Samstag, 21. März 2026

Naheliegend

Naheliegend

Liebe wird gerne
Naheliegend mehr desto
Ferner du dir bist

jens tuengerthal 21.3.26

Planlos

Planlos

Planlos zu leben
Wird dem möglichen allein
In Vielfalt gerecht

jens tuengerthal 21.3.26

Morgenstimmung

Morgenstimmung

Morgenstimmung mit 
Tee ist vielfältig besser
Wohlig warm dazu 

jens tuengerthal 21.3.26

Liebeswachstum

Liebeswachstum

Kann Liebe wirklich wachsen
Wird sie dann echt größer 
Was wächst dabei als das
Gefühl das nicht messbar 
Doch fühlt es sich so an
Als ob plötzlich mehr da ist
Du dir noch näher kommst
Egal wie nah real dabei
Gerne auch aus Sehnsucht
In die Ferne noch intensiver
Könnte sich fragen wie wirklich 
Die gefühlte Illusion ist doch
Solange es sich so anfühlt
Ist das Gefühl Wirklichkeit
Was vollkommen genügt
Damit glücklich zu sein
Ganz egal was mehr ist

jens tuengerthal 21.3.26

Blaulichtrotwein

Blaulichtrotwein

Kurz vor eins im Crossroads
Angekommen wo gerade noch
Gegenüber ein großer Einsatz
Der Feuerwehr stattfindet

Dennoch ist die Bar rappelvoll
Doch kaum saß ich nach der
Begrüßung von Phil II und Tino
Brachte ersterer schon den Wein

Während das Blaulicht eine etwas
Seltsame Atmosphäre hier schafft 
Reden die Gäste noch lauter gegen
Das unruhige blaue Blinken an

Die Musik tut ein übriges die heute
Unruhigen Atmosphäre zu steigern
Ständig laufen hektische Gäste hier
Vorbei und eine junge Dame ringt

An der Bar zusätzlich um genug 
Aufmerksamkeit der Herren ihrer
Umgebung nun im Gespräch mit
Einer etwas älteren Dame kommt sie

Langsam etwas runter bis ihre Herren
Wieder auftauchen dann steht sie
Erneut im Mittelpunkt und zuppelt
Rauchend ständig an ihrem Oberteil

Die Dame sitzt nun neben den drei
Herren die sich wieder gemeinsam
Um die Aufmerksamkeit der jungen
Frau kümmern warum bleibt unklar

Der Flaneur winkt der nun einsamen
Bekannten freundlich zu ohne weiter 
Das Gespräch mit ihr zu suchen was 
Letztes mal schon nicht weiter führte

Dann kam sie doch vorbei um sich
Wieder über das Schreiben des 
Flaneurs am Telefon zu wundern
Worauf ich wieder das gleiche sage

Noch blinkt es von draußen weiter
Blau und die Gäste reden lauter 
Als ob es das seltsame Licht so
Übertönen könnte dann kommt Nina

Sie begrüßt und umarmt erstmal alle
Vielleicht bringt sie etwas Ruhe was
Angenehm wäre nun plaudert sie
Erstmal in Ruhe mit Tino es wird 

jens tuengerthal 21.3.26

Freitag, 20. März 2026

Lektürentagebuch 20.3.26

Lektürentagebuch 20.3.26

Die Verfeinerung der Deutschen geht
Weiter wo Erwin Seitz in seiner etwas
Anderen Kulturgeschichte nun über
Bürgerliche Lebenskünstler schreibt 

Er möchte die Menschen gerne so 
Unpathetisch wie möglich sehen um
Die Entwicklungsfähigkeit zu sehen
Grundlage ist dabei seine Natur

Biologie Libido Neurologie die Freude
An Nahrung und Fortpflanzung mit
Essen und Trinken Liebe und Sex
Die Lust am atmenden Leben mit

Sinnlichen Empfindungen geistigen
Möglichkeiten durch Sprache und
Denken die Fähigkeit zu lernen wie
Sich anzupassen wie das Wesen

