Dienstag, 25. August 2026

Lektürentagebuch 24.8.26

Lektürentagebuch 24.8.26

In Joseph und seine Brüder versucht 
Mut mit Magie Joseph zu gewinnen
Wie es ihre Dienerin Tabubu ihr gleich
Geraten und angeboten hatte

Mit Mann in der Nacht begonnen 
Wie dabei köstlich über die Zutaten
Des magischen Liebestrank amüsiert
Die wie aus der Hexenküche klangen 

Die dunkelhäutige afrikanische Frau
Ist die Hohepriesterin der Magie die
Auf dem Dach des Frauenhauses
Nun auch zubereitet werden soll

Auch der Weg den Mut dorthin mit
Einer Fackel in der Hand die sie dabei
Wild schwingt begleitet von einer der
Nebenfrauen nimmt wird dramatisch

Die Nebenfrau mahnt die aufgeregte
Mut zur Vorsicht und Langsamkeit
Will ihr darum die Fackel abnehmen 
Wogegen Mut sich mit Kraft wehrt

Dabei gerät sie ins Schwanken und
Wäre mit der Fackel beinahe die steile 
Treppe zum Dach wieder herunter
Gefallen aber die andere fängt sie 

Oben erwartet Tabubu sie nackt 
Bis auf Gürtel um die Lenden wie
Unter ihren schweren schwingenden
Brüsten mit wallendem grauen Haar

Die Hohepriesterin der Liebe die das
Endlich Glück erzwingen will hat sie
Schon erwartet im westlichen Wind
Der dort oben gerade noch weht 

Zum Glück weht weil sonst der üble 
Gestank des um das Feuer hier noch
Liegenden faulenden Fleisches was 
Eine Zutat ist alles wohl verpestete

Tabubu begrüßt sie mit offenen Armen
Aber unterbricht ihre magische Arbeit
Dabei nicht damit der Zauber auch
Ganz ordentlich vorbereitet wird

Herrlich wie Mann hier das magische
Ritual mit allem Hokuspokus darum
Beschreibt mit dem Mut die Liebe von 
Joseph endlich erzwingen will

Die ganz ernsthafte Beschreibung
Des lächerlichen Hokuspokus im ganz
Biblischen Stil ist voller feiner Ironie 
Gegenüber allem Aberglauben

Doch zeigt der Blick von außen wie
Lächerlich eigentlich jeder Glaube
Mit seiner Tendenz zur Magie ist
Aber beschreibt es ganz ernsthaft

Die hohe Kunst von Thomas Mann
Die lächerlichsten Situationen noch
Mit großem Ernst zu beschreiben
Bewährt sich auch hier wieder


Heute auf dem Fußweg durch das
Verschlafene Walldorf noch zwei
Neue Bände in einer Kiste gefunden
Die vor einer Haustür hier stand

Eduard von Keyserlings Wellen sowie
Arthur Schnitzlers Traumnovelle was
Anlass genug ist die beiden Funde
Gleich durch Lektüre zu würdigen

Beginne mit Eduard von Keyserlings 
Wellen das eine Liebesgeschichte auf
Der Kurischen Nehrung beschreibt 
Fast Heimat des baltischen Grafen 

Die Geschichte spielt um die vorletzte
Jahrhundertwende noch und in der 
Sommerfrische treffen Aristokraten
Mit Künstlern nah zusammen

Die Generalin von Palikow und ihre
Gesellschafterin Malwine von Bork 
Kommen erhitzt im Wohnzimmer an
Und giften sich gleich an auf ganz

Vornehme Art mit Bösartigkeiten bei
Der die Generalin Malwine unterstellt
Alles gegen sie zu verteidigen worauf
Diese schweigt und hinaus schaut

Ein Moment der Ruhe bevor ihre
Tochter die Treppe hinunter kommt
Das Mädchen draußen den Tisch
Für das Abendessen schon deckt 

Auch die Kinder die beiden Mädchen
Lolo und Nini wie der sechzehnjährige
Enkel Wedig kommen nun dazu die
Mädchen bildschön und rothaarig

Der Junge etwas blass und eher
Schwächlich bekommt eine extra
Portion was bissig kommentiert wird
Die Tochter Baronin von Buttlär 

