Mittwoch, 27. Mai 2026

Paradise lost

Paradise lost 

Vom verlorenen Paradies dichtete
John Milton der Puritaner der sich
Cromwell näher fühlte als dem König
Aus dem Hause Stewart noch je

Charles II folgte auf den kurzen
Traum parlamentarischer Republik
Heute repräsentiert Charles III als
Erster guter Diener seines Volkes

Doch was wurde aus dem verlorenen
Paradies von dem die Bibel sprach
Wohin stürzen heute die Engel aus
Dem Himmel über Berlin überleg ich

In die Hölle des realen Sozialismus 
Der in Marzahn aus Platten noch eine
Feste Burg östlichen Herren baute die
Keinen Himmel mehr kannten 

In die Karl Marx Allee die noch immer
Den totalitären Vordenker ehrt ohne
Der Millionen Opfer seiner Sekte zu
Gedenken als nur Kollateralschaden

Tourt dort heute der Karneval der
Kulturen als Spaßevent für Massen
Die auf Straßen lieber tanzen statt
Kritisch noch sich zu hinterfragen

Was gut so und besser als sonst
Fackelläufe in Berlin zu wollen für
Welche geistigen Brandstifter auch
Immer neue Mauern gebaut werden

Fand mein Paradies übrigens wieder
In der kleinen Bibliothek in Ruhe wo
Alles Störende verbannt hat der Geist
Ein Paradies der Lektüre sich gebaut 

Dies ist das wiedergefundene 
Paradies der Ort schönster Träume
Wie auch ganz realer Liebe die nie 
Irgendwem mit Aberglauben schadete

Denke es dankbar und glücklich von
Der Ruhe dort magisch angezogen
Die mich lesend überall hin führt ohne
Je weg zu müssen paradiesisch eben

jens tuengerthal 27.5.26

Reiseträume

Reiseträume

Andere Menschen träumen
Davon irgendwohin zu reisen
Träume lieber davon in Ruhe
Zeit zum Lesen zu haben wie
In meiner Bibliothek zu bleiben
Reisen ist für mich der
Horror und immer Stress
Bringt geistig nur Unruhe
Die ich lieber vermeide
Gemessen an der Mehrheit
Bin ich vermutlich verrückt
Klima und Verantwortung
Für die Zukunft bedenkend
Scheint es mir als einzig
Vernünftig da zu bleiben
Ohne wem zu schaden 
Was leider keine versteht
Weil ich einfach anders bin
Als eigentlich alle ob ich
Darum verrückt bin oder
Die Mehrheit weiter spinnt
Weiß ich nicht so genau 
Aus meinem zugegeben
Wohl zu engen Horizont
Der lieber liest statt noch
Irgendwo gewesen zu sein
Meint so mehr zu erfahren
Aber die Chancen des 
Einzelnen der sich noch
Gegen alle dazu stellt 
Übrig zu bleiben sind 
Eher gering er ist halt
Wohl etwas verrückt
Aber damit kann ich leben
Das kenn ich ja schon
Halt anders zu sein
Ohne Reiseträume 

jens tuengerthal 27.5.26

Liebesexklusiv

Liebesexklusiv

Was macht eine Liebe exklusiv
Überlege ich nach allem was war
Der Sex ist zwar auch immer anders
Schon gelegentlich mal ganz nett 

Aber irgendwie auch austauschbar
Mit gewissen Varianten die aber 
Weniger eine Frage der Liebe als
Technik und Natur eher sind auch

Weniger bedeutend als Liebe dabei
Vor allem braucht es keine Liebe
Um guten Sex zu haben eher
Gefühl für körperliche Harmonie

Was meistens nur jene bestreiten
Die dabei keine Befriedigung finden
Darum vom Gefühl mehr reden was
Dann viel wichtiger natürlich scheint

Dahingestellt was echt und wirklich
Beim Vollzug der Liebe je war
Ist das größte und schönste für mich
Auch wenn jede einmalig mir blieb 

Es weder Komparative noch gar
Superlative in der Liebe braucht
Die Liebe an sich einmalig schön
Die Liebste dann für mich macht

Geistige Welten zu teilen die
Bei geteilter Liebe zur Literatur
Freude an Sprache und Kultur
Ein grenzenloses Reich öffnet

