Lektürentagebuch 13.6.26
Auf der Reise ins Paradies sind
Heinrich und Christine Gondela
Am 14. September 1802 durch
Würzburg gewandert um sich
Dort von einem Lohnbediensteten
Alles zeigen zu sagen wobei sie
Mit dem Juliusspital heute ganz
Ohne Militär gleich begannen
Von diesem schon im 16. Jahrhundert
Angelegten Hospital schwärmen sie
Sind von der Reinlichkeit wie auch der
Anlage im Ganzen völlig begeistert
Es wäre dort unter dem vorigen
Fürstbischof Franz Ludewig von
Erthal der 1795 verstarb eine ganz
Ideale Anlage mit Garten entstanden
Sogar die Kirche die den Bremern
Fast protestantisch schlicht vorkommt
Wird gelobt wie die Aufteilung nach
Der die Armen hinten versorgt werden
Die Kranken im vorderen Teil und
Die Irren im Seitenflügel hinter ihren
Vergitterten Fenstern leben könnten
Jeder seinen guten Platz so hätte
Die Armen bekämen zwei warme
Mahlzeiten mit Suppe Fleisch und
Gemüse dazu wie jeder täglich eine
Zuteilung guten Wein noch erhielt
Als ihr Führer sie weil der Wechsel
Der Wache noch Zeit hatte in die
Jesuitenkirchen führen will handelt
Heinrich aus diese sei die letzte
Auch diese sei verhältnismäßig
Schlicht gehalten aber auch ohne
Besonders nennenswerte Werke
Heinrich nicht der Rede weiter wert
Die sehr junge unerfahrene Wache
Absolviert den Wechsel wohl eher
Leger auch wenn der anstehende
Wechsel der Herrschaft überall
Thema ist und diskutiert wird von
Den zahlreichen Zuschauern dort
Die einer ungewissen Zukunft nun
Entgegensehen ohne die Kirche
Sie wandern erst noch auf einen
Berg einen Kreuzweg hinauf der
Zur von Balthasar-Neumann noch
Erbauten barocken Kirche dort
Dabei lästern sie reichlich über
Die Frommen die vor jedem Bild
Sprüche lesen knien und beten was
Den Protestanten so fremd ist
Über das hässliche Kloster der
Kapuziner wie über diese wird
Ein wenig gelästert dafür die
Aussicht auf der Terrasse gelobt
Das Deckengemälde in der Kirche
Sei von Tiepolo behauptet Heinrich
Was nicht stimmt dieser malte nur
Das Treppenhaus der Residenz aus
Heinrich besucht noch einen in der
Stadt bekannten Juristen den Hofrat
Kleinschrodt den Verfasser des 1802
Veröffentlichten Entwurfs für ein
Neues bayerischer Strafgesetzbuch
Bei dem sich später dann Feuerbach
Hervortat der sich auch um den
Kaspar Hauser gekümmert hat
Davon schreibt er aber nichts der
Sich über die Unterhaltung freut wie
Über die Einladung an ihn und Nante
Von Seiten seiner Frau dabei
Nannte ist der Kosename von
Christine Gondela wie die Leser
Des Berichtes schon wissen könnten
Während die anderen es nun erfahren
Weil es nach dem gestrigen Regen
Noch so schön wäre beschließen sie
Einen öffentlichen Garten am Main
Auf Trauben und Kuchen zu besuchen
Das Lokal war ihnen empfohlen aber
Sie fanden es eher mäßig wenn
Auch Trauben und Kuchen gut waren
Gingen in der Dämmerung in ihr Hotel
Dort waren die Trauben was wohl der
Wein heißen soll noch besser und
Heinrich nutzt die Zeit zum Vergleich
Von Bamberg und Würzburg
Ersteres wäre landschaftlich schöner
Dafür als Stadt dunkler während das
Umland von Würzburg nur Weinberge
Hätte ohne schöne Wälder dort
Beides wären Städte unter Herrschaft
Der Kirche in Würzburg gäbe es dank
Bischof Franz Ludewig gute Wohlfahrt
Aber zu viele Klöster in der Stadt
Diese hoch vermauerten Anlagen
Verdüsterten das Stadtbild unnötig
Es seien zu viele Mönche und auch
Nonnen dort und zu wenig Handel
Auch darum sieht Heinrich die
Zukunft der Stadt nach deren
Bevorstehender Aufhebung eher
Düster außer Wein gäbe es nichts
Ein sehr klares kritisches Urteil über
Die Macht der Kirche und wie fern
Ihm alles katholische ist aber auch
Voller Sorge auf das was kommt
