Mittwoch, 1. Juli 2026

Enthaltsamkeit

Enthaltsamkeit

„Ich lebe mein Leben
in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten
vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.“

Rainer Maria Rilke im Stundenbuch vom mönchischen Leben


Diese wunderbaren ersten Verse
Stellten wir gemeinsam der
Todesanzeige meines Vaters voran
Auch weil er Rilke so liebte bei
Jeder Gelegenheit den Panther
Noch zitierte leicht romantisch
Verklärt im Wesen dabei als
Sonst Naturwissenschaftler
Doch diese obigen Verse
Sind auch mir ganz nah
Der sich nun lesend fragt 
Ist Enthaltsamkeit ein weniger
Oder die Chance nach mehr
Anders als mein Vater der immer
Auf alles neugierig durch die Welt
Wie die Natur zog neues dort zu
Entdecken genügt mir weniger
Scheint der Rückzug mir viel
Verlockender als jede Expedition
Außer vielleicht zur Erforschung
Der natürlich vollkommenen
Weiblichen Schönheit noch 
Wo sich die Gelegenheit ergibt
Doch im wesentlichen mehr in 
Geistigen Welten unterwegs statt
Durch die Welt noch zu hetzen 
Gehe ich lieber in mich und
Erweitere meinen Horizont
Lieber lesend als laufend
Weil ich im Geist erst wirklich
Grenzenlos frei bin scheint das
Gerenne lästiger Touristen mir 
Nur eine überflüssige Belastung
Durch Idioten die nicht lesen
Aber enthalte mich lieber nun
Um meine Ruhe zu haben und
Ungestört mit Fenster zum Hof
Weiter gute Bücher zu lesen
Von allem anderen könnte ich mich
Auch völlig enthalten weil alles
Weniger was es von außen zum
Inneren Glück braucht die Freiheit
Der Zufriedenheit nur vergrößert 
Enthalte mich von der Welt
Lebe zurückgezogen um im
Geistigen Universum meiner
Bibliothek zu reisen denn 
Mehr braucht es nicht

jens tuengerthal 1.7.26

Abundzusage

Abundzusage 

Die auf absteigendem Ast noch
Befindliche Sarah Wagenknecht 
Die ihre persönliche Rechtslinks
Partei von Putinfreunden mit Angst
Vor Impfung und Ausländern nun
An die AfD anschmiegen wollte
Bekam von dort eine Absage
Was zumindest deutlich macht
Wer mit wem gerne würde wie
Auf welcher Welle die AfD gerade
Schwimmt die der Kanzler noch
Zu imitieren versucht was mehr
Menschen nur dazu verführt gleich
Das Original des Hass zu wählen
Der populistische Ängste bedient 
Die Absagen sind Zusagen doch
Offenbaren uns viel über die
Putinisten in der Demokratie
Die als Feinde zu bekämpfen
Klug wäre wenn sie nicht so
Lächerlich alle wären dass dir 
Eher nach Lachen zumute ist
Außer du erinnerst dich zufällig
An die deutsche Geschichte
Die viele nicht gut kennen
Besonders im Osten sind
Defizite im Bewusstsein noch
Bis heute präsent und manche
Halten die eigentlich reaktionären
Sogenannten Linken die real auch 
Erben der SED sind für progressiv
Die sich als Antifaschisten gegen
Alle Rechten geben auch wenn die
Lange selbst Teil des Vereins waren
Zur Bewahrung des DDR Erbes das
Wir besser endlich BRDigen sollten
Zumindest politisch erledigen statt
Als linke Solidarität zu pflegen die
Den antifaschistischen Schutzwall 
Mit Schießbefehl dazu bauten
Denke ich dabei kritisch der 
Nach seiner Natur bürgerlich ist
Ohne je die CDU zu wählen
Lieber sich als Anarch aus dem
Schmutzigen Sumpf heraushält
In Ruhe was bleibt zu lieben 
Täte vielen Tätern besser
Denke ich der sich vor vielen
Jahren mal lange und gut noch
Mit Sahra Wagenknecht über
Literatur unterhielt ohne dabei
Von Politik zu reden war es
Wirklich sympathisch erträglich
Heute schmust sie mit Rechten
Ihre Partei noch zu retten denke ich
Angeekelt und wende mich ab das
Politische hörte auf menschlich zu
Sein als es parteiisch wurde auch
Hinterm antifaschistischen Schutzwall

jens tuengerthal 1.7.26

Dunkelgedanken

Dunkelgedanken

Die Nacht ist wunderbar klar
Kein natürliches Licht stellt sie
Den dunkelsten Gedanken noch
Entgegen in absoluter Freiheit