Diese geteilte Liebe bleibt völlig
Unabhängig vom Alter immer
Hängt nicht an Zufällen der Potenz
Sondern wächst mit der Erfahrung

Viele Menschen lesen noch Bücher 
Wenige nur wirklich gute statt dem
Überall angebotenen Schrott der
Selten mehr bringt als Masse

Noch viel weniger interessieren
Sich für kulturellen Hintergrund
Sprachliche wie bibliophile Schönheit
So wird die Auswahl sehr exklusiv

Wenn es dann noch zufällig eine gibt
Die diese Leidenschaften ganz teilt 
Dir auch noch zufällig zugeneigt ist
Genieße dies Glück ganz exklusiv

So lange du dich daran erinnerst
Wie einmalig exklusiv ist was ist
Könnt ihr leicht Liebesexklusiv
Glücklich miteinander bleiben

Was du für austauschbar dagegen
Hältst wie Sex im Ergebnis meist
Wo nur zusammenkommen noch
Eine gewisse Exklusivität gibt ist egal

Auch der beste Sex ist einfach durch
Neue Reize ersetzbar weil Natur so
Konditioniert ist aber geistige Welten
Brauchen als Reiz noch Stimulanzien 

Die viel seltener sind und damit leicht
Exklusiv und besonders bleiben was
Kein Körper nach der Natur kann 
Darum lese lieber statt nur deinen

Körper im Fitnessstudio zu stählen
Weil wirklich sexy ist Intelligenz die
Gepaart mit kultureller Bildung die
Liebe wirklich exklusiv erst macht

Trainierte Körper sind billiger Porno 
Für alle denen geistige Welten fehlen
Die wirkliche Schönheit ausmachen
Nur Geist gibt der Liebe auch Dauer 

So sind für mich Fitnessstudios der
Ausweis geistiger Langeweile der
Noch nie widerlegt wurde bisher
Was bestimmt 99,99% anders sehen 

So wird Liebe wirklich exklusiv weil
Du mit vielen Sex haben könntest 
Aber dich nur ganz wenige auch dabei
Noch wirklich interessieren können

Sex können anatomisch nahezu alle
Menschen miteinander haben es wird
Damit beliebig austauschbar egal
Geistige Welten teilen ganz wenige

Wer geistige Welten teilt und dazu
Den Sex miteinander genießt hat
Die höchstmögliche Perfektion bereits
Erreicht kam damit exklusiv genießen

Bei der Lektüre der Ghost Stories von
Siri Hustvedt wurde mir wieder klar
Geistige Welten sind es alleine die
Für mich Liebesexklusiv noch sind

Wer miteinander Sex hat ist dagegen
Eine völlig nebenrangige Frage die
An die exklusive Verbindung nicht
Rühren kann weil völlig beliebig

Geistige Welten und Sex zu teilen
Ist schon der Super-GAU was auch
Alle weiteren Worte entbehrlich macht
Warum das Gedicht hier besser endet

jens tuengerthal 27.5.26

Dienstag, 26. Mai 2026

Lektürentagebuch 26.5.26

Lektürentagebuch 26.5.26

Das Kapitel Bücher Bartleby und 
Ruhm in den Ghost Stories von
Siri Hustvedt erzählt über vierzig
Seiten vom Schriftstellerleben

Gewohnt eher kürzere Abschnitte
Zu lesen war ich fast abgeschreckt
Wollte nach einigen Absätzen aber
Sicher pausieren und las es ganz

Wie sehr Paul Bartleby ähnelte der
Immer lieber nicht möchte und wie 
Sie ihn am Anfang auf Partys noch
Schleifte die er eigentlich hasste 

Von den 36 Ablehnungen welche 
Pauls New York Trilogie erhielt
Bis ein kleiner Verlag in Kalifornien
Es endlich wagte und wie dann 

Langsam der Ruhm kam der auch
Viel lächerliches und ärgerliches
Brachte wie sie lange Zeit nur als
Frau von Paul Auster gesehen

In einem Interview zur Einrichtung der
Paul Auster Gedenk Bibliothek in Oslo
Endlich Paul öffentlich sagte Siri sei 
Die große Intellektuelle in der Familie

Rührend wundervoll erzählt Siri davon
Wie sie sich gegenseitig ihre Romane
Vorlasen und mit Liebe korrigierten 
In den grünen Sesseln dazu saßen