Gesellt sich zu den beiden und
Regt sich über die Gräfin auf die
Ihren Grafen verlassen hat und
Den Maler geheiratet hätte 

Solchen Leuten womöglich am
Strand zu begegnen sei doch
Eine unmögliche Peinlichkeit
Außerdem gefährlich dazu

Weil die Gräfin so schön sei
Fürchtet sie um die Moral ihres 
Gatten worauf die Generalin als
Ihre Mutter sie deutlich ermahnt

Dann ein Aufschrei weil Malwine
Die Gräfin mit dem Maler am
Strand auftauchen sieht sofort
Werden die Kinder ins Bett geschickt

Nach Ermahnung der Generalin dass 
Diese einfach zu ignorieren sei und
Ihnen als ehrwürdigen Festungen
Des Adels nichts anhaben könnte 

Wird zur Gräfin Doralice und dem
Maler Hans Grill übergeblendet
Ihrem Geplauder am Strand wie
Den kurzen Begegnungen

Sie verstehen sich auch nicht ganz
Reden aneinander vorbei und sind
In verschiedenen Welten die von 
Der Vergangenheit geprägt sind 

Durch kleine Gesten der Verliebtheit
Überbrücken sie was sie trennt noch
Doch verstehen sich in vielem nicht 
Es ist eine seltsame Spannung dort

Bald soll noch der Verlobte einer
Der Töchter und der Baron der Gatte
Dazu kommen der noch auf dem
Gut die Ernte beaufsichtigen muss 

Die Tochter beschwert sich über das
Diebische Personal auf dem Gut 
Gespräche unter Adeligen fein 
Beobachtet und scharf skizziert 

Eduard Graf von Keyserling aus dem
Damals russischen Kurland stammt
Aus altem baltischen Adel und kannte
Genau was er hier fein seziert noch

Berühmt ist das Gemälde von ihm
Das Lovis Corinth schuf mit dem er
In München befreundet war was den
Von der Syphilis gezeichneten zeigt

Er studierte Rechtswissenschaft ohne
Je einen Abschluss zu machen lebte
In der Münchner Boheme und starb 
Im Alter von 63 blind und krank dort


Die Traumnovelle Arthur Schnitzlers
Beginnt mit kindlichem Vorlesen wie 
Dem darüber schon einschlafen der
Gemeinsamen Tochter dabei

Nun mahnte das eingetretene
Fräulein noch das Kind den Eltern
Eine gute Nacht zu wünschen denen 
Sie die Lippen zum Kuss darauf bot 

Die beiden deren Hände sich eben
Noch auf der Stirn des Kindes trafen
Unterhalten sich über einen gerade
Gemeinsam besuchten Maskenball

Beide hatten dort nach anderem noch
Ausschau gehalten und waren dann
Doch wieder beieinander gelandet
Worüber sie nun auch plaudern

Bei Austern und Champagner noch
Hatten sie sinnlich um sich gebuhlt
Dieses Spiel auf rascher Fahrt noch
Fortgesetzt bis sie bei sich ankamen

Nach dem sinnlichen Liebesglück
Das intensiver war als alles was sie
Sie seit langem miteinander hatten
Wartet wieder der Alltag auf sie

Er ist Arzt und sie Hausfrau und
Junge Mutter dazu beide sind
In der Gewohnheit gefangen voll
Leidenschaftlicher Sehnsucht

Genial inszeniert Schnitzler hier in
Wenigen Seiten schon eine sehr
Emotional wie sexuell aufgeladene
Stimmung die rätselhaft dabei bleibt 

jens tuengerthal 25.8.26

Montag, 24. August 2026

Staatskapitalismus

Staatskapitalismus

Der Staat soll wie ein Unternehmen
Effektiv gewinnorientiert funktionieren 
Wie zugleich verlässliche Identität
Für privates Engagement bieten 

Groß wurde ich noch mit den 
Zuverlässigen Staatsunternehmen
Wie Bundespost und Bundesbahn
Die pünktlich kamen und lieferten 

Dann verkündeten uns die großen
Unternehmensberater die nun den
Staat als besten Kunden entdeckten 
Das sei doch alles ineffektiv noch

Der Staat müsse sich künftig rechnen
Wie Maggie der Kapitaldrache es von 
London aus Europa vormachte und
So wurden Staaten zu Unternehmen 

