Freitag, 18. September 2026

Bescheidenheiter

Bescheidenheiter

Das weniger mehr ist ist weniger
Eine Mahnung zum Verzicht um
Den Planeten im Gleichgewicht
Halten zu können was fraglos
Schon für sich Grund genug wäre
Dem kategorischen Imperativ folgend
Damit pflichtbewusst zufrieden zu sein
Sondern ein Aufruf zum Genuss
Der so gewonnenen Zeit die sich
Mit weniger zufrieden gibt sich
Dabei erleichtert zufrieden fühlt
In den was ist mehr sieht um 
Aus nahezu nichts viel zu machen
Das dauerhaft glücklich macht
Es ist also eine doppelt gute Haltung
Die mir mehr Zufriedenheit schenkt
Wie mehr von der Welt übrig lässt
Damit alle genug haben keiner
Mehr in Kampf und Konkurrenz 
Andere besiegen muss sondern
Lieber mit weniger zufrieden ist
Dadurch mehr für sich gewinnt
Was weniger Magie ist die aus 
Nichts etwas macht sondern die
Schlichte Vernunft der Aufklärung
Die wie Kant in Königsberg bleibt
Dort vollkommen zufrieden ist
Statt immer mehr zu wollen
Denn am Ende ist Eigentum
Diebstahl der mir Freiheit raubt
So habe ich als Habenichts alles
Erreicht und brauche nichts mehr
Mehr kann keiner erreichen

jens tuengerthal 18.6.26

Bibliotheksheimatlich

Bibliotheksheimatlich

Gelegentlich mache ich noch
Ausflüge in die äußere Welt
Um wieder zurückgekehrt
Jedesmal festzustellen wie
Schön es in meiner kleinen
Bibliothek auf Reisen in die
Geistige Welt der Bücher ist
Erspart mir allen Hass der im
Wahlkampf immer polarisiert
Weitet den Horizont weit mehr 
Als alle Wege je führen und
Schenkt völlige Zufriedenheit
Als dort glücklicher Leser beim
Feinen Tee mit Keksen dazu
Scheint das größte Glück erreicht
Manche behaupten die Welt der
Bücher sei nicht wirklich warum
Es darauf ankäme wie sich 
Etwas auf der Straße bewährte 
Doch ist was draußen ist für mich
Als glücklicher Leser völlig egal
Genug gute Bücher zur Wahl
Schenkt völlige Zufriedenheit
Tiefere Befriedigung als alles
Was draußen begegnen könnte
Wer es teilen will kommt vorbei
Zusammen lesen ist wunderbar
Die Welt ist mir völlig egal
Glücklich in meiner Bibliothek
Genieße ich das Leben für mich
Mehr findet sich nirgendwo

jens tuengerthal 18.9.26

Lektürentagebuch 17.9.26

Lektürentagebuch 17.9.26

Über Haus und Malerwerkstatt von
Giovanni Santi schreibt in seiner
Biographie Raffael kenntnisreich der
Restaurator Antonio Forcellino 

Welch geistiger Hintergrund damals
Die Malerei veränderte und wie dieser
In der berühmtesten Malerwerkstatt 
Von Urbino wirkte wird dabei deutlich

Im Geist der Renaissance geht es
Um die Nachahmung der Natur in
Ihrer ganzen Komplexität was die
Bildsprache auch völlig veränderte

Eine seit tausend Jahren schon
Starre Bildsprache änderte sich
Die mystisch spirituelle Betrachtung
Der Welt wandelte sich plötzlich

Es ging nicht um religiöse Wirkung 
Allein sondern um Ästhetik und die
Entsprechende Abbildung der Natur
Die ähnlich statt symbolisch wurde

Mit dem Humanismus wurde die 
Antike und ihre alten Mythen in Geschichten wiederentdeckt wie
Proportionen und Perspektive dazu

Dabei haben die Flamen mit der
Öl Malerei Techniken entwickelt die
Farben und Schatten intensiver noch
Machten also möglichst authentisch

Dagegen versuchten die Florentiner
Den Raum zu kontrollieren den sie 
Mit der Linearperspektive ganz streng
Mathematisch geometrisch erfassten 

Um das Jahr 1470 kreuzten sich die
Wege in Urbino wo die Hauptvertreter
Der italienischen und der flämischen
Malerei zusammenkamen bei dem

