Freitag, 24. April 2026

Lebenserwartung

Lebenserwartung

Welche Rolle spielt Lebenserwartung 
Für den Genuss des Lebens ist es
Von Bedeutung wie lange es noch
Weiter geht oder eher egal für das
Was bleibt überlege ich und ob es
Im Leben wie in der Liebe ist wo 
Erwartung nur vom Ende kündet 
Weil sie der Tod der Liebe immer ist
Dabei ist egal wie frech die Realität
Vom erwarteten Durchschnitt noch
Abweicht durch Unfälle oder die
Ausnahme im Einzelfall weil alle
Erwartung nur enttäuscht werden
Kann also nie lohnt aber stets
Die Liebe als bedingungsloses
Gefühl ausschließt und Leben 
Ohne Liebe logisch wertlos ist 
Trägt die Beschäftigung mit der
Lebenserwartung nicht zu einer
Erhöhten Wertschöpfung im
Sinne des Lebens bei eher
Im Gegenteil warum ich sie
Nun nur noch ignoriere um 
Zu genießen was bleibt der ich
Mit 16 klinisch schon starb aber
Gegen alle Erwartung überlebte 
Nun erwartungslos lebe weil das
Erst Liebe zum Leben zeigt
Das ich nach Laune beende

jens tuengerthal 24.4.26

Lektürentagebuch 23.4.26

Lektürentagebuch 23.4.26

In drei Büchern gelesen wie damit
Zugleich in ganz verschiedene
Geistige Welten getaucht und es
Jedes für sich sehr genossen

Beginnend mit Graf von Krockow 
Der im Traum von Bildung über
Die zweite Cook Expedition mit
Diesmal den Forsters schreibt 

Noch geht es nur um Vorbereitung
Wie es dazu überhaupt kam wer
Daran wie beteiligt war oder nicht
Was von wem organisiert wurde 

Der Wechsel der Perspektiven
Wie die Beschreibung auch der
Hintergründe mit teils ironischen
Kommentaren gelang dabei gut

Das Kapitel Terra Australis Incognita
Beschreibt wie Banks die Planung 
Erst dominiert und Aufbauten für 
Seinen Luxus am Schiff fordert 

Als dieses dadurch seeuntauglich
Wurde greift Admiral Sandwich ein
Darauf ist Banks beleidigt und will 
Nicht mehr um die Welt segeln 

Durch Beziehungen zur alten 
Royal Society bekommt Forster mit
Seinem Sohn den Platz für einen
Mehr als guten Lohn dabei

Wer die Schiffe baut und ausrüstet
Was wer über wen alles schreibt
Wie Vater Forster taktiert auch im
Bericht von der Reise noch weiter

Trotz kritischer Begegnungen etwa 
Zum Verhalten von Banks wird dieser
Als sehr fair und nicht nachtragend
Eben typisch britisch beschrieben 

Dagegen agiert Vater Forster sehr
Taktisch und stellt Sachverhalte auch
Falsch dar um andere schlecht zu
Machen was kein guter Stil ist

Allerdings sind die Informationen hier
Dünn und mit wenig Belegen was 
Dem ganzen eher nur literarischen 
Charakter gibt als historisch zu sein

Aber es las sich heute gut und gab 
Viele neue wichtige Informationen
Die ein genaueres Bild zeigen von 
Der zweiten großen Reise Cooks 

In den Ghost Stories den langen
Teil mit den eigenen Notizen von
Siri Hustvedt aus der Zeit vom
November 23 bis Mai 24 gelesen

Dies ist die Phase von Paul Austers
Hospitalisierung dem Hospiz zuhause
Die Pflege Zuhause wie auch seiner
Beerdigung und ihre Gedanken dabei

Zentral in Erinnerung blieben mir die
Sätze sie habe die Zuflucht ihrer
Gedanken verloren und die einzige 
Wahrheit sei dass nichts sicher wäre

Der Bericht ist einerseits schmerzhaft
Niederschmetternd andererseits auch
Voll zärtlicher Schönheit und dabei
Großer gedanklicher Tiefe noch 

Wieder beeindruckt hat mich sein
Tod am 30.4. der ja zufällig auch
Jener Tag ist an dem ich klinisch
Starb um reanimiert zu werden

