Dienstag, 31. Dezember 2019

Bilanzstolpern

In den nun 49 Jahren meines
Daseins können wir dieses mal
Eben vergessen um Platz für
Neues und Schönes zu machen
Denk ich die Bilanz betrachtend
Die mit dem Verlust eines Traums
Der längst Alp geworden war wohl
Begann um sich viel Zeit zu lassen
Wieder im Leben zu erwachen
Was manchmal fraglich erschien
Eine verzichtbar tiefe Erfahrung
Die Randbereiche des Seins erkundete
In Summa aber zuviel Leben kostete
Die Lichtblicke einmal ausgenommen
Ob die Goldene Hochzeit der Eltern
Lichtblick oder Vorhölle der Einsamkeit
Dantesk vom gerade Werther erlebt
Gewesen sei einmal dahingestellt
Familie ist ja immer irgendwie schön
Hüte mich jedenfalls noch anderes
Von den Begegnungen dort zu denken
Zumindest zu schreiben was bliebe 
Sonst vom ersten Halbjahr als 7000 km
Zu Fuß durch Berlin was dem Flaneur
Reichlich neue Einblicke bescherte
Im letzten Drittel des Jahres kamen
Neue Begegnungen aus virtuellen Welten
Die zu erkunden auch als literarisches
Experiment ein Glücksfall wohl wurde
Von dem mehr blieb als erwartbar aus
Oberflächlicher Wischwelt auch wenn
Manche sich entsprechend entpuppten
Ist die Summe des letzten Drittels positiv
Was zwar die Gesamtbilanz nun nicht
In den grünen Bereich tragen konnte
Aber doch Perspektiven eröffnete auch
Tiefere Begegnungen ermöglichte als
Lange erlebt sehr heilsam so wirkte
Den real existierenden täglichen Horror
Einer Shopping-Mall ausgleichen konnte
So hat wohl aller Schrecken ein Ende
Was für Leben wie Jahre zugleich gilt
Ist was es auch sendet sicher zumindest
Dass es heute endet was kommt also
Irgendwie wenden sogar könnte doch
Als Neuanfang Gutes bringen darf
Wir um 0 Uhr bei 0 neu beginnen
Dies Jahr zu den Akten nun legen
Schönes kündigt sich an auch weil
Alles nur besser werden konnte was
Noch einsam aber gelassen sein lässt
Nie schienen die Aussichten mir besser
Als mit dem Ende der Bilanz denn
Manches rechnet sich wohl nicht
Und macht dennoch reicher auch
Hier endet es wieder mit Fontane
Weil es ist was es ist

"Und das beste, was es sendet
Ist das Wissen, dass es endet"

Doch wie schön kann nun werden
Was bei 0 wieder anfängt zu sein
Irgendwo geht die wieder Sonne auf
Denk ich vorsichtig doch gelassen
Während die verstolperte Bilanz endet

jens tuengerthal 31.12.19

Jahresendlich

Jedes Jahr endet irgendwann
So schrecklich alles vorher war
Glauben wir doch zu gerne noch
Am Ende alles würde besser
Im nächsten wie überhaupt
Weil doch ganz natürlich
Eigentlich alles nur besser
Werden kann im Rückblick
Wenn nicht können wir auch
Hoffen es bliebe alles schön
Falls wir noch zu sagen wagen
Das Leben sei doch wunderbar
Der einen oder anderen Hoffnung
Die noch nicht getrogen hat wegen
Naiv weiterhin hoffend auch wenn
Wir eigentlich längst besser wissen
Dass die Knabenmorgenblütenträume
Selten mehr bleiben als solche
Kaum einer zur Erfüllung reift
Hinter Illusionen wenig bleibt als
Die verlorenen Träume die wir
Im Alltag der Realität lieber opfern
Weil wir so vernünftig sind aber
Manchmal schimmert noch etwas
Hoffnung trotz allem wieder auf
Als Griff sich daran festzuhalten
Beschwingt ins nächste zu tanzen
Wo es weiter geht wie immer
Weil was sind schon Nummern
Als eine Illusion der Beständigkeit
Wie Fontane es so treffend reimte
Auf das Leben bezogen hier passend
Gilt noch wie in jedem Jahr wieder