Feingeistigen Herzog der dort etwa 
Pietro Della Francesca mit seiner
Klaren Zeichnung und der perfekten
Perspektive durch Geometrie auf

Rogier van der Weyden und Jan van 
Eyck treffen ließ mit ihren Ölfarben 
Giovanni Santi lernte dort von beiden 
Arbeitete für beide Seiten dabei

Genau erklärt Forcellino hier wie
Bisher Farben gemischt und auch
Glatte Untergründe hergestellt wurden
Hier wird der Restaurator lesbar

Erläutert spannend welche Details
Zu einer Vermischung der beiden
Techniken in Urbino führten dabei
Wurden Öl und Tempera kombiniert

Giovanni Santi verwandte die Technik
Der Flamen aber blieb mit seinen 
Exakten Zeichnungen auch noch der
Italienischen Tradition weiter treu

Zu seinen feinen Zeichnungen war
Mal eine Ausstellung im Städel und
Es finden sich dort 23 Zeichnungen
In der graphischen Sammlung 

Diese zeigen deutlich Elemente der
Italienischen Renaissance bei teils
Noch sehr ikonographische Motiven 
Zeigen die Verbindung der Wege

Santi war bemüht stets einen auch
Perspektivischen Raum zu schaffen
Was seinen intellektuellen Zugang
Zur Malerei deutlich uns zeigt

Andererseits zeigen florale Details
Nach streng botanischen Kriterien
Wie vollendet nuancierte Himmel
Die Übernahme flämischer Technik

Dabei zeigt er dennoch das was die 
Malerei der italienischen Renaissance
Ausmacht die Erhabenheit noch des 
Menschen die ihm eine Würde gab 

So war Santi als Künstler voll auf der
Höhe der Zeit und nahm Einflüsse 
Verschiedener Schulen in sich auf
Auch wenn vieles langsam ging

Eine Malerwerkstatt hätte damals
Eher einer Fabrik als einem Atelier
Geähnelt die Vorbereitung aller dazu
Nötigen Materialien stand im Zentrum

Dort wo Farben hergestellt und die
Untergründe der Bilder geschaffen
Wurden verbrachte der kleine Raffael
Die ersten zehn Jahre seines Lebens

Santi hatte als erfolgreicher Künstler
Am Hof auch höchste Ämter in der
Stadt Urbino inne wie etwa das des
Prior der Stadt 1487 und bekam

Weitere ehrenvolle Aufträge etwa in 
Mantua Isabella d’Este und auch
Ludovico Gonzaga zu porträtieren 
Erkrankte und starb jedoch 1494

Raffael Santi war also elf Jahre beim
Tod seines Vaters jedoch auf einem
Guten Weg dank der bisher schon
So glücklichen Umstände für ihn


Hell sind die Septembertage bei 
Eduard von Keyserling beschrieben
Alles war am Strand in Bewegung
Die Wolken oben Netze und Röcke 

Der Fischerfrauen unten wie die
Wellen die starker Wind nun an den
Strand trieb wie die Halme auf der
Düne im Brausen zitterten dort

Geheimrat von Knospelius erzählt
Hans mit dem er gemeinsam dort
Spaziert dass er seinen Abschied
Genommen hätte wie der ja wisse

Der Wind fülle seine Tage genug 
Mit dem Kampf gegen ihn aus 
Während Hans sich über den Wind
Ärgert der das Meer ständig verändert

Hans erklärt er sei vom Meer völlig
Besessen das er nicht zu fassen 
Bekomme worauf der Geheimrat
Nur so so murmelte und ihn ansah

Eine Besessenheit sei ja bequem
Die käme einfach ob er wolle oder
Nicht so wie früher sein Büro in 
Das er ging ob er wollte oder nicht

Sie reden noch über Doralice die nun
Kleider für Fischerkinder näht dann
Verabschieden sich die beiden und
Doralice saß da und nähte was so

Aussah wie beruhigt als sei alles in
Ordnung nur hielt sie es nicht lange
Dabei aus das Säumen machte ihre
Finger nervös bald warf sie es weg

Sie reden dann wieder aneinander
Wunderbar beschrieben vorbei was
Doralice wütend macht die auf eine
Aussprache sehnlichst noch wartet 

Mit ihren inneren Zuständen und
Zweifeln beschäftigen sich nun die
Nächsten Seiten die dabei eine
Entsprechung in Hans noch sucht

