Mittwoch, 30. September 2026

Lektürentagebuch 30.9.26

Lektürentagebuch 30.9.26

Die Tatarenwüste von Dino Buzzati
Fand nach Umwegen des Antiquars
Heute endlich ihren Weg zu mir der
Vierte Band der Anderen Bibliothek 

Es ist der 333. Band der Bibliothek
Der die Wiederentdeckung eines fast
Vergessenen italienischen Autors hier
Verspricht der 1906 geborene Buzzati 

Dieser entstammt einer noblen alten 
Venezianischen Familie die aber der
Professur des Vaters wegen in Milano
Lebte er aber kam in Belluno zur Welt

Dort hatte die Familie ihren Landsitz 
Nahe San Pellegrino wo die heißen
Sommer verbracht wurden doch bald
Nach der Geburt geht es zurück 

Er wuchs noch in großbürgerlichen
Verhältnissen auf in denen Bildung
Viel galt und hatte früh schon einen
Lesekreis mit seinem besten Freund

Sie lasen Joseph Conrad Franz Kafka 
Thomas Mann Poe mehr als Italiener 
Die Stärksten sprachlichen Spuren
Bei ihm zunächst noch hinterlässt

Buzzati studierte Jura was sein Vater
Auch an zwei Universitäten lehrte
Trat aber vor Ende des Studiums 
Schon beim edlen Corriera in Dienst 

Diese da auflagenstärkste Zeitung
Italiens residierte in einem uralten
Palazzo der Buzzati beeindruckte 
Aber seine erste Zeit war mühsam

Beim Feuilleton flog er bald raus
Als er eine Ballerina der zweiten
Reihe mit der dritten verwechselte 
Wurde dann Gerichtsreporter 

Der Roman ist die Meditation eines 
Moralisten über die Vergänglichkeit des Lebens und beginnt auch so
Mit dem Abschied von der Mutter

Nichts tröstliches weiß er dieser
Zum Abschied noch zu sagen und
Reitet die ersten Kilometer mit einem
Fett gewordenen Jugendfreund

So sieht Giovanni Drogo den Freund
Freut sich über seine Freiheit nach
Der Akademie und an der Uniform
Die er mit großem Stolz anlegte

Durch ein einsames und bizarres 
Gebirge reitet der junge Leutnant
Giovanni Drogo seinem scheinbar 
Immer weiter in Ferne entrückenden 

Ziel entgegen einer abgeschiedenen 
Festung mit Blick auf die legendäre 
Weiße Steinödnis an der Grenze zu einem bedrohlichen Reich tritt er 

Seinen Wachdienst an hier wartet er 
Heroisch in militärischmonotoner 
Routine auf das große Ereignis die Konfrontation mit dem Tatarenheer

Giovanni Drogo verwartet nun in der 
Tatarenwüste sein Leben die Festung
Wird ihm Sinn und Schicksal zugleich
Im ersten Kapitel liegt sie noch fern 

Immer weiter scheint es zu gehen 
Kein Ziel kommt in Sichtweite und
Zunächst weiß auch keiner von
Irgendeiner Festung dort 

Schließlich zeigt ein Landstreicher 
Sie ihm in noch großer gerne Ferne 
Das Pferd ist schon völlig erschöpft
Der Weg scheint surreal weit weg

Am Vortag der Kriegserklärung von 
Mussolini 1940 ist Die Tatarenwüste
Ein Kultbuch als überwältigende 
Existenzialistische Lebensparabel

Deren magisch reale Bilder entfalten 
Einen Sog der die absurde Fatalität 
Dieser tatarischen Festung wo sich Jahre entleeren echt werden lässt

Eine faszinierende Sprache die vom
Geist des Existentialismus beeinflusst
Camus zutiefst beeindruckte zog auch
Den Autor dieser Verse in den Bann 


Das Kapitel 2 in dem Roman Die Fünf 
Von Vladimir Jabotinsky ist mit dem
Namen Serjosha überschrieben den 
Der Erzähler dort auch kennenlernte

Als er das Theater aus dem letzten
Kapitel verließ in dem ihm noch
Jemand erzählt hatte dass die schöne
Rothaarige Jüdin Milgrom hieß war es

Ihm eingefallen dass er bereits ein
Mitglied der Familie Milgrom kannte
Es wäre im Sommer am Strand wo
Er bei Freunden zu Gast war

Während die anderen noch schliefen 
War er zum Meer gegangen hatte das
Boot zum Wasser gezogen um dann
Festzustellen dass die Dolle für das

Eine Ruder beschädigt war als ein
Wie er schätzte etwa sechzehn
Jahre alter Gymnasiast an der
Uniform erkennbar auftauchte

Dieser wäre anders als er sehr
Geschickt und bastelte sogleich
Eine neue Dolde und schnitzte
Sie mit seinem Finnmesser zurecht

Während des Ruderns sprach der
Knabe wie ein alter Seemann über
Tote Delphine oder die Uniformen
Der Gymnastinnen welche dabei