Tief taucht sie ein in das Leben der
Zwei Schriftsteller erzählt dabei von
Sich und ihrem Ärger wie auch der
Freude die diese Liebe ihnen brachte

Es sind viele kleine Geschichten die
Das Bild der Menschen Paul und Siri
Formen die mich als Leser dabei
Immer wieder vertraut lächeln lassen

Wie wundervoll ist es doch einem 
Menschen zu begegnen mit dem du
Geistige Welten auch teilen kannst
In Büchern auch miteinander lebst 

Sie beschreibt diese geistige Welt
Mit vielen Beispielen und wie sie
Sich gegenseitig dabei bereicherten
Dies ihr erstes Buch ohne Paul ist

Bis drei Tage vor seinem Tod als er
Meinte die Lust wäre erloschen wie
Dann sein Leben kurz danach hatten
Sie immer noch genüsslich auch Sex

Es gibt den lustvollen Sex auch über
Sechzig und eine Ehe die auch nach
Vierzig Jahren einander noch genießt
Was für eine große Liebesgeschichte

Daneben auch noch Geschichten aus
Dem Literaturbetrieb und kritische
Blicke auf Society Events die sie
Gerne auch mal verbal sprengte

Der kritische Blick auf Trump und
Die Diktatur der Dummheit statt
Der großartigen Pamela Harris zeigt
Wie nah Siri geistig Europa ist

Ein wunderbares Kapitel in dem sich 
Der Dichter ganz wiederfand und das
Darum auch heute für sich steht 
Freue mich wenn die Liebste es liest 

Um dann gemeinsam über Bücher
Reden zu können und einander
In erlesenen Welten nah zu sein
Denn genau davon erzählt Siri hier

Darin steckt auch ihr Bedauern 
Genau das ist was ihr fehlt neben
Dem der ihre eisigen Füße wärmt
Was von der Liebe allein übrig blieb

jens tuengerthal 26.5.26

Lebenstodesphilosophie

Lebenstodesphilosophie

Alles Leben führt zum Tod
Nach diesem kommt nichts mehr
Alles andere ist nur Aberglaube 
So albern wie lächerlich von
Der Todesfurcht diktiert die
Menschen seit Menschengedenken
Zum unfreien Unsinn verführte
Warum die Philosophie die uns
Gelassen mit dem sicheren Ende
Umgehen lässt ohne noch wem 
Zu schaden die wichtigste ist
Statt neuer teurer Technik für
Ein längeres Leben für Eliten
Braucht es eine Philosophie
Für alle die Gelassenheit im
Umgang mit dem Tod lehrt 
Das Ende lächelnd zu begrüßen 
Statt um Verlängerung zu kämpfen
Den Kern dieser Philosophie hat
Schon Epikur erkannt wie benannt
Keine Furcht vor dem Tod haben
Von dem er weise und frei von
Allem Aberglauben sagte wenn
Er kommt ist er nicht mehr da
Darum ginge er ihn nichts an 
Was für sie ganz genauso gilt
Schließlich war Epikur der erste
Und bis zu den Existentialisten
Einzige Philosoph der Frauen
Gleichberechtigt in seinen Garten
Lud der seine Schule war doch
Die Schönheit und Freiheit des
Nichts machte Menschen stets 
Angst und öffnete dem naiven
Aberglauben an etwas über sich
Schnell das Tor ewiger Hoffnung
Auf etwas was mehr als Nichts 
Verspricht wofür auch noch der
Albernste Aberglaube half und
Gerne geglaubt wurde wie die
Existenz unsterblicher Seelen
Als sei irgendwas in der Natur
Je unsterblich gewesen noch
Gäbe es in der Natur irgendwo
Eine Seele die nirgendwo ist
Darum braucht es so dringend
Eine Philosophie die völlige 
Gelassenheit im Umgang mit
Dem sicheren Nichts schenkt
Ohne etwas zu versprechen
Als die Endlichkeit der Natur
Die von allem befreit auch
Bei Annahme zyklischer Prozesse
Die aus Leichen leben holen wie 
Die sich von ihnen nährenden
Würmer zu belegen scheinen 
Ist individuelle Existenz endlich
Danach kommt nichts mehr was
Sein wie es war fortsetzt warum
Es besser ist die Natur als solche
Zu bejubeln statt zu betrauern
Den Tod als große Freiheit lieber
Zu sehen die wir uns jederzeit
Nehmen können weil wir ohnehin
Längst viel zu viele auch sind
Warum jeder weniger ein Grund
Zur Freude auch ist die aber 
In der Kultur des Aberglauben
Die verrückt um Leben kämpft 
Keine zulässige Betrachtung ist
Obwohl allein die Gelassenheit 
Gegenüber dem Tod wirkliche
Freiheit bedeutet die erkennt 
Alle Macht über sein Leben im
Bewusstsein schon zu haben
Was natürlich keine Götter braucht
Der Tod ist nichts schreckliches
Es ist unsere große Freiheit
Nach der nachweislich nichts
Mehr kommt damit auch alle
Sorgen und aller Schmerz enden
Das Beste kommt noch ist eine
Alte Weisheit die lange als große
Hoffnung im Leben noch völlig
Verkehrt gedeutet wurde weil
Das Beste was kommt einfach
Das Nichts am Ende noch ist
Mehr kann Leben nie sein 
Als einfach nicht mehr

