Lektürentagebuch 9.3.26
Über den Esprit in der französischen
Kultur schreibt mit diesem wieder der
Gute Egon Friedell in seiner so feinen
Kulturgeschichte der Neuzeit weiter
Dieser sei im 18. Jahrhundert geboren
Aber dieser Champagnergeist der
Schaum und Wein zugleich ist wie die
Sucht nach ständiger Erregung lässt
Andere Teile des Geistes verdorren
Wie Monumentalität und Würde oder
Ernst und Tiefe diese werden dann
Hochmütig des Witz wegen gemieden
Der Glanz des scheidenden Barock
Sei Phosphoreszenz der Verwesung
Es wird nicht mehr in Systemen und
Schwer logischen Schlüssen gedacht
Sondern in gedrängter eher pikanter
Polemik in facettenreichen Bonmots
Kurzweiligen Satiren eher gepfefferten
Pamphleten scharfen Aphorismen
Auch in poésie fugitives was kleine
Oft satirische Gedichte waren mit gern
Frivol ironischem Inhalt noch die im
Geselligen Kreis spontan entstanden
Leider schreibt Friedell über diese
Luftige Lyrik wenig doch gibt es ja
Andere auch virtuelle Quellen die das
Spannende Thema weiter vertiefen
Der frühe Voltaire ist der bekannteste
Vertreter dieser Gattung über die uns
Friedell leider nicht mehr erzählt ihr
Geist war epikureisch als Carpe Diem
Nach Diderots Definition ist es die
Poesie die sich der Kontrolle des
Autors entzieht und darüber hinaus
Weiter noch zirkuliert und sich wandelt
Diese namentlich leichte Poesie war
Viel langlebiger als gedacht weil sie
Im sozialen Zusammenhang dann als
Redensart weiter verwendet wurde
Mit gleich zwei Beteiligten aus den
Bösen Philosophen von Philipp Blom
War es mir eine Erwähnung doch wert
Um Brücken zur Aufklärung zu bauen
All diese Teilnehmer der Tafelrunde
Von Baron Holbach stehen auch für
Den philosophischen Esprit der sich
In den Salons von Paris entwickelte
Es gab schreibt Friedell nun wieder
Lyrisch epigramatische Niaiserien
Also Nichtigkeiten die nur noch den
Dünnschliff eines Ideengangs geben
So würden Dialog Roman Novelle
Zum Gefäß der Philosophie selbst
Der tiefgründige Montesquieu zieht
Durch seine Lettre Persanes noch
Das bunte Band einer lüsternen
Haremsgeschichte die jedermann
Verstehen soll auch Halbgebildete
In den Salons und die Damen auch
Dieser Geist zeige sich auch in den
Porträts so ließen sich Gelehrter nicht
Länger mit Buch und Brille abbilden
Sondern eher nach ihrer Natur
Dafür als lächelnde nonchalante
Weltleute nichts durfte mehr an
Die Produktion der Bilder erinnern
Sie wurden leichte geschmackvolle
Galanterieartikel als eine der vielen
Überflüssigkeiten des luxuriösen wie
Genießerischen Lebens während die
Gärten sich nun allen öffneten
Wobei jeder Adel gehobene Bürger
Mann und Frau Geistliche wie Laien
Meinte das Volk hatte noch keinen
Zutritt weil seine Existenz noch nicht
Bemerkt wurde was später erst kam
Eine eher gewagte These ist wo sie
Mit den Schriften Diderots verglichen
Wie auch Friedells Schlussfolgerung
Das Volk würde es zur Waffe machen
Die zur Bedrohung eingesetzt wurde
Wie schließlich auch als Brennstoff
Um die Welt in Flammen zu setzen
Um das Leben in einem ständigen
Genuss zu verwandeln so würde sich
Nur zur Sicherheit auf Erden schon
Das Paradies bereitet wie es dazu
Madame de la Verrue bemerkte die
Als Kind zur erzwungenen Geliebten
Am Hof von Savoyen wurde später
Von dort floh um in Paris einen der
Bekanntesten Salons zu führen wie
