Dienstag, 21. Mai 2019

Traumleben

Wann ist ein Leben
Traumhaft erfüllt und geglückt
Fakt oder Gefühl

Liebe oder Lust
Beides zusammen erfüllt
Schönste Träume

Träume verloren
Die Realität lieben
Klingt nicht sehr reizvoll

Lieber träume ich
Weiter enden wird's allein
Nach aller Natur

Momente lieben
Als Erinnerung traumhaft
Genießen was ist

Habe wohl alles
Traumhaft glücklich zu fühlen
Spürte ich es nur

Gute Bücher mit
Feinem Tee genügen bis
Zum Ende völlig

jens tuengerthal 21.5.2019

Traumlust

Welche Lust bleibt stets
Traumhaft miteinander nach
Aller Erfahrung

Braucht es Abwechslung
Als erotischen Ansporn
Oder Erfahrung

Immer weniger
Scheint überhaupt noch reizvoll
Mit mehr Erfahrung

Nach ersten hundert
Wiederholen sich Details
Erstaunlich ähnlich

Sex ist lächerlich
Erotik will immer Spannung
Frauen gleichen sich

Belügen uns gern
Um mitzuspielen dabei
Welch ein Lustgewinn

jens tuengerthal 21.5.2019

Traumhaft

Traumhaft erscheint uns
Über Wirklichkeit liegend
Nur ohne Haftung

Nie Bodenhaftung
Keine Haftung für Eintritt
Alles schwerelos

Wieviel Gewicht bleibt
Schönen Träumen am Ende
Als gutes Gefühl

jens tuengerthal 21.5.2019

Traumdeuter

Träume zu deuten
Nimmt ihnen alles Leben
Lasse sie fliegen

Genieße also
Was ohne Willen geschieht
Als wollte ich es

Traumdeuter legen
Ihre Wirklichkeit fraglos
Über meinen Traum

jens tuengerthal 21.5.2019

Traumfrau

Hab meine Traumfrau
Heute schlafend gefunden
Passt einfach perfekt

Sie erschien im Traum
Anders als immer gedacht
Aber ganz Dame

Sollte mehr schlafen
Findet Glück sich ganz allein
Konnt mich verlieben

Älter natürlich
Aber war völlig egal
Schönheit ist zeitlos

Tiefes Vertrauen
Auf beiden Seiten gespürt
Ohne Erwartung

Erwachte leider
Als es erotisch wurde
Schon ohne verliebt

jens tuengerthal 21.5.2019

Montag, 20. Mai 2019

Musenwandel

Dichtermuse wird
Malermuse passender
Ginge es niemals

Die schönste Liebste
Deren Liebe ich verlor
Präsentiert sich ganz

Freue mich für sie
Endlich Modell geworden
Fühlt sich anerkannt

So findet jeder
Irgendwann seine Wege
Geistig oder nicht

Das beste an ihr
Endlich öffentlich zeigen
Mach beide glücklich

Einsamer Dichter
Gewann große Gefühle
Alle sind befreit

Dankbar für alles
Mit Liebe gönnen können
Gibt Größe zurück

jens tuengerthal 20.5.2019

Wechselwetter

Auf Weltungergang
Gewitter mit Starkregen
Folgt nun Sonnenschein

Der Mai spielt April
Wie wenig bleibt wie es ist
Wenn sonst alles fließt

Wetter und Leben
Wechseln wie Lieben im Jahr
Alles ganz normal

jens tuengerthal 20.5.2019

Stimmungston

Laut pladdert Regen
Grollend nähert sich Donner
Leise plätschert Tee

Unwetter sind laut
Aufdringlich fordern sie dann
Die Aufmerksamkeit

Dazu gelassen
Feinen Tee trinken genügt
Es zu genießen

jens tuengerthal 20.5.2019

Gewittertee

Bei Gewitter Tee
Trinken verzaubert beides
Fehlen nur Bücher

Feiner Grüner dampft
In meiner Tasse golden
Mit Bergamotte

Bittere Süße
Hat einem Hauch von Säure
Bücher liegen da

jens tuengerthal 20.05.2019

Liebesverlustmeldung

Weil wir nicht miteinander reden werden
Es keine Zukunft miteinander mehr gibt
Schreibe ich Verse über meine Gedanken
Die du lesen kannst wenn du es willst

Sonst verhallt eben alles im Nichts
Was auch nichts mehr macht wenn
Nichts mehr da ist was verbindet
Und doch ist es eine Befreiung

Was hatten wir für eine schöne Liebe
Voller Lust Hingabe und Zärtlichkeit
Nun haben wir sie endgültig verloren
Sie verschwand einfach im Nichts

Du hast eine neue Liebe gefunden
Einen Engländer wie du schriebst
Der dich wie einen Menschen behandelt
Bist endlich glücklich meintest du

Frage mich wie ich dich dann wohl
In deinen Augen behandelt habe
Ob als Tier oder als Außerirdische
Zumindest nicht wie gewünscht

Zeigst dich lustvoll lasziv auf Bildern
Bei Whatsapp was mich für dich freut
Dann bist du endlich er- und gefüllt
Gönne es dir wirklich von Herzen

Ansonsten weiß ich nichts mehr
Von dir oder deinem Leben noch
Was mir lange große Schmerzen
Bereitete und mich weit umtrieb

Nun ist es gut und ich freue mich
Wenn du nun endlich glücklich bist
Weil ich dich wirklich geliebt habe
Dir darum nichts als Glück wünsche

Ob endlich glücklich auch endlich ist
Oder am Ende unendlich sein kann
Weiß ich nicht zu sagen da doch meist
Alles ein Ende hat oder deren zwei

Fragte mich ob es mir nun weh tut
Wenn ein anderer deinen perfekten
Körper genießen darf aber da ist
Nur noch Leere und Freude für dich

Wollte dir immer gut auch wenn du
Es nie glauben konntest und lieber
Täglich meine Liebe infrage stelltest
Was mir weher tat als ich sagen konnte

Umgebracht hat mich dieser Schmerz
Den ich meist still ertrug nur manchmal
Dir zeigte wenn ich nicht mehr konnte
Weil ich dich glücklich machen wollte

Du bist einfach ohne Worte gegangen
Wir haben nie darüber geredet wie wir
Überhaupt Konflikte selten vernünftig
Klärten sondern uns lieber nur liebten

Würde es immer vernünftig versuchen
Miteinander zu klären wenn ein Konflikt
Immer größer wurde und konnte es nie
Was sicher ein großer Fehler von mir war

Irgendwann sind alle Konflikte dann
Zu groß sie noch klären zu können
Machen Angst und lähmen täglich
Statt vernünftig gelöst zu werden

Versuchte lieber Konflikte zu vermeiden
Kam in eine Schutzhaltung schon in der
Vermied ich alles was dich provozierte
Was dennoch unerwartet oft geschah

War nicht mehr ich selbst sondern ein
Wachsamer Gatte nur noch der ständig
Auf der Hut war die Liebste nicht wieder
Durch ihm unverständliches zu erzürnen

Diese Haltung ist krank und ungesund
Sie führt zu wachsender Gereiztheit
Die sich dann gelegentlich auch entlud
Für dich völlig unverständlich immer

Stattdessen dachtest du ich spielte dir
Nur etwas vor wäre wirklich einer der
Dich nur benutzt oder hasst zumindest
Nicht so liebt wie du es dir erträumtest

Weiß nicht ob ich oder irgendein anderer
Dies je könnte aber es geht mich nun
Nichts mehr an was mich sehr erleichtert
Wie ich erstaunt endlich feststellte

Hätte gern über all das mit dir geredet
Wie es normale Menschen eben tun
Wenn sie ein Problem miteinander haben
Um es zu lösen und einander zu verstehen

Ohne Worte bleibst du immer gefangen
In deinen Gedanken ohne zu wissen
Ob und was im anderen geschah
Lebst nur in einer Wahnwelt noch

Habe mich gegen den Wahn lieber
Entschieden um glücklich zu bleiben
Darum schreibe ich darüber ins Nichts
Wo sie zumindest geordnet verhallen

Wollte dich nie im Leben mehr verlassen
Ein glückliches Leben voller Liebe mit dir
Schien mir der schönste Traum immer
Für den ich mich bereitwillig veränderte

Das Versprechen der Ehe und der Schwur
Ewiger Liebe was immer Ewigkeit sein kann
Im natürlich begrenzten Leben waren mir ernst
Es schien mir wertvoller als alles übrige

Die romantische Liebe geht über alles
Auch über Leichen und opfert sich gern
Für den großen Traum auch wenn dieser
Immer mehr reale Bezüge verliert

So war ich nach dem Verlust von dir
Völlig leer und zerstört überlebte nur
Weil es eben alternativlos wenn ich
Um meine Traumfrau kämpfen wollte

Hin und her ging es dabei in mir
Zwischen zarter Hoffnung noch
Bei jedem Herz von dir oder Bildern
Die dich in schönster Natur zeigten

Überlegte ob ich mich ablenken sollte
Was ja vorher immer geholfen hatte
Doch das bisher Ergebnis einer langen
Liste gescheiterter Lieben sprach dagegen

Entschloss mich es auszuhalten weil ich
Noch nie so sehr geliebt hatte dies alles
Doch nicht nur ein Traum gewesen war
Der im Nichts der Verdrängung verwehte

Grübelte jeden Tag was du wohl tust
Oft spielte meine Phantasie mir dabei
Wilde Streiche und ständig suchte ich
Dich die verlorene große Liebe überall

Dieser Zustand macht dich wahnsinnig
Wusste der Verstand schon lange doch
Was nützt Wissen noch im Wahnsinn
Der alle Vernunft im Wesen zerstört

Pflichtbewusstsein hielt mich am Leben
Auch wenn dessen Ende mir jeden Tag
Verlockender erschien was für einen
Epikuräer ein kranker Zustand ist

Wollte ich überleben musste ich mich
Endlich von dem Traum verabschieden
Der eine Illusion war von der nichts blieb
Wie dein schneller Ersatz mit bestätigte

Hatte schon jeden Tag zuvor seit jenem
Schrecklichen im Februar als du wortlos
Gingst und mich wüst beschimpftest
Gegrübelt mit wem du es wohl treibst

Wo würdest du dir die Bestätigung holen
Die dir so wichtig ist warum du dich auch
In sozialen Netzwerken so präsentierst
Wie du es wie so viele Frauen gern tust

Weiß nicht mehr was du nun dort tust
Bin ja überall wie ein Verbrecher geblockt
Was sich schrecklich für mich anfühlte
An mir mich noch mehr zweifeln ließ

Wie furchtbar war ich für dich gewesen
Wenn du mich so behandeln musst war
Alles Schöne nur eine Illusion blieb nur
Der Ärger über vertane Zeit für dich

Entschloss mich irgendwann es lieber
Zu ignorieren weil der Schmerz mich
Langsam betäubte ich nur noch leer
Durch den Rest Leben noch wankte

Trotzdem schien mir lange das Gefühl
Für dich heilig du solltest die letzte sein
Hatte ich dir geschworen und wollte
Wort halten und deine Zweifel widerlegen

Natürlich sah ich all die Probleme auch
Spürte was du mir antatst täglich
Wie mich die Zweifel umbrachten oder
Gegen die wunderbare Liebe abstumpften

Sehe inzwische dass es keine Lösung gab
Es kein Glück geben kann miteinander
Ohne Offenheit Vertrauen und Austausch
Auf Augenhöhe trotz sehr nettem Sex

Du wolltest den Superlativ von Liebe
Ganz für dich allein und ich der dich
Doch von Herzen gern glücklich machen
Wollte floh um es nicht zu verspielen

Während ich die Liebe noch retten wollte
Dachtest du ich hätte sie schon verloren
Nur weil ich mich um Gleichgewicht noch
Bemühte was wir dann nie wieder fanden

Viel böses dachtest du von mir wie sich
Aus deinen Worten nach dem Ende ergab
Die das Gegenteil von dem waren was ich
Empfand unsere Entfremdung offenbarten

Du hast einen Neuen und bist glücklich
Glaube es dir nun einfach weil ich spürte
Wie frei und glücklich es mich machte
Dich endlich glücklich zu wissen

Wünschte dir von Herzen viel Glück
Ohne zu heucheln und spürte endlich
Vielleicht war es mal eine große Liebe
Oder hätte sein können nun ist sie weg

Wer sich verlieben und hingeben kann
Ist so weg wie nie da gewesen womit
Sich jeder weitere Gedanke erübrigt
Das Opfer der Liebe befreit wurde

Wollte lebenslang für dich sorgen
Dich lieben und für dich da sein
Dein Leben war mir wichtiger als
Was von meinem dann noch blieb

Nun sorgt ein anderer für dich oder
Du für dich selber was ich seltsam
Als große Befreiung empfand der ich
Dreimal dein Leben noch retten durfte