Das Ende war nach langem Kampf
Erlösend und befreiend nahm dem
Tod mehr Schrecken als das Leiden
Vorher noch mit sich brachte

Ob daraus folgt dass sich der Kampf
Gegen Krebs für das Leben eher
Nicht lohnt weil es eine Qual ist soll
Nicht behauptet werden liegt aber nah

Auch wie sie nach der Beerdigung 
Weil Witwen ja alle Freiheit haben
Sich aufs Bett legte und Pauls
Geist ihr erschien ist zauberhaft

Sie beschreibt das ohne allen sonst
Esoterischen Hokuspokus einfach als 
Erfüllung eines Wunsches die eintrat
Weil sie dort eben an ihn dachte

Vielleicht sind Gedanken an Tote
Die realistischste Art um Geister
Zu sehen ohne allen Hokuspokus 
Dabei im Geist der Erinnerung

Nun ging es Spazieren in Berlin mit
Franz Hessel der in Ich lerne erst
Von einem anonymen Architekten
Über die Zukunft der Stadt lernte

Wie dann die theoretische Planung
Bei einer Fahrt durch die Stadt schon 
Praktisch umgesetzt sah mit großer
Offenheit dabei auch für die Moderne 

Die nötige Veränderung im Stadtbild
Auch was für Alexanderplatz oder
Potsdamer Platz geplant wurde was
Teils auch umgesetzt wurde zeigt

Eine Begeisterung für die Pläne zur
Veränderung des Weichbildes der
Stadt in der er groß wurde noch 
Die keine Angst vor Veränderung hat

Zum Abschluss des vollen Tages
An dem ihn der Architekt durch viele
Gegensätzliche Teile der Stadt fuhr
Ging es zurück in die Vergangenheit

Er besucht eine älterer Dame die
Mit verschiedenen Bildern oder dem
Spielzeug ihrer Kindheit nun die
Vergangenheit aufleben lässt

Auch dies beschreibt Hessel wieder
Liebevoll mit viel Freude am Detail
Macht den Augenblick dort fühlbar 
Der in andere Zeiten noch führt

Reisen durch die Zeit in der Stadt
Zuerst in die ungewisse Zukunft 
Sodann in erlebte Vergangenheit
Geben ein Gefühl für die Vielfalt

jens tuengerthal 24.4.26

Donnerstag, 23. April 2026

Freiliebe

Freiliebe

Eine Liebe die Zwängen folgt
Wird damit wertlos egal wie
Groß das Gefühl davor war
Ist nur Liebe was sich ohne
Bedingung natürlich will womit
Liebe verflucht selten wird
Weil wir eher lernen was wir
Sollen statt wirklich zu wollen
Ist nahezu alles was wir Liebe
Nennen nur eine Beziehung
Die neue Zwänge bringt statt
Einander Flügel zu verleihen
Das Ergebnis ist bekannt
Eifersucht und Lustverlust 
Von Liebe keine Rede mehr
Besser wir sparen es uns um
Noch gönnen zu können was 
Liebe erst wirklich groß macht
Die aus freiem Willen sich
Füreinander entscheidet
Statt es zu müssen ist nur
Freiliebe wirklich welche
Kennt nur kaum eine

jens tuengerthal 23.4.26

Willensfeigheit

Willensfeigheit

Willensfreiheit wird behauptet
Auch wenn real mehr von der
Großem Feigheit zu spüren ist 
Dies konsequent zu denken so
Suchen wir uns viel lieber die
Nötigen Entschuldigungen statt
Verantwortung zu übernehmen
Weil wir wollen was wir sollen 
Trauen wir uns lieber weniger
Fraglich nur ob wer feige ist
Noch frei sein kann und so
Verantwortung wahrnimmt
Oder schon Kinder lernen
Wer in der Schule fehlt braucht
Zuerst eine Entschuldigung
Statt guter Gründe hin zu wollen
Sollen Eltern uns entschuldigen
Nicht der Wille ist hier fraglich
Sondern die gute Ordnung allein
Dabei wäre ethisch angemessen
Allein zu sagen ich komme nicht
Weil ich es nicht will und das dann
Konsequent auch zu verantworten
Stattdessen lernen wir gehorsam 
Brauchen auch später dann im
Krankheitsfall ein wirkliches Attest
Das uns die Verantwortung nimmt
Unserem freien Willen zu folgen
Weil wir nur funktionieren sollen 
Statt unserem Willen zu folgen
Werden wir zur Feigheit erzogen
Damit wir willenlos funktionieren
Was das Sein das uns noch bleibt
Ethisch nach Kant wertlos macht 
Könnten es besser lassen hätte 
Noch wer Willensfreiheit so ist
Das dennoch leider ein Beleg
Nur der Willensfeigheit

