Freitag, 26. Juni 2026

Lektürentagebuch 26.6.26

Lektürentagebuch 26.6.26

Mit Franz Hessel geht es heute zum
Spazieren in Berlin zum Glück nur als
Lektüre zu altbekannten Orten dort
Was am Charlottenburger Tor beginnt 

Dieser zu protzige scheinbare Torbau
Stammt real aus dem Jahr 1907 was 
Hessel ganz dezent hier nur bemerkt
Es sind halt heimatliche Gefilde für ihn

Der ab 1888 dem Dreikaiserjahr in
Berlin lebte in dem erst Wilhelm I
Der noch ein Sohn von Königin Luise
Dann sein Sohn Friedrich III nur 90

Tage Kaiser war bis ihn der Krebs
Auffraß wovor der Bart nicht schützte
Wie der peinliche Sohn Wilhelm II
Dem wir viel leider verdanken kamen

Denn eigentlich ist dieses 1938/39
Nochmal verbreiterte Tor das ein
Pendant zum Brandenburger ist
So schlimm wie der Berliner Dom

Kann weg würde ich hier wie Franz 
Beim Dom konsequent noch sagen
Auch wenn der Dom dringender wäre
Wenn Kirche Schinkels Version dort

Doch beim peinlichen Tor das noch
Eine Liebesgeschichte erzählt ist
Der Hessel großzügig und so auch ich
Ausnahmsweise und fahre weiter 

Er über die große Kreuzung auf der
Noch Straßenbahnen verkehrten
Bevor der Westen sie in dummer
Blinder Auto-Ideologie zurückbaute

Wäre da sowohl zu Fuß wie mit
Dem Rad schon viele male lieber
Dem schönen Einsteinufer gefolgt
An Kanal und Spree zum Schloss

Seine Rundfahrt führt ihn so durch
Das alte Charlottenburg zum auch
Namensgebenden Schloss dass noch
Friedrich I für seine Charlotte baute

Nebenbei plaudert Hessel über die
Sommerfrische welche die Siedlung
In ursprünglich Lietzow noch war
Bevor es nach Charlotte benannt

Dann wurde die Sommerfrische zur 
Geschwisterlichen Großstadt die sich 
Kunsthochschule und Technische Uni
Ganz geschwisterlich selbst nahm

Doch wenig später dafür 1920 dann
In Großberlin eingemeindet wurde 
Worüber Hessel teils nur in kleinen
Andeutungen noch nebenbei plaudert

Auf seiner Rundfahrt kommt er nun
Vorm Schloss Charlottenburg an und
Schwärmt uns eine Runde vor bis
Auf den Kaiser Friedrich davor

Der könne gerne weg dafür schlurft
Hessel in Pantoffeln durchs Schloss
Erzählt von Königin Luise wie dem 
Ostflügel den Friedrich II anbaute

Das Schloss lohne trotz Pantoffeln
Zur Besichtigung zumindest wenn
Genug Zeit zuvor für Park und die
Museen gegenüber blieb sage ich

Die beiden Stüler Bauten heute
Genannten waren früher Kasernen 
Und sind dennoch schön wie auch
Hessel staunend lobend erwähnt 

Schöner noch als der ganze Kitsch
Im Schloss sind die beiden Museen 
Die heute dort wohnen sofern sie
Nicht gerade wieder saniert werden

Wie das Museum Berggruen mit
Der klassischen Moderne aus der
Sammlung dieses Galeristen noch
Den ich einmal dort treffen durfte 

Picasso bis Klee in einem kleinen
Feinen Museum das derzeit eine
Baustelle leider nur ist während
Die Sammlung um die Welt tourt

Gegenüber im anderen identischen
Stülerbau der nur ein wenig noch
Ausgebeult wurde wie so vieles in 
Berlin ohne alle Bescheidenheit

Ist heute die surreale Sammlung 
Scharf-Gerstenberg die ganz viele
Wunderbare Werke von Goya über
Max Ernst und andere dort vereint

Nach dem Krieg waren dort die
Alten Ägypter wie Nofretete noch
Zu sehen die heute wieder im
Neuen Museum auf der Insel ist

Spuren davon sind noch durch
Ein ägyptisches Tor im Erdgeschoss
Heute sichtbar das dann zur auch
Spannenden surrealen Sammlung 

Aus der Nationalgalerie führt doch 
Davon war zu Hessels Zeit also vor
1930 hier noch nichts zu sehen wir
Begleiten ihn noch in den auch