Erzählt wurde uns wir würden als 
Kunden dann wie Könige behandelt
Real funktionierte immer weniger
Bereicherten sich einige immer mehr

Will in keinem Unternehmen leben
Das auf Effektivität getrimmt seine 
Leistungen für höheres Shareholder
Value immer weiter reduzierte noch

Das teuerste im Staat übrigens sind
Die Menschen und würden wir uns
Diese für KI künftig sparen würde
Noch mehr im Leben entbehrlich

Von allem weniger sollte die klare 
Perspektive der Zukunft nun sein 
Um auch klimatisch zu überleben
Dabei sei der Staat konkurrenzlos

Geld verleiht nur noch der Staat
Also EZB und Bundesbank was die 
Macht am Markt sehr angenehm
Damit wieder verschieben würde

Alle Vermögen über eine oder zehn
Millionen werden verstaatlicht und
Im übrigen ist Eigentum ohnehin
Diebstahl machen wir uns frei davon

Staat braucht weder Konkurrenz
Noch irgend Kapitalismus er soll
Allein zuverlässig funktionieren wie
Seine Bürger sicher versorgen fertig

jens tuengerthal 24.8.26

Liebeskommunikation

Liebeskommunikation

In der Liebe kommunizieren wir mit
Viel Gefühl was selten vernünftig wird
Sich dafür gerne völlig missversteht
In sicherer Erwartung des Gegenteils 
Sind wir überzeugt genau zu wissen 
Was die oder der Liebste will denn 
Schließlich kennen wir uns ja nicht nur
Sondern lieben uns noch dazu was 
Als Basis von Verständnis uns gilt
Dabei bleiben wir mit unserem Gefühl
Immer allein weil es unseres ist und
Nichts ist gewiss in der Liebe aber
Wir sind der Liebe wegen die wir ja
Als höchstes der Gefühle teilen vom
Gegenteil völlig überzeugt dabei was
Basis der meisten Missverständnisse 
Immer wieder ist klug wäre es darum
Miteinander offen zu reden statt für
Enttäuschte Erwartungen Vorwürfe 
Im Entliebungsalbum zu sammeln
Aber lieben wir noch genug wenn
Die Liebe uns nicht blöd macht
Wir noch vernünftig denken können
Überlege ich und fürchte darum
Es bleibt immer schwierig weil
Die Liebe ist wie sie ist

jens tuengerthal 24.8.26

Freiheitsliebe

Freiheitsliebe

Solange die Liebe zur Freiheit
Größer ist als der Schmerz
Mit dem Liebe uns zerreißt 
Wird sie am Ende siegen um
Das Leben weitergehen zu lassen
Wo nicht endet einfach alles
Liebe Freiheit Schmerz Leben
Ob es besser ist ohne bleibt so
Unklar wie alles dabei besser
Doch wer darüber nachdenkt
Lebt zumindest in Freiheit
Was mehr als Nichts immer ist
Noch lange kein Ende fand

jens tuengerthal 24.8.26

Sonntag, 23. August 2026

Liebeserledigung

Liebeserledigung

Manchmal erledigt sich Liebe 
Dann wird es einfach egal weil
Nichts mehr ist was noch weiter
Der Rede wert wäre wie gut
Wenn das gleichzeitig geschieht
Kann dazu geschwiegen wegen
Schmerzvoll wo nicht nur Worte
Gibt es dann auch keine mehr
Jenseits der Stille bleibt dann
Einfach nichts mehr was eine
Befreiung sein könnte wenn
Wer schon so frei ist aber dann
Ist es nicht weiter der Rede wert
Warum es besser ist dazu einfach
Zu schweigen weil längst egal
Von nichts kommt nichts mehr
Und dann ist es auch besser so
Denke ich und schweige nicht
Oder nun doch

jens tuengerthal 23.8.26

Lektürentagebuch 23.8.36

Lektürentagebuch 23.8.36

Egon Friedell blickt humorvoll in seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Auf Österreich unter Kaiser Karl VI
Den Vater von Maria Theresia

Austria blieb von den religiösen
Bewegungen der Zeit fast völlig
Unberührt Karl war friedfertig und
Gutmütig aber aus Friedells Sicht 