jens tuengerthal 26.5.26

Nichtstun

Nichtstun 

Heute werde ich nichts tun 
Weil es zu heiß zu allem ist
Doch nicht nur um nicht zu
Schwitzen ist Nichtstun wichtig 
Sondern vor allem und vielmehr
Damit die Dinge Raum finden 
Gedanken ihren Lauf nehmen 
Verse keinen Reim mehr suchen
Einfach alles sein kann ohne
Etwas zu müssen oder wollen
Die Schatten der Erinnerung
Sich in Wohlgefallen auflösen
Niemandem geschadet wird 
Vielleicht sollten wir viel mehr
Viel weniger wollen damit die
Dinge ihren Platz finden können
Statt etwas zu müssen meinen 
Auch im Krieg tötet Nichtstun
Niemand und schadet weniger
Als noch egal was zu wollen
Was selten allen gut tut und so
Ist Nichtstun die Antwort auf die
Wichtigsten Fragen der Welt

jens tuengerthal 26.5.26

Hitzewellen

Hitzewellen

Im Sommer wird es heiß
Manchmal auch schon im
Frühling was normal ist
Nur wie wir mit der Hitze
Umgehen ist es nicht in 
Einer überhitzten Ökonomie
Die ständig auf Hochleistung
Fährt und darum überhitzt
Ständig am Rand der Krise ist
Statt einfach Pause zu machen
Sich ab 30 Grad möglichst
Wenig zu bewegen wie die
Langsamkeit zu entdecken
Ist einzig angemessen um
Auf Hitze zu reagieren dabei
Ist egal ob es am Klima liegt
Oder völlig normal noch ist
Bei Hitze ist weniger mehr
Weniger Bewegung ist der
Anfang einer Entdeckung 
Der Langsamkeit die gut tut
Tempo raus nehmen in allem
Tut viel besser noch dabei
Weniger wollen und tun ist
Ein Anfang weniger zu werden
Die Hitze zeigt uns deutlich
Es braucht kein mehr mehr
Sondern zur Erfrischung
Von allem weniger was 
Jeder bei sich beginnen kann
Mehr Ruhe zu genießen
Nichts muss nun mehr
Lassen wir uns Zeit
Bis Ende September
Wird Siesta gemacht
Danach bereiten wir uns
Auf den Winterschlaf vor
Weil weniger immer mehr ist
Gehen wir es gelassen an 

jens tuengerthal 26.5.26

Montag, 25. Mai 2026

Lektürentagebuch 25.5.26

Lektürentagebuch 25.5.26

Im Tagebuch der Reise nach Italien
Von Michel de Montaigne noch etwas
Über Florenz gelesen das er noch
In Ruhe besichtigt und beschreibt

Im Palazzo Pitti beeindruckte ihn eine
Mauleselin aus Marmor die so für die
Harte Arbeit geehrt wurde bei der sie
Materialien für den Bau her schleppte 

Darauf wiesen lateinische Verse hin
Dort sah er auch jene Chimäre die
Wie ein Löwe geformt zwischen den
Schultern einen Kopf mit Hörnern hat 

Am Samstag war der Palast des
Großherzogs geöffnet so dass sich 
Die Bauern dort drängten die alles 
Ansehen durften und überall wurde