Wunderbaren Schlosspark von
Charlottenburg der schon eine
Reise für sich wert wäre auch
Mit Luise Mausoleum darin 

Hier bemerkt auch Hessel der
Ursprüngliche Bau noch nach
Entwürfen von Schinkel war schön 
Der heutige ist es eher weniger

Vom Gang durch diesen ganz
Zauberhaften Park berichtet Hessel
Leider wenig er lohnt schon allein
Der wunderbaren Bäume dort wegen 

Das Belvedere im nordöstlichen Ende
Erwähnt Hessel nur weil dort noch
Friedrich Wilhelm III vor seiner
Geliebten der Gräfin Lichtenau kniete

Zu seiner Zeit waren dort noch
Beamtenwohnungen heute ist es
Ein KPM Porzellanmuseum wie ein 
Langhansscher Aussichtspunkt

Vom Park aus geht die Fahrt weiter
Zur großen Tangente die bis zum
Brandenburger Tor führt jedoch sie
Biegen vorher gen Süden ab 

Vorbei geht es an der Hochschule
Der Künste und der Technischen
Universität in der Hardenbergstraße
Was Hessel sehr liebevoll bemerkt

Als der Führer dann die nahe Kirche
Deren Namen er nicht ausspricht wie
Paul Auster Trump nur No 47 nannte 
Die wohl schönste Deutschland nennt 

Reicht es ihm und er steigt lieber aus
Um ins benachbarte Romanische 
Café zu gehen und Freunde aus
München und Paris dort zu treffen

Die Kirche deren zu langen Namen
Hessel nicht nannte war die heute
Glücklich zerbombte Kaiser Wilhelm
Gedächtniskirche die heute nur als 

Ruine noch übrig ist während dafür
Einer der elenden Eierkartons von
Egon Eiermann den Platz bekrönt
Der innen zumindest schön ist

Hessel wünschte sich die KWGK
Würde für den vorher dort noch
Wunderschönen Baum verschwinden 
Dem schließe ich mich gerne an

Das Romanische Café war eine
Zeitlang der Künstlertreff in Berlin
Heute steht statt seiner das auch aus
Christiane F bekannte Europa Center 

Hier entdeckte unter anderem
Franz Hessel Mascha Kaleko es
Gab dort ein Nichtschwimmer Becken 
Für das breite Publikum und den Rest

Wie ein Schwimmerbecken mit etwa 
Zwanzig Tischen für schon bekannte
Künstler und Intellektuelle die Liste ist
Lang und zählt alle bekannten auf

Verzichte hier wie Franz Hessel auch
Der einfach nur in sein Stammcafé 
Ging auf jede Namensnennung wer
Neugierig geworden wird weiter lesen 

Wenn schon in Künstlerkreisen in 
Berlin unterwegs geht es nun weiter
Mit Cassirer und dem Durchbruch des
Impressionismus mit dem Essay 

Eine Verlängerung der Rue Laffitte in
Berlin über das Handelsnetzwerk von 
Paul Cassirer das Josephine Klinger
Zur gerade Ausstellung schrieb

Klinger erzählt zunächst auch vom
Ökonomischen Hintergrund der aus
Breslau stammenden Familie Cassirer
Die in Berlin von Ost nach West 

Zogen was ihren sozialen Aufstieg
Dokumentiert so war Pauls Onkel
Max Cassirer erfolgreich als
Unternehmer wie politisch aktiv

Der Onkel wie Cassirers Brüder 
Hugo und Alfred waren später
Kunden des Kunstsalons es gab
Ein potentes Netzwerk um ihn 

Die beiden Cousins kamen über
Julius Meier-Graeffe den Cassirer 
Als Unterstützer der Zeitschrift Pan
Kannte mit Paul Durand-Ruel dem

Wichtigsten Händler der Werke der
Impressionisten in Paris in Verbindung 
Was sich etwa bei Rodin teilweise
Auch als kompliziert noch zeigte

Max Liebermann war für die Brüder
Auch mit seinen Kontakten in der
Secession besonders wichtig wurde 
Darum Teil der ersten Ausstellung

Hier werden einzelne Kontakte zu
Sammlern und Künstlern die über
Liebermann zustande kamen gezeigt
Auch in der Berliner Secession

So machte Liebermann Paul zum
Sekretär der Secession was das
Netzwerk noch erweiterte auch
Wenn es Konflikte infolge gab 