Mit der Kunst auch das Angenehme 
Schöne hervorzubringen dem Talent
So eine Chance zu geben um den
Genuss und die Lust daran zu heben 

Daraus entsteht eine menschliche 
Geschichte die selbst Orientierung
Uns bietet was kulturell möglich ist
Die Historie bleibt unabgeschlossen

Das Bewährte kann dabei helfen
Während das Neue durch Versuch
Und Irrtum erprobt wird beides hat
Michel de Montaigne auch schon

Angewandt in seinen Essais woran
Karl Popper sich später anschloss
Es ist die Kulturformel von also
Tradition und Erneuerung dabei

Jacob Burkhardt unterschied dazu
Natur und Geschichte weil erst das 
Erwachte Bewusstsein einen Bruch
Mit der Natur vollzog so gab er der

Historie keine metaphysischen Züge
Sondern mehrere Möglichkeiten es
Bleibt der Mensch nach seinem einst
Ursprung ein reißendes Tier oder er

Folgt dem Trieb andere zu knechten
Kann aber auch als Drittes noch den 
Staat wie Gesellschaft verfeinern was
Die hochkultivierte Alternative dann ist

Manche gilt heute als genetisch schon
Gesteuert anderes bleibt geschichtlich
Kulturell bestimmt ohne sagen zu 
Können wo was beginnt und endet

In Geschichte und Kultur liegt noch
Ein Potential von Freiheit es kommt
Dabei darauf an die drei Stufen die
Burkhardt beschrieb zu durchlaufen

Dabei sollte die dritte Stufe als feine
Lebensart kultiviert erstrebt werden
Burkhardt sah drei Hauptkräfte noch
Am Werk mit Religion Staat und Kultur

Die ersten beiden seien stabil 
Während die Kultur spontan frei
Beweglich gesellig Künste Dichtung
Wie Wissenschaft dabei fördert 

Er unterschätzte aus heutiger Sicht
Die Wirtschaft die er der Kultur nur
Zuschlug und überschätzte noch die
Religion die heute als Kultur gilt

Ob der private Aberglaube allerdings
Wirklich kultiviert ist oder nicht doch
Für ein kultiviertes Dasein künftig
Überwunden werden sollte ist offen

Seitz sieht dagegen heute Wirtschaft
Politik und Kultur als die drei Kräfte
Der Geschichte und möchte noch die
Verfeinerung mit dazu hier nehmen

Norbert Elias sah die aristokratische
Gesellschaft der Höfe in der frühen
Neuzeit als Labor der Verfeinerung 
Eine Schule gebildeten Geschmacks

Manieren Stil und das Gefühl für das
Was sich gehöre sei dort Zuhause
Aber schreibt nichts über Pomp und
Tyrannei die dort auch herrschten 

So meint Seitz dass die wahre
Menschliche Verfeinerung geschah
Wo sich Bürger und Adel treffen
Wie in den Stadtrepubliken der Antike

Aus diesem Milieu stammten all jene
Schriften die der menschlichen wie 
Kulturellen Verfeinerung dienten von 
Homer Aristoteles Cicero Ovid Horaz

Im bürgerlichen Umfeld diente die
Lebenskunst noch der Lebensfreude 
Im späten Mittelalter wie natürlich in 
Der Renaissance wurde wieder an 

Die klassischen Autoren angeknüpft
So gab es in England people of gentle
Birth also vornehme Geburt welche 
Gentry bildeten quasi zwischen dem

Adel und dem wohlhabenden Bürgern 
Gentleman und Lady eben lebte zum
Großen Teil auf dem Land während
Die gleiche Schicht in Deutschland

Eher städtisch war das bürgerliche
Patriziat die Geschlechter heißen
Was von Familie Sippe auch kam
Das Großbürgertum dann wurde 

Jene Gruppe die Thomas Mann
In den Buddenbrooks karikiert
Im Zauberberg historisiert der meine
Großeltern sich zugehörig fühlten 

Seitz beschreibt wie sich der alte
Aristokratisch autoritäre Stil eher
Erledigte für einen Mischstil der
Elemente beider dabei vereint