Ausgelassen getanzt und so gaben 
Sie ein Bild ihrer verlorenen Freiheit
Die sich zumindest zum Hauptfest
Der Stadt doch auch wieder zeigt

Montag war er dann bei einem Herrn
Silvio Piccolomini eingeladen der als
Meister der Fechtkunst berühmt ist 
Dabei hält er nichts von italienischen

Meistern dieser Kunst und lobte nur 
Einen seiner Schüler besonders er
War gerade dabei ein Buch drucken
Zu lassen über die Fechtkunst

Montaigne gefiel dass Piccolomini
Die Artillerie in der Kriegsführung 
Eher ablehnt jedoch lobt er das Buch
Von Machiavelli zur Kriegskunst

Weiterhin meinte er im Dienste des
Serenismus stehe gerade wohl der
Beste aller Fechtungsbaumeister für
Den Großherzog von Florenz 

Dort würde dem Wein Schnee in 
Den Gläsern zur Kühlung zugefügt
Doch er nahm nicht viel davon weil
Er sich nicht mehr ganz wohl fühlte 

Hat dabei den süßen noch nicht
Ausgegorenen Weißwein in Verdacht
Ihm Migräne zu verursachen aber
Keinen Durst löschen zu können

Zu Recht würde Florenz la bella 
Genannt doch die dortigen Huren
Oder wie Montaigne sagt jene Damen
Die sich jedem zeigen der es wünscht

Nennt er eher nichts besonderes 
Verglichen mit denen in Venedig
Oder Rom wo sie am Fenster sind
Stünden sie in Florenz vor der Tür

Weder ihre Quartiere noch ihre
Haltung Anmut oder Schönheit
Sei denen in Rom vergleichbar
Alle müssten in einem Viertel arbeiten

Am Dienstag schied er einen roten
Stein aus und besuche Mittwoch das
Landhaus des Großherzogs in dem 
Ihm ein Wasserspielfelsen auffiel

Donnerstag war wieder Pferderennen
Aber er ging lieber nach Pratolino das
Er genauestens besah um es dem
Tivoli auch vergleichen zu können 

Dabei war bald das eine dann das
Andere besser was es egal machte
Freitag aber erwarb er im Laden von
Giunti ein ganzes Bündel Komödien 

Elf wären es im ganzen gewesen
Sowie ein paar kleinere Bücher noch
Er konnte auch das Testament des 
Boccaccio ansehen wobei ihn dort

Wirklich erstaunte wie arm der große 
Dichter in Wirklichkeit war was aber
Den heute Dichter und Flaneur in
Berlin 500 Jahre später nicht wundert

Am Ende des Abschnitts zu Florenz
Erzählt er nochmal von den hiesigen
Dirnen und wie sie sich präsentieren
Wo und wann sie herumstehen

Mit feinem Humor zeigt sich der
Große Intellektuelle auch als Tourist
Bei allem ist aber zu bedenken dass
Er das Tagebuch nie publiziert hat

Ob die Nachwelt wirklich von seiner
Migräne wie seinen Nierensteinen
Lesen muss scheint der Frage wert
Nicht alles muss gedruckt werden

Doch seine Beschreibung der Orte
Wie auch das Wesen der Menschen
Zeigt den großen Autor und guten
Beobachter seiner Zeit was lohnt

Endlich in Rom ist das Kapitel im
Buch von Veronica Buckley über
Christina Königin von Schweden
Betitelt und beginnt unspektakulär 

Ohne Fackeln und nur im grauen
Kleid kam sie an und ritt direkt im
Dunkeln zum Apostolischen Palast
Wo Papst Alexander VII sie empfing 

Ob sie vor ihm kniete und seine Füße
Küsste ist nicht überliefert aber sie
Wird die drei rituellen Verbeugungen
Wohl wie alle auch gemacht haben

Danach saßen sie noch beieinander 
Problematisch war dabei das Gestühl
Einen Sessel mit Rückenlehne und
Armlehne bekamen nur Könige

Ein Hocker würde für Christina aber
Kaum reichen und so löste Bernini
Das Problem indem er einen neuen
Hocker mit breiten Armlehnen entwarf

Sie durfte als einzige Frau damals im
Ganzen Vatikan im Apostolischen 
Palast wohnen und bekam auch von
Bernini gestaltete acht Räume im