In Lila eng anliegend die Figur noch
Betonten und andere Geschichten
Von seiner Familie und den Versen
Die er über Marussjas Passagiere

Machen muss so werden dort die
Männlichen Gäste der Schwester
Wohl aus der Universität genannt
An der ihr Vater Professor ist

Der Erzähler erfährt warum
Serjosha heute schwänzem musste
Weil er in Latein an die Tafel sollte
Was ja heute überhaupt nicht ging

Sie rudern unter immer wieder
Ausschöpfen des Bootes bis zum
Hafen wo er ihm ein Essen noch
Versprach was köstlich wurde 

Serjosha lud ihn dazu ein zwar 
Ohne Gabel aber es gab feine
Sesamkringel die der Junge noch
Besonders gekonnt belegte

Dann Fisch den sie mit den 
Fingern von den Gräten aßen
Zum Nachtisch versanken sie
In Wassermelonen glücklich

Es sei das köstlichste Mal je
Gewesen erinnert sich der Erzähler
Dann besuchen sie noch eine Bar
Am Ende kommt noch ein Freund mit

Deren Gespräch verschlief er zwar
Ganz entspannt vom hin rudern noch
Erschöpft aber sollte den Inhalt dann
Später im Literatur Café erfahren

Dorthin geht es dann im nächsten
Kapitel auf das ich mich schon freue 
Rasant humorvoll und gut erzählt ist
Diese Geschichte aus Odessa

Serjosha wechselt für einzelne Sätze
Ins französische spricht im Hafen 
Mit einigen derbes griechisch und
Benutzt viele Ausdrücke im Dialekt

Diese eigene Sprache des alten 
Odessa setzt sich aus russischen
Jiddischen englischen italienischen
Wie typischem Slang zusammen

Die Worte wären teils unmöglich
Zu übersetzen werden dann aber
In den Anmerkungen humorvoll 
Erläutert was spielerische Tiefe zeigt

Ein vielfältig geniales Buch was mit
Viel Spaß eine alte Welt wieder leben 
Lässt und den Erzähler dabei doppelt 
Als Beobachter und Teilnehmer zeigt

jens tuengerthal 30.9.26

Wesenheit

Wesenheit 

Nach der Deutschen Wesen zu fragen
Ist eine immer Gemeinheit weil gleich
Die Verse Geibels im Ohr nach denen
Am deutschen Wesen die Welt doch
Nochmal genesen soll was heute im
Spiegel der Geschichte eher nach


Grauenvoller Drohung klingt läge 
Darin nicht schon eine Anmaßung
Die so fein passend zugleich ist
Gegen die Kleinstaaterei nach der
Auflösung des Kaiserreiches mit dem
Reichsdeputationshauptschluss was 
Ein das deutsche Wesen auch
Ganz treffend beschreibendes
Wortungetüm ist dichtete Geibel im

Jahr 1861 also noch vor den Kriegen 
Von 1864 mit den Dänen an der Düppeler Schanze oder der Schlacht
Von Königgrätz 1866 gegen Austria
Als Wien offen stand aber Bismarck
Lieber die Nation einen wollte die

Dann 1871 das zweite Reich in
Versailles begründete und damit 
Das alte Preußen zu Grabe trug
Aber diese Verse sind noch aus 
Der biedermeierlichen Sehnsucht 
Nach romantischer Nation entstanden
In der noch ein Echo auch der
Befreiungskriege gegen Napoleon
Nachhallte ohne nachhaltig an die
Vernunft für Frieden zu appellieren
Wurde auf Krieg und Nation gesetzt 
Über die der Europäer lacht der
Dafür der Welt erzählt wie sie
Nach seinem Vorbild zu sein habe
Was diese von den ehemaligen
Kolonialherren gerne annimmt
Womit sich zeigt Europa lernt
Vom deutschen Wesen und der
Deutschen Tochter an der Spitze
Alte Fehler umgefärbt zu wiederholen
Der Spruch bleibt also leider wahr
Und was er sagt so falsch wie immer
Nur mehr Gemütlichkeit und auch
Kindergarten könnte sie lernen
Die Jugend blühen zu lassen
Das schadete niemand derzeit 

jens tuengerthal 30.9.26


Deutsche Gemütlichkeit

Deutsche Gemütlichkeit

Deutsche Gemütlichkeit beschreibt 
Ein tiefes Gefühl von innerer Ruhe Geborgenheit und Bequemlichkeit es ist ein Zustand der Entspannung 

Ohne Stress oder Hektik in warmen Räumen mit Kerzen Kamin und gutem
Essen Beisammensein mit Freunden 
Wird diese in aller  Ruhe geschaffen

Das Goethe-Institut und internationale 
Sprachschüler wählen den Begriff oft 
Zum schönsten deutschen Wort auch
Wenn manche es eher spießig finden

Die Dänen nennen es Hygge aber
Meinen das gleiche nur schicker als 
Deutsche Gemütlichkeit damit das
Gegenteil von Friedrich Merz Hektik