Der Begriff Gentry und Gentleman
Hätte dabei seine Bedeutung auch
Gewandelt vom Geschlecht zum
Höflichen verfeinerten Verhalten 

In diesem Sinne ist auch etwa 
Der Band Manieren aus der geliebten
Anderen Bibliothek von Prinz 
Asfa-Wossen Asserate zu sehen

Der Enkel von Kaiser Haile Selassie 
Studierte in Tübingen und war Korps
Student dort beschreibt die Sitten mit
Feinem Blick für die Zustände dabei

Hat der in Frankfurt lebende Nachfahr
Der Königin von Saba viel Tradition
Aber auch Humor beim Blick auf
Die Menschen und ihre Sitten

Traf seine kaiserliche Hoheit mal
Rauchend auf der Buchmesse in
Leipzig im Innenhof wir plauderten
Über gemeinsame Bekannte noch

Neuerdings meint Seitz tauche der
Begriff Gentrifizierung auf für die
Verdrängung der ursprünglichen
Einwohner eines Gebietes auf

Er wurde in den sechziger Jahren
Von der Londoner Soziologin Ruth
Glass geprägt und meint soziale
Veränderung der Bewohner

Lebe in Prenzlauer Berg selbst
In einem von Gentrifizierung wohl
Betroffenen Gebiet was ich aber
Weniger dramatisch bisher finde

Es kann dieser Prozess zu einer
Verdrängung der ursprünglichen
Bewohner führen die sich dann
Die Mieten nicht mehr leisten

Aber so ist der Markt eben auf
Dem Angebot und Nachfrage
Bestimmen und Orte damit auch
Verändern es bleibt nie alles gleich

Die schöne Bausubstanz der noch
Altbauten in Berlin zieht viele an 
Entsprechend steigen die Preise was
Andere wiederum verdrängt

Ob das negativ oder positiv dabei
Zu bewerten ist bleibt umstritten
Halte es auch für einen natürlichen
Prozess der Verfeinerung 

Dieser wird politisch noch etwas
Abgefedert mit Eingriffen die das
Eigentum mehr oder weniger stark
Infolge dann gefährden was strittig ist


Unter dem Titel Alltagserzählungen
Schreibt Alexander Bastek sein Essay 
Über die Genremalerei im deutschen Impressionismus in unserem Band

Zur Liebermann Ausstellung im
Barberini in Potsdam unter dem
Titel Avantgarde Max Liebermann und
Der Impressionismus in Deutschland

Der edel gemachte Katalog lässt die
Buchstaben in einer Vertiefung ganz
Weiß in weiß gehalten dabei fühlen
Wenn der Schutzumschlag ab ist

Anhand verschiedener Gemälde von
Liebermann und Kollegen wird hier
Spannend neu das Gebiet der
Genremalerei auch betrachtet

Beginnend mit der holländischen
Dorfstraße zu Waisenhausbildern
Von Kuehl Lübeck und Liebermann
Aus Amsterdam und ihre ganz

Eigenen Besonderheiten wie die
Auffällig Fläche füllenden typisch
Impressionistischen Lichtflecken
Bei Liebermann die zentral sind

Bei Kuehl dagegen wird wieder
Spontanität inszeniert durch den
Blick ins Bühnenbild mit einem
Spontan umgefallenen Tisch 

Auf der holländischen Dorfstraße
Ist die Inszenierung von der
Begegnung der Mädchen bis zum
Durchs Bild schlappenden Bauern 

Eigentlich schon komisch genug
Doch sogar ein durch das Bild
Stolzierender Hahn wird noch als 
Bildwürdig angesehen und die

Vielen Nebengeschichten zu der
Begegnung der Mädchen machen
Die eigentliche Erzählung fast zur
Nebensache schon wieder

Auch die Serie der Waisenhausbilder
Erzählt noch einige Geschichten dazu
So hat Kuehl im Bild zwei völlig sonst
Getrennte Institutionen vereint was

Aber wohl nur merkt wer beide kennt
So die Geschichte im Bild sieht mit
Kuehl hat Liebermann für die große
Weltausstellung in Paris 1889

