Mittwoch, 24. Juni 2026

Lektürentagebuch 23.6.26

Lektürentagebuch 23.6.26

Unter dem Titel Magie der Pfalzen 
Schreibt Erwin Seitz in Verfeinerung
Der Deutschen über den berühmten
Kaiser Friedrich Barbarossa

Diesen Beinamen erhielt der dem 
Schwäbischen Geschlecht der Staufer 
Entstammende Friedrich in Italien
Seines roten Bartes wegen heißt es

Zumindest behauptet Seitz das real 
Kam der Spitzname wohl erst später
Im 13. Jahrhundert auf und auch die 
Herkunft des Geschlechts ist unklar

Möglicherweise kommen sie aus 
Dem Elsass bei Schlettstadt was 
Zumindest der Erwähnung auch
Wert gewesen wäre wie die noch

Heute berühmte elsässische Küche 
Die zur Verfeinerung sicher beitrug
Aber davon kommt bei Seitz nichts
Auch zur Wahl schweigt er leider

Inwiefern dabei sein auch bekannter
Vetter Heinrich der Löwe beteiligt war
Wäre schon wichtig zum Verständnis
Wenn der Konflikt später auftaucht

Heinrich hatte für die Wahl noch
Besondere Privilegien erhalten
Die den Welfen gegenüber den 
Anderen Reichsfürsten bevorzugten 

Vorgänger von Friedrich war übrigens
Mit Konrad III sein Onkel auch ein
Staufer die in Speyer Worms und 
Mainz besonders gut vernetzt waren

Friedrich schaffte es nach den von
Seitz zitierten Taten Friedrichs des
Bischof Otto von Freising die sein
Schüler Rahewin fortsetzte alle

Reichsangelegenheiten mit höchster 
Klugheit in Deutschland zu regeln
Was ihm mit diplomatischen Mitteln
Gelang den Streit im Land beizulegen

Eigentlich wäre es nun Zeit für eine
Hauptstadt im östlichen Frankenreich 
Das als Deutschland auch das 
Römische Reich nun bildete 

Doch trotz aller Verdienste für den
Frieden im Land rügt Seitz den 
Fehlenden Instinkt für eine neue
Hauptstadt bei Friedrich noch

Ob die Deutschen schon damals
Zu föderal dachten sich auf eine
Hauptstadt zu einigen oder es mehr
Konkurrenz verhinderte dahingestellt 

Friedrich wird als echter Ritter wie
Kämpfer dabei dargestellt was sich
Darin zeige dass er Kriege liebe
Die er nur im Land dafür beendete

Ob es klug ist sich primär auf die
Zeitgenössischen Quellen zu berufen 
Einen Kaiser zu beschreiben kann
Dabei durchaus fragwürdig scheinen

Etwas flach wird es aber wenn es
Die aktuelle Forschung die jeder
Leicht besser auf Wikipedia schon
Nachlesen kann komplett ignoriert

Sehr ausführlich erzählt Seitz von 
Den 14 Jahren die Friedrich in der
Lombardei zubrachte im Krieg der
Städte erst vermitteln will wie er es

Zuvor erfolgreich in Deutschland
Bereits getan hatte jedoch waren
Die Städte der Lombardei schon
Weiter entwickelt als Deutschland

Diese ließen sich nicht einfach vom
Kaiser sagen was Recht wäre so
Wuchs der Konflikt besonders mit
Mailand das er sogar belagerte

Nach dem Sieg erfolgte die dann
Erniedrigung der Oberen nach der
Manier der Ritter und mit Ehre 
Was aber keinen Frieden brachte

Beim nächsten Versuch zerstörte
Er Mailand völlig und wollte alle
Einwohner vertreiben was schon
Idiotisch von Anfang an war

Mailand war die reichste wie 
Zugleich kultivierteste und größte 
Stadt seines Reiches sie einfach
Zu zerstören schadete sich selbst

Am Ende behielten die Städte ihre 
Autonomie und Friedrich gewährte
Auch einigen Orten im Norden mehr 
Merkte dass Diplomatie mehr brachte

Den Kirchenbann den Friedrich wie 
Heinrich auch bekam erwähnt Seitz
Nahezu nicht warum auch unklar
Bleibt wieso er ihn gut überstand

Dies lag vor allem daran dass der
Kaiser im Reich besser vernetzt war
Sich auf Rückhalt stützen konnte 
Der Heinrich IV dagegen fehlte 

Darum musste Heini nach Canossa
Wurde damit sprichwörtlich während
Friedrich es im Reich aussitzen kann
Als kluger erfahrener Diplomat

Darin war er groß und erfolgreich
Er erreichte anhaltenden Frieden
Im Krieg wütete er nur und hat
Nichts kulturell weiterentwickelt

Auch der zweite Kreuzzug denn 
Friedrich war schon als junger
Ritter mit seinem Onkel ins 
Heilige Land gezogen wird

Von Seitz überhaupt nicht erwähnt
Obwohl Friedrich dort ertrank
Was die Kyffhäuser Sage vom Kaiser
Im Berg erst später begründete 

Warum Seitz all dies verschweigt 
Bleibt unklar wie sein kritischer Blick
Auf Friedrich wenig Argumente hat
Als seine eher irrelevante Meinung

Dafür berichtet er mit Begeisterung
Vom Hoftag zu Mainz 1184 der als
Prächtigstes der deutschen Feste galt 
Nach Berichten von Augenzeugen

Dieser Hoftag diente der Schwerleite
Seiner Söhne Heinrich und Friedrich
Ersterer wurde König im Reich der
Andere war Herzog von Schwaben

Mit Ritterturnier und Bankett wie 
Großzügigen Geschenken ging es
Tagelang auf einer Wiese am Rhein
Wo eine Zeltstadt noch entstand

Der Hof hatte dabei ein kleines
Schloss aus Holz sich aufgebaut
Doch am dritten Tag vernichtete
Ein schlimmes Unwetter alles 

Dieses forderte auch Todesopfer
Dennoch ist der Mainzer Hoftag
Als große Verfeinerung in Erinnerung
Die in die Geschichte einging

Bei diesem Kapitel gab es mal 
Wieder einiges zu nörgeln auch
Wenn gut geschrieben sind die 
Berichte teilweise so falsch

Vor allem ist es irreführend die
Ursachen des Konflikts mit dem
Welfen Heinrich dem Löwen nicht
Im Kontext auch zu erläutern

Zumindest wird die Entstehung von
Mehr städtischer Freiheit als Wurzel
Kultureller Verfeinerung dabei erwähnt
Ein vielleicht entscheidender Faktor

jens tuengerthal 23.6.26


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