Dienstag, 18. August 2026

Düsterland

Düsterland

Deutschland liegt im Nebel
Kollektiver Missgunst die der
Überforderte Kanzler noch
Weiter ständig verstärkt

Der graue Schleier kollektiven
Nörgelns der deutschen Berufung
Nichts können wir hier besser wird 
Durch die Aussichten verstärkt

In Neufünfland wurden inzwischen
Rechtsradikale zur stärksten Kraft
Mit denen Sahra W die große 
Ostversteherin ein Bündnis sucht

Überall ist das Misstrauen zu spüren
Corona offenbarte uns schon dass 
Dummheit sich am sichersten ist
Wo sie die geringsten Gründe hat

Es ist grau und düster geworden
Im Land von Kant und Goethe statt im
Geistigem Licht sitzen wir im Rauch
Der immer mehr Waldbrände

Warum sollte sich wer noch hier 
Engagieren wollen wo der völlig
Überforderte Kanzler alle außer sich
Als faule Säcke ohnehin tadelt

Es geht nicht mehr um etwas hier 
Lieber wird lauthals gejammert das
Umso viel lauter je besser es den
Betroffenen persönlich noch geht

Darum werden die Ärmsten weiter
Gequält und das Volk jubelt dazu
Endlich einer der es denen zeigt
Statt die Reichen zu besteuern

Es sieht düster aus in Deutschland
An die Zukunft denk ich lieber nicht
Die Geschichte vergessen alle die
Nun besonders laut schreien

jens tuengerthal 18.8.26

Erwachsenwerden

Erwachsenwerden

Erwachsenwerden heißt
Die letzte Illusion zu verlieren
Es ginge im Leben um etwas
Sattdessen lieber nur noch
Erledigen was nötig ist bis es
Ein Ende endlich findet und dann
Zumindest Ruhe ist womit der Tod
Die Knabenmorgenblütenträume
Anstandslos vollkommen ersetzt
Bis dahin haben wir dann wenn
Ausreichend angepasst keine
Zeit darüber nachzudenken
Sondern unendlich viel noch
Zu erledigen um dabei keine
Weiteren Fragen zu stellen
Das ist eigentlich alles
Was vom Leben bleibt
Wären wir ehrlich nur
Ablenkung ist alles

jens tuengerthal 18 8.26

Montag, 17. August 2026

Lektürentagebuch 17.8.26

Lektürentagebuch 17.8.26

Über Klopstock und seinen ersten 
Ruhm in dieser Zeit schreibt wieder
Sehr treffend Egon Friedell in seiner
Kulturgeschichte der Neuzeit

Es wurde begonnen dem Kult der
Freundschaft und Liebe zu huldigen 
Unter Küssen und Tränen wurden
Heilige Seelenbündnisse geschlossen

Dabei zeigten sich erste Regungen
Der Empfindsamkeit dem Ausdruck zu
Verleihen war Klopstock genau der
Richtige für den gefühlvollen Drang

Seine Dichtungen wären heroische
Landschaften vor die ein Vorhang
Aus Wolken gespannt wäre so sind
Die Umrisse nur undeutlich sichtbar

Alles lag zumeist im unwirtlichen
Nebelregen was verwirrte und irritierte
Auf Dauer lähmte aber völlig neu war
Er war wieder ein Dichter für das

Unwirkliche unbestimmte irrationale

Statt geheimnisvoller Suggestion 
Wurde Monotonie und Unschärfe
Empfunden die oft unverständlich 
In Langweile zerrinen würde 

So meinte Schiller dass er sich mehr
Um den Kopf derjenigen sorgte die
Diesen Dichter zum Liebling machten 
Es passe nur zu wenig Stimmungen

Friedell meint die ganz allgemeine
Klopstockmanie sei nur aus einer 
Kontrastwirkung zu erklären als eine 
Reaktion auf doktrinäre Literatursicht 

Was Gottsched für die Poesie war
Leistete Christian Wolff für die Lehre
Wie die Philosophie machte Leibniz 
Ohne die tiefsten und originellsten

Gedanken für das große Publikum
Mundgerecht fertig indem er ihn in
Flüssiger dünner salzloser Breiform
Vortrug und in ein System stellte 