jens tuengerthal 23.4.26

Mittwoch, 22. April 2026

Lektürentagebuch 22.4.26

Lektürentagebuch 22.4.26

Tage an denen neue Bücher hier
Ankommen sind mir Festtage so
Auch bei dem heute her flanierten
Band Spazieren in Berlin vom

Schon lange verehrten Franz Hessel
Der bei vbb in einer neuen Ausgabe
Gebunden und mit Leseband erschien
Was den Bücherliebhaber sehr freute

Wenn so gute Bücher auch noch gut
Gemacht und schön sind ist doch die
Freude gleich doppelt und dies auch
Wenn der Band mehrfach da war

Teil der schon etwas zahlreichen 
Bibliothek der Familie Hessel hier
Direkt am Diwan nun wurde freut 
Sich der Flaneur und Sammler

Am schönen Band so sehr wie
An der gleich begonnenen Lektüre
Wobei zuerst die beiden Vorworte
Von Stéphane Hessel für seinen

Vater voller Liebe mit schönen
Erinnerungen und warum dieser
Band ihm so wichtig ist als ein
Geborener Berliner nun Pariser 

Sowie von Moritz Reininghaus dem
Bereits 2025 verstorbenen Historiker 
Und Literaturwissenschaftler der sehr
Kundig dabei zitiert wer was alles

Über Franz Hessel sagte und warum
Die Herausgabe seiner Werke so
Wichtig gerade für unsere Zeit ist als 
Literatur mehr denn als Stadtführer

Sehr treffend ist diese Betrachtung
Würde noch ergänzen dass Hessel
Lesen und als Flaneur leben auch
Philosophie gegen das Tempo ist

Das der Großstadt Berlin die er mit
Viel Liebe und Humor beschreibt
Auch gleich in der ersten Geschichte
Der Verdächtige so fein betrachtet

Wie gut tut es den feinen Beobachter 
Hessel durch sein Berlin zu begleiten
Von ihm die Philosophie des Flaneurs 
Zu lernen und die Berliner zu sehen

Tausende Kilometer lief auch der
Dichter und Flaneur hier schon durch
Sein Berlin ziellos genießend was 
Sich dem Beobachter hier zeigt

Vor bald 100 Jahren erschien die
Erste Ausgabe Spazieren in Berlin
Im Jahre 1929 noch in einer völlig
Anderen Welt und vieles was Hessel

Mit Liebe betrachtet und beschreibt
Gibt es nicht mehr aber der Band ist
Auch kein Stadtführer sondern eine
Literarische Anleitung zum flanieren

In diesem Sinne werde ich nun in den
Kommenden Wochen auch wieder mit
Hessel lesend durch das alte Berlin 
Flanieren heute neu zu betrachten 

jens tuengerthal 22.4.26

Wüterich

Wüterich 

Der Friederich der Friederich
Das war ein arger Wüterich

Beginnt die Geschichte vom
Bösen Friederich aus dem
Berühmten Struwwelpeter von
Heinrich Hoffmann einem Arzt

Aus Frankfurt der moralisch
In der Kindererziehung wirkte
Jener Friederich der vorher
Tiere und die Schwester quält
Wird vom Hund gebissen ob

Nun ein Schelm schon ist wer
An Friedrich Merz denkt der
Den Deutschen ständig neue
Qualen androht um so den
Sozialstaat tot zu sparen wie

Von einer Lobbyistin einer
Überholten Energiewirtschaft
Milliarden Geschenke dieser
Als Belohnung für ihre dreisten
Krisengewinne zukommen lässt