Die Lampen erhellen nichts mehr
Tun so als sei da noch Licht
Auch in der tiefsten Finsternis 
Deines nüchternen Bewusstseins 

Doch säuerlich nur wird das Gemüt 
Seit der Machtergreifung des braunen
Sauerländers der auf Kosten anderer
Nur sich abgrenzend profilieren kann

Ermahnen und Nörgeln damit alle
Fleißig arbeiten für mehr Schulden
An denen die Banken verdienen auch
Wo sie Sondervermögen heißen 

Immer mehr Leben wird unerwünscht 
Hierzulande und noch nur heißt dort
Remigration offiziell Rûckführung
Guten Gewissens abzuschieben

Verantwortung Schuld Gewissen
Werden einfach verschoben damit
Minimalbeträge eingespart werden
Müssen Menschen erniedrigt werden

Dafür wird ein Vielfaches noch an
Mineralölkonzerne verschenkt die
Vorher sich schon ungerechtfertigt 
Bereicherten an der heiligen Kuh

Bezeichnend ist was die Regierung
Sich zugute hält noch die den 
Verbrenner verlängert und rettet
Der stets die Hälfte verschwendet 

Weil die deutsche Autoindustrie 
Den Anschluss effektiv verpasste
Wird ihr ein Aufschub gewährt um
Den Fehler weiter zu verlängern

Dafür wird mit Milliarden die fehlen 
Ein Tankrabatt gewährt der nichts
An Fortschritt im Land fördert nur
Veraltete ineffektive Systeme 

Weiter subventioniert auf Kosten 
Eines Sozialstaates der stabil das
System noch halten konnte ohne
Einen irgend effektiven Gewinn

Von den Ärmsten wird genommen
Um die Reichsten nicht anzurühren 
Veraltete Systeme subventioniert
Dafür effektive weniger gefördert 

In der Klarheit der Dunkelheit wird
Dir deutlich diese Regierung will
Alle Unangepassten ausrotten um
Was bleibt ins System zu pressen

Dabei geht es ihr nicht um Logik
Reale Effektivität ist völlig egal 
Flugbenzin und Verbrennungsmotoren
Werden weiterhin subventioniert

Dafür beim Klimaschutz wie der
Entwicklungshilfe gekürzt was in
Der Rüstung mehr investiert ohne
Jeden Plan oder Perspektive

Sich nicht ausrotten lassen sondern
Lieber den Unsinn selbst beenden
Weil es keine Aussicht mehr gibt als
Angepasst zu funktionieren ist

Was die Dunkelheit hell erleuchtet 
Geblendet von der Erkenntnis
Erwünscht ist nur noch was lohnt
Wird deutlich unerwünscht zu sein

Dieser Staat will nur noch jene
Die sich für ihn lohnen der Rest 
Ist in Merzistan unerwünscht was
Sie bitte schmerzhaft spüren sollen 

Dein Leben lohnt ohnehin nicht
Du erwirtschaftet nichts bist nur 
Natürlich kreativ was keiner
Sich heute mehr leisten kann

Weniger wird auch im Leben
In diesem Land immer mehr
Was bleibt lohnt keinen Gedanken
Ewige Ruhe ist zumindest friedlich

jens tuengerthal 1.7.26

Lektürentagebuch 30.6.26

Lektürentagebuch 30.6.26

Vier wunderschöne alte Bände aus
Der Insel Bibliothek sind nach langer
Reise aus der Ferne voller Liebe aus 
Einer aufgelösten Bibliothek im Süden