Die Gemütlichkeit ist abgeleitet vom
Gemüt ein typisch deutsches Wort für
Wohlbefinden das Franzosen wie die
Engländer als Lehnwort übernahmen 

Eine menschenfreundliche warme Atmosphäre und Umgebung zum
Wohlfühlen ausgeglichen geborgen 
Konfliktfrei und sorglos bringt sie 

Ruhe in die Hektik und Gemütlichkeit 
Verträgt keine Aufregung keinen Streit 
Keinen Zwang keine Sorgen kann in 
Der Kunst schnell kitschig wirken

Die Gemütlichkeit geht Hand in Hand
Mit der Verlässlichkeit die deutsche
Qualität als Gütesiegel trug bis es
Global und hektisch dafür wurde 

Was gut deutsch war hielt ewig
War keinen Moden unterworfen
Wäre also wirklich nachhaltig sollte
Vielleicht wieder modern werden

Eine Welt die von allem weniger
Braucht und zu viele Menschen
Hat die zuviel Dreck produzieren 
Viel zuviel Natur noch versiegelt

Braucht dringend eine Atempause
Im Sinne deutscher Gemütlichkeit
Um wieder zur Ruhe zu finden die wir
Zum überleben so dringend brauchen

Folgen wir der Deutschen Natur nur 
Gehen in die Wälder wieder die so
Langsam wachsen wie atmen lassen
Mehr als Gemütlichkeit braucht es nie

Aber mehr Gemütlichkeit wäre dafür
Um so dringender auch gegen das
Unversöhnliche Geschrei mancher
Liegt die Ruhe immer in der Mitte

jens tuengerthal 30.9.26

Verbotsgefahren

Verbotsgefahren

Ein Verbotsverfahren gegen die AfD
Wird immer dringlicher diskutiert
Auch die Linke betreibt dies aktiv
Bei der sich diese Frage auch stellt

Es werden in Gutachten zahlreiche
Punkte aufgeführt die ein Verbot wohl
Begründen können aber der dabei
Wichtigste wird leider noch ignoriert

Die Nähe zu Putin wie auch die 
Kontakte und Spenden aus diesem
Netzwerk dürften wohl genügen 
Eine aktuelle Gefahr zu begründen

Die Versuche Russlands Europa
Politisch zu destabilisieren durch
Förderung radikaler Kräfte ist ein
Kriegerischer Akt gegen die Freiheit

Deren Verteidigung darf sich nicht
Länger auf empörte Reden noch
Beschränken sondern erfordert Taten
Wie infolge Verbote von Parteien

Dies wäre dann eine wasserdichte 
Begründung des Verbotsverfahrens
Was auf Informationen des BND fußt 
Diente damit der stabilen Mitte 

Unvereinbarkeit von Beamtenstatus 
Mit AfD Mitgliedschaft muss geregelt 
Werden um eine Wiederholung der Geschichte dauerhaft  zu verhindern

Inwieweit bereits die Veränderung
Des Diskurses zum Thema Migration
Artikel 1 Grundgesetz verletzt sollte
Dabei auch endlich diskutiert werden 

Wer bestimmte Dinge ausspricht
Riskiert damit ein Strafverfahren
Wäre Verteidigung des Rechtsstaats 
Nicht Zensur für unmündige Bürger

Doch ein Verbotsverfahren sollte auf
Die militärische Bedrohung durch den
Russischen Imperialismus gestützt
Werden statt auf Antifaschismus

Antifaschismus begründete einst
Den Bau der Mauer die dort auch
Entsprechend genannt war eine
Rechtfertigung des SED Unrechts

Die großen politischen Schlagworte
Tragen eher zur Polarisierung bei
Dabei sind Linke und BSW einem 
Verbot vermutlich ähnlich nah 

Zeiten der Krise wie sie auch der
Unfähige Kanzler Merz verursacht 
Neben der Bedrohung durch Putin
Erhöhen die Gefahr der Polarisierung 

Wer den rechten Rand verbietet aber 
Den linken sogar regieren lassen will 
Stört damit das Gleichgewicht weiter
Was keine Stabilisierung bringen wird

Wowereits Sünde der Beteiligung
Der Erben der SED die sich heute
Linke nennen an der Macht ist ein
Anfang der heutigen Probleme auch

Die Leitung der Verwaltung sollte
Stabil und zuverlässig sein und nicht
Mit Feinden der Verfassung noch
Besetzt werden können je

Die CDU hat mit ihrem Versuch die
AfD noch rechts zu überholen aber
Grüne als Bedrohung der Freiheit
Zu inszenieren das Problem verstärkt

Ein Land ist so stabil wie seine Mitte 
Zu dessen Ordnung auch steht und
Der noch Kanzler erntet die Folgen
Seiner vorherigen Polarisierung