Wie Milliarden in die Rüstung steckt
Statt Frieden irgendwo zu stiften 
Den Rest an Milliarden einfach

Sozialdemokratisch verschwinden 
Lässt ohne jede Erklärung außer
Der SPD die Schuld zu geben

Kostenlose Energiequellen wie
Wind und Sonne ablehnt für den
Traum vom Fusionsreaktor den 
Noch keiner real bauen kann der

Also nichts als Unsinn real macht
Das Land vor die Wand nun fährt
Fragt sich nur wer diesen wilden
Wüterich Friedrich stoppen kann

jens tuengerthal 22.4.26

Lektürentagebuch 21.4.26

Lektürentagebuch 21.4.26

In Der große Traum von Bildung 
Des Christian Graf von Krockow 
Heute über Vater und Sohn Forster 
Gelesen und ihren Weg zum Ruhm

Sehr gut recherchiert führt Krockow 
In die Geschichte der Familie Forster
Ein die von der Herkunft her ganz
Erstaunlich der Coocks auch ähnelt

Nur gab es hier schon bevor der
Autor und Forscher Georg Forster
Bekannt wurde zwei Generationen
Von Akademikern im Kirchendienst

Unter Cromwell königstreu noch
Floh die Familie lieber nach Polen
Danzig suchte da dringend Siedler 
Zur Entwässerung der Sümpfe

Das verschlug sie nach Preußen 
Was damals noch Polen war schrieb 
Der schlesischem Adel entsprungen
Krockow was mich etwas erstaunte

Sie landeten in Dörfern in der Nähe 
Von Danzig wo der Vater wie auch
Georg geboren der Vater studierte 
In Halle was damals Elite Uni war

Auch wenn dies beim heutigen Blick
Auf braunen anhaltinischen Sumpf
Wundert war es damals so wenig
Preußisch wie Danzig was dies erst

Nach der polnischen Teilung wurde 
Als Friedrich nicht länger mehr nur 
König in sondern von Preußen wurde
Was ein Graf Krockow wissen sollte

Beeindruckend ist der Bericht über
Die frühe sprachliche Entwicklung
Des Wunderkindes Georg der bald
Vom Vater zur Arbeit genutzt wurde 

Diesen Zustand geraubter Jugend 
Wie verlorener Kindheit klagt Krockow 
Im Geist politischer Korrektheit wie sie
Unserer Zeit entspricht klar an 

Ob dies dem Geist der Zeit von
Vater und Sohn Forster entspricht
Fragt Krockow nicht um dafür den 
Cholerischen Vater anzuklagen 

Dieser war zunächst Theologe im
Dorf beschäftigte sich aber lieber
Mit Naturkunde und kaufte viele
Bücher auch zur Bildung seines

So wissbegierigen Sohnes der
Alle Pflanzen und Tiere gerne
Benennen wollte und kaufte daher
In Danzig die Werke Linnées

Es gab sieben Geschwister von
Denen untypisch für die Zeit der
Frühen Aufklärung 6 überlebten 
Georg war dabei der älteste

Die Aussagen über die Ehe wie vom 
Vater beschriebene Krankheiten der
Eheleute und Georgs klingen eher
Nach unserer Psychoanalyse 

So gut Krockow teilweise noch
Recherchiert so unpassend sind
Seine nur politisch korrekten
Bewertungen dabei immer wieder

Was mit psychoanalytischem Unsinn
Auf historischem Kontext schaut sieht
Selten über den Horizont dieser Sekte 
Die in Wien begann hinaus schauen

Psychoanalyse ist keine Wissenschaft
Sondern eine postreligiöse Sekte die 
Auf geaberglaubten Thesen aufbaut 
Die nicht natürlich beweisbar sind

Dazu gehört zentral das behauptete
Unterbewusstsein das keinen Ort
Im Gehirn hat sondern der geglaubten
Seele dabei eher noch gleicht

Moralische Bewertungen außerhalb
Des historischen Kontext sind eher 
Unseriös und machen damit die sonst
Gute Arbeit ohne Gewinn lächerlich

Das ist schade weil es völlig genügte 
Die Fakten zu beschreiben mit denen
Sich Leser ein eigenes Bild machen
Moralische Verführung ist unnötig