Wichtig war Tschudi als Direktor
Der Nationalgalerie bis er im Konflikt
Mit dem Kaiser gehen musste doch 
Zog er ein ganzes Netzwerk mit sich

Unter den Sammlern waren sowohl
Das Ehepaar Bernstein wie auch
Eduard Arnhold bedeutend und der
Künstler Liebermann als Sammler 

Er übernahm etwa einen Cézanne 
Den Tschudi bei Cassirer kaufte der
Vom konservativen Kaiser aber nicht
Genehmigt wurde ist heute New York 

Die Hamburger Kunsthalle unter 
Lichtwark und das Frankfurter Städel
Unter Swarzenski waren wichtige 
Kunden für die Moderne der Zeit

Der direkte Draht nach Paris war
Dabei essentiell dabei ist besonders
Paul Durand-Ruel zu nennen der von 
Gurlitt zu Cassirer wechselte

Der Kontakt war für beide erfolgreich
Besonders mit Monet und Manet 
Konnte gutes Geld verdient werden
Doch gab es auch andere Kontakte

Darunter die Galerie Bernheim-Jeune
Oder Ambroise Vollard der durch eine
Ausstellung mit Cézanne bekannt war 
Von ihm stammt das Zitat des Titels

Wonach Cassirers Galerie eine
Verlängerung der Rue Laffitte wäre
Dort im 9. Arrondissement hatte er
Wie andere Händler ihre Galerien

Später verkaufte er nicht nur in 
Kommission sondern handelte
Auch als Partner etwa beim Kauf
Von 35 Manets für eine Millionen

Cassirer durfte als erster dabei
Anbieten und verkaufte etwa die
Familie Monet an Arnhold oder
Die Nana an Behrens heute Hamburg

Als der alte Renoir Tilla Durieux 1914
Im Auftrag von Cassirer malte dieser
Das Bild aber wegen Kriegsausbruch
Nicht noch feucht mitnehmen konnte 

Ließ er es bei Durand-Ruel der es
In seinem Auftrag bei Franz Hessel
In der Rue La Boétie abholen und
Verwahren sollte dort blieb es

Bis in die Zwanziger Jahre noch
Weil durch den Krieg alle Kontakte
Wie finanziellen Transfer zeitweise
Unterbrochen worden waren

Eine der bedeutendsten wie auch
Ökonomisch dazu noch lukrativsten 
Entdeckungen Cassirers war aber
Das Werk von van Gogh das er

Über die den Nachlass verwaltende
Schwägerin van Goghs bekam so
Zeigte er in seinen Galerien zehn
Ausstellungen mit dessen Werken 

Es ist Cassirers Verdienst dass
Sich ein erheblicher Bestand der
Werke van Goghs in deutschen
Sammlungen befand und ist

Sein weit verzweigtes Netzwerk 
Zeigt sich in den Wegen der Werke
Bis nach Australien Japan oder in 
Die USA sogar nach Südamerika

Seine Reichweite und Wirkung als
Kulturpolitischer Unternehmer ist bis
Heute in zahlreichen Sammlungen
Auf der ganzen Welt noch sichtbar

jens tuengerthal 26.6.26

Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein

Gerne reden wir heute vom nötigen 
Verantwortungsbewusstsein dessen
Mangel weiter zu begründen wie es
Eine Politik ohne Rezepte für eine 
Zukunft die nur Ausreden sucht macht

Das Vorbild politischer Führung führt
Zur Vernachlässigung persönlicher
Verantwortung was nur das Chaos
Stiftet das weiter zerstört statt noch 
Kreativ etwas irgend zu gestalten 

Menschen fliegen aus Spaß weiter
Durch die Welt weil der Kanzler 
Wie seine Politik ein Vorbild dafür sind
Kerosin weiter noch subventionieren
Keiner übernimmt hier Verantwortung

Die Bundesregierung mit den nur
Dollarzeichen in den Augen setzt 
Auf Wachstum obwohl ganz dringend
Von allem weniger gebraucht wird
Wird weiter abgelenkt und ignoriert 

Verantwortungsbewusstsein hieße
Komplex zu denken und endlich die
Konsequenz aus der Entwicklung
Von Klima und Natur zu ziehen
Ressourcen als endlich zu erkennen

Davon bräuchten wir dringend mehr
Statt den Wahnsinn noch weiter mit
Falschen Mitteln zu beschleunigen
Die wie jeder längst wissen kann
Mörderisch für viele sein werden