Dafür war Leibniz wohl zu unruhig
Wie zu genial zugleich darum erklärte
Wolff dann alles mit Ordnungsliebe
Passend im Schachtelgeist dazu

Seine spießbürgerliche Vorliebe für
Goldene Mittelwahrheiten machte ihn 
Zum gefeierten Klassenvorstand im
Ganzen damaligen Deutschland

Von 1715 bis 1745 gab es auf den 
Kathedern fast nur Wolffianer es
Wurde von allen wolffisiert daraus
Entstanden dann Gesellschaften

Zur Ausbreitung der Wahrheit nach
Natürlich wolffschen Grundsätzen
Wie Satiren auf diese allerbeste
Neueste natürlichste Methode 

Wolff verfasste mehr als dreißig
Dicke Bände über Logik Metaphysik
Moral Physik Naturrecht Völkerrecht
Empirisch rationelle Psychologie

So schildert er die Erscheinung wie 
Das wirkliche Wesen der Seele und
Schrieb zahlreiche Lehrbücher als
Praeceptor universi generis humani

Er hat Verdienste um die Reinigung
Der deutschen Sprache wie für eine
Philosophische Terminologie mit 
Ausdrücken wie Verhältnis Vorstellung

Bewusstsein die er erst prägte er war
So etwas wie ein Outfitter für den
Menschlichen Geist der deutschen
Bürger komplett aber langweilig

Wolff erinnert Friedell an gewisse 
Vorstadtgeschäfte die Besucher ohne
Viel Aufwand so ausstatten dass er
Sich überall sehen lassen kann 

Die leitenden Grundgedanken der
Wolffischen Philosophie sind von
Stupender Plattheit danach liegt der
Letzte Zweck aller Dinge im Mensch

Durch ihn hätte Gott seine Absicht
Bei Erschaffung der Welt erreicht
Nämlich als Gott erkannt und verehrt
Zu werden dieser Idee folgt alles

Es geht bei der Bewertung nur darum
Wie etwas dem Menschen nützlich ist
So auch die Sonne im Schatten ihrer
Nützlichkeit für uns noch bewertet

Tageslicht mache hell und sei darum
Gut und bequem die Sterne hätten 
Den Nutzen nachts noch etwas zu
Sehen und der Wechsel von

Tag und Nacht diene der Erholung
So sei die Sonne da Veränderungen 
Auf der Erde zu ermöglichen und die
Erde damit die Sonne Zweck habe

Dennoch gelang es den Gegnern 
Von Wolff diese kindische Philosophie
Als staatsgefährlich zu verleumden
Beim schlichten Friedrich Wilhelm I 

Daraufhin wurde Wolff aus Halle 
Verbannt kehrte aber gleich nach
Der Thronbesteigung von Friedrich II 
Im Triumph wieder zurück doch 

Schließlich wurde dort alles schon 
So wolffisch dass er vor meist leeren 
Bänken nur noch las wie es treffend
Nach Friedell Steinhausen sagte 

Der Pietismus war an der Vertreibung
Von Wolff beteiligt dieser hatte auch
In Halle den Schwerpunkt seiner
Wirksamkeit gefunden und bildete

Eine irrationale Unterströmung die
Noch mächtig anschwellen sollte
Er nahm im Protestantismus eine
Rolle ein wie die Mystik für Rom

Als diese im 15. Jahrhundert aufkam
War wie diese eine Frauenbewegung
Die Erweckungen hervorbrachte wie
Mengen an erbaulicher Schriften dazu

Doch an Tiefe ließe es sich nicht mit
Der Mystik vergleichen am stärksten
Waren in Deutschland die Herrnhuter
Nach Hussiten Vereinigung benannt

In deren Kreuz und Bluttheologie 
Wird der blutige Kreuztod zum dann
Ausschließlichen Inhalt des Erlebens 
Mit großer Sentimentalität gefeiert

Diese steigert sich nach Friedell bis
Zur äußersten Geschmacklosigkeit
Sogar vor Bildern des ehelichen 
Beischlafs dabei nicht zurückschreckt

Bei den Engländern heißen sie dann
Methodisten die ihre Frömmigkeit mit
Methode üben und lehren wollten und
Durch die Brüder Wesley sich auch