Zu mir gekommen und haben hier 
Ihren Platz gefunden begonnen mit
Dem schon vertrauten Essay von
Michel de Montaigne über die

Freundschaft das besonders seine
Mit Estienne de La Boëtie betrifft
Indem er über gewählte Nähe und
Die erzwungene Liebe nachdenkt

Mit natürlich zahlreichen Zitaten 
Die hier in den Anmerkungen sogar
Anders als bei Montaigne selbst
Benannt und übersetzt werden

Wer hat heute schon noch die
Belesenheit eines Montaigne 
Wie seine Kenntnisse im Latein 
Das bei mir eher sporadisch blieb 

Ein wunderbarer Einstieg der über
Die Freundschaft und die Liebe noch
Nachdenken lässt wobei Montaigne
Die zu Frauen dabei unterscheidet

Was mich nachdenken lässt der diese
Bände von einer klugen sehr nahen
Geheimen Geliebten erhielt die aber
Auch geistig tief verbunden ist 

Würde ich das wirklich unterscheiden
Hat es Montaigne nicht selbst mit
Seiner späten sehr jungen Geliebten
Maria de Gournay anders gelebt 

Sie die Frau zur Wächterin seiner
Ausgaben gemacht die seinem Geist
Treu blieb in ihrem langen Leben auch
Wenn ihr wohl sein Humor fehlte

Kann es nicht entscheiden und muss
Zum Glück keine Wahl treffen sondern
Freue mich an vielfältiger Nähe auch
Zu so klugen wie schönen Frauen

Er hinterfragt die Liebe in der Familie
Die ein natürlicher Zwang wäre der
Keine Verbindung schafft nur weil
Zwei aus dem selben Loch krochen 

Montaigne spricht auch Dinge an 
Die wir gewohnt sonst hinnehmen
Was lohnend und klug ist weil er
Die Gewohnheit dabei hinterfragt

Die Sonette aus dem Portugiesischen
Von Elizabeth Barrett-Browning in der
Übersetzung von Rainer Maria Rilke 
Sind der nächste wunderbare Schatz

Dieser lange so kranke Engländerin
Die in der ersten Hälfte noch des 19.
Jahrhundert lebte hat Rilke zart erfühlt
Wer hält sie so der Tod oder die Liebe

Fragt sie am Ende und wieder klang
Es dabei sanft und nah nach lichtlos
Vielen Jahren sie durch ihr Weinen 
Leise die süßen Jahre nun sieht

Wunderschön und aus sich selbst
Ganz tief in mir nachklingend darf
Diese große Dichtung ganz für sich
Als große stehen sowohl als auch

Der Lebenslauf des heiligen
Wonnebald Pück ist eine ganz
Wunderbare Satire von Ricarda Huch
Über den Bischof und seine Geliebten

Wie die sich daraus ergebenden 
Verwicklungen bis zur schließlich
Heiligsprechung des lustvollen
Kirchenmanners der ein übler Sünder

Immer war und es beginnt diese
Satirische Biographie über den 
Sündigen Heiligen fast lyrisch wenn
Lux Berkule über die Berge geht

Auf denen der Schnee noch nicht
Geschmolzen war gen Klus zu ihrem
Uralten Schwiegervater dem dort
Mäusescherer und Maulwurfsfänger

Nachdem ihr Mann der Hofjäger war
Von einem Wilderer getötet wurde 
Sie mit ihren Kindern Obdach wie
Sicherheit beim Unbekannten sucht

Hier kritisiert die Protestantin Huch
Die katholische Kirche humorvoll in 
Einer erdachten Kirchenprovinz was
Kluge schöne Lektüre verspricht

Glücklich dankbar macht auch dieser
Mit Liebe ausgewählte Band der hier 
Ein Heim voller Bücherliebe fand
Freue mich auf mehr Lektüre

Dieser Band ein ganz früher noch
Der Insel Bücherei ist Nummer 58
Eine vielfältig schöne Freude von
Doppelt klugen Frauen erschien 1916

