Samstag, 13. Juni 2026

Lektürentagebuch 13.6.26

Lektürentagebuch 13.6.26

Auf der Reise ins Paradies sind 
Heinrich und Christine Gondela 
Am 14. September 1802 durch
Würzburg gewandert um sich

Dort von einem Lohnbediensteten
Alles zeigen zu sagen wobei sie
Mit dem Juliusspital heute ganz
Ohne Militär gleich begannen 

Von diesem schon im 16. Jahrhundert
Angelegten Hospital schwärmen sie
Sind von der Reinlichkeit wie auch der
Anlage im Ganzen völlig begeistert 

Es wäre dort unter dem vorigen
Fürstbischof Franz Ludewig von
Erthal der 1795 verstarb eine ganz
Ideale Anlage mit Garten entstanden

Sogar die Kirche die den Bremern
Fast protestantisch schlicht vorkommt
Wird gelobt wie die Aufteilung nach
Der die Armen hinten versorgt werden

Die Kranken im vorderen Teil und
Die Irren im Seitenflügel hinter ihren 
Vergitterten Fenstern leben könnten 
Jeder seinen guten Platz so hätte 

Die Armen bekämen zwei warme 
Mahlzeiten mit Suppe Fleisch und
Gemüse dazu wie jeder täglich eine
Zuteilung guten Wein noch erhielt

Als ihr Führer sie weil der Wechsel
Der Wache noch Zeit hatte in die
Jesuitenkirchen führen will handelt
Heinrich aus diese sei die letzte 

Auch diese sei verhältnismäßig
Schlicht gehalten aber auch ohne
Besonders nennenswerte Werke 
Heinrich nicht der Rede weiter wert 

Die sehr junge unerfahrene Wache
Absolviert den Wechsel wohl eher
Leger auch wenn der anstehende
Wechsel der Herrschaft überall

Thema ist und diskutiert wird von
Den zahlreichen Zuschauern dort
Die einer ungewissen Zukunft nun
Entgegensehen ohne die Kirche

Sie wandern erst noch auf einen
Berg einen Kreuzweg hinauf der
Zur von Balthasar-Neumann noch
Erbauten barocken Kirche dort

Dabei lästern sie reichlich über 
Die Frommen die vor jedem Bild
Sprüche lesen knien und beten was
Den Protestanten so fremd ist

Über das hässliche Kloster der
Kapuziner wie über diese wird
Ein wenig gelästert dafür die
Aussicht auf der Terrasse gelobt

Das Deckengemälde in der Kirche
Sei von Tiepolo behauptet Heinrich
Was nicht stimmt dieser malte nur 
Das Treppenhaus der Residenz aus

Heinrich besucht noch einen in der
Stadt bekannten Juristen den Hofrat
Kleinschrodt den Verfasser des 1802
Veröffentlichten Entwurfs für ein

Neues bayerischer Strafgesetzbuch
Bei dem sich später dann Feuerbach
Hervortat der sich auch um den
Kaspar Hauser gekümmert hat 

Davon schreibt er aber nichts der
Sich über die Unterhaltung freut wie
Über die Einladung an ihn und Nante
Von Seiten seiner Frau dabei 

Nannte ist der Kosename von
Christine Gondela wie die Leser
Des Berichtes schon wissen könnten 
Während die anderen es nun erfahren

Weil es nach dem gestrigen Regen
Noch so schön wäre beschließen sie 
Einen öffentlichen Garten am Main
Auf Trauben und Kuchen zu besuchen

Das Lokal war ihnen empfohlen aber
Sie fanden es eher mäßig wenn
Auch Trauben und Kuchen gut waren
Gingen in der Dämmerung in ihr Hotel

Dort waren die Trauben was wohl der
Wein heißen soll noch besser und
Heinrich nutzt die Zeit zum Vergleich
Von Bamberg und Würzburg 

Ersteres wäre landschaftlich schöner
Dafür als Stadt dunkler während das
Umland von Würzburg nur Weinberge
Hätte ohne schöne Wälder dort

Beides wären Städte unter Herrschaft
Der Kirche in Würzburg gäbe es dank
Bischof Franz Ludewig gute Wohlfahrt
Aber zu viele Klöster in der Stadt

Diese hoch vermauerten Anlagen 
Verdüsterten das Stadtbild unnötig
Es seien zu viele Mönche und auch
Nonnen dort und zu wenig Handel 

Auch darum sieht Heinrich die 
Zukunft der Stadt nach deren
Bevorstehender Aufhebung eher
Düster außer Wein gäbe es nichts 

Ein sehr klares kritisches Urteil über
Die Macht der Kirche und wie fern 
Ihm alles katholische ist aber auch
Voller Sorge auf das was kommt

