Samstag, 5. September 2026

Lektürentagebuch 4.9.26

Lektürentagebuch 4.9.26

In Wellen von Eduard von Keyserling 
Kamen die Herren im Bullenkrug an 
Worauf Ernestine meinte nun würde 
Das Leben ganz freiherrlich bei ihnen

Die große Tafel auf der Veranda ist
Ganz feierlich gedeckt worden und
Die Generalin prüft alles aufgeregt
Ob ihr Schwiegersohn auch genug

Eis für seine Erdbeerbowle bekommt
Ob die Spargel auch weich genug
Sein werden sie kenne doch ihren 
Schwiegersohn fragt sie Malwine

Fräulein Malwine Bork lächelt ihr
Geheimnisvoll zerstreutes Lächeln
Meint die Spargel werden himmlisch
Sein und dann kamen alle zur Tafel

Baron Buttlär saß zwischen seiner
Schwiegermutter und seiner Frau
Strich behaglich dabei über seinen 
Langen blonden Schnurrbart noch

Erzählte  Geschichten von ganz
Allgemeinem Interesse für die sich
Frau von Buttlär sehr interessierte
Die eingefallenen Wangen gerötet

Fast wurde sie dabei etwas kokett
Unten am Tisch saß die Jugend
Leutnant Hilmar der Verlobte von
Lolo erzählte auch Geschichten 

Über diese lachten Wedig und Nini
So laut dass ihre Mutter nun streng 
Aber Kinder rief dabei war Hilmar
Schlank im hellen Sommeranzug

Er sah fast wie ein Knabe aus nur 
Wie ein auffallend hübscher dabei
Mit dichtem schwarzen Haar von dem
Eine Locke aus dem sonst strengen

Leutnantsscheitel fiel wie bei einem
Neapolitanischen Burschen die ganz
Regelmäßigen Züge des bräunlichen
Gesichts hatten etwas scharfes dabei

Wie es sich bei alten Rassen schreibt
Keyserling hier zuweilen noch findet
Seine dunklen Augen waren lebhaft
Manchmal sprühte etwas in ihnen

Keine Disziplin in den Augen hatte
Der Onkel General von dem Hamm 
Dazu gesagt aber als die Bowle kam
Wurde der Baron ganz der Genießer 

Zündete sich eine Havanna an trank 
Einen Schluck sah über das Meer und
Sagte Mondschein und Meer da kann
Ja müsse man gefühlvoll werden

Das Meer mache immer Eindruck
Die Unendlichkeit sei eben die
Unendlichkeit worauf alle schwiegen
Sinnend auf das Meer sahen doch 

Dann lenkte Frau von Buttlär das
Gespräch wieder auf ihr Gut zurück
Ihr Vieh ihre Milchmädchen ihre
Hühner und auch ihre Butter noch

Immer wieder kehrten ihre Gedanken
Zu der fetten Wohlhabenheit zurück
Welch wunderbare Karikatur kommt
Hier ganz liebevoll gezeichnet dabei

Die Jugend wurde unruhig Nini und
Wedig wollten auf die Düne gehen
Taten dabei geheimnisvoll denn sie
Hatten eine neue Beschäftigung

Jeden Abend machten sie Jagd
Auf die Gräfin wie sie es nannten
Versuchten Doralice zu begegnen
Auch das Brautpaar ging zum Meer

Hilmar meinte er müsse nun Steine
Springen lassen und erst wenn er
Ihm ein Dutzend ins Gesicht warf
Bekomme er ein Verhältnis zu ihm

Der hätte keine Ruh muss immer was
Vorhaben meint der Baron und schaut
Wohlwollend hinterher während die
Baronin ihre Sorge darüber ausdrückt 

Hitzig sei er bestätigt der Baron
Er reite gut und anfangs auch
Vernünftig aber dann kriegt er die
Leidenschaft und das Pferd mit

Fräulein Bork meint darauf mit
Verträumter Stimme sie könnte 
Sich gut vorstellen dass der Herr
Leutnant seine Leidenschaft auch

Anderen mitteilt worauf die Generalin
Sie zurechtwies es sei von Pferden
Die Rede warum die Baronin ihm
Verboten hätte Pferde oder Autos

Mit in den Urlaub zu bringen und
Wenn er segelt führe Lolo nicht mit
Solange sie über das Kind wache 
Soll er sie noch nicht umbringen

Worauf der Baron gutgelaunt seine 
Schwiegermutter fragt ob sie auch
Das Gefühl gehabt hätte sie einen 
Abgrund hinab zu stürzen

Abgrund vielleicht nicht meint die
Generalin darauf aber dass ich sie
Auf einen Ballon setzte bei dem man
Nicht weiß wohin der Wind ihn treibt 

Worauf der Baron meint aber doch
Ein sehr lenkbarer Ballon was seine
Frau auch wisse und lachte vielleicht
Etwas zu laut über seinen guten Witz 

Es tat ihm gut das geistvolle Haupt
Der Familie zu sein das Heiterkeit
Verbreitet während Malwine meinte 
Sie fände den Leutnant herrlich 

Er sei wie der Page in dem Lied 
Der auf die Königstochter wartet
Vom Stamme jener Asra welche
Sterben wenn sie lieben damit

Zitiert sie aus dem Gedicht Der Asra
Von Heinrich Heine leicht verändert
Gibt sich also bildungsbürgerlich was
Für die Generalin wieder ein Grund

