Sonntag, 7. Juni 2026

Lektürentagebuch 7.6.26

Lektürentagebuch 7.6.26

Auf der Reise ins Paradies berichtet
Das Bremer Ehepaar Heinrich und 
Christine Gondela am 13. September
1802 aus Würzburg wo es auch von 

Pfalzbayerischen Truppen wimmelte
So wären gerade erst 2500 Mann
Eingerückt und als Garnison dort
Vorläufig nur einquartiert worden 

Überall begegneten sie diesen 
Ihr erster Gang in Würzburg führte
Zum Schloss um das Kunstkabinett 
Dort zu sehen diese Residenz des

Verstorbenen Fürstbischof wird als
Eine der schönsten in Deutschland
Beschrieben etwa von Küttner einem 
Reiseschriftsteller der das alte Reich

Bereiste von 1755 bis 1804 lebte
Über die Residenz in Band IV der
Ausgabe von 1797 bis 1805 schrieb
Was die beiden gern bestätigen

Außer der des Kurfürsten zu Trier 
Hätte er keine prächtigere irgendwo
Gesehen so besichtigen sie dort alle
Räume des besonderen Kunstkabinett 

In diesem wären aus Naturalien die
Größten Kunstwerke nachgebildet
Was ein erstaunliches Erlebnis wäre
Die aber etwas penibel doch wirkten

So sei der Fleiß der Künstler die hier 
Bilder mit Naturalien initiierten wohl 
Anzuerkennen allein manches sei
Besser gemalt als so nur gebastelt

Vor dem Essen sahen sie noch die
Wachparade der würzburgischen
Truppen vor dem Schloss in weiß 
Ihre türkische Musik klang kriegerisch

Den Garten fanden sie der Pacht der
Residenz nicht würdig eher klein wie
Kleinlich noch dazu französisch und 
Holländisch beschnitten langweilig

Bei kaltem windigen Wetter besahen
Sie das Innere des Schlosses lieber
Zimmer und Säle sein prächtig wie
Eines weltlichen Fürsten sehr würdig

Besonders faszinierte sie dort ein 
Spiegelkabinett das sie vervielfachte
Bilder der Familie von Schönborn sind
Teil der Spiegeleinfassungen dabei

Zwei Mitglieder dieser Familie bauten
Die Würzburger Residenz von 1719
Bis 1744 als Fürstbischöfe und loben
Ausführlich die dort Gemälde noch

Die Decken von Tiepolo loben sie in 
Fresken im Speisesaal dabei fand ich
Sein Treppenhaus beeindruckender
Erzählen von Van Deick und Tizian 

Dann loben sie doch noch das
Berühmte Treppenhaus von Tiepolo 
Mit den vier Weltteilen eben der 
Typische Würzburg Klassiker

Traurig sei ihr Führer ein verdienter
Kammerdiener gewesen der keine 
Zukunft ohne Fürsten für die Residenz
Mehr sah auch wenn nicht enteignet

Die Besichtigung des Julius Spitals 
Verschoben sie auf morgen weil sie
Dort Prinz Ysenburg trafen den Chef
Der eingerückte Pfälzer der sich mit

Seinen Offizieren überall vordrängte
Das Verhältnis der Franken zu
Den sie besetzenden Bayern ist
Teilweise bis heute schwierig

Stattdessen besichtigten sie den 
Gotischen Dom mit seinen 17
Altären der vielleicht einzigen
Erinnerung früherer Bischöfe 

Aber zu gotischen Domen hätte er
Ja wirklich schon genug geschrieben
Im übrigen war das Wetter zu schlecht
Irgendwas anderes zu unternehmen

Sie gingen auf ihr Zimmer lasen
Sich Gedichte etwa auf die 
Starkenburg vor die sie auch noch
An der Burgenstraße besuchen wollen

Dort wollen sie sich dann die Verse
Nochmal vorlesen und auf ihre
Richtigkeit vor Ort prüfen was zwar
Ironisch gemeint doch ganz typisch

Nach deutschem Bildungsurlaub
Klingt aber zumindest ein süßes
Geteiltes Hobby ist das sie an 
Ihre Hochzeitsreise noch erinnert