Die wegen des Revolutionsgedenkens
Bismarck gehorchend offiziell keinen 
Deutschen Betrag hatte eine eigene
Schau der Gegenwartskunst gebaut

Kuehl inszeniert seine Bilder mehr
Liebermann wirkt spontaner aber
Ist dafür sehr ums Licht bemüht
Was ja zum Impressionismus passt 

Bastek diskutiert dann noch die
Genremalerei beim Tennis das
Als idealer Ort der Partnersuche
Oder Heiratsvermittlung galt 

Das Tennisturnier in Bad Homburg 
Von Ferdinand Brütt wird den 
Tennisspielern am Meer von
Liebermann hier gegenüberstellt

Was früher die Bälle waren ist heute
Der Sport Club drücken sie auch aus
Was naturgemäß ähnlich komisch
Wie Tinderprofile betrachten ist

Spannend ist hier noch der Vergleich
Von Brütts Aufsichtsratssitzung das
Mit Hasenclevers Lesekabinett von
1843 ironisch im Aufbau spielt

Damit wird eine Bild Inszenierung
Aus dem Vormärz für ein ironisches
Bild zur modernen Industrie genutzt
Was eine schöne Genre Idee ist

Eine schöne Geschichte wird noch
Zum Verhältnis zur Familie Linde
Aus Lübeck erzählt wo der ältere
Bruder Augenarzt und Sammler ist

Die beiden jüngeren Maler sind
Wobei hier das Bild Heinrich Eduard 
Linde-Walter besprochen wird das
Den Zuschauer durch einen ganz 

Direkten Kinderblick ins Bild zieht
Was mit einem Bild von Degas spielt 
Der direkte Blick zeigt auch wie sehr
Der Impressionismus damals noch

Auf Unverständnis in deutschen
Öffentlichkeit stieß die Freiluftmaler
Lenkten noch die Blicke auf sich
Zumindest der unverstellten Kinder

Ein sehr wichtiger Gedanke der auch
Von der Selbstwahrnehmung der
Künstler bei ihrer Arbeit erzählt wie
Ironisch Ablehnung thematisiert

jens tuengerthal 20.3.26

Realismuss

Realismuss

Wie wirklich die Wirklichkeit ist
Weiß keine ganz genau auch
Niemand hat wenig Ahnung
Sogar wenn er Physiker ist 

Bin schon lange aus der nur 
Realität in das Reich der feinen 
Literatur geflüchtet die mir viel
Näher steht als sie wirklich ist 

Habe genug Phantasie mir die
Schönere Welt zu erlesen der
Unruhige Menschen immer nur
Hinterherlaufen beim Reisen 

Längst verschwimmt die Wirklichkeit
Mit dem Reich der Phantasie ohne
Darum je schlechte Phantasy noch
Irgend konsumieren zu wollen

Dem Hobbit noch geschätzt wenn
Auch nur milde belächelt dann aber
Den Herrn der Ringe gelangweilt von 
Schlechter Unterhaltung abgebrochen

Es lohnt nie schlechte Literatur noch
Weiter zu lesen wenn gute in deiner 
Bibliothek daneben steht nimm lieber
Diese mehrmals noch in die Hand

Träume mir die Welt gerne so wie
Sie mit gefällt statt mit einer nur 
Schnöden Wirklichkeit dafür dann
Nüchtern vorlieb nehmen zu müssen

So beginnt die Geschichte meiner
Uralten Familie schon lange in der
Bronzezeit sind für mich Zeiten nur 
Relative Größen des Bewusstseins

Habe als Kind mit meinem Vater noch
Ammoniten aus Schieferplatten schon
Geklopft die über 200 Millionen Jahre
Alt aus dem Erdmittelalter stammen 

Der Name meiner Familie stammt aus
Den Jahre 1198 was Unsinn ist denn
Dort werden nur Wappen und Name
Zuerst irgendwo in Thüringen erwähnt 

Dies war im Hochmittelalter noch als
Die Staufer mit den Welfen hier um
Die Macht im römischen Reich rangen 
Friedrich II in Sizilien geboren wurde 

