Samstag, 3. Oktober 2026

Eintheitsbrei

Eintheitsbrei

Liebe guten Kartoffeleintopf 
Eine wohl deutsche Leidenschaft
Doch begonnen hat das als ich
Damals frischer Vater und Hausmann
Noch Babybrei für meine Tochter
Kochte aus Kartoffeln und Möhren
Früh kam schon Zwiebel daran 
Damit sie sich daran gewöhne
Probleme hatten wir damit nicht
Der Eintopf unterscheidet sich
Vom Babybrei durch die Würzung
Dieser bekommt noch Speck wie 
Pfeffer Salz und Liebstöckel was 
Älter ist als Maggie je noch wird 
Alles ist was es dazu braucht
Würste können dazu egal ob
Vegan oder totes Tier denn 
Pflanzen lebten ja auch noch
Anderes nach Gusto wie 
Kulinarischer Gewohnheit
Auch Speck geht vegan 
Aber die Basis des guten
Deutschen Eintopf sind 
Kartoffeln Zwiebeln Möhren
Genau wie beim Babybrei denn 
Wesentliches ändert sich nie 
So ist es auch mit der
Deutschen Einheit die
Diese Jahr an meinem
Geburtsort Bremen gefeiert
Drei Dinge zählen nur und
Am Ende kommt die Würzung
Die den Babybrei plötzlich
Erwachsen werden lässt
Am Ende steht dann der
Einheitstopf

jens tuengerthal 3.10.26

Lektürentagebuch 2.10.26.

Lektürentagebuch 2.10.26.

Weiter bei Jack El-Hai in der Nazi und 
Der Psychiater wie Göring über eine
Station in Augsburg nach Luxemburg
Bad Mondorf-les Bains gebracht wird

Dort haben die Amerikaner ein Lager
Für die hochrangigen Nazis errichtet
Das sich in einem ehemaligen Hotel
Befand das bald wie ein Lager mit

Zäunen und Wachtürmen umgeben
Jeden Ausbruch verhindern sollte 
Auch vor Rache der Luxemburger an
Nazis sollte so geschützt werden

Erfahre einiges über den dortigen
Kommandanten der auf eine strenge 
Formelle Gleichbehandlung bestand
Göring wurde das Gepäck wie sein

Adjutant genommen und der fette
Nazi ohne Unrechtsbewusstsein
Beschwerte sich ständig in Briefen
An den Oberkommandierenden

Doch Roosevelt reagierte nicht auf
Die dreisten Beschwerden auch seine
Beschwerden über das Essen waren
Nicht erfolgreich im Gegenteil

Hermann Göring wird als fettleibig
Kurzatmig und herzkrank beschrieben
Durch sein Verhalten macht er sich
Beim Kommandanten unbeliebt 

Gleichzeitig wird schon angedeutet
Wie Intrigant und gefährlich dieser
Ehemaliges führende Nazi noch war
Was zusätzlich neugierig macht

Das Zyankali das er in Ampullen
Bei sich führte wurde ihm genommen
Eine Ampulle aber versteckte er
Noch erfolgreich vor den Kontrollen

In Maurice Jolys Handbuch des
Aufsteigers wird vom Zufall und
Der richtigen Spielweise erzählt
Es ist das 1. Kapitel im ersten Buch 

Welches allgemeine Elemente der
Kunst des Aufsteigens behandelt im
Spiel des Lebens das eine äußerst
Schwierige Partie voller Zufälle wäre

Das wäre auch die Leitidee dieses 
Buches ihr verdanke es alle weiteren
Argumente um mit Talent zu spielen
Was die Kunst des Lebens wohl sei

Dabei gibt es das Spiel der Politik
Der Liebe des Vermögens wie des 
Ruhms jedes habe seine eigenen
Schwierigkeiten und erfordere Talent

Eines spielen zu können heißt viel
Alle zu beherrschen sei der Gipfel
Des Wissens wer hier Rat suchte 
Bekäm die Frage welches Spiel