Zwischen Pragmatismus und bloßem 
Standard hat sich in den letzten 
Zweihundert Jahren wenig geändert
Es wird halt nötiges noch erledigt

Interessant dabei aber sind die
Kleinen kulturhistorischen Einschübe 
Die politische Sichten zeigen wie die
Bremer Bürger Fürsten verteidigen

Noch dazu katholische Herrscher die 
Der Reichsdeputationshauptschluss 
Ihrer Fürstentümer beraubt so fragt
Sich der Leser ob die Bremer als

Hanseaten die alte Freiheit des
Reiches verteidigen die bald schon 
Wieder Geschichte auch sein wird
Oder nur gegen die Bayern sind

Jedenfalls werden erstaunlich viele
Auch militärisch relevante Details
Wie der Widerstand der Bevölkerung
Im Reisebericht offen thematisiert

Es sind 1802 die Zustände nicht
Wirklich paradiesisch im Reich das
Vor seinem Untergang nun steht
Die kirchlichen Fürsten enteignet 

Das übrigens hat Preußen erst 
Reich und mächtig gemacht ließ 
Schinkel die Pläne zur Vollendung
Des Kölner Doms später machen

Deutschland als Nation basiert auf
Der Entmachtung der kirchlichen
Fürsten die Enteignung auch des 
Weltlichen Eigentums steht bevor

Noch wagt keiner diese Lösung aller
Finanziellen Probleme die auch alle 
Satellitenumlaufbahnen zum dann 
Kollektiven Eigentum machte was

Space X vor dem Börsengang 
Damit erledigte weil diese alle
Gewinne als Miete für den Platz
Im Weltall an die UN zahlen müssen

Gleiches gilt für den Marktplatz im
Internet dessen Regeln auch nur 
Die Weltgemeinschaft künftig lieber
Bestimmen sollten statt Unternehmer

Aber darum geht es natürlich bei
Der Reise ins Paradies der Bremer
Gondelas nicht aber spannend wer
Im Reich wessen Partei ergreift

Der Jurist Heinrich Gondela war
Senator in Bremen und seine Frau
Christine entstammte einer alten
Bremer Senatorenfamilie noch

Die Reise die sie 1802 unternehmen 
Berichtet zwar von den Zuständen im
Reich kurz vor seinem Ende aber
Diente auch dem Verkauf der

Eigenen Güter und Grundstücke in
Der linksrheinischen Pfalz die nun
Französisch wurde was für die
Gondelas wohl ein Risiko war

Beide hatten noch ihre Hochzeitsreise
1790 nach Heidelberg gemacht wo
Gondela im Alter wieder hinzog ob
Noch mit Christine ist nicht bekannt

Heinrich Gondela hatte im Alter noch
Eine intensive Korrespondenz mit
Therese Huber die eine der Göttinger 
Universitätsmamsellen schon war

Sie war in erster Ehe mit Georg 
Forster verheiratet der wiederum
Mit Cook die Welt umsegelte was 
Zum nächsten Band überleitet

Sie hätte Forster in Göttingen noch
Kennengelernt war mit ihm auch
Nach Mainz gezogen mit Kindern
Wo dieser zum Vorsitzenden des 

Dortigen Jakobiner Clubs gewählt
Worden war was sie zum Anlass
Nahm ihren Mann mit den Kindern
Für den Dichter Huber zu verlassen

So verbinden sich verschiedene
Reisebücher nun miteinander auch
Die Universitätsmamsellen aus der
Anderen Bibliothek stehen hier

Wie schön ist es wenn sich zwischen
Den Bänden der eigenen Bibliothek
Ganz neue Verbindungen zeigen
Die zur intellektuellen Heimat werden

Im großen Traum von Bildung des
Grafen Christian von Krockow lag es
Nun nahe das Kapitel von Cooks 
Letzter Reise zu überspringen um

Über Georg Forsters weiteres Leben
Aus Sicht Krockows zu lesen um die
Brücke zu den Gondelas zu halten
Cook lese ich irgendwann noch 