In den USA verbreiteten wo ihre sehr
Phantasievolle und energische Art zu
Predigen vor allem untere Massen
Begeisterte und auch mitzog


In Dunkle Renaissance wieder erzählt 
Stephen Greenblatt sehr spannend
Von der Begegnung von Marlowe mit
Henry Percy dem 9. Earl of Northumberland 

Dieser reiche Erbe war ein großer
Büchersammler mit Vorliebe auch
Für das Thema Magie geworden
Was Marlowe doppelt interessierte

Trotz der großen gesellschaftlichen
Distanz freundeten beide sich über
Raleigh an zu dem Verhältnis der
Beiden Männer gibt es wenig neues

Dafür aus dem Umfeld der beiden
Die Büchermanie von Henry die
Seine Bibliothek bald zur reichsten
Wie kostbarsten Englands machte

Was diese Freundschaft nun mit dem
Nächsten Stück von Marlowe seinem 
Doktor Faust zu tun hat ist noch nicht
Klar aber davon erzählt Greenblatt

Wie von der ursprünglichen seinem
Stück zugrundeliegenden Geschichte 
Um den Suchenden und Magier aus
Wittenberg weil sie bekannt ist

Damit sind in dem Kapitel mit dem
Titel Der Magie ergeben bereits viele
Spannende kulturelle Spuren im
Umfeld von Marlowe gelegt

Freue mich auf die später weitere 
Lektüre und unterbreche hier das
Heutige Lektürentagebuch denn 
Mehr als faustische Magie geht nie

jens tuengerthal 17.8.26

Rückzugswiderstand

Rückzugswiderstand

Genügt noch Rückzug um nicht zum
Täter des Unrechts zu werden oder
Braucht es aktiven Widerstand kein
Teilnehmer an der Zerstörung des 
Rechtsstaates zu werden dabei ist
Das Recht zum Widerstand gegen
Jeden der das Grundgesetz wie die
Demokratische Ordnung gefährdet
Sogar im Grundgesetz verbrieft
Doch folgt aus dem Recht eine Pflicht
Lieber würde ich mich wie Montaigne
In der Zeit der Hugenottenkriege
Heraushalten um nicht zum Täter
Zu werden auf einer Seite doch ist
Der Frieden längst gefährdet durch
Die polarisierende Rhetorik des nun
Kanzlers Merz der damit die AfD
Nur stärkte und es nun nicht schafft 
Die Mitte zu stabilisieren sondern 
Rechtsradikale weiter wachsen lässt
Wer nichts tut sieht dem Untergang
Der freiheitlichen Demokratie die
Toleranz und soziales Miteinander 
Groß schrieb einfach tatenlos zu 
Natürlich kann auch Rückzug eine
Form des Widerstandes sein der
Aber nur schadet wenn er damit
Den Feinden der Freiheit Raum gibt
Bin inwieweit nicht entschlossen
Was wirklich nötig und geboten
Möchte lieber nicht mit all diesem
Politischen Dreck zu tun haben
Doch will ich auch nicht tatenlos
Dem Untergang zugesehen haben
Im noch Rückzug mehrt sich der
Geist des Widerstandes doch was
Bringt es wenn die Mehrheit auf
Angst und Hass lieber setzt um
Die düstere Zukunft zu verwalten 
Bin da gerade etwas ratlos noch
Doch wohin könnte ich noch wenn
Sich hier nicht mehr leben lässt
Denke ich und will das alles nicht
Lieber weniger Politik und mehr
Kultur Literatur Poesie Kunst und
Liebe um alles zu genießen aber
Es sieht düster aus im Land

jens tuengerthal 17.8.26

Puppetmaster

Puppetmaster

Die Operation Puppet Master in den
USA mit der linke Organisationen
Gezielt ausspioniert wurden zeigt
Den immer totalitäreren Staat dort

Als Reaktion auf die Erschießung 
Eines Unbeteiligten erfolgte statt der
Staatlichen Kontrolle des ICE nur die
Überwachung möglicher Gegner

Damit betreibt eine staatliche Behörde
Die politisch neutral zu sein hat dem
Aktiven Kampf gegen den politischen
Gegner und missbraucht den Staat 