Darum ist die schwächste Phase der
CDU eine Gefahr für die Demokratie
Die Stabilität aus der Mitte braucht
Für die Angela Merkel lange stand

So hat Merz die AfD verdoppelt weil
Es deren Hass latent immer gab nur
Schlafende Hunde leichtfertig geweckt
Ist nicht mehr Herr des Verfahrens

Ob ein Viertel der Bevölkerung die
AfD wählen oder ein Drittel mit der
Linken ihre Wahl verlieren würden 
Ist weniger wichtig als die Mitte

Sie muss gestärkt und stabilisiert
Werden ohne weitere Polarisierung 
Die demokratische Mitte zu sichern 
Wäre damit Grund genug des Verbots

Leider jedoch ein juristisch dabei
Unbeachtlicher Grund der für ein
Verfahren damit dahinstehen kann
Weil er politische Fragen betrifft

Auch wenn die Verstöße gegen
Den Geist des Grundgesetzes durch
Das Thema Remigration die nur ein
Schlecht getarnter Rassismus noch ist

Gefühlt sicher genügen auch im
Verfahren thematisiert werden sollten 
Bleibt der Geist ein bloßes Gespenst 
Brauchen Verbote harte Fakten

Die Drohungen Russlands gegen die
NATO sind eine konkrete Gefahr dem
Nahestehende sind damit Feinde was
An dieser Stelle genügen sollte

Den Rest erledigt der BND der aus
Der Aufklärung Ost entstand sich
Mit vielen Kisten den Amis anbot
Als sie noch die Freiheit verteidigten 

Informationen liegen genug vor
Quellen dürfen geschützt werden
Der innere Kampf wird damit nach
Russland strategisch ausgelagert

jens tuengerthal 30.9.27

Dienstag, 29. September 2026

Lektürentagebuch 29.9.26

Lektürentagebuch 29.9.26

Drei Bände der Anderen Bibliothek
Durfte ich mir zum Geburtstag gönnen 
Die sich beim kleinen Antiquar in der
Prenzlauer Allee für mich fanden 

Auf dem Weg zum Einkaufen ging ich
An dem winzigen Laden vorbei der bis
Obehin mit Büchern vollgestopft ist
Die ich gleich heute zu lesen begann


Als erstes Vladimir Jabotinskys
Roman Die Fünf als Buddenbrooks 
Aus dem jüdischen Odessa vom
Untergang der bürgerlichen Welt 

Der Autor ein brillanter Feuilletonist
Wie Mitbegründer der zionistischen 
Bewegung unternimmt eine imaginär
Romanhafte Reise nach Odessa

Die Stadt in der er 1880 geboren
Wurde und in der er Kindheit wie
Seine jungen Jahre verbrachte bis
Die Revolution alles zerstörte

Die Fünf ist eine elegische Erinnerung
Verkörpert in den fünf Geschwistern 
Der Familie Milgrom die in den Wirren
Der Revolution aufwachsen 

Er spielt zu Beginn des Jahrhunderts
In denen ein neues gesellschaftliches
Wie staatliches Erwachen begann das
Mit den fünf Kindern verbunden ist

Es sind Marussja Marko Lika Serjosha
Und Torik einen Teil erlebte er und
Einen anderen bekam er berichtet
Oder dichtete ihn wo nötig dazu 

Odessa damals eine russische Stadt
Der Autor verbürgt sich für seine
Geschichte und die Lebensläufe
Weil er Kinder und Mutter gern hatte 

Er sei ein Sohn der Zeit in der sie
Alles hatten Elend und Glanz dabei
Kennt er Schmutz und Licht sei ihr
Sohn und liebe auch ihre Schatten

Kapitel 1 trägt den Titel die Jugend
Erzählt wie er Frau Milgrom und ihre
Älteste Tochter erstmal im Theater
Sah und die Rothaarige beobachtete

Wie ihn ein Zeitungskollege auf die
Kleine Jüdin aufmerksam machte
Die wie ein Kätzchen im Muff wäre
Aus ihren roten Haaren so schaute 

Er entdeckte die kleine Rothaarige
In der zweiten Pause in einer Gruppe
Von Studenten sie mochte 19 sein 
War vollblütig wunderbar gebaut

Sie zeigte gewagt Ausschnitt und
Was er hörte bestätige den ersten
Eindruck noch und meinte von sich
Es gäbe bald keinen Studenten mehr

Der sich rühmen könnte sie noch nie
Geküsst zu haben mehr hörte er nicht
Die Vorstellung endete grandios mit
Einem begeisterten Sturm des Parkett 

Marussja war außer sich vor Glück
Zeigte ihrer Mutter ihre engsten 20
Freunde unter den Studenten die
Das Parkett gestürmt hatten 

Jabotinsky erzählt wunderbar bunt
Mit sinnlichen Andeutungen und lässt
Die studentische Welt im Theater
Damit ganz frisch lebendig werden 


Das Handbuch des Aufsteigers
Schrieb der 1829 geborene Maurice
Joly im Gefängnis der für seine
Politische Abrechnung berühmt wurde 

