Sonntag, 30. August 2026

Lektürentagebuch 30.8.26

Lektürentagebuch 30.8.26

Weiter Egon Friedell in seiner so
Guten Kulturgeschichte der Neuzeit 
Über das Genie Friedrichs gelesen
Was aus vielen Gründen erstaunlich

Der Geniegedanke ist ein Produkt des
Sturm und Drang der 1760 bis 1795
In der deutschen Literatur tobte aber 
Für den frühen Friedrich eher erstaunt

In der Debatte der Gründe für die
Eroberung Schlesiens die Preußen
Erst zur Großmacht machten aber
Fast auch in den Abgrund führten 

Ergreift der Wiener Friedell der noch
Im kuk Österreich geboren wurde klar
Partei für Friedrich und gegen seine
Königin Maria Theresia was doch

Für einen 1878 in Wien geborenen
Mann reicher jüdischer Herkunft
Zumindest erstaunlich noch ist weil
Die Empörung dort sehr lange währte

Auch war da der letzte Krieg gegen
Österreich erst weniger lange her
Die Schlacht bei Königgrätz war 1866
Also zwölf Jahre vor Friedells Geburt

Damals wollte Wilhelm nach Wien
Was quasi offen vor ihnen lag auch
Moltke wäre bereit gewesen doch
Bismarck fand es da unpassend

Unter der Überschrift Politik erläutert
Friedell das damals eher magere 
Preußische Reich vor Friedrich das
Voltaire noch Grenzenreich machte

Es war zerstückelt mit einem kleinen
Flecken im Westen und dem vom
Rest getrennten Ostpreußen östlich
Eigentlich kaum allein lebensfähig

Der Osten ein Erbe des Deutschen
Ordens die dort christianisierten
Als sie sich auflösten über einen 
Hohenzollern als Großmeister

Zu dem Günstling des Kaisers kam 
Der einst Burggraf zu Nürnberg aber
Aus Schwaben wie Barbarossa auch
War wenn der kein Pfälzer Bub blieb 

Durch die Eroberung Schlesiens ist
Das Land um ⅓ gewachsen und die
Bevölkerung immerhin um die Hälfte
Erst dadurch wurde Preußen stabil

So wurde die Basis der Großmacht
Die es in Europa wurde erst gelegt
Von daher scheint Friedell auch die
Eroberung sehr verständlich

Ab da also 1745 betrachtete er sich 
Als gesättigt und wollte keine Katze
Mehr angreifen es sei denn er werde
Dazu gezwungen was Maria Theresia

Rachsüchtig noch sieben Jahre tat
Er wurde zu diesem Krieg gezwungen 
Das Gegenteil könnte nur behaupten
Wer schwachsinnig sei was er sicher

Nicht war nach Friedell aber dafür
Begann er den Krieg in dem Moment
Der ihm verhältnismäßig schien und
Sachsen darum auch überfiel

Das Gerede vom brutalen Überfall 
Von 1740 und dem Vertragsbruch
Nach der pragmatischen Sanktion 
Sei eine österreichische Lüge 

Vielmehr hätte der Kaiser schon
Im Bündnis mit Frankreich England
Wie Holland versucht seinen Vater
Zum Verzicht auf Berg zu drängen 

Dieses Herzogtum im Westen hatte
Er nach der pragmatischen Sanktion
Erhalten und das er völlig unüblich
Ohne Warnung im Winter angriff 

Nennt Friedell einen Teil des großen
Genie von Friedrich der neue Wege
Auch in der Kriegsführung wagte 
Weil er es konnte und bereit war

Sein Vater hatte ihm die riesige Armee 
Vererbt er nutzte sie und machte so
Etwas aus Preußen in Europa ließ 
Damit Österreich zugleich schrumpfen

Er tat es weil er es konnte ganz egal
Welche Begründung dafür gegeben
Musste es aus seiner Sicht tun um
Als Souverän sich damit zu opfern

Friedell meint Friedrich wurde durch
Sein Genie Märtyrer des Handelns
In dessen trüber politischer Sphäre 
Und war sich dessen vollauf bewusst

So sieht Friedell Friedrich als meist
Missverstanden er war kein Erbfeind
Österreichs sondern vielmehr die
Völlige Zertrümmerung des Landes

Durch Bayern und Frankreich durch
Den Separatfrieden verhindern wollte 
Nur Schlesien wollte auf das aber 
Maria Theresia eigensinnig bestand

Dass er mit seiner Annexion im Recht
War zwar nicht nach dem immer nur
Zweideutigen Völkerrecht das nur die
Besiegten gerne anrufen aber nach

Dem Tribunal der Kulturgeschichte 
Scheint Friedell völlig klar wenn der
Spätere geistig moralische Zustand
Des preußischen Schlesien mit den 

