Montag, 1. Juni 2026

Erwartungslos

Erwartungslos

Erwartungslos im Leben zu sein
Klingt erstmal traurig depressiv
Manche vermuten Enttäuschung
Was dann als traurig gleich gilt

Dabei ist erwartungslos glücklich
Der sicher schönste Zustand der
Alles übertreffen kann ohne dafür
Vorher zu konkurrieren noch

Erwartungen sind in der Liebe wie
Im Leben nur dazu da enttäuscht
Zu werden statt zu erfüllen was 
Mit ihnen sich erhofft noch wurde 

Manche erzählen von den alle
Erwartungen übertreffenden
Erlebnissen sie leiden vermutlich
An einem Mangel an Phantasie

Weil natürlich nichts vollkommen ist
Alles nach seiner Natur Fehler hat
Kann Erwartung nur enttäuschten 
Ohne dagegen alles erfreuen

Wer erwartungslos ist kann alles
Erreichen und wird damit glücklich
Sein können ohne Enttäuschung
Über unerfüllte Erwartungen

Was in der Liebe und der Lust ganz
Einleuchtend logisch funktioniert
Gilt für alle Bereiche des Lebens 
Erwartungslos macht leichter glücklich

In diesem Sinne bin ich auch gerne
Völlig erwartungslos um dafür mehr
Genießen zu können was gerade ist
Was lustvoll vernünftig mir scheint

Erwartungslos zu sein gibt dem Leben
Die Chance glücklich zu werden mit
Dem was gerade ist statt mit sicher 
Enttäuschten Erwartungen frustriert 

Erwarte nichts mehr vom Leben
Aber nicht damit es überraschend
Schön werden kann dialektisch
Sondern um zu genießen was ist

jens tuengerthal 1.6.26

Liebesberechnung

Liebesberechnung

Liebe ist nie berechenbar
Sie verhält sich konträr zu
Allen sonstigen Dingen die
Menschen gerne horten 
Verdoppelt sich geteilt und
Wächst exponentiell noch
Auf Entfernung weiter wie
Liebende intensiv spüren 
Nähe und Distanz haben
Eine andere Bedeutung
Als Natur es nahe legt 
Aufeinander kleben lässt
Nähe schnell zuviel werden
Entfernung erhöht Sehnsucht
Verstärkt damit Liebe die
Ständige Nähe erledigt
Was schlichte Dialektik
Der Liebe auf dem Markt
Großer Gefühle nur ist
Schafft eigene Wunder
Die sich besonders dann
Miteinander anfühlen
So schafft sie was alle
Menschen seit Millionen von
Jahren nach der Natur schon
Miteinander erlebt haben
Neu und besonders dabei
Voller Zärtlichkeit spannend
Erscheinen zu lassen ohne
Sich erklären zu müssen weil
Sie einfach ist was sie ist
Denke ich an die Liebe und bin
Überraschend glücklich mit
Diesem unberechenbaren
Wunder der Liebe in uns
Wenn und wo es sich zeigt
Was jenseits aller Erwartung
Zeigt auch in der Liebe geht
Manche Rechnung auf

jens tuengerthal 1.6.26

Liebesteilung

Liebesteilung 

Liebe ist schon der emotionale
Super GAU auch wenn schlimmer
Immer geht schafft die Liebe einen
Emotionalen Ausnahmezustand

Der durch nichts übertroffen wird
Nur in der Liebe gibt es noch eine
Steigerung die über allem liegt
Was Worte beschreiben können

Dies ist die glücklich geteilte Liebe
Eine zugegeben seltene Ausnahme 
Meist wird nur geliebt um auch
Geliebt zu werden als Deal der

Keine Liebe mehr ist sondern 
Ein billiger Kuhhandel nur 
Wenn du mich liebst dann 
Lieb ich dich dafür auch

Daraus entstehen Beziehungen
Die wie ein Geschäft sind das auf
Gegenseitigkeit beruht also zum
Fortbestand Bedingungen stellt