Das ist ein weiterer Schritt der zeigt
Wie das Trump Regime den bisher
Rechtsstaat dort aushebelt Behörden
Als ideologischen Geheimdienst nutzt

Die Ideologisierung des Staates im
Sinne rechter Propaganda macht den
Neutralen Staat zur politischen Partei
Was Widerstand im Inneren erfordert

Sich davor zu schützen betreibt das
Regime die Überwachung der Gegner 
Was eine Zerstörung der Demokratie 
Bedeutet die der Staat nun überwacht

All diese Elemente eines totalitären
Staates bestätigen die gefürchtete 
Verwandlung in einen faschistischen
Staat der seine Gegner beseitigt

Dringend sollten die Demokraten dies 
Im Rechtsweg prüfen lassen um das
Illegale Handeln des Staates damit 
Stoppen und verbieten zu können

Den Paten Trump und sein Regime
Noch rechtsstaatlich zu stoppen wird
Schwer genug werden andernfalls
Droht in den USA ein Bürgerkrieg

Die Aussichten sind also bescheiden
Aber noch besteht Hoffnung auf den
Rechtsweg und baldige Wahlen dort
Bevor sich der Rechtsstaat erledigt

jens tuengerthal 17.8.26

Medaillenspiegel

Medaillenspiegel

Medaillenspiegel zur nationalen
Teilhabe im Konkurrenzkampf
Unter Gladiatoren sind geistiger
Selbstmord von völlig überholten 
Arten des Miteinander finde ich
Als überzeugter Europäer der
Nur aus Versehen auf dem
Gebiet der Ex-DDR noch lebt
Wo nationales Mode wieder ist
Die sich gerne mit Moped zeigt
Aus auferstandenen Ruinen singt
Die nie gründlich beseitigt wurden 
Keine neuen Blüten zu treiben
Stolz auf lächerliche Rekorde
Im Wettstreit der Heidehasen
Liegt mir so fern wie Rasse 
Als Zugangskriterium je für
Egal was ich auch nie will 
Wettkämpfe in Kooperation
Fände ich sinnvoller als
Überholte noch nationale
Gladiatorenkämpfe wenn
Immer Europäer gewinnen
Keine EM künftig mehr oder
Nur auf Vereinsebene noch
Die EU braucht heute keine
Nationale Konkurrenz mehr
Konkurrenzkampf ist eher so
Trump und Merz mäßig peinlich 
Lassen wir es hinter uns

jens tuengerthal 17.8.26

Sonntag, 16. August 2026

Lektürentagebuch 16.8.26

Lektürentagebuch 16.8.26

In einem Kraftakt die 10 Tage beim
Einsiedler gelesen wie dann die 
Letzten Kapitel des Romans von 
Sebastian Teruel knapp 140 Seiten 

Das dubiose Numinose ist Thema
Dieser Begegnung mit dem Alten
In der Rundhütte am Berg und es
Wird noch viel spiritueller dabei

Lange Gespräche am Lagerfeuer
Weisen die Suchenden in die höhere
Erkenntnis des Heiligen ein dabei
Fischt der Autor in vielen Wassern

Wie der Geist des Elaine Vital den
Bergsson erst 1905 erfand bereits 
1895 in die Wüste kam bleibt wie
So manches dabei noch rätselhaft

Aber zehn reale Jahre sind ja fast
Nichts verglichen mit den vielen
Tausend Jahren im Roman zu den 
Geistigen Wurzeln des Aberglaubens

Die Droge Iboga deren Herkunft
Wie psychedelische Wirkung hier
Relativ exakt beschrieben werden
Ist der Schlüssel zur Wahrheit 

Die wahre seelische Tiefe der
Höheren Erkenntnis braucht also
Afrikanische Wurzeln als Mittel was
Genug über den Wert dieser verrät

Aberglauben als bloßer Rausch ist
Eine Erkenntnis der ich zu gerne
Zustimmen würde wäre sie so
Je gemeint gewesen vom Autor

Wie Sebastian am Ende beim
Besuch des Tempels auch noch
Georg all letzten kritischen Geist 
Spirituell ergriffen werden lässt 

Ist schon eine harte Prüfung für
Jeden Aufklärer dabei war bei 
Diesem nicht mal eine Droge im
Spiel sondern die Lektüre der

