Samstag, 20. Juni 2026

Parknacht

Parknacht 

Um drei Uhr auf einer Bank
Im Park am Helmholtzplatz 
Sind noch Stimmen zu hören
Aber es herrscht relative Ruhe

Gelegentlich noch ein Auto oder
Ein fernes Tatütata doch scheint
Das wenige lauter als am Tag weil
Die Ruhe der Nacht vorherrscht

In wenigen Stunden schon werden
Die Vögel hier wieder zwitschern 
Wenn die letzten Nachteulen auch
Hier in ihr Bett gefunden haben

Morgen was schon heute ja ist
Also nachher sollen Gewitter kommen
Genieße die warme Nacht hier
Irgendwo brummt eine Beatbox

Es ist ruhiger als am Tag aber durch
Die Ruhe wird alles was noch ist
Hier im Dunkeln allein viel deutlicher
Scheint weit entfernt von Nachtruhe

Die Stadt schläft nie immer ist da
Etwas oder jemand schon oder noch
Vom Platz her klingt das regelmäßige 
Geräusch letzter Tischtennisspieler 

Es ist eine eigene Erfahrung in der
Schlafenden Natur zu sitzen und
Dort alles andere klar zu hören
Während alles um mich dunkel ist

jens tuengerthal 20.6.26

Barnacht

Barnacht

Auch in der Bar ändert sich
In der Nacht die Stimmung
Wenn nur noch die ewigen 
Stammgäste da sind nur
Tino beginnt aufzuräumen
Wird alles ruhiger und die
Rollläden oben werden
Schon herunter gelassen 
Christoph redet mit Nina
Die gerade gegen zwei kam 
Während Roy mit Nina und
Christoph ruhig plaudert
Ist Volker mit seinem Freund
Im etwas zu lauten Gespräch
Beginnen unter den Herren 
Die Erklärungen der Zuneigung
Ein Polizeibus rast mit lautem
Tatütata hier vorbei und der
Betrunkenste erklärt die
Anderen für völlig trunken 
Was zeigt nicht alle Gespräche
Werden in der Nacht klüger

jens tuengerthal 20.6.26

Sommerriesling

Sommerriesling

Viertel nach zwölf vorm Crossroads
Angekommen bei sommerlichen
Temperaturen auf der gut besetzten
Terrasse noch Platz genommen

Neben mir eine Dame auch am
Telefon beschäftigt sitzen rechts
Noch zwei Damen unterm Baum
Sind angeregt im Gespräch wie

Die beiden Damen rechts von mir
In langen sommerlichen Kleidern
Konzentriert im Gespräch über ganz
Wichtige Dinge und Kleidung sind

Inzwischen haben sich Doreen
Aus dem Haus hier und ich auch
Vorgestellt während Mo der mit
Tino heute hier ist schon den 

Guten Rheingauer Riesling brachte
Vorher noch drinnen Volker und
Christoph an der Bar begrüßt
Das übliche Personal im Crossi

Auf der Terrasse sind noch vier
Tische gemischt besetzt wie einer
An der Ampel und einer umme Ecke
Ist die Stimmung sommerlich leicht

Noch etwas vom längeren Weg zur
Sportsbar auf der Suche nach dem
Vergessenen Schirm dampfend tut
Der frische Riesling gerade gut

Die Damen schön leicht in Kleidern
Zeigen viel vom wenigen die Herren 
Eher weniger von egal was dabei ist
Die Stimmung schon so heiter dass 

Mo bereits zur Ruhe mahnte stark
Gestikulierend spricht die Dame am
Tisch an der Ampel und zeigt dabei 
Soviel Bein dass ich lieber wegsehe

Nun den Platz der gegangenen hier
Nachbarin eingenommen ist die
Beinpräsentation aus dem Blick
Der Flaneur dichtet ungestört

Nun hebt die Nachbarin der Hitze
Geschuldet ihren Arm und schaut
Ob der Flaneur den tiefen Blick in
Ihr Kleid bemerkt oder wegsieht

Sie bekommt was sie möchte
Danach schreibe ich lieber darüber
Schaue konzentriert nach unten
Die Reize der Natur im Sommer