Über all das und dein Missverständnis
Was meine Person in vielem betraf
Hätte ich gern offen mit dir geredet
Um es für die Zukunft zu verstehen

Habe bestimmt auch Fehler gemacht
Dich nicht immer gut genug behandelt
Weil auch meine Kräfte Grenzen haben
Wenn der Schmerz der Zweifel so groß

Auch dies Bedürfnis habe ich verloren
Muss nichts mehr erklären oder der
Frau die sich schon wieder verliebte
Irgendetwas verständlich machen

Spüre noch den schmerzvollen Verlust
Weil mir ein Sinn verloren ging im Leben
Den dieses weder hat noch braucht
Doch war meiner eben dein Glück

Für etwas noch zu leben was nicht ist
Lohnt sich nicht und seltsam genug
Diese Veränderung erleichtert mich mehr
Als sie immer noch liebend weh tat

Dein Herz gehört einem anderen
Du schriebst du seist endlich glücklich
Freue mich darüber und damit ist gut
Nur um die verlorene Liebe ist es schade

Sicher spiegeltest du in deinen wieder
Wenigen Worten auch deutlich deine
Verärgerte Lektüre meiner Verse wohl
Was spieltest du alles infrage stellte

Doch ich nehme dich einfach beim Wort
Freue mich dass du mich immer noch liest
Deinen immer liebsten Dichter wie du mir
Noch nach der Trennung einmal schriebst

Bin kein Stoiker den nichts anrührt
Habe dieses Ende lang durchlitten
Nun ist einfach nichts mehr da ob
Es je mehr war frage ich lieber nicht

Will weiter mit schöner Erinnerung leben
An eine auch wunderbare Frau die mich
Liebte wie ich es noch nie zuvor erlebt
So ganz und gar wie nun nichts mehr ist

Bin glücklich über das was wir hatten
Zumindest in Momenten voller Glück
Wie erleichtert über was ich nicht mehr
Ertragen und erleben noch muss

Schließe mit etwas zu viel Liebe
Die einst dir ganz alleine nur galt
Sich nun in Ruhe sammelt um dann
Irgendwann weiter zu gehen

Wir haben nur dies eine Leben
Das sollten wir glücklich verbringen
Um es gewesen zu sein am Ende
Warum nun alles gut so wohl ist

Vielleicht kannst du nun glücklich sein
Würde es dir wünschen damit auch
Deine Zweifel und Ausreden enden
Du ohne diese dein Leben genießt

Habe noch nie so sehr geliebt was
Ein Glück ist was mich dankbar macht
War noch nie so fremd mir und gefangen
Warum ich nun auch endlich befreit bin

Vielleicht haben wir beide dies Gefühl
Völliger Fremdheit voreinander gehabt
Auch dann ist es nun alles gut so
Hätten es nur besser vorher geklärt

Liebe braucht Freiheit um zu sein wie
Sie nur befreit auf Dauer bleiben kann
Alles andere sind lächerliche Formen
Die nichts mit der Liebe zu tun haben

Habe es oft genug schon gesagt du
Kennst es vermutlich längst auswendig
Wünsche dir dass du es sein kannst
Werde mich bemühen es zu bleiben

Die Wege der Liebe sind manchmal
Sehr verschlungen und niemals wohl
Werde ich sie alle verstehen können
Es reicht mir frei und glücklich zu sein

jens tuengerthal 19.5.2019

Liebesleere

Nach großer Liebe
Bleibt allein Leere übrig
Raum zu füllen

Träume verloren
Blieb von der Liebe
Nicht mal Lust übrig

Mehr als Leere
Findet einer überall
Sollte er suchen

jens tuengerthal 19.5.2019

Sonntag, 19. Mai 2019

Dunkelwissen

Was kann ich wissen
Was bleibt immer im Dunkeln
Wo wird es heller

Frauen verstehen
Wollen wäre zu gewagt
Philosophie reicht

Logik erklärt gut
Vernünftig ohne Gefühl
Aber genügt das

In der Dunkelheit
Suchen wir nach Leitbildern
Gerne am Himmel

Dabei liegt alles
In unserem Wesen schon
Sichtbar verborgen

jens tuengerthal 19.5.2019

Kriegsgemüt

Manche Nationen
Sind besonders kriegerisch
Sagen Nationale

Konflikte erkennen
Aber weise vermeiden
Unterscheidet da

Keiner gewinnt im
Krieg aber viele sterben
Ohne einen Grund

Meide drum Menschen
Die provozieren wollen
Bin lieber allein

Masse ist Horror
Für feine Geister immer
Viel zu kriegerisch

Kriege beginnen stets
Mit internen Konflikten
Besser früh fliehen

jens tuengerthal 19.5.2019

Sängerwettstreit

Der Sängerwettstreit der
Heidehasen war witzig
Die Meistersinger noch
Zumindest große Kunst

Europas populärer Wettkampf
Der Schlagersänger genannt
ESC ist einfach vielfach grausam
Musikalisch und Nationalistisch

Wer stoppt endlich diesen Wahn
In dem Europas Völker wählen
Welcher schlechte Sänger nun
Den populärsten Schlager singt

Es ist dies kein Stück europäischer
Demokratie sondern allein ein Stück
Zur Offenbarung alter Vourrteile ohne
Allen Verstand mit bloßem Gedudel

Warum dieser Wettstreit der in der
Homosexuellen Szene lange schon
Populär ist nun Bedeutung bekam
Über die alle schreiben ist unklar

Wozu braucht es so etwas noch
Was fördert es genau außer die
Bekannten Vorurteile der üblichen
Schwätzer in der Masse wieder

Vielleicht ist es nur mein Fehler
Schlager widerlich zu finden
Was die Masse toll findet als
Erstmal fragwürdig anzusehen

Aber all das tolerierte ich lächelnd
Wäre da nicht dieser nationale Hass
Der stets im Wettbewerb auftaucht
Völlig gegen allen Geist Europas

Oder ist er immer da und zeigt sich
Nur bei diesem sehr emotionalen
Wettstreit besonders deutlich noch
Wie im Pulverfass Balkan auch

Einzig schön daran ist doch wie
Grenzenlos Europa plötzlich ist
Mit Israel und Russland sogar
Großbritannien weilt darunter

Viel zu viel über etwas nichtiges
Darum schweige ich lieber weil
Schlechte Dinge kein Wort wert
Sein sollten in schönerer Welt

jens tuengerthal 19.5.201

Untergangslichtblicke

Der Strache Stachel
Offenbart altbekanntes
Populismus halt

Extremisten sind
Nie Saubermänner sondern
Halt Populisten

Kritisch zu denken
Vorm wählen könnte helfen
Nur nicht populär

Verbrechen bleiben
Auch wo provoziert welche
Vergessen manche

Demokratie hat
Probleme mangels Verstand
Nur ihrer Wähler

Wer den Untergang
Provoziert beleuchtet nur
Seine Mängel so

jens tuengerthal 19.5.2019

Lichtblick

Bei Licht besehen
Ändert sich gewohnte Welt
Fühlbar erleuchtet

Alles wird deutlich
Konturen verschwimmen nicht
Nicht immer schöner

Den Durchblick haben
Macht Leben manchmal schöner
Aber nicht immer

jens tuengerthal 18.5.201

Blendung

Manches blendet uns
Allem Anschein nach
Lange blind danach

Gegen Blendung hilft
Eher Schatten aufsuchen
Also mehr Vernunft

Lange geblendet
Sehe ich endlich klarer
Wenig war wirklich

jens tuengerthal 18.5.2019

Überfluss

Überfluss ist so
Überflüssig manchmal nur
Laufen wir über

Über sich hinaus
Wachsem macht immer größer
Ist auch Überfluss

Aber niemals ist
Überflüssig woran wir
Noch wachsen können

jens tuengerthal 18.5.2019

Samstag, 18. Mai 2019

Liebesmaß

Große Liebe bleibt
Kleine verschwindet wieder
Ein sicheres Maß

Zwinge mich lange
Schon die Liebe zu schrumpfen
Sie wehrt sich tapfer

Vernunft siegte schon
Gefühl vertrieb sie wieder
Heute verschwand sie

jens tuengerthal 18.5.2019

Nachtblick

Der Nachtwanderer
Schaut hinter die Schatten
Anderer Großstadt

Nächte eröffnen
Tiefere Blicke unter
Täglichen Anschein

Unsichtbares sonst
Taucht überraschend in der
Dunkelheit dann auf

jens tuengerthal 18.5.2019

Umarmungsstärke

Sich zu umarmen
Stärkt in Zeiten großer Not
Halte mich daran

Die Selbstumarmung
Bleibt uns immer erhalten
Auch ohne alle

Bei sich anfangen
Besser als nur Ablenkung
Macht dauerhaft stark

jens tuengerthal 18.5.2019

Untergangsaufgang

Auf den Untergang
Folgt immer neuer Aufgang
Sonne wie Leben

Allem Anfang wohnt
Kein Zauber aber immer
Doch Neues inne

Genießen können
Was ungefragt geschehen
Ist guter Anfang

jens tuengerthal 18.5.2019

Anpassungsfreiheit

Großes wird kleiner
Liebe verschwindet einfach
Durch Zeit und Vernunft

Nichts hält gefangen
Worte befreien schneller
Als ewiges Nichts

So passe ich mich
Umständen einfach an in
Glücklicher Freiheit

jens tuengerthal 18.5.2019

Freitag, 17. Mai 2019

Zufreidenheiter

Wie viele junge Frauen wünschen sich
Schönheitsoperationen weil unzufrieden
Mit ihrem Äußeren in irgendeinem Detail
Oder insgesamt besser aussehen wollen

Im Zeitalter von Instagram ist Aussehen
Eine Skala des Erfolges der sich auch
In Geld ummünzen lässt was Motivation
Genug gibt sein Äußeres zu verändern

Als gäbe es eine operierte Frau die außer
Geld los zu werden und also Freiheit wieder
Zu gewinnen irgendwas bei einer solchen
Operation jemals noch gewonnen hätte

Wer einmal künstliche Brüste anfasste
Diesen steifen unveränderlichen Ekel
Aus Silikonmasse schon kennt weiß
Wie wunderbar echte Brüste erst sind

Sie mögen winzig klein oder riesig sein
Die Größe spielt keinerlei Rolle dabei
Wenn sie in Harmonie mit dem Wesen
Was diesen Busen vor sich trägt steht

Das Gegenüber mit den unpassenden
Brüsten wird zur Gummipuppe dadurch
An der immer weniger dir echt erscheint
Weil diese Brüste dich ewig verfolgen

Auch meine letzte Prinzessin hatte den
Wahn irgendwann etwas von sich noch
Operativ korrigieren zu lassen dabei war
Sie für mich immer vollkommen schön

Auch nach Angaben aller Beobachter
War sie vollkommen schön warum ich
Dieses Glück auch kaum fassen konnte
Von ihr zufällig erwählt worden zu sein

Hörte sogar schon von meiner Tochter
Die ich als Waldorfschülerin für einen
Ausgewogenen Menschen halte dass sie
Hätte sie das Geld ihre Nase gern korrigierte

Was für ein Unsinn denke ich nur stolz
Auf meine nicht kleine Nase die eben ist
Wie es meine Erbe mir mitgab weil Natur
Alleine wächst wie es ihr entspricht

Denke bei meiner Tochter es ist nur
Geschwätz kleiner Mädchen die sich
Noch selbst finden müssen um dann
Zufrieden und heiter sein zu können

Habe bei ihr keine Sorge dass sie es
Kann und sein wird und in sich ruht
Weil sie ein guter und glücklicher Mensch
Sein will und meistens damit auch ist

Eine Veränderung stört die Harmonie
Macht die Menschen zu Püppchen der
Schönheitsindustrie die daran verdient
Normierte Ideale teuer zu verkaufen

Ekel mich schon lange vor dieser so
Seltsamen Industrie die Menschen
Nach durchschnittlich beschränkten
Idealen und Schubladen formen will

Weggelaufen wäre ich wohl hätte meine
Liebste sich unters Messer gelegt was
Sie nun ohne erledigt hat um sich wohl
Weiter für Neue auf Instagram zu zeigen

Es ist eine Welt permanenter Unzufriedenheit
Die durch wechselnde Ansprüche an ihr bloß
Äußeres erzeugt und noch überhöht werden
Ohne je Befriedigung erfahren zu können

Den Moment Wie wir uns nach dem Sex selig
In die Arme fallen für den Augenblick mit allem
Zufrieden sind weil die Welt so wunderbar ist
Suchen wir in der Schönheitswelt vergebens

Ein völlig befriedigter Kunde wäre verloren
Für Kosmetik und Chirurgie und die mit ihr
Verbundene Industrie die schon immer von
Der Unzufriedenheit der Frauen auch lebte

Das Ziel der Lebenskunst die Zufriedenheit
Ist ein Grauen für die Schönheitsindustrie
Die meint Operationen könnten verschönern
Wo sie doch nur Zeichen von Krankheit sind