Von stumpfem kaltem schwerfälligen
Geist und Temperament in der Politik
Eher zögernd und unzuverlässig auf
Unbequeme Fragen murmelte er nur 

Völlig unverständlich hielt in Sitten wie 
Bei der Religion am Bewährten fest so
Wurde am Hof noch spanische Tracht
Also ganz in schwarz getragen

Auch das spanische Zeremoniell galt 
Weiter im devoten Stil er wurde auf
Knien danach begrüßt und er wurde 
Kniend bei Tisch noch bedient

Die Pragmatische Sanktion war die
Fixe Idee seines Lebens in die er alles
Investierte und ließ dafür den Rest
Völlig verkommen auch wenn ihn 

Prinz Eugen noch ermahnt hatte doch 
Lieber Hunderttausend Mann für ein
Heer aufzuwenden als mit aller Welt
Verhandlungen dazu zu führen

Karl VI war großer Theaterliebhaber
Ließ  prachtvollere Stücke aufführen 
Als Europa jemals wieder sah war
Selbst Musiker und Komponist dabei

So wirkte er bei Hauskonzerten wie
In der Oper häufig mit dabei war das
Italienische am Hofe wie in der Musik
Noch völlig dominant es wirkte am

Hof mit Johann Josef Fux noch der
Größte Musiktheoretiker wie der auch
Größte Operndichter mit seinem so
Strengen Gradus ad Parnassum

Dazu kam noch Pietro Metastasio
Der drei Generationen Komponisten
Die Texte lieferte alles bei ihm ist mit
Schillerndem Salonlack überzogen 

Friedell nennt es glatt rund sanft süß
Abgeschliffen und verschwommen
Er verwendet erstmals die Dreiteilung 
In zwei Rezitative und lyrische Arie

Der italienischen Mode entsprechend
Italienisierten noch viele Musiker ihre
Namen und der bel canto die aus
Italien importierte Bravourarie war es

Namen wie Amati Guarneri und auch
Stradivari bezeichnen eine nie wieder
Erreichte Meisterschaft im Geigenbau
Die bis heute noch ihren Ruf trägt

Der Florentiner Cristoforo erfand 1711
Das Piano e forte oder Hammerklavier
Das andere Instrumente verdrängte 
Die opera seria trat neben die neue

Opera buffa deren berühmteste die
Serva padrona von Pergolesi ist und
Rousseau schrieb mir le devin du
Village die erste komische Oper

Sie brachte ihm glänzenden Erfolg
Die steifen Arien wurden durch eher
Spielerische Chansons ersetzt bei der
Ernsten Oper brillierte Rameau dafür

jens tuengerthal 23.8.26


Wenigerdenken

Wenigerdenken

Kaum ist der Kanzler aus dem
Verlängerten Urlaub zurück macht
Der säuerliche Sauerländer schon
Wieder Druck weil alles schnell
Vor allem viel mehr dabei nötig
Wäre auch wenn lobenswert war
Dass er beim ersten Auftritt den
Klimawandel als Ursache der
Großen Waldbrände benannte
Zumindest etwas hat er verstanden
Zeigt seine Reaktion schon wieder
Er hat nichts verstanden vom
Klimawandel und den Ursachen
Die im Wachstum mehr liegen 
Wie Verbrennungsmotoren und
Zuallererst Flugzeugen was den
Horizont des Hobbypiloten wohl
Ohnehin weit überschreitet darum
Nochmal ganz langsam auch für die
Schlichten Gemüter die sich Politik
Zur Berufung wählten aber nie
Grün verdächtig scheinen wollen
Die dringend notwendige Wende
Beginnt im Denken was auf ein
Weniger gerichtet sein muss
In allem außer bei Bäumen damit
Wenigstens einige noch überleben
Also kein Wachstum der Wirtschaft
Außer bei erneuerbaren Energien
Weniger Menschen sind der Anfang
Was des Kanzlers Plädoyer für
Verbrenner zwar auch erreicht
Weil infolge und ohne Tempolimit
Zwar auch mehr sterben werden
Was wir ihnen aber besser vorab
Schon ersparten und darum alles
Auf weniger umstellen müssten 
Nur ob der alte Mann im Kanzleramt
So viel Veränderung noch versteht
Scheint nach allem eher fraglich
Hoffen wir er bleibt ganz lange 
Am besten für immer gleich
Im Urlaub