Spannend ist auch dass in der Zeit
Der französischen Besetzung der
Alten Reichsstadt Mainz dort auch 
Die dortige Loge gegründet wurde

Hier war der französische Baron
Des Saint André maßgeblich wohl
Mitbeteiligt der nach den heute
Widerlegten Gerüchten der Loge 

Der ich einige Jahre angehören durfte
Den Schinderhannes eingefangen hat
Aber das war erst 1802 und da war
Georg Forster wie Cook nicht mehr

Das Kapitel über Georg Forsters noch
Weiteres unstetes Leben heißt genau
So und führt diesen nach Deutschland
Wo wer zuerst seine Sprache erobert

Auch durch Klopstock dabei wohl 
Wie er an den Berliner Verleger 
Spender noch schrieb er möchte nun
Goethes Götz und den Werther lesen

Schon ein Jahr später sieht er sich 
In Briefen klar als Deutscher und 
Wurde so Teil einer Bewegung die
Wieder zur deutschen Sprache will 

In England noch half ihm bei der
Deutschen Übersetzung seines
Buches Rudolf Erich Raspe der
In Kassel vorher am Hof noch

Professor Direktor des Münzkabinetts
Wie Bibliothekar auch war der
Wegen angeblicher Unterschlagung
Nach England fliehen musste

Forster ergriff natürlich Partei für 
Raspe und beschuldigte den 
Fürsten von Hessen-Kassel des 
Verkaufs seiner Landeskinder 

Der Versuch sein Buch in Paris
Verlegen zu lassen war wohl nicht
Sehr erfolgreich aber lernte dort
Auch Benjamin Franklin kennen

Eine Dame die Philosophin war
Befragte ihn zu Tahiti wie den dort
Geschlechtskrankheiten und die
Wirkung der Quecksilberkuren

Im Jahre 1778 erschien sein
Reisebericht in deutsch den er
Friedrich dem Großen widmete 
Der eher nie deutsch las

Der Adel sprach noch konsequent
Französisch und Friedrich fand das
Deutsche dazu peinlich hässlich
Er wuchs halt in Berlin nur auf 

Warum Krockow diese peinliche
Widmung die unertänigst um 
Königliche Würdigung bettelt hier 
Vollständig abdruckt ist rätselhaft

Lange zögert er nach der Einladung 
Seines Verlegers nach Berlin noch
Die Abreise hinaus mit schlechtem
Gewissen für seine Geschwister

In Deutschland ist er bereits ein
Literarischer Star löst so völlig
Überraschend in Düsseldorf
Einen Menschenauflauf aus

In Kassel und Göttingen kamen
Die Gelehrten und umschwärmten
Den 24jährigen Weltreisenden der
Alte deutsche Irrglaube wieder

Bis heute meinen manche noch
Irgendwo gewesen zu sein sei der
Ausweis irgendwelcher Kenntnis was 
Ein beständiger Irrtum nur ist

Den geographischen vom geistigen
Horizont zu unterscheiden ist wohl
Vielen nicht gegeben die lieber durch
Die Welt rasen statt Bücher zu lesen

Sie werden weiter vermutlich meinen 
Irgendwo gewesen zu sein würde 
Geistige Erkenntnisse bringen statt
Nur Unruhe durch Bewegung

Dennoch war der sicher kluge 
Lichtenberg in Göttingen dabei
In Berlin hatte er in 5 Wochen 50
Bis 60 Einladungen überall

Forster war der Star der Saison
Wozu zweierlei beitrug er traf mit
Der Mischung aus Realismus und
Romantik deutsche Erwartungen 

So gründete er den Reisebericht
Als eine neue Literaturgattung die
Dann neue Formen annahm etwa
In Goethes italienischer Reise

Seumes Spaziergang nach Syrakus 
Chamissos Brasilien wie auch die 
Reise ins Paradies der Gondelas
Wie Humboldts Reiseberichte dazu

Über den Kontakt zu dem General
Martin von Schlieffen den er aus
London kannte wo dieser noch
Hessische Soldaten verkauft hatte

Bekam Georg eine Audienz beim
Landgrafen und wurde dort zum
Professor für Naturkunde ernannt
Wo sein Übersetzer Raspe floh