Zufrieden und heiter zu leben ist ein Ziel
Was mir so viel wertvoller erscheint als
All die kleinen Äußerlichkeiten die solche
Menschen hinter ihren Selfies suchen

Wie fern war mir meine Liebste immer
Wenn sie sich selbst fotografierte um
Sich als attraktiv zu präsentieren im Netz
Als ginge sie auf Beutezüge des Egos dort

Musste diese Aufnahmen stets möglichst
Sofort loben und mit Liebeserklärungen
Versehen damit sie auch wohl gestimmt
Also mir weiterhin gewogen blieb

Vergaß ich es strafte sie mich sogleich
Fast reflexhaft mit Liebesentzug der sich
Dramatisch bis zum Ende steigern konnte
Auch wenn es eigentlich um nichts ging

Das Leben über soziale Netzwerke und
Die damit verbundenen Erwartungen arten
Häufig in Stress aus der wie die Bilder zu
Keiner dauerhaften Befriedigung führt

Sie hat mich in diesem Netzwerk gefunden
Was auf Äußerlichkeiten reduziert für bloß
Geistige Zwerge geschaffen wurde über nur
Zufällig von mir gesetzte historische Zeichen

Als ich mich als viel zu alt erst wehrte
Vernünftig zu diesem Zeitpunkt noch
Behauptete sie sapiosexuell zu sein
Auf die Lust in meinen Worten zu stehen

Welcher Dichter priese nicht solch eine
Vollkommen schöne sexuell omnipotente
Muse die über ihn kam wie ein Wunder
Dazu noch von ewiger Liebe sprach

Doch neben der wunderbaren Realität
Waren Eifersucht und Zweifel auch auf
Virtuelle Welten ständig präsent machten
Harmloses Sein dort zur steten Gefahr

Was drohte mir wenn ich ein Bild likte
Wie übel nähme sie mir irgendeinen
Kommentar bei einer alten Freundin
Weil der Verdacht ihr immer nahe lag

Wie fern ist mir diese Welt in ganz vielem
Auch wenn ich in ihr mitspiele gibt es selten
Nur Bilder von mir den ich nicht für so irgend
Bedeutsam halte sich fotografieren zu wollen

Bin ich zu alt dafür geworden inzwischen
Blieb das kleine Mädchen mit immer fremd
Was ich lang für meine große Liebe hielt
Die ihre Identität aus dieser Welt zieht

Dort lernten wir uns kennen oder fischte sie
Den älteren Dichter sich mit klaren Signalen
Dort blockte sie mich als erstes sofort wieder
Als hätte es geteilte Welten nie gegeben

Unzufrieden mit sich von einer OP träumen
Die Liebe zu leugnen und zu blocken statt
Vernünftig auf geteilte Geschichte zu blicken
Zeugt von jener unsterblichen Unzufriedenheit

Nie kannte ich eine Frau die mehr Höhepunkte
Glaubhaft mit zeigen konnte und also erlebte
Aber dennoch im Leben immer unzufrieden war
Mit sich und ihrer böse wollenden Umgebung

Ob es die böse Familie war wie passend
Bei einer Julia dachte ich noch naiv oder
Andere die sie missbrauchten oder völlig
Falsch einschätzten sie war ein Opfer

Vielleicht glaubte ich der multiplen Orgasmen
Wegen es wäre ein Traum mit dieser Frau einmal
Alt zu werden obwohl sie eigentlich immer eher
Unzufrieden mit irgendetwas an sich war

War sie mit sich zufrieden zweifelte sie an mir
An meiner Treue meiner Liebe wie mir als Mensch
Der nur schlecht sein konnte sich mit ihr eingelassen
Zu haben so schlimm wie sie sich oftmals fand

Denke ich daran wie selig ich neben den
Sexuell weniger aufregenden aber schlief
Wie gut mir ein unaufgeregtes Leben tat
Was mit sich und miteinander zufrieden war

Zufrieden und heiter leben macht frei und
Dauerhaft glücklich und nichts anderes
Möchte ich im Leben mehr haben was
Zu kurz ist es unzufrieden zu verbringen

Lebenskunst wird bedeutend wo sie uns
Wege zur Zufriedenheit eröffnet statt nur
Weiter auf unerreichbare Ziele zu hoffen
Die künstlich erst herbeigeführt werden

Vom Wesen her ein glücklicher Mensch
Hat die Liebe zu dieser Traumfrau mich
Völlig unruhig gemacht und permanent
In Sorge ob ihrer bald Launen versetzt

Dies zu erkennen schenkt viel mehr
Zufriedenheit als weiter unzufrieden
Über den Verlust perfekter Brüste
Oder multipler Orgasmen nachzudenken

Es gab auch wunderbare Momente
Größter Zufriedenheit und Hingabe
Wie ich sie so glücklich nie erlebte
Was die Vernunft mir lange lähmte

Klar freut sich ein alternder Dichter
Über eine schöne junge Muse sehr
Die ihn mit großer Lust inspiriert
Doch wollte ich sie leider zur Frau

Hätte ich sie als Geliebte behalten
Vermutlich hätten wir bis ans Ende
Unserer Tage ohne alle Konflikte
Glücklich und zufrieden sein können

Zufrieden dies begriffen zu haben
Befreit vom Willen sie als Frau
Wieder zu haben denke ich dass
Geliebte immer vollkommen sind

So machen Liebhaberinnen dauerhaft
Glücklich während Ehefrauen einfach
Nur auf Dauer bleiben was selten noch
Aufgrund dessen auch glücklich macht

Eine Frau zu haben mit der ich alles
Teilen könnte die aber niemals meine
Frau wird sondern immer höchstens
Geliebte sein darf genügte im Leben

Ob eine Frau mit mir als Liebhaber
Genauso zufrieden heiter leben könnte
Kann ich nicht beurteilen zumindest
Werde ich mich gerne darum bemühen

Das romantische Versprechen der Liebe
Gar von solcher als großer zu schwärmen
Schadet dieser mehr als es irgend je nutzt
Wo in der Ehe normiert ohnehin schon tot

Viermal habe ich die Ehe schon versprochen
Viermal mich noch davor gerettet die Liebe
Auf dem Amt liegen zu lassen weil sie dort
Festgeschrieben keinen Wert mehr hätte

So bin ich nochmal frei geblieben wohl
Mit kurz vor fünfzig und werde alles tun
Dafür zu sorgen dass es auch so bleibt
Gerne mit der immer gleichen Geliebten

Zufrieden heiter und frei zu leben ist
Genug Glück für alles was sein kann
Ohne jeden Zweifel lieber mit sich ganz
Einverstanden als ewig nur unzufrieden

Die unzufriedene Welt junger Frauen die
Nach Instagram Selfies von Operationen
Träumen ist sicher nie wieder meine was
Einschränkt aber auch zufriedener macht

Was braucht es um dorthin zu gelangen
Ist das vielleicht die echte Lebenskunst
Die dauerhaftere Zufriedenheit schenkt
Als Belichtungszufälle irgendeines Selfies

Die große Liebe als Traum für immer verloren
Dafür große Freiheit auf Dauer gewonnen
Bin ich mit dem Tausch eher zufrieden nun
Da ich es nicht ändern kann ist es gut so

Zufrieden und heiter schaue ich nun
Nach Morgen und weiß endlich wieder
Was mich dauerhaft glücklich machte
Statt nur fremden Träumen nachzulaufen

Bin davon überzeugt meine Liebste wäre
Die beste Geliebte weil ich sie dann ganz
Nur ohne was sie so unerträglich machte
Von Ferne ganz nah genießen könnte

So muss ich nicht bereuen was alles
Noch besser macht auch wenn sie im
Nichts ihrer Hilflosigkeit verschwand ist
Das Leben endlich wieder mehr meins

jens tuengerthal 17.5.2019

Donnerstag, 16. Mai 2019

Askeseautarkie

Wie bestimmen wir unser Leben selbst
Lösen uns von Abhängigkeiten um so
Zur höchsten Lebenskunst zu gelangen
Die mit sich zufrieden und glücklich ist

Die Philosophie gibt hier verschiedene
Mittel zur Wahl die weniger Antworten
Geben als Fragen stellen lehrt die uns
Von gewohnten Abhängigkeiten befreien

Sie gibt keine konkreten Antworten auf
Alltägliche Fragen aber ein System das
Hilft sich seiner selbst zu ermächtigen
Was dazu Disziplin und Arbeit fordert

Selbstermächtigung erst führt zur Autarkie
Bedeutet Befreiung aus einer Unmündigkeit
Die selbstverschuldet ist wenn sie aus der
Trägheit resultiert seine Freiheit zu nutzen

Dazu gehört wie Kant mit sapere aude lehrte
Mut und eine disziplinierte Haltung dabei die
Als Askese bezeichnet Grundlage der Freiheit
Von bloßer Willkür für vernünftige Reflexion ist

Das Element der Askese ist in der Philosophie
So alt wie diese eine Schule des Denkens wurde
Wie zugleich deren Voraussetzung immer weil
Sonst nur gefühlsgetrieben getorkelt wird

Sich Trieben und Gefühlen ganz hinzugeben
Ist leicht und relativ natürlich führt jedoch nie
Zur Lebenskunst sondern bleibt unreflektiert
Verhindert also dauerhafte Zufriedenheit so

Die Askese des Denkens meint nicht dem
Epikuräischen Streben nach Lust zu entsagen
Sondern dies bewusst und reflektiert zu tun
Um mehr als schnelle Lust zu erreichen

In Montaignes Essays findet sich diese Einheit
Stoischer und epikuräischer Elemente als eine
Lebenspraktische Philosophie an vielen Stellen
Sie scheint Grundlage seiner Lebenshaltung

Die Größe der moralischen Freiheit die uns Kant
Im kategorischen Imperativ an die Hand gab wird
Erst vom autarken Einzelnen der sich seiner selbst
Diszipliniert auch ermächtigte ganz verwirklicht

Religionen und Heilslehren geben zu gerne
Antworten in allen Lebensfragen die aber für
Selbständige Menschen völlig irrelevant sind
Weil diese ihre Antworten sich selbst suchen

Die Balance zwischen Konventionen denen
Wir uns sozial vernünftig beugen und der
Größe der sittlichen Autonomie beschreibt
Montaigne seinem Leben besonders treffend

Als Katholik mit vielen hugenottischen Verwandten
In der Zeit der Glaubenskriege in Frankreich war er
Berater beider Lager und war mit Henry IV. so eng
Befreundet wie mit führenden Katholiken auch

Er enthielt sich dabei eindeutig Partei zu nehmen
Außer gegen unmenschliches Verhalten ohne dies
Dem einen oder anderen Glauben zuzuschreiben
Übte also auch eine Art geistiger Askese der Meinung

Mehr Askese in Meinungsfragen täte in Zeiten
Politischer Polarisierung ohnehin besser als die
Scharfe Verurteilung können wir daraus lernen
Um selbstbestimmt auch zu entscheiden

Die Philosophie gibt uns die Freiheit alleine
Entscheiden zu können was richtig ist und gut
Statt nur konformen Mustern zu folgen denen
Kein Wesen im Inneren ganz entspricht

Gesellschaften und Politik suchen Kompromisse
Als allgemeingültig durchzusetzen und rauben so
Dem Einzelnen die Fähigkeit zur Reflektion wie
Die sittliche Autonomie zur Entscheidung immer

Anfang aller Lebenskunst ist darum stets die
Selbstermächtigung mit der wir uns von allen
Konventionen lösen um somit autark zu sein
Womit die größte Freiheit mit Entsagung beginnt

Das Wechselspiel von Freiheit und Entsagung
Ist die Basis anhaltender Zufriedenheit die sich
Nicht mehr von Urteilen anderer abhängig macht
Diese aber vernünftig reflektieren noch kann

Auch im emotionalen Bereich der ansonsten
Der Vernunft eher unzugänglich scheint hilft
Die disziplinierte Selbstermächtigung uns zu
Einem spürbar ausgewogeneren Verhalten

Wir sind nicht mehr bloße Opfer des Gefühls
Sondern reflektieren systematisch was ist
Um uns entsprechend dazu zu verhalten
Wofür die eigene Freiheit ein Maßstab ist

So habe ich mich jahrelang freiwillig den
Launen von Liebsten unterworfen um des
Lieben Friedens willen bis ich irgendwann
Völlig unreflektiert wieder mal explodierte

Dann wird der vorher Kreide fraß zum
Choleriker der zu fürchten ist statt über
Die Ursachen noch zu reflektieren was
Alle Beteiligten dauerhaft unfrei macht

Will keine Tipps geben was richtig wäre
Welches Verhalten in welcher Situation
Geboten oder unbedingt verboten ist
Genau das muss jeder selbst entscheiden