Liebe aber ist wenn sie ist
Bedingungslos also ohne jede
Erwartung die eher schon vom
Sicheren Ende der Liebe erzählt

Wo dies sich geteilt noch findet
Auch unter schwersten Bedingungen
Alles füreinander tut und sich auch
Bedingungslos dabei verteidigt

Die Liebe nicht zum Geschäft 
Machen sondern sie leben lassen
Im GIück sie zu genießen ist sie
Das größte vorstellbare Wunder 

Dazu kommt noch dass Teilung 
Etwas nach der Mathematik wie 
In der Natur um den Faktor verringert 
Durch den etwas geteilt wird

Wenn ich einen Kuchen aufteile
Bekommt jeder ein Stück vom
Ganzen das soviel kleiner ist wie 
Jeweils geteilt wurde ½ ¼ ⅛ 1/16

In der Liebe aber verdoppelt sich
Was geteilt wird noch um ein
Exponentielles Vielfaches was aber
Nicht berechenbar dafür fühlbar ist

So ist die Liebe nicht berechenbar
Aber wird geteilt verdoppelt und mehr
Was wir einfach zusammen darin eins 
Damit glücklich genießen können

jens tuengerthal 1.6.26

Sonntag, 31. Mai 2026

Sportsbarfußball

Sportsbarfußball

Heute mal Deutschland Finnland
Bei Herti in der Sportspar in der
Milastraße mit viel Gerede vorab 
Wird hier vielfach alles gezeigt

Am Anfang stehen die Hymnen 
Bei beiden singen die jeweils
Spieler alle in vielen Hautfarben
Was ein guter Anfang schon ist

Zumindest für jene die wie ich
Wenig Ahnung von Fußball haben
Hier Stimmung nur kommentiert
Deutschland hat Anstoß nun

In Ruhe zaubert sich die deutsche
Mannschaft nun nach vorne und
Bekommt die ersten Ecken die aber
Erstmal gar nichts einbringen 

Dann nach schönem Dribbling 
Erster Torschuss in der 7. Minute
Der zur Ecke abgewehrt aber der
Druck auf Finnland bleibt bestehen

In der 20. Minute mal wieder ein
Torschuss von Wirtz ohne Gefahr
Der schnelle Druck hat abgenommen
Jetzt kicken sie ein wenig hin und her

Nun erstmals ein Versuch der Finnen
Der weit vorbeigeht die Gäste hier
Alle eher ältere Semester dann ein
Schneller deutscher Sturm ohne

Folgen und Neuer redet auf der
Tribüne mit irgendwem dann ein
Angriff der Finnen der zur Ecke
Für diese führt die nichts ergibt

Die erste halbe Stunde ohne ganz
Große Chancen plätschert es nun
Dann ein schöner deutscher Angriff 
Die Ecke führt zum 1:0 durch Undav

Die Deutschen stürmen weiter
Wieder eine Chance die vorbei geht
Freistoß für Deutschland vorm 16er
Aus dem aber leider nichts wird

Es bleibt bei 1:0 für Deutschland
Zur Pause wo über das Spiel schon
Prophetisch wie üblich geredet wird 
Dann geht es weiter mit Anstoß

Diesmal Finnland die nach hinten
Zuerst spielen dann in der 48. Minute
Schießt Florian Wirtz das 2:0 aus 
Dem Spiel nach eleganter Flanke

Eine Ecke der Finnen verhallt
Spurlos nach Fernschuss im Aus 
Nach einem Sturm der Finnen im
Konter fällt das 3:0 wieder durch

Deniz Undav der danach durch
Beier ersetzt werden muss nach 
Verletzung und weiter stürmt das
Deutsche Team und will mehr

Es kommt schon das 4:0 durch
Musiala der elegant schnell trifft 
Nun wieder eine Ecke für das
Deutsche Team ohne Folgen

Die Finnen bekommen einen 
Freistoß an der Strafraumgrenze
Geht abgefälscht vorbei also Ecke 
Die erstmal folgenlos bleibt

