Dienstag, 20. Oktober 2026

Kulturnatur

Kulturnatur

Das Verhältnis von Kultur und Natur
Ist immer wieder äußerst spannend
Für gewöhnlich sagen wir die Kultur
Sei vom Menschen kultivierte Natur 

Wie aber ist es bei Liebe und Lust
Welcher Teil gehört mehr zu unserer
Natur was zeigt unsere Kultur schon
Können wir das noch unterscheiden 

Gründe für die Liebe zu nennen bleibt
Immer schwierig weil sie ist was sie ist 
So könnte die Formung durch Willen 
Fraglich sein nur was wollen wir sonst

Liebe ist die Basis auf der sich auch
Familien gründen die den Sex mit
Zweck der Fortpflanzung verfolgen
Warum der Lustgewinn verpönt ist

Lust scheint unsere Natur zu sein
Wir folgen dabei dem Trieb nach
Befriedigung die viele nie erlangen
Es durch Fortpflanzung ersetzen

Entsprechend entwickelt sich auch
Die Lust in vielen Lieben eher zum
Negativen als weiter und wird nur
Wenn nötig noch eben erledigt 

Kultiviert uns die Liebe wirklich
Oder wirft sie uns zurück auf die
Schlichte Natur und Artenhaltung
Der sie nach der Natur primär dient 

Was hat sich alles an Kultur aus dem
Streben nach Liebe entwickelt denkt 
Der Dichter hier und an unendlich
Viele Verse zu diesem Thema immer

Frauen kultivieren Männer zu dann
Eher zivilisierten Wesen meinen
Zumindest viele Frauen von sich
Was immer davon wirklich ist

Säßen die Kerle noch auf Bäumen 
Wenn es keine Frauen gäbe oder
Wären sie längst ausgestorben fragt
Nur wer schlicht dialektisch denkt

Vermutlich ist es ähnlich mit dem
Verhältnisse von Kultur und Natur
In Fragen der Liebe und der Lust
Es gibt da kein entweder oder nur 

Auch wenn dem ganzen das schlichte
Rein raus Spiel zugrunde liegt finden
Manche mehr Befriedigung im Gefühl
Andere folgen wild der Natur nur 

Schließlich kann beides auch bei
Beiden zeitweise eher vorkommen
Kommt es auf das Gleichgewicht an 
Was die Beteiligten miteinander finden

Kultiviert könnte es sein dabei auch
Auf die Bedürfnisse der anderen mehr 
Zu achten statt nur Befriedigung allein
Zu suchen um zusammen zu kommen

Die Balance zwischen der nur Natur
Dabei zur feineren Kultur strebt aber 
Ganz natürlich Befriedigung sucht
Kann Liebe manchmal erleichtern

Erschwert es aber auch genauso oft 
Weil wir liebend unbedingt gut wollen
Was viele am Können hindert was
Dann das Verhältnis schwer macht

Manche machen sich nie Gedanken
Darüber die tun es einfach um dann 
Glück zu haben oder nicht andere
Suchen noch den heiligen Gral

Was zeigt zwischen Sex und Liebe
Geht es um viel Kultur auch egal
Wie triebhaft natürlich wir dabei sind
Ist jede Verfeinerung schon Kultur

jens tuengerthal 20.10.26

Inmitten

Inmitten

Inmitten des Stroms der Zeit
Mit ihren Moden und Geschrei
Versuchen wir zu überleben

Manche mit großer Freude 
Andere wie ich mit Befremden
Über alles was alle tun immer

Zwischen Anpassung und dem
Nötigen Widerstand gegen den
Alles verschlingenden Strom

Inmitten wie am Rand zugleich 
Will ich meine Bahnen ziehen
Aber finde Schwimmen albern 

Wenn alle Badehosen tragen
Schwimme ich nicht nackt wer
Will sich als einziger entblößen

Ist das natürlich oder Kultur
Wird Scham uns anerzogen
Wie Aberglaube Traumata Ängste

Ist immer gut was gut tut oder
Darf der Weg zur Freiheit auch
Weh tun in großer Einsamkeit

Um sie dauerhaft zu würdigen 
Sich inmitten noch zu erheben
Ein anderer immer zu bleiben