jens tuengerthal 23.8.26

Gottesanbeterinnen

Gottesanbeterinnen

In Deutschland verbreiten sich
Immer mehr Gottesanbeterinnen
Was eine südliche Art von völlig
Ungefährlichen Heuschrecken ist
Was sie von denen im Finanzsektor
Deutlich unterscheidet vor allem
Sind diese immer grün was von
Den grauen Herren dort eher
Weniger zu sagen ist die nur mit
Geld spielen um mehr zu haben
Jedoch deutet diese Ausbreitung
Bisher am Rhein und zwischen
Berlin und Thüringen im braunen
Osten auf den Klimawandel hin
Der dort gerne geleugnet wird 
Weil zu komplex für Populisten
Spannender aber noch finde ich
Die Gottesanbeterinnen fressen
Nach der Paarung ihre Männchen 
Weil sie nicht mehr gebraucht werden
Frage mich ob das ein Vorbild für
Einen neuen radikalen Feminismus
Sein könnte der die Welt veränderte
Dahingestellt ob Frau Merz sich
Das Bundesverdienstkreuz dann
Verdient hätte wenn sie das Land
Vor ihrem Mann bewahrt hätte ob
Daher der Ausdruck kommt sich 
Zum Fressen gern zu haben ist
Eine auch spannende Frage die
Noch zu wenig beleuchtet wurde 
Zumindest offenbart der Blick in die
Natur wie sehr sich Männer gerne
In ihrer Bedeutung überschätzen 
Ob diese Erkenntnis allerdings mit
Dem Aberglauben vereinbar ist
Scheint eher fraglich sicher aber
Könnten sich Frauen die auf alle
Götter verzichten auch ohne Männer
Künftig gut zurechtfinden und von
Gottesanbeterinnen viel lernen

jens tuengerthal 23.8.26

Samstag, 22. August 2026

Kurpfälzisch

Kurpfälzisch

Die Kurpfalz ist bis heute eine der
Reichsten Gegenden Deutschlands 
An Kultur wie ökonomischem Erfolg 
Hier sitzt mit SAP die erfolgreichste 
Software Firma in Europa inzwischen
Eines der wichtigsten Unternehmen
Unseres Landes direkt in Walldorf
Wo ich zufällig auch gerade weile 
Ohne etwas mit Software dabei
Zu tun zu haben oder auch nur 
Davon zu verstehen da bin ich
Bis heute relativ ahnungslos aber
Die ganze Gegend hier ist schon seit
Römischer Zeit Kulturland gewesen 
Heidelberg was in aller Welt berühmt
Für seine romantische Schönheit ist
War einst die schöne Hauptstadt der
Kurpfalz bevor es Mannheim wurde
Nachdem die Franzosen Heidelberg
Im pfälzischen Erbfolgekrieg ziemlich
Zerstörten aber die schöne Ruine
Auf dem berühmten Schlossberg
Dafür bescherten die es dann blieb 
Auch wenn bei Mannheim wohl
Keiner an Schönheit mehr denkt 
Heute noch viel weniger worin es
Ludwigshafen aber ganz gleicht
Die Salier bauten unweit von hier
Den berühmten Speyerer Dom eine
Der schönsten romanischen Kirchen 
In Walldorf baute Johann Jakob Astor
Der ein Kind der Stadt ist einst das
Astorhaus als Altenheim darin ist
Heute ein Museum der Stadt auch
Die Universität genießt Weltruf
Nicht weil ich es da versuchte
Der hiesige Wein ist wunderbar
Von der südlichen Sonne verwöhnt
Eine reiche alte Kulturlandschaft die
Kurzpfalz heißt weil hier einst die
Kurfürsten bei Rhein saßen die
Also im Heiligen Römischen Reich
Den Kaiser mitwählten und hier
Baute der Winterkönig mit dem
Der Dreißigjährige Krieg begann
Als die Böhmen ihn statt dem
Habsburger zum König wählten
Für seine Gattin eine geborene
Stuart ein Tor im Schlosspark
Das heute noch beziehungslos
Dort auf der Wiese herumsteht 
Was zu vielen Lieben gut passt
Hier bedichtete Goethe den Ginkgo
Aber die wesentlich älteren im
Rohrbacher Schlosspark wo später
Napoleon verhandelte und noch viel
Später eine Lungenheilstätteb war
Die heute noch Klinik dort ist
In der ich im letzten Jahrtausend
Auch mal gearbeitet habe
Der Grund und Boden ist teuer
Hier gibt es Geld und Arbeit noch
Anders als in Wolfsburg bald oder
Um Stuttgart herum wo die 
Autobauer von Merz bestärkt
Die Zeit völlig verpassten auf
Verbrenner bis heute setzen 
Eine reiche Gegend mit viel
Kultur und Geschichte also
Wie gutem Wein und Essen
Die Menschen sind freundlich
Falls ich etwas verstehen kann
Sag ich mir immer wieder 
Wenn ich die Leute hier
In ihrer Mundart reden höre 
Aber staune bis heute
Jedesmal wieder