Wer sich seiner selbst ermächtigt und also
Sittlich autonom wieder ist weil er sich aus
Der selbstverschuldeten Unmündigkeit befreite
Kann und wird diese Entscheidung treffen

Wichtiger scheint mir dagegen vorab noch
Die Freiheit der Selbstermächtigung auch
Würdigen und schätzen zu können als Basis
Eines nachhaltig friedlichen Miteinanders

Wann ich künftig Grenzen ziehe weiß ich
Nicht allgemein zu sagen bin aber sicher
Im konkreten Fall einen vernünftigen Weg
Eher finden zu könne als aus dem Gefühl

Dies erfordert von mir mit meinen Neigungen
Zu überbordendem Gefühl und großer Hingabe
Disziplin und Askese um frei zu bleiben aber
Schenkt dafür zuverlässigen Genuss mir

Lust und Liebe nicht mehr als eine bloße
Über uns kommende Naturerscheinung
Willenlos hinzunehmen sondern sich mehr
Für einen guten Weg dabei zu entscheiden

Dies ist alles natürlich graue Theorie nur
Welche wallende Gefühle im Moment wie
Lüsterne Triebe schnell besiegen können
Aber es ist ein Ansatz zu einer Befreiung

So gibt die philosophische Lebenskunst
Keine Tipps zur Lösung konkreter Probleme
Aber einen geistigen Rückzugsraum aus dem
Unsere Vernunft wieder mehr Raum findet

Womit sich am Ende zeigt dass die Disziplin
So widernatürlich sie uns erscheinen mag
Dazu beiträgt unser Gleichgewicht zu wahren
Uns langfristig wohler mit uns zu fühlen

Askese und Autarkie hängen zusammen
Eine bedingt auch die andere was allem
Eine vernünftigere Ordnung damit gibt
Die einer guten Lebenskunst entspricht

jens tuengerthal 16.5.2019

Regenflaneur

Im immer wieder schauerlichen Regen
Gestern durch Berlin gewandert um
Schöne Kunst zu finden und ihr einen
Angemessenen Rahmen zu geben

Um das Kunstwerk und den Künstler
Der Berlin für vier nun Monate besucht
Nur 125 Jahre nach seinen Tod geht es
Aber auch um größere Zusammenhänge

Für die Straße in Paris Regenwetter ging
Edouard Manets im Wintergarten in die USA
Ein Austausch von nahezu symbolischer
Schönheit als Spiegel verlorener Liebe

Gustave Caillebotte der 1848 geborene
Sohn aus guter wohlhabender Familie war
Die seltene Kombination von Künstler und
Mäzen der Impressionisten in einem

Das Liebespaar im Wintergarten das sich
Andeutungsweise nur berührt geht gen
Westen wofür das flanierende Paar im
Regen über den Sommer herkommt

Als meine just verlorene Liebste erstmals
Nach Berlin zu mir kam und mit mir dort
Die Museen besuchte verliebte sie sich
In dieses Bild das sie als Poster erwarb

Es wanderte dann mit ihr gen Süden
Zog mit der Liebsten bei mir ein und
Verschwand mit ihr wieder im Nichts
Dafür ist Caillebotte nun gekommen

Das bürgerliche Genie unter den
Impressionisten erinnert in vielem
An den Berliner Liebermann der
Auch aus bester Familie kam

Im ersten Haus am Platze lebte
Liebermann in Berlin ähnlich gut
Caillebotte in Paris und beide um
Die Mitte des Jahrhunderts geboren

Die Familie die Uniformen reich hatte
Werden lassen besaß ein Landgut
Auf dem Caillebotte später gern malte
Wie Liebermann in der Villa am Wannsee

Doch jenseits aller Parallelen die sich
Vernünftig betrachtet verbieten damit
Jeder Künstler als Individuum auch
Gewürdigt werden kann bleibt etwas

Die bürgerlichen Künstler sind mir nah
Wie Manns Buddenbrooks mit Heimat
Von der ersten Seite an waren als wäre
Es die Geschichte meiner Familie auch

Bürgerlichkeit in der Kunst hat häufig
Eine Sonderrolle gegenüber den sonst
Genies die aus dem Nichts kamen
Müssen sich Bürger dies erkämpfen

Sie kämpfen nach Innen als Bürger
Gegen Künstlerdasein was ihnen weniger
Wert scheint als ehrenhafte Bürgerlichkeit
Die Generationen vorher schon schufen

Außen sind sie als wohlgeborene eher
Verlacht denn die Aufsteiger und Genies
Weil sie es gewohnt sind ihre Madeleines
Noch in den Fünf Uhr Tee nebenbei zu tunken

Ob mir beide darum gerade so nahe sind
Weil ich als bürgerlicher Versager mich
Gerne als Künstler zumindest bewährte
Wohlwissend beides immer auch zu sein

Bürgerlichkeit ist mehr als eine Haltung
Es ist ein Teil deines Wesens zutiefst
Mit dem du aufwächst und leben musst
Was du im besten Fall für dich nutzt

Spüre in jenem Spaziergang im Regen
Von Caillebotte ein vollkommenes Bild
Der Bürgerlichkeit in jenem Flaneur
Der gerade bedauert Ehemann zu sein

Er erzählt eine zutiefst bürgerliche Geschichte
Mit einem Paar im Regen in den Straßen von
Paris was mehr als zufällig heraussticht hier
Aus der sonst graubraunen übrigen Menge

Nicht farblich da gehen sie harmonisch auf
In der Menge der flanierenden Bürger die
Korrekt gekleidet auf jeden Fall wirken doch
Vielmehr in Haltung und Blick dafür

Sie hängt inniglich an seinem Arm schaut
Ihn mit verschleiertem Blick von unten an
Er schaut mit klaren blauen Augen lieber
Irgendwohin zu wem wissen wir nicht

Er locker den Mantel geöffnet während sie
Der Mode entsprechend ins Mieder eher
Noch geschnürt zumindest deutlich tailliert
So eingebunden wie angehängt auch ist

Ein soziales Rollenspiel fein beobachtet
Während seine Größe noch gewinnt durch
Die Lockerheit hält sie sich an diesen wie
An ihm als Halt ihres Aufstiegs wohl fest

Wir wissen nichts über das Paar unter dem
Schirm im Regen von Paris aber wir sehen
Sehr viel von ihm in diesem Moment schon
Der eine Impression beflügelt schweben lässt

Hält sie ihn fest oder eher sich an ihm noch
In der Hoffnung auf mehr vielleicht oder nur
Um nicht nässer zu werden als nötig ist es
Doch sichtbar kein verliebtes flanieren mehr

Er hat keine Augen mehr für sie bemerkten
Vermutlich empörte Frauen die so wenig
Wissen wie ich was seinen Blick ablenkt
Uns aber eine Welt der Gedanken öffnet

Nun ist meine Frau schon verschwunden
Bevor der Frühling kam und mit ihr das
Poster von Manets Im Wintergarten dafür
Zogen Pariser Straßen im Regen hier ein

Blickte ich zu lange in die falsche Richtung
Wie sie mich gerne und täglich beinahe
Verdächtigte oder gibt es keine Erklärung
Für unsichere Gedanken junger Damen

Die einen suchen Halt und berühren sich
Im Wintergarten kaum aber schaffen so
Mehr Erotik als das spürbare Anhängsel
Im Regen von Paris das alleine bleibt

So zieht zarte Berliner Erotik zeitweise
Gen Westen und erhält dafür die geniale
Darstellung bürgerlicher Suche mit der
Ein Meistererzähler sich offenbarte

Wanderte vom Museum nach Lichtenberg
Durch den Volkspark Friedrichshain wie
Über den entbürgerlichten Alexanderplatz
Dem Ausdruck des Berliner Grauens

Die DDR zerstörte systematisch alles was
An eine bürgerliche Kultur noch erinnerte
Um die Diktatur der Proleten als alternativlos
Den Eingemauerten erscheinen zu lassen

Ob sie das jemals erreichte oder nur ein
Dunkles Kapitel deutscher Geschichte bleibt
Mag dahinstehen zumindest ist dieses
So bürgerliche Bild im Osten zu Besuch

Wilde Winde und Regen erwischten mich dort
Während es nach Osten hin sonniger wieder war
Kam auch im Prenzlauer Berg auf dem Rückweg
Der Schirm fordernde Regensturm wieder zurück

Die Liebste und ihr Bild blieben verschwunden
Spurlos im Nichts ihrer Wortlosigkeit versunken
Bleibt mehr Raum für Phantasie als Vernunft
Nach einer Wanderung durch den Regen

Spuren der verlorenen Liebe sind überall
Tauchen besonders gern unerwartet auf
Wenn sie mit nichts wieder erschüttern
Als gäbe es wirklich die große Liebe

Hat der Flaneur auf dem Bild Caillebottes
Seine große Liebe am Arm oder nur eine
Eben angetraute manchmal eher lästige
Mit hoffnungsvollem Blick längst woanders

Oder war sie einst genauso angeschaut
Worden von ihm als noch unbekannt wie
Fest verschnürt und unnahbar verlor nur
Jetzt für den aufgeknöpften alle Reize

Manch großes Gefühl verliert sich im
Nichts der Vielfalt leicht wieder was
Gute Gründe gibt an seiner Größe
Grundsätzlich einmal zu zweifeln

Andere kommen um zu bleiben auch
Wenn wir mal in die andere Richtung
Schauen ohne eine böse Absicht denn
Was wäre überhaupt grundsätzlich böse

Wir wissen nicht was dieser Spaziergang
Im Regen uns über die Liebe verrät oder
Die wirklichen Gefühle der beiden Bürger
Aber wir ahnen vieles in Zwischentönen

Der Regenflaneur hebt den Blick um
Zu sehen was um ihn geschieht ohne
Sich um die sichere Dame an seinem Arm
Weiter zu sorgen womit Tragödien beginnen

jens tuengerthal 16.05.2019

Verzweiflungskunst

Völlig am Leben zu verzweifeln
Nichts Schönes mehr zu sehen
Eröffnet den Weg erst zur Kunst
Die Grenzen überschreiten lehrt

Was wüsste ich von der Liebe
Hätte ich nicht an ihr gelitten
Ohne noch eine Hoffnung ohne
Weiter leben zu können allein

Wer alles nur positiv sieht wie
Ein strahlendes Instagram-Profil
Auf dem kein Makel erkennbar ist
Bleibt oberflächliche Inszenierung

Die nette immer positive Seite aber
Verkennt wesentliche Elemente völlig
Welche erst ganze Größe offenbaren
Wird wertlos weil sie nichts überwindet

Sich in hilfloser Schwäche zu kennen
Verzweifelt um die Liebe bettelnd zeigt
Die Größe eines Gefühls viel mehr als
Glückliche Liebesschwüre es  können

Mit Ablenkung aus dem Tal zu finden
Ist lächerlich leicht und offenbart nichts
Als wie klein das Gefühl wohl nur war
Während Leid erst echte Größe zeigt

Manches mal schon verzweifelt wohl
Geglaubt nicht mehr ohne zu können
Kannte ich diese Seite der Liebe schon
Hätte lieber weiter auf sie verzichtet

Doch statt mich wie üblich abzulenken
Bin ich das Tal der Verzweiflung allein
Durchwandert gegen alle Vernunft die
Schon lange sagte es kann nicht gehen

Nun um die Erfahrung meiner Schwäche
Die ihr Leben ganz an eine Liebe hängte
Reicher kann ich meine Stärke erkennen
Um ohne mit mir glücklicher zu sein

Theoretisch zumindest kann ich es wohl
Praktisch bleibt es noch ein bloßer Traum
Doch sich ihn vorstellen zu können ist
Viel mehr als im Nichts je denkbar schien

So gesehen ist die Verzweiflung eine Kunst
Die auszuhalten zu lernen erst stark macht
Weil sie die Angst vor der Einsamkeit somit
Überwand und genug bei sich auch findet

Was sich leichter noch schreibt als es ist
Zeigt mir die Schönheit der Gipfel wieder
Im hellsten Licht was wiederum dabei hilft
Zur inneren Balance andauernd zu finden

Was ist daran nun hohe Lebenskunst
Oder mehr als irgendein Psycho-Ratgeber
Der allerwelts Weisheiten verbreitet die
Scheinbare Wahrheiten verlogen verkünden

Habe keine Antwort und suche keine mehr
Trauer und Verzweiflung sind für mich nicht
Lösbar oder leicht zu verdrängen weil das
Der Größe des Gefühl nicht gerecht würde

Leide also bewusst um die Liebe zu würdigen
Die mir groß und wertvoll war aber erkenne
So beginnt die Lebenskunst verzweifelt ohne
Irgendeine Hoffnung und also völlig frei

Die Freiheit die im endlosen Raum des Nichts
Steckt was ich nicht verstehe und lösen kann
Aber dennoch überlebe wieder zu erkennen
Ist der Anfang aller Kunst als ein Können

