Samstag, 6. Juni 2026

Mann151

Mann151

Am 6. Juni 1875 wird in Lübeck
Thomas Mann geboren dem zum
Gerade 150. Geburtstag überall
Viel gedacht wurde hier aber soll
Zum 151. dessen Quersumme 7
Also die Zahl des Meisters ist die 
Irdisches und himmlisches vereint
Was genug Hokuspokus hier ist
Mit seinen Worten gedacht werden
Die den Humor wie die so 
Vielfältige literarische Größe noch
Besser zeigen als alle Mutmaßungen
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen
Als herzlichen Glückwunsch für den
Der nicht mehr ist aber sich zuvor 
Unsterblich schrieb im Werk

jens tuengerthal 6.6.26

Zitate Thomas Mann

Ich bin ein Mensch des Gleichgewichts. Wenn das Boot nach links zu kentern droht, lehne ich mich automatisch nach rechts. Und umgekehrt.

Wir sind eine erlauchte Versammlung - aber einen Knacks hat jeder.

Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir.

Denken und danken sind verwandte Wörter; wir danken dem Leben, indem wir es bedenken.

Ihre Selbstverständlichkeit ist in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewusstmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung.

Den besseren Deutschen schaudert vor dem moralischen Abgrund, in den sie zu versinken drohen.

Es ist schwer, es zugleich der Wahrheit und den Leuten recht zu machen.

Wir finden in den Büchern immer nur uns selbst. Komisch, dass dann allemal die Freude groß ist und wir den Autor zum Genie erklären.

Alles Interesse an Krankheit und Tod ist nur ein anderer Ausdruck für das Interesse am Leben.

Zum Bewusstsein kommen heißt: ein Gewissen bekommen, heißt wissen, was gut und böse ist.

Ein gutes Buch werde gleich zusammen mit seinem Titel geboren.

Radikale Askese, das bedeutet immer und überall nur Charakterschwäche.

Ironie heißt fast immer, aus einer Not eine Überlegenheit machen.

War zu glauben gewesen, dass ein wirtschaftlich bedrängtes und gehetztes Publikum aufgelegt sein werde, den träumerischen Verknüpfungen dieser […] Gedankenkomposition zu folgen? (Über den Erfolg seines Romans "Der Zauberberg")

Phantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.

Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, dass Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.
(Zauberberg, Settembrini zu Hans Castorp)

Der Mensch muss schon von einer gewissgradigen Beschränktheit sein, um Patriot sein zu können.

Ein Künstler muss in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht.

Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken. 
(Quelle: Der Zauberberg)

Dichtertum ist die lebensmögliche Form der Inkorrektheit.

Die Politik macht roh, pöbelhaft und stupid. Neid, Frechheit, Begehrlichkeit ist alles, was sie lehrt.

Nur an den beiden Polen menschlicher Verbindung, dort, wo es noch keine oder keine Worte mehr gibt, im Blick und in der Umarmung, ist eigentlich das Glück zu finden, denn nur dort ist Unbedingtheit, Freiheit, Geheimnis und tiefe Rücksichtslosigkeit.

Das Positive am Skeptiker ist, dass er alles für möglich hält.

Das Glück kommt zu denen, die es erwarten. Nur müssen sie die Türen auch offenhalten.

Willenlos

Willenlos 

Alle wollen was
Gerne auch von jemand
Dann wird angemacht
Seinen Willen zu erreichen

Nur der Flaneur ist am liebsten
Willenlos und lässt sich treiben 
Zu beobachten was passiert
Vielen scheint das unvorstellbar

Manche fühlen sich dann vom
Nichts angemacht weil keiner
In ihrer Vorstellung einfach
Nichts wollen kann dann

Suchen sie mehr im Nichts
Das keine Bedeutung hat
Mutmaßen dann mehr was
Das Nichts kompliziert macht

Vermuten eine Verschwörung
Wo einfach nur Nichts ist was 
Wilde Theorien entstehen lässt 
Die selten irgendwo hin führen

