Samstag, 27. Juni 2026

Lektürentagebuch 27.6.26

Lektürentagebuch 27.6.26

Schon in der Nacht oder am frühen
Morgen mit Robert Byron weiter in
Der Weg nach Oxania gelesen dem 
Reisetagebuch aus dem Jahr 1933

Es ist der 19. Oktober 1933 von dem
Robert Byron hier aus 1600 Meter 
Höhe in Qala Julk berichtet was nach
Gequältem Joghurt schon klingt 

Von der Landschaft wie dem dort 
Vermeintlichen Verlust ihres Geldes
Berichtet Byron dabei wie den etwas
Panischen Folgen der Entdeckung 

Die sich später als Fehler zeigen als
Sich das Portmonee unter dem Hemd
Irgendwo fand was seltsam klang
Auch von Plagen mit Flöhen in den

Natürlich völlig verschmutzten noch
Unterkünften berichtet er dabei was 
Für alle Leser abschreckend genug
Nie in die Berge zwischen dem Iran

Wie Aserbaidschan zu reisen wo sie
Am 20. Oktober aus Ak Bulagh auf
Auch 1600 Meter Höhe berichten
Wo Christopher besonders leidet

Dessen entzündete Flohstiche werden
Mit Whisky desinfiziert dazu gibt es
Flüssigen schwarzen Honig und 
Opium mehr konnten sie nicht tun

Am 22. Oktober berichtet er aus
Zinjan aus dem Grand Hotel Rathaus
Vom langen mühseligen Weg nach
Mianeh hinunter wie dort ein Junge

Papyrus von ihnen schnorren wollte 
Wohl Papirossa die Zigaretten aus 
Der ehemaligen Sowjetunion meint 
Was im polnischen heute tatsächlich

Als Wort für Zigarette verwendet wird
Der Einfluss der Sowjetunion im alten
Ostblock kennt auch sprachlich keine
Grenzen bis Ostdeutschland spürbar 

Auch in den Teehäusern werden sie
Unterwegs oft auf russisch noch
Angesprochen aber in den Bergen
Fand Byron es seltsam was nicht 

Erstaunt erfasste doch die alte
Sowjetische Ideologie alles ging
Ins private wie ins öffentliche total 
Als eben totalitäre Ideologie dabei

In einem seltsamen Blockhaus wurde
Von Abbas und den Maultiertreibern
Die Mittagspfeife geraucht der Rausch
Gehört zum normalen Alltag dort

Als seien sie vom Himmel gefallen
Wurden sie von Leuten umlagert
Misstrauische Polizisten wollten noch
Wissen was sie unterwegs fotografiert

Für die Nacht bekamen sie eine
Abstellkammer zugewiesen am 
Morgen erwischte Byron in seinem
Schlafsack 16 Wanzen 5 Flöhe wie 

Eine Laus und Christophers Beine 
Waren weiter dick geschwollen so
Reservierten sie einen Wagen nach
Teheran zurück war sehr lohnend

Wie schön dass Byron der britische
Archäologie meine Abneigung gegen
Jede Reise bestätigt wer muss sich
So etwas antun irgendwo zu sein

Rätselhaft bleibt das menschliche Tun
Für vernunftbegabte Beobachter wohl
In ganz vielem was Gefühl braucht 
Wie große Abenteuerlust noch dazu

So scheint das Reisen etwas eher
Triebhaft begründetes was sich nur
Schwer mit Vernunft erklären lässt
Zumal alle Ethik dagegen spricht


Weiter geht es am 16. September 
1802 in Heidelberg von wo das
Ehepaar Gondela auf der Reise
Ins Paradies der Erinnerung erzählt

Hierher war ihre Hochzeitsreise einst
Gegangen wie würden sie es nun
Viele Jahre später als älteres Ehepaar
Auf Reisen wohl erleben fragt sich

Um drei Uhr schon erwacht fuhren 
Sie in Vorfreude auf den Kaffee in 
Heidelberg wie den schönen Weg
Von Adelsheim im Mondschein los