Österreichisch verbliebenen Teilen 
Verglich die weit zurück blieben wie 
Galizien oder Mähren bewiesen wie
Die Eingliederung von Westpreußen

Durch die erste polnische Teilung 
Welche Friedell hier still übergeht 
Völlig unblutig erfolgte erst die
Mark zum Reich Preußen machte

Durch diese Verbindung an der
Ostsee wurde Preußen erst zur
Neuen nordischen Großmacht
Mit einer Arrondierung der Gebiete 

Nebenbei bemerkt was Friedell leider
Übergeht war Friedrich erst damit
König von Preußen geworden denn 
Bis dahin war er nur König in Preußen

Was hieß nach der Goldenen Bulle
Gab es nur den König von Böhmen
Als König im Reich die noch von 
Friedrichs Großvater teuer erworbene

Krone als König galt in Ostpreußen 
Der östlichen polnischen Provinz die
Vom Deutschen Orden einst kam 
Die Verbindung schuf erst Friedrich

Das sehr positive Urteil über
Friedrich ist überraschend von
Einem Wiener aus Überzeugung
Aber entspricht den Tatsachen

Im Gegensatz zu Maria Theresia
Die Friedrich eine der drei Erzhuren 
Nannte neben der Pompadour und
Zarin Elisabeth war ihr Sohn

Der spätere Käufer Joseph II ein 
Bewunderer Friedrichs wozu Menzel
Ein wunderbares Bild im Treppenhaus
Von Schloss Hubertusburg malte 

Historienkitsch halt auf preußisch
Bis heute zentral in der Berliner
Alten Nationalgalerie aber davon
Erzählt der Wiener Friedell nichts

Friedrich eroberte weil er es konnte
Die Armee hatte und die Chance nutzt
Als Österreich noch geschwächt war
Um sein Reich östlich abzurunden

Alle die Friedrich hoch halten aber
Putin den KGB Mann und Anhänger
Der Sowjetunion verurteilen der
Ähnliche Motive hat könnten irren

Der Blick der Kulturgeschichte den 
Friedell für Friedrich hier einnimmt
Zeigte die Eroberungen taten gut
Wie wird einst über Putin geurteilt

Dies heute zu fragen ist schon
Politisch gefährlich jedoch dazu 
Zu schweigen wäre unaufrichtig
Wie wirklich die Wirklichkeit auch ist

Alle neuen Länder verwaltete König
Friedrich II mustergültig es gab zwar
Energische aber maßvolle Reformen
Wie das Preußische Landrecht

Das allerdings erst unter seinem
Erben Friedrich Wilhelm II in Kraft trat
Aber unter Friedrich verfasst wurde
Was der Fanboy Friedell verschweigt

Baute Kanäle und in ließ Moore 
Trocken legen die wir heute mühsam
Wieder befeuchten wollen baute eine
Merkantilistische Wirtschaft auf 

Dies mit allen Fehlern die diese hat
Wie den gravierenden Folgen aber
Er bemühte sich immer wieder auch
Fehler im Detail zu korrigieren

Er schrieb eine Mindestmenge Salz
Vor die jeder Haushalt verbrauchen
Sollte und wer heiratet musste das
Porzellan von KPM kaufen dazu

Doch gab es auch Maulbeerplantagen
Für eigene Seidenproduktion wie sein 
Bemühen um die Kartoffel so manche
Hungersnot noch verhinderte

Napoleon sagte Genie sei Fleiß auch
Diese Definition passt nach Friedell
Zu Friedrich der ihn Cäsar vergleicht
Das Genie könnte und wüsste alles

Nie sei das Genie ein Spezialist er
Wäre ein Polyhistor des Lebens was
Er ergreift forme er damit auch was 
Dem Autor hier fragwürdig scheint

Zwar war mein Vater auch so ein
An allem interessiertes Genie der
Durch seine Neugier sich für alles 
Begeistern konnte was er sah 

Friedrich hatte sicher solche Seiten
Doch hat das Genie immer auch
Den dunklen Schatten der Zweifel
Bis zur Verzweiflung um sich

Gelegentliche völlige Ignoranz für
Ihm uninteressant erscheinende
Gebiete wurde gepaart mit einer
Teils übermäßigen Euphorie noch

Wie alle Menschen dieser Art hatte
Auch mein Vater und vermutlich 
Friedrich genauso seine chaotischen 
Abgründe zu denen Friedell schweigt

Einige der Biographien Friedrichs
Die ich einst als Recherche noch las
Deuten etwas davon an auch in dem
Trauma seiner Liebe zu Katte

Dazu bei Fanboy Friedell bisher
Noch kein Wort was etwas dünn ist
Für ein umfassendes Bild dieser
Vielfach traumatisierten Persönlichkeit

Immerhin ist diese etwas einseitige 
Verklärung von Friedrich eine Art
Opposition zum Maria Theresia Kult
Der in Wien teilweise noch herrscht 