Dabei wäre alles so einfach
Ließen alle das Nichts nichts sein
Um damit zufrieden zu sein musst
Du nur als Flaneur willenlos sein 

Kannst beobachten was passiert
Ohne etwas oder von wem zu wollen
Bist willenlos glücklich auch damit
Nichts zu erreichen weil es alles ist

jens tuengerthal 6.6.26

Daneben

Daneben

Als Flaneur stehe oder sitze ich
Gerne daneben statt mittendrin
Zu sein und nur zu reden lieber
Schreibe ich darüber als Mensch
Übrigens auch ohne zu wissen
Ob ich darum auch daneben bin
Aber vermutlich ergibt sich das
Mit der Zeit von alleine denn 
Gewöhnlich scheint es anderen so
Wenn einer nur daneben steht
Oder sitzt ohne mehr zu wollen
Was denen die immer was wollen
Unvorstellbar erscheint so den
Der gerne unauffällig daneben bleibt
Besonders erscheinen lässt aber
Zeit und Gewohnheit lösen dies
Problem willenlos von alleine
Weil dann das Nichts normal wird
Einfach nur daneben steht oder
Soweit möglich auch sitzt nur 
Die sonst Aufregung der anderen
Tangiert den Beobachter nicht
Er schaut einfach nur zu
Warum der Flaneur gerne
Zuschauer von allem bleibt 
Was Gelassenheit schenkt

jens tuengerthal 6.6.26

Mitternachtriesling

Mitternachtriesling

Gegen Mitternacht im Crossroads
Angekommen wo Tino und Mo die
Bar machen und schon holte Mo
Einen Tisch für die Flaneurloge

Von der teilweise noch besetzten
Terrasse und brachte den Riesling
Kaum hatte ich Platz genommen
An der Bar noch Christoph begrüßt

Wurde dann von einem Bekannten
Auf dem Weg nach oben begrüßt
Die Musik ist ziemlich schmissig
Für die eher ruhige Stimmung

Drei an der Bar und zwei an den 
Stehtischen mehr noch draußen
Blödeln Mo und Christoph noch
Zwischendurch auf französisch

Der noch leere Clubraum liegt 
Ganz gediegen noch da strahlt
Meditative Ruhe aus ganz im
Gegensatz zum Beat der Musik

Die Herren am Stammtisch an
Der Bar plaudern über den DLF
Was ernsthaft interessant ist
Der andere am Ende plaudert

Mit Tino über weltbewegendes
Aus dem Autoverkehr während 
Tino dabei spült und Gläser wegräumt
Draußen kamen noch vier dazu

Mo trägt seinen Strohhut und Tino
Seine Sommer ¾ Cargohose in 
Wie üblich schwarz der Flaneur
Heute in Cord mit kariertem Hemd

Mehr aufregendes gibt es derzeit
Noch nicht zu berichten nur Tino
Scherzt mit den Schachspielern
Am Stehtisch vor der Terrasse

jens tuengerthal 6.6.26

Freitag, 5. Juni 2026

Lektürentagebuch 5.6.26

Lektürentagebuch 5.6.26

Das lange Kapitel Politik Paul und 
Die Gefahren der Überzeugung in
Den Ghost Stories von Siri Hustvedt 
Gelesen und begeistert gewesen

Eine linke Feministin die erkennt
Wie die USA im Faschismus landen
Fein auf die Probleme hinweist die
Schon deutlich zu erkennen sind 

Erzählt von Pauls Engagement für
Feministische Personen das sich
Mit persönlichen Erinnerungen mischt
Die plötzlich über sie kommen können

Wie der 3. Februar also Paul Austers
Geburtstag nun ein Geisteressen wird
Weil nur lebende Körper in Jahren
Noch gezählt werden was dann sich

Mit Elon Musks Faschistengruß in
Den Nachrichten sich mischt zur
Real existierenden Diktatur der die
Ersten Opfer nach Ende der USAID

Bald zum Opfer fallen werden aber
Die meisten Amerikaner werden sie
Nicht sterben sehen während die
Regierung Amerika groß macht

Wie der Valentinstag kam und ging
An dem sie sich immer gewagte 
Auch frivole Dinge für Paul dazu
Ausdachte und wie sie sich stets