Sind so vielfältig wie erschöpfend
Ein deutsch beflaggter dunkler
Passat fährt mit Wummerndem Beat
Umso lauter reden alle danach 

Auch Roy traf inzwischen im
Jeans Mini heute in blond ein
Fände die Perücke ja zu warm
Tino schließt die Terrassen Tür

jens tuengerthal 20.6.26

Freitag, 19. Juni 2026

Lektürentagebuch 19.6.26

Lektürentagebuch 19.6.26

Weiter geht es mit Franz Hessel 
Unter den Linden wozu er dringend
Das Buch von Nicolai empfiehlt der
Jedes Haus dort genau beschreibt 

Mit seiner Bedeutung und auch den 
Vorbesitzern noch auch wenn sich
Seit Nicolai schon wieder einiges 
Wenn auch nicht alles verändert hätte 

Zitiert dazu verschiedene Verse der
Dichter auf diese Straße und beginnt
Mit frechen von Heine der doch bitte
Nicht blamiert werden möchte dort

In dem das Kind ihn dort grüßte wo
Einst Berlins größter Strich auch war
Woran andere dort zitierte Reime
Mehr oder weniger dezent erinnern

Ob dies noch so wäre überlässt 
Hessel denen festzustellen die eine
Kultur oder Sittengeschichte der
Stadt schrieben mit viel Humor

Erinnert an die großen Hotels wie 
Das Bristol das Adlon und auch das
Hotel du Rome und stellt die ganz
Berühmten Cafés vor die an der

Ecke Friedrichstraße noch stehen
Egal wie berühmt sie noch sind
Wie etwa das alte Kranzler wo
Die Offiziere ihre Beine streckten

Heute ist dort die Filiale des Café
Einstein was etwas kühl aber doch 
Gerne wichtig tut noch eine Galerie
Mit netten Ausstellungen hier hat

Für die Friedrichstraße rät er zu
Einem nächtlichen Spaziergang sie
Wäre in ihren Details und Abgründen 
Im Vorbeifahren nicht zu erfassen

Empfiehlt dafür kurz die Mauerstraße 
Zu besichtigen mit Deutscher Bank
Cafés und großen Autos sei es die 
Zentrale unseres Zahlungsverkehrs

Der Pariser Platz sei gediegen aber
Wohltuend sei doch zu wissen dass
Dort ein Maler und ein Dichter hausen
Neben Akademie Botschaften Geld

Das Brandenburger Tor findet er eher
Altpreußisch als antikisch und bei der
Quadriga denkt er nicht an Napoleon 
Sondern an Teufelchens Geburtstag

Erzählt von diesem entzückenden
Märchen von Gottheil auf dem Platz
Vor dem Tor soll bitte nicht auf den 
Marmorkitsch dort geachtet werden

Diese Überbleibsel noch des vorigen
Wilhelminismus sollen hoffentlich bald
Entsorgt werden wie die 32 Figuren
Auf der Siegesallee alle überflüssig

Lieber solle sich am schönen Grün 
Des Tiergarten gefreut werden doch 
Der Wagen fährt vorbei und erzählt
Zu jeder noch Geschichten

Hessel überlegt ob der ganze alte 
Plunder nicht verkauft werden kann
Dann geht es zur Siegessäule die
Da noch vor dem Reichstag stand

Schön sei sie nicht mit den Kanonen 
Aber sie erinnere an Schachtelhalme
Und die sind nach der Natur schön 
Gehört eben auch zu Berlin dazu

Immerhin wirke sie harmlos was
Über Bismarck der dort steht mit
Natürlich Moltke und Roon eher
Nicht gesagt werden könnte 

Berichtet vom Reichstag und rät
Ironisch zum Besuch seine Sache
Sei die Politik dort eher nicht nur
Solle keiner die Seiten verwechseln

Vorbei an der Staatsoper die einst
Krollsches Opernhaus war heute
Geschichte ist durch den Neubau
In Charlottenburg ersetzt wurde

Innenministerium das früher das
Generalstabsgebäude war also
Moltkes Heim einst noch wo es ein
Moltkegedächtniszimmer noch gäbe

Der Lehrter Bahnhof von dem er
Nun erzählt ist auch Geschichte
Der Hamburger Bahnhof wurde
Zum Museum der modernen Kunst