Jeder von uns ist verantwortlich
Es gibt keine Rechtfertigung für
Ein weiter so mehr weil alles neu
Und anders gedacht werden muss
Darauf dies zu merken kommt es an

Verantwortungsbewusstsein macht
Alle Gesetze entbehrlich weil es aus
Dem Gewissen sich selbst regelt
Mehr davon wäre ein Anfang um
Die Welt nochmal zu retten

jens tuengerthal 26.6.26

Versiegelungsmeister

Versiegelungsmeister 

Deutschland leidet unter der Hitze
Die noch weiter steigen wird weil
Weiter versiegelt wird statt endlich
Mehr Bäumer zu pflanzen was die
Einzige Rettung in der Klimakrise 
Soll der Bau von Autobahnen nun
Als von überragendem öffentlichen
Interesse geschützt werden damit
Schützt diese Bundesregierung noch
Weiter die falsche Politik einer 
Fortschreitenden Mobilität und dafür
Versiegelung der Landschaft dabei ist
Jeder gefällte Baum einer zuviel
Diese Bundesregierung aus alten
Uneinsichtigen Männern verkennt
Was notwendig und geboten ist
Verschärft die Probleme statt sie 
Endlich zu lösen redet sie vom nur 
Wetter auf das sie keine Antwort hat
Merz stoppen heißt damit auch
Leben retten in Deutschland

jens tuengerthal 26.6.26

Nachtgenuss

Nachtgenuss 

Wie herrlich kühl ist doch die Nacht
Denke ich bei dem was uns am Tage
Nun bevorsteht mit bis zu 44 Grad
Sind Nächte ohne Sonne traumhaft

Milde 18 Grad haben wir nun was
Fast zu schade zum schlafen ist
Wenn du endlich klar denken kannst
Statt nur schwitzend zu dämmen 

Schaue raus in die Dunkelheit in der
Die meisten gegen halb drei schlafen 
Weil Morgen ein Arbeitstag ist was
Schon unerträglich genug wird

Besser bekämen alle nun frei um
Zuhause zu bleiben statt das Klima
Noch weiter unnötig aufzuheizen
Die Nächte abgekühlt zu genießen

Kurz sind die Nächte nur an diesen 
Heißen Sommertagen und doch welch 
Genuss ohne zu schwitzen zu laufen
Die Ruhe lieber kühl zu genießen

Über Nacht kühlt die Natur ab
Manche verschlafen diese Zeit
Um wie immer zu leben statt sich
An die Natur besser anzupassen

Genieße die kühlen Zeiten sehr
Die ohne Ventilator erträglich sind
Tag und Nacht zu vertauschen
Ist gerade der wohl bester Schutz

Welch Genuss ist doch die Nacht
Wenn weniger ist was mehr zulässt
Statt nur konform zu funktionieren
Bleibt Zeit für wesentliches uns 

jens tuengerthal 26.6.26

Gönnenkönnen


Gönnenkönnen

Gönnen können ist hohe Kunst
Verlieren aber sich für den anderen
Der den Sieg dringend brauchte
Um weiter mitspielen zu dürfen
Um so mehr zu freuen zeigt dies 
Wie schön dass Deutschland
Heute Ecuador feiern ließ 
Auch wenn dafür ein Spiel
Verloren ging können sich
Die anderen nun freuen
Was noch leichter zu gönnen 
Fällt da es für uns egal war 
Und so freue ich mich heute
Für Ecuador im übrigen ist
Es nur Fußball gewesen
So fand es ein gutes Ende
Nun gönnen zu können
Ist mir eine Freude

jens tuengerthal 26.6.26

EcuadorDeutschland

EcuadorDeutschland

Kaum angestoßen schießt Sané
Das 1:0 nach einer Ecke für die
Deutschen und gleich geht es
Stürmisch weiter im Spiel

Die Schiedsrichterin lässt das Tor
Auch gelten trotz vorherigem Foul
Worüber nun gleich diskutiert wird
Dann schießt Ecuador das 1:1

Die deutsche Mannschaft lässt sich
Ein wenig nach hinten drängen aber
Hat es noch im Griff und schon ein
Schöner Kopfball ohne Folgen leider

Nach kurzer Trinkpause geht es 
Stürmisch weiter hin und her ein
Schöner Sturm von Musiala endet 
In Ecke leider ohne Folgen 

Zur Pause steht es noch 1:1 ein
Spannendes Spiel kaum beginnt
Das Spiel gibt es Elfmeter für
Deutschland der nun geprüft wird 