Über sein Gesicht amüsierte wenn
Er sie öffnete dann kommt wieder
Ihr Geburtstag am 19. Februar
Es ist diesmal der siebzigste

Sophie macht ein phantastisches 
Dinner mit Freunden für sie das
Sie voller Dankbarkeit erfüllte für
Den Anker ihrer Existenz

Ohne diesen würde sie meint sie
Voller Gefühl wohl die Schwerkraft
Verlieren nur noch schweben um
Dann zu verschwinden wie Paul

Jedem Morgen sehnt sie sich danach
Pauls lautes Schimpfen über die
Zeitung wieder zu hören dessen Wut
Ein Puffer war sie liest und murmelt

Korrupte Sprache aus den Mündern
Von Hitler Stalin Mussolini Franco
Mao Putin und nun auch noch
Donald Trump schon wieder

Ein Song im Radio löst plötzlich
Ein lautes Schluchzen aus es ist
Der alte Protest-Song we shall 
Overcome sie versteht es nicht

Sie findet seine Mütze die er
Während der Chemo trug im 
Schrank und heult als sie seine
Grauen Haare darin sieht 

Diese Erschütterung versteht sie
Die von dem Song nicht aber
Versucht sie sich zu erklären fragt
Ob sie um die USA dabei weinte

Politische Erinnerungen mischen 
Sich mit den aktuellen Ereignissen
Wie sehr der Kampf um ein mehr
An Gerechtigkeit sie immer einte

Das Persönliche sei politisch wird
An verschiedenen Beispielen weiter
Begründet die weit in die persönliche
Erinnerung im Leben zurückreichen

Pauls Verhaftung und Misshandlung
Nach seiner Teilnahme an Protesten
An der Columbia 1968 als sie auf 
Einer Waldorfschule in Norwegen war

Zitiert dann Victor Klemperer in seinen
Abhandlungen über die Sprache des 
Dritten Reiches die er LTI nennt wie
Von einem Albtraum mit Trump 

Die USA 2025 seien nicht gleich die 
Weimarer Republik von 1933 aber
Hinter beiden lauert eine Pandemie
Wie deren Missbrauch durch Eliten 

Gemeinsam ist den historischen
Momenten eine wahnhaft irrationale
Jagd auf Sündenböcke die Sprache
Von Vernichtung und Deportation 

Der Hass auf die Woke-Ideologie
Feminazis Lügenpresse Gender
Das amtlich korrigiert wird gilt
Wieder als völlig normal heute

Der Tod von Paul und das zugleich
Politische Grauen verstärkt ihr Gefühl
Von Ohnmacht da wollen Trauernde
Das Unmögliche die Toten zurück

Das Massaker der Hamas vom 7.
Oktober erlebte Paul während der 
Strahlentherapie und sprach mit
Seinem Freund David Grossmann

Paul lebte noch lange genug mit ihr
Über die Massaker in Gaza zu
Diskutieren ob es ein Genozid war
Als Verbrechen gegen Menschlichkeit

Sie lässt es offen bemerkt dazu nur
Die Ironie der Geschichte käme einem
Manchmal unaussprechlich vor dazu
Enthalte ich mich als Deutscher 

Mit Sophie erlebte sie auch den
Women’s March in Washington
Zwei Monate später starrte Spencer
Auf die Hosenbeine von Nummer 45

Alle Fundamentalisten und totalitären
Herrscher regeln die Unterschiede
Zwischen den Geschlechtern überall
Dazu gehört Fortpflanzungskontrolle

Kein Mann habe das Recht sich in
Die Entscheidung einer Frau zu
Mischen ob sie ein Kind gebiert 
Meinte Paul schreibt Siri über ihn

Entsprechend hat das faschistische
Trump Regime schon am ersten Tag
Gender Ideologie verboten und die
Biologische Wahrheit angeordnet 

Sie begründet und zeigt dabei
Mit welch verlogenen Formen hier 
Männlich und weiblich definiert wird
Nach den je Fortpflanzungszellen