Zur Aufregung ist was Asra sein soll
Die Hamms stürben nicht wenn sie
Lieben die kenne sie und sie sollte
Solch Zeug nicht vor Lolo erzählen 

Die neigen ohnehin schon zur 
Überspanntheit worauf die Baronin
Die Geschichte von Doralice erzählt
Vom Kuss und der Sandbank 

Der sie die ganze Nacht nicht mehr
Schlafen ließ was er dazu sage
Woraufhin der Baron ernst wird 
Die Gräfin Köhne sei schon eine

Superbe Frau aber böse Geschichte
Der Graf hatte einen Schlaganfall sehr
Traurig seine Schwester pflege ihm
Gesellschaftlich komme sie natürlich

Nicht mehr in Betracht aber sie erwies
Ihnen einen Dienst er werde ihr bei 
Gelegenheit noch dafür danken was 
Seine Frau nicht verstehen will 

Der Baron besteht auf Höflichkeit aber
Die erregte Baronin meinte nur diese
Frau sei als eine schwere Prüfung für
Sie hierher gesandt worden

Am Strand ließ Hilmar dafür völlig
Unermüdlich Kieselsteine springen
Lolo schaute ihm zu als er davon
Müde wurde spazieren sie weiter

Jetzt verstehe er das Meer es sei
Heute im Mondschein und allem doch 
Sehr programmgemäß und sein
Schatz sei erst recht programmgemäß

Was Lolo schade findet denn ein
Programm sei nie überraschend
Worüber Hilmar lacht denn Bräute
Sollten hübsche Notwendigkeiten sein

Lolo erzählt ihm ihr Abenteuer mit
Doralice vom Kuss und den Rosen 
Worauf er von der durchgebrannten
Gräfin spricht die doch nicht heilig wär

Lolo meint sie rühre sie einfach auch
Wenn sie nicht wisse warum vielleicht
Weil sie so schön sei aber wer sich
In sie verliebe müsse eben leiden 

Ob es so arg mit ihrer Schönheit sei
Will Hilmar sie beruhigen doch sie
Fragt ob nichts schmerzhaftes dabei
Sei sie zu lieben was er verneint

Im Gegenteil fühle es sich gut an
Riesig vornehm sie zu lieben er 
Werde dabei fast verlegen vor sich 
Erzählt von seinen Kindersonntagen

Worauf sie enttäuscht fragt ob sie
Wie so ein Sonntag nur für ihn sei 
Er meint so ähnlich dann kommt
Die Gräfin gemeinsam mit Hans 

Ein schönes Kindergesicht mit einem 
Merkwürdig schicksalsvollem Munde
Was Lolo gut findet sie habe auch
So einen gerade und er solle sie

Nun küssen und hielt Hilmar darauf
Ihr mondbeschienenes Gesicht hin
Als er sie darauf geküsst hatte 
Fragt sie ihn nur nun doch Hilmar

Schüttelt den Kopf von Schicksal 
Keine Spur eher ein ganz friedlicher
Pfingstsonntag auf dem Land worauf
Lolo mit den Achseln zuckt und seufzt 

Worauf Hilmar meinte es sei anders 
Sie hier zu küssen komme ihm wie
Eine kolossale Frechheit vor als ob
Alle fünf Weltteile ihnen zusähen

Das wäre ein eigenartiges Gefühl
Was sie darauf nicht will und sich 
Von ihm losmacht seltsam ist wohl
Manchmal der Willen der Frauen

Keyserling ist ein feiner Beobachter
Der Zustände in denen er aufwuchs 
Dringt tief in die Gefühle wie die mit
Ihnen verbundenen Erwartungen

Natürlich werden diese enttäuscht 
Während Hilmar seiner da eher
Nüchtern vernünftigen Art gemäß
Ohne alle Leidenschaft wohl liebt

Er macht eine gute Partie wie es
Sich für ihn und seinen Stand gehört
Weiß es und will genau das eine
Verlässliche Beziehung ohne Drama

Sie träumt von romantischer Liebe 
Die dem Gefühl mit Leidenschaft folgt
Miteinander großes Glück zu finden
Bekommt einen Ehemann dafür

Fein beschreibt Keyserling hier die
Spannung zwischen dem als eher
Leidenschaftlich beschriebenen
Leutnant Hilmar dessen Haltung

Zur Ehe und Liebe bloß langweilig
Konventionell wirkt der eben eine
Standesgemäße Partie macht was
Dem Wesen der Beteiligten nie reicht

Was wird aus dieser lieblosen aber
Formell korrekten Beziehung in der
Begegnung mit Doralice die beider 
Träume als Sünderin wohl weckt 

Zitierte oben bewusst dass hier vom
Autor genutzte ‘man’ was ich sonst
Vermeide weil ich Frau nicht unter
Mann subsumiere aber hier passt es

Der Adel ist ständig damit beschäftigt
Was ‘man’ tut darf oder nicht und
Wurde meist so verheiratet wie es
Stand und Vermögen entsprach

An das Verhalten sind strenge 
Maßstäben geknüpft an sich 
Wie an andere um anerkannt
Im sozialen Kontext zu bleiben

Dies kritisch zu hinterfragen oder
Sitten und Gewohnheiten noch
Auch für sich zu überprüfen ist
Dort noch eher ungewöhnlich 

Die alte Herrschaft bleibt also
Mit ihren internen Sitten völlig
Unmündig im Sinne der Aufklärung
Was tragisch eigentlich ist

Charles und Diana spielten dies 
Schicksal öffentlich noch aus 
Was für eine Seite tragisch endete
Vermutlich wäre weniger da mehr