Gegen fünf bei Sonnenaufgang
Waren sie in Neckarelz schon weil
Die Chausseen im Odenwald wider 
Erwarten sehr gut doch waren

Sie sahen einen Berg den sie für den
Melibokus hielten auf der Höhe liegen 
Am Fuß des steilen Berges kamen 
Sie ins pfälzische Städtchen Mosbach

Sie wanderten dort ein wenig durch
Das herrliche Tal noch dabei steht das
Dunkle innere der Stadt in scharfem
Kontrast zur zart schönen Umgebung

Froh waren sie den Ort zu verlassen
Sie blieben nun bis Neckarelz im Tal
Überquerten in Wimmersbach mit der
Fähre noch den Neckar von da an

Scheint ihm der Weg ganz besonders
Schön über fruchtbare Täler hinweg
Geht der Blick in die so romantische 
Landschaft die Romantiker anzog

Noch bevor diese Epoche eigentlich
Benannt und bekannt fahren zwei
Aufgeklärt kritisch sonst denkende 
Bremer mit romantischen Gefühlen

Durch die wirklich zauberhafte
Landschaft des Odenwalds und
Freuen sich an ihren Erinnerungen
Der eigenen Hochzeitsreise noch

Sobald die Wagen langsamer fuhren 
Wanderten sie in den herrlichen dort 
Wäldern und trafen dabei noch zwei
Elsässer die hinter ihnen fuhren an 

Steilen Stellen das gleiche taten
Von Wimmersbach bis Heidelberg
Waren es noch fünf Stunden als sie
Neckargemünd sahen war es schon

Als würden sie ihre Heimat sehen
Sie lassen am Wirtshaus halten und
Sich Schoppen besten Neckarwein
Zur Feier reichen lese ich und bin

Selbst von lange heimatlicher noch
Erinnerung dort auch gerührt sie
Jedenfalls waren nach einigen dort
Gläsern fröhlich auf dem Weg

Schroffe Felsen wechseln dort mit
Zauberhaften Weingärten sich ab
So wurden die zwei Stunden Weg 
Bis Heidelberg zum Genuss für alle

Gegenwart und Erinnerung sind dort
Ganz innig miteinander verknüpft auf
Dem Weg durchs Neckartal noch lag
Schon bald Heidelberg vor ihnen

Gefühlt nach einer halben Stunde
Schon sahen sie Brücke und die
Ruine des Schlosses am Berg
Wie bekannt war ihnen das alles 

Lese es und denke nur ja wie gut
Kenne ich den Anblick der Stadt
Die wunderbare Romantik die
Heidelberg in Erinnerung weckt

Mit über 25 Jahren Abstand ist
Es eine schöne Erinnerung nur
Statt nie gewollte Qual die es viel
Länger mir noch war auch dort

Sie fuhren durchs römische Tor
Sahen Straßen wieder wie vor 
12 Jahren noch und kehrten auf
Empfehlung dort im Hecht ein

Den hatte ihnen B empfohlen
Von dem sie auch Briefe fanden
Der sie herzlich nach Mannheim
Einlud sie trinken erstmal Kaffee

Dann besuchen sie auf Empfehlung 
Gatterer einen Heidelberger Professor
Wie Oberforstrat noch dazu trafen
Dessen Frau auf dem Weg zu ihm

Dazu gehen sie über die Alte Brücke
Genießen die Aussicht dort um den
Guten Gatterer in seinem Gartenhaus
Mit Frau und Kindern zu überraschen

Sie genießen die Zeit im Garten mit
Blick aufs Schloss mit noch frischen 
Trauben dann kommt noch Hofrat
Medicus den sie schon kannten 

Mit ihm machen sie noch einen
Ausflug zum Schloss sehen dort
Das letzte Licht und violett lagen
Schon die Vogesen tief im Westen