Ein Buch aus dem Weltkrieg dem
Todesjahr meines sehr belesenen
Urgroßvaters vor Verdun in dem
Der Großvater nach Lichterfelde kam 

In zartem grün kommen nun noch
Die Augen des ewigen Bruders von
Stefan Zweig die 1922 erschien also 
Auch zu den frühen Bänden gehört

Die Legende vom frommen Sucher
Virata der unwissentlich in der 
Schlacht seinen eigenen Bruder tötete
Gehört zu den unbekannteren Werken

Des großen Stefan Zweig so wird 
Virata sein Leben lang von den Augen
Des Getöteten verfolgt bis er erkennt
Das Erfüllung nur ein gottgefälliges

Leben ihm schenken kann was schon
Den Atheisten genug abschrecken
Könnte auch wenn es zu den tiefsten
Fragen des Menschseins führen soll

Diese zu beantworten bin ich selbst
Manch verwirrende Wege gegangen
Freimaurern Theosophen Druiden
Rosenkreuzern zeitweise gefolgt 

Lieber ohne allen Hokuspokus am
Ende bei der Philosophie geblieben
Die dem Geist genug Freiheit gibt
Zu meinen in der Liebe zu wählen

Der Vergleich den andere Autoren
Dabei zu Hesses Siddhartha ziehen
Würde die Abschreckung noch weiter
Verstärken vor sicheren Antworten 

Doch da ich Zweig als klugen Autor 
Schätze der fein zu erzählen weiß 
Freue ich mich auch auf die Lektüre
Dieses Bandes aus dem Jahr 1922

Noch lange vor dem Grauen des 
Nächsten Krieges und dem Holocaust
Zwanzig Jahre vor dem Freitod des in
Wien geborenen Zweig in Brasilien

So bin ich glücklich voller Freude
Über vier neue Bände die mich
Überraschend von Süden her 
Erreichten und dankbar darüber

Gerne so den Flüchtlingen aus
Einer aufgelösten Bibliothek nahe 
Dem Meer hier Asyl gewährt mit
Liebe werde ich sie genießen 

jens tuengerthal 30.6.26

Dienstag, 30. Juni 2026

Seckenheimsieg

Seckenheimsieg

Am 30. Juni 1462 besiegte in der
Schlacht bei Seckenheim Pfalzgraf
Friedrich I in der Mainzer Stiftsfehde
Eine Koalition seiner Gegner

Warum soll diese Schlacht in der
Kurpfalz lang bevor sie badisch wurde
Noch bedeutend erinnert werden wird 
Sich die Leserin vielleicht fragen

Nicht nur weil sie entscheidend im
Badisch-Pfälzischen Krieg war denn 
Nach dem Tod von Kurfürst Ludwig IV
Der auch der Sanftmütige hieß 

Hatte dessen Bruder Friedrich auch
Der Siegreiche genannt die Herrschaft
Für Ludwigs minderjährigen Sohn 
Übernommen die Pfalz erweitert

Wie zum modernsten Staat im
Westlichen Reich gemacht aber
Nach der Goldenen Bulle konnte er
Nur Verweser des Reiches sein für

Den noch unmündigen Neffen Philipp 
Dies zu umgehen beschloss er nie
Zu heiraten nannte sich darum auch
Kurfürst was wiederum die anderen

Kurfürsten anerkannten aber nicht
Der Kaiser einen Konflikt zu haben
Der ihm erlaube die Reichsacht
Gegen Friedrich zu erlassen

Der Kaiser war Friedrich III aus
Dem Hause Habsburg der auch
Als Reichserzschlafmütze noch
Fälschlich bekannt wurde

Dies weil er angeblich in seiner
Sehr langen Regierungszeit nur
8000 Urkunden zeichnete was 
Inzwischen aber widerrufen ist

Heute sind bis zu 40.000 von ihm
Erlassene Urkunden bekannt er
Gewann obwohl er Österreich nur
Zweimal nach Italien verließ

Schon Teile von Burgund dazu
Was seinem Sohn dem späteren
Kaiser Maximilian I den Ausbau der 
Hausmacht Österreichs ermöglichte