Damit leugnet die US Regierung
Die Realität diverser Geschlechter 
Beginnt die Diskriminierung neu 
Ignoriert menschliche Existenzen

So beginnen faschistische Regime
Mit der Vernichtung von Menschen
Deren Existenz ignoriert wird die
Von Staats wegen verleugnet werden

Nun zeige sich meint Siri dass die
Felsenfest geglaubten Monumente
Der amerikanischen Demokratie aus
Seife sind die beim ersten Regen 

Alles zu Schaum werden lassen vom
Einstigen Traum von Freiheit der für
Autoritäre faschistoide Milliardäre
Ganz schnell wieder verschwindet

Eine brillante politische Analyse die
Auf die Gefahr autoritärer Regime
Wie totalitärer Politik hinweisen 
Was so aktuell ist wie noch nie

Über die Macht der Märkte die noch
Dazu mit autoritär angeordneten
Zöllen beschränkt werden wird die
Lügensprache zur neuen Wirklichkeit

Gegen Faschismus hilft nur klarer 
Widerstand und Strafverfolgung der
Beteiligten wie Enteignung aller
Milliardäre für das Gemeinwohl

Schön zu sehen wie klar auch
Menschen wie Siri Hustvedt die
Diktatur unter dem Regime Trump
Erkennen und benennen 

Es ist düster geworden in der Welt
Den größten Teil regieren autoritäre
Alte Männer mit den Rezepten der
Vergangenen Jahrhunderte weiter 

Deutschland hat einen unfähigen
Kanzler der Putins Söldner noch
Illegal rechts überholen will ohne
Zu merken wie er Brände stiftet

Die politische Weltlage ist düster
Zum Glück gibt es noch genug
Gute Literatur anstatt was aber
Wenig für die Freiheit noch tut

jens tuengerthal 5.6.26

Merzrequiem

Merzrequiem

Ist es schon an der Zeit
Das Requiem für den
Unbeliebtesten aller Kanzler
Anzustimmen fragt sich noch

Weil es bald schon zu spät ist
Sich vom Verlierer wirkungsvoll
Noch abzugrenzen aber noch
Die Angst vorm Vorsitzenden

Größer ist als der Mut zu nötigen 
Schritten von denen keiner gern
Den ersten wagt auch wenn die
Spatzen darüber schon schwatzen 

Die CDU in Sachsen-Anhalt ist
Auf dem Weg dazu gegen die AfD
Das Land zu verlieren weil Hass 
Reicher blüht als Vernunft in Ostelbien

Was mit Sachsen anfängt das
Wenig Hoffnung noch wem gibt
Schlimmer nur in Thüringen ist
Der rechtsradikalen Hochburg

Brannten auf der Wartburg nicht
Bücher schon hundert Jahre früher
Als auf dem heute Bebelplatz Berlins
Wo Luther einst den Teufel sah 

Weil der feige Kanzler lieber die
Methoden der Putinisten imitiert
Wie mit Trump erfolglos kuschelt
Sind die Aussichten bescheiden

Ohne etwas für Deutschland
Auf egal welcher Ebene zu
Erreichen ist die Bilanz wohl
In jeder Hinsicht zu mager 

Weil der lange Kleingeist
Nie über das Sauerland noch
Hinauswuchs ist er hoffentlich 
Bald erledigt und möge dann 

Von mir aus in Frieden ruhen
Dass die Opposition bereits das
Requiem auf diesen Kanzler
Jubelnd anstimmt ist natürlich

Wie die eigene Partei bereits
Gerüchte streut oder sich nur
Pro Forma um Zusammenhalt
Bemüht ohne zu begeistern

Bestätigt nun wirklich allen 
Wie schwer es der Versager hat
Den keiner mehr mag noch 
Jemand je wirklich wollte 

Das war es dann wohl
Deutschland hat besseres 
Als ein altes Auslaufmodell
Für seine Zukunft verdient

Amen

jens tuengerthal 5.6.26

Lebenslust

Lebenslust

Ist Lebenslust eine Frage der Haltung
Liegt es am eigenen Blick mehr oder
An den Umständen die Lust machen 
Oder jede rauben können überleg ich