Und das beste, was es sendet
Ist das Wissen, dass es endet

jens tuengerthal 31.12.19

Montag, 30. Dezember 2019

Mutterlinien

Ob eine Kultur sich nach
Den Vater oder Mutterlinien
Ausrichtet sagt uns sehr viel
Über Macht und deren Bestand
Dachten wir uns sehr lange
War mit der Macht des Erbes
Auch tatsächlich häufig so
Wenn sichere Abstammung
Über künftige Herrschaft entschied
Manchmal wechseln sie jedoch
Die Linien auch überraschend
Wie die Juden im babylonischen Exil
Wo sie plötzlich zurückkehrten zur
Matrilinearität in ihrem Erbe ohne
Zugleich die Herrschaft zu ändern
Die männliche Priester behielten
Welche patrilinear ihre Ämter auch
An die erwählten Söhne weitergaben
So war diese jüdische Variante wie
Die Geschichte von Adam und Eva
Bloße Exilliteratur mit klaren Zielen
Der Opposition gegen Gilgamesch
Die lustvoll verlockende Religion der
Babylonier gegen die Priester noch
Taktisch ihre Macht bewahren wollten
So sind viele biblischen Sagen die
Ewige Gültigkeit für sich beanspruchen
Reaktionen auf konkrete Bedürfnisse
Ausdruck schlichter Machtpolitik allein
So wenig heilig wie alle Politik die eben
Klientelinteressen immer schon vertrat
Was bei jüdischen Flüchtlingen im Exil
Zur Geschichte von Adam und Eva wie
Zur Matrilinearität konsequent uns führte
Diese brach das Christentum auf auch
Um als männlicher Kontrapunkt mit dem
Messias als Gottessohn mit den alten
Traditionen völlig zu brechen die es
Zunächst sogar zu verstärken schien
Was auch viele Frauen anlockte 
Neben der charismatischen Erlöserfigur
Tabuisierten und heiligten die Römer
Weibliche Sexualität und priesen die
Monogamie als heilig um sie gegen
Alte Wechselmodelle der Stämme
Durchsetzen zu können die eine
Sexuell freiere Matrilinearität pflegten
Mit der Europa viele tausend Jahre
Länger wohl erfolgreicher lebte als
Mit der seltsamen Variante der noch
Jungen jüdischen Sekte Christentum
Die patriarchale Strukturen mit einer
Mythologischen Tabuisierung der Lust
Damit geopferter Frauen verband die
Um ihrer höheren Reinheit willen ihrer
Eigentlich viel potenteren Natur entsagten
Woran sich bis heute in Gesellschaften
Die patrilinear geprägt sind wenig
Zur Freiheit und Freude der Frauen
Geändert hat was auch der Feminismus
Eher in seinem Erbe verklemmt oft
Leider fälschlich übersah den Sex
Als männlich dominiert auslegte nur
Weil eine kurze Epoche eine Sekte
Relativ starke Macht ausübte statt
Die Natur des nervus pudendus
Verstehen zu wollen weibliche Lust
Über Jahrtausende dunkel mystifizierte
Dabei war die viel längere Prägung noch
Über ein vielfaches an Jahrtausenden
In Jäger und Sammler-Gesellschaften
Zumeist matrilinear die Sexualität frei
Galt es länger als förderlich sehr viele
Samen auf ein Kind zu sammeln als
Jemand je monogam dachte war lang
Nur die Mutter natürlich sicher während
Kinder vom Stamm oder dessen Gästen
Möglichst bunt gezeugt wurden dafür
Bei Müttern mit vielen Vätern in der
Gemeinschaft aufwuchsen was auch
Das matriarchale Schlüssel und Hausrecht
Der germanischen Frauen nach Tacitus
In der Logik des Erbes uns erklären kann
Was das Christentum erst aus den eher
Durchsichtig schlichten Interessen der
Priester wieder durchbrach dafür ein
Anfälliges System der Priestermacht
Konstruierte dessen moralische Autorität
In chauvinistischen Strukturen zum Preis
Des Zölibats verkauft wurde was dem
Weltlichen Herrscher mehr Gewicht gab
Womit beide zweitausend Jahre gut lebten
Was als Struktur in emanzipierter Gesellschaft
Logisch völlig überflüssig künftig wird
Achteten wir weniger auf Erbe und Eigentum
Könnten wir noch manches lernen
Von älteren matriarchalen Strukturen
In denen miteinander länger besser war
Als in den aufgesetzten Modellen der
Jüdischen Sekten Islam und Christentum
Warum die römische Sekte auch alles tat
Nach der Bekehrung mit dem Schwert
Vorherige Spuren verschwinden zu lassen
Was viele bis heute bodenlos verwirrt mit
Uns viel länger wesenfremder Monogamie
Menschen in große Verwirrung stürzt
Die romantische Liebe ist auch ein
Typisch katholisch pathologisches
Geschwür mit ungesunden Folgen
Wie der Autor aus Erfahrung bestätigt
Vor allem für die stärkeren Frauen
Zeit umzudenken für alle Seiten wohl
Männer die es bequem wollen werden
Für romantisch monogame Liebe plädieren
Frauen werden sich davon befreien
Oder masochistisch die Unfreiheit
Wie schon so lange aus Gewohnheit
Weiter wählen und ich beobachte es
An virtuellen Orten der Begegnung
Staune über beide Geschlechter 
Die sich rituell gegen ihre Natur oft
Entscheiden aus bloßer Gewohnheit
Das muss wohl Liebe sein