Dort gefundenen höheren Wahrheit
Wie es überhaupt auffallend viel um
Den behaupteten Sinn des Lebens
Geht den es in der Natur nicht gibt

Sein ist ob mit geaberglaubtem Sinn
Oder ohne diesen es kommt allein
Auf den Genuss dessen dabei an 
Wusste Epikur vor 2200 Jahren schon

Dieser spielt nur eine Rolle wenn
Sinn und Schöpfung geglaubt werden
Also das Höhere was Menschen zu
Sklaven des Aberglaubens macht

Am Ende gibt es noch ein wildes
Drama mit Lebensgefahr eines
Indiana Jones wohl würdig aber
Im guten kulturhistorischen Kontext

Die Predigten des Einsiedlers wie
Höhere Weisheiten im Tempel sind
Eher schwer erträglich für mich als
Beschwörung höheren Sinns dazu

Die logische Absurdität dabei einen
Sinn im Sein zu behaupten um den
Höheren Wert der behaupteten
Numinosen Erkenntnis zu begründen

Die als tiefere Wahrheit über allem
Bloß irdischen Wissen stünde fällt
Gläubigen vermutlich nicht auf aber
Macht es letztlich eher komisch

Am Ende siegt die Liebe und das
Wunder des Lebens das sich mit
Liebe fortsetzt also emotionaler
Sex der nicht beschrieben wird

Dafür werden dessen Folgen
Liebevoll romantisch geradezu
Rührend angedeutet und der
Ganz große Bogen geschlagen

Viel kulturhistorisch spannender
Stoff in einen Roman gepackt der
Mit tiefschürfenden Diskussionen
Zu spirituellen Themen gefüllt ist

War eine auch spannende Lektüre
Die nach realen Spuren suchen ließ
Welche kulturhistorisch exakt wie
Weitgehend gut recherchiert sind

Der geistige Gehalt der Sinnsuche wie
Der höheren spirituellen Wahrheiten 
Bleibt so fragwürdig wie immer wie 
Nach kritischer Philosophie fraglich

Die Liebe und ihre Folgen nach der
Natur über alles zu stellen und das
Reale Nichts in der Leere höchster
Erkenntnis ist ein gutes Ende

jens tuengerthal 16.8.26

Schuldzuweisung

Schuldzuweisung

Schuldzuweisung ist immer das
Gegenteil von Verantwortung
Dennoch immer wieder beliebt 
Weil so scheinbar befreiend

In der Berliner Volksbadfrage
Wird nun mit Missgunst und dem
Moralischen Zeigefinger argumentiert
Statt dass wer hier Verantwortung 

Übernehmen würde wird nun der
Größere Bösewicht gesucht damit
Die Stimmung sicher eskaliert ohne
Eine Lösung geht es um Schuld 

Rechte sind nun schuld dass arme 
Kleine schwarze Kinder nicht im
Volksbad schwimmen durften was
Dafür einfach geschlossen war

Sicherheitsgründe werden genannt
Mit ernstem Gesicht begründet um
Den braunen Teufel an die Wand
Ganz einfach malen zu können

Schwimmen konnte infolge keiner
Die Volksbühne schrieb Fickt euch
Ähnlich unvernünftig war alles hier
Verantwortung übernahm keiner

Genau so eskalieren wir politische
Fragen mit größter Sicherheit was 
Der Demokratie schadet aber dem
Theater Aufmerksamkeit schenkt

So gesehen war die Aktion ein Erfolg
Alle reden über die Volksbühne und
Gute Menschen dürfen sich wieder
Moralisch als bessere dabei fühlen

Ein Marketinggag an dem nichts 
Passierte und der nichts kostet die
Mediale Diskussion aber heiß hält 
Ist was die Volksbühne brauchte 

Hat sie bekommen wie wäre es nun
Die Schuldzuweisungen einzustellen
Das ganze war einfach nur Theater
Wie es auf eine Volksbühne passt 

