probe dabei müssen sie

Eine genaue Begründung angeben 
Dann besucht der Professor selbst
Die Patienten vergleicht und korrigiert
Mit ebenfalls Gegengründen dazu

So wird den Studenten empfohlen
Die Prüfungen aufzubewahren damit
Sie sorgfältig die Unterscheidung 
Nach je Merkmalen erlernen können

Doch weil er mit all den Gelehrten
Die es in Wien gäbe nicht in einem
Brief fertig werden könne kommt
Mehr mit der nächsten Post 

Dieser aufgeklärt kritische Blick auf
Die Universität in Wien und was das
Denken dort prägt ist bis heute noch
Spannend und in vielem aktuell

Zu sehen wo der angebliche Franzose
Die Zustände im Reich und die Macht
Des Aberglauben in der Universität 
Wie in den Schulen kritisiert ist gut

Wie gut täte es unseren Zeiten
Wenn sie sich wieder mehr auch
Kritisch mit dem Aberglauben der
Immer noch präsent ist beschäftigen

Wann endlich schützen wir Kinder
Konsequent vor allem Hokuspokus 
Damit sie aufgeklärt kritisch Werte 
Lernen statt Unsinn nachzubeten

jens tuengerthal 14.3.26

Samstag, 14. März 2026

Liebeszeit

Liebeszeit 

Liebe hat alle
Zeit der Welt beieinander 
Nur anzukommen

jens tuengerthal 14.3.26

Entdecker

Entdecker

Langsamkeit für sich
Entdecken könnte größter 
Gewinn noch werden 

jens tuengerthal 14.3.26

Teegeduld

Teegeduld

Guter Tee braucht Zeit
Schenkt darum viel Geduld bis
Endlich gezogen

jens tuengerthal 14.3.26

Lektürentagebuch 13.3.26

Lektürentagebuch 13.3.26

Noch ein wenig in Toynbees Gang
Der Weltgeschichte gelesen dabei
Festgestellt warum ich ihn nicht las 
Auch wenn er anders als Spengler 

Der den Untergang des Abendlandes
Nur deterministisch intuitiv begründet
Darum vermutlich so viele Anhänger
Unter Leichtgläubigen auch fand

Die sich noch bis heute finden und
Dabei völlig verkennen dass schon
Ihr Ansatz nichts als ein nationaler 
Aberglaube der verlorenen Identität ist

Da geht Toynbee mit seinem Streben 
Nach dem Universalstaat der als
Kultureller Gipfel ein Weltstaat sein 
Soll einen menschlicheren Weg 

Doch auch er beschäftigt sich dabei
Mit einer Welt nach christlichem Ideal
Was philosophisch ein Grauen mit
Kollektivem Aberglauben nur wird

Eine Welt ohne Staaten mit lokaler 
Identität sollte sich lieber um den 
Erhalt ihrer Lebensgrundlagen mehr
Kümmern statt Götter zu erfinden

Dies erkennt Toynbee und schreibt 
Bis zu seinem Tod 1975 auch noch
Für einen wertschätzenden Umgang
Mit der Natur die er leider Schöpfung

Dabei nennt mit vielen biblischen
Bezügen die auch schon das völlige 
Gegenteil christlich legitimierten also
Nur für Mitglieder der Sekte passen 

Was den natürlich größeren Teil der
Menschheit für einen Aberglauben
Geistig ausschließt hat nichts neues
Zu bieten so gut er recherchierte

Sich Gläubigen widmen die Hegel
Schätzen ist eine geistige Sackgasse 
Die ich mir im weiteren lieber spare 
Manche Ideen sind heute entbehrlich

Dies zeigt sich auch bei den Epochen
In die er die englische Kultur teilt die
Vor dem Christentum als eine nur
Barbarische nicht Kultur ihm gilt

Solche Arroganz von Gläubigen
Die ihren beschränkten Horizont
Zur Erklärung der Welt nutzen sind
Eher ärgerlich als wirklich klug

Gut und richtig ist es mehr auf die
Geistige Komponente des Seins zu
Achten was aber im Aberglauben
In zu engen Fesseln wieder liegt

Toynbee kommt bald wieder an 
Seinen angestammten Platz denn 
Neue Erkenntnisse sind von einem
Gläubigen nicht mehr zu erwarten

Las nach der wenig erbaulichen
Christlichen Philosophie zum Gang 
Der Weltgeschichte noch etwas von
Gilbert White der im 11. Brief an

Thomas Pennant Esquire wieder
Vögel und andere Tiere der näheren
Umgebung in seiner Erkundung von
Selborne wunderbar beschreibt

Zunächst bekennt White seine 
Neugier was Pennant zum Falco
Den er ihn schickt sagt und was er
Bei der Untersuchung festgestellt

Als die ungewöhnlichsten Vögel 
Beschreibt er ein Wiedehopfpaar
Das seinen Ziergarten aufsuchte
Stattlich dort marschierten und

Sogar im Gehen fraßen und gerne
Nisten dort wollten hätten nicht einige
Gelangweilte Burschen sie daran
Gehindert die sie nicht in Ruhe ließen 

Drei Kernbeißer erschienen noch vor
Einigen Jahren auf seinem Grund
Nachdem er einen schoss hatte er
In der stillen Jahreszeit nur noch

Ab und zu mal einen gesichtet dafür
Wurde ein Fichtenkreuzschnabel im
Letzten Jahr in der Nachbarschaft
Getötet was er neutral feststellt