jens tuengerthal 3012.19

Sonntag, 29. Dezember 2019

Glücksendlichkeit

Ist alles Glück beschränkt
Wie Liebe kommt und endet
Aus dem Nichts alles wird
In dem sie wortlos gerne
Nach Ablauf verschwindet
Dann nichts mehr ist
Zumindest für Entliebte
Die anderen merken es
Auch irgendwann alleine
Weil Einsamkeit auf Dauer
Uns eher langsam umbringt
Statt Unsterblichkeit noch
Zu verleihen von der Liebe
Trotz Sterblichkeit gern träumt
Oder vielleicht doch nur wegen
Die Angst wieder zu verlieren
Die in der Natur des Lebens
Sowohl als auch eben liegt
Gepaart mit dem Traum von
Unendlichkeit großen Glücks
Lässt uns immer wieder noch
Die Grenzen der Endlichkeit
Unsinnig überschreiten wollen
Wo wir lieben als wüssten wir
Nicht besser dass jene Größe
Die wir liebend fühlen können
Bedingt ist durch den Traum
Die Endlichkeit zu überwinden
Also Scheitern und Enttäuschung
Logisch bereits in sich trägt
Doch was wäre uns Leben
Ohne den Traum großer Liebe
Die niemals enden soll wie wir
Die es natürlich nicht erleben
Gegen unsere Natur träumen
Aber so scheint es natürlich
Das Wesen der Liebe zu sein

jens tuengerthal 28.12.19

Samstag, 28. Dezember 2019

Wartezeit

Warten auf Godot
Warten auf einen Sinn
Warten auf den Zug
Warten auf die Abfahrt
Warten darauf anzukommen
Zuerst meist irgendwo
Zuletzt hoffentlich bei sich
Warten ist ein Gewinn
An Zeit wie an Raum
An Leere zur Gestaltung
Die Geist füllen kann
Wartezeit ist verloren
Für irgendetwas anderes
Aber unendlicher Gewinn
In allem übrigen an Zeit
Die wir geschenkt bekommen
Wenn wir sie uns nur nehmen
Was eine konstruktive Freiheit
Schenkt wie wir sie kaum real
Sonst irgend finden können
Lernen diese lustvoll zu nutzen
Könnte Leben mehr bereichern
Als alle großen Pläne erreichen
Sogar wenn sie sich so erfüllen
Wie mit Vorbedacht geplant
Erfassen sie doch immer nur
Was wir bedenken können statt
Der vollen Weite des möglichen
Womit uns die gewonnene Zeit
Beim Warten geschenkt wird
Als unendlicher Hauptgewinn
Den zu lieben glücklicher macht
Als um verlorene Pläne zu trauern
Womit das Warten mich wichtiges
Über Leben und Liebe noch lehrt
Als unerwarteter Bonus noch
Neben dem Hauptgewinn so
Wurde ich glücklicher Wartender