Diese wurde sehr großzügig noch
Dazu bezahlt bekam im ganzen Reich
Zahlreiche Ehrungen verliehen von
Bekannten großen Institutionen 

Er verdiente dabei reichlich es
Gelang ihm sogar über seine
Logenkontakte als Freimaurer
Eine Professur für seinen Vater

In Halle zu besorgen die dann
Gut bezahlt war und sein Logenbruder
Der Herzog von Braunschweig zahlte
Sogar die Schulden des Vaters noch

Befreite ihn damit aus der englischen
Schuldhaft die auch Boris Becker in
Unserer Zeit noch kennenlernte weil
Geld die heilige englische Kuh ist

Er hielt in Kassel Vorlesungen sogar
Goethe und der Herzog nur getarnt
Kamen ihn besuchen doch wie sein
Vater machte er bald Schulden 

Zwei Veröffentlichungen noch erst 
Cook der Entdecker Versuch eines 
Denkmals 1787 dann Ansichten vom
Niederrhein aus dem Jahr 1790

Letztere Reise unternahm er mit
Dem jungen Alexander von Humboldt 
An den Niederrhein Brabant Flandern
Holland England und Frankreich

Gefühlt war er Reiseschriftsteller
Nur dafür bezahlte ihn keiner mehr
Er hatte keine Lebensaufgabe mehr
Unter der Sicherheit kam Langeweile 

Schließlich wurde er Rosenkreuzer
Die sich statt der Aufklärung mehr
Der Mystik widmen und Alchemie
Dann floh er panisch wieder davor 

Nun kam der Ruf an die polnische
Universität Wilna und er sagte zu
Bekam ein gutes Gehalt und freie 
Wohnung noch dazu konnte seine

Schulden in Kassel tilgen für acht
Jahre Vertrag wurden sie sogar
Vollständig übernommen dies alles
Geschah vor dem Hintergrund der

Ersten polnischen Teilung auf die
Der König mit liberalen Reformen
Aufgeklärt reagieren wollte was 
Zur 2. und 3. Teilung nur führte

April 1784 trat er die Reise gen
Polen an besuchte aber vorher
Noch Prag und Wien kam erst
Im November in Wilna an 

In Wien sprach er mit Kaiser Josef
Er hatte in Wien auch verschiedene
Geliebte obwohl er sich vor der
Reise noch verlobt hatte mit der

Tochter eines Göttinger Professors 
Wie Bibliothekar um so seinen 
Geschlechtstrieb dauerhaft zu stillen
Keine Zeit mehr zu verschwenden

Mit Therese Heyne warb er auch um
Den Vater als väterlichen Freund sich
Von seinem zu befreien meint hier
Wieder sehr psychologisch Krockow

Therese war nicht schön und dazu
Schielte sie aber war eine Frau von
Geist die später Schriftstellerin wurde
Eine der ersten Journalistinnen auch

Auch sie fand Forster dessen Haut
Durch die Blättern verdorben war
Der seine Zähne durch Skorbut
Verlor nicht schön aber klug

Nach der Hochzeit ziehen sie
Zusammen nach Wilna doch 
Georg fühlt sich unwohl dort gibt es
Noch keine große Bibliothek 

Auch das geistige Leben bleibt eher
Mäßig aber er ist nun auf acht
Jahre dort verpflichtet dann kommt
Der Ruf von Zarin Katharina II

Er soll wissenschaftlicher Leiter
Ihrer Südsee Expedition werden
Großartiges Gehalt und sie kaufen
Ihn dazu noch in Polen frei 

Er sagt zu zieht mit Theresa nach
Göttingen für die auch gezahlt wird
Dann plötzlich die Absage des 
Krieges mit den Türken wegen

Infolge wurde die Beziehung zu
Therese durch einen Hausfreund
Einen Unterbibliothekar ihres Vaters
Gestört dann ein neues Angebot

Er wird gut bezahlter Hofbibliothekar
In Mainz der Erzbischof gilt als sehr
Liberal und tolerant stellt auch einen
Protestanten an und sagt gewagtes