Der doch nicht gegeben wird wegen
Eines vorigen Fouls von Sané und
Es geht spannend weiter dann wird
Endlich Undav eingewechselt 

Nach der Trinkpause eine riesige
Chance für Ecuador aber es ging
Gerade nochmal gut obwohl es
Nicht gut für Neuer aussah

Dann Chance für Deutschland
Wieder eng vor dem deutschen
Tor es bleibt spannend dann fällt
Nach einer Ecke das 2:1 für Ecuador

Wurde Neuer aus den Händen
Geschossen und zählt leider
Weiter geht es hin und her gute 
Freistoßchance die nichts wird

Undav mit Chance ins Außennetz
Aufregende 7 Minuten Nachspielzeit
Noch ein Freistoß für Ecuador und 
Es ist aus Ecuador gewinnt 2:1

Ob Deutschland nach Montag 
Nach Hause fahren kann sehen wir
Vermutlich dann oder auch nicht ob 
Undav dann früher kommt wer weiß 

jens tuengerthal 26.6.26

Donnerstag, 25. Juni 2026

Lektürentagebuch 25.6.26

Lektürentagebuch 25.6.26

In Teil VIII seiner Verfeinerung der
Deutschen widmet sich Erwin Seitz 
Unter dem Titel Der abenteuerliche 
Bürger im ersten Kapitel Nürnberg

Entsprechend heißt das Kapitel auch
Vom Ritter zum Bürger geht über die
Handelsherren in Nürnberg das neben
Köln zur wichtigsten Stadt wurde 

Darauf deutete im 11. Jahrhundert 
Noch nichts hin zunächst rief
Heinrich III der eine erste kleine Reichsburg errichtet hatte 1050

Einen Hoftag dort ein was auch zur
Ersten schriftlichen Erwähnung führte
Das Grab des frommen Sebaldus dort
Zog Pilger an die auf Heilung hofften 

Konrad III ab 1034 hielt dann auch
Regelmäßig Hoftage schon dort ab 
Und gründete in der Siedlung am
Fuß der Burg ein Kloster und ließ 

Eine Gewerbesiedlung anlegen 
Unter den Königen Philipp und
Friedrich II wurde der bis heute noch
Erhaltene Kern der Burg angelegt

So entstand mit Vorburg Kapelle und
Stallungen die fast 300 Meter lange
Stadtkrone die originalgetreu nach
Dem Zweiten Weltkrieg saniert wurde 

Im Jahre 1219 erhielt Nürnberg von
Friedrich II das später als Großer
Freiheitsbrief bezeichnete Privileg
Wurde damit eigener Rechtsbezirk

Es gab noch keine Verfassung aber
Die Bürger durften schon selbständig 
Steuern für den König erheben ab
Dem Jahr 1241 wirkten Räte hier 

Erst nach dem Tod von Friedrich II
Oder seines Sohnes gaben sie sich
Eine bürgerliche Verfassung nach
Der ehrbare Bürger Räte wurden 

Dazu gab es Schöffen am Gericht
Wie einen Rat aus Bürgern der Rat 
Bestand aus 26 und ab 1370 aus 42
Bürgern die ratsfähig waren

Dieser Rat wählte seine Mitglieder
Ab 1250 etwa selbst diese Patrizier 
Waren ursprünglich Ministerialen noch
Die sich am Fuß der Burg ansiedelten

Damit verwandelte sich der Ritter 
In einen Bürger es wurde ritterliche
Ehre gegen bürgerliche Vernunft
Getauscht schreibt Seitz hierzu

Aus ihnen wuchsen die Nürnberger
Geschlechter die sich nach antikem
Vorbild patricii nannten so wurden 
Auch acht Handwerker aufgenommen

Seit 1400 lässt sich im Rat der 42 ein
Gremium von sieben älteren Herren
Nur besondere Familien aus dem
Kleinen Rat stiegen dahin auf zeigen

Der Rat der gewählt wurde aus den 
42 Ratsmitgliedern war das Oberhaus
Das die wichtigsten Ämter innehatte
Doch blieb es immer kooperativ 

Die Nürnberger Stadtrepublik blieb
Eine Oligarchie bot aber mehr an
Freiheit als Städte der Antike oder
Das Landleben dieser Zeit

Seitz zählt noch die wichtigsten
Familien der Patrizier auf von denen
Einige wie Holzschuher durch Bilder
Von Dürer auch bekannt wurden