jens tuengerthal 28.12.19

Lebensabfahrt

Nach der Abfahrt aus dem
Leben kommt nichts mehr
Was befreiend positiv ist
Weil von nichts nichts kommt
Wo Nichts bleibt alles ist
Im Leben nehmen wir
Zuvor viele Abfahrten noch
Ohne ankommen zu wollen
Bleibt Leben als Reise ziellos
Was genügt wenn es Freude
Reisenden unterwegs schenkt
Doch meist sind es mehr
Die Abenteuer davon später
Zu erzählen als wäre es etwas
An sich unterwegs zu sein
Komme lieber an und bin da
Statt auf Reisen zu gehen
Weil in der Ruhe Kraft liegt
Nicht in ewiger Bewegung
Wenn aber das Herz nicht mehr
Ständig bewegt schlägt sind wir
Nicht mehr weil kein Sein ohne
Noch sein kann bleibt nichts als
Sich zu bewegen auch schon
Zur Fortpflanzung was wir aber
Als Ankommen angenehm finden
Dabei am liebsten zusammen
Kommen um ganz da zu sein
Was die Metapher der großen
Reise auf das Leben ausdehnt
Auch wo wir wie Kant viel lieber
Am Ort bleiben da geistig beweglich
Was vielen Reisenden wohl fehlt
Die überall gewesen sein wollen
Bevor sie nicht mehr Reisen die
Große Reise horizontal endet
Was nach Hans Castorp wiederum
Der am Zauberberg die Zeit verlor
Die einzig aufrechte Lebenslage ist
Was die Frage nahelegt inwiefern
Der kleine Tod als erträumtes Ziel
Des zusammen Schlafens schon
Dem höchsten Ziel des Seins
Jenseits aller Bewegung zu sein
Wie auch Yogis es für sich erstreben
Näher kommt als jede Reise also
Wer viel liebt dem Ziel näher kommt
Als jene die ständig unterwegs sind
Damit sich liegend dem Glück nähert
Um miteinander anzukommen im
Jenseits völliger Befriedigung als
Bleibendes Glück unserer Zeit
Was sogar deren Fluss aufhebt
Wenn wir uns einfach wünschen
Oh Augenblick verweile doch dabei
Halb bewusstlos Goethe zitierend
Wissen wir am Ende doch zu gut
Was sich nicht mehr bewegt
Ist zumindest als Herz nicht mehr
Darum sei auch glücklich wer
Im Leben noch vor der Abfahrt
Für einen Moment ankommt
Miteinander irgendwie