Der Grenzen seines Standes sehr
Wohl bewusst beschreibt Keyserling
Die Überschreitung als Tabubruch
Der Freiheit und Mündigkeit schenkt

jens tuengerthal 5.9.26


Freitag, 4. September 2026

Nazipotenz

Nazipotenz

Hass macht dumm
Zwar wird immer noch
Von Betroffenen gerne
Behauptet dumm ficke gut
Doch kann ich dieses Gerücht 
Aus langjähriger Erfahrung
Getrost als widerlegt sehen
Natürlich wehren sich alle
Rechtsradikalen und Nazis
Gegen Gleichberechtigung
Wie Gendern weil sie dabei
Immer nur verlieren können
Das reaktionäre Frauenbild
Der Nazis ist dem der Islamisten
Wie etwa Erdogan ähnlicher
Als der Realität entsprechend
Die Frauen lieber unter dem
Kopftuch festbinden wollen
Als je emanzipiert zu sein 
Weil dann ihre natürliche
Impotenz offenbar würde
Auch darum werden in dieser
Tradition Frauen beschnitten
Wie Knaben auch anders
Was am Wüstensand lag 
Doch hat uns die Neurologie
Inzwischen die überlegene
Potenz der Frauen auch
Nachgewiesen die anders
Als bei Männern sogar mit
Der Menopause noch wächst
Wie Studien zum Nervus pudendus
Lange schon uns bewiesen
Weil Frauen von Natur her 
Den impotenter werdenden 
Männern überlegen sind was
In das traditionelle Bild der
Deutschen Nazi Familie die
Früher alles besser fand und
Den Führer nicht so schlimm
Irgendwann müsse ja mal
Schluss sein mit Schuld
Vom der sie meinen sie mache 
Impotent natürlich nicht passt
Dabei ist es tatsächlich genau
Das Gegenteil denn nur wer 
Verantwortung übernimmt ist
Erwachsen die anderen bleiben
Immer impotente Nazis die 
Eigentlich keiner mehr will
Sie hassen anderer weil sie
Selbst keinen Hochkriegen
Dumm und lächerlich sind
Darum der Hass aller Rechten 
Auf Annalena Baerbock die
Beruflich erfolgreich zeigt was
Frau in der Welt werden kann
Was diese Männer fürchten
Weil es ihre Impotenz wie 
Überflüssigkeit belegte denn 
Das Denken alter weißer Männer
Braucht die Welt nicht mehr
Sie versuchten nur ihre dabei
Wachsende Impotenz hinter
Hass auf andere zu verbergen
Mehr haben sie nicht in der
Hose und überhaupt

jens tuengerthal 4.9.26

Merzverständnis

Merzverständnis

Merz versteht die Deutschen gut
Er ist ja auch ein Sauerländer 
Die kennen sich aus mit dem
Deutschen Wesen das soll
Bitte künftig sparsam genesen 
Und die Welt wieder an ihm
Alle müssen mehr arbeiten
Nur der Chef verlängert sich
Den Urlaub auf vier Wochen
So soll ein Ruck durchs Land
Gehen und alle positiv gestimmt
Unbezahlter Mehrarbeit nachgehen 
Zum Wohle Deutschlands wie er
Der alte weiße Mann der besser
Schnell in Ruhestand ginge
Um das Land gesunden zu lassen
Vor Merz Wahl lag die AfD bei
Maximal 12% heute hat sie die 
CDU abgehängt die sich unter
Merz erst daran machte die
Rechtsradikalen zu imitieren
Er hat sie mit seinem illegalen 
Politisch fragwürdigen Kurs also
Nicht halbiert wie angekündigt
Sondern mehr als verdoppelt
Die Deutsche Autoindustrie
Scheitert wie schon angekündigt
Vom Grünen Wirtschaftsminister
Ohne günstige Elektroautos
Was die Praxis gerade belegt
Merz der alte weiße Mann hat
Nur den Verbrenner verlängert
Ist also eher Teil des Problems
Deutschland braucht nicht noch
Mehr vom gleichen sondern
Endlich Innovation nachdem
Die Straße von Hormus dicht ist
Dank des Freundes Trump fährt
Deutschland Erneuerbare herunter
Und baut mehr Gaskraftweke bei
Noch halbleeren Tanks was heißt
Die Zukunft wird kalt und düster
Dank Merz Mehrarbeit hat dann
Auch jeder wirklich weniger davon
Weil die alten Männer nicht mehr
Verstehen wie die Zukunft funktioniert
Zeit für mehr Frauen an der Spitze
Wie ein Ende der alten Männer

jens tuengerthal 4.9.26

Niewiedervereinigung

Niewiedervereinigung

Was brachte die Wiedervereinigung
Fragt kritisch Paula Fürstenberg in 
Ihrem Band Niewiedervereinigung
Der schon vom Titel her genial ist

Die Autorin analysiert darin als selbst
Nachwendekind schonungslos wie es
Durch die Wiedervereinigung zum
Wiederaufstieg des Faschismus kam

Die vielen verpassten Chancen wie
Eine Stimme aus dem Osten die in 
Linken Kreisen bei Potsdam noch
Aufwuchs ist wichtig dazu sicher

Doch viel wichtiger finde ich als
Dichter die Wortschöpfung von 
Der Niewiedervereinigung die ein
Aktuelles Lebensgefühl ausdrückt