Diese Reise fand noch vor dem
Reichsdeputationshauptschluss statt
Der die kirchlichen Güter verstaatlicht
Aber weist auf die Gefahren schon hin
Was würde aus vielen Bediensteten
Wobei er auch lästert die Armee hätte
Mehr hohe Offiziere als es Truppen im
Bistum gab und zu viele Diener auch
Vom sehr gelobten verstorbenen
Bischof Franz Ludewig wird noch
Erzählt sein Beichtvater hätte ihn
Keiner Heiligung würdig befunden
Dies allerdings wohl nicht mangels
Sozialer Verdienste sondern weil er
Den Armen mehr gab als den dort
Klöstern die Kirche ist sich näher
Diese kleine böse Spitze gegen
Die katholische Kirche war wohl
Nach dem vielen Lob für den jüngst
Verstorbenen Fürstbischof nötig
Bleibe im Jahr 1802 und gehe nun
Mit Johann Gottfried Seume weiter
Im Spaziergang nach Syrakus der
Nun aus Prewald schreibt wie es
Von Laybach aus den Berg hinauf
Geht es gen Oberlaybach wo die
Laybach entspringt bis dahin hat
Die Landschaft noch viel Kultur
Ab da aber würde es wild und es
Gibt nur noch wenig Häuser bis
Nach Planina wo das Wasser wieder
Unfug trieb alles unter Wasser stand
Besuchte dann bei Adlersberg zwei
Grotten mit einem Führer was auch
Etwas abenteuerlich noch wird doch
Die Höhle bei Lueg sah er nicht mehr
Das ganze Land wäre voller Höhlen
Damit wohl der Bereisung durch einen
Geologen wert meint Seume auch
Gäbe es dort seltene Echsen noch
Ein wenig spöttisch ironisch aber
Doch auch begeistert von der Natur
Erzählt Seume von seinen Abenteuer
In der Höhle und den Sagen dazu
Nun geht es ins mittelalterliche Indien
Wo im Papageienbuch Kalahaprija
Einen Tiger und einen Schakal in die
Flucht schlägt die dort 41. Erzählung
Wieder fragte die Prinzessin den
Papagei der meinte wenn sie im
Erfinden von Listen so gewandt wäre
Wie die Tigertöterin solle sie gehen
Auf ihre Nachfrage erzählte er die
Geschichte welche die vorige von
Der Tigertöterin fortsetzt die den
Tiger durch Lügen einfach verjagte
Auf der Flucht vor dieser traf nun
Der Tiger einen Schakal der ihn
Fragte wovor er denn weglaufe
Ihn verfolge doch niemand
Tatsächlich blieb der Tiger stehen
Erzählte dem Schakal die Geschichte
Von der Tigertöterin vor der er floh
Worauf der Schakal ihn auslachte
Er sollte doch mit ihm zurückgehen
Dann würde er schon merken wer
Der Stärkere wäre und wenn er Angst
Hätte er liefe weg bot er ihm an
Ihn an seinen Hals zu binden nun
Fragte der Papagei die Prinzessin
Durch welche List die junge Mutter
Nun wohl beide Tiere besiegte
Als die Prinzessin dann auch über
Nacht keine Idee hatte erzählte ihr
Der Papagei wie es war als nun
Schakal und Tiger zu ihr kamen
Daraufhin sprach die Tigerfresserin
Zum Schakal wieso er wieder nur
Einen Tiger bringe sie hätte doch
Zwei Kinder zu füttern wofür ein
Tiger nicht reichen würde ob sie
Ihn jetzt verspeisen sollten worauf
Der Tiger voller Angst die Flucht
Ergriff und den Schakal mitzog
Wenn sie über solche Listen auch
Verfüge könne sie ruhig gehen und
Ihren Geliebten treffen was wieder
Doppelt genial lehrreich auch ist
Es wird die Kultur der klugen Lüge
Die sich eine Welt erfindet noch
Hochgehalten und dazu noch die
Freiheit die der Mut schenkt gelobt
Wieder starke Frauen die durch
Ihren Mut die gefährlichsten Tiere
Besiegen und austricksen obwohl
Sie nach Kraft keine Chance hätten
Was heißt du kannst tun was du
Auch immer willst wenn du nur
Klug genug bist mutig zu lügen
Was über aller Moral damit steht
Der Mut besiegt die Angst egal
Wie realistisch etwas auch ist
Zeigt es wo die größte Kraft liegt
Mit der die Mutter den Tiger besiegt
jens tuengerthal 13.6.26
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