jens tuengerthal 28.12.19

Freitag, 27. Dezember 2019

Kulturrevolution

Als Kulturrevolution bezeichnen wir
Meist den chinesischen Versuch
Unter Mao die gewachsene Kultur
Zu zerstören das Volk zu entwurzeln
Hunderttausende sterben zu lassen
Für einen steinzeitlichen Materialismus
Manchmal auch die islamische
Revolution im Iran mit ihrer noch
Mittelalterlich religiösen Sicht der Welt
Die ebenfalls viele Opfer forderte
Beginn religiöser Fanatisierung war
In beiden Fällen verbindet sich also
Nichts Gutes mit Kulturrevolution
Dabei ist der Beginn von Kultur
Der am Anfang der Geschichte steht
Die eigentliche kognitive Revolution
Bei der die vorher biologische Evolution
Sich in einen geistigen Prozess wandelte
Bei dem die Biologie nur die Basis legte
Das quasi Spielfeld auf dem unendliche
Varianten geistig durchgespielt wurden
Ein Prozess der immer weiterläuft
Solange Menschen leben die Sein
Neu betrachten und bewerten
Was mit jeder Generation weiterführt
Warum wir um Entwicklung zu verstehen
Uns Geschichte ansehen müssen
Nicht nur deren evolutionäre Basis
Wer die Biologie nutzen wollte um
Die Kultur zu erklären wäre wie
Ein Fußballreporter der alleine den
Rasen beschrieb um ein Spiel
Auf diesem zu verstehen was
Nicht sehr zielführend wäre
Den Horizont bis zur Blindheit
Für seine Zuhörer verengte
So scheint es allerhöchste Zeit
Die kognitive Revolution endlich
Als eigentliche Kulturrevolution
Zu betrachten die uns zu dem
Machte was wir heute sind
Lieber die totalitären Versuche
Von Kommunismus und Islam
Ignorierte als gegen alle Kultur
Um die echte Kulturrevolution
Des menschlichen Geistes auch
Angemessen zu würdigen
Auf der Gesellschaft aufbaut
Die zur lebendigen Zivilisation
Wurde die sich global vernetzt
Wie es ihrer Natur entspricht
Wie unser Denken abstrakt wurde
Uns über unser Sein nachdenken ließ
Große Gemeinschaften so erst unter
Geglaubte Ideale organisieren konnte
Die keinen realeren Bestand haben
Als geglaubte geistige Ideen die sich
Von Göttern und Religionen wandelten
Zu Gesetzen und Geld mit Kapitalmarkt
Zu dem sich noch der Glaube der Moderne
An das Unterbewusstsein und damit die
Quasi religiöse Macht der Psychologie
Gesellte die Kirchen teilweise ersetzte
Mit dem Glaube an Gesetze konform ging
Weil sie Menschen mit Mustern normierte
Die weniger evolutionäre Unterschiede
Pathologisch definierte sondern dafür
Sorgte dass soziale Normen anerkannt
Abweichung krank genannt wurden
Diese Stufe der Kulturrevolution
Die mit der Gentechnik nun beinahe
Einen geistigen Rückschritt erlebte
Weil die Biologie plötzlich wie zuvor
Die Rassenlehre über Inhalte spricht
Also plötzlich das Spiel definieren will
Ohne Zusammenhänge zu erklären
Die geistige Prozesse ausmachen
Welche Vielfalt und Reichtum schaffen
Dabei wird es mit der Revolution der
Künstlichen Intelligenz vermutlich
Genau wie mit dem Buchdruck gehen
Sie wird Teil unserer Kulturrevolution
Heute so überschätzt wie früher
Schon andere erdachte Götzen
Zwar glauben heute an Technik
Weniger die naiv Religiösen noch
Aber die Gedanken ähneln sich
Darum wird es endlich Zeit als
Kulturrevolution die jeweiligen
Schritte unserer geistigen Entwicklung
Zu sehen statt dogmatisch enges
Politisches Denken so zu nennen
Was den Begriff der Kultur wohl
Unzulässig verengt wie den Horizont
Der Kultur unnötig beschränkt die
Ihrem Wesen nach in unendlicher
Vielfalt immer neues erdenkt
Damit ein beständig revolutionärer
Prozess der Erneuerung ist
Nennen und verstehen wir ihn
Nur künftig freier als solchen

jens tuengerthal 27.12.19

Festruhe

Nach den wilden Festen
Kommt die große Ruhe
Wenn die Gäste gingen
Die noch bis zum Morgen
Gemeinsam gefeiert wie
Es sich en Familie gehört
Sich zum Abschied aus
Noch kleinen Augen tief
In selbige blickten bis
Dem letzten gewunken
Vergehen noch Stunden
Dann sind sie alle weg
Bis auf die Einheimischen
Die ohnehin immer da sind
Alles erscheint seltsam still
Die Ruhe danach dämmert
Noch tiefer als sonst so
Während des Mittagsschlaf
Der Großeltern früher den
Die heute auch übernahmen
Als verdiente Altersruhe wie
Übliche Formeln kundtun
Fragt sich nur was dahinter
Steckt wenn es jemals mehr
Als bloße Luftblasen waren
Ist es zumindest Tradition
Die den Tag einteilt zwischen
Reste essen und Abendbrot
Oder auch Essengehen kommt
Sicher wie das Amen in Kirchen
Der großelterliche Mittagsschlaf
Als kulturelle Institution des Nichts
Was sich in Pausen der Stille
Die dem großen Lärm folgen
In uns ereignet wenn nichts mehr ist
Könnte vielleicht auch der größte
Bleibende Schatz der Feste sein
Bei denen wir noch miteinander
Lautstark unsere Blutspuren
Verfolgten auf der Suche nach
Der verlorenen Zeit der Kindheit
Die sich in gelebten Traditionen
Immer wieder zeigt vor allem aber
In der Stille danach ganz gefühlvoll
Aus dem Nichts wieder auftaucht
Was zu belegen mir scheint
Dass wo nichts mehr ist
Am meisten bleibt