Ein Blick zum Humboldthafen noch
Wie Geschichte der Kanäle dort
Statt Moabit mit Molkerei und Knast 
Kommt er zu In den Zelten nun

Die inzwischen auch Geschichte sind
Aber erzählt von 1848 als dort noch
Botschaften an den König formuliert 
Plaudert über Schloss Bellevue noch

Wie auch vom Gartenrestaurant dem
Charlottenhof dort als einzigem
Um dann am Stadtbahnhof von 
Tiergarten abzubiegen zu KPM

Er rät die Fabrik zu besuchen und
Beschreibt die Herstellung bis zur
Bemalung in Details aus seiner
Geschichte bis in die Gegenwart

jens tuengerthal 19.6.26

Krönungstag

Krönungstag

Am 19. Juni 936 wurde in Laon
König Ludwig IV noch aus dem
Geschlecht der Karolinger von
Artold von Reims gekrönt als
König der Westfranken dann

Dies ist auch die Zeit von Otto
Dem Großen über den ich gestern
Bei Erwin Seitz schon einiges las 
Dachte ich lächelnd beim Lesen

Tatsächlich half ihm auch die Schwiegerverwandtschaft mit
Dem König der Ostfranken im Kampf
Mit Hugo dem Großen später 

Doch historisch der Reihe nach auch 
Warum der König der Überseeische genannt wurde 550 Jahre bevor 
Amerika in Übersee entdeckt wurde

Ludwig IV war der Sohn von Karl III
Dem Einfältigen und seiner Frau
Eadigfu einer Tochter von König
Eduard dem Älteren von Wessex

Als Rudolf von Burgund 923 Karl
In eine Falle lockte floh Eadigfu
Zu ihrem Vater nach England
Dort wuchs Ludwig dann auf

Erst bei Großvater Eduard und
Später bei Onkel Æthelstan der
Schwiegervater von Otto wurde 
Was die nahen Brücken zeigt

Im Westfrankenreich regierte
Da Rudolf von Burgund der auf
Unterstützung der Robertiner noch
Angewiesen war ohne Hausmacht 

Graf Heribert wiederum der den 
Einfältigen Karl entführte konnte 
Mit diesem Druck auf Rudolf noch
Ausüben echte französische Komödie

Dann starb Karl der Vater von Ludwig
Der gerade in England Cricket lernte
Wie kurz darauf auch noch Rudolf
Der Burgunder der König spielte

Nun lag die Macht bei Hugo dem
Führenden Fürsten der Robertinger
Dieser trug sie taktisch klug nun
Ludwig dem Teenie in England an 

Er wollte dem Karolinger die Macht
Überlassen aber im Hintergrund die
Fäden noch weiter ziehen dazu
Verhandelte er mit den Geschwistern

Æthelstan und Eadigfu in England die
Auch seine Schwäger waren da er mit
Deren Schwester verheiratet war und
Schon kam Ludwig über den Kanal

Daher kommt sein Spitzname des
Transmarinus auch der eben aus
Übersee ins Frankenreich kam
Wo Hugo der Große ihm huldigte

Daraufhin kommt es zur Krönung
Am 19. Juni 936 von der oben schon
Die Rede war und es folgen noch
Zahlreiche echt fränkische Intrigen

Bis endlich Otto der Große zwischen
Den Kämpfern Frieden stiftete der
Wiederum Schwager Ludwigs war
Wie Schwager von Ludwigs Mutter 

Die Macht des Karolingers der aus
Übersee zurück nach Frankreich kam
War durch Verträge mit Hugo von
Anfang an relativ beschränkt gewesen

Spannend aber ist die Verwandtschaft
Der wichtigsten Personen dabei und
Wie sie diese Verbindungen nutzten
Sehr alt wurde Ludwig dabei nicht 

jens tuengerthal 19.6.26

Aufklärerin

Aufklärerin

Am 19. Juni 1761 wurde in Berlin
Die später als Sara Levy berühmt
Gewordene Saloniere als Sara Itzig
Geboren Tochter des königlichen

Hoffaktors Daniel Itzig und dessen
Frau Marianne Wulff geboren als
Zehntes von fünfzehn Kindern ihrer
Mutter die eine Schwester der

