Lektürentagebuch 24.6.26
Wolfram von Eschenbach jene Frau
Und ein Festmahl auf der Wartburg
Betitelt Erwin Seitz in seinem Buch
Die Verfeinerung der Deutschen
Das Kapitel in dem er über den Autor
Des Parzival sehr gut recherchiert
Schreibt und eine Biographie mit
Literarischen Elementen konstruiert
Wenig ist bisher über den realen
Wolfram von Eschenbach bekannt viel
Aus seinen Schriften selbst und teils
Von anderen daraus macht er was
Eschenbach ist eine spannende wie
Vielschichtige Gestalt die erstmals
Dialektische Prinzipien auch beim
Schreiben trotz Risiken benutzte
Viel spricht dafür dass er aus einem
Geschlecht aus Obereschenbach kam
Was heute Wolfram-Eschenbach zu
Ehren des Dichters des Parzival heißt
Er behauptet von sich er könne nicht
Lesen und Schreiben im Parzival was
Aber wohl nur ohne Studium heißt
Sich von Schriftgelehrten abgrenzt
Deutlich lassen sich aus seinem Werk
Wie sonstigen Versen seine genaue
Kenntnis der aktuellen Literatur auch
Nachweisen wie der Philosophie dazu
Er erzählt zwar eine französische
Geschichte wieder aber eben auf
Ganz eigene und neue Art wie er
Selbst als Autor im Werk betont
So haben wir im 12./13. Jahrhundert
Erstmals einen Autor der hier den
Diskurs mit den Lesern im Roman
Noch sucht auf Ebenen erzählt
Seine ersten Förderer waren wohl
Die Grafen von Wertheim später
Wurde es Hermann von Thüringen
Bei dem er auf der Wartburg lebte
Der 1170 geborene Eschenbach
Lebte bis 1225 war damit auch
In einer Zeit des Übergangs in der
Staufer und Welfen um Herrschaft
Rangen später bei Philipp auch den
Gegenkönig zu diesem Staufer
Noch stellten bis zur Zeit von
Friedrich II dem stupor mundi
Oder das Staunen der Welt noch
Genannten großen Staufer der
Womöglich Eschenbach noch in
Nürnberg auf der Burg auch traf
Während im Parzival noch die
Geschichte der ritterlichen Ideale
Auf der Suche nach dem heiligen
Gral überwiegen ändert sich dies
Im späteren Werk Eschenbachs
Auch sind seine Tag-Gedichte in
Denen er konkrete erotische
Situationen schon beschreibt viel
Weitergehend als die sonst keusche
Hohe Minne seiner Zeit was ihm
Wohl auch Ärger mit einer Dame
Die er im Parzival erwähnt brachte
Damit auch ohne Namen bloßstellt
Weil sie sich ihm verweigerte als
Er mehr als nur hehre Minne will
Die sie ihm aber verweigert hat
Vieles ist unbekannt über die genauen
Hintergründe dabei aber wie Seitz hier
Herleitet welche Wertheimer Gräfin
Gemeint sein könnte ist sehr gut
Nicht weil interessant wäre wer mit
Wem wann im Bett war in Franken
Sondern weil es den Autor damit im
Menschlichen Kontext klarer zeigt
Einer der mit der Frau seines Gönners
Ins Bett will und das als diese sich
Weigert zu Literatur öffentlich macht
Ist schon mutig und riskiert viel
Bedenke ich wie heute noch unter
Damen von Familie geredet wird
Sie dich unmöglich machen wenn
Es ihnen gefällt wird dies deutlich
Auch wie die Geschichte von Parzival
Der einfach aus dem Wald kam dort
Einen Ritter sah und beschloss einer
Selbst zu werden erzählt wird passt
Dessen Lehrjahre sein Scheitern auf
Der Gralsburg wo er Amfortas Leiden
Nicht würdigt und diesen nicht erlöst
Seine Wanderjahre bis zu seinem
Diskurs mit dem Einsiedler seine
Trotzige Abwendung von Gott wie
Seine Rückkehr die ihn Gralskönig
Werden lässt wird beschrieben
Das alles mit Bezügen zum Leben
Des wohl auch Genießers unter den
Poeten Eschenbach der genau die
Speisen der Tafel noch beschreibt
Dazu viel Wert auf Wissen und
Kultur auch legt was den Ritter
Über die Abenteuer hinaus noch
Besonders als gut auszeichnet
Spannend wird auch beschrieben
Mit teils längeren Zitaten belegt wie
Er auch die Grausamkeit der Christen
Gegenüber Muslimen deutlich rügt
Sein spätes Epos Willehalm wagt
Dies nennt das Gemetzel grausam
Was zur Zeit von Karl Martell spielt
Dies könnte Friedrich II gefallen
Er lästert noch an zwei Stellen
Ausdrücklich über Nürnberg das
Auf Sand gebaut wäre und deren
Schmiede überschätzt würden
Diese galten zu dieser Zeit als
Die besten im Reich so war der
Dichter Eschenbach wohl immer
Ein Querdenker in seiner Zeit
Einerseits lobte er das höfische
Leben etwa in Thüringen wo wohl
Prächtig getafelt auch wurde aber
Andererseits kritisierte er auch dort
Seitz gelingt in dieser Beschreibung
Des relativ unbekannten Eschenbach
Ein schönes Stück Kulturgeschichte
Die auch Kulinarisches nicht vergisst
jens tuengerthal 24.6.26
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