Der Zufall nimmt einen großen Platz
Im Leben von einer gewissen Warte
Aus bestünde es nur aus Zufällen 
Erfolg und Scheitern sind Schicksal

Erfolgreich bist du zunächst weil du 
Erstens Eigenschaften besitzt die
Einfluss auf die Gesellschaft und die
Menschen besitzen und zweitens

Weil dir Umstände zu Hilfe kommen 
Wie du beim Gegenteil scheiterst 
Diese sind alle günstigen oder auch
Ungünstigen Ereignisse im Leben 

Daraus folgt dass du dem Zufall
Gegenüber denselben Standpunkt
Einnehmen kannst wie es etwa der
Katholische Spiritualismus gegenüber

Der göttlichen Gnade tut denn ganz
Unabhängig vom Verdienst könne
Ein Christ nie ohne Hilfe der Gnade
Zum Heil kommen und so wird auch

Der Ehrgeizige ohne Hilfe des Zufall
Nicht gehen allerdings sind die echten 
Glücksfälle wenig regelmäßig verteilt
Zumindest weniger als angenommen

Die Fähigkeit den Zufall zu nutzen
Unterscheidet die Einzelnen mit ihr
Findet sich auch der Eintritt in die
Richtige Spielwiese noch immer

Es gäbe Menschen die durch ihre
Natürliche Unfähigkeit dazu verurteilt 
Sind dem Glück stets den Rücken
Zu kehren was tragisch schon klingt

Die Vielfalt der Chancen sei unendlich
Einige kommen früh andere spät und
Manchmal wirken sie langsam und
Nacheinander dann wieder plötzlich

Mit direkten Folgen für das Schicksal
Zum Beispiel des Einflusses des
Zufalls erzählt er eine Geschichte
Um einen Intriganten mit Namen

Chavigny der eine Liaison mit einem
Holländischen Kammermädchen die
Dem nie abgeneigt und nicht spröde
Wären hatte wurden sie gerade dabei

Von ihrer Chefin überrascht und sie
Konnte ihm nur und gerade noch im
Schrank verstecken während das
Zimmer an zwei Herren nun ging

Die dort ein geheimes politisches
Gespräch führen wollten und sich
Zu einer politische Intrige fanden
Es ging um einen Komplott dem

Der Herzog von Orléans zum Opfer
Fallen sollte um diesen aus der noch
Regentschaft zu drängen einer der
Beiden Herren war ein Abenteurer

Den Kardinal Alberoni anheuerte
Der ursprünglich den Regenten noch
In den Bois de Boulogne locken wollte 
Als es scheiterte nach Den Haag floh

Chavigny spürte sofort wie nützlich 
Diese Entdeckung für ihn war warum
Er seine Geliebte dazu brachte ihn 
Am nächsten Tag wieder dort zu

Verstecken mehr zu erfahren dabei
Wurde das nächste Gespräch noch
Viel deutlicher mit dem Geheimwissen
Schrieb er an den Regenten und tat

Ganz geheimnisvoll er habe eine
Eröffnung von größter Wichtigkeit
Erhielt eine Audienz beim Herzog 
Von Orléans und ging nach Paris

Der Herzog wollte ihm zuerst nicht
Glauben worauf er ihn als Phantasten
Beschimpfte und der Raumes verwies
Aber Chavigny blieb dabei und macht

Dem Regenten den Vorschlag ihn in
Die Bastille zu stecken sollte das von
Ihm angekündigte nicht eintreffen
Damit hatte er sein Glück gemacht

Wunderbar plaudernd aus der Zeit der
Régence in Frankreich also unter der
Herrschaft von Herzog Philipp II von
Orléans 1715 bis 1723 der für den

Noch minderjährigen Ludwig XV
Die Regentschaft übernahm teils 
Sehr ausschweifend wohl lebte
Wie große Macht lang innehatte

Es war die Zeit des Übergangs vom
Schweren Barock zum verspielten
Rokoko was sich in vielem zeigte
Der Regent lebte im Palais Royal

Weil der Hof in Versailles noch
Geschlossen war nach dem Tode
Von Ludwig XIV hatten sich viele
Adelige in ihre Palais im Marais