Heute gerne ersetzt durch den dafür
Sissi-Kult der eine magersüchtige
Hippe mit Fitnesswahn glorifiziert
Dann schon lieber der alte Fritz

Der nahezu zahnlos aus dem letzten
Siebenjährigen Krieg am Ende kann
Darum Maisbrei oder Paella so liebte 
Ungepflegt ungewaschen auch war

Spannender aber als all diese
Waren Diderot und Kant die Moral
Menschlich machten und Frieden
Zu Ende dachten als dann ewig

Wer Kriege beginnt weil er es kann 
Bleibt immer auch ein Machtpolitiker
Also eine peinliche Gestalt auch im
Kostüm des Freimaurer Philosophen

Friedrich ist eine ganz besondere
Gestalt zwischen einem Haufen
Sehr schwacher Herrscher des 
Hauses Hohenzollern außer ihm

Der große Kurfürst hat zumindest
Eine Schlacht gegen Schweden
Gewonnen und den Hugenotten
Weise Asyl geboten der Rest aber

Dieses Hauses ist nicht weiter der
Rede wert Kaiser Wilhelm I der
Lieber ostelbischer Junker war
Bismarck und Moltke alles verdankt 

So wenig wie der letzte peinliche
Wilhelm II zu dem wir bei Friedrich II
Besser schweigen weil zu groß der
Abstand geistig zwischen ihnen ist

Dennoch finde ich den Begriff des
Genie dem Friedell inflationär hier
Für Friedrich nutzt unpassend
Der Geniekult kam später

Unter dem Titel Friederisiko gab es
Große Ausstellungen über Friedrich II
In Potsdam im Neuen Palais und im
Park von Sanssouci 2012 zum 300.

Durfte die Ausstellung mit einem
Entfernt Verwandten Friedrichs noch
Besuchen der viel dazu plauderte
Was die Ausstellung lebendig machte

Friedrich als einer der etwas riskierte 
In dem riesigen Schloss dass er nach
Dem letzten schlesischen Krieg baute
Potenz zu zeigen aber nie bewohnte 

Er liebte eher seinen Weinberg ganz
Ohne Sorgen an der anderen Seite 
Des wunderbaren Parks Sanssouci 
Zur dort philosophischen Tafelrunde

Neben dem bis heute noch die Mühle
Klappert weil das Friedrichs Bild von 
Gerechtigkeit noch entsprach was 
Den Menschen Fritz auch zeigt

Nun hat Deutschland wieder einen
Fritz als Kanzler an der Macht bei
Dem keiner auf Genie je käme mir
Was sind die Ideen des Merz 

jens tuengerthal 30.8.26



Attestlaune

Attestlaune

Mehr gute Laune will der Kanzler
Aber seine Regierung tut alles um
Das Gegenteil zu erreichen was 
Typisch deutsch ordentlich geht

Die Attestpflicht ab dem ersten
Krankheitstag ist wieder so ein
Autoritärer Misstrauensbeweis
Der nur schlechte Laune macht 

Schon von anderen Reformen
Völlig überlastete und genervte
Arztpraxen füllen sich weiter alle
Seiten nerven sich gegenseitig

Da ist er wieder der echte Merz 
Ein schlecht gelaunter Sauerländer
Der lieber allen erstmal misstraut
Statt die Folgen zu bedenken

Einer der mahnt wir müssten alle
Mehr tun aber seinen Urlaub mal 
Eben auf vier Wochen verlängert
Kaum zurück gute Laune fordert 

Diese mit einem Misstrauensbeweis
Seinem Volk verordnen will das sich
Bitte nicht so anstellen soll ohnehin
Zu viel krank feiert das faule Pack

Attestpflicht als Misstrauensbeweis 
Senkt die Laune wieder maximal
Aber Merz stürmt voran und weiß
Genau was wem nun gut tut 

In einem Staat mit Attestpflicht als
Zeichen des Misstrauens lebt wohl
Keiner mehr gern noch wird wer 
Seine Arbeit mit Freude verrichten

Deutschland unter Merz ist keine 
Solidargemeinschaft mehr sondern 
Ein sauerländisch nörgelndes Ding 
Was auf Zwang und Misstrauen setzt 

Welche Zukunft dieses Deutschland
Wie eine solche Regierung haben soll
Die gute Laune durch Zwang unter 
Misstrauen erreichen will bleibt unklar

Das beste was dieser Kanzler nun für 
Deutschland tun könnte ist vermutlich
Zurücktreten und ins Sauerland gehen
Um zuhause still weiter zu nörgeln 