Sein Handbuch ist ein Ratgeber voll
Scharfsinn Ironie und Zynismus geht
Davon aus dass die Gesellschaft in
Einem ständigen Kriegszustand lebt

Dieser werde durch Gesetze geregelt
Was er in der Einleitung in der dazu 
Politischen und sozialen Theorie des 
Buches mit viel Ironie begründet

Seine Motivation hat er vorher schon
Mit kursiv gedruckten Worten an die
Herren der Académie Francaise mit
Viel Witz erklärt es bräuchte es nun

In der Einleitung begründet er zuerst
Die der Gleichheit entgegengesetzten 
Instinkte also Stolz Neid Egoismus
Intoleranz Genusssucht Machtgier 

Sie hoffen auf Gleichheit weil sie sich
Mit ihr über andere erheben wollen
So seien Revolutionen Explosionen 
Von Bedürfnissen und Interessen

In denen Leidenschaft noch vor den 
Prinzipien wirken daraus folgert er
Eine Definition der Gesellschaft die
Ein Krieg sei den Gesetze regeln 

So bestünde die öffentliche Ordnung
Nur zum Schein in Wirklichkeit sei 
An der Basis ständig Krieg dabei
Bringe es wer im Leben zu etwas

Der seinen Interessen und auch
Leidenschaften folge seine Eigenart
Damit zur Geltung bringt auf die jedes 
Individuum ein Anrecht habe 

Die Gesetze regeln dabei alleine die
Kampfbedingungen und die Waffen 
Woraus eine Welt der Intrigen entsteht
Die für Kenner Verfahrenskunst sind

Ein ständiger Kampf aller gegen alle
In dem sich die Ehrgeizigen bemühen
Das gab es schon immer aber die
Moderne beginnt unter unbekannten 

Bedingungen neu es hält dabei kein
Klassenunterschied noch in 
Schranken alle sind in die Arena
Berufen in der sie nun kämpfen

Nichts hält finstere Gesellen auf die
Außer Ehrgeiz noch Genie besitzen 
Doch wie lässt sich das Gleichgewicht 
Ohne einen Bürgerkrieg noch halten

Was hält die Massen noch im Zaum 
Wie ertragen sie das alles hilft die 
Religion oder Philosophie Gefühl
Der Zügel der Gesetze ganz allein

Was können die wenigen die mit
Gesetzen ihr Eigentum schützen
Gegen die Masse der Entrechteten
Noch tun erhöben diese sich je

Aber nichts regt sich und wenn
Kehrt alles bald zur Ordnung zurück
Falls diese gestört wurde doch 
Warum ist ein Geheimnis noch

Gleichheit hält fast keine von ihren 
Versprechungen wurde sie erst per
Gesetz verkündet siehst du dich der
Ungleichheit der Kräfte gegenüber

Unterschiede an Herkunft wie an 
Fähigkeiten bestehen und schaffen
Neue Privilegien und Barrieren so
Unüberwindbar wie Klassen früher

So muss es Kräfte geben dass die
Menschen einander ertragen und
Sich unterordnen alles wird durch
Macht untereinander geregelt

Durch Unterordnung bekommen
Die Menschen ihren festen Platz
In der Ordnung die sich nach den 
Privilegien untereinander verteilt

Das Leben als eine Lotterie mit nur 
Beschränkten Gewinnen wer gewinnt
Schaltet die anderen aus es bleibt
Stets erbarmungslos noch dabei

Gehalten nur durch den Zügel der
Gesetze sehen wir eine Rückkehr
Zur Gewalt und Freiheit der Natur
Alle suchen im beschränkten Raum

Dabei ihren Platz zu finden und
Müssen die anderen ausstechen 
Wer nicht stark genug ist und sich
Nicht über die Masse erheben kann

Muss ersticken im Gewimmel dabei
Wird alles Schwache unterdrückt so
Will es das Gesetz des Kampfes was
Das Fatum moderner Zeiten sei 

Wer fällt wird unter den Füßen der
Anderen wertlos ein Kadaver der vom
Schlachtfeld zu verschwinden hat es
Zählt Aufsteigen und erfolgreich sein

Aufsteigen und erfolgreich sein erklärt
Eine ganze Zivilisation es geht nur 
Darum zu erforschen wie das möglich
Gemacht werden kann daraus folgen

Drei Punkte wer das Leben meistert
Wäre dumm es anderen zu zeigen 
Wer besser beobachtet ist erfolglos 
Wer es begreift muss es nicht nutzen


Der nächste Band der geliebten 
Anderen Bibliothek ist von Jack El-Hai
Der aufgrund von Dokumenten die
Begegnung der amerikanischen

Militärpsychiater mit der Elite des
Nazirgimes beschreibt unter ihnen
Auch Hermann Göring von dessen
Verhaftung zuerst berichtet wird 

In Vorbereitung der spätereren
Nürnberger Prozesse vor dem
Internationalen Militärgerichtshof 
Untersuchten amerikanische Ärzte