Medicus zeigte ihnen wo etwa 
Konigsbach in den Vogesen lag
Das Ziel ihrer langen Reise am
Haardtgebirge als dessen Fortsetzung

Den Abend verbrachten sie dann bei
Gatterers mit weiteren Gästen und
Mussten versprechen morgen schon
Wieder zu Besuch zu kommen

Was wie Henrich Gondela schreibt 
Ihre Pläne etwas durcheinander warf 
Aber wer konnte eine so herzliche 
Einladung noch je ablehnen

So reiste ich in Gedanken wie mit
Erinnerungen mit den beiden in die
Alte Heimat und fand alles dort mit
Genug Abstand ganz wunderschön 


Auch im Jahr 1802 geht es mit Johann Gottfried Seume auf dessen Spaziergang nach Syrakus dem nun
Heute 3. Band der Anderen Bibliothek

Es ging von Triest nach Venedig über
Seinen 39. Geburtstag am 29. Januar
1802 den er mit Fastenessen in Udine
Relativ unfeierlich einfach beging 

Immerhin in netter Gesellschaft einer
Jungen Mutter und ihres Kindes
Bekamen sie gute Pasta mit Fisch
Er unterhielt sich gerne mit dem Kind

Natürlich war er vorher wieder vor
Räubern gewarnt darum zuerst
Nebenwege der Küste folgend 
Gegangen die aber alle wieder

Auf der großen Straße endeten
Der er im weiteren folgte er traf
Noch Wanderer aus Venedig die
In umgekehrter Richtung genauso

Gewarnt worden waren aber die
Präsenz der Polizei wie auch der
Österreichischen Truppen sorgten 
Für relative Ruhe es ging also gut 

In einem Ort gab es keine Herbergen
Oder sie waren überfüllt mit zuviel
An Betrunkenen dass er sie lieber 
Mied bei der Polizei nachfragte

Nach einigen Umständen die ihn 
Zur Hauptwache der Polizei führte
Fand doch jemand ein gutes Quartier
Weil er auf der Wache nichts frei war

Vor der Überfahrt nach Venedig muss
Er seinen Ausweis bei der Polizei dort
Abgeben und soll ihn später abholen
Die Überfahrt wird sehr unterhaltsam

In Venedig logiert er direkt am
Markusplatz besichtigt viele Kirchen
Die sicher alle sehenswert wie auch
Besonders wären zumindest wenn 

Kirchen einen interessieren was
Bei ihm wohl nicht der Fall war
Ansonsten sei außer auf dem
Markusplatz dort nicht viel los

Venedig sei für Besucher mit
Einigen Kirchen schnell erledigt
Besonders gefällt ihm das Kloster
Der Kapuziner mit schönem Garten

Einmal machen ihn zwei junge
Prostituierte wohl an und wollen
Nicht locker lassen schmiegen
Sich schon ganz eng an ihn 

Doch bevor es zu spät ist und
Auch um ihn geschehen wäre
Stampfte er mit seinem Knotenstock
Auf russisch fluchend laut auf

Darauf hätten sie die Flucht
Ergriffen was ihn auch vor
Allen weiteren Nachstellungen
Bewahrte besonders begeistert

Schien er von der Lagunenstadt
Nicht und im übrigen könnte ja
Alles dazu in bekannten Führern
Auch nachgelesen werden

Besonders aber schwärmt er von
Der Figur der Hebe von Canova dem 
Zeitgenossen der inzwischen in Rom
Lebte den er dort besuchen will

Beim Auslösen seines Ausweises
Gab es erst Probleme bis er auf
Französisch mit dem Polizisten
Sprach der darauf freundlich wurde

Die Italiener unter der Besatzung 
Österreichs seien auf Deutsche
Nicht sonderlich gut zu sprechen
Als Franzose wurde er gut behandelt

Diese politischen Trotzreaktionen
Sind spannend in einer Zeit noch
Bevor es Italien wieder gab kurz
Nach der französischen Revolution

jens tuengerthal 27.6.26



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