Das ist zwar typisch deutsch aber
Würde dann keinen mehr weiter 
Interessieren als den Stammtisch
Der CDU im säuerlichen Sauerland

jens tuengerthal 30.8.26

Liebestrotz

Liebestrotz

Es gibt viele gute Gründe
Die dazu noch vernünftig sind
Nicht mehr zu lieben um nicht
Den Verstand zu verlieren 
Oder verrückt zu werden
Abhängig noch zu werden
An den Folgen zu leiden
Statt frisch fromm fröhlich frei 
Zu genießen was noch bleibt
Dem stimmt die Erfahrung zu
Es schenkte ganz viel Zeit
Doch all diese Gründe
Werden völlig egal wenn
Das Herz höher schlägt
Beim Gedanken an die Liebste
Weil es ist was es ist dann
Lieben wir einfach trotzdem
Weil wir es können ohne
Alle Bedingungen dabei
Und dann ist es gut so 
Musst du nicht verstehen
Fühlen reicht völlig

jens tuengerthal 30.8.26

Antifatrotz

Antifatrotz

Lustigerweise ist der Anteil derer
Die rechtsradikal wählen wollen
Besonders hoch hinter dem einst 
Antifaschistischen Schutzwall der
Ein totalitäres Regime das Elemente 
Faschistischer Diktaturen zeigte 
Von der Uniformierung bis zur
Alles erfassenden Ideologie dort
Vor dem Westen beschützen sollte
Ein hoher Anteil der AfD Wähler
Im Osten hat diese Diktatur noch
Erlebt und findet den DDR Kult
Der Rechtsradikalen sympathisch
Weil es Jugenderinnerungen sind 
Die nicht kritisch geprüft werden
In Amerika ließ die Trump Oligarchie
Die Antifa als Terrororganisation im
Ganzen Land verbieten dabei zeigt
Die Regierung Trump Züge einer 
Faschistischen Diktatur sieht darum
Die Antifa als persönliche Bedrohung
Elon Musk zeigte nach der 
Machtübernahme Trumps deutlich 
Wie nah MAGA der NSDAP ist
Dennoch trifft es in vielem nicht zu
Der Faschismus hat Elemente die
Weder auf MAGA noch auf die AfD
Zutreffen auch ist nicht jeder der
Kein Antifaschist ist ein Faschist
Diese schlichte Polarisierung ist
Nicht mehr demokratisch wer je
Erlebte wie die DDR das Wort
Antifaschismus einsetzte um eine
Totalitäre Diktatur zu rechtfertigen
Wird darauf allergisch reagieren
Dieser Antifaschismus verteidigte 
Keine Freiheit sondern war die
Rechtfertigung totalitärer Maßnahmen
Er wird nicht erfolgreich mehr die
Neuen Rechtsradikalen bekämpfen
Diese Nazis zu nennen dagegen
Weist auf die historische Verbindung
Einer rassistischen Politik hin die
In Teilen rechtsradikal genannt
Werden darf und dringend muss
Bei der Remigration etwa auch der
Politik der NSDAP in vielem gleicht
Einer ihrer führenden Köpfe darf
Sogar Faschist genannt werden
Wer die AfD wählt ist rechtsradikal 
Sich dessen aber selten so bewusst
Häufiger ist es ein Trotz der sich
Gegen die Eliten richtet dafür
Den größten Feind dieser wählt
Es ist wichtig die totalitären wie 
Rassistischen Elemente dort zu
Benennen und zu erkennen
Die AfD bedroht die liberale
Wie freiheitliche Demokratie
Die das Grundgesetz verfasst
Gegen jeden der das tut ist jeder
Bürger zum Widerstand berechtigt
Wie weit das gehen muss ist dabei
Eine Frage der Umstände wie der
Auslegung dazu so sahen die
Verbündeten des 20. Juli 1944
Keine Möglichkeit zum Erfolg
Als ein Attentat auf Hitler
Noch könnte ein Verbot der
Rechtsradikalen Partei genügen
Rechtsradikale Nazis zu nennen
Ist darum Teil des legitimen
Widerstand nach dem Grundgesetz
Also der Versuch die Demokratie
Noch einmal zu retten bevor es
Wieder zur Machtergreifung kommt
Bin kein Antifaschist nur weil die
Antifa meint wer gegen Faschismus 
Ist wäre damit logisch einer 
Was keine logische Folge ist
Sondern Demokrat im Sinne 
Des Grundgesetzes das ich
Gegen seine Feinde verteidige
Ohne einer Partei anzugehören 
Kann trotz Antifa gegen jeden 
Neuen Faschismus kämpfen
Muss die AfD nicht faschistisch
Mehr nennen rechtsradikal reicht
Nur entschieden dagegen muss
Jeder Demokrat sein und ihre
Wähler Feinde der Freiheit nennen 
Auch Nazi kann in Ordnung sein
In Anbetracht der Werte die wir 
Für die Zukunft retten wollen
Ist es wichtig die Geschichte
Gut zu kennen um zu unterscheiden
Die Antifa-Rhetorik könnte sogar
Den rechtsradikalen Trotz stärken 
Staat für Demokratie und Freiheit
Die Bürger zu solidarisieren

jens tuengerthal 30.8.26

Samstag, 29. August 2026

Lektürentagebuch 29.8.26

Lektürentagebuch 29.8.26 

Im dritten Kapitel geht Doralice allein
An den Strand für einen schönen
Morgenspaziergang weil Hans Grill
Ihr Malermann noch selig schläft 