Ohne die Verzweiflung ganz auszuleben
Hätte ich mich wie gewohnt nur abgelenkt
Was die Liebe vernünftig relativiert hätte
Aber mich nicht hätte befreien können

Will ich mich aus dieser Unmündigkeit
In die verzweifelte Liebe mich stürzte
Die ich real in ihr noch mehr empfand
Wieder befreien muss ich sie erkennen

An der täglich wieder Grenze des Nichts
Was unvorstellbar und nicht auszuhalten
Scheint weiter zu gehen zeigt was bleibt
Wo ich stehe und was ich mir wert bin

Im Nichts aber ist nichts mehr vorhanden
Gibt es keine Grenzen und Regeln mehr
Der Raum ist leer wie eine weiße Leinwand
Kann aus bewusstem Nichts gefüllt werden

Die Größe dieser Freiheit zu haben um
Nicht in irgendwelchen Kompromissen
Einfach weiter zu leben macht glücklich
Und was mehr könnte Lebenskunst je

Dankbar schon fast für dies tiefe Tal
In dem langsam wieder Gipfel sichtbar
Hat die Philosophie mich gerettet statt
In gewohnte Muster nur zu verfallen

Auch ein Werther floh einfach nur vor
Der Größe der Verzweiflung statt sich
Ihr zu stellen um seine Kraft darin erst
Wieder zu finden lenkte er sich tödlich ab

Darin glich der Sturm und Drang auch
Der Romantik mit überschätztem Selbst
Was sich nicht überwinden mehr kann
Um über sich hinaus zu wachsen

Pflicht und Verantwortung hielten mich
Auch als ich es noch anders wünschte
Nun schwebe ich im leeren freien Raum
Den gut zu füllen wohl Lebenskunst ist

jens tuengerthal 16.05,2019

Mittwoch, 15. Mai 2019

Lebenskunstmoderne

Gibt es kein richtiges Leben im falschen
Müssen wir durch das Unglück des Nichts
Um in heilen Welten anzukommen oder
Eine taugliche Moral je zu finden noch

Adornos Diktum galt vielen lange als
Unwiderlegbar und war doch nur die
Depressive Äußerung eines Gläubigen
Der unfreien sozialen Diktaturen noch

Die geistige Entwicklung gerade auch
Der Frankfurter Schule muss logisch
Im Schatten der Erfahrung der Diktatur
Von Krieg und Völkermord gesehen werden

Viel mehr noch aber spielte eine Rolle
Welche Rolle die Psychologie einnahm
Die mit dem Unterbewusstsein eine Welt
Schuf die auf alles Antworten nun hatte

Es wurde durch diese Lehre plötzlich
Das intime Innere nach außen gekehrt
Pathologisiert und in Schemen gepresst
Statt Lösungen wurden Probleme gesucht

Sexualität wurde thematisiert und damit
Auch problematisiert statt mehr genossen
Wie es ihrer und unserer Natur entspräche
Wurde sie bis heute zur Waffe im Kampf

Wo war neben dieser neuen Psychologie
Die sich als Analyse des Seins verstand
Dabei sogar die Metaphysik mit ergriff im
Erfundenen Unterbewusstsein noch Raum

Expressionismus wie Frankfurter Schule
Sind depressiv gläubige Antworten darauf
Wie die Philosophie mit der Moderne noch
Als neuer Glaubensform umgehen sollte

Seltsam unkritisch übernahm dabei die
Kritische Theorie die Glaubenssätze des
Marxschen Universums als Heilmittel der
Lebenskunst für eine künftig bessere Welt

Verständlich nach allen Kriegszweifeln
Hochmoralisch im Ansatz zumindest
War sie weniger Philosophie als eine
Religion der Moderne voller Dogmen

Das Moment der Freiheit ging sowohl
Der Psychologie verloren wie es für
Die umfassenden sozialen Pläne der
Frankfurter keine Rolle mehr spielte

Damit fiel die Moderne moralisch zurück
Hinter den Geist der Aufklärung und blieb
Als marxistisch geprägte Glaubensform
Nur ein weiteres Kapitel der Romantik

Die Sehnsucht nach schwarzen Messen
Mystischen Inhalten und höherer Wahrheit
In diesem nur intuitiven Hokuspokus treibt
Viele Menschen bis in die Gegenwart

Verschwörungstheorien haben großen Zulauf
Weil sie Wahrheit hinter den Dingen versprechen
So unsinnig diese real auch sein mag erfüllt sie
Scheinbar ein tiefes menschliches Bedürfnis

Warum aber die Philosophie dabei mitspielt
Sich von der klaren Reinheit der Aufklärung
Abwandte um im Trüben nur zu fischen zur
Dienerin der Ideologie wurde bleibt unklar

Psychoanalyse wie Existenzialismus geben
Ihrem Wesen nach keine Antwort sondern
Schüren Zweifel im Schatten ihrer Ideologie
Die Hilflosen dann die Richtung weisen will

Es gibt kein falsches Leben im richtigen
Weil die Existenz real ist und es allein
Auf unsere Haltung zu dieser ankommt
Um zum moralischen Korrektiv zu werden

Doch auch diese Lehre die Adorno noch
In seiner Vorlesung der minima moralia
Nachreichte war von Dogmen geprägt
Denen die Freiheit unwichtig eher war

Gleicher Geist findet sich auch in der
Anmaßenden Kritik der Aufklärung von
Horkheimer und Adorno in ihrer Schrift
Dialektik der Aufklärung immer noch

Da wird eine Ideologie und Erfahrung
Absolut gesetzt und über alles erhoben
Was Vernunft und Freiheit uns gebieten
Kants kategorische Moral relativiert

In der Behauptung die Aufklärung genüge
Den Anforderungen der Moderne wie sie
Sich im Holocaust zeigte nicht mehr ein
Zeigt sich nur ein Mangel an Reflektion

Was über den Ansatz des kantschen Imperativ
Gehen soll auch moralisch wurde nicht ersichtlich
Stattdessen werden schlichte Modelle marxistischer
Herkunft zu neuen Säulenheiligen nun erhoben

Warum die Weltrevolution nur Gutes bringt
Alles an den Eigentumsverhältnissen hängt
Der Kapitalismus eine Ideologie sei statt nur
Natur seinem Wesen nach bleibt unklar

Die Hoffnung dieses Modell könnte sich mit
Dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall
Der Mauer endlich dogmatisch erledigt haben
Trog leider der Glaube hat viele Jünger noch

Es ist bequem die unbequemen Aufgaben
Der Aufklärung mit der Pflicht zum auch
Kritischen Mut zu verneinen um dafür auf das
Himmelreich des Kommunismus zu hoffen

Die Freiheit ist eine Chance derer sich viele
Noch lieber für bequeme Antworten entledigen
Davon leben Kirchen und Religionen immer
So auch Psychoanalyse und andere mehr

Es braucht keinen Übermenschen wie kein
Kommunistisches Paradies um unter uns
Einfach miteinander glücklich zu sein nur
Sollten wir auch nicht mehr noch erhoffen

Das Glück der Freiheit zu genießen ist Ziel
Aller Lebenskunst warum eine Ideologie
Die sie für höheres erstmal opfert immer
Von freien Menschen abzulehnen ist

Es geht dabei nicht um letzte Wahrheiten
Keine höheren Sphären werden versprochen
Einzig freier Genuss dessen was ist um so
Als freie Menschen glücklich zu sein

Was den Heilslehrern der Moderne von
Psychoanalyse bis Frankfurter Schule wenig
Erscheint mit ihrer Hoffnung auf Erlösung
Wäre mehr als genug glücklich zu leben

Mehr Suche nach persönlichem Glück statt
Antworten für die ganze Gesellschaft könnte
Diese befreit glücklicher auf Dauer machen
Als alle Heilslehren es bis jetzt erreichten

jens tuengerthal 15.5.2019

Dienstag, 14. Mai 2019

Antiromantik

Was ist gegen die Romantik zu sagen
In einer immer unromantischeren Welt
In der Maschinen einfach funktionieren
Menschen wie solche behandelt werden

Etwas mehr Gefühl und Glaube an das
Genie beflügelt doch Zeiten in denen
Immer mehr den Glauben verlieren
Ohne zu wissen wo es hingehen soll

Bevor Roboter und Künstliche Intelligenz
Die Macht übernehmen noch einmal eine
Voll emotionale Epoche durchspielen in allen
Künsten wie es die Romantiker in Europa taten

Doch ist die Übernahme der Macht durch
Von Menschen gebaute Maschinen bloß eine
Ängstliche Hypothese von Menschen denen
Meist das technische Verständnis dazu fehlt

Angst und fehlende Orientierung im Umbruch
Führten auch zur geistigen Rückwendung zum
Mittelalter jener geistig völlig dunklen Epoche
Im 19. Jahrhundert neben der Industrialisierung

Die Romantik ergriff noch alle Kunstgattungen
Was heutige Bewegungen selten noch gelingt
Warum die Schwärmer der Romantik auch auf
Offene Ohren bei vielen zarten Gemütern treffen

Diese bezog sich gern auch auf den früheren
Sturm und Drang in der Dichtung von dem sich
Aber dessen Protagonisten Goethe und Schiller
Längst weit entfernt hatten nach vielen Opfern

Der Werther eine Jugendsünde mit zu vielen
Tödlichen Folgen war für Goethe Therapie
Um abzuschließen und frei zu sein für dann
Irgendwann Weimar und den Geheimen Rat

Der spät geadelte Schiller lavierte etwas bei
Interpretation seiner Räuber zwischen mehr
Jugendsünde und politischer Haltung die er
Sich gut verheiratet nicht mehr leisten konnte

Aber das alles ist Geschichte wie das Buhlen
Der Romantiker mit Bettina Brentano der später
Arnim an der Spitze um den alten Geheimrat
Der sich zumindest die Buhlerei gefallen ließ

Warum sollte sich einem Humboldt oder Schlegel
Einer Brentano und damit Enkelin der eigenen
Jugendliebe gegenüber verschlossen einer geben
Der mehr für deutsche Aufklärung eigentlich wirkte

Verständnis habe ich für den älteren Goethe viel
Gerade nach eigener romantischer Liebe mit einer
Viel zu jungen Julia die so tragisch im Nichts endete
Wie es nur eine romantische Liebe überhaupt kann

Weil ich es verstehe und nachempfinde aber warne ich
Der romantische Geist ist einer der größten Gefahren
In einer Zeit des Umbruchs die zu gerne noch ihre
Moderne für romantische Ideen wieder verleugnet

Immer noch gibt es genug Menschen die einen
Rousseau in seiner engen Dogmatik als Helden
Der Freiheit feiern statt Diderot und Holbach was
Mehr Gefühl als Sachkenntnis nur offenbart

Nicht den Geist der Aufklärung halten wir hoch
Der uns Freiheit und Entwicklung zur Moderne
Erst ermöglichte mit all unserem Wissen was
Basis künftiger Freiheit aller Menschen ist

Lieber wird vom tiefenpsychologischen Bedürfnis
Nach höherer geistiger Bindung schwadroniert
So das sogenannte Spirituelle statt als Hokuspokus
Entlarvt noch durch Jungs Psychologie geadelt wird

Der Schleim des romantischen Geistes zog sich
Viel tiefer und weiter als vielen bewusst ist die
Meinen in östlicher Selbstfindung etwas neues
Auszuprobieren was erst die Moderne eröffnete

Zwar saßen die Romantiker vermutlich seltener
Im Yoga-Sitz beieinander und machten Kurse
In Power-Yoga um sich ihrer Pfunde zu entledigen
Aber indisch ließen sie sich zu gern beeinflussen

Alle rutschten sie mit auf diesem Schleim von
Schopenhauer bis Gustav Mahler der somit die
Wiener Moderne noch gleich anschließt im
Großen Gefühlsgedusel ohne allen Verstand

Natürlich immer mit großem Genie und etwa
Bei Mahler und Wagner auch echtem Können
Aber es ging ihnen die Vernunft völlig verloren
Wie der Bezug zu den Wurzeln der Philosophie

Nietzsche wollte diesen wiederherstellen noch
Was bei seinen wissenschaftlichen Wurzeln ja
Nahe lag und verlor sich dann doch über Macht
Wie neue Zweifel lieber im triebhaften Wahn nur

Ob den Professor für Griechisch in Zürich dabei
Die eigenen Gedanken in den Wahnsinn trieben
Oder der fehlende Mut zum kritischen Denken
Was Übermenschen erhoffen ließ bleibt unklar

Der Geist der Romantik findet sich auch in der
So gänzlich unromantisch wirkenden Idee des
Kommunismus die auch mit dem Genie spielt
Übertrug sich über diesen in die Moderne ganz

Nach der russischen Revolution prägte dieser
Immer noch romantische Geist eine Epoche
Von nur scheinbar rationalen Genies die bis
In die Gegenwart noch prägend wirkten