Turm der Winde von dem aus sie
Über die ganze Stadt blicken konnte
Ihr Zimmer hatte ein großes Bett mit
Silberner Wärmflasche und dazu 

Einen offenen lodernden Kamin
Es war Heiligabend 1655 also die
Eher kältere Jahreszeit die Bilder
An ihren Wänden stammten von

Berninis jüngerem Bruder am
Nächsten Tag stand noch ihre
Offizielle Ankunft nach Rom an
Wozu ihr Papst Alexander noch

Eine auch von Bernini gestaltete
Kutsche und eine Sänfte auch in
Blau mit silbernen Beschlägen 
Dazu als Willkommen schenkte

Auch noch Pferde Esel wie ein
Reitpferd für Damen auf dem sie
Dann wieder im grauen Kleid wie
Mit dunkler Perücke einritt 

Durch die Porta di Populo ging es
Nach Rom und zunächst zur Messe
In der ihr die Firmung erteilt wurde
Die Sixtinische Kapelle durfte sie

Erst später besichtigen aber wählte
Als Firmungsnamen Alexandra und
Auf Drängen des Papstes noch Maria 
Womit sie jedoch nie unterschrieb

Am nächsten Tag besuchte sie sehr
Ausgiebig die Vatikanische Bibliothek
Unter Führung des Leiters dieser
Lucas Holste der als Konvertit auch

Die Konversion von Christina noch
Begleitet hatte und zwischendurch
Traf sie sich auch noch mit Bernini der
Ihr Willkommen so würdig inszenierte 

Die wichtigste Konvertitin nur sieben
Jahre nach Ende des Krieges um den
Rechten Glauben im Reich wurde 
Von Papst Alexander VII gefeiert 

Es ist beeindruckend wie Christina 
Die Rollen wechselte und sich vom
Papst als Königin empfangen ließ
Der diplomatisch dafür zauberte

Schon in der Nacht über Alexander
Karena gelesen dessen Auto halt!
Aus der Anderen Bibliothek ich noch
Mit Freude gelesen hatte über den

Russischen Professor für Literatur
Im Exil der sich als Taxifahrer nun
Verdingen muss und von seinen 
Abenteuern in Berlin erzählt

Dabei wurde leider offenbar dass 
Kareno den Professor nur spielte
Tatsächlich nur in der nsdap noch
Erfolgreich als Antisemit auch war

Zwar hat er sich wohl auch als
Taxifahrer zeitweise betätigt in 
Berlin erzählte also aus Erfahrung
Aber seine ideologische Nähe

Zum Nationalsozialismus wie zum
Antisemitismus und sein Engagement
In dieser Zeit relativieren die erste
Begeisterung über den Russen sehr 

Auch wenn Auto halt! witzig bleibt
Einen schönen Einblick in das
Leben der russischen Exilanten gibt
Ist diese Ideologie nicht verzeihlich

Gut durch ein kritisches Nachwort 
Von der Schattenseite erfahren zu
Haben die Kareno zu unmenschlich 
Zeigt sein Werk zu empfehlen

jens tuengerthal 25.5.26

Folteropfer

Folteropfer

Nun werfen die armen Opfer
Der antisemitischen Flotte zur 
Unterstützung der Hamas wieder
Israel Folter vor und machen damit
Weiter mit ihrer Propaganda für die
Islamistischen Terroristen dabei
Ist Israel noch viel zu nett mit
Diesen Terror Unterstützern die
Besser gleich versenkt würden
Sobald sie Hoheitsgewässer 
Erreichen ohne noch Rücksicht
Auf Verluste dabei zu nehmen
Weil wer Terroristen unterstützt 
Wie ein Terrorist auch dann
Zu behandeln ist und also
Legitimes Opfer wäre aber
Noch macht die beste Armee
Sich lustig über diese blinden 
Antisemiten auf Segelbooten
Die besser versenkt würden
Endlich Ruhe vor den Freunden
Der Hamas Terroristen zu haben
Die vorher wissen was ihnen droht 
Ein Kindergarten der Provokation
Naiv blinder Antisemiten ist das
Der dankbar sein darf noch nicht
Wie Terroristen behandelt
Zu werden mehr nicht

jens tuengerthal 25.5.26

KIEnzyklika

KIEnzyklika

Ist irgendwie noch relevant
Was der Vorsitzende des
Größten Vereins für sexuellen
Missbrauch öffentlich zur Moral