Nun wird gewechselt zwei Spieler
Auf beiden Seiten noch eine schöne
Chance von Musiala der dann bei
Der nächsten Aktion einen drauf kriegt

Aber schnell wieder steht und weiter
Geht das Spiel mit neuem Wechsel
Der groß bejubelt wird in Mainz weil
Er für Mainz 05 spielt zuhause ist 

Das Spiel endet dann trotz noch
Wunderbaren großen Chancen von 
Musiala mit 4:0 und alle sind zufrieden
Der Merlot war gut in der Sportsbar 

Herti sorgt wie immer für Stimmung
Seine jungen Damen bedienen sehr
Höflich und der Laden ist bunt das
Jüngere Publikum saß draußen

Zum Fußball schauen ist es schön 
Viele große Bildschirme und die
Üblichen Gespräche deutscher
Fußballspezialisten aber entspannt

Ein netter Test vor der WM der noch
Nicht viel aussagt aber zumindest
Gute Laune und Potential zeigte
Auch kam Finnland nicht zu Chancen

Das zumindest spricht dafür meinen 
Die Spezialisten zu denen ich nicht
Gehöre dass die Abwehr gestärkt ist
Baumann hatte im Tor nicht viel zu tun

Beim Gang über den Platz lief auch
Manuel Neuer im Trainingsanzug mit
Sich mit der Mannschaft feiern zu
Lassen was doch nett ist und die 

Spezialisten werden wieder viel
Über die Wade der Nation meinen 
Halte mich da völlig zurück weil
Kein Spezialist war halt Fußball

Die philosophische Tiefe über die
Stimmung der Mannschaft nun zu
Mutmaßen scheint noch zu hoch
Gegriffen geschadet hat es nicht

Als nächstes steht vor der WM 
Noch ein Testspiel gegen die
USA schon dort an zu dem sich
Der Flaneur noch völlig enthält

jens tuengerthal 31.6.26

Lektürentagebuch 32.5.26

Lektürentagebuch 32.5.26

In den Buddenbrooks von Tonys
Verlobung mit Herrn Permaneder 
Gelesen die am Ende des Ausflugs
Nach Schwartau doch stattfand

Zunächst wird von der Kutschfahrt
Ins Ausflugslokal erzählt und wie
Gerne Gerda die ganz in lila kam
Darauf verzichtet hätte weil zu früh

Warum sie solche Ausflüge nicht
Ausstehen kann und warum sie Tom
Um Dispens für diesen Ausflug bittet
Den dieser ablehnt ist zu komisch

Schon gegen acht kam der Wagen
Der für zehn Personen Platz bot also
Genug Raum für alle die mitfuhren bot 
Sogar in bayerischem blau weiß dabei

In Kissen und Polstern dekoriert war
Die Fahrt im offenen Wagen führte bis
Zum Ausflugslokal nahe Schwartau
Der so gute Flusskrebse hätte 

Vor dem Essen stand noch eine 
Wanderung zur Quelle an bei der
Die Konsulin aus ihrem silbernen
Faltbecher Wasser für alle schöpfte 

Zurück im Ausflugslokal war der
Tisch auf Weisung der Konsulin 
Schon bestellt übervoll mit den
Feinsten lokalen Delikatessen

Die anderen guten Lübecker Familien
Waren zu Tonys Freude schon wieder
Weg und so hatten sie die Terrasse
Für Buddenbrooks mit Permaneder 

Auch sonst wurde noch reichlich
An Räucherfisch und Pasteten zum
Frühstück dort aufgedeckt und die
Familie trank Milch Permaneder Bier

Der ließ sich weiter ganz viel Zeit
Die Familie schlenderte nach dem
Essen gen Schwartau um beim
Konditor Pfefferkuchen zu kaufen

Während die Familie im Laden 
Verschwand hielt endlich Permaneder 
Um Tonys Hand an und sie stimmte
Darauf erleichtert feierlich zu

Das Verlöbnis wurde zu Hause mit
Tom und der Konsulin besprochen
Die Hochzeit geplant und Permaneder
Fuhr erstmal ab nach München