Sich dem zu ergeben was ist könnte 
Einfacher erscheinen als seinen Weg
Unter allen Umständen zu gehen 
Auch wenn alles hoffnungslos scheint

Lange schon keine Lust mehr auf das
Alberne Spiel Leben gehabt was viel
Formell verwaltet damit sich genug
Bedeutend dahinter fühlen können

Einige leiten ihre Lebenslust aus dem
Aberglauben an eine unsterbliche
Seele her was noch alberner ist
Weil es in der Natur diese nicht gibt

Bringe es halt hinter mich weil ich
Wohl muss was mir noch weniger
Gefällt als der Aberglaube weil es
Einen Zwang damit ausdrückte 

Es mag Menschen geben die 
Zwänge lieben und die es erregt 
Gefesselt zu werden ich bin lieber
Frei statt ständig was zu müssen

Will nichts mehr müssen habe mit
Max Stirner dem klügsten der
Junghegelianer meine Welt allein
Auf mich gestellt außer mir ist nichts

Lust heißt auch lustvoll zu wollen
Also dem freien Willen zu folgen
Auf alle die dies negieren habe ich
Schon lange keine Lust mehr 

Lust kommt aus dem germanischen
Ist ein intensiv angenehmes Gefühl
Das Befriedigung erstrebt oder der
Arterhaltung und dem Überleben dient

Zur Lust treiben uns verschiedene
Antriebe unserer Natur biologisch 
Psychologisch sexuell sie zielt auf
Unmittelbaren Genuss im Moment

Die Lebenslust als zentrales Element 
Der Freude am Leben ist wie alle Lust
Stark emotional und weniger rational
Doch erfordert sie ein großes Wollen 

Die Fähigkeit dem ganzen Elend was
Das Leben zum größeren Teil ist
Selbst ein Ende zu setzen dürfte 
Die dauerhafteste Motivation sein

Weiter zu machen für Momente
Voller Lust die damit genügen sollen
Den ganzen Rest aufzuwiegen es
Als meine Freiheit zu sehen sich

Für das Leben zu entscheiden weil
Jede andere Methode eher noch von
Lächerlichem Aberglauben mit Zwang
Geprägt ist ernst gemeint zu sein

Nicht die Tabuisierung des Suizid
Die den Freitod pathologisiert rettet 
Auch nur ein Leben sondern macht
Vernünftige Menschen zu Idioten

Die größte Freiheit des Menschen
Über sein Leben und damit seine 
Existenz frei zu entscheiden ist
Der Weg zu echter Lebenslust 

Die Pathologisierung der Freiheit
Stellt alles Leben unter den Zwang 
Einer medizinischen Aussicht bei der
Halbgötter in Weiß entscheiden

Wer noch gesund und frei ist womit
Die Menschheit dauerhaft versklavt
Eine unwürdige Existenz führt deren
Ende viel verlockender erscheint

Wer den Menschen dagegen für frei
Damit auch mündig erklärt statt ihn 
Retten zu wollen gibt allein so der
Lebenslust noch eine Chance

Doch sind wir es lange gewohnt
Zu gehorchen statt kritisch zu denken
Bleiben damit unaufgeklärt unmündig 
Wie Kant schon 1784 schrieb 

Ein Umdenken wäre eine Befreiung
Ließe Menschen über ihr Leben
Endlich frei entscheiden was die
Lebenslust entscheidend erhöhte

Nur wenige pathologische Fälle
Unter denen die am Leben aus
Guten Gründen zweifeln können
Je die Entmündigung rechtfertigen

Was das Bundesverfassungsgericht
Schon für die Würde des Menschen
Feststellte gilt noch mehr für die
Freiheit zu sterben was aber wohl

Hörigen Narren unvorstellbar ist
Warum sie lieber sich krank nennen
Als ihre Freiheit zu genießen auch
Jederzeit gehen zu können 