Großmutter der Mendelssohns
Also von Fanny und Felix war
Nachfahren von Moses Mendelssohn
Der den Ruhm der Familie begründet

Sie war hervorragende Cembalistin
Lieblingsschülerin von Wilhelm
Friedemann Bach musikalisch sowie
Philosophisch Moses Mendelssohns

Seit ihrer Heirat mit dem jüdischen 
Bankier Samuel Salomon Levy 1783
War sie Verehrerin und Patronin von 
Carl Philipp Emanuel Bach dabei

Sie unterstützte dessen Witwe und
Transkribierte zahlreiche seiner 
Werke mit dreien ihrer Brüder noch
Sorgte dafür dass Zelter von der

Berliner Singakademie zum Lehrer
Von Felix und Fanny Mendelssohn
Bartholdy wurde von ihr erhielt der
Bachverehrer Zelter noch einige

Ihrer eigenhändigen Abschriften 
Sie vermachte nach ihrem Tod
Ihre Musikbibliothek auch der
Berliner Singakademie die sie

Schon 1854 in akuter Geldnot
Wieder an die Staatsbibliothek
Zum Schleuderpreis verkaufte
Wo sie sich heute noch finden

In ihrem Salon verkehrten die
Bedeutendsten Musiker und
Gelehrten Berlins darunter etwa
Schleiermacher von Hennings

Die Mendelssohns wie auch
Bettina von Arnim E.T.A. Hoffmann
Chamisso Börne Fichte Salomon
Maimon Moses Mendelssohn 

Wie Caroline von Humboldt die
Ehefrau von Wilhelm von Humboldt
Also vermutlich die Brüder Humboldt
Das Intellektuelle Berlin seiner Zeit

Im Gegensatz zu Mendelssohns
Konvertierte sie nie zum christlichen
Aberglauben und blieb aufgeklärt
Kritisch ihrem Judentum treu

Eine spannende und bedeutende
Berlinerin deren Salon die Kultur
Dieser Stadt mit prägte und trug 
Die damit jeder Erinnerung würdig

jens tuengerthal 19.6.26

Verschlafen

Verschlafen 

Die Nacht zu verschlafen 
Wäre nur gewöhnlich
Später erwachen außergewöhnlich
Verschlafen haben wir meist
Sorge etwas zu verpassen
Dabei ist verschlafen haben
Nur ausgeschlafen sein
Vielleicht ist verschlafen
Darum weniger schlimm
Als unausgeschlafen
Zu tun als wäre nichts
Weil unaufrichtig sicher
Ethisch verwerflicher ist
Als nur mal verschlafen
Egal ob haben oder sein
Denke ich und sehe wie
Langsam schwarz zu blau
Wird nach der noch Nacht

jens tuengerthal 19.7.26

Tagundnacht

Tagundnacht

Täglich Tag und Nacht erleben 
Relativiert die Gegensätze im
Übergang vervollständigen so
Den Tag zu einem Ganzen

Beides zusammen erst macht
Tage ganz auch wenn die meisten
Mehr Nächte verschlafen als Tage 
Je bewusst zu erleben 

Hell und Dunkel durchleben
Beschreibt das Leben gut 
In seinem steten Wechsel
Alle haben es täglich auch

In Depressionen gefangen 
Lebst du im steten Nebel
Manchmal wird es dennoch
Ganz überraschend dunkel

Ob dann ein nahes Ende
Licht am Ende des Tunnels
Sein könnte oder nur in die
Ewige Finsternis führt ist unklar

Schwarz oder dunkel ist die
Farbe der Trauer hier während
Es in China weiß ist was zeigt
Wie relativ alle Sicherheit ist

Ein schlichtes schwarz-weiß
Denken führt wohl nicht weiter
Betrachten wer was im Tod sieht
Könnte dagegen vieles erleuchten 

Für die westliche Kultur ist der Tod
Das Ende des irdischen Sein ob es
Danach etwas geben könnte ist
Frage des Aberglaubens immer

Nach der Natur ist das Sein eines 
Organismus natürlich endlich und
Nichts spricht danach für etwas über
Die Natur hinaus die alles ist