Sich eine große Sammlung an Kunst
Zuzulegen sie trug den Spitznamen
Madame de la Volupte für Lebenslust
Spannend ist immer wohin mich führt
Was Friedell nicht weiter erläutert
Das Weiterlesen ist eine stete Freude
Weil es neue Brücken in die Zeit baut
Die Menschen wollten sich in diesem
Paradies delektieren ohne dafür die
Kosten zu bezahlen die Früchte
Des Reichtums genießen ohne die
Strapazen der Arbeit eine soziale
Machtstellung ohne alle Pflichten
Die Freuden der Liebe ohne ihre
Schmerzen nimmt von ihr nur die
Süße luftige Creme so seien sie
Immer amourös aber nie ernstlich
Verliebt so nehmen sie einander
Ohne sich dabei zu lieben wie es
Bei Crébillon Fils heißt dem Autor
Und Sohn des damals bekannten
Dramatikers verließ sich auch ohne
Einander dafür gleich zu hassen
Liebe und Hass seien Leidenschaften
Diese seien unbequem wie Zeichen
Von mangelndem Esprit so wollen sie
Die Liebe ohne Umstände genießen
Wie ein pikantes Bonbon soll sie sein
Das rasch auf der Zunge zergeht nur
Um durch ein anderes ersetzt zu
Werden von anderem Geschmack
Die Erotik wird ein graziöses
Gesellschaftsspiel das die Liebe nur
Amüsant nach bestimmten Regeln
Nachahmt eine Art Liebhabertheater
Eine abgekartete Komödie in der alles
Vorausbestimmt war wie Verteilung
Der Fächer welche die Dame zur
Kapriziösen Gebieterin machte
Der Herr hat dabei die Rolle des
Ritterlichen Anbeters es geht dabei
In der immer gleichen Reihenfolge
Auf Werbung Zögern Erhörung Glück
Folgen Überdruss und Trennung eine
Durch lange Tradition mit Kunst dabei
Geschaffenes Szenarium worin alles
Seinen konventionellen Platz hat
Alles ist erlaubt nur keine Szenen weil
Dem Partner ernste Erschütterung zu
Bereiten bewiese einen Mangel an
Takt und Erziehung was keiner riskiert
Auch Eifersucht durfte nur einen ganz
Spielerischen Charakter haben so
Sagte schon Goldoni die Eifersucht
Sei eine ordinäre veraltete Passion
Der venezianische Komödiendichter
Wird das Thema gekannt haben auch
Wenn verwundert dass er meinte als
Italiener davon völlig frei zu sein
Diese Größe und Großzügigkeit ist
Südlich der Alpen noch seltener wie
Ohnehin weltweit lächerlich verbreitet
Als sei sie nicht kindische Krankheit
Diese Treibhausliebe gedeiht nur in
Der schwülen Atmosphäre der steten
Illegitimität alles was an Familienleben
Erinnert gilt als schlicht stillos
Schwangerschaft machte unfehlbar
Lächerlich wurde daher möglichst
Vermieden und verborgen während
Liebe in der Ehe als absurd galt
In der guten Gesellschaft titulierten
Sich Paare in Gesellschaft auch noch
Als Monsieur und Madame so galt die
Eheliche Treue als völlig unpassend
Höchstens viereckige Ehen bei denen
Die Paare changierten galten noch als
Tolerabel wie Frauen ohne Liebhaber
Nicht als besonders tugendhaft galten
Sondern als bloß noch reizlos dafür
Der Ehemann ohne Mätressen als
Impotent oder ruiniert im Gegenteil
Gehörte es zum guten Ton für eine
Dame von Welt unerlaubtes Glück
Genossen zu haben warum sie die
Spuren ihrer Liebesnächte auch gern
Öffentlich zur Schau trug wie etwa
Schwarze Ringe unter den Augen
Die geschminkt wurden oder einen
Angespannten Gesichtsausdruck
Anzunehmen um im Bett zu bleiben
Der Gatte hat dabei die Aufgabe mit
Verstand und Anstand über der
Situation zu stehen dies möglichst
Noch mit Witz zu tun war ein Gewinn
So lebte Voltaire bekanntlich ein