Der Osten und die Rechtsradikalen
Wie Feinde der Demokratie die dort
Kurz vor der Mehrheit stehen bedroht
Das Lebensmodell der alten BRD 

Müssen wir diese nun endlich
BRDigen um etwas neues dann
Gemeinsames zu finden wie es die
Pläne der Wiedervereinigung wollten 

Damals träumten sie noch von der
Gemeinsamen Verfassung mit einem
Abtreibungsrecht für alle Frauen wie 
Freiheit und Mitbestimmung auch

Das war mir der konservativen CDU 
Unter Helmut Kohl nicht möglich die
Noch am Frauenbild der katholischen
Kirche bis heute wieder festhält 

Der Kanzler aus dem seinerzeit noch
Gegründeten Andenbündnis ist ein
Rückschritt in der Entwicklung als
Alter weißer Mann ohne Perspektive

Plötzlich merken wir alle wie gut
Sozial konstruktiv Merkel war die
Ostdeutsche die den Laden noch
Wenn auch mühsam zusammenhielt

Damals waren wir noch auf dem Weg
Zur Wiedervereinigung zumindest
Während sich unter Merz nur die
Spaltung weiter vertieft im Land

Es fehlt an Gefühl für die große
Enttäuschung vieler die ihre Träume
Verloren nun den russlandnahen
Populisten vertrauen um es denen 

Im Westen von denen sich so viele
Betrogen fühlen hier fällt natürlich
Der Name Maschmeyer und die
Hannover Connection gleich ein

Mal so richtig zu zeigen wählen
Viele trotzig geistig beschränkt
Rechtsradikale die keinem nutzen 
Nur mehr Hass und Gewalt bringen 

Was schafft dauerhaft Vertrauen
In die Demokratie nach dem
Grundgesetz fragt sich wer das
Drama hier noch betrachtet

Die Niewiedervereinigung die
Eher den Faschismus stärkte
Besonders hinter dem einst noch
Antifaschistischen Schutzwall 

Bedarf nüchterner Analyse um
Die Probleme anzugehen also
Auch das Problem mit den vielen
Rechtsradikalen im Osten endlich

Längst sind diese normal und nette 
Nachbarn geworden die dann andere 
Nach sich ziehen die Demokratie so
Schrittweise weiter unterminieren 

Es bedarf großer Investitionen nun
In politische Bildung um das Land
Im Osten demokratisch zu halten
Vielleicht endlich werden zu lassen

Dies ist unsere Verantwortung damit
Die Niewiedervereinigung nicht auf
Ewig eine Gefahrenquelle bleibt für
Demokratie und Rechtsstaat auch

Wir investieren hunderte Milliarden
In Rüstung und Militär dabei wären
Investitionen in Bildung nötiger um
Vielleicht ein Land mal zu werden

jens tuengerthal 4.9.26

Lektürentagebuch 3.9.26

Lektürentagebuch 3.9.26 

Weiter ging es mit Arthur Schnitzler
Der in seiner Traumnovelle magisch
Eine geheime Orgie inszeniert die
Ganz harmlos im Kaffeehaus begann

Fridolin stapft einsam durch die Stadt
Entdeckt das etwas schäbige Café 
Wo er und Nachtigall sich unverhofft 
Entdecken und zu plaudern beginnen

Nachtigall war ein polnischer Jude der
Noch mit dem dortigen Akzent sprach
Ein wenig östlich breit wie es heute
So selten nur noch zu hören ist

Sie hatten zusammen Medizin studiert
Doch Nachtigall hatte es irgendwann
Abgebrochen und hatte begonnen als
Pianist sein Geld zu verdienen

Dann war er verschwunden war in
Bulgarien Ungarn und wieder Polen
Gewesen hatte hier und dort noch
Klavier gespielt leben zu können

Fridolin erinnert sich seinen eigenen
Besonderen Anschlag schon vorher
Gehört und erkannt zu haben ohne 
Auf Nachtigall gleich zu kommen

Nun war er hier hatte vorher im
Keller gespielt bei der dort Kegelbahn
Aber hätte noch einen Termin wo er
In der Nacht spielen würde

Was erst um zwei beginnt machte
Fridolin neugierig und Nachtigall
Erging sich nur in Andeutungen
Er spiele mit verbundenen Augen

Fridolin will mit doch das sei völlig
Unmöglich meinte Nachtigall dazu
Bräuchte es ein Passwort was er
Erst in der Kutsche erfahren würde 

Gleich ist Fridolin Feuer und Flamme
Will unbedingt mit um diesen so
Seltsamen Abend angemessen zu
Beenden wie er dachte und gleich

Kaum tauchte die schwarze Kutsche
Mit schwarz verhängten Fenstern auf
Eilte Fridolin zum Maskenladen um
Sich Larve und Kostüm zu leihen

Dieser öffnet ihm tatsächlich noch
Mitten in der Nacht seinen Laden
Als das Licht angemacht wird sieht
Er an einem Tisch zwei sitzen

Die Dritte ein kleiner Pierrot mit 
Weißen Strümpfen verschwand
Unter dem Tisch und stürzt dann 
In seine Arme Schutz suchend 

Der Ladenbesitzer bedroht die
Beiden sehr jungen Männer mit
Inzwischen vornehmen Fräcken
Mit der Polizei und schließt sie ein

Das zarte Mädchen das als Pierrot 
Jung leicht in seinen Armen duftete 
Erregte ihn schon sehr und er
Überlegt doch lieber zu bleiben 