Endlich in der Postmoderne begann wieder
Die Diskussion über den Bedarf nach mehr
Vernunft und neuer Aufklärung als Gegenpol
Zur religiösem Wahn und sozialen Heilslehren

Warum kam noch keiner darauf vorher all die
Linken Bewegungen religiös nur zu nennen
In ihrer sektiererischen Moralität die eine
Große soziale Wahrheit allen verkündete

Wer einmal linke Diskussionen erlebte
Wird bis heute wissen wie wenig Vernunft
Aber um so mehr Ideologie hier vorherrscht
Alle Andersdenkenden in Schubladen steckt

Echte Verteidiger der Freiheit die konsequent
Dachten und sich gegen die Strömungen auch
Stellten um ihren Standpunkt zu verteidigen
Waren selten Konformität verkaufte sich besser

Zwar sollen Künstler aufmüpfig sein doch nur
Bis zu einem gewissen Grad der zugleich die
Identifikation möglichst großer Gruppen mit
Ihren netten Provokationen ermöglichte

Die dynamische Gruppenidentität als Heil
Ist auch ein Kind des romantischen Geistes
Der sich aufgeklärter Vernunft verweigerte
Wie der Nationalsozialismus wieder zeigte

Vom den Wandervögeln über den Mont Verita
Wuchsen die Bewegungen von Menschen die
Orientierung und Halt jenseits der Vernunft suchten
Miteinander zumindest auch sexuell neues probierten

Doch von Woodstock bis zur Love Parade läuft
Eine romantische Schleimspur die sich in der
Gruppenidentität der Cluburlauber auch findet
Deren Dynamik mehr von Masse als von Geist lebt

Die Negation der Vernunft in Konsequenz zeigt sich
Von Heidegger bis zu den moskaugläubigen Pariser
Existenzialisten denen Bewusstsein für Freiheit im
Schatten der Parteilichkeit völlig verloren ging

Erstaunlich ist wie sehr die Romantik und all ihre
Bewegungen infolge den Individualismus betonen
Den Einzelnen in den Mittelpunkt stellen um ihn
Nur besser in ihre Gruppe einzunorden als Objekt

Der unbestechlich freie Geist eines Kant wie der
Kritischen Denker der Aufklärung dagegen spricht
Von Pflicht und kategorischem Denken mit Vernunft
Statt von großen Gefühlen nur haltlos zu schwärmen

Nicht weiter verwunderlich galt dies eher spröde
An Kant und preußischer Pflicht als wenig attraktiv
Für all die Schwärmer mit sexuellen Träumen dazu
Die endlich zu sich als Mittelpunkt finden wollten

So hohl wie die meisten der Suchenden war
Das Ergebnis des Theaters dann auch in dem
Sich alles um Erkenntnis des Ego nur drehte
Was mehr für Lebensratgeber geistig taugte

Die Romantik beschäftigt sich gerne mit sich
Wendet den Kopf zurück ins Mittelalter um
Dabei von spiritueller Erfahrung zu raunen
Die verdecken soll wie leer es in ihr ist

Die Schwärmerei von Genies als Einzelne
Taugt wenig für eine Gesellschaft in der die
Prozesse vernünftig aufgeklärt besser zu
Organisieren wären als spontan triebhaft

Der Rechtsstaat ist ein Produkt der Aufklärung
Basis unserer Freiheit und damit kostbarste
Errungenschaft unserer Zeit und doch sehen
Immer mehr ihn als bloße tote Form noch an

Nicht würdigen können worauf Freiheit basiert
Aber sich und seine Gefühle für wichtiger halten
Als ein Funktionieren der Gemeinschaft ist der
Gefährlichste Sprengstoff der Romantik noch

Von diesem Geist nähren sich die Extremisten
An allen politischen Rändern mit ihren Heilslehren
Gegen ihn kämpft vernünftig in der Mitte noch
Die Aufklärung auf leider verlorenem Posten

Was nötig wäre um Menschen zu begeistern
Für das Glück ihrer realen Freiheit und damit
Zugleich den spirituellen Unsinn zu offenbaren
Den die Romantik mitbrachte wird wichtig sein

Wir leben in der freiesten aller Zeiten
Es geht uns so gut wie noch nie aber
Gejammert wird wie vorm Weltuntergang
Was manche Zweifel an Vernunft begründet

So gut ich Greta Thurnbergs Weg erst fand
An die Vernunft und das Klima zu mahnen
So sehr wird die Bewegung zum Kreuzzug
Der Kinder für den wahren Weg inzwischen

Auch diese Bewegung mit Heilsbringern
Hat trotz vernünftiger Ideen auch etwas
Zutiefst romantisches was Greta zur neuen
Johanna der Öko-Moderne längst machte

Ob die schwedische Heilige nun auch noch
Den Nobelpreis bekommt für was auch immer
Ist weniger wichtig als eine vernünftige Reaktion
Ohne zugleich agitatorische Verbrennung aller

Die Schülerbewegung war und ist wichtig um
Eine träge Politik ohne Verantwortung erstmal
In Bewegung zu bringen nun aber wird es die
Aufgabe der Politik sein das Problem zu lösen

Auch hier fehlt mir der vernünftige Umgang
Eine kritische Gesellschaft die sich nicht nur
Dem nächsten Hype begeistert anschließt
Sondern die Fragen nachhaltig reflektiert

Es braucht kein Genie und keinen Jesus
Der unser Klima rettet auch keine Johanna
Oder Greta sondern kollektive Verantwortung
Im Geiste des kategorischen Imperativs

Wir kennen die Regeln für ein besseres
Zusammenleben in der Zukunft aber wir
Ignorieren sie für wilde Gefühle die dann
Spontane Bewegungen in uns auslösen

Es ist auch mit Blick auf den Islam wie
Das absurde Erstarken von Religionen
In manchen Regionen der Welt Zeit für
Eine entschiedene Antiromantik heute

Nicht nur die Aufklärung verteidigen
Auch die Romantiker klar angreifen
Ihr Geschwätz zu offenbaren wie
Auf die Folgen ihrer Sicht hinweisen

Weil die Masse sich gewohnt träge
An alte Ideale hält wird es darum
Nötig sein alle untauglichen auch
Zu offenbaren und zu benennen

Natürlich mag es romantischer sein
Ohne Helm mit Wind in den Haaren
Durch die Gegend zu rasen dennoch
Hat sich die Vernunft heute durchgesetzt

Ähnlich muss es mit allen Bereichen gehen
In denen der romantische Geist noch modert
Mit seiner Schleimspur die Vernunft verkleistert
Unsere Freiheit immer wieder gefährdet

Bei all dieser überzeugten Antiromantik
Gilt es jedoch den höchsten Grundsatz
Der Aufklärung zu berücksichtigen wonach
Ein jeder sich selbst befreien muss

Wo die Masse in romantischem Wahn
Lieber spirituellen Heilslehren noch folgt
Statt kritisch zu denken wird es um den
Rechtsstaat als feste Vernunft gehen

Die Romantik ist eine Seuche die noch
Bis heute Menschen betäubt und sie
Ihre Freiheit als Bedingung des Glücks
Wie der Liebe gering schätzen lässt

Die Aufklärung wird sie nur siegreich
Bekämpfen können wenn Menschen
Wieder den Mut haben selbst zu denken
So bleibt unserer Wahlspruch sapere aude

jens tuengerthal 14.5.2019

Gleichgewichtskunst

Gefühle wie Liebe und Trauer
Sind vielen am wichtigsten bei
Der Frage was Leben ausmacht
Woher Glück oder Unglück kommen

Kann eine Philosophie der Lebenskunst
Zu Gefühlen überhaupt etwas sagen
Sind sie der Vernunft je zugänglich
Oder wenn dann schon nicht mehr

Genügt eine vernünftige Philosophie
Den ganzen Menschen zu beschreiben
Der doch viel mehr irrational stets ist
In seinen Träumen Ängsten Plänen

Philosophie kann nur ein Sollen als
Weg zu vernünftiger Zufriedenheit
Beschreiben aber nie das Wollen
Konkret bestimmen scheint es

Nur Gefühl oder nur Verstand sind
Immer im Ungleichgewicht weil beides
Erst vollständig uns macht als Mensch
Warum balancieren die Kunst wohl ist

Beim Verstand hilft uns die Philosophie
Vernünftige Wege für uns zu finden um
Zwischen Sollen und Wollen möglichst
Glücklich unser Leben zu führen noch

Kann nun die Vernunft alleine Gefühl
Beschränken oder ergänzt sie es auch
Indem sie im Gleichgewicht glücklich macht
Selbst ein dauerhafteres Gefühl auslöst

Eine Philosophie der Liebe dagegen
Scheitert an der Unvernunft ihres
Gegenstandes logisch immer aber
Ihre Gedanken helfen zu verstehen

Verständnis stärkt unsere Vernunft
Wo diese herrscht relativiert sich
Die Diktatur irrationaler Gefühle
Gegen freiheitliche Demokratie

Die Liebe wiederum kann logisch
Auf Dauer nur in Freiheit leben
Was vernünftigen Entschluss fordert
Der ihr meist vollkommen fehlt

Wer das Gefühl romantisch allein
Als ungeplante Wallung erlebt wird
Nie wirklich lieben können weil bloß
Opfer fremder Bestimmung nie frei

Die meisten Menschen aber lieben
So romantisch wie abergläubisch
Zugleich und wundern sich über
Das Scheitern dabei immer wieder

In dieser Hinsicht ähnelt der Glaube
Dem Gefühl doch sehr was sich aus
Fremder Bestimmung allein erlebt
Die der Vernunft unzugänglich bleibt

Es ist vielleicht die große Aufgabe
Der Lebenskunst Wege zu zeigen
Die von Fremdbestimmung befreit
Uns zu authentischem Gefühl führen

Was authentisch ist wenn nicht auch
Ausgeglichen in sich ruhend bleibt
Sicher eine Frage des Gefühls die
An dieser Stelle logisch offen bleibt

Glücklich zumindest macht mich mehr
Gleichgewicht mit Dominanz der Vernunft
Solange Gefühl auch schmerzhaft ist
Was ruhige Gelassenheit mir schenkt

So trägt das Verständnis der Lebenskunst
Als Philosophie zum Gleichgewicht wieder
Bei wenn zu viel Gefühl mich unfrei sein ließ
Was blind für Lebens Schönheiten machte

Ob es so gelingen kann das Gefühl
Wieder zu beherrschen um frei zu sein
Ist unklar zumindest beherrscht dieses
Nicht mehr ganz alleine mich

Ein solches mehr an Freiheit ist ein
Schritt zum philosophischen Gleichgewicht
Was als wohl höchste Lebenskunst
Das Leben immer glücklicher macht

Vielleicht geht es im Leben überhaupt
Künftig weniger um schlichte Herrschaft
Als ruhige Ausgeglichenheit miteinander
Im Gleichgewicht das alle glücklich macht

Dann wäre eine Philosophie der
Lebenskunst die Gleichgewicht schafft
Nahe am Weg zum ewigen Frieden als
Auch kantsches Ideal der Aufklärung

Gefühle wie Liebe und Hass als bloß
Unbeherrschbar zu betrachten macht
Unfrei sie dagegen in einen Rahmen
Der Vernunft zu stellen sehr zufrieden

So lasse ich der Leidenschaft auch in
Schönster Form der Liebe gern Raum
In mir und überhaupt solang sich dies
Im Gleichgewicht noch stets befindet

jens tuengerthal 14.5.2019

Lebenskunstweg

Welchen Weg weist uns die Lebenskunst
Als Philosophie im Alltag taugt sie dort
Oder wird sie dann zum nur Ratgeber
In Lebensfragen ohne Anspruch

Wanderte heute bei schönster Sonne
Vom Helmholtzplatz zur Stralau um
Dort im milden Rosa des Abends
Befreiung von der Verzweiflung zu finden

Das Vorhaben ist ganz pragmatisch
Geglückt weil die Schönheit der Natur
Vieles was uns riesig scheint relativiert
Genuss dieses Glücks kompensiert

Die Liebe etwa oder der Tod die uns
Mehr beschäftigen in unserem Alltag
Als es die beste Philosophie könnte
Sind von Gefühl statt Vernunft geprägt

Wenn das Laufen in schöner Natur hilft
Mit dem übermächtigen Gefühl besser
Klarzukommen und also glücklicher zu sein
Ist es wohl eine Form der Lebenskunst

Fraglich ob diese pragmatische Lösung
Eine philosophische noch sein kann
Oder eher auf Ratgeberniveau stets ist
Sich ein Prinzip daraus ableiten lässt

Was hilft und heilt ist erstmal gut aber
Ob es auch vernünftig ist bleibt fraglich
Bewegung verändert den Horizont stets
Kann damit zu neuen Lösungen führen

Große Gefühle sind nie vernünftig
Nur menschlich und also natürlich
Wo Freude an Schönheit der Natur
Anderes relativiert wirkt sie vernünftig