Im Sommer begleitete Tony dann
Tom und Gerda nach Bad Gastein
Zur Kur und besuchten noch auf
Dem Weg Permaneder in München

Zurück in Lübeck organisierte nun
Tony schon erfahrener ihre Aussteuer 
Erfahrung hatte sie ja schon genug
Die Hochzeit fand im Herbst statt

Dies alles im bescheidenen Rahmen
Statt in der Halle diesmal in der
Marienkirche und Erika sollte mit
Tony nach München dann ziehen

Auf eine Hochzeitsreise wurde dann
Lieber verzichtet die Reise bis nach 
Bayern war schon Gehetz genug wie 
Permaneder es gerne ausdrückte

Damit war Tony wieder unter der
Haube die Ordnung hergestellt
Alle Mitglieder der Buddenbrooks
Familie damit wieder zufrieden

Es geht weniger um Liebe oder
Gar Leidenschaft füreinander 
Sondern es wird erledigt was
Der Ordnung halber nötig war

Tony ist damit als verheiratete
Frau wieder in Ordnung und
Kann mit sich zufrieden sein
Sie spielt ihre Rolle wie erwartet

jens tuengerthal 31.5.26

Aufbruchsignal

Aufbruchsignal

Die FDP wählt einen
Alten weißen Mann 
Mit über siebzig noch
Zum Vorsitzenden um
Aufbruch nach dem
Untergang zu zeigen
Der noch dazu als
Liberal konservativ
Nichts neues mehr 
Irgend erwarten lässt
Die Frau die dagegen
Kurzfristig noch antrat
Holte immerhin fast 40%
Das einzig erfreuliche
Was von Liberalen noch
Zu erhoffen war hat es 
Auf 39% geschafft möge
Der Rest bald Geschichte 
Von alten Männern werden 
Die Natur regelt es bald
Liberal wäre schon wichtig
Diese FDP ist es nicht mehr
Ihr Aufbruchsignal ist ein
Zeichen zum Abbruch

jens tuengerthal 31.5.26

Rückzugsglück

Rückzugsglück

Welch Glück liegt im Rückzug
Denke ich in meiner Bibliothek
Wie in der Flaneurloge in der
Bar wo ich gerne bin weil ich
Da sein kann ohne beteiligt 
Sein zu müssen als Flaneur
Mit Abstand alles betrachte
Ohne Aufregung und Unruhe
Lieber Beobachter bleibe
Statt irgend dabei zu sein
Früher litt ich sehr darunter
Nirgendwo dazu zu gehören
Verbog mich um Anschluss 
Zu finden der doch meistens
Eher enttäuschend war aber
Dann zumindest nicht länger
Getäuscht begriff ich das
Große Glück das im Rückzug
Für Menschen liegt die einfach
Anders sind als die meisten
Derer die der Herde folgen
Und blieb glücklich für mich
Kein Zustand ist friedlicher
Als bei und mit sich zu sein

jens tuengerthal 31.5.26

Sonntagsliebesleid

Sonntagsliebesleid

Manche leiden am Sonntag
Weil da nichts los sei auch
Alles zu habe und sie sich
Mit sich beschäftigen müssen
Lesen noch am besten geht
Weil es als ruhige Beschäftigung
Keine Sonntagsruhe stört
Was vielen völlig fern liegt
Die sich dann eher langweilen
Über Sonntagsdepression klagen
Auch wenn diese Freizeitkapitäne
Nur unterbeschäftigt sind ihnen
Aufgrund ständiger Bespaßung
Die Phantasie fehlt selbst Welten 
Geistig zu erkunden soll ihr Leiden
Doch ernst genommen werden
Wer nichts für seine Unmündigkeit
Aufgrund Mangel an Verstand kann
Kann dennoch an seiner Dummheit
Spürbar leiden auch wenn das
Einfachste Mittel dagegen
Selbständiges Denken wie
Gute Lektüre wäre fehlt wohl
Vielen sonst Fernsehern der
Geistige Zugang zu einer Welt
Jenseits ständiger Berieselung 
Vermute ich allerdings nur der
Nie bewegte Bilder schaut 
Außer ausnahmsweise für 
Gut gespielte Lyrik noch
Weil es nur Unruhe bringt
In meine entspannte Welt
Voller guter Bücher in der
Sonntage geliebt werden