Wie auf ihre ländlichen Güter wieder
Zurückgezogen es war eine Zeit der
Innerlichkeit wie auch des Übergang
Die Leben Denken und Kunst prägte 

Versailles sollte erst mit der
Volljährigkeit Ludwigs XV wieder
Bezogen werden es ist also eine
Epoche im Pariser Zwischenraum

Über die auch erotisch gewagten
Episoden dieser Zeit schreibt sehr 
Eindrücklich schon Egon Friedell der
Als Wiener ein guter Kenner war

Die historische Anspielung auf die
Epoche im Ancienne Regimes aus 
Einem Gefängnis im Frankreich nach
Der Revolution hat viel Hautgout 

Auch wenn es hier nicht um länger 
Oder kürzer abgehangenes Wildbret
Geht ist der Kontext beim Aufstieg
Doch von besonderer Würze


Vladimir Jabotinsky schreibt in 
Die Fünf im vierten Kapitel über
Den Kreis um Marussja und stellt
Dabei einige ihrer Passagiere vor

Dies im gewohnt ironischen Ton wie
Entlang der teils sehr treffenden
Verse von Serjosha über diese die
Dessen Genie immer offenbaren

Warum sie nicht immer auch fair 
Die in ihnen dargestellten dabei
Beschreiben wird vertieft erläutert
Aber auch was Marussja ausmacht

Wie der Erzähler selbst bemerkt
Das ihm ganz angenehm zumute 
Wird als diese von ihm noch nicht
Bemerkt ins Haus zurückkehrt

Wie weit sie mit ihren Passagieren
Tatsächlich geht bleibt unklar denn 
Einerseits kennt sie ihre Grenzen gut
Andererseits übertritt sie diese auch

Diese Beschreibungen werden auch
Genutzt noch andere Mitglieder der
Familie und ihre Rolle dabei auf
Humorvolle Art vorzustellen

Einer etwa gibt sich als Anhänger 
Des zu wenig bekannten deutschen 
Anarchisten Max Stirner was eine 
Besonders schöne Perle wieder ist

Stirner der mit Marx bei Hegel in
Berlin studierte hat in seinem Einzigen
Den Individualanarchismus wohl am
Konsequentesten überhaupt gedacht

Ihn in der Nachfolge Kants als den
Zu sehen der den Königsberger zu
Ende dachte ohne als Ideologe dafür 
Die Freiheit zu verraten ist genial

Dies insbesondere weil der einzige
Der Stirners Einzigen einer echten
Rezension würdigte der totalitäre
Denker Karl Marx war der aber

Diese nicht veröffentlichte um dem
Früheren Kommilitonen keine zu
Große Aufmerksamkeit zu schenken
Weil Marx Machtpolitiker stets war

Auch damit spielt der Autor auf eine
Kluge jüdisch ironische Art besonders
Klug beim Spott über die Marxisten
Unter den bunten Passagieren

Ganz nebenbei wird noch von den
Externen erzählt also Juden aus
Der Provinz aus Galizien bis hinauf
Ins Baltikum die in Odessa ihr

Abitur machen wollten um so eine
Der nur wenigen Zulassungen für
Juden am Gymnasium zu erhalten
Wie viele sich vergebens mühten

Wie diese Externen auch darum eine
Gruppe strebsamer Besserwisser war
Aber bei Marussja nur die besonders
Unterhaltsamen darunter verkehrten

Auch die Beschreibung des Vaters
Der alle Gäste willkommen hieß aber
Ansonsten völlig in Ruhe ließ ist
Sehr fein humorvoll gelungen

Diese sollten sich so frei fühlen dass
Sie auch mit dem Kopf gegen die
Wand rennen könnten ohne damit
Sich nicht mehr willkommen zu fühlen

Diese Familie der wir langsam so mit
Ihren Eigenarten näher kommen ist
Auf vielfältige Art besonders was der
Geschichte auch ihren Reiz gibt

jens tuengerthal 3.10.26

Solidaritätsriesling

Solidaritätsriesling

Als ich heute vorm Crossroads
Ankam traf ich unserem Cowboy
Aus dem südlichen Hessen der
Gerade mit einem Freund ging