jens tuengerthal 22.8.26

Lektürentagebuch 22.8.26

Lektürentagebuch 22.8.26

Ins Licht war nun das letzte Kapitel
Von Stephen Greenblatts Buch
Dunkle Renaissance über den Dichter 
Und Agenten Christopher Marlowe 

Licht hätte Marlowe mit seiner neuen
Art zu schreiben in die Literatur seiner
Zeit mit seinem Mut gebracht ist das
Schlusswort von Greenblatt dazu

Vorher erläutert er noch wie es zu
Seinem überraschenden Ende kam
Bei dem ihn einer seiner gerade 
Tischgenossen erstochen hat

Der Täter ist bekannt und auch die
Anderen Teilnehmer der Tafelrunde
Bei einer Wirtin in Greenwich aber
Vieles liegt dennoch im Dunkeln

Vor dieser Runde war Marlowe schon 
Im Auftrag des Kronrats auf dem Gut 
Seines Freundes verhaftet worden
Aber war noch auf freiem Fuß

Es hatte verschiedene Anzeigen mit
Teils ähnlichen Aussagen über den 
Atheismus von Marlowe gegeben
Wie seine Gotteslästerei dazu 

Einige dieser Aussagen waren durch
Folter erpresst worden wie glaubhaft
Solche auch immer sein können war
Der Vorwurf für Marlowe gefährlich

Dennoch musste er nicht in Haft 
Sondern sich nur dem Kronrat stets
Zur Verfügung halten und da Queen 
Elizabeth in Greenwich weilte war

Marlowe bei dem Treffen was den
Ganzen Tag schon ging noch im
Bereich des für ihn erlauben auch
Die drei anderen waren Agenten

Einer sogar eng mit dem Neffen
Von Walsingham auf dessen Gut 
Marlowe verhaftet worden war
Greenwich lag da noch vor London 

Über den Streit der zur Ermordung
Von Marlowe führte gibt es genaue
Polizeiliche Protokolle wobei unklar ist
Was davon der Wahrheit je entsprach

Es gibt zu den Ereignissen viele
Theorien Greenblatt neigt dazu
Es für eine Tat im Auftrag zu halten
Wie einige Biographinnen auch

Die verschiedenen Theorien werden
Von ihm gut erläutert und bewertet 
Was ihm warum glaubwürdig scheint
Bedenkt dabei was auch möglich war

Sehr eindrucksvoll zeigt er wie auch
Shakespeare den Mord indirekt noch
Kommentieren lässt in Was ihr wollt
Wie vom letzten Gedicht abschrieb

Beide kannten sich und haben auch
Teilweise zusammengearbeitet mal
Mehr ist nicht nachweisbar jedoch
Kannte Shakespeares schon das

Unvollendete und bisher auch noch
Unveröffentlichte letzte Versgedicht
Aus dem er zitiert und setzt ihm ein
Dezentes literarisches Denkmal

Wie gut dass vom Zeitgenossen
Erkannt wurde ist unbekannt die
Wirkung von Marlowe als mutiger
Autor über seine Zeit ist erstaunlich

Ein Buch das teilweise wie ein Thriller
Literaturgeschichte im Agentenmilieu
Erzählt ist eine große Bereicherung
Auch kulturhistorisch empfohlen

jens tuengerthal 22.8.26