Im übrigen sind in Berlin gerade nur
Noch 19° bei Regen was die Frage
Nach dem Freibad schnell erledigt
Wetter tut manchmal auch gut

jens tuengerthal 16.8.26

Ankommen

Ankommen 

Menschen sehnen sich danach
Anzukommen aber wollen ständig
Weg um etwas zu erleben und
Dabei bloß nichts zu verpassen
Wundern sich über ihre ständige
Unzufriedenheit weil sie nichts
Mehr ganz erfüllen kann braucht
Es ständige Abwechslung statt
Einfach ankommen bleiben und
Damit zufrieden zu sein macht
Ewige Unruhe alle krank die
Vergessen haben wie es ist
Zufrieden zu bleiben welch 
Tiefe Befriedigung darin liegt
Nichts mehr zu wollen oder
Noch erledigen zu müssen
Weil Sein am Ende alles ist
Was wir haben können

jens tuengerthal 16.8.26

Regensonntag

Regensonntag

Der Sonntag schenkt Berlin gerade
Das beste was sein kann mit der
Kombination von Regen und Ruhe
Kühlte es nach großer Hitze ab
Wird der Staub der heißen Tage
Abgewaschen für frische Luft die
Wieder tief atmen lässt dankbar
Trinken die Pflanzen alle nach
Dem Wechsel zum Spätsommer
Der sich fast wie Herbst schon
Wunderbar gelassen anfühlt 
Zu heiß zu trocken zu tödlich
War dieser Sommer der uns
Vor dem Klimawandel warnte
Den alle schnell wieder als nur
Wetter abtun wenn es regnet
Was leider einen Schatten über
Den gerade Traum von oben legt
Nichts wird besser wenn es nun
Endlich wieder regnet als das
Wetter was infolge unerträglich
Zumindest aber lässt sich nun
Der verregnete Sonntag hier
Genießen als wäre alles gut
Wie im Herbst bei Tee Zuhause
Was braucht es noch mehr

jens tuengerthal 16.8.26

Samstag, 15. August 2026

Lektürentagebuch 15.8.26

Lektürentagebuch 15.8.26

Im 6. Kapitel lässt Sebastian Teruel
Die Reisegruppe zur Oase kommen
Wo sie herzlich begrüßt wie als
Freunde aufgenommen werden

Eigentlich wollte Heinrich gerne sofort
Zum Eremiten gehen doch davor liegt
Das Abendessen mit den Ältesten der
Siedlung was Heinrich ungeduldig

Mehr erträgt um dafür auch auf eine 
Harte Probe gestellt zu werden mit
Esoterischem Gerede über die Seele
Als gäbe es eine solche in der Natur

Wobei Heinrich ja noch auf der Suche 
Nach höherer heiliger Wahrheit ist
Die er im Rausch schon vor sich sah 
Wieder schwer erträgliches Gelaber

Küchenesoterik mischt sich mit den 
Standardformeln schlichter Weisheit
Durch die Seiten gekämpft und es mit
Humor dabei zumindest genommen

Diesmal macht der kluge Georg
Zumindest eine Bemerkung die
Kritisch denkenden Menschen den
Ganzen Irrsinn leicht offenbart

Gut recherchiert hat Sebastian zu
Sitten und Gebräuchen der Völker
In der Wüste und gibt sein Wissen
Im Gespräch dabei auch weiter 

Mal referiert der Oberst von Schick 
Dann übersetzt oder meint Umma
Eine kleine romantische Szene die
Mehr versprach wird einfach nichts

Es mit Humor zu betrachten ist wohl
Der beste Weg zum Umgang mit
Diesem Hokuspokus darüber lachen
Hilft den Irrsinn lächelnd zu ertragen

An Life of Brian denken ist dabei
Vielleicht der Schlüssel es mit einem
Lachen lieber zu lesen als diesen 
Religiösen Wahn ernst zu nehmen


Nach zu viel Esoterik noch ein wenig
In die Epoche der Aufklärung wie den
Blick auf sie mit Egon Friedell in der
Kulturgeschichte der Neuzeit

Unter der Überschrift Pleiß-Athen wird
Über Leipzig als geistige Hauptstadt
Deutschlands berichtet als Sitz der
Messe wie der vornehmsten unter

Den deutschen Universitäten wie 
Friedell hier meint ohne es weiter
Zu begründen als Metropole des 
Buchhandels war sie modisch galant 

Worauf heute vermutlich keiner mehr
Käme der an Sachsen noch denkt
Dennoch sei alles was Sachsen
Damals hervorbrachte eine pure