Stupor mundi das Staunen der Welt
Wurde der auch König von Sizilien
Genannt der die normannische Krone
Dort von seiner Mutter geerbt hat

Er wurde berühmt für seine Reform
Auch der Verwaltung im Reich und
Vielleicht darum auch wurde der
Name meiner Familie dann zuerst

In vermutlich einem Kirchenbuch
Erwähnt das nicht wie so viele
Zwischen Gotha und Weimar nahe
Ohrdruf irgendwo verbrannten

Ist der Thüringer Wald in dem die
Vorfahren tausende Jahre lebten 
Damals schon Sachsen-Gotha wohl
Darum meine eigentliche Heimat

Liegt dies tiefer in uns als alle nur 
Wechsel danach die uns dafür im
Ganzen Land herumschickten sind
Die Geburtsorte dabei relevant

Die mütterlich väterliche Familie kam
Über viele Generationen aus Uchte
Bevor sie nach Bremen zogen die
Mütterlich mütterliche kam noch

Aus Hannover bis der Urgroßvater
Nach Bremen als guter Bürger zog 
Im Harz erzählte meine kleine Omi
Geschichten von Zwerg Zippelzapp

Der lebte mit seiner Familie unter
Den Bäumen dort nahe Goslar bei
Hahnenklee falls ich richtig erinnere
In Mecklenburg dafür gab es früher

Der Sage nach die Unterirdischen
Die ihre Kulturen unterirdisch bauten
Dort in der Hansestadt Güstrow wurde
Der Vater des Flaneurs geboren

Dieser wuchs in Frankfurt auf wie ich
Jahre später dann auch aber geboren
In der alten Hansestadt Bremen noch
Am grünen Richard laufen gelernt

Was prägt meine Wahrnehmung der
Wirklichkeit heute noch mehr der ich
Ein Muttersohn immer auch war die
Den Krieg in Uchte noch überstand

Liegen mir die von da näher als die
Mecklenburger und Thüringer je ist
Heimat ein Ort oder eine Idee eher
Die sich nur an Orten zufällig sucht

Haben 40 Jahre DDR Diktatur die
Östliche bürgerliche Heimat so
Endgültig zerstört wie den Geist
Des Bürgertums im Osten

Bin also im doppelten Sinne damit
Westöstlich und liege diese Verse
Dichtend auf dem Diwan mit nun
Gedanken ziemlich nah an Uchte

Dass dieser auch noch westöstlich 
Unweit der alten Zonengrenze steht
Macht die Geschichte noch komisch
Im fernsten literarischen Bezug dabei

Welcher Ort wirklich Heimat ist
Ob ich Reisender im Geiste je
Irgendwo ankomme oder wenn
In meiner Bibliothek weiß ich nicht

Weniger Realismus dafür mehr
Phantasie könnte schön werden
Zumal wenn ich betrachte was
Aus der Wirklichkeit gerade wird 

Bücher statt Kriege und dabei
Mehr Lektüre statt Kampf wie 
Leben um davon zu erzählen
Was alles nie wirklich passiert

So träum ich mir die Welt lieber
Statt sie noch zu erleben weil 
Das nur noch selten lohnt es
Dem Alter entspricht zu bleiben

jens tuengerthal 20.3.26

Liebesbleiben

Liebesbleiben

Würde die Liebe
Einfach bleiben wäre das
Wunderbar anfangs

jens tuengerthal 20.3.26

Freitagsfrieden

Freitagsfrieden

Wenn jeden Freitag
Frieden wäre ginge es
Weltweit wohl besser

jens tuengerthal 20.3.26

Nur Tee

Nur Tee

Tee sind nur Blätter
Getrocknet übergossen
Mit heißem Wasser

Magisch aber ist
Ihre Wirkung entfaltet
Im Teetrinker dann

jens tuengerthal 20.3.26

Donnerstag, 19. März 2026

Lektürentagebuch 19.3.26

Lektürentagebuch 19.3.26

Im nächsten Kapitel Verfeinerung der 
Deutschen schaut Erwin Seitz die
Zweierlei Mythen der Deutschen an 
Zwischen Autorität und Freiheit 