Erst diese macht dauerhaft Lust
Auf das weitere Leben was sich 
Mündig für ein weiter so entscheidet
Statt vom Recht geführt zu werden

jens tuengerthal 5.6.26

Lustliebe

Lustliebe

Liebe schönen Sex wirklich
Wobei vermutlich schon
Strittig sein dürfte was als
Schön gilt das ist eben
Geschmackssache
Lässt sich kaum für alle
Auf einen Punkt bringen 
Manche lieben es hart 
Andere eher ganz zart
Oder wechselnd je nach
Aus- oder Eingang und
Stimmung wie Gefühl
Doch tut Liebe dem Sex
Wirklich gut oder fehlt 
Diesem dann Spannung
Geht die Erotik im großen 
Sumpf der Gefühle baden 
Für ein Wohlfühlgefühl das
Einander gerne glücklich
Machen will und als Liebe 
Natürlich altruistisch ist
Während geiler Sex auch
Wild und egoistisch um
Befriedigung stets ringt 
Wie meist diejenigen die
Vom gemeinsamen Kommen
Keine Ahnung haben sich
Für Sex nur mit Liebe
Aussprechen womit du 
Zumindest weißt woran
Du dabei wohl bist aber
Vermutlich hat auch diese 
Theorie viele Ausnahmen
Jene die es beschwören
Wie manche die es erleben
Weil bei der Lust wie auch
Mit Liebe alles möglich ist
Liebe kam alles relativieren
Auch die Bedeutung von Sex
Solange alle glücklich sind
Wird alles gut so sein sonst
Sollten sie miteinander reden
Um entspannt miteinander
Das mögliche zu genießen
Statt sich nur in oder mit
Anderen selbst zu befriedigen
Denn über Sex reden tut immer 
Besser als es nicht zu tun
Führt eher dazu als Schweigen
Es dabei mit Liebe zu tun
Ist sicher auch immer besser
Als lieblos nur zu vögeln 
Was dann selten mehr wird
Als schlichtes Ficken statt
Miteinander Sex zu haben
Manchmal hilft reden wirklich
Noch mehr zu finden

jens tuengerthal 5.6.26

Donnerstag, 4. Juni 2026

Lektürentagebuch 4.6.26

Lektürentagebuch 4.6.26

Während aus dem Himmel über Berlin
Der Sommerregen in den Frühling fällt
Wechselt bei Siri Hustvedt in den
Ghost Stories Dezember zu Januar

Dies noch dazu immer wieder und sie
Erzählt ihre Erinnerungen auch an
Weihnachten mit und Paul auf eine
Ganz zauberhaft zarte Art wieder

Wie glücklich kann der Mann sein
Der die große Liebe dieser Frau die
Auch über seinen Tod hinaus noch
Spürbar bleibt einmal gewonnen hat

Ob Liebe der ständigen Erneuerung
Gar der Bestätigung noch bedarf 
Könnte hier passend diskutiert werden
Ist aber nicht Siris Thema darum egal

Sie beginnt wie sie endet dies Kapitel
Philosophisch mit dem Satz dass 
Jedes Foto ein Dokument von Verlust 
Von etwas ist was nie wiederkommt

Alle Fotos auch einer Serie sind 
Unterschiedlich obwohl sie identisch
Aussehen weil die Zeit sich änderte 
Erinnert sie sich an ein Foto von Paul

Sie hatte es Heiligabend 2022 als
Paul im Sessel saß mit dem Schal
Den ihm Spencer geschenkt hatte
Der Mann ihrer Tochter Sophie

Dabei trug der den Pulli mit dem
Reißverschluss seinen Liebling
Indem sie ihn darum beerdigen
Ließ einen Scotch in der Hand

Er merkte nicht dass er fotografiert
Wurde seine Augen sind getrübt 
Der Mund schmerzlich verzogen
Sie sieht die Geister der Toten

Jene die nicht auf dem Bild sind
Aber seine Züge geprägt haben
Ruby und Daniel Sohn und Enkel
Er wusste dass er Krebs hatte

Dann stellt sie sich vor wie der 
Fünfzehnjährige Miles die Briefe
Seines Großvaters lesen wird ob
Sie dann auch schon ein Geist ist