Er erzählte mir er sei gerade
Von einem Gast geschlagen
Worden weil er sagte er sei Jude
Was er nicht wäre aber es wäre

Skandal genug und sogleich
Solidarisierte ich mich mit ihm
Drinnen meinte Mo dann das
Wäre gar nicht so gewesen 

Mo und Tino machen heute die
Bar und ersterer brachte mir gleich
Den guten Riesling während Tino
Mit Drinks beschäftigt noch ist

Unten sitzen noch sieben Herren
Wie zwei Damen die teils bekannt
Während die Unbekannte dafür sehr
Blond ist und dann kommt Nina

Die Königin der Bar wird von allen
Standesgemäß begrüßt alles scheint
Gut dann wird wieder einer aggressiv 
Die Stimmung ist etwas seltsam

Nun scheint derjenige welcher
Gehen zu wollen was gut so ist
Es vielleicht ruhiger werden lässt
Draußen saßen noch zwei Damen

Eben kam eine größere Gruppe mit
Nicht unattraktiven jungen Damen
Wie südländischen Herren dazu die
Oben in der Ecke Platz nahmen 

Mehr ist heute nicht mehr los und
Alt werde ich hier vermutlich auch
Nicht mehr körperliche Angriffe 
Tun der Stimmung eher nie gut

jens tuengerthal 3.10.26


Freitag, 2. Oktober 2026

Dauerlauf

Dauerlauf

Menschen neigen seltsam dazu
Alles was Dauer hat zu idealisieren
Vom Marathonlauf bei dem historisch
Der Läufer danach tot umfiel der die
Etwas über 42 Kilometer lief um den 
Sieg zu melden in der Schlacht die 
Idee beruht auf der Legende des
Griechischen Boten Pheidippides 
Der im Jahr 490 vdZ mit der Nachricht 
Vom Sieg über die Perser aus der 
Stadt Marathon nach Athen lief aber
Dann erschöpft tot umfiel warum
Es vernünftig eigentlich wäre auf
Solchen Unsinn zu verzichten aber
Menschen bauen auch Kirchen und
Versprechen sich bei der Hochzeit
Ewige Treue sind also nach ihrer
Natur nicht vernünftig aber tun
Gern so als wäre es anders und
Idealisieren dafür auf Dauer alles 
Was irgend wiederholt passiert
Gleiches gilt in der Liebe die
Bis heute viele mit Lust noch
Verwechseln und sich dann
Über das enttäuschende Ergebnis
Wundern statt logisch zu denken
Das nichts dauerhaft reizvoll ist
Was sich einfach nur wiederholt
Wir dies nur höflich ertragen
Die sexuelle Spannung nach
Der Natur aber Wechsel braucht
Um mit neuen Reizen sich
Wieder frisch zu entfalten
Was dann Untreue genannt
Im gehorsamen Konsens 
Des herrschenden Aberglaubens
Denn mehr ist was wir Ehe 
Wie die Form sie zu leben nennen
Nie gewesen was aber natürlich
Keiner verliebt hören möchte
Es gibt ja auch Fälle bei denen
Zumindest dem Anschein nach
Liebe und Lust erhalten blieben
Wie bei meinen Großeltern wo
Nur die übrig gebliebene sich
Empörte als sie bei Nachforschungen
Entdeckte es war natürlich nicht so
Wie mir manche Geliebte schon 
Schwor bei ihr gäbe es Sex nur
In Verbindung mit Liebe was stets
Der Ausweis für Mängel in der Lust 
War die dafür dann attribuiert werden
Es geschähe ja alles aus Liebe
Wenn Liebe dran hängt wird es
Moralisch und überhaupt gut sein 
Was eine typisch menschliche Illusion
Der Verstärkung ist die meint mehr
Bringe auch immer mehr dabei ist
Weniger Gefühl die Basis für den
Aufregendsten Sex auch auf Dauer
Während zuviel Liebe alles erstickt 
Was sich aus der Natur einfach ergibt
Die Vernunft logisch erschließt
Aber was willst du mit Vernunft
Den Liebsten kommen in Fragen
Von Liebe und Lust lehrt die
Erfahrung besser zu schweigen
Denn schlimmer geht immer
Auf die Dauer siegt die Natur
Nach ihrem Wesen ja doch 