Der aber sprach wenn er sprach
Vom Meer und seiner Darstellung
Sie hoffte auf die große Aussprache
Er bleibt nur gerecht und billig für sie

Nervös versucht Doralice rauchend
Zu lesen aber wirft beides bald weg
Und läuft zum Meer hofft auf eine
Begegnung und arbeitet in Gedanken

An der großen Rechtfertigung noch
Als sie seine Stimme hört der dann
Behauptet er hätte nur Homer zitiert 
Was Doralice ihm aber nicht glaubt

Sie schwelgen dann in Erinnerungen
An Italien die dicke Engländerin in 
Den Uffizien die zwei Kneifer trug 
Einen hinter dem anderen dabei

Welch humorvoll schönes Bild hier
Und Hans erinnert sich und auch
An den heißesten Sitz den sie dann
In Erinnerung noch übertreffen will

Lachend erinnert sich Hans wie er
Darauf ein Gesicht wie Giottos
Verzweiflung in der Kirche machte 
Beim Rückweg bleiben sie sitzen

An der geschützten Stelle der Bucht 
Erwarten sie den Sonnenuntergang
Der Geheimrat kam vorbei und war
Von Ferne nur an der Glut seiner

Zigarette in geringer Höhe erkennbar
Er plauderte nett beruhigende Dinge 
Nordostwind verhinderte das Fischen
Hans blieb bei Doralice diesmal

Er liest ihr die weiter näht aus dem
Homer vor wobei sie bald einschläft
Worauf er sie liebevoll zu Bett bringt
Ihre Nächte waren aber unruhig

Dann hörte sie Hans der wieder raus
Ans Meer ging um es zu studieren
Auch er war schlaflos unruhig war
Doralice sicher was sie heiß freute

Die feine Beobachtung der inneren
Spannungen der Gräfin und ihre dabei
Aufmerksame Beschreibung waren in
Diesem Kapitel das zentrale Thema 

Die Suche nach Entspannung wie
Beruhigung ihrer immer Angst treibt
Diese eigentlich völlig nervöse Frau
Was Keyserling brillant beschreibt

jens tuengerthal 18.9.26

Donnerstag, 17. September 2026

Kanzlerstützen

Kanzlerstützen 

Merz müsse unterstützt werden
Wirbt die CDU längst indirekt um
Eine Mehrheit der AfD zu verhindern
Also ein Grauen für das andere

Der unbeliebteste Bundeskanzler
Von dem außer Nörgelei über die
Faulen Deutschen bisher wenig kam
Was irgend produktiven Wert hätte 

Benötigt schon der Stützung weil 
Die Bevölkerung sich abwendet und 
Es gibt kein Argument mehr dafür
Außer die Alternative ist schlimmer

Wir hatten mit Habeck eine sowohl
Kluge wie konstruktive Alternative
Stattdessen wählten die Deutschen 
Den Nörgler vom Andenbündnis

Nur diese wie Koch halten noch
Zum abgehalfterten Kanzler der
Scheinbar nicht auf die Idee kommt
Bessere Politik zu machen anstatt

Ob irgendwer in der CDU stark genug
Schon ist das Leiden zu beenden ist
Offener als die nächste Wahl bei der
Es für Merz nichts zu gewinnen gibt

Einer der rechts überholen wollte um
Die Rechtsradikalen zu halbieren hat
Diese mal eben verdoppelt und die
Beschimpften Bürger alle vergrault

Nach dem Sommer als er scheinbar
Frisch von einem Managementkurs
Kam und positiv kurz wirken wollte
Wurde er wieder der ewige Nörgler

Der Kanzler braucht Unterstützung
Meint die CDU bereits am Ende
Eher braucht er Hilfe beim Abgang
Als noch Unterstützung zu bleiben

Deutschland braucht in der Krise
Eine Kanzlerin die es kann und eint
Statt weiter zu polarisieren mit noch
Mehr Drohungen niemanden erreicht

jens tuengerthal 17.9.26

ZLBAlex

ZLBAlex

Der hässlichste und kriminellste Platz
In Europa der Berliner Alexanderplatz 
Hat nun die große Chance zu einem
Kulturellen Zentrum zu werden

Das Konsumgrauen durch schöne
Träume zwischen Buchseiten so
Zeitgemäß wie konstruktiv ersetzt
Wieder die Mitte völlig verwandelt

Es könnte zu einem Vorbild für das
Ganze Land werden das endlich
Bibliotheken als Tempel des Wissens
Baut statt Tempel für Konsumrausch 