Halbes Menschenleben lang mit
Der Marquise du Chatelet auf deren
Schloss Cirey in Lothringen
Aber niemals hören wir von einer
Verstimmung der Marquise und seine
Toleranz ging noch weiter als Emilie
Ihn eines Tages betrog mit dem noch
Jungen Schriftsteller Saint-Lambert
Dennoch blieb Voltaire an ihrer Seite
Wurde dem jungen Autor zu einem
Väterlichen Freund noch dazu
Das Verhältnis blieb jedoch nicht
Folgenlos vielmehr entstand nun
Eine charmante Rokokofarce die
Später Maupassant zum Sujet
Einer seiner besten Novellen noch
Machte und Voltaire erklärte dazu
Er werde das Kind einreihen in die
Gemischten Werke von Madame
Darauf wurde sogleich noch Herr
Du Chatelet nach Cirey geladen
Der einige angenehme Tage hatte
Sie war äußerst liebenswürdig
Kurz nach seiner Abreise konnte
Er seinen Gästen mitteilen selbst
Ein Kind zu erwarten wobei sich
Vermutlich alle Beteiligten noch
Gegenseitig eine Komödie vorspielten
Solche Vaudevilles des Lebens waren
Damals alltäglich worauf die auch die
Bemerkung aus einem Lustspiel
Hindeutet in welcher der Gatte der
Seine Gattin in flagranti erwischte nur
Meinte wie unvorsichtig Madame
Bedenken sie es wäre ein anderer
Als er den es natürlich nicht weiter
Zu stören hatte als guter gelassener
Gatte so etwas höflich ignorierte denn
Jede Frau musste mindestens einen
Liebhaber haben um nicht ohne als
Gesellschaftlich kompromittiert zu
Gelten was in Italien teilweise sogar
In die Eheverträge noch kam
So berichtet Lady Montague in ihren
Briefen aus Wien es sei dort eine
Schwere Beleidigung eine Dame ohne
Beide Männer zum Diner zu laden
Also ihren Ehemann und ihren ganz
Offiziellen Liebhaber wobei sie noch
Darüber staunt weil diese Sitten nicht
Bis nach England gekommen wären
Was wohl meine Geliebte und ihr
Gatte darüber denken wüssten sie
So bescheid wie es im Rokoko in
Wien noch völlig normal war
Die frühere Vorherrschaft auch des
Bürgerlichen Elements in England
Verhinderte ein echtes Rokoko dort
Während der Kontinent schwelgte
Ob dies leicht asexuelle dagegen
Dem englischen Wesen entsprach
Sei hier nicht weiter vertieft aber
Manch sexuelles ist kulturell
So hieß der erklärte Liebhaber in
Frankreich petit maitre dagegen
Nannten die Italiener ihn einen
Cavaliere servente was dort auch
Häufig ein Abbé war der dann seine
Herrin wie einen Schatten begleitete
Auf allen Visiten und Promenaden ins
Theater in die Kirche und zum Ball
Er saß neben ihr im Wagen und
Schritt neben ihrer Sänfte betreute
Ihre Hündchen den gefährlichsten
Nebenbuhler im Herz der Dame
Am Morgen weckte er sie und zog
Die Jalousien auf und brachte ihr
Die Schokolade später assistierte
Er sachkundig bei ihrer Toilette
Die Besucher wurden von ihm
An ihr Bett geleitet so empfingen
Die Damen mit Vorliebe im Bett
Oder sogar in der Badewanne
Dabei vermutet Friedell sogar in
Anbetracht der Abneigung gegen
Alle Bäder in dieser Zeit dass sich
Darin nicht mal Wasser befand
Es war eine besondere erotische
Demonstration nackter Körper die
So einen noch zulässigen Rahmen
Als sinnliche Spielerei noch erhielt
Passend dazu lese ich im Anschluss
Aus der geliebten Anderen Bibliothek
In Die Amouren des Marschall von
Richelieu den Band Nummer 72
Hier wird von der Herzogin berichtet
Die er gegen ihren Willen nimmt
Der er zunächst den Mund zuhält
Wie den Arm fest sie am Klingeln