Gefühle sind trotz allem Bemühen
Der Vernunft unzugänglich und wenn
Sind sie nicht mehr groß zu nennen
Was in ihrer Natur zu liegen scheint

Wo Beschäftigung mit dem Gefühl
Keine Lösung bietet ist Ablenkung
Wie eben durch wunderbare Natur
Als Weg zurück zur Vernunft gut so

Insofern unser Wesen beide Teile
Vernunft und Gefühl immer enthält
Hilft eine Ablenkung die wieder der
Vernunft Raum gibt der Philosophie

Was nicht lösbar ist zu verdrängen
Um weniger verzweifelt neue Wege
Zur Vernunft zu finden ist zumindest
Pragmatisch eine taugliche Lösung

Das natürliche Gleichgewicht in uns
So wiederherzustellen ist ein Weg
Der zur Philosophie endlich führt
Die es also als Lebenskunst erklärt

Bis zur Böse Buben Bar gelaufen
Dort bei der Pfeife geschrieben
Was hier nun zu lesen ist schließt den
Kreis vom Wandern zur Philosophie

jens tuengerthal 13.5.2019

Montag, 13. Mai 2019

Lebensgut

Was ist gutes Leben
Wann ist es das jemals
Ist es schon an sich ein
Gut weil es eben ist

Leben ist uns das höchste Gut
Der Staat schützt es und bestraft
Taten gegen das Rechtsgut hoch
Sofern nicht nebenbei gestorben

Ist der Wert dieses Gutes damit
Vom Vorsatz des Umgangs nur
Abhängig statt an sich zu sein wie
Sogar manchen schon ungeboren

Lebensschützer aber sind eher
Reaktionäre Menschen mit der
Tendenz zur Fremdbestimmung
Was Leben wertlos schnell macht

Wirklich gut scheint uns dagegen
Ein freies Leben das selbstbestimmt
Entscheidet was ein kostbares Gut ist
Ohne es für andere wissen zu wollen

Wer hat es am Ende gut gehabt
Beim Überleben im nicht immer
Guten aber doch erträglichen Leben
Als Flaneur des zufälligen Glücks

Viele Fragen mit wenigen Antworten
Gut war vieles in meinem Leben bisher
Ob es am Ende ein Gutes war scheint
Weniger am Gut als an Haltung zu liegen

Glücklich nennt sich wer zufrieden ist
Mit dem was ist während unzufrieden
Bis zur Verzweiflung wer eben nicht
Was nicht an den Umständen liegt

Das gleiche Gut können zwei Menschen
Sogar wenn sie sich zu lieben meinen
Völlig unterschiedlich wahrnehmen weil
Die Haltung zum Leben sich unterscheidet

Möchte ich es gut gehabt haben muss ich
Was war würdigen können um mich an dem
Was ist zu freuen was manchmal praktisch
Verflucht schwieriger erscheint als alles

Genieße gerne gelassen alles was gut ist
Alleine eine ganz leichte Übung noch nur
Beim geteilten Glück wird es schwieriger
Weil es nicht mehr allein an mir hängt

All dies spricht dafür Gelassenheit unbedingt
Für sich zu suchen und nicht an die Launen
Anderer noch zu hängen wie es die Stoa lehrte
Auch Epikur nach der Lust suchend empfahl

Der Garten der Lüste des Epikur scheint ein
Guter Ort das Glück miteinander zu finden
Mit mehr Zurückhaltung als Aktion kommt es
Eher von sich aus als irgend gezwungen je

Bescheidenheit war ein hohes Gut auch
Der Epikuräer die sich lieber kleineren
Lüsten hingaben um darin das große Glück
Anhaltender Befriedigung zu finden

Übe mich täglich neu in Gelassenheit
Die von Leidenschaft gern verdrängt
Zufriedenheit mit sich alleine findet
Was in der Liebe eher theoretisch bleibt

Ob mein Leben gut war sollte ich wohl
An gelesenen Büchern mehr messen
Als an geliebten Frauen die mich noch
Häufiger unglücklich zu lange machten

Genug waren es schon nach der ersten
Drei macht den Lehrling fünf den Gesellen
Sieben hatte wohl der Meister alles jenseits
Sollte nur noch ein Schweigen wohl sein

Weiß es genau will nur glücklich sein
Dennoch hindert mich die alte Illusion
Namens Liebe immer wieder daran ein
Vernünftig glückliches Leben zu führen

Ob höchstes Lebensgut also wäre die
Ataraxia zu finden oder die große Liebe
Welche keiner Realität vernünftig standhält
Scheint mir philosophisch nicht fraglich

Als Liebhaber dagegen ist es unvorstellbar
Ohne meine große Liebe weiter zu leben
Was ich dennoch täglich erfolgreich tue
Obwohl ich es schon lang nicht mehr will

Die Vernunft sehnt sich nach Gelassenheit
Ohne hysterische Weiber die ihre Zweifel
Als Vorwurf zu gerne auf dich projizieren
Was Epikur Ataraxia nannte ohne Seele

Zwischen lebensmüde und vernünftig
Liegt manchmal nur ein Atemzug der
Das kostbare Lebensgut zu nichts machte
Was zum Glück nur nicht so einfach ist

Das hohe Gut wird uns zur Last wenn
Verzweiflung und Verlust größer sind
Als alles was noch in Aussicht steht
Was also immer logisch Unsinn bleibt

Es gibt immer ein besseres morgen
Wenn wir es so wollen und wo nicht
Endet alles von ganz alleine was
Logisch keiner Aufregung noch wert

jens tuengerthal 13.5.2019

Überlebenskunst

Himmelhoch jauchzend wie zu Tode betrübt
Überlebe ich nahe dem Abgrund Irgendwie
Nach allen Seiten schwankend doch ohne
Sichere Aussicht noch irgend dabei

Ob überleben schon Kunst genug ist
Oder nur irgendwie alternativlos noch
Weil nichts auch nur nicht mehr wäre
Wird zur existentiellen Frage dabei

Im verwaltet vermessenen Leben fällt
Heraus wer jenseits der Normen liegt
Mogelt sich nur irgendwie noch durch
Bis er vor sich noch abrechnen muss

Was wurde neben dem Überleben noch
Erreicht ist der also messbare Erfolg der
Existenz die berechenbar sein muss um
Rentenansprüche auszahlen zu können

Habe geliebt was ja bloß ein Gefühl ist
Von dem in der Abrechnung nichts bleibt
Für die Lust gelebt und Befriedigung wohl
Mehr als einer phasenweise geschenkt

All das zählt so wenig wie die Verse
Die voller Gefühl ich verschenkte an
Verlorene Geliebte die also auch kein
Messbarer Mehrwert wohl mehr sind

Versicherungstechnisch bin ich eine
Bloße Null mit nicht messbarer Leistung
Von der nichts blieb als verwehte Gefühle
Bleibe also unberechenbar ohne Mehrwert

Wo nichts messbares irgend blieb als
Die Verzweiflung am normierten Leben
Verschwindet es sich leicht im Nichts
Zu bleiben wäre dann Überlebenskunst

jens tuengerthal 13.5.2019

Lebenskunst

Was ist die hohe Lebenskunst
Erfordert sie besonders Talent
Liegt sie schon in unserer Natur
Müssen wir sie mühsam lernen

Ihr Ziel erreicht die Lebenskunst
Wo wir vollkommen glücklich leben
Doch was ist der Maßstab dafür
Gibt es überhaupt einen für alle

Kommt es um glücklich zu sein
Auf Glück an oder gerade nicht
Weil es eine Entscheidung ist
Die wir mit Haltung bestimmen

Was ich lange für mein Glück hielt
Kam völlig unerwartet über mich
Verschwand genauso auch wieder
Machte also nicht dauerhaft glücklich

Die Liebe von der ich gerade sprach
Ist vielen der Maßstab ihres Glücks
Dabei völlig irrational unberechenbar
Schenkt sie Euphorie wie Zweifel

Mäßen wir die Zeiten davon jemals
Überwöge vermutlich das Leid meist
Was große Gefühle vergessen lassen
Unfreiheit uns sogar wählen lassen

Liebe lebt vom Traum von Sicherheit
Den sie als nur Gefühl nie bieten kann
Geteilt stürzt sie uns vielmehr in große
Zweifel Abhängigkeit und Unsicherheit

Als philosophische Lebenskunst taugt
Die Liebe mit ihren vielen wohl ewig
Unverständlichen Gründen nur wenig
Es bräuchte etwas was wir verstehen

Ein gutes Leben zu führen mit Büchern
Als immer verlässlichen Liebsten wäre
Mit Sicherheit viel vernünftiger für uns
Um dauerhaft glücklich zufrieden zu sein

Dennoch streben die meisten Menschen
Eigentlich unvernünftig danach ihr Glück
In einem nur Gefühl auf Dauer zu finden
Was sie in der Ehe staatlich organisieren

Die formale Pflicht aber sich zu lieben
Schließt die Freiheit des Gefühls aus
Zerstört also die Grundlage dessen
Was die Ehe eigentlich sichern soll

Dieses völlig unvernünftige Verhalten
Als Maßstab für dauerhaftes Glück
Scheint in jeder Hinsicht untauglich
Da scheint Gefühl stärker als Vernunft

Ein Maßstab für die Lebenskunst
Müsste ein glückliches Leben uns
Auf Dauer und unabhängig ermöglichen
Was für Vernunft und Philosophie spricht

Solch einen könnte ich mir denken
Mit Büchern Philosophie und Tee
Gelegentlich einem schönen Wein
Ohne große Aufregungen dabei

Dann fehlte zwar die Leidenschaft
Aber kommt es auf die noch an
Wenn sie uns mehr leiden lässt
Als glücklich zufrieden zu leben

Die Vernunft trifft eine Entscheidung
Für dauerhaftes unabhängiges Glück
Was Zufriedenheit in sich auch findet
Doch bleibt das Gefühl ihr auch treu

Wie leicht und schnell geben wir uns
Dem Traum vom Glück in der Liebe hin
Ohne alle Sicherheit und Vernunft dabei
Was wir dort so nennen schadet eher

Will nicht mehr an Leidenschaft leiden
Entscheide mich darum für den Rückzug
Was so lange gut geht bis die Lust sich
Alle Vernunft verdrängend ausbreitet

In diesem Konflikt lebt die Menschheit
Seit sie über Lebenskunst nachdenkt
Noch suche ich eine gute Lösung aber
Erfahrung lehrt die Hoffnung ist gering

Vielleicht macht genau das dazwischen
Balancieren die hohe Lebenskunst aus
Versuche es ohne große Gefühle nun
Bin gespannt ob ich vernünftig bleibe

Weiß aber auch wenn es Dauer hat
Bin ich ohne Leidenschaft nur halb
Auch wenn die Liebe mich umbringt
Möchte ich gerne wieder ganz sein

Balanciere weiter nahe am Abgrund
Auch wenn vernünftig alles gut ist
Wird die Lebenskunst eine Übung
Ein Leben lang oder kurz zu üben

Darüber weiter nachzudenken wird
Den Weg zeigen ohne zu wissen
Wohin es am Ende gehen soll als
Möglichst glücklich zu überleben

Wenn vernünftig alles gut ist
Sollte sich dies nach der Natur
Als das Bessere wohl durchsetzen
Wäre alles einfach und logisch

Wo der richtige Weg klar erscheint
Wird sich der Rest schon fügen um
Dauerhaft glücklich zu bleiben in dem
Leben ohne Leidenschaften künftig

Beruhigend ist am Ende nur wieder
Dass Gefühl alle Beschlüsse umwirft
Wenn es ungefragt wieder auftaucht
Warum alle Pläne nur Theorie bleiben

Die Frage bleibt also weiter was nun
Lebenskunst sein kann wo wir uns
Nicht mal auf unsere Vernunft noch
Auf Dauer wirklich verlassen können

jens tuengerthal 12.5.2019

Sonntag, 12. Mai 2019

Nichtslust

Nichts unternehmen
Die große Freiheit aller
Bücherfreunde stets

Lesen und Denken
Ohne etwas zu müssen
Beschäftigt genug

Welten öffnen sich
Ihren Lesern in Büchern
Schon seitenweise

Reisen wird ersetzt
Lieber umblättern anstatt
Weitet Horizont

Wie viele Menschen
Hetzen im Freizeitstreß weiter
Schaden ohne Ruh

Voller Vorfreude
Ruhige Tage genießen
Genügt im Leben

Lustvoll auch das Nichts
Erleben lernen ist Kunst
Glücklichen Lebens

jens tuengerthal 12.5.2019

Freudengrund

Braucht Lebensfreude
Reale Gründe jemals
Oder genügt sie

Was bräuchte es mehr
Als genießen zu können
Glücklich zu bleiben

Leben ist was ist
Glück was wir daraus machen
Gründe genug mir

jens tuengerthal 12.5.2019

Sonntagssonne

Wenn Sonntags die Sonne scheint
Alle Sinne mit ihrem Licht verwöhnt
Scheint die Welt noch viel schöner
Als sie doch in Wirklichkeit ist