Der Sohn den dieser Maximilian mit
Einer Burgunderin hatte war dann
Philipp der Schöne der Johanna von
Spanien heiratete die wiederum

Tochter von Ferdinand und Isabella
War welche Kolumbus Reise zahlten
Warum der Sohn dieser Beziehung
Karl V der Kaiser wurde in dessen

Reich die Sonne nie unterging
Dessen Mutter nach dem frühen
Tod des schönen Philipp dann zu
Johanna der Wahnsinnigen wurde

So ist der berühmte Karl V ein
Urenkel von Friedrich III der mit dem
Pfälzer Friedrich Streit suchte der
Für ihn nicht gut ausging

Aber um Friedrich III geht es hier 
Weniger den letzten noch in Rom
Vom Papst gekrönten Kaiser als
Um Friedrich den Siegreichen 

Bereits 1460 hatte Friedrich die
Schlacht bei Pfeddersheim schon
Mit territorialem Gewinn für sich
Vorteilhaft entscheiden können 

Neue Konflikte kamen als der Papst
Pius II einen neuen Mainzer Bischof
Ernannte wodurch der Kaiser einen
Neuen Verbündeten wieder gewann

Neben Pfalzgraf Ludwig gewann er
So Adolf von Nassau den neuen
Mainzer Bischof sowie Markgraf Karl 
Von Baden Ulrich von Württemberg 

Sowie Bischof Ulrich von Metz für
Ein Bündnis gegen die Pfalz dieses
Bündnis wollte von Süden in die Pfalz
Einfallen und sammelten ein Heer

Von 10.000 Mann bei Pforzheim
Am 27. Juni 1462 belagerten sie
Die Stadt Heidelsheim errichteten
Ein Feldlager bei St. Leon was 

Heute direkt am Walldorfer Kreuz
Liegt und zu Walldorf gehört was
Auch dank SAP zur reichsten Stadt
In Deutschland wohl wurde

Während sie in St. Leon noch auf
Schweizer Reisläufer warteten
Brannten Verbündete berittene 
Ritter und Fürsten schon mal

Die umliegenden Dörfer ab und
Machten sie nieder dem Feind
So vorab zu schaden und der
Ort Walldorf war nicht weit 

Von seinen Gegnern unbemerkt
Konnte Friedrich seine Truppen
Bei Leimen sammeln mit noch
300 zusätzlichen Reitern und mehr

Als die kaiserlichen Angreifer mit
700 bis 800 Reitern nun gen
Seckenheim zogen stellte sich
Ihnen völlig unerwartet aus dem

Schwetzinger Wald kommend 
Die Pfälzer Reiter mit noch 2000
Mann Fußvolk entgegen mit dem
Schlachtruf der Pfalzgrafen

Dieser lautete Hut paltzgraff vnd 
Nimmer mee also heute Pfalzgraf 
Oder nie mehr was den Kriegshaufen
Der Pfälzer Angreifer damit teilte

Den kaiserlichen Reitern wurde so
Der Rückweg ins Feldlager plötzlich
Abgeschnitten und der Pfalzgraf nahm
Persönlich an der Schlacht teil

Der Kampf war sehr heftig und lange
War nicht absehbar wer siegt dann
Brachte das Fußvolk aus Heidelberg
Wie der Umgebung die Entscheidung

Wie die Schweizer Landsknechte
Schlugen sie mit Morgensternen
Gegen die Schädel der Pferde
Rissen die Pferde mit Spießen auf

Mit den Haken ihrer Hellebarden
Holten sie die schwer gepanzerten
Ritter von ihren Pferden die sich dann
Meist wehrlos ergeben mussten

Es wurden etwa 400 Gefangene
Gemacht darunter der Bischof von 
Metz nur Ulrich von Württemberg 
Wollte die Niederlage nicht erkennen

Er kämpfte weiter gegen den Ritter 
Hans der Kecke von Gemmingen 
Was im Turnierbuch der Barone
Gemmingen-Hornberg gezeigt wird