Die ratsfähigen Familien heirateten 
Untereinander oder gelegentlich auch
Patrizier benachbarter Städte noch
Hatten mehr Vermögen als der Adel

Die Nürnberger erlebten einen ganz
Großen wirtschaftlichen Aufschwung
Führten auch Buchführung und ein
Erfolgreiches Kreditwesen dazu ein

Die Stadt handelte mit ganz Europa
War dabei sehr erfolgreich brachte
Neue Erfindungen und mehr was
Den wirtschaftlichen Erfolg verstetigte

Als Kreditgeber auch des Kaisers
Wurden sie politisch mächtiger und
Konnten so ihre Freiheit verteidigen 
Wurden zur wichtigsten Metropole

Seitz schildert dies sehr gut auch
Wenn die kritische Seite in der
Geschichte Nürnbergs noch nicht
Erwähnt wurde ist es gut gemacht

jens tuengerthal 25.6.26

Todesvorfreude

Todesvorfreude

In Anbetracht des Lebens
Das die meisten klagend führen
Fragt sich woher die Angst vor
Dem Tod noch kommt der doch 
Auch bei zunehmender Hitze 
Kriegen Katastrophen wie dem
Ganzen nationalen Geschrei
Immer verlockender scheint
Als das weiter so noch um
Für immer seine Ruhe zu haben
Nichts mehr zu müssen
Von allen Funktionen befreit
Körperlich wie geistig dabei
Dahingestellt was bei wem 
Noch mehr je ausmachte 
Bleibt nichts als Erinnerung
Die noch dazu gut sein soll
Der Erde damit noch gut tun
Statt sich weiter zu streiten 
Mit Idioten die nichts verstehen
Seine Ruhe für immer haben
Klingt immer verlockender als
Das weiter so noch länger
Hinter sich zu bringen
Ruhe in Frieden ist
Paradiesisch

jens tuengerthal 25.6.26

Bachmann 100

Bachmann 100

Dichterinnen gedenken ohne
Ihre Worte zu nennen ist müßig
Ihnen mit diesen ein kleines
Denkmal setzen ist mehr
Als Daten und Zahlen
Schweige darum um
Sich vor ihr um so
Tiefer zu verneigen 
Ingeborg Bachmann
Zum 100. Geburtstag

jt 25.6.26

HEIMWEG

Nacht aus Schlüsselblumen
und verwunschnem Klee,
feuchte mir die Füße,
daß ich leichter geh.

Der Vampir im Rücken
übt den Kinderschritt,
und ich hör ihn atmen,
wenn er kreuzweis tritt.

Folgt er mir schon lange?
Hab ich wen gekränkt?
Was mich retten könnte,
ist noch nicht verschenkt.

Wo die Halme zelten
um den Felsenspund,
bricht es aus der Quelle
altem, klarem Mund:

„Um nicht zu verderben,
bleib nicht länger aus,
hör das Schüsselklirren,
komm ins Wiesenhaus!

Reinen Fleischs wird sterben,
wer es nicht mehr liebt,
über Rausch und Trauer
nur mehr Nachricht gibt.“

Mit der Kraft des Übels,
das mich niederschlug,
weitet seine Schwinge
der Vampir im Flug,

hebt die tausend Köpfe,
Freund- und Feindgesicht,
vom Saturn beschattet,
der den Ring zerbricht.

Ist das Mal gerissen
in die Nackenhaut,
öffnen sich die Türen
grün und ohne Laut.

Und die Wiesenschwelle
glänzt von meinem Blut.
Deck mir, Nacht, die Augen
mit dem Narrenhut.


Die gestundete Zeit

Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.

Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.


Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn ...
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.


Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt.
Das Unerhörte ist alltäglich geworden. Der Held bleibt den Kämpfen fern. 
Der Schwache ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.


Reklame

Wohin aber gehen wir
ohne sorge sei ohne sorge
wenn es dunkel und wenn es kalt wird
sei ohne sorge
aber
mit musik
was sollen wir tun
heiter und mit musik
und denken
heiter
angesichts eines Endes
mit musik
und wohin tragen wir
am besten
unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
was aber geschieht
am besten
wenn Totenstille

eintritt

1956


Anrufung des großen Bären

Großer Bär, komm herab zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und mißtrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblößten Zähnen,
alter Bär.

Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.

Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
daß er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.

s' könnt sein, daß dieser Bär
sich losreißt, nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den großen, geflügelten,
die aus dem Paradiese stürzten.


Ich bin ein Strom,
mit Wellen, die Ufer suchen.
[…]
Ich bin satt von der Zeit
und hungere nach ihr.
[…]
Tief im Grund verlang ich immer
alles restlos zu erzählen,
in Akkorden auszuwählen,
was an Klängen mich umspielt.
[…]
Ich weiß die Welt näher und still.


Die Axt der Nacht fällt in das morsche Licht.


Ich bin mit Gott und seiner Welt zerfallen,
Und habe selbst im Knien nie gefühlt,
dass es den Demutfrieden gibt,
den alle anderen sich so leicht erdienen.


In die Muscheln blasend,
Gleiten die Ungeheuer des Meers
Auf die Rücken der Wellen,
Sie reiten und schlagen mit
Blanken Säbeln die Tage in Stück
Eine rote Spur bleibt im Wasser,
Da legt sich der Schlaf hin,
Auf den Rest deiner Stunden,
Und dir schwinden die Sinne.


Wo Deutschlands Himmel die Erde schwärzt,
Sucht ein enthaupteter Engel ein Grab für den Hass
Und reicht dir die Schüssel des Herzens.


In der Dämonen Gelächter gebrannt,
bodenlos, sind die Schalen
dieses glücklosen Lebens,
das bis zum Rand uns bedenkt.


So stoß ich zu dir und bringe die Schatten zum Klingen.


Vielleicht kann ich mich einmal erkennen,
eine Taube einen rollenden Stein…
Ein Wort nur fehlt! Wie soll ich mich nennen,
ohne in anderer Sprache zu sein.


Nachtbeginn

Nachtbeginn

Fragte mich weil noch so früh
Gerade erst gegen zwei Uhr
Wann die Nacht eigentlich beginnt
Merkte es gibt im Deutschen dazu 
Verschiedene Ausgangspunkte
Astronomisch mit Sonnenuntergang 
Nach Alltagssprache und Recht
Geht die Nacht von 22 Uhr bis 6 Uhr
Nutze es nie vor Mitternacht weil
Alles andere noch Abend ist
Obwohl es sprachlich wohl 
Die Mitte der Nacht meint
Mit Kindern sagen wir noch früher
Gute Nacht auch wenn dann erst
Der schöne Abend beginnt weil
Bis dahin mit Kinderkram noch
Vollauf beschäftigt gewesen
Doch die Nacht zum Tag machen
Heißt Licht ins Dunkel bringen
Was nicht immer elektrisch aber
Meist eine Erleuchtung noch ist 
Zumindest für unsere dunklen Ecken
Über die wir lieber schwiegen
Käme nicht alles ans Licht
Auch ungefragt manchmal
Scheint hell oder dunkel für 
Viele noch ein Maßstab zu sein
Der mir in Berlin ländlich scheint
Weil die Stadt nie schläft 
Auch wann und ob sie mit
Sonnenaufgang endet ist
Zumindest im Herbst und Winter 
Umstritten wenn länger dunkel
Für mich immer erst wenn
Ausgeschlafen auch wenn
Nicht immer ausgeschlafen
Sondern nur aufgeweckt
Ohne es dann schon zu sein
Merke ich wie sprachlich komplex
Tag und Nacht doch sind

jens tuengerthal 25.6.26

Lektürentagebuch 24.6.26

Lektürentagebuch 24.6.26

Wolfram von Eschenbach jene Frau
Und ein Festmahl auf der Wartburg
Betitelt Erwin Seitz in seinem Buch
Die Verfeinerung der Deutschen 

Das Kapitel in dem er über den Autor
Des Parzival sehr gut recherchiert
Schreibt und eine Biographie mit
Literarischen Elementen konstruiert

Wenig ist bisher über den realen
Wolfram von Eschenbach bekannt viel
Aus seinen Schriften selbst und teils
Von anderen daraus macht er was

Eschenbach ist eine spannende wie 
Vielschichtige Gestalt die erstmals
Dialektische Prinzipien auch beim
Schreiben trotz Risiken benutzte

Viel spricht dafür dass er aus einem
Geschlecht aus Obereschenbach kam
Was heute Wolfram-Eschenbach zu
Ehren des Dichters des Parzival heißt

Er behauptet von sich er könne nicht
Lesen und Schreiben im Parzival was
Aber wohl nur ohne Studium heißt
Sich von Schriftgelehrten abgrenzt

