Lektürentagebuch 27.6.26
Meerestiere und kleine Wale heißt
Das Kapitel der Ghost Stories von
Siri Hustvedt in der das Delirium
Von Paul Auster beschrieben wird
Paul hatte nach einer Untersuchung
Zu ihr gesagt die Ärzte schauen nach
Meerestieren kleinen Walen was sie
Aufschrieb und darüber nachdachte
Mit ihrem typisch wissenschaftlichen
Vom Geist der Neurologie getriebenen
Gedanken entwickelte sie dazu eine
Theorie die ziemlich plausibel klang
Danach sahen die Mikroben nach
Denen die Ärzte suchten unter dem
Mikroskop aus wie sich windende
Meerestiere und Paul liebte Wale
Als sie mit Paul darüber redete
Nachdem er aus dem Delirium
Wieder zurückkehrte konnte er
Sich an nichts davon erinnern
Im Krankenhaus ins Delirium zu
Geraten war nicht ungewöhnlich
Die Umstände dort führen dazu
Meint Siri und ich bestätige es
War selbst ziemlich lange nach
Einem Fahrradunfall mit Reanimation
Bewusstlos gewesen aber habe
Dennoch etwas erlebt und getan
Wie Paul habe ich keine Erinnerung
An diese Zeit in der ich zeitweise auch
Fixiert wurde weil ich immer an mir
Herumspielte und Schläuche raus zog
Hier hat mein Vater großes geleistet
Dem ich vermutlich verdanke wieder
So irgendwie normal geworden zu
Sein durch seine tägliche Präsenz
Bei Paul half die Akut Reha und auch
Die Präsenz seines Schwiegersohnes
Spencer der großes leistete wie Siri
Betont der Paul ein guter Sohn war
Fünf Wochen lang hat er Paul an
Fünf Tagen die Woche immer zur
Bestrahlung gefahren und mit ihm
Gelitten wie ihm auch geholfen
Sophie die schwanger war hatten sie
Versucht weitestgehend von allem
Krankenhaus und den Infektionen
Lieber ganz zu verschonen
Pauls Gedächtnis kehrte wieder
Er konnte nach langen Übungen
Noch für seinen Enkel Miles schreiben
Aber das Erlebnis war ein Schock
Siri berichtet wie bei ihrer Mutter
Sie die zunehmende Demenz nicht
So sehr befremdet hat wie die
Geistige Abwesenheit Pauls
Beim Besuch von einem von Pauls
Alten Freunden erzählte er auch die
Geschichte von Siris Waltheorie als
Wäre es seine Idee gewesen
Darauf hätte sie ihn unterbrochen
Gesagt sie hätte ihm das gesagt
Was ihn verwirrte aber er gab zu
Dass sie vermutlich Recht hätte
Dies nimmt sie zum Anlass über
Angenommene Gedanken anderer
Die wir innerlich zu eigenen machen
Nachzudenken und wie normal das ist
Wer gut zuhört macht die Geschichte
Des anderen zu seiner eigenen und
Überlegt wie es wäre dies zu erleben
Womit das Erlebnis Wirklichkeit wird
Wie wirklich die Wirklichkeit ist sich
Immer wieder auch zu fragen kann
Helfen die Verzerrung der eigenen
Wahrnehmung noch zu erkennen
Allerdings nehmen wir auch dabei
Nur wahr was uns auch entspricht
Warum die Wirklichkeit stets relativ
Bleibt egal wie sicher wir noch sind
Ist was was es ist oder stets alles
Nur Spiegel unserer Wahrnehmung
Ist die Wahrheit darum eine Lüge
Fragt sich beim Delirium noch mehr
Monate vor und nach dem Unfall
Sind aus meinem Gedächtnis völlig
Verschwunden ich war ja bewusstlos
Dennoch war ich und erlebte ich
Sich der Grenzen des Seins wie der
Eigenen Wahrnehmung bewusst zu
Werden hilft die Lektüre der klugen
Gedanken die Siri sich dazu machte
Abschiede ist das letzte Kapitel des
Fiktiven Tagebuchs der Seereise die
Von Kapstadt nach England führt
Überschrieben und walzt diese aus
So lässt Christian Graf von Krockow
In der große Traum von Bildung nun
Georg Forster und James Cook über
Ihre Erlebnisse in Ruhe nachdenken
Abstecher nach Sankt Helena wie zur
Vermessung einer weiteren Insel
Scheinen Forster eher überflüssig
Als wollte Cook die Reise verlängern
Da ist wieder vieles dem Zeitgeist
Geschuldet aber dennoch auch
Manch interessantes dabei was der
Worte wert ist wie kleine Fehler
In Kapstadt werden sie schon wie
Stars empfangen und sind ständig
Zum Abendessen eingeladen wobei
Georg gerne gut zunehmen kann
Sam erzählt Georg seine Liaison mit
Einer Witwe in Kapstadt die er auf
Dem Markt kennenlernte bei der er
In einem Haus am Berg dann lebt
Sie schenkt ihm zum Abschied die
Goldene Taschenuhr ihres Mannes
Die angeblich beim Öffnen des Deckel
Üb immer Treu und Redlichkeit spielt
Was wie eine nette Anekdote mit
Preußischem Bezug klingt ist nur
Unsinn historisch da Hölty der
Alte Landmann und sein Sohn
Erst 1775 schrieb und die Melodie
Zu der die Preußen es singen aus
Der 1795 veröffentlichten Zauberflöte
Das Lied des Papageno ist warum
Eine Witwen in Kapstadt nicht die
Goldene Uhr ihres verstorbenen
Gatten mit dieser Melodie 1775
Sam schenken konnte aber egal
Der Preuße Krockow wollte eben
Gern eine preußische Anekdote
Erzählen die so realistisch wieder
Ist wie viele seiner fiktiven Beiträge
Ob dies nun ein Test für typische
Bildungsbürger im großen Traum
Von Bildung sein sollte weiß ich nicht
Nett gedacht wie das sonst Geplauder
Die Abschiedsgespräche mit Cook
Der sich sehr über ein in seinem
Namen von der Admiralität bereits
Veröffentlichtes Buch ärgert sind
Wieder sehr nett gemeint und malen
Zumindest konsequent das Bild fort
Das Krockow von Forster und Cook
Schon eher phantasievoll uns gab
Sehr sympathisch sind ihm beide
Auch wie Cook Sam zu seinem Sohn
Erklärt klingt wieder nett aber ist
Fern vermutlich allem Realismus
Wie wirklich die Wirklichkeit ist
Fragte sich auch Siri oben die
Ihr persönliches Erleben schildert
Völlig unklar wird dies bei Krockow
So ist sein Buch über Forster und
Cook eher eine gute Erinnerung an
Den sympathischen Grafen Krockow
Als historisch wirklich relevant
Aber als solches und sich dabei
Gedanken über das persönliche
Erleben machend ist es gut und
Plaudert schön von Seereisen
jens tuengerthal 27.5.27