Lektürentagebuch 4.7.26
In Kapitel 3 das Die große Loslösung
Heißt beschreibt Stephen Greenblatt
In Dunkle Renaissance viel aus der
Schulzeit von Christopher Marlowe
Vorangestellt ist dem noch eine
Charakterisierung die seinen eher
Impulsiven Charakter beschreibt wie
Die ärmlichen Lebensumstände
Ob Marlowes Vater oder Mutter schon
Lesen konnten ist unklar allein Jungen
Gingen zu dieser Zeit zwei Jahre im
Durchschnitt zur Schule bevor sie
Für den Lebensunterhalt arbeiten
Mussten warum und wie Marlowe
Für die Kings School ausgewählt
Wurde und wer das Stipendium
Bezahlte was etwa dem Jahreslohn
Eines normalen Arbeiters entsprach
Ist dabei so unklar wie vieles im
Leben des Christopher Marlowe
Der später in feinsten Kreisen noch
Verkehrte direkten Zugang zu den
Engsten Beratern der Königin hatte
Im Geheimdienst wohl arbeitete
Über die Lebensumstände vom
Christopher und seiner Familie
Wird berichtet was bekannt ist
Über anderes gewagt spekuliert
Bekannt sind viele Klagen des
Vaters gegen Schuldner wie die
Ehen seiner Schwestern von denen
Eine mit zwölf schwanger wurde
Die jüngste heiratete den in
Canterbury verrufenen Gastwirt
Wurde später von anderen der
Zeterei wie Gotteslästerei beschuldigt
Warum der schon ältere Marlowe zum
Stipendiat der King’s School wurde ist
Völlig unklar wie das meiste über die
Jugend des später genialen Dichters
Greenblatt sieht in ihm das betont er
Immer wieder gerne den Schlüssel
Zum Beginn englischer Renaissance
Was aber immer gewagter noch klingt
Als seine Hypothese vom Beginn
Der italienischen Renaissance durch
Die Wiederentdeckung des Lukrez
Die schon an sich logisch absurd ist
Die Suche nach lateinischen Texten
Durch italienische Humanisten wie
Den Sekretär des Papstes der auf
Dem Konzil zu Konstanz gerade erst
Abgesetzt worden war zeugt bereits
Vom Geist der Renaissance den die
Wiederentdeckung erst geweckt
Haben soll was kritisch bedacht
Fragwürdig amerikanisch eher scheint
Als solle Poggio Bracciolini der den
Text in Fulda oder Sankt Gallen fand
Heiliger des Atheismus nun werden
Sicher hat die Wiederentdeckung des
De rerum von den Dingen der Natur
Das Denken der Zeit verändert aber
Konnte es auch weil es offen war
Ein ähnlich durchsichtiges Schema
Verfolgt Greenblatt hier bei Marlowe
Der zur Schlüsselfigur damit für die
Englische Renaissance werden soll
Davon abgesehen erzählt Greenblatt
Schön und plaudert Mutmaßungen
Über den Weg des so impulsiven
Marlowe als Lateinschüler
Ob er das naheliegende dabei noch
Verschweigt um so die Spannung
Zu erhöhen die andererseits durch
Vieles schon angedeutet wurde
Ist so unklar wie wem dies noch
Dienen soll zumindest der Aufklärung
Ist solche Art der Information eher
Etwas abträglich als logisch nötig
Es wird der Knabe einflussreiche
Liebhaber gehabt haben die früh
Eine schützende Hand über ihn
Legten bei denen er Atheist war
Wer einmal Bracciolinis wunderbar
Sinnliche Gedichte über den analen
Verkehr und seine Lust las wird
Sehen was der Kult der Antike war
Dies waren vermutlich auch die
Gönner Bracciolinis wie es auch
Die des hochbegabten Knaben
Marlowe waren wozu Greenblatt
Bisher auch in Andeutungen noch
Lauter schweigt als sonst Lexika
Die diese sexuelle Neigung auch
Mit antikem Bezug nahe legen
Werde dennoch das spannende
Buch weiterlesen was sich auch
Um eine anschauliche Darstellung
Der Zeit bemüht nur eben auch
Als typisch amerikanisch wohl
Dabei zu sehen ist und darum
Seine schwulen Stars ohne ein
Wort darüber zu verlieren als
Auslöser in den Mittelpunkt stellen
Wobei beide Schlüsselfiguren sicher
Geistig einiges bewegten aber es
Erstaunt worüber geschwiegen wird
Vermutlich ist solches Versteckspiel
Etwas für Thriller und Krimifreunde
War mir ja eher fern liegt der lieber
Literarisch kritisch aufklärt statt
Der Spannung wegen nur halb
Wie unvollkommen aufgeklärt
Zu werden wo anderes nahe liegt
Was queeres Denken eher zeigte
Die Homosexualität unter Männern
Welche sich leidenschaftlich mit der
Antike beschäftigen ist so wenig ein
Geheimnis wie ihre Verklärung dort
Warum bei Marlowe der nach seiner
Herkunft keine Chance hatte jemals
So hoch gesellschaftlich aufzusteigen
Dazu geschwiegen wird ist unklar
Herrlich komisch wieder schreibt
Ricarda Huch im Lebenslauf des
Heiligen Wonnebald Pück von der
Zufälligen Auffindung der Knochen
Durch ihre Kinder beim Spielen in
Der Ruine des alten Klosters wie
Diese sogleich verehrt wurden
Mit ihnen Wunder geschahen
Beim weiteren Wühlen oder einer
Organisierten Ausgrabung wurde
Ein ganzes Skelett entdeckt dem
Dann eine Kapelle geweiht wurde
Es sollte der heilige Krauti sein
Gegen eine Gebühr konnte das
Volk nun vor ihm beten und so
Auf Wunder für sich hoffen
Der übliche katholische Aberglaube
Auch wenn natürlich Knochen von
Heiligen einer genauen Prüfung durch
Vatikanische Behörden brauchen
Die Einnahmen flossen reichlich
Was dem Kloster gut tat wie dem
Erzbischof der Diözese gut gefiel
Herrn Giselbert von Casalba
Als sich nun eine schottische sehr
Abgelegene Gemeinde beschwerte
Krautis Skelett werde bei ihr verehrt
Er sei nach Irland zurückgekehrt
Dort bei der Bekehrung von Heiden
Erschlagen worden und die Knochen
Bei ihr seien die des heiligen Krauti
Schrieb der Erzbischof diplomatisch
Möglicherweise seien die ihren jene
Von Krauti dann seien jene die schon
Heilige Wirkung entfalteten sicher die
Seines auch heiligen Nachfolgers
Damit konnte die Verehrung wie die
Einnahmen weiter sprudeln und
Wonnebald verdiente eine Belohnung
Wurde zum Bischof von Klus ernannt
Auch weil Klus eine unbedeutende
Heruntergekommene Kleinstadt war
Er dort was nebenan quasi lag auch
Wonnebald besser kontrollieren kann
Wonnebald seinerseits überredet die
Witwe Lux mitzukommen um dort
Bei ihrem Schwiegervater zu arbeiten
Dann als Mann natürlich verkleidet
So waren auch Treffen leichter für ihn
Ohne seinen Ruf zu riskieren und der
Abschnitt endet wie Lux seine erste
Messe zur Einführung beobachtet
Die würdige Tätigkeit des Bischof
In der reich geschmückten Kirche
Auch die kostbaren Gewänder sind
Genau nach seinem Geschmack
jens tuengerthal 4.7.26