Entstünden dort geistige Welten die
Bekanntlich grenzenlos sind und
Frieden in Ruhe stiften welche gute 
Lektüre immer am liebsten hat 

Kaum vorstellbar schön wäre es
Dieses Zentrum des Grauens voller
Gewalt Hass und Aggression in
Eine geistige Heimat zu verwandeln 

Bedenken wir dass die dafür noch
Erforderlichen 600 Millionen Euro
Dem entsprechen was auch die
Nötige Sanierung der ZLB kostet

Ist die Chance ein Schnäppchen
Was der uneinigen Hauptstadt ein
Geistiges Zentrum endlich gäbe 
Von Osten käme dann das Licht

jens tuengerthal 17.9.26

Kanadassoziation

Kanadassoziation

Die EU und Kanada streben eine
Assoziation an zum Vorteil beider
Als Reaktion auf Trumps Zollterror
Was diesen so sehr ärgert dass er
Gleich neue Zolldrohungen aussprach
Seine ganze Lächerlichkeit damit
Wieder zu offenbaren doch sollte
Europa noch weiter gehen seine
Grenzenlose Freiheit verbunden
Mit Menschenrechten allen öffnen
Wie früher die Welt mit Kolonien
Unter Europäern aufgeteilt wie
Über Jahrhunderte ausgebeutet
Könnte Europa nun die Freiheit
Wie Freundschaft exportieren
Seine Arme für alle öffnen die 
Einen demokratischen Rechtsstaat
Wie die für Europäer erforderliche
Freiheit Gleichheit Geschwisterlichkeit
Garantieren überall auf der Welt
So zum größten Binnenmarkt werden
Der nebenbei Menschenrechte wahrt 
Bauen wir auf globale Kooperation
Statt beschränkte Konfrontation
Sollen die Trumpisten doch an 
Ihren MAGA Burgen ersticken
Die freie Welt braucht sie nicht
Kriminelle Makler und Vergewaltiger
Gehören abgesetzt und eingesperrt
Bis dahin wird Europa die Welt
Damit am Ende zumindest einmal
Wirklich die Guten siegen also
Nehmen wir Kanada auch auf
Wie Australien und alle die den
Anforderungen dazu genügen
Dann würde der Kolonialismus
Das beste Echo finden das eine
Laizistische freie Welt sichert 

jens tuengerthal 17.9.26

Justizfänge

Justizfänge

Wer in die Fänge der Justiz gerät 
Fühlt sich schnell völlig entkleidet 
Statt um Gerechtigkeit geht es dort
Um Erledigung des Übermaß das
Deren Schreibtische füllt wie die
Rechtliche Kontrolle der Bürger
Denen misstrauisch unterstellt wird 
Warum sie schon vorab nur zur
Sicherheit durchleuchtet werden 
Die formale Einschüchterung lässt
Alle Überzeugungen vergessen
Der richterlich gewünschten
Einstellung des Verfahrens dann
Lieber erschöpft zustimmen statt
Weiter um Gerechtigkeit oder 
Ähnlich unbestimmte Begriffe in
Kohlhaasscher Manier zu kämpfen
Erschöpft erniedrigt wird dann 
Wunschgemäß zugestimmt was
Zumindest Rechtsfrieden herstellt 
Der Rechtsstaat sorgt für Ordnung
Gerechtigkeit ist kein Thema aber
Seine Ruhe zu haben ist es wert
Nicht weiter darüber nachzudenken
Selbstgerecht sind die Richter 
Die dieses Recht sprechen noch 
Bürger damit bedrohen doch 
Es brechen ist zu lästig sich
Weiter damit zu beschäftigen
So wird eingestellt und erledigt
Unbestraft der Qual entgangen
Was am Ende wieder zeigt
Der Staat ist einfach lästig
Und kostet uns noch Geld aber
Kohlhaas überlebte auch nicht
Gegen ihn warum es besser ist
Seine Ruhe haben zu wollen

jens tuengerthal 17.9.26

Mittwoch, 16. September 2026

Lektürentagebuch 16.9.26

Lektürentagebuch 16.9.26

Schon in der Nacht nach drei Uhr
In Wellen gelesen und noch das
Dreizehnte Kapitel vollendet das
Mit Tee im Bett wunderbar beginnt