Fragt sich Siri und stellt sich vor
Wie Sophie dann sagt das ist deine
Mormor mit dir als Baby noch um
Zum Ticken der Uhr zu kommen

Die sie an ihrem Schreibtisch ticken
Hören kann und wie sehr sie es mag 
Die Zeit wegticken zu hören und so
Vergeht die Zeit wie im Fluge

Das norwegische Wort Jul steht für 
Weihnachten und heißt Rad was
Nichts mit dem Christentum noch
Zu tun hat wie ihr Vater ihnen sagte

Es geht bei Jul um das Rad der
Jahreszeiten wobei Kerzen die lange
Dunkelzeit im Norden erleuchten wie
Alles auch im Garten wieder kommt

Über die zwei Versionen der Zeit
Als Linie im einzelnen Leben und als
Rad das die Zyklen von Geburt und
Tod mit einschließt so idyllisch ist

Im ersten Jahr drückte sich ihr
Jüdischer Geliebter noch vor
Weihnachten in ihrer Familie
Das er im Jahr darauf erlebte

Dabei hätte er gedacht sie hätten 
Nicht mehr alle Tassen im Schrank
Wie sie sich an den Händen fassen
Um den Baum tanzen und sangen 

6 Erwachsene die sich wie kleine
Kinder aufführen mit der Zeit aber
Lernte Paul Auster die Rituale wie
Alle Mitglieder der Familie lieben

Eine Woche drängten sich die vier
Töchter später mit Männern und
Kindern im Haus der Eltern mitten
Im ländlichen Minnesota als Clan

Ihre Mutter fing schon im Oktober
Mit den Weihnachtsvorbereitungen an
Etwa ihren zwölf Sorten Keksen 
Heute findet es in Brooklyn statt

Sie feiern mit den News Yorker
Schwersten deren Familien und
Einigen engeren Freundinnen auch
Essen sie immer das gleiche

Schweinerippchen Preiselbeeren
Süßsauren Rotkohl Möhren Erbsen 
Salzkartoffeln und zum Nachtisch
Reispudding mit Schlagsahne

Dabei ist in einer Portion des Pudding
Eine Mandel versteckt und wer sie
Findet bekommt eine Belohnung
Jahrelang betrog ihre Mutter sie

Sorgte immer dafür dass wer die 
Mandel besonders verdiente sie 
Auch bekam wie etwa Paul im
Ersten Jahr seines Besuchs

Spät am Heiligabend als sie das
Ganze Chaos betrachtete schlug
Plötzlich die Trauer zu sie war nun
Allein es wäre nicht wie immer

Wie sie das Fest tagelang noch
Vorbereitete vom Silberputzen bis
Zum Blumen stecken für die Tafel
Denke ich auch an meine Mutter

Es machte ihr nicht mehr so viel 
Freude aber es gab ein Gerüst 
Um die Gesten ihrer Mutter in ihren 
Eigenen zu wiederholen

Neujahr feierten sie Miles ersten
Geburtstag und sie schwärmt von
Ihrem Enkel wie es nur Großmütter 
Können und erzählt Kinderspiele

Von einem alten Fax erzählt sie
Dass sie an Paul Auster sandte
Was nur eine Liebeserklärung war
Eine Wiederholung vergangener

Nachrichten mit ihrer dauernden
Liebe mit zärtlichen spielerischen
Worten betont und dazu noch als 
Beleg Kierkegaard zitiert

Der sagte Wiederholung sei Wille und
Mut anders als Erinnerung und das
Stimme natürlich so wiederhole sie
Nur was er schon wisse was aber

In der Wiederholung ihr Leben sei
Damit hätte er es dies süße Ding
Wie sie ihn am Ende nennt was ich
Rührend aber auch in dezent finde

Zum Ende des Kapitels zitiert sie
Noch aus Kierkegaards Novelle
Wiederholung wonach Wiederholung
Und Erinnerung dieselbe Bewegung 

Sind nur in entgegengesetzter
Richtung, das woran du dich erinnerst
Ist gewesen wird rückwärts wiederholt
Wiederholung aber erinnert vorwärts 