Wie der Leser Kants begreift dass
Es auf das moralische Gesetz in uns
Allein und zuerst ankommt für ein
Moralisches Urteil sind diese

Autoritären Bewertungen der Sache 
Eher abträglich als nützlich also 
Sittlich wie tatsächlich nur peinlich
Besser ersparten wir sie uns

Vor allem aber entmündigt diese
Uns Leser als selbständig kritisch
Denkende Wesen denen dafür einer 
Sagen muss wie es moralisch ist

Die rein faktische Gegenüberstellung
Der rechtlichen Situation statt ihrer
Schon moralischen Bewertung erst
Ermöglicht erst ein vernünftiges Urteil

Sowohl Forster wie Cook waren dem
Geist der Aufklärung verpflichtet die
Verschuldung des wohl manischen
Büchersammlers Forster wird wieder

Relativ einseitig moralisch beurteilt 
Es fehlt dabei an Verständnis außer
Für die arme Mutter die keinerlei
Kulturelle noch Spuren hinterließ

Natürlich sind Frauen wichtig und 
Soll ihre historische Rolle gerne auch
Kritisch betrachtet werden um künftig
Etwas noch besser zu machen

Dies den Leser einer Biographie von
Cook und Forster aber zu sagen ist
Weniger Aufklärung noch sachlich
Von Bedeutung sondern Propaganda

Das wird heute so erwartet von
Frauen und verkauft sich wohl
Am Buchmarkt besser aber wird 
Gegenstand und Zeit nicht gerecht

Krockow schreibt gut und lesbar
Kenntnisreich wie unterhaltsam
Aber historisch ist das wohl eher
Schädlich als ein kritisches Bild

Dies nicht nur weil der Flaneur als
Autor und Büchersammler besonders
Viel Verständnis für beide Forster hat
Sondern aus historischem Verstehen

Sicher schreibt Krockow hier eher
Als Autor denn als Wissenschaftler
Ist dieser Erzählstil wohl populär aber
Klärt nicht auf sondern vernebelt nur 

Sich ein Bild von der Zeit zu machen
Ist es wichtig in die Zeit zu gehen
Nicht fälschlich zu vereinfachen was
Keine korrekte Sicht uns liefert

Auch moralische Urteile aus der
Gegenwart verbieten sich da sie nur 
Der Selbstdarstellung des Autors hier
Dienen statt die Zeit zu betrachten

Nach der leichten Frustration über
Krockows Fehler und Schlamperei
Lieber dem guten Friedell zugewandt
Der sich genau in die Zeit fühlt

In der Kulturgeschichte der Neuzeit 
Von Egon Friedell über das Rokoko 
Als Epoche der Feminisierung unter 
Dem Thema Schönheitspflästerchen

Gelesen und wie diese geradezu ideal
Den kranken moribunden Geist des
Rokoko offenbaren das gesund und
Kräftig für blass und kränklich ablehnt 

So wurden Perücken und Gesichter
Grau oder blass gepudert obwohl
Viele früher noch Leben erlebten 
Du ab vierzig schon alt warst

Dies spiegelt sich auch in der
Mode wie in den Farben wieder
Die in dieser Zeit beliebt waren
Rosa Pastell bis Flohfarben 

Von der tragischen Maske des Rokoko erzählt Friedell einiges
Anhand der kranken Kostüme
Mit geschnürten Taillen oder 

Den natürliche Bewegung völlig
Unmöglich machenden Reifröcken
Wie Schuhen mit hohen Absätzen
Die natürliche Bewegung verhinderten 

Dieser zumindest eher behinderten
Solche konkreten Bilder aus der Zeit
Die eine konkrete Vorstellung vom
Leben geben gibt Friedell wertfrei

Wer seiner sicher ist muss nicht 
Aus der Zeit fallen um zu urteilen
Was manchen wohl schwer fällt
Die lieber aus der Zeit völlig fallen

Dann ergeben sich wie bei Krockow
Moralisch unpassende Urteile ohne 
Einen Bezug zum Geist der Zeit
Die damit unglaubwürdig werden

Friedell enthält sich lieber ganz um
Die Zeit verständlich zu zeigen was
Leser erst kritisch urteilen lässt also
Aufgeklärt frei statt bevormundet