Auch über die Fische die sich in 
Den kleinen Flüssen findet wird
Genau berichtet darunter Forellen 
Aale und Stichlinge sie seien ganze

20 Meilen vom Meer und ebensoweit
Vom nächsten größeren Fluss warum
Seevögel selten wären es gäbe einen
Entenbestand der im Sumpf brütet

Von einem zahmen Waldkauz wird 
Berichtet dass er knäuelweise wieder 
Auswürgte wie Falken wenn er satt ist
Versteckt er wie ein Hund das übrige 

Junge Schleiereulen seien schwer
Aufzuziehen weil sie ständig frische 
Mäuse verlangten während dagegen

Junge Waldkäuze alles fressen aber
Noch immer wir haben 9. September
Wären in den Nestern der Schwalben

Eier und Küken während er den letzten Mauersegler am 25. August
Beobachtet hätte gibt es offenbar bei
Hausschwalben noch Nachzügler

Einige Vögel wären noch da dafür
Wären andere schon weg einmal
Hätte er in Oxford im College noch
Am 20. November Hausschwalben

Im Innenhof fliegen sehen bis jetzt 
Seien ihm zwei Fledermausarten
Bekannt dabei hätte ihm letzten
Sommer eine zahme vergnügt 

Sie fraß gerne Fliegen und verbarg
Wenn er ihr etwas gab den Kopf
Hinter den Flügeln wie Raubvögel
Geschickt riss sie der Fliege die

Flügel aus die sie verschmähte was
Zu beobachten White freute sie
Bevorzugte Insekten vor rohem
Fleisch dass sie nicht zurückwies 

Diese Vierfüßler amüsierten ihn 
Er beobachtete was sie konnten 
Sie trinken wie Schwalben im Flug
Sind überhaupt gerne am Wasser

So hätte er an einem warmen Abend
Als er auf der Themse unterwegs war
Myriaden von Fledermäusen gesehen
Die dort Insekten jagten 

jens tuengerthal 13.3.26

Zuvielzuwenig

Zuvielzuwenig

Kann zu viel über etwas
Nachgedacht werden oder
Ist mehr nachdenken immer
Besser um zu verstehen
Außer es geht um Gefühl
Wo es ganz einfach ist
Zuviel ist immer zuviel
Zu wenig bleibt zu wenig
Erstaunlich ist nur das
Nach unserem Gefühl
Beides genau richtig
Sich anfühlen kann 
Während es anderen
Schon zuviel ist oder
Noch viel zu wenig ist
Und letztlich ist doch
Alles eine Gefühlsfrage
Darüber balancieren wir
Manchmal passt es dann
Immer aber ist weniger
Erstmal mehr damit das
Was ist wachsen kann

jens tuengerthal 14.3.26

Lustlangeweile

Lustlangeweile

Wird die Lust langweilig
Wenn du einmal alles
Schon probiert hast 
Genug bereits erlebt
Nichts überraschendes
Mehr dabei zu erwarten
Oder gewinnst du damit
Die große Freiheit das
Was bleibt zu genießen 
Ohne noch etwas zu müssen
Lustvoll entspannt auf den
Gipfeln der Lust zu surfen 
Könnte schöner werden 
Als alle Rollenspiele bisher
Denke ich lachend dabei
Weil nichts neues zu wollen 
Was ist wertvoller macht
Ohne noch Höhepunkte 
Erreichen zu müssen kann
Alles für sich schöner sein

jens tuengerthal 14.3.26

Vorfreude

Vorfreude

Wenn die Geliebte 
Ganz überraschend
Doch noch mal kommt
Und du dich darauf
Schon Tage vorher 
Nun freuen darfst
Ist das einfach wunderbar
Auch wenn die Erwartung
Sonst immer der Tod
Der Liebe ist kann
Vielleicht eine Ausnahme
Ausnahmsweise mal gelten 
Zumindest fühlt es sich bis
Dahin ganz großartig an 
Denke ich und staune wie 
Die Liebe ihre Prinzipien
Nach Laune gelten lässt 
Sollte es dann anders sein
War es bis dahin schöner 
Als alles was ich nicht mehr 
Erwartet habe und so ist
Vielleicht doch alles gut
Und die Liebe lebt weiter
Wie es ihr gefällt
Prinzipientreu

jens tuengerthal 14.3.26

Chansonriesling

Chansonriesling

Um Viertel nach zwölf im
Crossroads angenommenen
Erstmal Nina bei der Begrüßung
Erschreckt dann Mo und Phil II

Ohne jeden Schreck hinter der Bar
Begrüßt und beschwingt zu den 
Französischen Chansons nach oben
In die Flaneurloge gegangen wohin

Phil II kaum saß ich schon den 
Guten Rheingauer Riesling brachte
Die Bar ist mäßig gefüllt dabei sitzen
Oben etwas mehr heute als unten

Die weiterhin französischen Songs 
Verbreiten eine eigene gute Stimmung
Gerade kam eine riesige Gruppe
Die Phil II aber gut weiter verwies

Dann kam Daniela kurz vorbei
Aber verzog sich schnell wieder
So konnte ich in Ruhe weiter hier
Dichten und beobachten gut so

Wieder ein wunderbarer Chanson
Der mit ziemlich bekannt vorkommt
Eine leicht wehmütige Stimmung
Passt wunderbar zu diesem Freitag

jens tuengerthal 14.3.27