Dort trifft sie den Geheimrat der sich
Ihr anschließt nach höflicher Frage
Die sie schlecht verneinen konnte
Aber dann die ganze Zeit redet 

Erst klagt er über Schlaflosigkeit
Im allgemeinen und das doch alles
Wie auch der Schlaf seine Ordnung
Haben müsse und entwickelt dazu 

Noch weitere Theorien in Doralice
Eher gelangweilte Ohren sie kommen 
An einer vom Sturm abgebrochenen
Düne vorbei wo eine tote Hand ist

Es ist ein Stück des Friedhofs dort
Abgebrochen und die Knochen
Schimmern seltsam im Morgenlicht 
Geheimrat von Knospelius fragt sie 

Ob sie sich gruseln würde was sie
Verneint aber seltsam wäre es schon 
Am Strand sahen sie die Fischer mit
Ihren Booten ankommen was nun

Der Geheimrat der gerade noch über
Die Generalin und ihr häusliches 
Regiment plauderte wie über den
Blonden Schnurrbart des Barons

Ihres Schwiegersohn der in Berlin
Dem Bart entsprechend doch schön 
Was los mache bei den Damen denn 
Dafür sei so ein blonder Bart ja da

Begrüßt die Fischer die er kennt
Namentlich und gesellt sich zu
Diesen und ihren Frauen die mit
Gerafften Röcken ihren Männern 

Ins Wasser entgegenlaufen und 
Helfen die Boote an Land zu ziehen
Der Geheimrat fragt wie der Fang war
Schaut was an Beute im Boot liegt

Eine spannende Wiederholung auch
Wenn nicht weiter thematisiert hier 
Durch von Keyserling ist der wieder
Präsente Tod dabei für die Fische 

Die Gräfin Doralice nutzt die Chance
Um abzubiegen und sieht dann gleich
Ihren Hans der sie liebevoll umarmt
Er war schon schnell schwimmen

Sie badet lieber nachmittags wenn
Das Meer wie lauwarmer Tee wäre
Meint Hans zu ihr er liebe die Schärfe 
Der morgendlichen Kälte auch sehr

Erzählt er hätte Agnes angewiesen 
Für jeden vier Eier zum Frühstück
Nun zu machen die wohl staunte dass 
Adelige Damen so viel essen können 

Keyserling steuert das Erleben von 
Uns Lesern dabei geschickt in der
Sommerfrische mit ihren diversen
So verschiedenen Mitgliedern dabei


Das zweite Kapitel der Traumnovelle
Von Arthur Schnitzler gelesen in der
Fridolin in fast frühlingshafter Luft zur
Wohnung des Hofrats noch läuft

So warm ist es dass er bereits den 
Pelzmantel öffnet und angenehm 
Weht ein frühlingshafter Duft vom
Land her über die schlafende Stadt 

Gerade als er klingelt bemerkt er
Dass die Tür einen Spalt schon offen
Steht tritt herein und bemerkt sofort
Auf dem Weg zum Schlafzimmer

Dass er wohl zu spät kam die Lampen 
Sind verhangen dann sieht er schon
Die Leiche des Hofrats im Bett liegen
Am Fuß sitzt seine Tochter Marianne 

Sie wirkt blass und ausgelaugt von 
Der langen Pflege der Eltern als sie 
Sich zur Begrüßung erheben will zeigt
Er ihr dass sie ruhig sitzen bleiben soll 

Untersucht den Hofrat und denkt über
Die Tochter dabei nach und ihre wohl
Langsam verblühende Weiblichkeit
Die schon einmal schöner war

Er überlegt wie alt sie wohl war
Vielleicht 25 wenn es viel war und
Rechnet nach sie war 23 als er vor
Zwei Jahren die Behandlung begann

Nach der Bestätigung des Todes
Setzt Fridolin sich zu ihr fragt ob
Es noch Verwandte gäbe die nun
Kämen und benachrichtigt wären 

Ihr Onkel der Bruder käme und ihr
Verlobter den sie Doktor nennt sie
Plaudern ein wenig im Herbst soll
Es nach Göttingen gehen wohin

Ihr Verlobter nun einen Ruf hätte
Dann kniet sie vor ihm und sagt
Sie wolle nie weg von ihm worauf
Er ihre Stirn zärtlich küsst aber