Inmitten der anderen anders sein
Erfordert Mut und Vertrauen in das
Eigene jenseits von Hesse Gedichten

Inmitten bei sich zu bleiben ist
Vielleicht die schwerste Aufgabe
Die sich wenigen nur stellt

jens tuengerthal 20.10.26

Daneben

Daneben

Manche integrieren sich gerne
Sind Teil der Masse und fühlen sich
In dieser gut aufgehoben und wohl
Ich stehe lieber daneben schon als
Flaneur der Natur nach um so alles
Beobachten zu können und sitze
Darum in meiner Bar am liebsten
In der Flaneurloge zwischen oben 
Dem Salon mit Ledersesseln und
Der Bar unten wo am meisten los ist
Auf den nur Klappsitzen dabei
Gehöre nirgendwo dazu und bin
Immer irgendwie eher daneben
Worunter ich früher sehr litt als ich
Noch wie alle sein wollte was mir 
Heute völlig absurd erscheint und
Lieber bin ich ein Sonderposten
Als angepasst an ein System
Was nur geht wenn du auch die 
Einsamkeit liebst und anders bist
Als alle und es auch so willst was 
Ein Unglück mir als Kind schien 
Das zwar Freunde hatte aber sich 
Immer auch anders noch fühlte 
Zum Glück gaben meine Eltern
Dabei mir immer das Gefühl
Es ist in Ordnung anders zu sein
Du bist eben etwas besonderes
Zumindest theoretisch und sie
Sagten und meinten es auch so
Praktisch durchlitt ich die Schule
Immer eher an der Grenze statt 
Begeistert und gefördert dabei
Verkümmerte dabei lange wie viele
Im angepassten Schulsystem das
Den Einzelnen nur integrieren will
Statt das Besondere zu fördern
Heute über fünfzig und das Leben
Hinter mir betrachte ich es einfach
Als Beobachter des Beobachters 
Der ich wurde und der lieber noch
Geschichten erzählt statt sich
Irgendwo anzupassen was in
Berlin relativ gut geht weil du 
Unter vielen Verrückten nicht
Weiter auffällst ungestört dafür
Beobachten kannst was ist
Bin hier keiner von allen noch
Immer anders als die meisten
Aber halt normal verrückt was
Eine relativ große Freiheit gibt
Wenn du schon so daneben bist
Überlebt es sich als Flaneur im
Berlin der Erinnerung ganz gut
Wie Hessel und Benjamin einst 
Immer etwas am Rand nur eben
Weniger bedeutend dabei sicher
Was genug Ruhe mir schenkt

jens tuengerthal 20.10.26

Lektürentagebuch 19.10.26

Lektürentagebuch 19.10.26

Weiter in Dreihundert Männer von 
Konstantin Richter gelesen was ganz
Unterschiedliche Entwicklungen ab 
1870 in Deutschland schildert

Zunächst von Georg Siemens bei der
Deutschen Bank dessen Pläne weit 
Über die Absichten der Gründer im
Aufsichtsrat hinausgingen die sich

Als Privatbankiers keine Konkurrenz
Im Inland schaffen wollten und wie
Die Deutsche Bank dann doch weit
Über die bloße Unterstützung des 

Außenhandels hinausging und in
Allen Bankbereichen tätig wurde 
Im Ausland investiert wie auch zur
Hausbank der Industrie hier wird 

Sie nimmt dabei zunehmend Einfluss 
Auf die Volkswirtschaft in Deutschland
Dies ahnend schreibt er an Elise dass 
Er dabei sei einflussreich zu werden

Sie könnte in zehn Jahren eine sehr
Angesehene Frau werden um die sich
Viele auch um seinetwegen viel Mühe
Geben werden ob ihr das wohl gefiele

Es gefällt ihr und 1872 heiraten dann
Elise Görz und Georg Siemens und
Ziehen in eine kleine Wohnung nahe 
Dem Tiergarten er ist noch nicht reich

Innerhalb weniger Jahre entwickelt
Sich die Wirtschaft rasant und die
Gehälter steigen entsprechend das
Leicht verdiente Geld wird angelegt