jens tuengerthal 27.12.19

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Familienwandlung

Sitze am Tisch meiner Eltern
Schaue auf die dort Bilder der
Großeltern und der Großfamilie
Die Großeltern waren für mich
Schon immer alt noch aus einer
Anderen Zeit stammend eben
Zu Beginn des Jahrhunderts
Geboren 04 und 07 sowie 11
Beide Großmütter zugleich
Ohne Autos oder Computer
Zwei Weltkriege erlebten sie
Im letzten großen Krieg wurden
Die Eltern geboren entsprechend
Germanisch noch getauft auch
Wenn beide Großväter damals
Dem Widerstand näher waren
Als dem sogenannten Führer
Passten sie sich wie alle an
Sehe im Wohnzimmer noch
Das Bild der Großmutter als
Junge Frau im Hochzeitsjahr
Also von 1939 in Öl gemalt
Von Tante Elisabeth die auch
Wie meine Großmutter noch
Fast 100 wurde aber eben
Im Kaiserreich geboren war
Einer anderen Welt die sich
An völlig anderen Werten
Orientierte aus denen sich
Mühsam zu kurze Zeit nur
Die Weimarer Republik wand
Die mit Hitler 1933 unterging
Sehe zwischen den Regalen
Das Bild von Tante Katinka
Der Patentante meines Vaters
Mit der meine Großmutter 1945
Mit den bülowschen Pferden floh
Als der Russe gen Güstrow kam
Bei Bülows hatten sich einst die
Großeltern kennengelernt wobei
Der junge Gutsherr als Kadett in 
Lichterfelde bei Berlin Kamerad
Des Großvaters väterlicherseits
War dessen Vater vor Verdun fiel
Damit schließt sich der Kreis
Auch nach Berlin wieder endlich
Der Heimat seit 19 Jahren nun wo
Die Tochter der nächsten Generation
Der fortdauernden Familie geboren
So lässt der Blick durchs Elternhaus
Das Jahrhundert mit Geschichten
Voller Erinnerung an verlorene Zeit
Die wir überall suchen auferstehen
Dabei ist sie doch überall
Lebendig wo wir nur den Blick
Im Elternhaus streifen lassen um
Uns zu erinnern wer wir sind 
Woher wir kommen was am Ende
Über Generationen übrigbleibt
Von uns und allem in Erinnerung
Jenseits der Suche nach der
Für immer verlorenen Zeit
In der wir uns wiederfinden

jens tuengerthal 26.12.19

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Realitätsfiktion

Wie wirklich ist die Wirklichkeit
Die unser Sein bestimmt jemals
Beruht jede juristische Existenz
Auf der gleichen Fiktion wie sie
Der Aberglaube uns vorgaukelt
Sind Menschenrechte ganz real
Oder nur eine Frage des Glaubens
Der mal mehr mal weniger
Durchgesetzt werden kann
Sind Gesetze und Geld nicht nur
Formen des Aberglaubens dessen
Priester Anwälte und Ökonomen sind
Sie beruhen auf dem bloßen Glauben
An ihren Bestand genau wie Geld
Dessen Wert oder Entwertung
Was es uns ganz deutlich zeigt
Allein auf unserem Glauben
An ein fiktives Versprechen beruht
Wie der ganze Aktienmarkt auch
Das gleiche gilt für unsere Staaten
Die mit Fahnen oder Wappen noch
Gemeinschaft auf solchem Glauben
Aufbauen der nötig ist um mehr als
Eine kleine Gemeinschaft zu ordnen
Zwar unterscheidet sich der Glaube
An die Ordnung im Rechtsstaat von
Der Magie unserer Vorfahren scheinbar
Doch im Kern gleichen sie sich ganz
Sind nichts als Glaube nur dass einer
Berechenbar und gerecht im Wesen ist
Den der Aufklärer in mir bevorzugt
Aber die juristischen Fiktionen sind
Nichts als eine Form des Glaubens
Den wir brauchen um unser Leben
Wie die Gesellschaft zu organisieren
Was so betrachtet manches relativiert