Die inhaftierten Nationalsozialisten
Auf ihre physische und psychische
Verfassung dabei war Göring die
Dominante Figur unter ihnen

Sie faszinierte den leitenden
Armeepsychiater Douglas M Kelley
Der über die Nazipsychen das Böse 
Im Menschen erforschen wollte

So wollten sie es in Zukunft bannen
Göring entzog sich der Hinrichtung
Durch eine versteckte Zyankalikapsel
Sein Psychiater machte es genauso

Nur wölf Jahre später dann vor
Augen seiner ihn fürchtenden Familie
Und mit dessen letzten Momenten
Davor beginnt das Buch rätselhaft

In diesem ersten Kapitel Das Haus
Wird das Haus des Psychiaters im
Norden von Berkeley in Kalifornien 
Sehr fein noch beschrieben

Im zweiten Kapitel unter dem Titel
Mondorf-les Bains wird die Verhaftung 
Von Göring beschrieben der noch
Davon ausging frei zu kommen

Auf ein Bündnis mit den Amerikanern
Dabei setzte wollte ihn doch Hitler
Kurz vor Kriegsende noch umbringen 
War er sich der Wirklichkeit nicht klar

Er ließ sich Champagner bringen und
Wie ein hochrangiger Staatsmann
Noch behandeln der er glaubte noch
Zu sein und posierte für Bilder

Der Flug nach Nürnberg mit dem
Offizier Bo Forster allein verlief
Erstaunlich zivil Göring hätte sich
Wie ein guter Offizier dabei verhalten 

Denke an meinen Urgroßvater der
Görings Flugzeug nach dem Absturz
Des roten Baron Richthofen den er
Vorher betreute warten musste

Dieser Kontakt hat ihn einmal
Aus der Nazi-Haft befreit in die
Er geriet weil er seinen jüdischen
Bankier bei dessen Abführung

Höflich wie immer gegrüßt hatte
Sagt die Familiensage die vom
Widerstand gegen Nazis lieber 
Erzählte als von Göring noch

jens tuengerthal 29.9.26

Geburtstäglich

Geburtstäglich 

Geburtstage sind immer etwas
Außergewöhnlich dabei sollten wir
Uns nach 56 Jahren Jahren langsam
An den jährlichen Ausnahmezustand
Gewöhnt haben und doch sind diese
Tage noch etwas spezielles was 
Ganz eigenen Regeln folgt die sich
Gerne etwas gönnen wollen aber
Am Ende doch wieder enttäuschen
Weil nichts je wird wie erwartet
Warum ich seit Jahren schon die
Erwartung so tief wie möglich hänge 
Damit auch nie enttäuscht wurde 
Aber was soll schon passieren
Wenn sie wie heute nur ein Dienstag
Wie andere Dienstage auch sind
Seltsam genug dennoch von einigen
Lieben fern und nah bemerkt wurden
Alles besonders genug nun dafür war
Die Sehnsucht nach Normalität schon
Fast wieder größer wird was auch
Mit nächtlicher Korrespondenz mit der
Geburtstagsschwester begann mit der
Sich so einmal jährlich geschrieben
Die eines alten Freundes Kusine ist
Wunderschön jung rothaarig blieb 
In ganz ferner Erinnerung noch
Was auch so seltsam und besonders 
Nach Glückwünschen alter Freunde
Freundinnen und der Liebsten die
Kaum ist das Telefon eingeschaltet 
Mit hoher Frequenz eintrudeln kommt
Das gute Mittagsloch was noch Zeit
Zum dichten lässt wie lesbar dazu 
Scheint auch noch die Sonne
Was im Berliner Herbst besonders
Nun ist es schon der 27. Geburtstag
In Berlin und bald habe ich mehr
Geburtstage hier gehabt als sonst
Irgendwo an einem Ort je aber
Bleibe nur ein Besucher hier der
Nie sich Berliner nennen würde
Noch Bremer wo zufällig geboren
Oder Frankfurter und Kurpfälzer
Nur zufällig halt gerade hier lebt
Gespannt was noch kommt oder
Uns allen auch erspart bleibt
Genieße ich heute was ist
Und danke meiner Mutter
Die heute was leistete
Was mir nur geschah

jens tuengerthal 29.9.26

Montag, 28. September 2026

Lektürentagebuch 28.9.26

Lektürentagebuch 28.9.26

Das erste Kapitel des siebten Teils 
Der Buddenbrooks beginnt mit der
Taufe in der Breitenstraße bei der
Alles vorhanden ist was die gute 

Tante Madame Permaneder also Tony
In Tagen der Hoffnung vor sich sah
Viele Tassen mit kochend heißer
Schokolade füllt das Folgmädchen 

Mit Sahne noch auf dem ungeheuren
Teebrett mit vergoldeten Griffen 
Während Diener Anton einen großen
Baumkuchen in Stücke schneidet