Keinerlei Lust oder Leidenschaft
Für sie empfindet als es klingelt
Der Verlobte kommt und Fridolin
Füllt nebenan den Totenschein aus

Bei seiner Rückkehr sitzen die
Verlobten händchenhaltend am
Bettende und er will sich schon
Verabschieden als es klingelt

Der Verlobte geht dem Onkel mit
Tante die Tür öffnen diesen Moment
Nutzt die blasse blonde Marianne
Ihm zu sagen dass sie ihn liebe

Als Doktor Roediger der Verlobte 
Mit der Verwandtschaft wieder eintrat 
Fühlte Fridolin sich überflüssig und
Verabschiedete sich höflich darum

Eine kleine Szene ist dieses Kapitel
Am Totenbett aber voller sexueller
Wie emotionaler Spannung in dem 
Dort plötzlich Geständnis der Liebe

Wie nah sind sich Tod und Lust doch 
Denke an den kleinen Tod und über
Das sexuelle Desinteresse dessen
Der jederzeit könnte wenn er wollte

Genial wie Schnitzler diese auch
Sexuelle und emotionale Spannung
Langsam immer mehr noch steigert
Zum Gipfel des doch Geständnisses

Noch ein wenig mit Ricarda Huch in 
Den Lebenslauf des heiligen 
Wonnebald Pück getaucht wo Lux die
Anklage wegen Zauberei nun droht

Teuflisch geradezu verdreht nun der
Bischof die Wahrnehmung aller die
Lux begegneten und gut über sie
Gesprochen hatten die sie also alle

Vorher wohl verzaubert hatte warum
Sie ihnen so gut schiene was doch
Nur schwarze Magie sein könnte
Ein unwiderlegbarer Zirkelschluss 

Lando ihr Geliebter hatte sogleich
An den Erzbischof seinen Onkel
Geschrieben und berichtet was 
Pück mit der armen Lux mache

Dieser hatte darauf bei Wonnebald 
Den zu beaufsichtigen er Lando 
Geschickt hatte nachgefragt worauf
Dieser ihm erzählte Lando sei auch

Verliebt in diese Hexe und darum 
Nicht weiter dabei ernst zu nehmen
Er können nur warnen und es sei
Gut dass sie sich ihr annahmen

Die Lügen die sich immer schneller
Weiter drehen erst allen absurd noch
Schienen werden durch Wonnebalds
Geschick zur neuen Wirklichkeit damit 

Wer dabei an Trump denkt der längst
Die öffentliche Lüge normal werden 
Wie sich dafür noch bejubeln ließ 
Kommt dem Kern des Problems nah

Lux ist in Gefahr aber Lando ist nun
Entschlossen wie ein Löwe für sie 
Wie ihre Liebe zu kämpfen was 
Große Aufregung noch verspricht

In der Befragung gestand Lux schon
Ganz ehrlich dass sie die gefälschten Schwänze der Maulwürfe herstellte
Erzählt dazu noch die Geschichte

Auch dies wird ihr nun als Hexerei
Ausgelegt weil Wonnebald Pück die
Wirklichkeit mit dem Hexenwahn so 
Sehr zu ihren Ungunsten verdrehte

jens tuengerthal 29.8.26

Rauschrecht

Rauschrecht 

Die CDU tut alles um die durch die
Ampel realisierte Legalisierung von
Haschisch und seinem Wirkstoff THC
Wieder zurückzunehmen obwohl
Längst seine hohe medizinische
Wirksamkeit nachgewiesen wurde 
Erstatten es die Kassen nicht mehr
Stattdessen soll verboten werden
Wird Jagd auf Drogenschmuggler
Gemacht als seien sie die Ausgeburt
Des Bösen wie die Fluchthelfer auch
Diese Helden der Menschlichkeit 
Heißen herablassend Schlepper wer
Zufällig illegale Drogen verkauft
Ist ein Dealer und damit Abschaum
Was psychologisch tief noch wirkt
Halte all dies für fragwürdig längst 
Gebt alle Drogen endlich frei damit
Jeder seinen Rausch findet in dieser
Beschissenen verlogenen Welt die
Nüchtern ohnehin kaum zu ertragen
Konsumiere keine illegalen Drogen
Weil mir Wein und Tabak genügt
Das Ende zu beschleunigen aber
Verflucht nochmal hört endlich
Mit den Verboten auf und lasst 
Den Rausch frei wer daran stirbt
Will es dann so der Rest kann
Frei über sein Leben bestimmen
Statt Opfer von Drogen zu werden
Die erst der Staat kriminalisiert
Braucht es ein Recht auf Rausch 
Den Rest noch zu ertragen