Dabei kritisiert er die 2009 schon
Veröffentlichte Studie über die
Deutschen und ihre Mythen von
Herfried Münkler die für ihn

Viel zu einseitig nur auf den von
Germania und Tacitus schaut als ob
Dies die wesentlichen Erzählungen
Der Deutschen wären nach denen

Antirömisch mit Sagen etwa über
Die Schlacht im Teutoburger Wald
Sympathisiert wurde gegen die zu 
Große Arroganz der Römer 

Von der Schlacht im Teutoburger Wald 
Die Beschwörung von Heldenmut und
Opfer mit Kaiser Barbarossa noch als 
Leitfigur kriegerischer Macht 

Der Faust als ruheloser Grübler und
Metaphysiker der zum Kumpan des
Teufels wird oder Nürnberg wird als
Sinnbid vaterländischer Kunst verklärt 

Dazu noch emsiges Handwerk und 
Die Wartburg wo Luther die Bibel
Übersetzte wird zur Trutzburg gegen 
Rom die den Widerstand wahrt

Preußen als Symbol für Disziplin 
Sparsamkeit Leistungsbereitschaft
Bei großer Leidensfähigkeit hält die
Nur Sekundärtugenden primär hoch 

Die andere Seite der Kultur aber
Mit Verfeinerung in der höfischen
Kultur das unternehmerische im
Bürgerlich-patrizischen Erbe

All das Angenehme und Schöne
Das Zivile und Urbane mit Lebensart 
Feinschmeckerei kommt in diesen 
Deutschen Mythen Münklers nicht vor 

Nichts zum Luxus auf der Wartburg
Kein Wort zur schon bemerkenswert
Liberalen bürgerlichen Verfassung
Von Nürnberg schon im Mittelalter

Es geht stattdessen nur um eine
Bäuerlich-kriegerische Gesellschaft
Wie Tacitus sie beschreibt oder die
Nibelungen einst waren ohne eine 

Vorstellung vom friedlichen Leben
Mit Nachbarn oder ein Gleichgewicht
Von Streben und Leben es geht darin
Nur um Angriff und Verteidigung

Diese altertümlichen Mythen passten 
Schon nicht mehr mit der Blüte der
Freien Städte und der Hanse wie zur
Industrialisierung im Kaiserreich

Deutschland war im Kern von jeher
Moderner als die finsteren Ideologien
Weil er die Verfeinerung übersieht 
Bliebe Münkler ratlos meint Seitz

So meine er jede Nation brauche 
Politische Mythen aber erkennt dass 
Die Großerzählung unterging im
Nationalsozialismus auch weil sie

Nationalen Mythen wie Germania
Wortwörtlich folgten so verstehen
Leser wie die Hirngespinste der
Nazis daraus entstanden aber

Münkler wolle aus den Mythen noch
Zumindest den preußischen retten
Weil er den Paradigmenwechsel im
Land nach 1945 nicht erkannt hätte 

So gäbe es längst einen Wandel
Von der Autorität zur Freiheit vom
Archaischen zur Wohlfahrt so liefe es
Auf zwei Lebensformen hinaus 

Ariatokratisch-autoritärer Heroismus
Oder friedliebend liberal bürgerlich
Erstere geben sich hart gesotten
Stoisch schicksalsgläubig sie nehmen 

Leben tragisch dialektisch glauben 
An ewige Pendelschläge zwischen
Freud und Leid Glanz und Elend sie
Wollen Großes bewirken und halten

Am ewigen Wettrüsten fest wollen
Ihre Gegner überflügeln um ihre
Leidenschaft zu befriedigen ihre 
Ordnung ist quasi naturalistisch nur 

Sie kennen nur Herr und Knecht
Wie Freund und Feind als sei eine
Politik von Macht Ruhm und Ehre 
Selbstverständlich in der Welt noch

Dagegen geben sich die Vertreter der
Bürgerlichen Gesellschaft sehnsüchtig
Sentimental strebsam glauben an den
Fortschritt und nehmen das Leben als 