Ordnet Mamsell Jungmann noch
Konfekt und frische Blumen in den
Silbernen Dessertschüsseln mit dem
Prüfenden Blick aus der Schulter

Dann wird fein aufgezählt wer der
Familie vertreten ist und wer nicht 
Welche alle noch dazugehören von 
Den großen Lübecker Familien

Dort wurde der Stammhalter des
Hauses Buddenbrook getauft was
Doch ein bedeutendes Ereignis wäre
In der vornehmen Gesellschaft

Es war im Frühling des Jahres 1861
Als der Erbe endlich kam der noch
Ganz unscheinbar aussieht dort vor
Seiner Taufe mit langen Wimpern 

Der Knabe lebt und es hätte nicht
Viel gefehlt dass es anders noch
Gekommen wäre hatte der Doktor 
Grabow zu Thomas danach gesagt

Woran nicht viel fehlte hatte Tom
Lieber nicht nachgefragt denn nun 
War das ersehnte Kind ja da und
Mehr musste er nicht verstehen

Die ganze Familie ist anwesend
Wird aufmerksam beschrieben
Bis zu Tiberius Mitbringsel dem
Riesigen ausgestopften Bären

Dieser hält jetzt eine Schale für
Die Visitenkarten zwischen den 
Bärigen Tatzen hat also auch
Einen guten Zweck im Haus

Die Paten sind ausgesucht aus
Der Verwandtschaft und dazu
Bürgermeister Overdieck als
Eher ferner und greiser Pate

Die Familie demonstriert dadurch
Ihren Aufstieg und ihre Rolle in
Der ehrenwerten Hansestadt Lübeck
Zeigt sich als eine der ersten damit

Der Junge wird Justus Johann Kaspar
Getauft die Paten zu ehren und alle 
Verwandten und Gäste küssen den 
Täufling der es geduldig erträgt

Dann kommt noch eine herrliche
Rede in Platt vom Speicherarbeiter
Grobleben der ganz rührend wie
Zu allen großen Festen gratuliert

Er kommt dann zum vermodern
Was wir alle noch müssten aber
Übergibt dann seine sich schon
Etwas entblätternden Rosen nicht

Ein wenig plattdeutsche Bindung
An die Basis wird höflich gespielt
So etwas gibt es wohl in allen großen 
Familien die darüber milde lächeln 

Zum Abschied küsst Tony ihren 
Bruder und verkündet ihre Freude
Über den Namen Johann der doch 
Zeige es ginge was bei Buddenbrooks

Wie fein gesponnen ist das wieder
Angesichts des schwachen Kindes
Wie dem bald Ende und Untergang
Scheint nochmal alles gut zu sein


Gut gelaunt lobt Settembrini nun
Im Zauberberg das Fahren zu dem
Er eingeladen wurde fordert Wehsal
Auf das eigene Leid angesichts der

Schönheit der Welt die sie umgibt
Was er mit seinem eher schäbigen
Lederhandschuh zeigt wie das
Unsympathische Ich zu vergessen

Diese typisch italienische Frechheit
Mit der Settembrini Wehsals ganze
Mühsal mit dem Leben hopps nimmt
Ist wunderbar wieder beschrieben

Sie hatten beste Fahrt freuten sich
An der Natur hielten irgendwann am
Waldrand von wo aus es zu Fuß nun
Weitergehen sollte zum Ziel

Langsam wurde das Geräusch hörbar
Mit zischen und brausen worauf nun
Settembrini meinte noch sei es eher
Schüchtern vor Ort sei es brutal laut

Pieter Peeperkorn ging voran auf
Den Arm von Clawdia gestützt und
Hinter ihnen Hans Castorp und die
Übrigen Herren am Ende der Malaie

Sie sprachen über den besonderen
Wald der malerisch eigentümlich ja
Exotisch doch unheimlich auch war
Flechten umsponnen alles dort

Eine schwere bizarre Entstellung war
Der verzauberte krankhafte Anblick
Es ging dem Wald nicht gut denn die
Flechte drohte ihn zu ersticken

Das Rumpeln und zischen wurde
Allmählich zum Getöse machte die
Vorhersage Settembrinis wahr dann
War der Blick auf die Schlucht frei 

Hier war das Höllenspektakel des
Wasserfalls nun sichtbar der über
Sieben oder acht  Meter herabfiel
Mit einem unsinnigen Lärm dabei

In diesem schienen sich alle nur 
Möglichen Geräusche und Laute 
Zu Donnern Zischen Gebrüll Gejohle
Tusch Krach Geprassel Gedröhn

Mit Glockengeläut noch zu mischen
Es wollten einen die Sinne vergehen 
Dicht traten die Besucher auf dem
Schlüpfrigen Felsengrund heran 

Betrachteten dabei feucht angeatmet
Wie angesprüht in Wasserdunst ganz
Eingehüllt die Ohren überfüllt vom 
Lärm dazu Blicke tauschend und mit