Alle beteiligten sich an den neuen
Aktiengesellschaften um rasch reich 
Zu werden doch hat der Aufschwung
Nicht nur Gewinner die Mieten steigen

Eine Zwangsräumung durch einen 
Gerichtsvollzieher in Friedrichshain
Führt zu tagelangem Unruhen bis
Die Polizei die Ordnung wieder hat

Alfred Krupp sehnte sich nach Ruhe 
Hatte wohl was wir heute als ein
Burnout bezeichnen und geht auf Rat 
Seiner Ärzte mehrere Monate in Kur

Aus Essen wo er gerade seine Villa 
Hügel bauen lässt geht es in das
Seebad Torquay in England und er
Ärgert sich dort über das Wetter

Weil er zuhause am Kamin sitzt
Schreibt er lange Briefe an seine
Geschäftsleitung in Essen und
Ärgert sich aber entwickelt auch

Ein General Reglement für seine
Firmen die immer größer werden
Auch durch den Bau von Kanonen 
Um alles immer in Ordnung zu haben

Die Fragen die Krupp sich in seiner
Kur stellt sind auch bei anderen etwa 
Siemens & Halske in Berlin vakant die 
Zur Weltfirma erfolgreich aufstiegen 

Sie haben nun über 1500 Mitarbeiter 
Dennoch will Werner Siemens noch
Alles unter Kontrolle haben und setzt
Verwandte international auf Posten

Von den elf Geschwistern werden
Sechs von neun Brüdern in seinem
Unternehmen International tätig mit
Erfolg einer gründet eine Glashütte

Dies zwar in Dresden aber finanziert 
Von Werner und so bleibt alles lang
In den Händen der Familie Siemens
Wie gut das Siemens auch immer tat

So hat mein Urgroßvater noch mit
Carl von Siemens damals auch
Die Elektrifizierung von Ostfriesland
Mit einem Torfkraftwerk geplant

Nach der Rückkehr von Krupp aus
England hat die Geschäftsführung
Das Generalreglement noch immer
Nicht fertig und verschleppt es weiter

Dann erfahren wir dass 1872 auch 
Gustav Freytag den ersten Band
Seines Riesenwerkes Die Ahnen
Veröffentlicht während gleichzeitig

Felix Dahn an seinem Kampf um Rom 
Noch arbeitet und Anselm Feuerbach
Die Amazonenschlacht in der zweiten
Fassung vollendet also große Stoffe 

Die das Bildungsbürgertum noch lang
Beschäftigen werden jedoch spiegelt
Sich die wirtschaftliche Entwicklung
Darin noch nicht wieder mit nur einer

Ausnahme Adolph Menzel besucht in
Oberschlesien ein Eisenwalzwerk
Woraus ein monumentales Gemälde
Entsteht was sich heute noch in der

Berliner Alten Nationalgalerie findet
Das Werk ist Teil einer neuen AG des
Montan Unternehmers Hugo Graf 
Henckel von Donnersmarck

Im September 1872 ist endlich das
General-Regulativ für Krupp fertig
Widersprüchlich wie der Unternehmer
Mit teils peniblen Anweisungen wie 

Das Verbot während der Arbeit noch
Zeitung zu lesen zugleich aber zeigt
Es eine wegweisende großzügige
Sozialpolitik mit Krankenkassen 

Pensionskassen Krankenhäuser und
Bewahranstalten und nimmt auch das
Betriebliche Vorschlagswesen vorweg
Krupp fordert und fördert zugleich

Im März 1873 brach die Wiener Börse
Zusammen im September New York
Bis zum Oktober auch Berlin hier ging
Heinrich Quistorps Bank konkurs

Es kam bis zum Ende des Jahrzehnts
Zu einem massiven Einbruch der
Wirtschaft doch schlimmer noch 
Waren psychologische Auswirkungen

Konservative fühlten sich in ihrem
Antisemitismus bestätigt gegen den
Liberalen Kapitalfluss andere waren
Lange zutiefst verunsichert infolge

Die Klage über schlimme Zustände 
Wurde den Unternehmern zur steten
Gewohnheit sie beschwerten sich halt
Hörten auch nicht auf als wieder gut