Dieses Turnierbuch hatte ich das 
Glück bei einem der Nachfahren auf
Burg Hornberg noch zu sehen es ist
Ein einmaliges Dokument der Zeit

Als Hans nun Ulrich zum Zweikampf
Forderte ergab sich Ulrich und lieferte 
Handschuh und Waffen ab damit war
Die Seckenheimer Schlacht beendet

Es war ein voller Sieg der Pfälzer
Führte zu einer panischen Flucht
Nur einige erreichten das kaiserliche
Lager in St. Leon noch wo dann

Der Rest der kaiserlichen in Panik floh
Ungefähr 45 Reiter waren gefallen
Die drei Fürsten und 400 Edle Herren 
Kamen in Gefangenschaft dabei

Alle flüchteten panisch aus Angst vor
Der Rache des Pfalzgrafen erst im
Jahr 1504 gab es im Erbfolgekrieg
Zwischen Bayern und Pfalz noch eine

Neuauflage der Schlacht allerdings
Mit weniger glücklichem Ausgang 
Für die Pfalz Gustav Schwab hat die
Schlacht in einer Ballade verarbeitet

Diese heißt Das Mahl zu Heidelberg
Kurfürst Friedrich ließ noch auf dem
Schlachtfeld ein Gedenkkreuz was es
Heute nicht mehr gibt errichten

Dafür steht dort im Stadtteil 
Mannheim Friedrichsfeld ein Denkmal
Aus dem Jahre 1890 der Name des 
1682 gegründeten Dorf kommt daher 

So ist die Schlacht und ihr Sieger
Bis heute im Namen Friedrichsfeld
Präsent und erinnert so an den Sieg
Der Pfälzer über den Kaiser 

Ein schönes Stück lokaler Geschichte
Der Kurpfalz der auch die dort einst
Großen Wälder zum Sieg nutzte was
Bis heute der Erinnerung wert ist

jens tuengerthal 30.6.26



Loosernation

Loosernation

Selten bin ich mit der Bundeskanzlerin
Seit sie Merz heißt einer Meinung
Was wenig verwundert wer will schon
Der ewig überforderte Nörgler sein

Heute jedoch stimme ich ihm zu
Das Spiel war spannend hätte auch
Anders enden können sie haben sich
Bemüht wie sie konnten und gut ist

Verlieren zu können ist eine der
Größten und wichtigsten Qualitäten
Darin dürfen wir uns nun üben und
Dabei Weltklasse zu zeigen ist etwas

Wer auf die Nation dabei setzt statt
Europa zuerst zu sehen die Welt
Als Ganzes statt begrenzt hat schon
Verloren bevor das Spiel begann

Habe keine Ahnung von Fußball
Aber einen Trainer zu entlassen weil
Ein Spiel durch ein nicht gegebenes 
Tor verloren ging finde ich unreif

Wie es populistischer Unsinn wäre
Nun demjenigen den Job anzutragen 
Der ihn zuvor mit seinem noch ins
Grab schon halb getragen hat

Fußball ist nun wieder uninteressant 
Die Weltmeisterschaft beim mehr als
Ekelhaften Trump muss keinen mehr
Interessieren die Moral aber schon

Nation ist ein Looserbegriff und ich
Möchte künftig lieber eine gute
Europäische Mannschaft sehen die
Den Nationen weit überlegen ist

Merz ist ein nörgelnder Jammerer
Peinlich als Chef der Verwaltung
Aber wo er Charakter zeigt und auch
Verlierer gerecht lobt lob ich ihn gern 

Deutschland hat jetzt eine große
Chance und sollte sich mit Klasse
Als guter Verlierer zeigen und dabei 
Erkennen beten bringt nicht weiter

jens tuengerthal 30.6.26

DeutschlandParanoia

DeutschlandParanoia

Nach Rückstand in der 1. Halbzeit
Ausgleich durch Havertz in der 54.
Die sie vorher wohl schon dominant 
Gespielt haben sollen bleibt spannend