Forsters bezogen ein Haus in Mainz
Richteten sich dort ein und bald schon
Kam ein neuer Hausfreund Ludwig
Ferdinand Huber ein sächsischer

Diplomat beim Kurfürsten und selbst
Ehrgeiziger Schriftsteller der die Ehe
Zumindest etwas rettete noch dann 
Kam auch das zweite Kind

Im März 1790 dann die Reise mit
Humboldt an den Niederrhein die
Sehr gut und ein neues Buch wurde
Sie erlebten das revolutionäre Paris

Humboldt sogar das Jubiläumsfest
Der Revolution am 14. Juli 1790 in 
Paris und schreibt Forster davon 
Nun aber begann eine andere

Revolution in Mainz Therese und
Huber begannen sich zu lieben
Georg klammerte sich weiter an
Therese und er liebte die Kinder

Dann nach der Kanonade von Valmy
Kam die Wende die Alliierten zogen 
Sich zurück die Revolutionäre kamen
Immer näher nach Mainz damit

Forster berichtet wie in Mainz die
Flucht begann alles wird verlagert 
Er ist zunächst zurückhaltend aber
Bekennt sich dann zur Revolution

Am 7. November 1792 tritt Forster
Dem Mainzer Jakobinerklub bei
Schon die Woche darauf hält er
Eine glühende Rede dort

Am 21. März 1793 beschließt der
Rheinisch-deutsche Nationalkonvent
Den Anschluss an die französische
Republik und beantragt ihn damit

Am 30. März trat Forster vor den 
Konvent von Paris und verlas dort die
Botschaft die mit Beifall bejubelt ward
Nur war der Rücken abgeschnitten

Inzwischen hatten Preußen und
Österreicher Mainz belagert die kurze 
Mainzer Republik war damit beendet
Die Rache traf jeden Jakobiner

Georg Forster als der bekannteste
Unter ihnen bekam Reichsacht er
Musste Zuflucht in Paris suchen
Hauste in einer kleinen Dachkammer

Der große Traum von Freiheit
Gleichheit und Brüderlichkeit war
Geschichte es herrschte Misstrauen
Bürgerkrieg und Krieg

Therese war auf und davon mit den 
Kindern nach Straßburg und dann in 
Die Schweiz wo sie sich mit Huber
Vereinigt als dann neue Familie

Sie verlangt die Scheidung von
Forster er schreibt ihr von seiner 
Unendlichen nie endenden Liebe 
Versteht diese Hölle nicht mehr

Er würde nur gerne noch verstehen
Wie er den Verlust all seines Glücks
Verschuldet hatte alles sei nun hin
Er fände keine Ruhe mehr

November 1793 treffen sie sich
Nochmal an der Schweizer Grenze
Es geht um die Scheidung allein
Forster ist gebrochen und erkrankt

In einem letzten Brief verabschiedet
Er sich von Therese und Huber und
Stirbt am 10. Januar 1794 keine 40
Die Nachrufe waren eher zwiespältig 

Am ergreifendsten der noch seines 
Schwiegervaters der lobt seine
Kenntnisse und den edlen Charakter
Niemand verdiente mehr Glück als er

Mit dem deutschen Nationalismus 
Erwacht der Wahn vom Erbfeind 
Machte Forster zum Verräter des
Vaterlandes nun und vergaß ihn 

Der Weg in die Verbannung schuf
Ein Muster dem zuerst Heine und
Später noch viele folgten aber Forster
War der erste den Weg gehen musste

Krockow meint die nationalistischen
Wahnvorstellungen seien heute zum
Glück verschwunden was gerade
Eher zweifelhaft noch erscheint

So sieht er Forster als eher planlos
Einer der nur seinen Träumen folgte 
Für eine bessere freundlichere Welt
Damit ein typisch deutscher Autor

Krockow beendet seinen Blick auf
Die historische Figur Forster damit
Wieder liebevoll und voller Hoffnung
Auf ein grenzenloses Europa 

Wie schön wäre es wenn das nun
Wirklich würde und bliebe doch der
Böse Geist des Nationalismus spukt
Weiter im darin uneinigen Europa 

jens tuengerthal 7.6.26

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