Sprachdichte
Dichter verdichten Sprache
Unklar bleibt jedoch ob diese
Dadurch dichter kommt oder
Sich vom Alltag eher entfernt
Wer könnte das wie messen
Überlege ich als Kind der Aufklärung
Auf die Nummern noch vertrauend
Während andere schon oder noch
Glauben und beten und damit in
Dialog mit ihrer Phantasie treten
Auf höhere Kräfte dafür vertrauen
Auch wenn es nichts als Natur ist
Weiß weder wer noch wie eine
Dichtemessung der Sprache nach
Poetischer Konsistenz funktionierte
Nur spüre deutlich den Unterschied
Dichtung und Wahrheit nannte noch
Goethe seine Erinnerungen was ein
Paar vereint das kein Gegensatz
Systematisch logisch sein muss
Aber auch systematisch keine
Logische Folge immer ist weil
Sprache so oder so kann wie
Verstanden und interpretiert wird
Nicht alles was erdichtet wurde ist
Erlogen so vertrauen manche mehr
Versen ihre wahren Gefühle an als
Diese sich in Gesetzen je finden
Ist Dichtung und Wahrheit eher
Kumulativ als alternativ überlege ich
Denke an Schliemann der auf Verse
Des Homer vertrauend den Schatz
Des Priamos wie Troja ausgrub im
Osmanischen Reich das vorher noch
Griechisch war bis es türkisch wurde
Was immer in 3000 Jahren sein sollte
Vielleicht wagt der Dichter es einmal
Visionär hier zu sein ohne gleich zum
Arzt geschickt zu werden leben wir
Dann wirklich menschlich staatenlos
Sprache zumindest macht es möglich
Längst grenzenlos zu denken ohne an
Staaten länger zu glauben die uns nur
Knechten und fesseln statt beflügeln
Wenn Worte uns dagegen wirklich
Fliegen lassen damit eine tatsächlich
Grenzenlose Welt jenseits von Raum
Und Zeit uns öffnen haben wir alles
Doch verrät mir die Weite unseres
Sprachlichen Universums etwas über
Die Dichte der Sprache in ihr noch
Wenn ich meine Welt vermessen will
Täglich dichte ich neue Verse dabei
Am Tag wie lieber noch in der Nacht
Weil die Dunkelheit außen den Raum
Innen noch viel stärker mir verdichtet
Einige als Mensch in einer Umgebung
Was zoon politikon auch genannt wird
Andere als Philosoph oder Leser wie
Manche auch als liebender Mann
Es sind verschiedene Ebenen meines
Seins die so zu Versen werden aus
Denen Sprache neue Welten zaubert
Die sich so miteinander vernetzen
Am schnellsten irrt die Politik was
Dafür spräche mit diesen Versen
Lieber länger zu warten statt mit der
Schnellebigen Zeit zu gehen
Wäre der Dichter dieser Verse weise
Hätte er manche nie geschrieben um
Seine Ruhe lieber zu haben aber die
Leidenschaft ist eben lebendig auch
Am schmerzvollsten irrte ich in der
Liebe in vielen Versen wie auch der
Lust vermeintlich gefährlich folgend
Die gerne das Denken beschränkt
Doch gibt es wirklich Irrtümer in der
Liebe ist was leiden lässt nicht Teil
Der großen Magie der Liebe die gern
An beiden Seiten lichterloh brennt
Immer noch nicht weiß ich wie ich
Die Dichte messen sollte vielleicht
Sollte ich dazu meine Musen fragen
Die gewesenen und die aktuellen
Zumindest ist bisher kein Instrument
Am Markt der Dichtung zu finden
Das zuverlässig Dichte misst um so
Die Qualität der Dichter zu bewerten
Vielleicht denke ich am Ende aber
Sollte ich ganz froh darüber sein
Nachher merkte sonst noch wer
Der Dichter ist wohl nicht ganz dicht
jens tuengerthal 15.10.26