jens tuengerthal 31.5.26

Liebesordnungschaos

Liebesordnungschaos

Die Liebe schafft Ordnung
Im Chaos der Gefühle
Indem sie uns ins völlige 
Emotionale Chaos stürzt
Was ihrer Natur entspricht
Die sich aller Vernunft zu
Gerne entzieht um dafür
Gefühl herrschen zu lassen 
Was uns sicher sein lässt 
In der Wahl was in Ordnung ist
Zumindest solange die Liebe
Noch gemeinsam geteilt ist
Sonst bricht Chaos aus bis
Alle sich wieder sicher sind
Im immer emotionalen Chaos
So schwanken wir in der Liebe 
Ständig ohne ein Ende noch
Zwischen Ordnung und Chaos 
Und das halten wir dann auch
Für völlig in Ordnung so denn 
Es geht ja immer um Liebe
Irgendwie oder so

jens tuengerthal 31.5.26

Rieslingfrische

Rieslingfrische 

Auf einen Riesling gegen eins im
Crossroads angekommen zuerst 
Tino draußen und Selma an der
Bar begrüßt und Melanie Christoph

Sowie Ferdinand unten begrüßt
Bis ich dann in der Flaneurloge
In der Zwischenetage ankam hatte
Selma schon den Wein gebracht

So empfing mich heute schon der
Erfrischend kühle Riesling am Platz
Die Privilegien der Stammgäste in 
Der Stammbar sind doch wunderbar

Die Musik ist gerade getragen schön 
Während die Stimmung passend dazu
Unaufgeregt gut ist kehrt Tino kurz
Vom Einräumen draußen zurück

Die gewohnte Gesellschaft hier tut
Nach den Verrückten am Platz gut 
Während Tino im vollen Umfang
Weiter noch draußen herum flitzt

Verabschiedet Melanie sich unte
In vielen Runden noch mehrfach
Finden sich neue Runden kommen
Stammgäste zur Begrüßung vorbei

So wandert der Abend nun in die
Nacht ohne dass es wen kümmert
Als jene die morgen früh raus wollen 
Was vermutlich nur wenige betrifft 

jens tuengerthal 31.5.26

Samstag, 30. Mai 2026

Lektürentagebuch 30.5.26

Lektürentagebuch 30.5.26

Aus Laybach schreibt Seume auf
Seinem Spaziergang nach Syrakus
Ein längeres Kapitel weil er dort
Station macht um seine Stiefel 

Frisch besohlen und den Anzug 
Reinigen zu lassen weil ihm die
Stadt die heute Laibach oder 
Ljubljana auf slowenisch heißt

Interessant sind Seumes Erwägungen 
Über das slawische Land dort dass 
Doch Russland innig verbunden wäre
Die Sprachen sich alle nah wären 

Diese Gedanken von Anfang noch
Aus dem Jahr 1802 sind heute im
Konflikt mit Russland nicht ohne
Bedeutung erleichtern Verständnis

Seume nennt noch Polen oder die
Lausitz als Russland sprachlich wie
Im Wesen nahe Gegenden dazu
Später auch das Baltikum noch

Einerseits nennt er es das
Deutschordensland andererseits
Erinnere ihn manche Wirtschaft auf 
Dem Land an diese Gegenden 

Die Menschen sprächen einen 
Wie er sagt krainisches Rothwelsch
Was den slawischen Sprachen nah
Trotz der Pyramide dort mit dem

In Marmor mit Gold gefassten 
Treueeid schon für Karl VI den Vater
Von Maria Theresia der durch die
Pragmatische Sanktion bekannt ist

Neben den Berichten über die dort
Zauberhafte Landschaft wie die ganz
Besondere Schönheit von Laibach
In Architektur und Kultur wäre es