Sagt oder logisch irrelevant weil
Dessen Legitimation überhaupt
Moralische Urteile zu fällen 
Längst Geschichte ist wofür

Kritisch betrachtet mehr spricht
Der Aberglaube ohnehin das
Gegenteil von moralisch ist
Nur autoritäre Befehle gibt

Im Auftrag des erdachten 
Gottes ohne jede eigene
Sittliche Verantwortung die
Dem ursprünglichen KI also

Dem kategorischen Imperativ 
Natürlich widerspricht damit 
Moralisch einfach erledigt ist
Warum völlig irrelevant wurde 

Was aus Rom kommt schon seiner
Natur als autoritärer Aberglaube nach
Dennoch ist für viele Menschen der
Vereinsvorsitzende noch eine quasi 

Natürliche Autorität warum seine
Worte so moralisch wertlos sie
Logisch sind nach Kant dem 
Großmeister des echten KI

Nicht ganz ohne Relevanz wie
Der Erwähnung hier wert sind
Nicht weil sie systematisch noch
Irgend moralisch begründet wären 

Sondern aus demokratischem 
Respekt gegenüber der Masse
An immer noch Gläubigen die
Traditionelle Werte vertreten

Er mahnt erwartungsgemäß dabei
Dass nicht Maschinen als Waffen 
Über Leben entscheiden dürften 
Was verlogener Humanismus ist

Ist es etwa menschlicher wenn
Menschen noch persönlich töten
Als wenn Maschinen solches tun
Was sichtbar das Problem verkennt 

War die Guillotine gegenüber dem
Beil des Richters nicht menschlicher
Ist tötende KI die Menschen die
Grausame unmenschliche Tat erspart

Nicht viel menschlicher als es der
Aberglaube von der Liebe der noch
Panzer segnet je war fragt sich wer
Diese moralischen Einwände hört

Er will die Würde des Menschen auch
Im Zeitalter der KI hochhalten warum
Er an die Wahrheit appelliert damit die 
Üblichen Lügen nur wieder verbreitet

Weil Wahrheit und die Rede von ihr
Die ein Lügner logisch erfand das
Verlogene System falscher Moral
Die nicht von Innen kommt offenbart 

Lobenswert die Entschuldigung für
Sklaverei und deren Legitimation
Durch seinen eigenen Verein der
Bis dahin sich noch nie entschuldigte 

Einige Fortschritte und ein doch 
Menschlicher Anspruch auch im
Unmenschlichen ist nicht schlecht
Auch wenn moralisch wertlos dabei

Die philosophisch wie moralisch
Völlig wertlosen Worte des Papstes
Werden aus Rücksicht auf uralten
Aberglauben hier nur erwähnt

Wichtiger als alles bisher erwähnte 
Ist dagegen die Erkenntnis dass KI
Die Spaltung der Welt fortsetzt in
Reiche und Arme was keinem gut tut

Eigentum bleibt immer Diebstahl was
Moralische Anarchisten schon sagten 
Bevor wer von künstlicher Intelligenz
Nur träumen konnte weil das Natur ist

Alles gehört allen und keiner hat das
Recht etwas als seines zu sehen was
In der Liebe gilt wie beim Eigentum an
Sonst beweglichen Sachen immer

Es braucht vor allem von allem 
Viel weniger also auch Menschen
Damit überleben möglich bleibt
Darüber sollten wir mehr nachdenken

Die Gründe der päpstlichen Moral
Sind keine irgend tauglichen noch
Aber Spaltung benennen wie auch
Weniger ist mehr sagen tut gut

jens tuengerthal 25.5.26

Wunschdenken

Wunschdenken

Wenn früher wer noss
Sagtest du Gesundheit
Was heute als blamabel gilt
Weil es Niesende bloßstellt
Sich weniger umeinander
Kümmern und höflich eher
Ignorieren ist mehr en vogue
Weil Wunschdenken als
Naiv eher abgetan wird
Statt noch Träume zu leben
Wird dieses nur noch für
Erfüllte Konsumwünsche
Genutzt und Reichtum als 
Zahl auf dem Konto definiert
Weil alles käuflich wäre leider 
Vergessen viele beim neuen
Wunschdenken dass was zählt
Immer unbezahlbar bleibt

jens tuengerthal 25.5.26