Der feine elegante Stil eines
Eduard von Keyserling wird bei
Diesen Details aus dem Leben
Seiner Protagonisten deutlich

Agnes berichtet vom Gespräch mit
Hans und vom Besuch von Hilmar 
Den sie jungen Herr vom Bullenkrug
Dabei nennt der sie sprechen wollte

Doralice erteilt Agnes die Anweisung
Sie sei für ihn nie mehr zu sprechen 
Was diese sogleich umsetzt worauf
Der Baron zum Strand hinab geht

Der Rest aus dem Bullenkrug reist 
Nun wie erwartet ab Musikanten 
Spielen vor der Tür und Doralice
Genießt es dazu tanzend noch

Dann werden sie angewiesen 
Still zu sein und weiter zu ziehen
Weil die Gnädigste Migräne hatte
Traurig geht Doralice hinein

In der Kate ist ihr kalt darum
Geht sie raus auf eine Bank um
Sich neben der alten Wardein
Etwas in die Sonne zu setzen

Hans kommt den Weg hinauf und 
Grüßt freundlich sie geht mit ihm
Hält sein einfach Schweigen nicht
Lange aus fordert ihn auf zu reden 

Was solle er noch sagen meint er
Sie hätte den einen verlassen dafür 
Ihn genommen und vielleicht aber 
Verließ sie ihn dann auch wieder

Darüber empört sich die Gräfin nun
Frau Grill sie brauche keinen der 
Vor ihr knie unter Tränen worauf
Hans ihre Wange zart streichelt

Nun plötzlich fühlt sich Doralice 
Geborgen und sicher an der Seite
Von Hans ohne weitere Gründe
Seine Nähe gab ihr Geborgenheit

So endet die Aufregung harmonisch
Die inneren Schwankungen auch der
Gräfin zwischen ihren Männern fand 
Ende in harmonischer Geborgenheit

Dafür gibt es keine weiteren Gründe
Als die zufällige Tiefe ihres Gefühls 
Das sie eben noch schwanken ließ
Vielleicht braucht Schönheit dies 

Ein vornehmer Hof heißt das Kapitel 
Im Abschnitt zu Giovannis Sohn das
Der Geburt folgt und beschreibt den
Palast von Herzog de Montefeltro

Dieser in Urbino war der modernste
Palazzo Italiens mit seinen Türmen 
Vollendeten Rundbögen und inneren 
Höfen die von Säulen umstanden 

Lorenzo der Prächtige aus Florenz
Hatte um den Bauplan gebeten wie
Auch der Herzog von Mantua aber
Keiner schaffte es diese idealen

Lichtverhältnisse ganz zu imitieren
Das Licht durchflutete den ganzen
Palazzo in dessen Nachbarschaft
Raffael gerade geboren wurde

Dabei half noch der Stein aus Cesena
Der elfenbeinfarben nach seiner Natur 
Wie Alabaster geschliffen sein kann
Was die dort Reliefs noch betonte

Der Palazzo der sich an den Hügel
Schmiegte hatte die ganze Stadt in
Einen Hof verwandelt obwohl Urbino
Nur eine Kleinstadt eigentlich war

Es war der Hof des da berühmten
Fürsten Federico da Montefeltro 
Der sein durch Verletzungen völlig
Entstelltes Gesicht so stolz trug 

Dass die Narben zu einem Attribut
Seiner Würde wurden sein Verdienst
Als Heerführer verwandte er für den
Unverhältnismäßig prächtigen Palast

Er erinnerte an antike Architektur
Suchte aber noch nach eigenen 
Regeln die Raffael später in Rom
Noch weiter ergründen sollte 

Der Herzog hatte die wohl beste
Bibliothek von Italien die mit alten 
Griechischen lateinischen und auch
Hebräischen Handschriften gefüllt war

Federico war mit einer Sforza also
Einer der ersten Familien verheiratet
Hatte einem prächtigen Festsaal der
Mit Details hier beschrieben wird

Doch Federico versammelte auch
Gelehrte und Künstler um sich an 
Seinem so kultivierten Hof über den
Giovanni Santi eine Reimchronik

Verfasste in der er Federicos Palazzo
Nicht menschlich sondern göttlich 
Nennt die Tugend und Eleganz des
Hofes als lebendiges Portrait gab

Mit großer Klarsicht beurteilt er dort
Die besten Künstler seiner Zeit er
Urteilt scharf und treffend wie es
Vasari 60 Jahre später auch tat 