Noch zu hindern und nach langem
Widerstände wie diversen Flüchen
Gab sie schließlich nach was wir
Eine sexuelle Nötigung heute nennen
Hier heißt es nur Amor wurde Sieger
Und seine Schwüre taten noch mehr
Wirkung als sie es je getan hätten
Es wurde eine köstliche Nacht
Noch dreißig Jahre danach bereitet
Ihm das Andenken daran Freude
So sei eine verirrte tugendhaften Frau
Weit süßer als jedes Frauenzimmer
Die Herzogin überließ sich nun mit
Noch weniger Zurückhaltung ganz
Ihren Empfindungen ihm gegenüber
Die sie so lange noch besiegt hatte
Er liebte sie in dem Moment wirklich
So wahrhaftig dass sie ihn dabei
Noch für aufrichtig hielt und gab sich
Schließlich seufzend ganz hin
Sie schmeckte wie er zum ersten
Mal die Süßigkeit die eine große
Befriedigte Leidenschaft gewâhrt
So verstrichen ganze vier Stunden
Bis sie dazu kamen sich zu sagen
Dass sie einander liebten endlich
Dachten sie über ihre Lage nach
Da kamen Furcht und Tränen
Sie hielt sich für verloren gleich
Auch er wusste nicht wie er sich
Aus der Sache ziehen sollte da
Überlegte er aus dem Fenster
Zu springen doch dies wagte
Er im Zustand der Natur nicht
Die verlegene Herzogin sorgte
Sich dabei um ihren guten Namen
Dann sorgt sie sich um ihn und
Das er sich verletzen könnte
Worauf sie unter Tränen bereut
Aber er beruhigte sie in allem
So verbrannte die Liebe alle Furcht
Sie gaben sich nochmal einander
Voller Lust hin dann klingelte sie
Doch vernünftig nach ihrem Mädchen
Bis diese kam schwören sie sich
Noch mit nicht endenden Küssen
Ewige Treue was damals wirklich
Sein Vorsatz gewesen war
Die Herzogin erklärte darauf ihrer
Kammerjungfer sie bräuchte weil
Sie Leibschmerzen hätte dringend
Ein warmes Bad dass sollte sie nun
Geschwind holen und bitte die Tür
Offen lassen um ungestört herein
Kommen zu können und ihr hinter
Dem Vorhang versteckter Geliebter
Applaudierte ihr innerlich bei diesen
Klugen Worten die wieder bewiesen
Lust und Liebe erfinden doch die
Besten Lügen zu jeder Zeit noch
Während seiner nackten Flucht
Von seiner Herzogin hörte er im
Flur ein Geräusch und wirklich
Kam nun ein Diener an der seine
Rauchpause bevor sein Herr erwacht
Mit einer Tobakspfeife genoss und
Den Ich-Erzähler zur Flucht in eine
Kammer zwingt die voller Holz
Natürlich holt er sich dort nun einen
Splitter in den Fuß und das Holz
Drückt schmerzhaft gegen seinen
Nackten Körper es wird ein Grauen
Nach dem allerschönsten Sex nun
Die unangenehmste Stunde seines
Ganzen Lebens heilige Dialektik
Dachte ich lesend was muss der
Sex davor wunderbar gewesen sein
Dies unendliche Leiden zu begründen
Er hält es ewig aus gefühlt aber bricht
Irgendwann unter Schmerzen auf
Lieber erwischt werden als das noch
Einen Moment länger ertragen dachte
Er und wurde nicht erwischt sondern
Ging friedlich am Morgen zu Bett
In Fortsetzung der großen Zeit der
Aufklärung nun ein Kapitel aus dem
Candide von Voltaire gelesen in dem
Erzählt wird wie Candide den
Bulgaren entkam und was aus ihm wurde nichts sei so schön glänzend
Beweglich geordnet wie die beiden
Heere mit einer Harmonie die es
Niemals zuvor in der Hölle gab
Zunächst warfen die Kanonen
Etwa 6000 Mann auf jeder Seite
Nieder der die Musketen folgten
Worauf die beste aller Welten von
Etwa neun bis zehntausend Schurken
Befreite die ihre Oberfläche zuvor
Noch verpestet hatten
Das Bajonett tötete noch einige