Diese Reise fand noch vor dem
Reichsdeputationshauptschluss statt
Der die kirchlichen Güter verstaatlicht
Aber weist auf die Gefahren schon hin

Was würde aus vielen Bediensteten
Wobei er auch lästert die Armee hätte 
Mehr hohe Offiziere als es Truppen im
Bistum gab und zu viele Diener auch

Vom sehr gelobten verstorbenen
Bischof Franz Ludewig wird noch
Erzählt sein Beichtvater hätte ihn 
Keiner Heiligung würdig befunden

Dies allerdings wohl nicht mangels
Sozialer Verdienste sondern weil er
Den Armen mehr gab als den dort
Klöstern die Kirche ist sich näher

Diese kleine böse Spitze gegen
Die katholische Kirche war wohl
Nach dem vielen Lob für den jüngst
Verstorbenen Fürstbischof nötig

Bleibe im Jahr 1802 und gehe nun
Mit Johann Gottfried Seume weiter 
Im Spaziergang nach Syrakus der
Nun aus Prewald schreibt wie es

Von Laybach aus den Berg hinauf
Geht es gen Oberlaybach wo die
Laybach entspringt bis dahin hat
Die Landschaft noch viel Kultur

Ab da aber würde es wild und es
Gibt nur noch wenig Häuser bis
Nach Planina wo das Wasser wieder
Unfug trieb alles unter Wasser stand

Besuchte dann bei Adlersberg zwei
Grotten mit einem Führer was auch
Etwas abenteuerlich noch wird doch 
Die Höhle bei Lueg sah er nicht mehr

Das ganze Land wäre voller Höhlen 
Damit wohl der Bereisung durch einen
Geologen wert meint Seume auch
Gäbe es dort seltene Echsen noch

Ein wenig spöttisch ironisch aber
Doch auch begeistert von der Natur
Erzählt Seume von seinen Abenteuer
In der Höhle und den Sagen dazu

Nun geht es ins mittelalterliche Indien
Wo im Papageienbuch Kalahaprija
Einen Tiger und einen Schakal in die
Flucht schlägt die dort 41. Erzählung

Wieder fragte die Prinzessin den 
Papagei der meinte wenn sie im
Erfinden von Listen so gewandt wäre
Wie die Tigertöterin solle sie gehen

Auf ihre Nachfrage erzählte er die
Geschichte welche die vorige von
Der Tigertöterin fortsetzt die den 
Tiger durch Lügen einfach verjagte

Auf der Flucht vor dieser traf nun
Der Tiger einen Schakal der ihn 
Fragte wovor er denn weglaufe
Ihn verfolge doch niemand

Tatsächlich blieb der Tiger stehen
Erzählte dem Schakal die Geschichte
Von der Tigertöterin vor der er floh
Worauf der Schakal ihn auslachte

Er sollte doch mit ihm zurückgehen 
Dann würde er schon merken wer
Der Stärkere wäre und wenn er Angst
Hätte er liefe weg bot er ihm an 

Ihn an seinen Hals zu binden nun
Fragte der Papagei die Prinzessin
Durch welche List die junge Mutter
Nun wohl beide Tiere besiegte

Als die Prinzessin dann auch über
Nacht keine Idee hatte erzählte ihr
Der Papagei wie es war als nun
Schakal und Tiger zu ihr kamen 

Daraufhin sprach die Tigerfresserin
Zum Schakal wieso er wieder nur 
Einen Tiger bringe sie hätte doch 
Zwei Kinder zu füttern wofür ein

Tiger nicht reichen würde ob sie
Ihn jetzt verspeisen sollten worauf
Der Tiger voller Angst die Flucht
Ergriff und den Schakal mitzog

Wenn sie über solche Listen auch
Verfüge könne sie ruhig gehen und
Ihren Geliebten treffen was wieder
Doppelt genial lehrreich auch ist

Es wird die Kultur der klugen Lüge 
Die sich eine Welt erfindet noch
Hochgehalten und dazu noch die
Freiheit die der Mut schenkt gelobt

Wieder starke Frauen die durch
Ihren Mut die gefährlichsten Tiere
Besiegen und austricksen obwohl
Sie nach Kraft keine Chance hätten 

Was heißt du kannst tun was du 
Auch immer willst wenn du nur 
Klug genug bist mutig zu lügen 
Was über aller Moral damit steht

Der Mut besiegt die Angst egal
Wie realistisch etwas auch ist
Zeigt es wo die größte Kraft liegt
Mit der die Mutter den Tiger besiegt

jens tuengerthal 13.6.26

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