Korrepetitionsliteratur gewesen sei
Methodisch verkniffen verprügelt wie
Pedantisch korrekturwütig dabei noch
Unermüdlich im Wiederholen dieser

Einzig liebenswürdig dabei sei noch
Christian Fürchtegott Gellert gewesen 
Den Friedrich der Große coulant als 
Kompliment nannte er schrieb ganz

Harmlose Weisheiten mit Zärtlichkeit
Die vor allem vielen Frauen gefielen 
Erinnert an den Grossvater der im
Kinderzimmer seine Witze erzählt

Seine Fabeln und mehr sei von ihm
Nicht übrig geblieben wirkten als ob
Sie Stücke für die Unterstufe seien 
Waren etwas altjungferlich dabei

So wie Gleim etwas vom alternden 
Junggesellen hatte mit den um ihn 
Gescharten Anakreontikern eher
Linkisch als je amourös wirkte

Sie waren verliebt in die Idee von 
Verliebtheit waren nie betrunken
Sondern nur von der Idee berauscht
Weshalb Kant sie läppisch nannte

Seit 1730 war Gottsched der absolute
Literaturdiktator durch sein Hauptwerk
Die critische Dichtkunst in der er ganz
Streng Aristoteles und Horaz folgte

Aber schon ein Jahrzehnt später
Wurde er wieder gestürzt durch die
Schweizer Bodmer und Breitinger
Die Poesie sollte danach besonders

Außerordentlich und wunderbar sein 
Aber müsse immer wahrscheinlich
Dabei noch bleiben was sie bei Äsop
Am ehesten verwirklicht sahen

Dabei waren die Standpunkte im
Grunde relativ ähnlich im einzelnen
Uneinig wie feindliche Brüder jedoch
In ihrer Kunstfremdheit sich ganz nah

Jedenfalls wurde der Tyrann durch
Sie gestürzt und Goethe schrieb 1765
Ganz Leipzig verachte Gottsched was
Zumindest eine Befreiung doch war

Zeitweise war er noch das literarische
Gewissen der Neuberin die in der
Deutschen Theatergeschichte eine 
Wichtige Rolle wohl spielte 

Später überwarf sie sich mit ihm
Brachte ihn als Parodie auf die Bühne
Sie war hübsch gescheit gebildet 
Temperamentvoll nur wie alle Stars

Die auch noch Direktorinnen sind
Sehr herrschsüchtig und dabei auch
Rechthaberisch spielte nicht nur auf
Der Bühne am liebsten Hosenrollen

Als Gründerin der Leipziger Schule
Setzte sie auf pünktliche fleißige
Proben Ehrbarkeit sorgfältige
Versdeklamation und runde wie

Gepflegte anmutige Posen berühmt
War ihre Verbrennung des Harlekin
Auf offener Bühne aber sie wurde 
Mit der Zeit unmodern und ließ es 

Währenddessen kam in Wien die
Hanswurstdynastie zur höchsten 
Blüte und hätte sich dort bis heute
Erhalten und alles folgende überlebt

So blieb die barocke Stegreifposse
Noch in Fortsetzung bis Nestroy 
Dabei lässt der auch Theaterkritiker
Friedell offen ob das gut so ist

Mit wunderbar spitzen Kommentaren
Blickt Friedell hier auf das Theater
Wie die Literatur der Aufklärung und
Spottet dabei wieder sehr menschlich

jens tuengerthal 15.8.26

Helminachbarschaftsfest

Helminachbarschaftsfest

Der Helmholtzplatz feiert heute ein
Nachbarschaftsfest mit einer sehr
Beeindruckenden Fotoausstellung
Über und von Obdachlosen die
Hier am Platz leben und viele der 
Gesichter dort waren mir bekannt
Aufgrund der großen Hitze war ich
Nur kurz einmal dort.werde aber 
Am späteren Abend nochmal
Vorbeigehen und ein wenig plaudern
Die Bilder sind wie sichtbar lohnend
Es ist ein Stück Berliner Kultur
Zugleich veranstaltet dort die 
Initiative SUN was ausgeschrieben
Solidarität unter Nachbarn heißt 
Ein Fest der Begegnung was zu
Schönen Gesprächen schon führt

jens tuengerthal 15.8.26