jens tuengerthal 2.10.26

Veränderungsgröße

Veränderungsgröße 

Habe nur zwei Sessel in meiner
Bibliothek umgestellt und doch
Ändert sich das Lebensgefühl
Wie der Blick vom Diwan aus 
Völlig steht plötzlich der Kamin
Wieder im herbstlichen Mittelpunkt
Scheint mir einzig passend 
Was lange noch undenkbar
Dafür einmal früher noch eine
Beziehungskrise auslöste die
Zum Glück kein Problem mehr ist
Was mich irgend tangiert aber 
Sichtbar kann die Stellung dabei
Manchmal kriegsentscheidend sein
Grund war eigentlich nur mein
Wunsch den Kamin zu sehen
Was die Gelegenheit bot auch
Nochmal zu saugen was sonst
Kaum der Rede wert wäre
Lieber verschoben stets wird 
Nun aber zeigt sich mir ganz
Deutlich die Veränderungsgröße
Welche das Sein im Raum als
Ganzes und überhaupt betrifft
Was ja nicht unbedeutend
Sein sollte denke ich der
Darin nur beschränkt Übung hat 
Entsprechend beim Umräumen
Wie noch mehr beim Saugen
Ins Schwitzen kam dies aber
Für das Ergebnis was einen
Früheren Zustand wieder
Hergestellt hat der aber auch
Etwas anders noch ist also
Für mich der gerne alles so
Lässt wie es ist gravierend 
Schon war in seiner Größe
Mit der ich nun glücklich lebe

jens tuengerthal 2.10.26

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Lektürentagebuch 1.10.26

Lektürentagebuch 1.10.26

In der Literaturka heißt Kapitel 3
In Die Fünf von Vladimir Jabotinsky
In dem es um das gleichnamige
Literatur Café in Odessa geht

Dort werden nach dem wöchentlichen
Konzert die Stühle im Weinsaal für 
Den Tanz zur Seite geräumt als die
Schöne rothaarige Marussja kommt 

Sie zieht ihre Mutter am Ärmel mit
Geht direkt auf den Erzähler zu und
Erklärt diese Frau wollte ihn unbedingt
Kennenlernen wäre nur zu schüchtern 

Anna Michailowna Milgrom wird nun
Vorgestellt und sie sei ihre Tochter
Aber sie könne nichts dafür worauf
Die Tochter die Mutter ermahnt 

Sie solle sich anständig benehmen
Und ging sich einen Kavalier wählen
Die Regel dass es eigentlich doch
Umgekehrt liefe galt für sie nicht

Weinsaal hieß der Raum nach einem
Relief von Reben und Trauben dort
Der Literatur- und Schauspielzirkel
Hatte eine ganze Villa für sich

Das Haus befand sich in bester
Lage zwischen Ober- und Hafenstadt
Der Autor beschreibt die Gegend dort
Wie die vornehme Umgebung

Das Haus erinnerte ihn an die Villen 
Die er in Sienna sah in der Zeit der
Zensur war die Literaturka eine Oase
Des freien Wortes noch aber keiner

Verstand warum die Obrigkeit dies 
Zuließ und es nicht schloss es war
Nicht direkt aufrührerisch aber dann
Indirekt doch in allem irgendwie

Das erstaunliche dort war aber nicht
Der Aufruhr sondern die friedliche
Verbrüderung der acht oder zehn
Volksstämme die in Odessa lebten 

Bald sollte sich das alles ändern
Aber zu Beginn des Jahrhunderts
Waren sie dort alle einträchtig was
Seltsam war weil sie zuhause alle

Getrennt voneinander lebten und
Sich untereinander nie einluden
Hier im Forum waren sie gemeinsam
Es kam auf die gleiche Seele nur an 