Schließlich geht er doch ohne
Etwas für die Maske zu zahlen
Der Ladeninhaber vertraute ihm
Erfährt von Nachtigall das Passwort

Es lautet seltsam genug Dänemark
Was ihn an den Urlaub erinnert mit
Hamlet dabei dezent spielt und der
Gespannte Fridolin nimmt sich einen

Fiaker der schwarzen Kutsche zu
Folgen die weit raus fährt und den 
Berg hinauf und hinab bis sie vor
Einer Villa halten bei der die Fenster

Völlig schwarz verhängt sind mit
Dem Passwort kommt Fridolin rein 
Sieht viele maskierte Mönche und
Einige verschleierte Nonnen

Eine der Nonnen kommt auf ihn zu
Meint sie erkenne er gehöre nicht
Hierher sollte schnell unbemerkt
Noch fliehen bevor Strafen drohen 

Er aber völlig fasziniert von dieser
Üppigen Nonne mit den roten Lippen
Weigert sich und sie warnt ihn wieder
Doch Fridolin bleibt noch als plötzlich

Ein edler Herr ganz in weiß die Dame
Zum Tanz auffordert und er sich 
Plötzlich von Herren umzingelt sieht
Die ihn auffordern die Maske zu lüften 

Er weigert sich die Herren werden
Schon handgreiflich als seine Nonne 
Wieder auftaucht und sagt er solle 
Gehen sie opfere sich für ihn

In diesem Moment lüftet sie ihren
Schleier und lässt die Nonnentracht
Von sich fallen steht nackt im Kreis
Der gierigen Männer die nach ihr 

Greifen er schreit noch nein will 
Sich für diese Frau die ihn noch 
Retten wollte opfern aber es ist
Zu spät und er wird wieder zum

Eingang geschoben bekommt
Seinen Pelz und wird in die schwarze
Kutsche von den Dienern gedrängt 
Obwohl sein Kutscher wartete

Als er versucht zu erkennen wohin
Sie fahren stellt er fest Fenster
Wie Türen sind verriegelt und will
Gerade ein Fenster einschlagen als

Die Kutsche mitten am Feld hält 
Beide Türen sich öffnen und er
Stürzt nach draußen aber sieht
Die nahe Stadt vor sich liegen

Staunend sieht er wie die Stadt
In den niederen Ständen langsam
Erwacht zum Markt drängt am nun
Morgen um vier Uhr beginnt es

Noch schleichen die Gestalten 
Durch das Dunkel doch für sie 
Begann schon der Tag bevor 
Seiner endet der bald beginnt

Er sieht sich schon beruhigend
Als guter Arzt durch die Reihen
Der Betten laufen und nimmt
Einen Einspänner und fährt heim

Während ich dies schreibe und 
Las zuvor ist es schon zwei geworden
Bald wird es wieder hell seltsam
Nah kommen sich Tag und Nacht

Eine Nacht voll sinnlicher Erlebnisse
Von denen keines zum Ende führt
Ihm irgend Befriedigung schenkt
Eine Erotik der Anfänge bleibt

Genial wie Schnitzler hier die
Sehnsucht nach Lust inszeniert
Die keine Erfüllung mehr findet
Aber immer wilder sich steigert

Die enthüllte und entschleierte
Nonne war sie eine Hure wie die
Anderen dort auch war es eine 
Strafe oder genau was sie wollte

Sicher waren sie alle Huren
Zumindest in dieser Nacht aber
Sie hatten alle eine doppelte Existenz
Die hinter Masken verborgen lag

Es passiert dem Helden Fridolin
Nichts was der Rede wert wäre
Zumindest bisher war er seiner
Frau noch relativ körperlich treu 

Oder ging er schon fremd als er
Mit ihr über die Erlebnisse in 
Dänemark zuhause noch sprach 
Bevor die anderen auftauchten 

Wie austauschbar ist alle Lust
Was bleibt von dieser noch an 
Besonderem wenn alles probiert
Ist es dann noch der Rede wert

jens tuengerthal 4.9.26


Donnerstag, 3. September 2026

Aufklärungswürde

Aufklärungswürde

Die Würde des Menschen ist 
Nach dem Grundgesetz unantastbar

Doch was ist diese Würde die uns 
Artikel 1 als Reaktion auf Auschwitz 
Garantiert und die der Staat schützt

Es sei der unantastbare Eigenwert 
Den jeder Mensch hat weil Mensch

Sie muss sich nicht verdient werden
Gilt für jeden zu jeder Zeit überall

Keiner darf diese Würde stören
Weder der Staat noch andere

Wessen sich einige Rassisten wohl
Nicht ganz bewusst sind aber
Noch wichtiger dabei ist diese
Sicht auf individuelle Würde 

Als Reaktion auf den Holocaust
Der Millionen Menschen noch
Entwürdigte ist sie ein Produkt der
Aufklärung und ihres Menschenbildes

Würde hängt darum auch eng mit
Der Mündigkeit zusammen die nach
Kant der Kern der Aufklärung ist

Als endlich Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit
Durch den Mut kritisch zu denken

Also genau das Gegenteil dessen
Was die Kreml Propaganda betrieb 
Die mit Lügen und Desinformation 
Hass schürte auf dem die AfD ritt

Warum bestimmte Menschen eher
Anfällig für politische Lügen sind
Der Demokratie weniger vertrauen 
Als ihren Feinden ist komplex aber

Der Schlüssel zur Befreiung ist stets
Aufklärung die aus Unmündigkeit 
Erst befreit und damit die Würde 
Retten und verteidigen kann