Er erzählt von herrlichen Werken von
Masaccio Lippi Botticelli Leonardo da
Vinci bis van der Weyden und auch 
Jan van Eyck wie die Bellinis dazu

Sein malerisches Idol war Mantegna 
Also auf der Höhe der Zeit auch war
Belesen philosophisch gebildet auch
Die Pädagogik aufmerksam verfolgte 

Erzieher Frederico de Montefeltros
War Vittorino da Feltre der als der
Fortschrittlichste Erzieher Italiens galt 
Sich um antike Ideale bemühte 

Dabei folgte er der Natur für ein 
Harmonisches Gleichgewicht das den 
Kindern ermöglichte ihre Fähigkeiten
Unterschiedlich zu entwickeln

Seine in Mantua gegründete Schule
Legte Wert auf einfache Ernährung
Körperliche Ertüchtigung Spiel und
Lebensfreude warum seine Schule

Auch la Giocosa die Heitere genannt
Er brachte ganz neue Aspekte die das
Wohl des Kindes berücksichtigen in
Die Erziehung mit ein die später auch

Dem jungen Raffael zugute kamen
Der auch lange von seiner Mutter
Statt von einer Amme wie damals
Üblich darum gestillt wurde ob das

Zur von Hingabe und Glück später
Gekennzeichneten Weiblichkeit in
Seinem Werk beitrug scheint mir
Eher gewagt meint aber Forcellino

Über Raffaels Mutter wissen wir
Wenig da Frauen keine Rolle in 
Zeitgenössischen Biographien spielen
Es lässt sich allerdings vermuten 

Nach der Höhe ihrer Mitgift dass sie
Aus gehobenen Verhältnissen kam
Sie machte eine gute Figur bei Hofe 
Trug bei Hofe schwarz und rot was

An italienischen Höfen als Symbol
Höchster Eleganz galt vorbehalten
Für jene die im Vordergrund standen
Aber noch kein Gold tragen durften 

Dies war Adel und Prälaten noch
Vorbehalten wie beliebt Magia bei
Hofe war schließt Forcellino daraus 
Wieviel Wachs ihr Mann anlässlich

Ihrer Beerdigung der Kirche bezahlt
Im Jahre 1491 was 14 Pfund waren
Damit acht mehr als für seine Mutter
Was ein deutliches Zeichen wäre

Das Leben in dem Hause in der
Via Santa Margherita war wohl
Sehr angenehm und Giovanni
War am Hof ersten Ranges schon 

Er schrieb noch eine viel beachtete 
Komödie die zur Hochzeit des Sohnes
Des Herzogs aufgeführt wurde er war
Auch für Portraits bei Hof zuständig

Sein Bild wurde durch Vasari getrübt
Der den Vater Raffaels herabwürdigte
Um den einmaligen Sohn noch zu
Betonen was lange den Blick trübte

Heute ist klar und anerkannt wie
Sehr das Genie des Vaters und
Seine vielfältige Bildung den Sohn
Wie seinen Erfolg auch prägten 

Spannend ist wie kritisch Forcellino
Vasari betrachtet um dafür das Bild
Von Giovanni Santi zu korrigieren
Den Vater des genialen Sohnes

Dadurch steht Raffael eher in einer
Wenn auch kleinstädtischen dennoch
Gebildeten wie wohlhabenden Kultur
Der Renaissance in Italien ist damit

Kein überraschend einmaliges Genie
Auch wenn sicher hochbegabt doch
Teil wohlhabender Hochkultur die
Bewusst ihre Kinder auch bildete

Es ist spannend Raffael als Teil einer
Bürgerlichen Bildungskultur in der
Provinz zu sehen die seine Basis
Als Künstler damit auch legte

Manches erinnert an Montaigne der
Durch seinen Vater aber 60 Jahre
Später in Frankreich eine ähnliche
Erziehung im Geist der Renaissance 

Genießen durfte die das Fundament
Seiner großen literarischen Bildung
So sehr war wie ihn als Philosophien
Und Autor damit auch noch prägte

Dieser Blick auf das humanistische
Ideal der bürgerlichen Bildung das
Die Renaissance mehr prägte als
Einzelne romantische Genies je

Gefällt mir sehr und passt eher
Zu großer Kunst die sich über
Generationen erst dazu entwickelt
Was das plötzliche Genie nie hat

jens tuengerthal 16.9.26