jens tuengerthal 25.12.19

Ehepaare

Ehe ein Paar den Weg
Zur Ehe beschreitet die
Zumindest nominell gleich
Lebenslänglich gedacht ist
Probieren sie heute meist
Miteinander ob es passt
Auch ineinander also das
Was früher Vollzug der Ehe
Hieß also diese Lust erst
Für die meisten ermöglichte
Mancher verspricht sich schnell
Später scheint denken dies oft
Als Versprecher den sie bereuen
Als Vorbild galten vielen lange
Adam und Eva das erste Paar
Bei denen sie aus seiner Rippe
Gemacht also aus heutiger Sicht
Genetisch zu eng verwandt waren
Gesunde Nachkommen zu zeugen
Aber das war zu biblischen Zeiten
Noch relativ alternativlos da die
Ersten beiden keine Wahl hatten
Als sich für den Fortbestand nach
Der Natur zu paaren trotz der so
Engen Verwandtschaft des Klons
Ob dieser Teil der Sage aus der
Genesis die nur als Reaktion auf
Den lustvoll freizügigen Epos von
Gilgamesch entstand jemals ernst
Gemeint oder tiefer durchdacht war
Oder seiner Natur nach auch jeden
Menschlichen Schwachsinn erklärt
Wird vielleicht zu selten gefragt
Zumindest heute ist der Inzest
Ein immer noch strafbares Delikt
Auch wenn die Gründe dafür
Biblisch eher nicht zu finden sind
Wird es vor allem von Gläubigen
Vehement vereidigt um so vor
Sodom und Gomorra zu warnen
Als aller Laster Anfang vor dem
Wir uns im Leben hüten sollten
Was also macht die gute Ehe aus
Intensive körperliche Nähe oder
Geistige Verwandtschaft mehr die
Nicht notwendig miteinander kommt
Aber zusammen Kommen möchte
Zählt Haltbarkeit oder der Genuss
Was genießen wir miteinander je
Können jene je ganz genießen
Was eine gute Ehe ausmacht
Die nie zusammen kamen was
Vermutlich den meisten so geht
Von Gläubigen sicher bestritten
Führt die Suche nach geteilter Lust
Heute zum Scheitern vieler Ehen
Auch wenn es darauf nicht ankommt
Hängt doch vieles dabei zusammen
Manches davon völlig irrational
Wollen wir doch die Ehe am liebsten
Auf flüchtige Gefühle bauen statt
Vernünftig Gefährten zu suchen mit
Denen es sich gut aushalten lässt
Träumen wir von großer Liebe
Am besten mit Leidenschaft gepaart
Sind aber über das Ergebnis bestürzt
Was weniger aufgeklärt als viel eher
Romantisch verklärt klingt darum
So viele Ehen scheitern lässt die
Mit ewigen Versprechen begannen
Während nüchterne Sympathie oft
Im Alltag länger noch überlebt
Uns nachdenklich machen könnte
Aber vermutlich sind die Instinkte
Die uns Bindungen wählen lassen
Nie allein vernünftig zu erklären
Gut wenn zumindest etwas Vernunft
Uns davor noch leitet statt der nur
Gefühlsduselei von großer Liebe
Doch zeigt mir die Erfahrung lange
Es braucht wohl beides im guten
Gleichgewicht es auch auszuhalten
Für die nicht mal Ewigkeit eines
Menschenlebens zumindest

jens tuengerthal 25.12.19

Menschwerdung

Wann beginnen wir zu sein
Mit der Vereinigung von
Samen und Eizelle wenn
Unser ureigenes Programm
Entworfen wird als neues Sein
Sind wir schon separat halb da
In den je Hoden und Eierstöcken
Werden wir im Gegenteil erst
Langsam Mensch wenn uns
Unser Sein bewusst wird
Wären dann Bewusstlose 
Nicht mehr oder nicht ganz
Was absurd uns erscheint
Gilt auch für den Fötus der
Nur wenn nicht behindert
Ab Einnistung irgendwann
Gesetzlichen Schutz genießt
Ist dieses abhängige Wesen
Schon ein eigenes Sein
Ab wann könnte es sein
Lässt sich diese Frage je
Kategorisch beantworten
Oder kollidiert hier die Freiheit
Der Frau mit neuem Sein
Kann jemand hier für andere
Entscheiden wann das Sein
Als schützenswert beginnt
Wo die Freiheit also endet
Gibt es unabhängiges Sein
Sind wir nicht alle mit Lust
Hoffentlich zumindest frei
Gezeugt worden jedoch
Änderte sich auch unfrei
Gezeugt nichts am Schutz
Wenn Embryo Mensch wäre
Ist die Menschwerdung klar
Oder verhält es sich mit ihr
So dunkel unklar noch eher
Wie es der Zeugung entspricht
Die ineinander steckend doch
Meist völlig unsichtbar geschieht
Wo wir von Lust getrieben uns
Eher unvernünftig tierisch noch
Verhalten als vernünftig also
Menschlich was zumindest den
Beginn unseres Seins fern aller
Vernunft triebhaft sein lässt
Wo sich wohl fragen lässt ob
Dies typisch menschlich ist
Oder schlicht tierisch anmutet
Was unser Sein dann ausmacht
Wovon der geile Trieb sicher
Ein wichtiger Teil auch ist
Doch sind wir ganz Mensch
Schon ohne alle Vernunft
Wenn bloße Zufälle der Natur
Über unser Sein entscheiden
Der Beginn der Menschwerdung
Bleibt also relativ dunkel unklar
Was rechtliche Urteile erschwert
Die kategorisch klar sein müssen
So stehen wir beim Ursprung
Unseres Seins weit unklarer da
Als an seinem Ende was uns
Normativ die Nullinie vorgibt
Von der es kein zurück mehr gibt
Nach der nur Nichts sicher ist
Auch wenn manche anderes
Aus Furcht vorm Nichts glauben
Was so wenig Angst machen
Müsste sähen wir es bloß
Als solches ganz entspannt
Da es uns nichts mehr angeht
Weil wer nicht ist nichts mehr
Fürchten oder erwarten muss
Doch war Thema hier ja mehr
Die Menschwerdung welche
Meist im Dunkeln beginnt
Zumindest unklar bleibt in vielem
Was unser Sein im Kern ausmacht
Wozu Vernunft wie Bewusstsein
Sicher so gehören wie Gefühl
Trieb auch unsere Natur ist
Die eben vielfältig beginnt
Aber zumindest klar endet