So erzählt Friedell noch weiter zur 
Spiegelleidenschaft des Rokoko mit
Der sie Räume unendlich machten 
Wie sich selbst zu sehr betrachteten

Unter Theatrokratie erzählt Friedell 
Warum das Theater als dabei ganz
Natürliche Lust zur Prostitution überall
Kultiviert wurde und zentral war

In diese Epoche ideal passte die sich
Gerne um der Lust wegen verkaufte
Was nach Friedell zum Theater als
Kunst der Prostitution perfekt passt

Friedell philosophiert dabei noch
Ganz nebenbei zur Prostitution als
Natürliche Neigung aller die sich
Gerne nackt zeigen wollen auch

Das ist klug und baut eine Brücke
In die Gegenwart auch seiner 
Eigenen Erfahrungen mit seiner
Vorliebe für Kinderhuren vom Balkan

Sicher wäre dieses Verhalten gegen
Das Nabokovs Lolita erwachsen war
Heute kriminell doch bleibt Friedell 
Historisch präzise genialer als alle

Dies alles kann ohne jedes dabei
Unnötige moralische Urteil betrachtet
Werden aber weitet deutlich den 
Horizont ist also echte Aufklärung

Spannend ist was auch Friedell an
Verschiedenen Stellen bedachte wie
Eine Epoche der Unvernunft die
Stärkste Aufklärung uns brachte

Stelle immer wieder fest Friedell
Lohnt betrachtet Geschichte stets
Historisch aus ihrer Zeit statt nur
Gegenwärtig moralisch zu urteilen

Solches Verhalten offenbart nur
Die Enge des eigenen Horizont
Gibt keinen Blick in die Zeit und
Klärt damit niemanden weiter auf

Mit Friedell dagegen zeitgemäß
Schauen ist eine Befreiung die
Aufgeklärt tiefer blicken lässt als 
Viele Diskurse unserer Zeit kamen

jens tuengerthal 22 4.26

Hundertster

Hundertster

Hundert werden wenige 
Irgendwann ist auch genug
Mit dem Dienst am Leben und
Zeit für Ruhe im Nichts was 
Am Ende einfach alles ist

Elisabeth II wäre es heute geworden
Aber ging noch rechtzeitig wenn auch
Nur kurz vorher wie meine Omi die
Ungefähr genauso lang durchhielt
Und Elisabeth noch schaukelte

Sie hat lange ihre Pflicht getan
Nun tut es ihr Sohn Charles als
König aller Briten und mehr dabei
Schon lange im Rentenalter aber
Hilft ja nach Merz auch nicht mehr

Denke würdig an die tote Queen
Die nun für immer frei hat was nach 
Dem Leben eine gute Aussicht ist

Denke ich und gönne es ihr wie 
Der Omi und dem Vater und mir
Irgendwann dann wenn genug 

jens tuengerthal 21.4.26

Dienstag, 21. April 2026

Bösekirschgang

Bösekirschgang

Bei schönstem Sonnenschein vom
Helmholtzplatz zur Bösebrücke 
Gelaufen um dort die blühenden
Japanischen Kirschen zu bewundern

Während der Rest des Weges schon
Im zarten Grün frühlingshaft stand
Waren die Kirschblüten dort endlich
In voller Schönheit aufgegangen

Über den Arnimplatz gelaufen und
Dort natürlich an die Liebste gedacht
Wo schon viele in der Sonne auf den
Dort Bänken saßen und genossen 

Ging ich noch weiter bis zu den
Eisenbahngleisen unterquerte die
Bösebrücke im staubigen grau um
Direkt danach ins rosa zu tauchen

Viele Besucher vor allem auch wieder
Japaner freuten sich fotografierten 
Die zarten Blüten und sich dort und
Der Flaneur tat ein gleiches auch

Welch wunderbare Pracht uns jeder
Frühling wieder schenkt dank der
Großzügigkeit japanischer Bürger
Wird Berlin hier zum rosa Meer

Genoss dies erfüllende GIück und
Lief mit kleinem Umweg 9.6 km was
Ein schöner Spaziergang war noch
Erfüllt vom rosa Traum kam ich an

jens tuengerthal 21.4.26