Es braucht für die Opfer der Diktatur
Aufklärung durch politische Bildung
Damit sie ihre Würde als Bürger
Wieder erhalten und nicht weiter

Als unmündiges Stimmvieh agieren
Dies kann nur geschehen wenn sie
Sich selbst durch kritisches Denken
Befreien und so ihre Würde wieder

Erobern denn vielen im Osten fehlt
Diese Befreiung die Grundlage des
Grundgesetz ist bis heute was der
Irrationale Trotz dort zeigt der noch

Mehrheitlich Feinde der Demokratie
Wählt statt die stabile Mitte zu stärken
Welcher vielfach aus persönlicher
Enttäuschung und Frustration 

Resultiert weil sie ein totalitäres
System verloren ohne Freiheit
Als mündige Würde zu kennen

Hier liegen die großen Aufgaben
Für die Zukunft Europas auch
Wenn die EU weiter wachsen soll

Aber der Anfang ist die Befreiung
Aus selbstverschuldeter Unmündigkeit 
Mit der sie individuelle Würde als
Kind der Aufklärung bekommen

Wer dieses große Geschenk der
Gewissensfreiheit nach Kant erkennt
Wird auch wieder gönnen können 

Statt sich national zu beschränken 
Als Idiot von Putin immer unfrei
Darum braucht es mehr Aufklärung
Die Würde zu verteidigen

jens tuengerthal 3.9.26

Laizismuss

Laizismuss

Es braucht endlich einen radikalen
Wie konsequenten Laizismus in
Europa um die letzten Reste von 
Aberglauben zu vertreiben aus allem
Was den Staat betrifft weil Religion
Privatangelegenheit Erwachsener ist
Nichts in der Öffentlichkeit mehr
Verloren hat und dafür die Orte 
Des Aberglaubens in Bibliotheken 
Für Aufklärung und Vernunft nun
Endlich umwidmen damit Menschen
Den Weg zur Mündigkeit welche
Kern ihrer Würde ist entdecken
Schützen wir unsere Kinder vorm
Aberglauben der die Freiheit raubt
Damit die Würde die unser
Grundgesetz als erstes schützt
Wer sich dem Laizismus wie der
Freiheit entgegenstellt hat den
Geist des Grundgesetzes nicht
Verstanden und braucht damit
Dringend Nachhilfe auch eine
CDU hat in der Politik nichts
Verloren Europa ist laizistisch
Oder wird nicht mehr sein 
Als Insel der Freiheit zwischen
Russland und den USA die
Beide Horte des Aberglauben
Längst wurden warum ein neuer
Aufstand des Atheismus nötig ist
Aberglaube ist nicht normal
Wie hier noch getan wird
Sondern vernünftig betrachtet 
Ausdruck geistiger Krankheit
Aus der Artikel 1 befreien will
Wagen wir mehr Laizismus 

jens tuengerthal 3.9.26

Vancesinn

Vancesinn 

Der Vizepräsident der USA ist ein 
Gläubiger Christ der spät konvertierte
Über den Antichristen und ähnlichen 
Hokuspokus des Aberglauben redet
Als sei dieser Wahnsinn aus dem
Märchenbuch Bibel eine ernsthaft
Politisch relevante Aussage nicht
Jeder Staat der diesem Irrsinn aus
Zeiten des Mittelalters wie dem 
Dunklen Aberglauben verfällt
Nicht schon gleich gescheitert
Da Vance das Hirn hinter Trump ist 
Wissen wir nun mit Gewissheit
Die USA sind nicht nur ein elender
Schurkenstaat der Todesstrafe wegen
Sondern 300 Jahre nach der großen
Zeit der Aufklärung aus der sie sich
Gründeten und unabhängig erklärten 
Dem lächerlichen Aberglauben völlig
Verfallen kein Land der Freiheit mehr
Sondern der Zirkus des Aberglaubens
Ohne zu wissen was Vance wirklich
Glaubt ist es schrecklich genug wenn
Der Vizepräsident der USA nun
Öffentlich Unsinn der Apokalypse
Verbreitet denn der Untergang des
Menschlichen Paradieses ist allein
Menschlich verursacht durch Gier
Wie Leugner des Klimawandels 
Die auch wenn der letzte Baum gefällt
Nicht merken dass sie ihr Geld nicht 
Essen können warum es Zeit ist
Zum Aufstand der Vernunft gegen
Den Terror des Aberglaubens
Es gibt keinen Gott außer ich
Unterwerfe mich ihm und aller
Aberglaube hat nichts im Staat
Mehr verloren - rettet die Freiheit
Zeit für eine neue Team Party

