Lektürentagebuch 20.5.26
Wieder einen Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen den
Siri Hustvedt in ihre Ghost Stories
Eingereiht hat er ist vom März 2024
Eindrucksvoll und mitfühlend erzählt
Der Großvater Paul seinem Enkel wie
Seine Mutter Sophie in der Schule die
Erfahrung von Mobbing machte
Natürlich als guter Papi ergreift er
Dabei die Partie von Sophie und
Versucht zu erklären wie es dazu
Gekommen war was leider normal ist
In der schwierigen Zeit der Pubertät
Sophie war 13 bis 14 als sie diese
Erfahrung der Ausgrenzung durch
Andere Kinder erfahren musste
Paul schreibt er bereut zu lange
Mit dem nötigen Schulwechsel
Gewartet zu haben und das Sophie
Noch ein Jahr länger ertragen musste
Aus seiner Sicht war Sophie gemobbt
Worden weil sie die Partei von denen
Ergriff die ausgegrenzt wurden und
Wie sie darum plötzlich alleine war
Erzählt von zwei Freundinnen die
Ihr noch blieben aber einfühlsam
Wie schrecklich es für Sophie dort
Gewesen sein muss bis zum Ende
Der erste Schultag an der neuen
Schule war ausgerechnet der
Berühmte 11. September 2001
An dem sie erstmals alleine fuhr
Dabei musste sie genau unter dem
World Trade Center durchfahren
Eine Stunde später schlug dann
Das erste Flugzeug dort ein
Paul erzählt wie Siri und er den
Tag des Schreckens in New York
Erlebten und dass es eine Stunde
Dauerte bis sie Nachricht erhielten
Dass es Sophie gut ginge die Kinder
Waren alle evakuiert worden konnten
Aber weil alles gesperrt war nicht
Wieder nach Hause zurückfahren
Michael Naumann hätte ihn an
Diesem denkwürdigen Tag noch
Angerufen und um einen Artikel
Aus seiner Sicht gebeten
Dieser fiel ihm schwer aber er
Schrieb ihn und schob ihn in
Den längeren Brief ein damit das
Erlebnis dem Enkel zu verdeutlichen
Wie er nach einem erneuten Anruf
Von Michael Naumann dann diesem
Oder einer Stenotypistin den Artikel
Am Telefon diktierte weil nichts ging
So ist dieser Brief sehr emotional
Weckt auch die eigenen Erinnerungen
An die traumatischen Ereignisse
Von denen Sophie also Miles Mutter
Zunächst nicht so viel mitbekam
Später erst wäre ihr der Schrecken
Der Ereignisse bewusst geworden
Sie hätte dann lange bitterlich geweint
Dabei nennt Paul die Zahl der Toten
Es waren weit über 3000 Menschen
Erzählt eine persönliche schreckliche
Geschichte von Bekannten im Turm
Wie sie noch vor dem Einsturz mit
Angehörigen telefonierten warum
Dies Ereignis als Angriff auf die
USA der erste seit 1812 so eine
Traumatische Erfahrung für viele
In New York und den Staaten war
Wobei er sich auf die Ereignisse in
Seiner Stadt völlig beschränkt
Wie schildere ich meinem noch
Ungeborenen Enkel ein solches
Traumatisches Ereignis was dazu
Noch an einem wichtigen Tag war
Der erste Schultag für Sophie an
Ihrer neuen Schule das erste mal
Den Weg mit der U-Bahn alleine
Gefahren und das am 11. September
Erinnere mich wie ich es erlebte
Allein in der Wohnung noch am
Kollwitzplatz sah ich den zweiten
Flieger live in das Gebäude krachen
Ahnte als Feuerwehrmann was dies
Bei einem vollgetankten Flugzeug
Bedeuten würde doch das Grauen
Übertraf alles nur vorstellbare Elend
Menschen sprangen aus Fenstern
Weil sie keine Chance hatten mehr
Dem Inferno zu entkommen das
Dieser Anschlag verursacht hatte
Die Terroristen hatten zivile Flugzeuge
Zu tödlichen Waffen und Bomben
Gemacht und alle fürchteten was
Noch drohte und kommen würde
Paul Auster hat hier für seinen
Enkel ein historisch wichtiges
Ereignis fühlbar gemacht das
Er selbst miterleben musste
Beschreibt die Stunden danach
In denen sie von der Welt wie
Abgeschnitten waren und welche
Wirkung dieser Tag auf sie hatte
Er hält sich mit der politischen
Bewertung der Ereignisse völlig
Zurück um dafür dass eigene
Erleben gefühlvoll zu schildern
Ihr Erleben in ihrem Haus nahe dem
Central Park wo sie auch aus einigen
Räumen die Türme brennend sahen
Wie der Rauch durchs Haus zog
Der Wind wehte den widerlichen
Gestank von Feuer und Leichen
Die darin verbrannten in jeden
Winkel ihres Hauses schreibt Paul
Ein Text der die Ereignisse nochmal
Spürbar werden lässt von einem der
Voller Angst auch um ihre Tochter
Das ganze noch miterlebt hat
Erinnere mich genau an den Tag
Noch war die Tochter nicht geboren
Ihre hochschwangere Mutter kam
An diesem Tag mit dem Zug
Enthalte mich auch aus Respekt
Vor diesem Bericht an einen Enkel
Aller weiteren Kommentare oder
Sonst politischen Bewertungen
Nach dieser traurigen Erinnerung
Habe ich noch als Gegenpol den
16. Brief gelesen von Gilbert White
In der Erkundung von Selborne
Der Brief vom 30. März 1768 an
Thomas Pennant Esquire handelt
Von verschiedenen Tieren und
Pflanzen und ihrer Wirkung
Er beginnt mit dem Bericht über
Ein Mauswiesel das angeblich von
Einigen gesehen wurde aber bisher
Seien diese nicht sehr verlässlich
Der Bericht von milchweißen Küken
Von Raben die dessen Kutscher den
White darum Trottel nennt tötete noch
Bevor sie flügge waren ist rührend
Er selbst hat sie später an die
Stallwand genagelt gesehen bei
Dem Gentleman der ihr Brüten
Interessiert beobachtet hatte
Ein Schäfer meint weiße Lerchen
Gesehen zu haben aber White ist
Überzeugt dass es sich dabei um
Eine Schneeammer eher handelte
Erzählt dann von einem gefangenen
Bunten Dompfaffmännchen das mit
Den Jahren ganz schwarz wurde
Durch die Ernährung mit Hanfsamen
Vom gefleckten Aronstab berichtet er
Dass dessen brennend scharfe
Wurzeln von Drosseln ausgegraben
Als Delikatesse genossen werden
Auch wie er einen kleinen Vogel
Im Februar sah und beobachtete der
Vermutlich ein Zilpzalp war auf den er
Nur halbherzig schoss und verfehlte
Beim Triel wundert er sich dass er
Für selten gehalten wird er käme
In allen Jagdgebieten hier vor zeterte
Den ganzen Sommer und brüte noch
Bis in den September hinein auf den
Höher gelegenen Feldern und Weiden
Ernährten sich von Würmern wie von
Kröten und Fröschen was sie nachts
Machen wüsste er nicht zu sagen
Jenseits aller Mutmaßungen über
Triel Nachtclubs bietet er an ihm
Ein Exemplar seiner Maus zu senden
Zu dieser merkt er humorvoll an dass
Linneeus also Linnées sie vermutlich
Mus minimus taufen würde was den
Typisch feinen Witz wieder zeigt
jens tuengerthal 20.5.26