jens tuengerthal 29.8.26

Lesewetter

Lesewetter

Blau strahlt der Himmel über der
Kurpfalz nach Regentagen wieder
Finde das eher aufdringlich als ob
Mensch nun raus wollen müsste
Statt jedes Wetter als Lesewetter
Zu nutzen sich wie so viele nur
Geistlosen Tätigkeiten hinzugeben
Um in Bewegung zu bleiben aber
Lasse mir als erfahrener Leser
Nicht die Laune vom nur Wetter
Verderben nur weil es schön ist
Draußen zumindest so tut als ob
Am Zustand der Welt ändert sich
Nichts durch himmelblau oben
Werde lesen und in Büchern
Lieber länger verschwinden 
Die schöner sind als jedes Wetter
Statt unter zufällig himmelblau
Durch die Gegend zu laufen
Lieber den Geist bewegen
Suum cuique 

jens tuengerthal 29.8.26

Bücherreisender

Bücherreisender

Bin ein Bücherreisender
War schon überall und kenne
Die Welt besser als alle nur 
Zuschauer der Äußerlichkeit
Menschen die ständig reisen
Immer irgendwo hin wollen
Sind völlig uninteressant auch
Wenn viele anderes behaupten 
Sind Globetrotter nichts als Trottel
Die eben durch die Gegend laufen
Dagegen sind Leser erst wirklich
Spannend weil sie überall sind
Durch Zeit und Raum zugleich
Reisen indem sie lesen was
Wirklich in die Tiefe geht statt
Sich Sehenswürdigkeiten nur 
Anzuschauen wie so viele
Lernen sie lesend verstehen
Der Tourist ist ein Symptom
Einer oberflächlichen Zeit die
Nur anschaut statt zu verstehen
Mit dem Augen statt mit dem Geist
Die Welt erfassen will warum das
Ergebnisse auch entsprechend ist
Wer verstehen will liest der Rest
Lässt sich stupide berieseln um
Etwas zu erleben im Freizeitpark
Ihres Daseins das Unterhaltung will 
Ohne je etwas zu begreifen ständig
In Bewegung dabei bleibt ohne Ruhe 
Da bleibe ich lieber Bücherreisender
Für immer für mich mit der größten
Welt die Mensch entdecken kann
Im Reich der Literatur die stilles
Lesen statt lauter Happenings will
Grenzenlose Phantasie zu zeigen
Wer sie teilt entdeckt Großes

jens tuengerthal 29.8.26

Freitag, 28. August 2026

Lektürentagebuch 28.8.26

Lektürentagebuch 28.8.26

Zu Goethe Geburtstag liege ich auf
Dem hier nur improvisierten Diwan
Einige der alten Bände aus dem
Vergangen Jahrhundert bei mir

Von 1866 und 1869 sind die Bände 
Der hiesigen Familienbibliothek seit
Weit über hundert Jahren schon im
Besitz der Familie aber doch nicht 

Die handsignierten Erstausgaben
Aus der Bibliothek noch meines
Ururgrossvater dem Hofbibliothekar
Zu Gotha die meine Großeltern 1945

Auf der Flucht in Güstrow leider ließen
Doch alt genug sich des Alten würdig
Zu erinnern denke ich um nicht zu
Sehr an den Verlusten zu leiden

Beginne wie ich einst begann in den
Späten achtziger Jahren noch des
Vergangenen Jahrhunderts mit den
Lehrjahren des Wilhelm Meister

Im ersten Kapitel der Ersten Buches
Erwartet Barbara ganz aufgeregt ihre
Junge Herrin Marianne weil ein Paket
Mit Geschenken für beide kam 

Sie hat schon erlaubterweise die 
Siegel gebrochen und nachgeschaut
Was Norberg der junge aber reiche
Kaufmann seiner Geliebten schickte 

Er tat dies vermutlich wohlwissend
Um die Flatterhaftigkeit der Herzen
Junger schöner Damen die gerade im
Theater einen Offizier gespielt hat

Sie kommt herein und während die 
Aufgeregte Marianne ihr die Gaben
Präsentiert ist sie ganz desinteressiert 
Sagt sie werde ja auf sie hören

In Zukunft und überhaupt aber heute
Wo sie noch in Uniform hereinstürmt
Will sie ganz sich gehören und ihr
Herz an den Jungen verschenken 

Die alte Barbara versucht noch die
Wilde junge Frau aus der Uniform
Auszuziehen um ihr ein Kleid anstatt
Anzuziehen aber diese wehrt sich

In diesem Moment kommt Wilhelm
Der junge Kaufmannssohn herein 
Marianne fällt ihm um den Hals noch
In ihrer roten Uniform im Sturm

Elegant zieht Goethe sich hier aus
Der Szene lässt was geschah offen
Denn wer wagte dies zu beschreiben
Wir entfernen uns lassen sie allein

Im zweiten Kapitel ermahnt die Mutter
Am Morgen Wilhelm dass der Vater 
Ihnen den täglichen Theaterbesuch
Verbieten wolle es sei unnütz