Graz eher ähnlich und wie dort sei
Die Kaffeehauskultur viel schöner
Als in Wien wo vieles aufgesetzt 
Wie teuer statt gut bloß wäre

Es wird von guten und schlechten 
Wirten berichtet die er auf dem Weg
Erleben durfte wie Versuchen sich 
Mit Eingeborenen zu verständigen 

Einmal wäre er fast in einem ganz
Frisch gekalkten Zimmer dass er
Gehörig hatte heizen lassen noch
Umgekommen durch den Kalk

Mit letzter Kraft verließ er den
Gasthof und siehe da unterwegs 
Ging es ihm gleich immer besser
Während der dort fast starb

Zumindest beschreibt er seine
Gefühlten Zustand dabei sehr
Authentisch als dem Tode wie
Der Ohnmacht näher schon

Laibach am Fluss gelegen dessen
Verlauf er schon früher folgte
Gefällt ihm sehr gut auch sei
Deutsch dort Amtssprache

Dies wird von ihm 1802 noch als 
Äußerster Zipfel Deutschlands 
Gesehen noch vor dem dieses
Alte Reich bald auflösenden

Reichsdeputationshauptschluss
Spannend ist dass die Menschen
Weniger über Franzosen klagen
Die unter Napoleon dort kämpften

Als über die eigenen Truppen die
Nach verlorener Schlacht schon in
Auflösung begriffen mehr wüteten 
Bis sie in Laibach versorgt wurden

So ist der Spaziergang nach Syrakus 
Von Johann Gottfried Seume mehr
Als ein Reisebericht auch eine
Kulturgeschichte vor Ort wieder

Am 12. September 1802 schreiben
Gondelas auf der Reise ins Paradies
Auch aus der Anderen Bibliothek nun
Aus Würzburg über den Weg dorthin

Der mäßige Zustand der Straße von
Bamberg gen Würzburg das sie aber
Wirzburg schreiben hatte sie zunächst
Ziemlich durchgerüttelt bevor sie ab 

Dettelbach wo auch der Weinbau in
Franken beginnt der Main bald kommt
Eine gute sandige Chaussee fanden
Den Weg mehr genießen konnten 

Die fruchtbare Landschaft zwischen
Bamberg und dem Main hat sie an
Holstein erinnert wenn auch weniger
Hügelig noch doch reich fruchtbar

So schwärmen sie auch von der
Landschaft zwischen Hügeln am
Main von den schönen reichen
Klöstern die dort zu finden sind

Der Weinbau verschwindet dann um
In Würzburg wieder aufzutauchen was
Schon bei Einfahrt mit der Citadelle
Von beeindruckender Schönheit wäre

Sie wählen als Hotel den Kleebaum
Davon und aus der Stadt wird dann 
Im nächsten Kapitel weiter berichtet
Das Reisen war 1802 ein Abenteuer

Schön ist noch die eingeflochtene
Erinnerung ihrer besonderen Liebe 
Für Weingegenden so führte schon
Ihre Hochzeitsreise den Rhein hinab 

Diese kleine Ergänzung und dass die
Beiden Bremer bis Heidelberg fuhren 
Erschließt sich aus den wieder guten 
Fußnoten die besser solche wären 

Im 29. Brief immer noch aus Wien
Erzählt Johann Kaspar Riesbeck in
Briefen eines reisenden Franzosen 
Wieder aus der Anderen Bibliothek 

Von den großartigen kaiserlichen
Sammlungen die jeder täglich
Bis auf sonntags natürlich kostenlos
Besuchen dürfte und beginnt dabei

Seltsam genug ausgerechnet mit
Der Münzsammlung die aber wohl
Die größte und beste in Europa sei 
Mit allein 20.000 antiken Münzen

Auch Mineralien und sonstige eben
Übliche Kabinette stünden in Wien
Auf Anordnung des guten Kaisers
Der Öffentlichkeit jederzeit offen