Die Mutter erwies sich von nahem
Als eine recht jugendliche Dame mit
Außerordentlich gütigen Augen und
Sie entschuldigte sich sofort für die 

Unverschämtheit ihrer Tochter sicher
Wolle er auch lieber tanzen was er
Zurückweist schon in der Schule hätte 
Der Tanzlehrer ihn rausgeworfen

Im Gespräch versuchte er erst galant 
Ihr gegenüber zu sein aber sie wehrt 
Gleich ab und erklärt ihr Mann hätte 
Seinen verstorbenen Vater gekannt

Sofort fragte sie ihn warum sich ein
So begabter junger Mann noch ohne
Beruf rumtreibe was eigentlich ein
Eher kränkender Auftakt hier war

Aber sie hatte ein Talent auch die 
Unpassendsten Dinge so irgendwie
Liebeswürdig zu sagen wie noch mehr
Ihre Tochter als dürfte sie alles

Er meint darauf er wäre doch seit
Vielen Jahren bei der Zeitung aber
Sie hielt Feuilletons schreiben für
Keiner anständige Lebensaufgabe

Ihr Mann würde ihn gerne in seinem
Kontor anstellen oder eine Kanzlei
Ein Mann könne doch nicht in der
Luft hängen ohne ein Einkommen

Er spürte dass jede Verteidigung
Hier zwecklos war als ergriffe ein
Mann diese Aufgabe nur weil sich
Nichts anderes gefunden hätte 

Worauf er zum Angriff übergeht
Er kenne ja zwei ihrer Kinder wie
Fruchtbar wären solche Ratschläge
Bei denen denn je gewesen

Worauf sie erklärt als Mutter könne 
Sie ihnen keine Ratschläge geben
Denn auf seine Mutter höre keiner
Dann hätten sie bald die Eltern satt

Zwischendurch kam Marussja und
Warnte ihn sie sei eine Demivierge
Bezaubere aber ließe sich auf keine
Romanze ein über ihre Mutter 

Falls jemand wie ich bei dem Wort
Demivierge stutzt sei ergänzt es
Kommt aus dem französischen was
Für Freizügigkeit genügen kann

Zumindest manchmal theoretisch
Meint Halbjungfrau und beschreibt
Frauen die sich gerne öffentlich
Sehr freizügig geben aber real

Noch Jungfrauen also sexuell eher
Unerfahren sind was besonders
Lustig ist wenn es die Tochter die
Freizügig ist über ihre Mutter sagt

Zur Mutter sagt sie dafür sie sei
Verliebt und tanze den ganzen
Abend nur mit dem einen der leider
Einen Schnurrbart habe aber sie hoffe 

Der sei weich und kratze sie nicht
Was an ihre Aussage im Theater
Erinnert es gäbe keinen Studenten
In Odessa der sie noch nicht küsste

Dann kommt Annas Mann dazu der
Deutlich älter und füllig war mit
Glatt rasiertem Kinn und sie klagte 
Gleich dass er nicht ins Kontor wolle

Beim Gespräch über die Kinder
Unterscheidet Ignaz Albertowitsch
Diese danach ob sie Nudelsuppe
Oder Suppe mit Klößchen mögen

Bei den Nudeln sei es immer eher
Glückssache was du zu fassen
Bekämst bei Klößen kannst du dafür
Ganz sicher sein was du hast

Serjosha mag Nudelsuppe während
Der Torik genannte Viktor eher die
Klößchen vorzöge die sicher sein 
Dann fragt er was mit Lika wäre

Wo er ja schon fast alle kenne worauf
Anna nachdenklich sagte Lika sei kein
Gegenstand für ein Gespräch auf dem
Tanzboden was alles hier offen lässt 

jens tuengerthal 1.10.26

Bücherhöhlenmensch

Bücherhöhlenmensch

Bücher tragen den Geist der 
Aufklärung in die Welt sind schon
Darum so gut wie sie tun außer
Sie dienen Aberglaube und Hass 