Das typische deutsche Unternehmen
Sei eine Geburt der Gründerzeit aber
Erst Jahre nach dem Krach bildeten
Sich die Merkmale die noch blieben 

Den Klagen dieser Unternehmen folgt
Auch Kanzler Merz noch mit seinem 
Ständigen Klagen und nörgeln ob
Das an Blackrock liegt ist unklar

Auf den wilden Boom folgte nun der
Organisierte Kapitalismus alles muss
Stets in guter Ordnung deutsch sein
Was noch in vielen heute in weiterlebt

Das spätere Sommerhaus der Familie
Wallich des Gründungsdirektor der
Deutschen Bank steht heute noch
Nach der Glienicker Brücke direkt

Eine fröhliche Turmvilla erbaut im
Italienischen Stil heute cremefarben 
Mit leider sehr deutscher Geschichte
1878 von Hermann und Anna Wallich

Erworben an den Sohn vererbt der
Sich auf der Flucht von den Nazis
Von der Hohenzollernbrücke in Köln
Stürzte seiner Frau gelang die Flucht

Die Nachkommen bekamen das Haus
Dann 1994 zurück aber konnten 
Die Sanierung nicht bezahlen und
Verkauften an einen Bauunternehmer

Dessen Pläne moderne Stadthäuser 
Zu errichten scheiterten an Behörden
Die Villa verwahrloste der Investor 
Drohte das Haus abreißen zu lassen

Schließlich kaufte Mathias Döpfner
Der CEO von Springer gemeinsam
Mit dem Investmentbanker Leonhardt
Fischer das Anwesen und sanierte

Er ließ ein Museum dort einrichten
Wie es Superreiche ja gerne heute
In Potsdam tun bei der Eröffnung
Sprach auch Angela Merkel noch

Nur von Familie Wallich war dabei
Nicht einmal die Rede der eine der
Gründungsdirektoren der immer noch
Deutschen Bank war vergessen

jens tuengerthal 19.10.26

Montag, 19. Oktober 2026

Regierungseinbildung

Regierungseinbildung 

Das Problem der Politik ist immer
Sie hält sich für bedeutender als
Diese Leitung der Verwaltung je war
Warum sie immer wieder ganz große
Pläne zur Rettung der Welt entwerfen
Die nur deren Scheitern belegen 
Statt etwas zum besseren zu wenden
Gute Politik wäre dezent und leise
So sparsam wie nur irgend möglich
Erledigte einfach ihre Arbeit sauber
Was rechtlich wie ökologisch meint
Mehr braucht es nie und jeder der
Antrat mit seinem Plan die Welt zu
Retten hat stets mehr geschadet 
Das gilt auch für Berliner Pläne
Überhaupt sollten die Erben der SED 
Nie in der Hauptstadt regieren
Wer wird von Milliarden an Schulden
Für Berliner Wohnungseigentum
Allein profitieren natürlich die Banken
Welche die Entschädigung regeln 
Wie die Anwälte der Prozesse
Die Unternehmen dagegen führen
Wer wird dafür bezahlen natürlich
Der Bürger der nichts davon hat
Weil zur Bezahlung der Zinsen
Die Mieten erhöht werden müssen
Wenn nicht wird an der Kultur wieder
Weiter gespart braucht ja keiner
Die gefährliche Einbildung eine
Regierungsbildung würde je
Etwas zum besseren ändern
Kommt umso teurer desto mehr
Große Pläne sie verfolgt wenn
Der Sozialismus kommen soll
Wird dies seinen Preis haben
Bevor sie die Mauer bauen
Bin ich weg oder hoffentlich tot
Weniger wäre auch hier mehr
Einzig für diese Koalition spricht
Der Zirkus den die Union aufführt
Die alltväterlich autoritären Worte 
Die von Merz dazu kamen waren
So peinlich dass was nie passt
Noch immer besser scheint 
Berlin bekommt dann eine
Schlechte Regierung aus Trotz
Weil die Alternative noch viel
Unerfreulicher meist wäre
Sich autoritär peinlich zeigt
Dann besiegt auch noch der
Berliner Trotz die letzte Vernunft
Um Merz beim Veitstanz zu sehen
Verschwenden die Berliner doch 
Gerne einige hundert Milliarden
Die sie eigentlich nicht haben 