Darauf beginnt eine Debatte zwischen
Mutter und Sohn was denn im Leben
Je nützlich wäre als das Vergnügen 
Wohin das viele Geld nur führe 

Er Wilhelm bräuchte weder das neue
Haus noch die englischen Möbel
Auch die Seidentapeten fände er
Völlig überladen und unnötig

Die Mutter bereut dann dass sie
Ihnen als Kindern das Puppentheater
Schenkte denn der Vater meint darum
Werde nichts mehr aus Wilhelm 

Begeistert erinnert sich Wilhelm nun
An das Theater seiner Kindheit den 
Vorhang wie ihre Stücke und will es 
Sogleich es einem Freund zu zeigen

Das dritte Kapitel beginnt mit den
Gedanken zur ersten Liebe welche
Die schönste sei und warum Wilhelm
Dabei dreifach glücklich gleich ist

Er lernt das große Glück dazu noch
Gegenseitig in vollem Umfang kennen
Teilt diese Freude mit der Liebsten die
Er zuerst im Theaterglanz noch liebte

Dabei geht Wilhelm sehr bedacht vor
Verrichtet alle Geschäfte pünktlich ist
Beim Abendessen unterhaltsam geht 
Erstmal nicht mehr ins Theater und

Verschwindet nur des Nachts ganz
Unauffällig aus dem Haus um so
Marianne nach der Vorstellung zu
Sehen die Nächte zu genießen

Dabei bringt er die Puppen mit und
Erzählt vom Puppenspiel aus seiner
Kindheit und die beiden spielen nun
Ganz verliebt mit den Puppen

Im vierten Kapitel erzählt Wilhelm
Wie er nach dem ersten mal das
Theater unbedingt wiedersehen
Wollte was der Vater erst verbat

Dieser meinte Kinder und Alte 
Sollten was sie begehren nur 
Selten bekommen um es noch
Wirklich schätzen zu können

Dabei wäre es wohl geblieben
Wenn nicht ein Gehilfe des
Vaters zufällig vorbei kam der sich
An sein Kindertheater erinnerte

Es holte und eine Aufführung mit
Den Puppen begann und wie er
Wilhelm dann unter den Vorhang
Noch schlüpfte zu sehen wie alles 

In dieser magischen Theaterwelt
Entstanden was ihn nachdenklich
Machte er verstand nichts mehr weil
Ihm der Zusammenhang fehlte

In die Wahlverwandtschaften mit
Dem ersten Kapitel des ersten Teils
Dieses erotisch emotionalen Roman
Eingetaucht und darin versunken 

Eduard packt sein Gartenwerkzeug
In das dafür Futteral was schon ein
Wunderbar sinnlich doppeldeutiger
Beginn nach Setzen der Triebe ist

Bewundert die Gartenhütte die
Charlotte errichtete aber nennt sie
Eng zumindest für mehr dann eiern 
Beide noch etwas um das Thema 

Schließlich auf ihre Nachfrage was 
Mit ihm sei beginnt er ihr vom
Hauptmann zu erzählen dem Freund
Dem es gerade nicht gut ginge 

Er meint es wäre ideal ihn bei sich 
Im Schloss aufzunehmen doch hat
Charlotte Bedenken die sie beide
Lange hin und her wenden ohne

Eine gemeinsame Lösung zu finden
Dabei erinnert Charlotte Eduard an 
Ihre gemeinsame Liebesgeschichte
Wie sie erst anders verheiratet waren

Beide davon irgendwie freikamen
Ob durch Tod oder sonst und sich
Einander versprachen um in dem
Schloss von Eduard zu leben

Wie sie auf ihre Nichte Ottilie 
Verzichtete und ihre Tochter
In Berlin ließ damit sie sich
Ganz aufeinander konzentrieren

Da gehörte kein Dritter hinein
Wogegen Eduard argumentiert
Der Hauptmann störe nicht wäre
Nur eine gute Ergänzung dazu 

Charlotte bringt viele Argumente
Wie das ihr Glück gefährden könnte 
Die Eduard entkräften möchte dabei
Kommen erste Thesen zum Wesen 

Also was Mann und Frau danach
Wesensgemäß unterscheidet aber
Belegen gleich das Gegenteil auch
In der Art ihrer Argumente

Schließlich bittet Charlotte noch um
Bedenkzeit und Eduard will lieber
Gleich losen um zu entscheiden
Er will machen und sie bedenkt

Dann beruft sie sich auf ihr Gefühl
Den weiblichen Instinkt quasi was 
Die Situation spannend offen hält
Große Menschenkenntnis uns zeigt

Genial wie Goethe hier im Dialog
Die möglichen Krisen der Liebe
Zeigt und einen Roman um die
Liebe im Keim gleich beginnt

jens tuengerthal 28.8.26