Verschüchtertem Lächeln die Köpfe
Schüttelnd das Schauspiel dieser
Dauerkatastrophe aus Schaum und
Geschmetter deren übermäßiges

Irres Gebrause sie betäubte ihnen
Furcht erregte und Täuschungen des 
Gehörs verursachte sie glaubten von
Überall Rufe und Posaunen zu hören

Peeperkorn entblößte sein Haupt
Dehnte die Brust in der Frische
Sie verständigen sich durch Blicke
Und Zeichen weil Worte unhörbar

Ihre Lippen formten Worte des 
Erstaunens und der Bewunderung
Die lautlos blieben nun verabredeten
Sich Castorp Settembrini und Ferge

Durch Kopfwinken die Höhe der
Schlucht zu ersteigen an deren Grund
Sie sich gerade befanden das Wasser 
Vom obersten Steg zu betrachten

Stufen führten sie hinauf die sie nun
Hintereinander erkletterten um dann
Von der Brücke oben zu winken über
Der Rundung des Falles schwebend

Sie alle wollten einen ruhigeren Platz
Für die Vesper suchen Peeperkorn
Aber wollte dort er war der Herr der
Regie und Befehlshaber damit

Schon die Wucht der Persönlichkeit 
Hätte den Ausschlag gegeben selbst
Wenn er nicht Veranstalter gewesen
Wäre das Format tyrannisch genug

Er wollte im Donner vespern das war
Sein großmächtiger Eigensinn wer
Nicht leer ausgehen wollte musste
Bleiben die Mehrzahl war unzufrieden

So breitete der Malaie das Picknick
An Ort und Stelle aus es drängten alle
Zur Verteilung saß auf Geröll und
Dem Geländer des Steges denn 

Stühle gab es nur für Peeperkorn und
Clawdia mit Tassen in der Hand wie
Dem Teller auf den Knien vesperten
Schweigend im großen Getöse

Peeperkorn trank Portwein aus einem
Silbernen Becher mit Monogramm
Dann begann er zu sprechen dabei
Konnte keiner irgendwas hören

Gestenreich sprach er tonlos nun
Wie in den luftleeren Raum alle die 
Es betroffen sahen dachten er würde
Dies nutzlose Tun sogleich beenden

Er aber fuhr fort mit Aufmerksamkeit
Fordernden Kulturgebärden und dabei
Schaute er wechselnd jeden an was 
Diese zwang ihm nett zuzunicken 

Nun stand er sogar auf in seinem
Zerdrückten fast fußlangen Mantel
Den silbernen Becher in der Hand
Barhäuptig mit aufgestelltem Kragen

Er versah die Undeutlichkeit seines
Tauben Toastes mit den bannenden 
Zeichen der Genauigkeit es waren
Die gewohnten Wendungen von ihm

Perfekt und Erledigt war von seinen 
Lippen dabei zu lesen nichts weiter
Er neigte sein Haupt schräg mit der
Zerrissenen Bitternis seiner Lippen

Das Bild des Schmerzenmannes war
Sichtbar dann blühten seine üppigen 
Grübchen wieder eine sybaritische
Schalkheit tanzender Gewänderraffe

Die heilige Unsittsamkeit eines
Heidenpriesters der den Becher
Kreisen lässt und dann austrinkt
Diesen dem Malaien nun reicht

Damit gab er das Zeichen zum 
Aufbruch alle verbeugten sich
Dankend gegen ihn und taten
Nach seinem Geheiß sofort

Der Javaner in Hut und Pelzkragen
Raffte die Reste des Mahls und das
Geschirr zusammen es ging zurück
Wie sie gekommen waren zur Straße

Peeperkorn hatte mit großer Geste
Gesprochen keiner hatte auch nur 
Ein Wort verstanden aber dafür seine 
Kulturgesten genau beobachtet

Es war völlig egal was die große
Persönlichkeit inhaltlich sagte seine 
Immer Luftblasen wirkten durch die
Gesten die er dabei noch vollzog

Der hier wunderbar verspottete 
Dichterkollege Hauptmann hatte
Die Karikatur erst übel genommen
Aber nach einem Brief verziehen 

Was sollte er auch tun gab er sich
Beleidigt war die Karikatur treffend
Lachte er darüber zeigte er Größe 
Mit etwas Verzögerung gelang es

Der damals schon Nobelpreisträger
Für Literatur Hauptmann hatte die
Schlechteren Karten dabei jedoch
Verteidigte ihn Stockholm indirekt

Thomas Mann bekam seinen
Nobelpreis darum nur für die
Buddenbrooks obwohl doch der
Zauberberg noch viel genialer war

Diese Kulturgeschichte des alten
Europa wurde einfach ignoriert weil
Einer der Jury Hauptmann noch
Hier engstirnig verteidigen wollte

Im Ergebnis zeigt sich damit nur 
Thomas Mann war auch diesen
Um Längen geistig überlegen aber
Manch menschliches macht klein 

jens tuengerthal 28.9.26