jens tuengerthal 19.10.26

Ökoeliten

Ökoeliten

Der konservative Kanzler ist zu alt
Er hat die Zukunft nicht verstanden
Verbrenner haben keine mehr denn 
Erneuerbare Energie ist umsonst
Wachstum ist Zerstörung außer
Von Wäldern und Konzentration
Also verringerter Luxus ist die
Einzige Perspektive mit Zukunft
Merz wird als der Kanzler mit
Der größten Zerstörungswut
In die Industriegeschichte wohl
Eingehen der zur Kernfusion betete
Die keiner real noch bauen kann
An dessen schwarzen Felsen aber
Die deutsche Zukunft zerschellte wird
Mit Macron zum Antiautokanzler
Der die letzte Chance der
Europäischen Autoindustrie 
Zu Gunsten von China verspielte 
Den Freihandel lieber verriet
Auf ihren Gräbern werden dann
Die Arbeiter von VW tanzen die
Wie so viele keine Zukunft mehr
Haben werden aber viele Verbrenner
Die künftig keiner mehr will werden
Zum Denkmal des Versagens 
Er ist ein Produkt der Demokratie
Die genau das bekommt was sie
Am Wahltag auch angekreuzt hat
Warum Europa wenn es noch eine
Zukunft haben soll endlich eine
Regierung der Ökoeliten braucht
Die alles wie nötig reduzieren
Was der größte Gewinn wird
Den Rest erledigt KI außer
Kreativen wird künftig keiner
Mehr wirklich gebraucht und
Weniger ist mehr in allem
Auch die Verwaltung erledigt
Rechtsstaatlich programmierte KI
Politiker werden überflüssig
Merz bereitet es vor

jens tuengerthal 19.10.26

Lektürentagebuch 18.10.26

Lektürentagebuch 18.10.26

Johann Kaspar Riesbeck schreibt in
Briefen eines reisenden Franzosen im
Brief Nummer 31 über Rousseau der
Ohne Zweifel viel Schwärmerei zeigt 

Diese im Jahr 1783 erschienenen
Briefe sind also noch vorrevolutionär
Was den Blick darauf deutlich ändert 
Wenn er von Rousseau hier schreibt 

Jedoch wirft das Schicksal und der
Blinde Zufall die ihr Spiel mit uns zu
Gerne treiben uns in eine Lage die
Uns ankettet noch eher wir nur an 

Einen Vertrag denken können hätte 
Der Zufall und die Not alle Ordnung
Geschaffen die uns lebenslänglich
In den Verhältnissen noch bindet

Ohne Zweifel meint Riesbeck ginge
Es uns besser unter der Leitung des 
Launigsten Glücks als durch förmliche
Verträge gebunden zu sein so bliebe 

Die Faust des Stärkeren noch immer
Eine natürliche Erklärung der Verträge 
Die sich mit Gewalt einfach durchsetzt
Wie die Weltpolitik es gerade zeigt

Dennoch wäre ein Vertrag aller in 
Bürgerlichen Verhältnissen wohl das
Beste für eine vernünftige Ordnung
Von Gesetzgebung und Verwaltung

Eine Kollision der Interessen von
Regenten und Untertanen sei nur
Eine Täuschung verworrener Begriffe
Die Geschichte zeige diese Wahrheit 

Das Interesse sei das heiligste Band
Der Menschen von der Kenntnis
Desselben hängt ihr Glück allein ab 
Bosheit spielt dagegen keine Rolle

Die menschenfeindliche Kunst der
Herrschaft breitete sich von Italien
Über ganz Europa aus meint er und
Bezieht sich auf Machiavelli dabei

Ludwig XI Richelieu und Mazarin
Waren große Meister darin nur die
Glückliche Zeit unter Henri IV hier
Ausgenommen hätten sie es für

Torheit gehalten wenn das Volk durch
Aufklärung Überzeugung Liebe und
Freimütigkeit hätte beherrscht werden
Sollen gar die Interessen zwischen

Untertanen und Regenten als eines
Zu betrachten dazu trugen noch am 
Meisten die Jesuiten bei deren innere
Ordensverfassung dem entspricht