Ob die deutsche Mannschaft das 
Spiel noch drehen kann ein Angriff
Von Paraguay endet in Neuers Armen 
Die Deutschen bauen langsam auf

Schöner Freistoß der zur Ecke führt
Die zum Freistoß für Paraguay wie
Einem weiteren vorm deutschen Tor
Führt den Musiala gut abwehrt

Schon wieder Trinkpause weiter geht
Es mal wieder Chance für Havertz 
Wird für zu unplatziert gehalten nun
Guter deutscher Freistoß ohne Folgen

Deutschland versucht es noch in der
Verlängerung von 6 Minuten nun eine
Ecke für Paraguay endet mit Freistoß 
Für Deutschland kleiner Angriff ohne

Weitere Folgen nun kämpft Musiala
Das Spiel ist aus und geht mit 1:1
In die Verlängerung die Spieler
Trinken was und werden eingewiesen 

Schon geht es weiter in Boston und
Deutschland holt eine Ecke nach der
Anderen aber ohne Folgen leider
Dann Armberührung aber folgenlos

Paraguay wechselt dann Ecke ohne
Folgen wieder und viel beinahe und
Wieder eine Ecke und Tah köpft
Zum 2:1 für Deutschland in der 101.

Dann zeigt der Videoassistent das
Tor gilt nicht wieder 1:1 was keiner
Nachvollziehen kann weiter geht es
Und Ecke Paraguay ohne Folgen

Dann toller deutscher Konter und
Schon wieder Trinkpause wieder
Deutsche Ecken toller Freistoß
In der letzten Minute und Wechsel

Nun geht es ins Elfmeterschießen
Die Spieler bilden einen Kreis
Deutschland beginnt vor der 
Deutschen Kurve und los geht es

Havertz ist der erste deutsche
Schütze und der Torwart hält
Paraguay trifft nun kommt Kimmich
Und verwandelt mit Verzögerung

Und wieder Paraguay sicher getroffen
Jetzt Musiala und verwandelt sehr gut
Paraguay trifft auch Neuer sprang zu
Früh nun Woltermade und er hält

Paraguay schießt vorbei wieder gleich
Amiri trifft und wieder Paraguay und
Neuer hält den Matchball jetzt kommt
Tahr und schießt drüber ohne Worte

Nun verwandelt Paraguay und die 
Deutschen können nach Hause
Fahren die WM ist damit zu Ende
Gut so Zeit für schöne Bücher 

Debattiert wird jetzt vermutlich noch
Ewig ob das wunderbare deutsche Tor
Zu unrecht aberkannt wurde aber es 
Ist nun müßig Fußball ist vorbei

jens tuengerthal 30.6.26

Montag, 29. Juni 2026

Männerwahlrecht

Männerwahlrecht

Am Wochenende starben
In Deutschland 26 Männer
Beim Baden weil sie sich
Überschätzten oder wie
Idioten auffûhrten dabei

Frauen sind davon nahezu
Nie betroffen weil sie sich
Vernünftiger noch verhalten 
Sich nichts beweisen wollen
Mit idiotischem Verhalten

Nahezu alle Kriege der Welt
Werden von Männern geführt
Die ihre Schwanzlänge damit
Beweisen wollen statt friedlich
Vernünftige Lösungen zu suchen

Nahezu alle radikale politische
Aggression geht von Männern aus
Beziehungsgewalt und mehr ist fast
Immer nur männlich was sich auch
Im Wahlverhalten zeigt im Osten

Wo kluge Frauen abwanderten sind
Populisten schon stärkste Kraft
Und die Parteien haben kein Rezept
Dabei die Freiheit zu verteidigen
Gegen ihre meist dummen Feinde

Die Ereignisse vom Wochenende
Bestätigen einfach Männer sind zu
Blöd um wählen zu dürfen es sollte
Ihre politische Teilhabe beschränkt
Werden für vernünftigere Frauen

Diese sind nicht von Äußerlichkeiten
Ablenkbar und haben ihre Fähigkeit
Zur Verantwortung seit Jahrtausenden
Besser bewiesen als Männer noch je
Die kein Wahlrecht mehr brauchen

