Lektürentagebuch 1.5.26
Begonnen am Tag der Arbeit heute
Mit Von der Arbeit aus dem Band
Spazieren in Berlin von Franz Hessel
Der entsprechendes uns erzählt
So besucht er die Kathedralen der
Wachsenden Industrie in Berlin was
In Gesundbrunnen bei Borsig begann
Ging dort weiter zu AEG in deren
Riesige Hallen mit teils automatisierter
Fertigung von Industrieprodukten die
Noch gefräst oder verwickelt wurden
Von vielen auch Frauen am Fließband
Berichtet wie diese pausenlos dort
Arbeiten aber sich auch ihren Kaffee
In eigener Tasse auf dem Band nach
Einer Runde überbrüht liefern lassen
Schwärmend berichtet er von der
Produktion von Glühbirnen welche
Arbeiten Männer und welche eher
Frauen übernehmen auch was
Alles schon voll automatisiert dort
Abläuft und stellt sich eine künftige
Welt vor in der Arbeit nur noch die
Maschinen beaufsichtigen die wir
Inzwischen immer mehr erreichen
Fährt dann in die Siemensstadt
Im nordwestlichen Charlottenburg
Erlebt die Produktion bei der Firma
Die bis 1966 noch Siemens & Halske
Hieß mit denen mein Urgroßvater
Noch Ostfriesland elektrifizierte mit
Dem bekannten Torfkraftwerk dort
Diese modernen Bauten werden
Mit viel Wohlwollen und Neugier
Auf die Ästhetik der Arbeit dort
Beschrieben die neues fertigt
Von der industriellen Produktion
Geht es zur eher handwerklichen
Von Bilderrahmen mit Drucken im
Großen Stil und wer dort was macht
Wieder ist weibliche und männliche
Arbeit nach Feinheit und Schwere
Unterschieden mit viel Humor dabei
Beschreibt Hessel auch die Motive
Die Rückschlüsse die sich aus dieser
Produktion für Wohnungen der Nation
Wie sich wandelnden Bedürfnisse der
Kunden ergeben sind klug bedacht
Schließlich besucht er noch die Orte
An denen Konfektion wie Hüte noch
Produziert werden am Spittelmarkt
Wie Schaufensterpuppenwerke nah
Das alles betrachtet der Flaneur mit
Liebevoll bewundernder Neugier um
Etwas für Berlin typisches eben Arbeit
Als Kunstwerk ästhetisch zu sehen
Der kleine Spott oder auch dezente
Politische Anspielungen sind dabei
So klug wie unauffällig platziert wie
Das uniformierter Hindenburg sich
In der Rahmenfabrik nicht so gut
Mehr verkaufe weil den noch alle
Aus dem Krieg im Keller hätten was
Lächeln und verstehen lässt dazu
Der große Traum von Bildung des
Grafen Christian von Krockow geht
Um Neuseeland weiter mit Beiträgen
Aus Sicht von Forster und Cook
Das ist teils nett gedacht und gut
Beschrieben um die Situation an
Bord wie an Land zu verstehen wie
Konflikte dort gelöst wurden
Der Blick in das originale Werk
Von Forster über diese Reise ist
Dabei deutlich realistischer ohne
Heutige politische Korrektheiten
Die Empörung über Prostitution von
Frauen der Eingeborenen atmet eher
Sprache und Geist unserer Zeit ist
Aber dennoch wichtig und gut so
Ein dabei sehr humorvoll dazu noch
Beschriebenes Erlebnis eines jungen
Schönen Offiziers versucht noch die
Brücke über die Zeit zu schlagen
Kurz in Forsters eigenen Bericht
Dieser Tage geschaut der völlig
Anders gewichtet aber eher ein
Gefühl für den Geist dabei gibt
Es gelingt Krockow nur bedingt
Sich sprachlich in die Zeit und
Das Denken seiner Protagonisten
Einzufühlen scheint es mir dabei
Dies wirkt alles eher als würde
Ein heutiger Autor die Protagonisten
Moralisch korrekt darstellen wollen
Was eher pädagogisch nervt
Dennoch ist die Lektüre dieses eher
Für ein breites Publikum verfassten
Buches noch lohnend nur halt etwas
Pädagogisch offensichtlich dabei
Diese übermäßige Korrektheit statt
Authentizität finden viele Menschen
Als moralisch übergriffig was ich
Verstehe wir Leser sind nicht dumm
Wer ein Buch wir dieses mit dem
Titel Der große Traum von Bildung
Liest muss nicht so belehrt werden
Wird lieber korrekt informiert dabei
Dies relativiert eine gute Idee wie
Den Ansatz im Geist der Aufklärung
Weil er nicht aufklärt sondern eher
Historisch inkorrekt nur unterhält
Noch einige Seiten in den feinen
Ghost Stories von Siri Hustvedt
Gelesen die weiter über Geister
Wie ihre Erscheinung nachdenkt
Zunächst berichtet sie möglichst
Nüchtern und neutral von den
Erfahrungen mit Erscheinungen
Aus dem familiären Umfeld was
Noch um weitere Erfahrungen
Wie Berichte ergänzt wird die
Sie kritisch mit ihren persönlichen
Erfahrungen dazu noch abgleicht
Dann begibt sie sich wie so typisch
Für ihr Denken auf die Spuren von
Neurologie und Psychologie und wie
Diese solche Erscheinungen erklären
Ob wir uns dabei aus dem auch nur
Erfundenen Unterbewusstsein was
Sie leider da typisch amerikanisch
Nicht kritisch hinterfragt täuschen
Was die innere Gewissheit auch
Neurologisch erklären könnte wozu
Sie Studien von Spezialisten auf
Dem Gebiet der Schizophrenie las
Auch diese beschäftigt sich ja mit
Erscheinungen ihrer Patienten auch
Wenn es dabei nicht unbedingt um
Trauer um Angehörige ging
So hinterfragt sie in der Trauer schon
Die eigenen Gefühle und prüft ob sie
Schon der erste Schritt zum Wahnsinn
Sein könnten was viel Größe zeigt
Das sind spannende und auch für
Unser Verständnis der Erlebnisse
Wichtige Gedanken die sehr lohnen
Weil sie nicht beim Geist stehen bleibt
Auch auf wenigen Seiten schafft Siri
Es eine kritische Auseinandersetzung
Mit der seltsamen Erfahrung die uns
Der Tod bringt philosophisch mit
Klugen Gedanken zu schreiben statt
Sich im Hokuspokus zu verlieren
Hinterfragt sie ihr Erleben weiter
Sucht nach vernünftigen Antworten
Diese Gedanken im Geist der
Kritischen Aufklärung die alles zu
Verstehen versucht und hinterfragt
Gefallen mir wieder mehr als gut
Genau darum sollten möglichst viele
Dieses großartige Buch lesen auch
Um esoterische Gewohnheiten mal
Kritisch selbst hinterfragen zu können
Dazu kommt sie tut dies auch als
Verarbeitung der eigenen Trauer
Um ihre große Liebe Paul Auster
Sucht aber auch emotional Vernunft
Diese freiheitlich kritische Haltung
Könnte wohl vielen Menschen helfen
Statt Aberglauben und Angst nur zu
Verfallen vernünftig Lösungen suchen
jens tuengerthal 1.5.26