Diese Grundsätze der Pfaffen wurden
Wie der Stein der Weisen behandelt
Der ihre Besitzer zu Halbgöttern noch
Machte und geblendet von dieser

Politischen Goldmacherei entfernte
Sich die Regierung vom Gang der
Natur der allein zum Glück führt wie 
Er im Kern jeder Familie steckt

Durch die Jesuiten und einige 
Italienische Parvenus schlich sich
Machiavelli am dortigen Hof ein wohl
Lag es am hiesigen Humor dass 

Es nicht so mörderisch endete wie
In Italien Frankreich Spanien England
Doch Ungarn gegenüber hätte der
Hof einen Zug von Unterdrückung

Auch Menschenfreundin Theresia
Konnte es nicht ganz abstreifen nun
Kann ihr Sohn gegen Pfaffen endlich
Philosophie herrschen lassen

Die Interessen des hohen Adels
Liegen mit denen des ganzen Staats
Im Streit die Untertanen wären zwar
Keine Leibeigenen aber nicht frei

Das Interesse von Adel und Kirche
Deren Führung sich aus diesem
Rekrutiert sind im Grunde eins die 
Städte wären noch zu unbedeutend

Detailliert wird beschrieben wie der
Adel in Ungarn erst mit dem Wiener
Durch Ehen vermischt wurde dadurch
Finanziell bald überfordert wurde 

Sie ließen sich von ihren deutschen
Frauen zum Luxus verführen machten 
Dafür Schulden wie die Wiener auch
Gerieten dadurch in Abhängigkeit 

Dazu sorgten die hohen Zölle für
Ein Erliegen des Handels was die 
Ganze Region abhängig noch hielt
Gerne hätten sonst die Bergkroaten

Ungarische Weine gekauft die aber
Teurer waren als die aus Venetien 
Für die Kroaten war aufgrund der
Tyrannischen deutschen Beamten

Schwabe schlimmstes Schimpfwort
Lese ich und denke lachend an die
Kroatische Schwäbin die ich kannte
Was dort alle Deutschen meinte 

Die Ungarn wurden durch die fremde 
Herrschaft erst tückisch widerspenstig
Sie verwalteten ihr Land besser als es
Die vorgezogenen Österreicher taten 

Statt stolz zu sein ein gefühlvolles wie 
Freies Volk in Ungarn zu beherrschen 
Machte er die Nation zu Sklaven um 
Sie besser beherrschen zu können

Am grausamsten war in Ungarn die
Unterdrückung der Religion wodurch
Sich der Hof mehr schadete als er
In 200 Jahren wiedergutmachen kann 

Besonders die Unterdrückung der
Protestanten in Ungarn die neben
Den Katholiken ⅓ der Bevölkerung
Wären hält Riesbeck für dumm

Die Religion sei der natürlichste Weg
Das Volk über Interessen aufzuklären 
Ab einer gewissen Kultur mag sie
Entbehrlich für den Staat werden

Die ersten Schritte aus der Barbarei
Müsse das Volk am Gängelband der
Religion tun dabei wären sie um so
Glücklicher je enger die Verbindung

Von Religion und Staatsinteresse ist
Die später gelockert werden kann
Doch die Österreicher als Regierung
Taten in Ungarn das Gegenteil

Sie versuchten den aufgeklärtesten
Teil ihrer Bevölkerung aus dem Licht
Zurück in die Finsternis zu führen
Unterdrückten die Industrie in Ungarn

Obwohl nur ⅓ der Bevölkerung trügen
Die ungarischen Protestanten beinah 
Die Hälfte aller Einnahmen und sind 
Wohlhabender als die Katholiken

Am schlimmsten war es aber bei
Den Griechen die von orthodoxen
Barbaren zu katholischen nur wurden
Ohne sich weiter um sie zu kümmern

Die griechischen Pfaffen in Ungarn
Wie in Illyrien seien in dem gleichen
Zustand wie katholische Geistliche
Zur Zeit von Karl dem Großen

Er bezweifelt ob sie lesen und 
Schreiben könnten rechnen aber
Könnten sie sicher nicht und putzen
Ihre Nase noch mit den Fingern