Solange Merkel Europa führte wagte
Putin keinen Krieg mit ihrem Abgang
Wurde das Chaos immer schlimmer
Nehmt Männer aus der Verantwortung
Sie sind davon deutlich überfordert 

Die 26 Badetoten vom Wochenende
Beweisen Männerwahlrecht ist Unsinn
Es fehlt deutlich die sittlichen Reife 
Die Frauen uns täglich beweisen
Auch als Päpstin waren sie besser

jens tuengerthal 29.6.26


Regenlauschen

Regenlauschen

Lausche bei weit offenem Fenster
Dem stundenlangen Regen in Berlin
Wie wunderbar ist doch die Natur
Die alles regelt wenn wir sie lassen 
Den Boden entsiegeln und mehr
Bäume überall pflanzen wäre
Die einfachste Antwort auf alle
Politischen Fragen derzeit was
Heißt weniger Menschen auch
Währenddessen fließt der Regen
Friedlich und alles ist schön 
Berlin braucht mehr Natur
Weniger Menschen und Baustellen
Schrumpfen ist nötiger als jedes
Wachstum noch nur wer macht
Wem klar dass dies Gewinn
Genug für uns heute wäre
Der Regen tut so gut und
Spült die Erinnerung an die
Große Hitze einfach weg
Dann geht es weiter wie immer 
Politik bleibt kurzsichtig weil
Zu viele Idioten Populisten glauben
Ändert sich einfach nichts
Immerhin regnet es nun
Das ist doch schon was

jens tuengerthal 29.6.26

Nachthitze



Nachthitze 

Nachts soll es abkühlen
Um vernünftig zu denken
Ein wenig tut es das ja
Doch weniger als nötig
Sich erfrischt zu fühlen
In heißen Nächten was
Immer matter macht 
Ohne zu wissen ob dies
In der Natur auch liegt 
Alle unter Hitze matt sind
Bis das Wetter wieder
Vernünftig wird was das
Klima nicht erwarten lässt
Aber vermutlich bin ich auch
Nach Tagen der Hitze nun
Zu matt etwas zu erwarten
Und dämmere in die Nacht
Ohne weitere Worte dazu

jens tuengerthal 29.6.26

Liebeserwartungsfreude

Liebeserwartungsfreude

Freue mich auf die Liebste
Nach vielen Monaten wieder
Sich zu sehen und zu spüren
Ganz beieinander zu sein

Erwarte sie also voller Vorfreude
Obwohl ich genau weiß dass
Erwartung der Tod der Liebe ist
Ist dieses Paradox natürlich

Erwartungen sind nur dazu da
Enttäuscht zu werden was sich
Auch mit bestem Willen nicht
Ändern lässt nach der Natur

Die Ausrede es gäbe auch mal
Momente die jede Erwartung noch
Übertreffen die gerne gebraucht
Passt schon systematisch nicht

Insofern etwas schöner ist als je
Erwartet wurde keine Erwartung
Enttäuscht sondern es kam anders
Als erwartet wir haben uns getäuscht 

Nicht enttäuscht zu sein weil es
Wider alle Erwartung anders kam
Als zuvor erwartet zeigt allein
Wir haben uns vorher getäuscht 

Die Erwartung ist etwas in uns
Dem kann und soll nie etwas
Noch viel weniger jemand je
Entsprechen warum sie uns
Logisch nur enttäuschten kann

Nichts kommt so wie erwartet
Weil alles und gerade die Liebe 
Ist wie sie ist weil es ist was es ist 
Sich das zu merken könnte helfen

Denke es ist natürlich sich 
Aufeinander zu freuen doch 
Darin erwartungslos zu bleiben 
Könnte die Kunst der Liebe sein

Zumindest könnte sie theoretisch
Helfen uns Enttäuschungen lieber
In der Liebe zu ersparen die sonst 
Natürlich und sicher kommen

Praktisch verhindert das Gefühl
Alles vernünftige Denken dabei
Warum diese Gedanken nett aber
Praktisch völlig irrelevant sind

jens tuengerthal 29.6.26