Im Gegenteil zeigt die Freiheit das
Leben beenden zu können uns 
Die Vollkommenheit unserer Freiheit
Ohne höhere Wesen zu erfinden

Diese dienen nur dazu unser Handeln
Moralisch zu bestimmten Zwecken
Bewerten zu können uns damit die
Natürliche Freiheit wieder zu nehmen

Wir können Tag und Nacht täglich
Durchleben manchmal inmitten oder 
Am Rand dann eher im Übergang wo 
Alle Grenzen einfach verfließen 

Wer nur am Tag lebt verpasst die
Nacht und ihre Tiefe die weiter 
Reicht als alltägliche Erledigung
Von Dingen in den meisten Leben

Die jedes Licht scheuen werden
Zu Nachteulen nach ihrer Natur
Beides zu kennen und wechselnd
Nach Laune zu wählen ist Freiheit

Finde in der Nacht ungestört Ruhe
Zum dichten und denken was ja
Dem deutschen Wesen entspricht
Wie meiner Natur dabei völlig

In die Nacht zu gehen ist ein
Rückzug vom täglichen Leben
Das so wunderbar funktioniert
Genau wie es sein soll für alle

Anders als alle sein zu wollen
Um für sich zu suchen was im
Verborgenen Dunkel sich zeigt
Schenkt tiefe Einblicke in sich

Vielleicht sind Tag und Nacht
Auch nur konstruierte Gegensätze
Einer oberflächlichen Welt die
Fließenden Wandel nicht bemerkt

Ändert mehr oder weniger Licht
Etwas am Wesen der Dinge
Fragte wer es wissen will Blinde
Statt in den Spiegel zu schauen

jens tuengerthal 19.3.26

Donnerstag, 18. Juni 2026

Lektürentagebuch 18.6.26

Lektürentagebuch 18.6.26

Weiter geht es mit Franz Hessel auf
Tour durch Berlin die er noch durch
Schöne Anekdoten bereichert warum
Der Blick hinter die Neue Wache geht

Zur dort berühmten Singakademie des Goethefreundes Zelter deren 
Geschichte als bürgerliche Institution
Hessel mit vielen Details erzählt

Von Fasch dem eigentlichen Gründer 
Wie Lehrer des Maurermeisters Zelter 
Bis zu den Mendelssohns hier ist ein
Guter Teil Berliner Musikgeschichte

Aus dem benachbarten ehemaligen
Palais des Prinzen Heinrich welcher
Der Bruder Friedrichs des Großen war
Wurde um diese Zeit eine Universität

Ihr Gründungsdirektor war Fichte 
Vor ihr stehen die Brüder Humboldt
Eigentlich sitzen sie bequem dabei
Ist dies Gebäude das nördliche Ende

Des Forum Fridericianum dem einst 
Platz am Opernhaus dessen Südseite
Das Opernhaus östlich und westlich
Die Kommödchen genannte Bibliothek

Noch einnimmt die zu Hessels Zeit
Verwaltung der Universität war heute
Die juristische Fakultät beherbergt
Die nach Plänen von Knobelsdorff

Wie das schöne Opernhaus auch
Gebaut wurde wobei Gerüchte auf
Fischer-Erlach aus Wien weisen wie 
Friedrich auf eine Kommode zeigte

Als Knobelsdorff fragte wie er sich
Die neue Bibliothek denn vorstelle
Und meinte genau so doch Hessel
Erzählt noch von Studentenzahlen

Ob das rasante Wachstum wirklich
Der Wissenschaft gut täte oder nie
Darüber will Hessel lieber schweigen 
Nur anmerken leerer war gelassener

Eine ähnliche Anekdote wird über
Die runde Hedwigskathedrale der
Katholiken erzählt nach der Friedrich
Eine Kaffeetasse umgedreht hätte 

Als eine Deputation der Katholiken 
Bei ihm vorsprach um zu fragen 
Wie er sich die Kathedrale vorstelle
Auf die Tasse deutete und meinte so

Vom Opernhaus dem Meisterwerk 
Des großen Knobelsdorff wie Hessel
Es wörtlich schreibt erzählt er noch
Geschichten mit und ohne Graun