jens tuengerthal 3.9.26

Aussichten

Aussichten

Die Aussichten sind bescheiden
Was noch freundlich formuliert ist
Für all das was vor uns nun liegt
Denke ich nach dem ersten Blick
Auf die Nachrichten die das drohende 
Unheil der Welt gut zusammenfassen
Jeden Mut zum weiter so rauben
Weil die Menschheit zu blöd ist
In Frieden miteinander zu leben 
Russland schließt als Reaktion
Auf die Schließung des Berliner
Russischen Hauses natürlich alle 
Goethe Institute erstmal was die
Kultur in der Diktatur noch weiter
Verarmen lässt aber absehbar war
Das Wetterphänomen El Niño steht
Unmittelbar bevor mit erwartbaren
Katastrophen infolge aber die
Üblichen Trumps und Querdenker
Werden es als nur Wetter abtun
Es sterben ja hauptsächlich Arme
Nun kommt auch noch heraus
Dass die Bundeswehr beim Einsatz
In Afghanistan schon ohne ein
Parlamentarisches Mandat begann
Was für die Parlamentsarmee wie
Die politisch Verantwortlichen eine
Katastrophe sein sollte wird fast
Übersehen wer war da 2001 noch
Bundeskanzler genau der Putinfreund
Schröder wer nun eine Verbindung
Zum Goethe-Institut sieht leidet aus 
Klassischer SPD Sicht am Wahn
Der Verfolgung denn Stalin war
Ja Hitler nicht vergleichbar
Was richtig ist der Georgier 
Den Putin noch hoch hält
Hat mehr Menschen auf dem
Eher nicht vorhandenen Gewissen
Was im Osten kaum einer ausspricht
Noch weniger je realisierten weil
Der gute Stalin ein Verbündeter
Im Kampf gegen den Faschismus war
Jenseits des antifaschistischen
Schutzwalls haben auch schon
Die Feinde der Demokratie eine
Parlamentarische Mehrheit was
Linke Träumer lieber ignorieren
Um eine Mehrheit zu finden mit der
Die Erben der SED bald Berlin mit
Links regieren könnten als die
Große Rache des Ostens während
Sich die Koalition weiter um die 
Nötigen Steuererleichterungen
Öffentlich wie medial zerfetzt
Sollen nach der Sabotage an 
Kritischer Infrastruktur nun die
Betreiber diese besser schützen
Statt den Krieg Russlands gegen
Den freien Westen so zu nennen
Angemessen zu reagieren
Es sieht also eher düster aus
Bescheiden war noch freundlich
Aber Kopf hoch unser Kanzler
Ist ein Flieger und damit ganz nah
An der Ursache unserer Probleme
Am Ende wird alles gut oder ist
Zumindest endlich zu Ende

jens tuengerthal 3.9.26

Lektürentagebuch 2.9.26

Lektürentagebuch 2.9.26

Vom Sommerlicht schwärmt im
5. Kapitel Eduard von Keyserling 
Was alles gleißend strahlend hell
Erleuchtet keine Dunkelheit duldet 

Hans Grill sitzt mit Doralice in der
Düne und versucht das Meer zu
Malen ist aber unzufrieden mit sich
Die beiden sticheln sich etwas dabei

Hans malt vor seinem inneren Auge
Für sie das Bild einer gemeinsamen
Zukunft sie füllte ein Haus in einem
Vorort von München er käme dann

Am Abend aus seinem Atelier in der
Stadt in das von ihr erfüllte Haus
Sie erwidert und was solle sie sich
Den ganzen Tag ohne ihn langweilen 

Er malt das Künstlerideal von den 
Freien Menschen die miteinander
Leben und frei zusammenkommen
Sie sagt sie fürchtet Menschen

Sie meint die kenne sie schon und
Die erinnerten sie immer an Frauen
In Reformkleidern Hans ist aufgeregt
Meint sie wolle ihn nicht verstehen

Weil sie ihre Gesellschaft verlassen
Habe meine sie es gäbe keine
Guten Menschen mehr was Hochmut 
Sei ob sie sich auch seiner schäme

Nein erwidert sie er sei gut nur seine
Frau Grill wollte sie nicht kennen
Die sei ihr nicht sehr sympathisch 
Worauf er meint dass müsse sie aber 

Wenn sie ihn wolle müsse sie auch
Frau Grill wollen er trete für sie ein
Aber so sei das immer sie redeten
Und redeten aber verstünden sich nie 

Sie liegt ganz ruhig vor ihm und nur 
Das Zucken der schmalen zu roten 
Lippen verriet ihre dabei Erregung
Hans ging aufgeregt schwimmen 

Er fragt sich dabei warum er immer
Fürchten muss sie zu verlieren wenn
Er sie am festesten hielt entglitt sie
Ihm wieder und blieb immer fern 

In diesem Moment stellte sich der
Geheimrat von Knospelius ihm vor 
Mit habe die Ehre in seinem gelben 
Badetrikot in den Wellen sitzend

Erzählt von heißen Tagen und ob der
Baron nächstens mit seinem künftigen 
Schwiegersohn käme nett sei es hier 
Nur mehr Geselligkeit wünschte er

Er und seine Frau seien nicht gesellig
Was der Geheimrat in Flitterwochen
Natürlich versteht er aber bräuchte
Geselligkeit als alternder Junggeselle

Hans meint die meisten suchten hier
Die Einsamkeit worauf Knospelius 
Erwidert es seien die heitersten 
Gesellschaften genau jene deren 

Mitglieder die Einsamkeit suchen
Doch er musste nun raus sein Klaus
Erwartete ihn mit dem Handtuch
Daraufhin schwamm Hans weit raus

Das Bad hatte ihm gut getan er war
Nun völlig entspannt aber als er die
Düne hinauflief hörte er beide lachen 
Der Geheimrat saß auf Hans Stuhl

Knospelius meinte zu Hans das sei
Eine Symphonie in blond wie dort
Seine Frau in gelb mit blondem Haar
Im Sand noch wie hingegossen läge

Darauf verabschiedet er sich höflich
Erzählt zum Abschied einen Witz
Über eine nicht standesgemäße Ehe 
Und verabschiedet sich höflich

Sie liegen erst schweigend dann
Fragt Doralice Hans warum er so
Unfreundlich zu dem Kleinen wäre
Was will der von uns fragt Hans sie 