Ohne die Kategorie der Erinnerung
Löste sich das ganze Leben in einem
Leeren und inhaltslosen Lärm auf
Was für ein geniales Ende denk ich

Ein wunderschönes Kapitel was ganz 
Für sich heute stehen kann bevor ich
Das vorletzte ewig lange zur Politik
Mir noch antue lasse ich es stehen

Gedanken zur Zeit auf Fotos die
Dem Augenblick Ewigkeit verleihen
Oder ein Dokument des Verlustes
Für das was nie wiederkommt 

Traditionen aber in Familien pflegen
Die Erinnerung durch Wiederholung
Was zwar nie so wiederkommt aber
Im Ritual immer präsent noch ist

Kann Fotos als Dokumente des
Ewigen natürlichen Verlust sehen
Oder als Erinnerung die dadurch
Dem Lauf der Zeit entzogen ist

Dieses kurze Kapitel war so reich
Wie vielfältig bedeutend dass es
Solitär in der lyrischen Erinnerung
Der täglichen Lektüre stehen soll

jens tuengerthal 4.6.26

Lebenswert

Lebenswert 

Was macht ein Leben lebenswert
Geht es um Wohlstand und Konsum
Zählen dabei zuerst Gefühle oder
Am Ende nur nüchterne Zahlen 

Die einen wollen Reisen um noch
Irgendwo gewesen zu sein andere
Bleiben lieber wo sie sind suchen
Erfüllung eher im naheliegenden

Der Wert des Lebens klingt nach
Preis und dem was sich lohnt wie
Alles im Leben seinen Preis hat
Auch der Tod und die Entsorgung

Oder ist wirklich wertvoll nur was
Unbezahlbar immer bleibt weil
Alles Eigentum Diebstahl ist die
Reichen enteignet doch gehören

Habe Frauen geliebt und Bücher
War mit ersteren gelegentlich auch
Mit letzteren aber immer glücklich
Was immer wer daraus lernen will

Ein Leben ohne meine Bibliothek
Schiene mir nicht sehr lebenswert
Aber wäre ohne Frage wohl möglich
Ohne Frauen wäre ich eher nicht

Dies liegt schon in der Natur die
Entstehung des Menschen in den
Körper der Frau verlagerte ohne
Zu fragen ob es ihr auch gefällt

Was mir wertvoll erscheint ist eine
Frage der Entscheidung auch so
Können sich alle Werte suchen oder
Auf einen Schatz noch hoffen

Darum kann ich mir die Welt machen
Wie sie mir gefällt ob nun nach Pippi
Oder Prometheus ist weniger wichtig
Als das glückliche Gefühl dabei

Dem Leser scheint die Ruhe als
Besonders lebenswert während
Andere gern Gesellschaft haben
Um sich unterhalten zu fühlen

Beides kann legitim sein wie es
Montaigne lebte im Turm für sich
Beim Wein gerne unter Leuten 
Seine Gedanken zu erproben

Alles auf einmal scheint schwierig
Doch die Flaneurloge belegt es geht
Beobachter und Teilnehmer zu sein
Ist zumindest zeitweise auch möglich

Was mein Leben am Ende wert war
Möchte ich so wenig bilanzieren wie
Überhaupt Gefühle vermessen denn 
Was bleibt wenn alles wertlos war

Ob ich noch zu Lebzeiten als ein
Lyrischer Chronist der Zeit erkannt
Werde oder das erst kommende 
Generationen merken ist unklar 

Lebenswert ist es unerkannt noch
Weiter zu bleiben außer unter ganz
Wenigen Kennerinnen noch dabei
Dann bleibt es wie es ist bis es endet 

Nach dem Ende ist alles egal warum
Es darauf ankommt vorher viel mehr
Zu genießen was bleibt und dieses
Glück mit Liebe auch noch zu teilen

Zumindest scheint mir das noch die
Lebenswerteste Form was bleibt
Mit Anstand hinter sich zu bringen
Wie dabei Gelassenheit zu wahren

jens tuengerthal 4.6.26