Wand an Wand mit der Kommode
Steht das bescheidene Palais in dem
Kaiser Wilhelm sehr bürgerlich lebte
Der Kaiser im Erdgeschoss seine

Sensible und empfindsame Gattin
Augusta mit den russischen Nerven
Wie der Kaiser selbst es sagte lebte
Im Obergeschoss großzügiger noch

Geschichten zur sehr bürgerlichen
Einrichtung und unendlich viel Kitsch
Werden liebevoll dabei erzählt auch
Vom Fenster an dem er stramm stand 

Noch bei jedem Wachwechsel was
Unglaublich eher ist aber die Nähe 
Der Berliner zu ihrem Kaiser zeigt
Einem Sohn der Königin Luise noch

Nicht erwähnt er leider dass dieser
Als Kartätschenprinz noch 1848
Unrühmlich bekannt wurde der
In die Menge schießen wollte

Schrecklich maßvoll findet Hessel
Die barocken Formen der Fassade
Der neuen Staatsbibliothek über
Deren Eingang noch eine Büste

Von Wilhelm II mit gezwirbeltem Bart 
Stand noch eine Büste über dem
Eingang die inzwischen Geschichte ist
Selten nur sah ich es nicht eingerüstet

Eine besondere Schönheit ist der
Neobarocke Bau nicht aber dafür
Ist der Innenhof ganz bezaubernd
Über den der Eingang heute führt

Beim Gedanken an Frühstück denkt
Hessel da sie gerade wieder am 
Ausgangspunkt anfangen an die 
Gute Weinstube Habels dort 

Doch leider ist die Fahrt noch nicht
Beendet und sie werfen nur einen
Blick auf das altväterliche Design
Wie die Schilder noch davor

So ging es heute kaum einen
Kilometer Unter den Linden vorwärts
Aber mit dichtgedrängter Geschichte
Die gefühlt erzählt und erlebt hier wird 

In einem langen sehr guten Kapitel
Unter dem Titel Otto der Große und
Bruno von Köln stellt Erwin Seitz in
Der Verfeinerung der Deutschen 

Den Kaiser und seine kulturelle
Wirkung auf die Verfeinerung der
Deutschen dar mit der die kulturell 
Wichtiger ottonische Epoche beginnt

Am Anfang steht dabei natürlich ein
Ringen um die Macht wie Kriege um
Seine Herrschaft zu festigen doch
Zugleich beginnt eine Entwicklung

Die eine Verfeinerung auch schon
Der städtischen Kultur bringt durch
Seinen einer frühen Friedelehe mit
Einer wendischen Fürstentochter

Entstammenden Sohn den er zum
Erzbischof von Mainz wählen lässt
Wie seinen jüngeren Bruder Bruno
Der nach seiner Zeit am Hof dort

Als Leiter der Hofkanzlei in Köln
Zum Erzbischof wurde und dort
Eine eigene lateinische Kultur
Wie eine gute Verwaltung schuf 

In erster Ehe heiratete Otto Edgith
Eine Tochter des englischen Königs 
Æthelstan der erstmals England einte
Gab ihr Magdeburg als Morgengabe 

Magdeburg wie Quedlinburg förderte
Der Kaiser sehr wie er auch den noch
Wendischen Osten weiter eroberte 
Wie auch noch christianisierte

Groß und anerkannt wurde er durch
Seinen Sieg gegen die Ungarn auf
Dem Amselfeld mit der auch der
Widerstand im Reich endete

Nach dem Tod von Edgith lernte er
Wohl durch Bruno und seinen Sohn
Lesen und Schreiben wie Latein
Wendisch Italienisch und mehr

Als sich die italienische Königin
Adelheid durch Berengar bedrängt 
Fühlte eilte er mit starken Truppen
Nach Canossa wohin sie flüchtete

Befreite danach ihre Hauptstadt 
Pavia wo sie auch aufwuchs was
Das Zentrum der Kultur auch war
Der alten Könige der Lombardei 

Besiegte und unterwarf Berengar
Heiratete Adelheid wurde damit zum
König der Lombardei und wollte sich
Vom Papst zum Kaiser krönen lassen

Klappte im ersten Anlauf noch nicht
Doch als Johannes XII Hilfe dann
Brauchte wurden sie sich einig er
Wurde zum Kaiser gekrönt

