Freitag, 19. Juni 2026

Lektürentagebuch 19.6.26

Lektürentagebuch 19.6.26

Weiter geht es mit Franz Hessel 
Unter den Linden wozu er dringend
Das Buch von Nicolai empfiehlt der
Jedes Haus dort genau beschreibt 

Mit seiner Bedeutung und auch den 
Vorbesitzern noch auch wenn sich
Seit Nicolai schon wieder einiges 
Wenn auch nicht alles verändert hätte 

Zitiert dazu verschiedene Verse der
Dichter auf diese Straße und beginnt
Mit frechen von Heine der doch bitte
Nicht blamiert werden möchte dort

In dem das Kind ihn dort grüßte wo
Einst Berlins größter Strich auch war
Woran andere dort zitierte Reime
Mehr oder weniger dezent erinnern

Ob dies noch so wäre überlässt 
Hessel denen festzustellen die eine
Kultur oder Sittengeschichte der
Stadt schrieben mit viel Humor

Erinnert an die großen Hotels wie 
Das Bristol das Adlon und auch das
Hotel du Rome und stellt die ganz
Berühmten Cafés vor die an der

Ecke Friedrichstraße noch stehen
Egal wie berühmt sie noch sind
Wie etwa das alte Kranzler wo
Die Offiziere ihre Beine streckten

Heute ist dort die Filiale des Café
Einstein was etwas kühl aber doch 
Gerne wichtig tut noch eine Galerie
Mit netten Ausstellungen hier hat

Für die Friedrichstraße rät er zu
Einem nächtlichen Spaziergang sie
Wäre in ihren Details und Abgründen 
Im Vorbeifahren nicht zu erfassen

Empfiehlt dafür kurz die Mauerstraße 
Zu besichtigen mit Deutscher Bank
Cafés und großen Autos sei es die 
Zentrale unseres Zahlungsverkehrs

Der Pariser Platz sei gediegen aber
Wohltuend sei doch zu wissen dass
Dort ein Maler und ein Dichter hausen
Neben Akademie Botschaften Geld

Das Brandenburger Tor findet er eher
Altpreußisch als antikisch und bei der
Quadriga denkt er nicht an Napoleon 
Sondern an Teufelchens Geburtstag

Erzählt von diesem entzückenden
Märchen von Gottheil auf dem Platz
Vor dem Tor soll bitte nicht auf den 
Marmorkitsch dort geachtet werden

Diese Überbleibsel noch des vorigen
Wilhelminismus sollen hoffentlich bald
Entsorgt werden wie die 32 Figuren
Auf der Siegesallee alle überflüssig

Lieber solle sich am schönen Grün 
Des Tiergarten gefreut werden doch 
Der Wagen fährt vorbei und erzählt
Zu jeder noch Geschichten

Hessel überlegt ob der ganze alte 
Plunder nicht verkauft werden kann
Dann geht es zur Siegessäule die
Da noch vor dem Reichstag stand

Schön sei sie nicht mit den Kanonen 
Aber sie erinnere an Schachtelhalme
Und die sind nach der Natur schön 
Gehört eben auch zu Berlin dazu

Immerhin wirke sie harmlos was
Über Bismarck der dort steht mit
Natürlich Moltke und Roon eher
Nicht gesagt werden könnte 

Berichtet vom Reichstag und rät
Ironisch zum Besuch seine Sache
Sei die Politik dort eher nicht nur
Solle keiner die Seiten verwechseln

Vorbei an der Staatsoper die einst
Krollsches Opernhaus war heute
Geschichte ist durch den Neubau
In Charlottenburg ersetzt wurde

Innenministerium das früher das
Generalstabsgebäude war also
Moltkes Heim einst noch wo es ein
Moltkegedächtniszimmer noch gäbe

Der Lehrter Bahnhof von dem er
Nun erzählt ist auch Geschichte
Der Hamburger Bahnhof wurde
Zum Museum der modernen Kunst

Ein Blick zum Humboldthafen noch
Wie Geschichte der Kanäle dort
Statt Moabit mit Molkerei und Knast 
Kommt er zu In den Zelten nun

Die inzwischen auch Geschichte sind
Aber erzählt von 1848 als dort noch
Botschaften an den König formuliert 
Plaudert über Schloss Bellevue noch

Wie auch vom Gartenrestaurant dem
Charlottenhof dort als einzigem
Um dann am Stadtbahnhof von 
Tiergarten abzubiegen zu KPM

Er rät die Fabrik zu besuchen und
Beschreibt die Herstellung bis zur
Bemalung in Details aus seiner
Geschichte bis in die Gegenwart

jens tuengerthal 19.6.26

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