Nichts er will sich mit uns unterhalten 
Meint Doralice daraufhin ob Hans
Etwa eifersüchtig auf ihn wäre er sei
Doch nur eine groteske Nippfigur

Hans leugnet jede Eifersucht so etwas
Gäbe es unter freien Menschen nicht
Für eine Liebe die er bewachen muss
Danke er aber diese kleine Exzellenz

Sei ein Stück der Vergangenheit ihrer
Gesellschaft die sich wieder an sie 
Herandränge um zwischen ihnen zu
Stehen was Doralice müde leugnet

Sie solle sie alle lassen meint Hans
Drückt sie mit zorniger Leidenschaft
Die gingen sie doch alle nichts mehr 
An worauf sie meint o ja sie ließen sie

Beim abendlichen Spaziergang dann
Das nächste Missverständnis als er
Fragt warum sie nicht spreche meint
Sie die Luft sei so sorgevoll gerade

Sie hätten keine Sorgen entschied
Hans darauf mit Nachdruck für sie
Was sie bestätigt ergänzt um die
Sorge er würde nun noch sagen

Freie Menschen hätten keine Sorgen
Und wenn fragt Hans gleich darauf 
Stellt sie fest es sei heute kein
Glücklicher Sprechtag immer Streit

Hans meint darauf was in ihnen sei 
Müsse heraus das gäbe Vertrauen
Das sei zu umständlich meint sie
Verweist auf ein Liebespaar vor ihnen

Sie versuchten sie zu imitieren und
Ganz im Takt miteinander zu sein
Nach einem Moment bleibt Hans
Stehen der die Stille nicht erträgt 

Wenn sie so still neben ihm laufe
Glaube er sie denke schlecht von ihm
Was Doralice schade findet sie hätte
Sich fast wie das Mädchen gefühlt

Nichtstun und den Mond einfach
Angähnen fand sie herrlich aber
Hans sagte nein und wollte lieber 
Etwas tun und unternehmen denn 

Tun und tun sei was ihnen fehle
Dabei ist das Innehalten doch viel
Wichtiger beieinander anzukommen
Auch Doralice wollte nur nichts tun

Selten verstehen kleine Geister die
Größe des Nichts was im völligen
Liegt das nichts mehr wollen muss
Jenseits aller Ziele Sein lässt

Als sie ankamen war keine Lampe
Im Zimmer an das voller Mondschein
Auf dem Fußboden lagen duftende
Rote Rosen und Doralice ist selig 

Die kleine Doro hätte all die Rosen 
Ihr durch das Fenster geworfen das
Gute Kind und Hans packt sie von 
Hinten um die Taille und hebt sie

Aus diesem Rosentraum heraus
Leise und grimmig sagte er nun
Kämen sie durch alle Fenster 
Sie solle sie lieber einfach lassen 

Doralice lehnt darauf ihren Kopf
An seine Schulter und meint mutlos
Ach ja nimm mich fort von hier aus
Ihren schlaffen Armen fielen Rosen

Welch wunderbare Bilder zwischen
Licht und Dunkelheit der Liebe die
Sich durch den Tag am Meer ziehen
Wie wenig Hoffnung bleibt dort nur

jens tuengerthal 2.9.26

Mittwoch, 2. September 2026

Nazifreunde

Nazifreunde

Wie gehe ich mit denen um
Die mit Nazis befreundet sind
Sagen früher waren sie normal
Oder privat sind die total nett

Sollte ich diese auch wenn es
Familie wäre mit Nichtachtung 
Strafen oder es ausdiskutieren 
Wenn ich lieber meine Ruhe hätte 

Im zum Glück sehr bescheidenen 
Freundeskreis weiß ich noch nichts
Aber was weiß ich schon der sich
Lieber mit Literatur beschäftigt

Einer wurde Querdenker und wird
Seitdem mit höflicher Distanz lieber
Behandelt als den Streit zu suchen
Eine war Krankenschwester bevor

Sie zur verqueren Impfgegnerin wurde 
Die aus Angst vor dem Euro lieber
Gold zuhause noch stapelt was ich
Lieber verdränge als ernst nehme 

Auch wenn ich ihr deutlich sagte
Was ich davon halte dass dies 
Ekelhafte AfD Politik ist und ich
Hoffe sie wolle genau das nicht

Die Frau eines Onkels die immer
Links sich sah hat viel Verständnis
Für die Sorge vor Flüchtlingen was
An der Grenze zur Empörung ist

Wo der Onkel steht weiß ich nicht
Hoffe er ist so Grün wie früher und
Frage manches lieber nicht mehr
Meide den Kontakt auch eher

Sie leben natürlich im Osten wo 
Normal schon wieder wird was in
Der alten Bundesrepublik verpönt 
Als der Schutzwall noch stand

Es ist wenn der Wahnsinn dir nah
Plötzlich kommt manchmal schwer 
Konsequent klar zu bleiben bisher
Stand ich noch immer aufrecht

Sollten wir besser verständnisvoll
Mit diesen Menschen umgehen die
Zuviel Verständnis für die Nazis 
Nebenan noch haben überlege ich

Habe keine immer gültige Lösung
Einfache Formeln sind immer eher
Gefährlich als irgend Frieden bringend
Dazwischen balanciere ich noch

Es ist wichtig Nazis Nazis zu nennen
Gegen Rassismus laut zu werden
Aber wenn keiner mehr zuhört ist es
Irgendwann auch Zeit zu gehen

jens tuengerthal 2.9.26