Später krönte er seinen Sohn Otto
In Aachen zum König neben ihm
Um die Nachfolge zu sichern und
Verheiratete ihn mit Theophanu

Diese war die Tochter des Kaisers
Von Ostrom aus Byzanz einer schon
Damals Großstadt von mehr als
Hunderttausend Einwohnern

Sie brachte neue Kultur mit in den
Norden auch Adelheid wirkte wohl
Stärker auch politisch mit wofür ihre 
Erwähnung in Urkunden spricht

Die Feste zu denen Otto nach seiner
Hochzeit wie der seines Sohnes lud
Wurden gerühmt ob ihrer Pracht und
Verköstigten bis zu 5000 Gäste 

Seitz führt hier Listen an was alles
Dafür gebraucht wurde ist enorm
Teilweise auch über mehrere Tage
Wurde ausgelassen gefeiert dazu 

In Städten mit nur einigen tausend
Einwohnern wie Quedlinburg war
Das eine enorme kulturelle Leistung
Die der Verfeinerung dabei diente 

Nach einem kriegerischen Anfang
Wurde Otto wohl auch unter dem
Einfluss seiner Frauen diplomatischer
Erreichte damit was ihn groß machte

Theophanu wurde später noch zur 
Regentin ihres minderjährigen Sohnes
Unterschrieb Urkunden als Kaiserin
Bewirkte kulturelle Entwicklung

Einige empörten sich anfangs über
Ihre kostbaren Gewänder und die
Orientalische Pracht die sie brachte 
Das würde die Frauen hier verderben

Ihre erfolgreiche Herrschaft hat das
Gegenteil bewiesen und ein wenig
Flair südlicher Mode wird dem Reich 
Auch um 960 nicht geschadet haben

Ein sehr schönes Kapitel was gut den 
Historischen Hintergrund mit der 
Kulturellen Entwicklung verknüpft
Die Entwicklung der Kultur erklärt

jens tuengerthal 18.6.26

Gebetskreise

Gebetskreise

300 Jahre nach der Aufklärung
Bilden deutsche Spieler wieder
Gebetskreise auf dem Rasen 
Gemeinsam mit Gegenspielern
Was als Zeichen für Frieden das
Über den Fußball hinausweist
Verstanden werden soll in den
Christlich fundamentalistischen
USA bestimmt gut ankommt mir 
Eher fragwürdig vorkommt doch 
Sollte ich mich darüber aufregen
Die Jungens sind nur Fußballer
Keine Philosophen oder Politiker 
Sie schaden niemandem mit ihrem
Praktizierten Aberglauben eher im
Gegenteil tut es menschlich gut 
Solange die Nationalspieler nicht
Mit dem Wachturm vor der Tür stehen
Sollen sie zusammen beten wenn
Die Ergebnisse ähnlich bleiben
Hat es zumindest nicht geschadet

jens tuengerthal 18.6.26

Dealmurks

Dealmurks

Der kriminelle Makler mit besten
Verbindungen zur Mafia der derzeit 
Präsident der USA noch ist hält sich
Für einen großen Dealmaker was
Er wirklich ist zeigt nun der gerade
Unterzeichnete Friedensschluss 
Mit dem Iran der ohne Gewinn
Die USA teuer zu stehen kommt
Den Iran plötzlich privilegiert
Wie von allen Sanktionen befreit
Womit die herrschenden Islamisten
Gestärkt werden in ihrer Position
Es zeigt nur dieser Krieg hat nur 
Leben gekostet und geschadet
Ohne einen Gewinn zu bringen 
Gar die Sicherheit zu erhöhen
Trump macht unsere Welt ständig
Unsicherer er ist ein permanentes
Sicherheitsrisiko und seine endlich
Einweisung in ein Pflegeheim wäre
Im internationalen Interesse dazu 
Schön nur wie der kluge Macron
Diese idiotische Erniedrigung der
Welt vor den Islamisten noch in 
Versailles unterzeichnen lässt
Es dauerte nach dem letzten
Versailler Vertrag genau 22 Jahre
Bis zum nächsten Weltkrieg
Wir können nun zählen 

jens tuengerthal 18.6.26