Die katholischen Pfaffen stünden den
Griechischen in Unwissenheit und
Unsittlichkeit nicht nach ihr Brevier
Wäre meist ihre ganze Bibliothek

Ihr einziges Studium wäre Latein
Viele Menschen wanderten aus
Nur die Ärmsten gingen noch nach 
Ungarn und dabei völlig ungeregelt

Es bräuchte ein Büro in Wien dass 
Die Zuwanderung steuerte und die
Menschen aus Regionen verbindet
Wie über die Gefahren aufklärt 

Riesbeck warnt vorm Genuss von
Melonen ohne Brot dazu der sehr
Ungesund sei auch sei der ungarische
Wein verführerisch gut und süß 

Es sollten ihnen besser vor Ort
Naturprodukte angeboten werden
Statt ihnen Geld mitzugeben wie
Pfarrer und Beamte sorgen sollten 

Mit dem Geld was der Hof für die
Eroberung eines kleinen Teils von
Bayern aufwandte wäre in Ungarn
Leicht das zehnfache zu gewinnen

Der größte Trost der ungarischen
Patrioten aber ist dass der jetztige 
König den Wert des Landes kennt
Von keinem Vorurteil geblendet wird

Den Wert natürlicher Freiheit schätzt
Mut und Stärke genug hat diesen so
Wichtigen Teil seiner Besitzungen
Aus der tiefen Wildheit zu reißen 

jens tuengerthal 18.10.26


Sonntag, 18. Oktober 2026

Bücherordnung

Bücherordnung

Brauchen Bücher eine Ordnung
Und wenn ja welche überlege ich 

Natürlich ist eine Bibliothek geordnet 
Nach vielen verschiedenen Kriterien

Die Bände der Anderen Bibliothek 
Stehen alle am Diwan zum Beispiel

Innerhalb dieser aber habe ich ganz
Viele verschiedene Ordnungen noch

Die alten Bände stehen vor Licht
Geschont lieber im Flur zumindest

Zum größeren Teil und da stehen
Auch ganz unten und ganz oben

Einige Taschenbücher noch die
Nach Verlagen sortiert sind auch

Die keine Insel Bibliothek gibt es
Wie Reiseliteratur soweit nicht zur

Anderen Bibliothek am Diwan gehörig
Biographien haben ihren Platz alle

Irgendwie um den Schreibtisch herum
Das liegt ja schon systematisch nahe

Bis auf die zu Familie Mann zu die stehen am Sessel also gegenüber

Die Franzosen haben ein Regal
Für sich im Flur bis auf Diderot

Natürlich gibt es Bücherstapel das
Gehört ja zur Bibliothek aber was

Ordnung und was Chaos wirklich
Dabei bedeutet weiß ich nicht 

jens tuengerthal 18.7.26

Dank an die liebe Muse Constance für die wunderbaren Bilder dazu, außer denen in meinem Chaos.

Revolutionär

Revolutionär

Frankreichs Jugend schlägt sich
Mit dem Staat um die Zukunft was
Etwas plakativ klingt aber den Kern
Gut benennt und genau das kommt
Eben alle paar Jahre dort vor zeigt
Den revolutionären Geist von 1789
Darum haben die Franzosen eine
Große Revolution gehabt die sie
Noch bis heute feiern und das was
Heute Deutschland ist nur so kleine
Die keiner wirklich ernst nahm weil 
Sich die deutsche Politik schon wieder
Sorgen um die viele Gewalt macht
Natürlich ist es völlig in idiotisch
Ein Rathaus anzuzünden und
Läden zu plündern ist asozial
Aber der Geist der Revolution
Lebt darin eher als in der nur
Empörung und Sorge der
Deutschen Biedermänner 
Denke an die Brüder aus dem
Grand Orient die schon in den
Neunzigern sagten das sei 
Eben Frankreich gehöre dazu
Muss es nicht toll finden aber
Respektiere den revolutionären Geist
Als Teil der zu Frankreich gehört
Wer etwas liebt muss eben mit
Licht und Schatten auch leben
Es lebe Frankreich und
Es lebe die Revolution
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit

jens tuengerthal 18.10.26