Was aber ist noch die Wirklichkeit
Wo alles um uns frühlingshaft strahlt
Wird ein sonniger Sonntag ganz real
Zum gelebten Glück des Augenblicks

Kann in der Sonne bald wandern um
An ihrem Untergang mich später noch
Draußen wieder zu freuen weil alles
Schön scheint wenn die Sonne scheint

Leben ist einfach immer so schön
Wie wir es vor uns liegen sehen
Dann kommt es nur darauf an
Auch zu genießen was halt ist

Vielleicht ist die Wirklichkeit ganz
Anders und schrecklich aber was
Geht es mich so zufrieden noch an
Wenn was scheint glücklich macht

Wir wissen nicht was morgen kommt
Aber wir können heute genießen als
Wäre es der allerletzte Tag für uns
Dann haben wir es stets gut gehabt

jens tuengerthal 12.5.2019

Muttermal

An die Mutter mal im Mai denken
Ist so wenig wert dass wir besser
Gleich darauf verzichteten sagte
Meine Mutter davon genervt meist

Emanzipierte Mütter machen es so
Männern noch leichter sogar solch
Überkommene Formen lächelnd zu
Ignorieren weil unemanzipiert halt

Männer werden nie Mütter werden
Bekommen keinen Muttertag jemals
Haben peinlichen Vatertag anstatt
Der im Osten bloß Herren gedenkt

Dass es keinen von uns wohl gäbe
Hätten nicht Mütter ihr Leben riskiert
Wird dabei zu gerne noch ignoriert
Am eigentlich unseren Geburtstag

Ob die Nazis ihn wie so vieles noch
Missbrauchten und bigotte Amis ihn
Einst verlogen erfanden ist mir egal
Wenn ich mich am Dasein erfreue

Bin weil meine Mutter es wagte
Die auch wollte und sich bemühte
Mir bis heute eine gute Mutter zu sein
Was aus meiner Sicht auch gelang

Darum ist mir einfach völlig egal
Warum und wie Idioten es feiern
Oder es jemals emanzipiert war
Ehre einfach mein Glück damit

Gute Eltern zu haben ist nicht
Selbstverständlich daran denken
Um es zu würdigen tut einfach gut
Auch wenn Muttertag blöd ist

jens tuengerthal 12.5.2019

Wunderglück

Manchmal passieren Wunder
Auch wenn nichts passiert ist
Weißt du es fühlt sich so an
Als könnte es wirklich so sein

Zwei träumen von der Liebe
Die sie gerade enttäuschte
Dass sie allen Glauben verloren
Dann erscheint sie plötzlich

Keiner weiß was ist oder wird
Sein kann oder auch nie aber
Manche Gegenwart bezaubert
Genug wieder weiter zu träumen

Träumen zu können ist manchmal
Glück genug für den Augenblick
Sich einfach an ihn zu verlieren
Um sich auf Morgen zu freuen

jens tuengerthal 12.5.2019

Barerotik

Nichts ahnend kam ich in die Bar
Sie saß auf einem Hocker am Tresen
Wir sahen uns für Sekunden nur an
Als ich vorbei ging streiften wir uns

War es Absicht oder bloßer Zufall
Dass sie ihren Po an mich schob
Meine Hand ihre Rundung streifte
Weil sie gar nicht anders konnte

Es waren wieder nur Sekunden
Doch schien es mir eine Ewigkeit
In der meine Finger alles fühlten
Backenweise unterm engen Rock

Heiß durchliefen mich wilde Schauer
Spürte die Lust bis in die Schwanzspitze
Während sie ihren Po hin und herbewegte
Konnte das noch Zufall sein fragte ich mich

Kaum dachte ich darüber noch nach
War es schon wieder vorbei und ich ging
Weiter in den Raucherraum als wäre
Nichts passiert setze ich mich dort hin

Spürte die Folgen meiner Lust feucht
Noch in meiner Hose als Erinnerung
An den erotischen Moment der nur
Eine Illusion gewesen sein könnte

Wie real muss die Erotik sein um
Weiter zu wirken genügt dafür nur
Die Idee in einem Kopf oder ist wenn
Sie so deutlich wirkt schon mehr da

Wusste nicht was wirklich war
Ob sie das gleiche gespürt hat
Oder der Blick nur Illusion war
Aber kam es für die Lust darauf an

Hatte alles feuchtwarm gespürt
Also war es wohl auch wirklich
Zumindest für mich grübelte ich
Da ging die Tür auf und sie kam rein

Wieder sahen wir uns gefühlt ewig an
Real waren es nur wenige Sekunden
Sie lächelte mich vertraut an dachte ich
Oder war es nur eine nichtige Begrüßung

Es passierte nichts mehr und doch
War längst mehr passiert als konnte
Die Erotik viel größer als alles auch
Wenn sie allein meine Illusion war

Als sie ging blieb sie noch stehen
Wandte sich mir zu und wollte wohl
Etwas sagen aber es kam nichts
Manchmal gibt es keine Worte mehr

jens tuengerthal 12.52019

Samstag, 11. Mai 2019

Erotick

Erotik ist bloß
Das Gefühl einer Spannung
Manchmal schon genug

Getragen von
Hoffnung auf Befriedigung
Beherrscht sie alles

Wird zum reinen Tick
Ohne alle Gefühle
Besser als keine

jens tuengerthal 11.5.2019

Kulturvergessen

Die bürgerliche Kultur lebt
Von der Erinnerung an ihre
Sitten und Gebräuche bei
Nachfolgenden Generationen

Auch Staaten haben eine Kultur der
Erinnerung mit der Zeit entwickelt
In der würdig gedacht der unkultiviert
Sich  darüber noch empört wird

Radikale an den Rändern vergessen
Gern vieles um ihren Bereich dafür
Um so intensiver noch zu erinnern
Wird die Mitte im Lärm vergessen

Deutschland hatte nach dem Krieg
Sich erstmal im Vergessen geübt
Auch um Feinde zu Partnern dann
Schneller werden zu lassen

Vergessen der Erbfeindschaft half
Die Freundschaft mit Frankreich erst
Aufbauen die Europas Herz wurde
Hat also historisch gutes bewirkt

Rechtsradikale fordern dagegen ein
Vergessen der Schuld am Holocaust
Für nachgeborene mäßig gebildete
Ossis zumindest gern lautstark auch

Dafür wollen die gleichen um so lauter
An die Opfer von Dresden erinnern
Die Alliierten zu Verbrechern machen
Was in Sachsen ja länger Politik war

Die Balance zwischen guter Erinnerung
Nötigem Vergessen und dem Mißbrauch
Des Vergessens zur Verdrängung der
Historischen Schuld scheint sehr schwer

Immer wieder stolpern Repräsentanten
Über die sich wandelnde korrekte Form
Der Erinnerung in Verantwortung während
Andere an diesen Orten gern provozieren

Wäre es da um künftige Peinlichkeiten zu
Vermeiden nicht besser zu vergessen was
Einige schon lange nicht mehr wissen oder
Ist dies Wissen als Teil unserer Identität nötig

Ob Deutschland im Schatten des Kalten Krieges
Eher zu alter Größe fand wenn auch geteilt noch
Als seiner historischen Verantwortung gemäß ist
Weniger offensichtlich wohl als lange geglaubt

Die von Churchill nach 45 ganz richtig erkannte
Notwendigkeit des Vergessens wie der Verzeihung
Um die Geschichte nicht mit neuem Versailler-Vertrag
Nur zu wiederholen ist ein Grundstein heutigen Europas

Deutschland wurde für sein deutliches mea culpa
Wieder in den Kreis der Guten aufgenommen was
Alle miteinander viele Jahre nur stärkte eine neue
Gemeinsame Identität langsam schuf im Westen

Im Osten aber fehlt diese gewachsene Identität
In der sich Verzeihung und Verantwortung auf
Preußisch bescheidene Art vorbildlich mischten
Sie verloren stattdessen die alten Ideale zuvor

Die Identität aus konstruktiver Verantwortung
Welche uns für ein mea culpa mitspielen ließ
Wuchs im Westen über 70 Jahre bis heute
Während der Osten seine Alte völlig verlor

Was auch die unsinige Hymnen-Diskussion
Um den schlechten Brecht wieder erklärt
Sie kamen eben immer noch häufig nie an
Was aber neue Lieder nicht ändern

Sollten wir gegenüber den Tätern der DDR
So großzügig vergessen auch wie wir es
Gegenüber manchen des NS-Staates taten
Woran sollen sich Bürger noch binden

Wichtiger noch scheint mir inzwischen
Das völlige Fehlen einer bürgerlichen Kultur
Die proletarische Ideale im Osten zerstörten
Außer sie überlebte in oppositionellen Nischen

Braucht es einer gewachsenen und also
Traditionellen bürgerlichen Kultur um
Aus ihr historische Verantwortung als
Chance für die Zukunft zu entwickeln

Es gibt in bürgerlichen Familien viele
Oft unausgesprochene Gewohnheiten
Die eine Kultur erst ausmachen aber
Kaum irgendwo nachzulesen noch sind

Es gab einmal den berühmten Knigge
Mit dem der Freiherr von Knigge den
Bürgern Freiheit bei Hofe ermöglichte
Höflichkeit als Chance zum Aufstieg

Heute gab es das Buch Manieren in dem
Indem ein äthiopischer Prinz und Nachfahre
Kaiser Haile Selassies uns den Spiegel als
Kulturerinnerung noch einmal wohl vorhält

Doch die Wege zur hohen Kultur die ein Land
Prägen und als Vorbild fungieren sind lang
Wie litt darunter auch etwa Angela Merkel
Über die Kohl noch biografisch lästerte

Zwar versuchte dieser die Veröffentlichung
Um der Peinlichkeit wegen zu verhindern
Doch wussten alle die beides kannten wie
Recht der oft peinliche Pfälzer hatte

Wie viele Ossis kannten in Kitas erzogen
Keine alten Tischsitten mehr wussten kaum
Wie Besteck zu halten oder sich an einer
Tafel zumindest korrekt zu benehmen wäre

Diese oft Peinlichkeit verschloss ihnen Kreise
Auch ich habe solches noch selbst erlebt bei
Liebsten aus der Mitte Deutschlands denen
Die bürgerliche Kultur innerlich fremd war

Es ging mit den Tischsitten auch ein Stück
Bürgerlicher Kultur verloren dachte ich den
Seine Mutter als Kind so oft damit nervte
Dass sie mir einfach ins Blut übergingen

Ist dieses Vergessen nun ein Gutes was
Uns freier und gleicher machen könnte
Weil es Klassenzugehörigkeit aufhebt
Oder geht uns wichtige Kultur verloren

Seltsam schauen mich junge Damen an
Wenn ich aufstehe wenn sie kommen
Oder es zumindest andeute noch oder
Ihnen Türen aufhalte und anderes mehr

Altertümliche Sitten der Verehrung einer
Dame mit denen ich noch groß wurde
Von Großmüttern auch geprägt die noch
Fast dem vorigen Jahrhundert entstammten

Können wir diese alter Kultur heute getrost
Vergessen da nun formal gleichberechtigt
Es keines Ehrenkultes mehr um die Dame
Bedarf und diese damit gestorben ist

Werde diesen Teil der Kultur weiter pflegen
Weil die Gegenwart einer Dame zu schön ist
Als dass ich der Egalität wegen darauf verzichtete
Ohne zu wissen ob ich das vergessen kann

Wie sehr ist unsere Geschichte und der Umgang
Mit ihr Teil unserer gewachsenen Identität schon
Kennzeichnet es eine Klasse oder Gruppe die
Damit ihren Zusammenhalt auch definiert

Die Erinnerung an und die Verantwortung für
Den Holocaust ist für mich Teil meiner über
Ein Leben gewachsenen bürgerlichen Identität
Sie zu vergessen schnitte ein Stück von mir ab

Diese Identität hat unser Land historisch stark
Wie im Kreis der Guten akzeptiert sein lassen
Wer sie verspielt riskiert also sehr viel auch
Wenn es wenigen klar zu sein scheint bis jetzt

Wie schaffe ich es das Ideal bürgerlicher Kultur
Mit seinen Werten wieder selbstverständlich
Für breite Schichten zu machen die sich nun
An schmuddelige Ränder noch flüchten

Was könnte überhaupt dauerhaft im Osten
Wieder eine bürgerliche Kultur wachsen lassen
Die nicht aufgesetzt oder eingepflanzt wirkt
Was ging dort alles vierzig Jahre verloren

Vergessen ist der Anfang vom Ende der Kultur
Kann aber auch der Anfang neuer schon sein
Wenn wir die alte besser vergessen sollten
Wohin es in Zukunft geht scheint noch offen

jens tuengerthal 11.5.2019