Deutlich lassen sich aus seinem Werk
Wie sonstigen Versen seine genaue
Kenntnis der aktuellen Literatur auch
Nachweisen wie der Philosophie dazu

Er erzählt zwar eine französische
Geschichte wieder aber eben auf 
Ganz eigene und neue Art wie er
Selbst als Autor im Werk betont

So haben wir im 12./13. Jahrhundert
Erstmals einen Autor der hier den
Diskurs mit den Lesern im Roman
Noch sucht auf Ebenen erzählt

Seine ersten Förderer waren wohl
Die Grafen von Wertheim später
Wurde es Hermann von Thüringen
Bei dem er auf der Wartburg lebte

Der 1170 geborene Eschenbach
Lebte bis 1225 war damit auch
In einer Zeit des Übergangs in der
Staufer und Welfen um Herrschaft

Rangen später bei Philipp auch den
Gegenkönig zu diesem Staufer
Noch stellten bis zur Zeit von 
Friedrich II dem stupor mundi 

Oder das Staunen der Welt noch
Genannten großen Staufer der
Womöglich Eschenbach noch in
Nürnberg auf der Burg auch traf 

Während im Parzival noch die
Geschichte der ritterlichen Ideale
Auf der Suche nach dem heiligen 
Gral überwiegen ändert sich dies

Im späteren Werk Eschenbachs
Auch sind seine Tag-Gedichte in 
Denen er konkrete erotische 
Situationen schon beschreibt viel

Weitergehend als die sonst keusche
Hohe Minne seiner Zeit was ihm
Wohl auch Ärger mit einer Dame
Die er im Parzival erwähnt brachte

Damit auch ohne Namen bloßstellt
Weil sie sich ihm verweigerte als
Er mehr als nur hehre Minne will 
Die sie ihm aber verweigert hat

Vieles ist unbekannt über die genauen
Hintergründe dabei aber wie Seitz hier
Herleitet welche Wertheimer Gräfin 
Gemeint sein könnte ist sehr gut

Nicht weil interessant wäre wer mit
Wem wann im Bett war in Franken
Sondern weil es den Autor damit im
Menschlichen Kontext klarer zeigt

Einer der mit der Frau seines Gönners
Ins Bett will und das als diese sich
Weigert zu Literatur öffentlich macht
Ist schon mutig und riskiert viel

Bedenke ich wie heute noch unter 
Damen von Familie geredet wird
Sie dich unmöglich machen wenn
Es ihnen gefällt wird dies deutlich

Auch wie die Geschichte von Parzival
Der einfach aus dem Wald kam dort
Einen Ritter sah und beschloss einer 
Selbst zu werden erzählt wird passt

Dessen Lehrjahre sein Scheitern auf
Der Gralsburg wo er Amfortas Leiden 
Nicht würdigt und diesen nicht erlöst
Seine Wanderjahre bis zu seinem

Diskurs mit dem Einsiedler seine
Trotzige Abwendung von Gott wie 
Seine Rückkehr die ihn Gralskönig 
Werden lässt wird beschrieben

Das alles mit Bezügen zum Leben
Des wohl auch Genießers unter den
Poeten Eschenbach der genau die
Speisen der Tafel noch beschreibt

Dazu viel Wert auf Wissen und
Kultur auch legt was den Ritter 
Über die Abenteuer hinaus noch
Besonders als gut auszeichnet

Spannend wird auch beschrieben
Mit teils längeren Zitaten belegt wie 
Er auch die Grausamkeit der Christen
Gegenüber Muslimen deutlich rügt

Sein spätes Epos Willehalm wagt 
Dies nennt das Gemetzel grausam
Was zur Zeit von Karl Martell spielt
Dies könnte Friedrich II gefallen

Er lästert noch an zwei Stellen
Ausdrücklich über Nürnberg das
Auf Sand gebaut wäre und deren
Schmiede überschätzt würden

Diese galten zu dieser Zeit als
Die besten im Reich so war der
Dichter Eschenbach wohl immer
Ein Querdenker in seiner Zeit

Einerseits lobte er das höfische
Leben etwa in Thüringen wo wohl
Prächtig getafelt auch wurde aber
Andererseits kritisierte er auch dort 

Seitz gelingt in dieser Beschreibung
Des relativ unbekannten Eschenbach
Ein schönes Stück Kulturgeschichte
Die auch Kulinarisches nicht vergisst 

jens tuengerthal 24.6.26