Die Hofbibliothek die gleichfalls von
Jedem besichtigt werden könnte sei
Eine der prächtigsten Einrichtungen
Mit über 300.000 Bänden allein schon

Davon sind mindestens 12.000 noch
Kostbare Handschriften und auch der
Zugang zu verbotenen Büchern für
Die es eigentlich eine Erlaubnis vom

Erzbischof extra bräuchte sei mit
Einem guten Draht zum Bibliothekar
Jederzeit leicht ohne Probleme dort
Möglich es werde nicht streng geprüft 

Trotz dieser großartigen Bibliothek mit
Ungeheurem Reichtum läsen doch die
Meisten Wiener wenig und wüssten
Im Gespräch nichts kluges zu sagen

Die wenigsten läsen im Lesesaal
Gute wertvolle Bücher etwa von
Philosophen wie Montesquieu die
Meisten lesen nur schlechte Romane 

Dies obwohl der großzügige Kaiser 
Genug eifrige Bibliothekare in der
Kaiserlichen Livree zur Verfügung
Stellte die Lektüre leicht wäre

Nur die Ungarn lobt er hier als große
Ausnahme diese würden dort meist
Würdige Werke zur Geschichte lesen
Was den Deutschen nicht einfällt 

Über den königlichen Buchhändler
Der mit der Gunst der Kaiserin hier
Seinen Handel betreibt regt er sich
Seiner Methoden wegen auf

Dieser drucke auch andernorts bereits
Erschienene Bücher mit kaiserlichem
Privileg nach und zwingt Gelehrte
Bei ihm zu verlegen ohne zu zahlen

Humorvoll schreibt er über die
Wienerinnen die er eher nicht
Besonders schön findet aber
Dafür sehr klug Gespräche führten 

Er sieht die Wienerin als zwischen 
Engländerin und Französin stehend
Voller Lust bei der Sache aber ohne
Eleganz und Schönheit der Französin

Erzählt von den Abenteuern eines
Bekannten den eine schöne junge
Frau vom Fenster aus hereinbat und
Wie dieser es später bereuen sollte

Drinnen stritten dann lautstark
Mutter und Tochter wer das Privileg
Des Genusses haben sollte die sich
Darauf einigten er sollte für beide

Sorgen was er sodann mit allen 
Seinen Kräften versuchte um zum
Abschied um baldigen Besuch von
Beiden Damen gebeten zu werden

Diese Gasse mied er danach um so
Neuen Einladungen vorzubeugen 
Das Liebhaberwesen sei in Wien
Geduldet und ein guter Verdienst

Davon profitierten der Adel wie
Die unteren Schichten sehr einzig
Das wohlhabende Bürgertum ist
Davon eher weniger begeistert

So ist es bis heute noch geblieben 
Wer Geliebte hat oder ist genießt 
Das eben mögliche die anderen
Empören sich gerne moralisch

Nun folgen Ausführungen zur
Volkswirtschaft und dem Handel
Dabei verdienen die Ausländer
Die Wiener zeigten wenig Talent

Der Kaiser den er wieder sehr lobt 
Bemüht sich um Entwickelung wie 
Mehr ökonomisches Denken auch
Beim Adel der verschuldet wäre

Er macht Vorschläge dazu wie Wien 
Sich auch ökonomisch entwickeln
Könnte und kommt dann auf die
Gerade erkrankte Maria Theresia

Besorgt schreibt er über ihre wohl
Angeschlagene Gesundheit um im
Nächsten 30. Brief von ihrem Tod
Zu berichten also November 1780

Amüsant an diesem Brief war der
Versuch als getarnter Franzose
Locker über Liebhaber zu schreiben
Sich dabei aber deutsch moralisch

Im Ergebnis eher zu empören auch
Wenn er es der Tarnung als Franzose
Wegen eigentlich nicht wirklich kann 
Womit er sprachlich lustig lavierte

So ist es bis heute in Frankreich sind
Geliebte völlig normal und retten so
Eher viele Ehen in Deutschland sind
Sie immer noch ein kleiner Skandal

jens tuengerthal 30.5.26