Offenen Prozess der Balance braucht
Glauben an die Verbesserung der
Zustände im mittleren Maß halten an
Der Idee der Wohlfahrt im Staat fest

Wollen Handel Verkehr Mode und
Vergnügen mit Schaffenskraft wie
Kreativität und Genuss huldigen der
Zivilisatorischen Ordnung dabei

Um Verständigung und Respekt
Bemüht der Freiheit und des Rechts
Als sei Politik des Common Sense
Auf der Welt selbstverständlich

Schon Homer kannte beide Formen 
Für ihn wuchs der bürgerlich zivile
Aus dem aristokratischen heraus
Bis heute ist es nicht streng getrennt

Für Helden ist die Welt einfach 
Sie glauben an den Satz des Heraklit
Wonach der Krieg Vater aller Dinge
Sei ohne es je zu überprüfen noch

Angeblich göttliche Wahrheiten der
Natur werden auf die Geschichte
Wie das Zusammenleben übertragen
Ihr Gesetz ist der Stärkere siegt

Für moderne Bürger ist die Welt
Dagegen komplizierter wer kritisch
Denkt kennt keine absolute Wahrheit
Sondern alles ist nur relativ gültig

Natur und Geschichte spielten zwar
Ineinander folgen aber nicht nötig den
Gleichen Regeln dabei ihr Motto ist
Der Klügere gibt nach und kommt weit

Vielleicht käme es darauf an beide zu
Verbinden überlegt Seitz Stärke mit
Klugheit Tatkraft mit Verständigung
Mut mit Mitgefühl Streben zu Genuss

Münkler dagegen würde als eine Art
Advocatus diaboli es mit Preußen und
Dem asketisch autoritären verbinden
Setzt auf deutsches Humankapital

Damit würden Nachteile in der Natur
Wie sonst Ressourcen wettgemacht
Durch Disziplin Sparsamkeit Zähigkeit
Also typische Sekundärtugenden

Seitz findet dabei schon das Wort
Humankapital fürchterlich als seien 
Menschen Spekulationsobjekt der
Heldenklasse für bloße Versuche

Der Preußen Mythos wusste mit der
Sparsamkeit nichts anzufangen als
Einen starken Militärstaat zu schaffen
Der seine Bürger und andere quälte

Letztlich blieb das Preußentum nicht
Lebensfähig wer nur große Opfer will
Tauge nie etwas für die Zukunft meint
Der heutige Wahlberliner Seitz dazu 

Es müsse auch Grazien und Musen
Artig ein Opfer gebracht werden denn 
Wohin soll Leistungsbereitschaft und
Leidensfähigkeit heute noch führen

Reicht es nicht dass Deutschland
Starke Wirtschaftsmacht in Europa ist
Die Deutschen müssen sich ja nicht
Zu Tode noch amüsieren sondern nur

Ein lebenswertes Leben führen ohne
Dass sich Streben und Genießen
Dabei gegenseitig besiegen wollen
Zeigte Deutschland besser Charme

Reizvolle Stoffe deutscher Geschichte
Würden nicht gehoben weil Forscher 
Verfeinerung für Nebensache halten 
Besonders seitens der Politik dabei

Vielleicht meint Seitz sollte heute auf
Beschwörende heldenhafte Mythen
Ganz verzichtet werden weil das
Zeitalter etwas vernünftiger ist

Es könnte genügen Geschichten einer
Verfeinerung gut vorzutragen damit 
Kontinuierliche Intelligenz zu zeigen
Um die Kulturschätze zu genießen

Natürlich meint er müssen weiter die 
Heroischen Mythen thematisiert auch
Werden wie die German Angst die
Der Freiheit nicht traut wie immer

Skeptisch gegenüber den Künsten 
Friedens noch eher ist sich ein freies
Selbstbestimmtes Leben in einer
Gemeinschaft nicht vorstellen kann

Es sei notwendig die deutschen
Mythen zu kennen um Geschichte 
Wie vor 1945 zu vermeiden aber die
Alten Sagen führten nicht weiter