Aberglaube macht unmündig wie
Damit unfrei ist das Gegenteil von
Aufklärung und zu bekämpfen
Die Freiheit zu verteidigen

Bücher die Hass und Neid stärken
Wie Mein Kampf oder Das Kapital
Waren Basis der altersschlimmsten
Massenmorde wohl der Geschichte

Maos rote Bibel wohl auch aber die
Liegt mir so fern wie Asien ist nie
Meine Kultur geworden darum für 
Die eigene Bücherhöhle egal

Damit können nur noch Die Bibel
Wie der Koran mithalten als Bücher
Des unfreien Aberglauben der ein 
Schade schon an und für sich ist

Dagegen ist die Thora bloß eine
Harmlose Familiengeschichte ohne
Visionen vom Weltuntergang dazu
Der uns so wenig angeht wie der Tod

Gute Literatur wie Texte im Geist
Des Humanismus der Aufklärung
Sind der schönste Aufenthaltsort
Wie immer die beste Gesellschaft

Wie ich früher nichtlesende Frauen
In meiner Nähe ertrug scheint nur 
Rätselhaft zeigt aber einfach die
Macht des Sex über die Vernunft

Doch spannender noch an dem
Wort Bücherhöhlenmensch ist
Die Kombination atavistischer mit
Kulturellen Eigenschaften dabei

Die Bibliothek die eine ausgesuchte
Bücherhöhle birgt ist Ausdruck von
Kultureller Reife und langer Lektüre
Erzählt so eine Lebensgeschichte 

Menschen ohne Bibliothek sind tot
Zumindest als geistige Wesen völlig 
Uninteressant für mich weiss ich der
Lieber unter Büchern als Menschen

Sein Leben verbringt und Massen
Lieber meidet wie bewegte Bilder
Bloß irritierend findet und darum
Diesen Zirkus einfach ignoriert

Der Höhlenmensch der ich auch bin
Dessen schönstes Ziel lange Zeit die
Engsten weiblichen Höhlen waren
Als Vorraum ins irdische Paradies

Liebt es sich in seine Bücherhöhle 
Zu verkriechen und findet dort
Alles wovon ich träumen konnte 
Baute sich solche schon als Kind

Wie ich schon als unreifer Knabe
Begann weibliche Höhlen voll
Zärtlicher Liebe erforschen zu wollen 
Diese waren und blieben mein Gral 

Heute ergänzt noch um den Bestand 
Der eigenen Bibliothek der zum Gral
Wie zu dessen Tempel mir wurde 
In dem ich als Leser selig lebe

Verkrieche mich gerne in meine
Bücherhöhle die idealerweise im
Keller unterirdisch noch läge weil ich
Ein nie Phantasy lesender Hobbit

Für den Rest meiner Tage bleibe 
Der sich lieber verkriecht um als
Leser seine Ruhe zu haben statt
Weiter in die Höhe zu streben 

Habe mit meiner Bücherhöhle wie
Der in ihr lebenden Bibliothek alles
Im Leben erreicht und bin zufrieden
Mehr Glück kann es nicht geben

Dies mit einer belesenen Geliebten
Zeitweise auch teilen zu können ist
Dann vollkommen wunderbar und
Erspart allen Beziehungsstress

Die beiden Varianten meiner liebsten
Höhlenforschung lesend und leckend
Wäre etwas zu kurz ist genug Glück
Im Leben alles erreicht zu haben

Darum dankbar für alles sage ich
Im Dunkeln ist gut munkeln wie
Leser sind glückliche Menschen
Ihnen steht die ganze Welt offen

Ohne je irgendwo hin zu müssen
Darf alles bleiben wie es ist und
Wo es ist ohne wen zu stören 
Denke ich vermutlich etwas naiv 

Liege selig auf meinem Diwan den ich
Mit manchem Traum teilen durfte vor
Der Anderen Bibliothek völlig erfüllt
Alles im Leben erreicht zu haben

Der Rest ist nun nur noch Zugabe
Kann sein muss aber nicht mehr
Nur noch zum abschließenden
Genuss als lustvolle Erinnerung

jens tuengerthal 1.10.26