Tausend so mochte sich alles auf
Etwa 30.000 Opfer belaufen während
Candide wie ein Philosoph zitterte
Versteckte er sich lieber weiter so
Gut er konnte während dieser
Heroischen Schlachterei indessen
Die beiden Könige noch jeder
In seinem Lager ein te deum singen
Ließen entschloss Candide sich lieber
An einem anderen Ort über Ursache
Und Wirkung weiter nachzudenken
So stieg er über ganze Haufen vom
Toten und Sterbenden und erreichte
So das nächste Dorf das die Bulgaren
Nach dem Völkerrecht anzündeten
Hier sahen von Stichen bedeckte
Greise ihre gewürgten Frauen mit
Kindern an blutenden Brüsten noch
Vor sich hin sterben während junge
Mädchen die gerade noch die ganz
Natürlichen Bedürfnisse einiger
Helden befriedigen durften ihre
Letzten Seufzer unerhört ausstießen
Andere halb verbrannt bettelten um
Den Gnadenstoß Hirnmassen lagen
Neben abgeschnittenen Armen und
Beinen während Candide floh
Nach diesem abarischen Dorf kam er
In ein bulgarisches das die abarischen
Helden genauso behandelt hatten
Immer über noch zuckenden Glieder
Endlich gelangte er noch viele
Ruinenfelder durchschreitend
Außerhalb des Kriegstheaters
Mit etwas Vorrat im Rucksack
Er dachte ununterbrochen an
Kunigunde während er weiter
Lief bis ihm in Holland endlich
Die Vorräte ausgingen aber
Er war guten Mutes weil er hörte
Dies sei ein reiches christliches Land
Wie sie ihn vorher auch bei sich
Gut behandelten bevor er sich
In Kunigunde verliebte und sie ihn
Aus der Heimat verjagten so bat er
Würdige Personen um Almosen die
Ihm versprachen wenn er damit
Weiter mache käme er bald in eine
Besserungsanstalt darauf sprach
Er einen an der gerade über eine
Stunde über Barmherzigkeit predigte
Als dieser ihn fragte was er hier wolle
Ob ihn eine gute Sache hergeführt
Meinte Candide es gäbe keine
Wirkung ohne Ursache alles sei
Notwendig und verknüpft wie damit
Aufs beste eingerichtet so war es
Notwendig dass er aus Kunigundes
Nähe verjagt wurde er danach noch
Spießruten lief wie es jetzt notwendig
Sei um Brot zu bitten bis er welches
Erwerbe es könne nicht anders sein
Worauf der andere ihn fragt ob er
Glaube dass der Papst der Antichrist
Sei wovon Candide meint noch nichts
Gehört zu haben aber egal wie habe
Er kein Brot worauf der andere meint
Er verdiene keines zu essen und
Solle sich fort machen als Schurke
Wenn ihm sein Leben lieb sei die
Frau des Redners schaute aus
Dem Fenster sah einen Mann
Der zweifelte dass der Papst
Der Antichrist sei und schüttete
Ihm einen vollen Nachttopf
Aus dem Fenster aufs Haupt zu
Welchen Taten verführt religiöser
Eifer nur die Damen steht als
Aufruf hier dazwischen noch
Ein nicht getaufter Mann ein niederer
Anabaptist namens Jakob sah wie
Grausam einer seiner Brüder hier
Behandelt wurde von den beiden
So nahm er ihn mit nach Hause
Säuberte ihn gab ihm Brot
Bier und zwei Gulden und wollte
Ihm sogar in die Lehre nehmen
Darauf warf sich Candide beinahe
Vor ihm auf dem Boden und rief sein
Lehrer Meister Pangloß hätte es ihm
Gesagt alles sei zum besten bestellt
In dieser Welt und sein Großmut
Bewege ihn mehr als die Härte der
Anderen dann trifft er am nächsten
Tag einen schrecklichen Bettler
Diese Beschreibung des Grauen des
Krieges diente zwar dazu die Naivität
Des Candide ironisch zu offenbaren
Aber kritisiert auch mutig den Krieg
jens tuengerthal 9.3.26