Deutsche Schätze lägen doch noch
Wo ganz anders vergraben wie uns 
Etwa denke ich gerade die bekannte 
Himmelsscheibe von Nebra zeigte

jens tuengerthal 19.3.26

Impressionismuss

Impressionismuss 

Ist Impressionismus noch ein Muss
Oder eher etwas altbacken und fällt
Damit aus der Zeit heute als noch
Avantgarde der Kunstszene zu sein

Weiß nicht ob diese Frage letztlich
Wirklich beantwortet werden kann
Dabei nicht der Geschmack zählt
Sicher dagegen bin ich mir völlig

Was meine Liebe zu dieser Epoche
Die eine Kunst schuf die mich schon
Beim Betrachten glücklich macht
Betrifft sie wächst je mehr ich sehe

Das Museum Barberini in Potsdam 
Zeigt dauerhaft eine umfangreiche Sammlung impressionistischer und postimpressionistischer Gemälde

Es ist die des Museumsgründers Hasso Plattner die mit 115 eigenen 
Meisterwerken von 23 Künstlerinnen und Künstlern sehr groß schon ist

Denke dabei daran wie ich 1986
Mit den Eltern nach Walldorf zog
Wo erst einige Jahre zuvor eben der
Plattner seine Firma gründete

Plattner Hopp und Tschira sind so
Zu monumentalen Figuren bereits
Der deutschen Industriegeschichte
Mit ihrer Firma SAP geworden

Jeder hatte seinen Bereich und so
Sammelte Plattner Kunst und hat
Das Museum Barberini gegründet
Seine Sammlung der Welt zu zeigen

Darunter befinden sich große
Künstler wie Monet Renoir Morisot
Sisley Pissarro Cross und Signac 
Neben vielen anderen Künstlern

Damit zeigt die Sammlung gerade die 
Französische Landschaftsmalerei 
Einzig schlüssig und umfangreich was
Allein schon einen Besuch wert ist

Mit 40 Gemälden von Monet soviel 
Wie außerhalb von Paris nirgends in 
Europa an einem Ort zu sehen sind
Potsdam ist damit eines der weltweit 

Wichtigsten Zentren für die beliebte 
Impressionistische Malerei geworden
Was zur Architektur und Landschaft
Des preußischen Arkadien gut passt

So finden sich Werke vom bekannten
Impressionismus bis zum Fauvismus
In der neben Sonderausstellungen
Im dritten Stock gezeigten Sammlung 

Monet Pissarro Renoir und Sisley 
Fanden in den 1860er Jahren als 
Künstlergruppe zusammen die sich 
Von den traditionellen Bildthemen

Befreiten und revolutionierten die
Kunst mit lichtdurchfluteten Bildern
Von Landschaften ab 1874 wurden sie 
Als „Impressionisten“ bekannt die mit 

Vorliebe in freier Natur malten und 
Flüchtige Sinneseindrücke unmittelbar 
Auf die Leinwand bannten ihnen
schlossen sich später weitere an 

Darunter Morisot Cézanne und 
Caillebotte der zeitweise zum Mäzen 
Dieser neuen Kunstrichtung wurde in den 1890er Jahren entwickelte sich

Der schon alte Impressionismus der
Gerade erst in Deutschland ankam
Unter Signac und Cross weiter zum Pointillismus es wurde abstrakter 

Anfang des 20. Jahrhunderts lösten 
Sich dann die Fauvisten vom alten Stil 
Entwickelten eine flächige farbstarke 
Malerei mit ganz eigenem Ausdruck

Impressionisten Neoimpressionisten 
Wie Fauvisten folgten dem gleichen Ideal die Natur mit Licht und Farbe 
Sinnlich erfahrbar zu machen

Diesen wunderbaren Stil in der
Sammlung im Barberini nun in 
So großer Menge zu sehen ist
Eine besondere Freude dabei

Die Lage des Hauses am Wasser
Im Idyll der Potsdamer Bauten wie
Paradies der Gärten passt dazu in 
Harmonisch schöner Atmosphäre

jens tuengerthal 19.3.26