jens tuengerthal 25.12.19

Bibliotheksluxus

Eine Bibliothek zu haben
Ist der schönste Luxus
Mit ihr zu leben wohl das
Vollkommene Leben in
Gehetzten Zeiten noch
Als Gegenpol jenseits
Der verlorenen Zeit die
Sich zwischen Seiten
In aller Ruhe wiederfindet
Nach dieser Erkenntnis
Zu streben gibt Gelassenheit
Bei allen Wechselfällen des
Lebens zwischen Träumen
Neben überholter Realität
Hält eine Bibliothek länger
Als nur Lebenszeit währt
Gibt für viele Generationen
Lesestoff auf allen Feldern
Die Gedanken erkunden
Lässt unendliche Reisen
Unternehmen ohne jede
Bewegung noch dabei ist
So eine Welt in der Welt
Dem Leser schönste Heimat
Nachhaltig voll Langsamkeit
So der Zukunft zugewandt
Ist eine Bibliothek modern
Wie wunderbar altmodisch
Zur gleichen Zeit Heimat
Wie fernstes schönstes Ziel
Ein Leben mit ist erst reich
Ohne bleibt es immer arm

jens tuengerthal 25.12.19

Verzichtskultur

Wir müssten uns künftig mehr
Einschränken verkündete den
Reiselustigen Deutschen zu
Weihnachten Herr Schäuble
Um die Klimaziele zu erreichen
Sagte es dabei pastoral streng
Mit südwestlichem Dialekt den
Er schon als Finanzminister mit
Pekuniärer Strenge pflegte die
Der Rollstuhl des Attentatopfers
Moralisch noch unterstützte
So auch wenn er dem Volk nun
Ökologisch die Leviten liest als
Bundestagspräsident in seiner
Nachhaltigen Predigt an das
Hoffentlich schlechte Gewissen
Weil Reisen nicht geil mehr ist
Sondern schlicht asozial nur für
Prekäre Geister ohne Verantwortung
Die sich auf Kosten der Zukunft
Weiter vergnügen wollen als gäbe
Es keine Klimakrise vor allem keine
Verantwortung unserer Länder
Für den Zustand der Welt doch
Wird dieses moralische Mahnen
An die Vernunft echolos verhallen
Weil es in keiner Weise motiviert
Frustration und Angst nicht bewegt
Vielleicht noch ein wenig bremst
Es bräuchte vorbildliches Verhalten
Eine Regierung die weniger fliegt
Statt von nötiger Beschränkung
Als Pflicht zu schwadronieren
Sollte vom Luxus der Langsamkeit
Mehr die Rede sein vom Stillstand
Als erstrebter Daseinsform die
Auf Dauer zufrieden in sich ruht
Nirgendwo mehr hin muss dabei
Lieber ankommt als sich zu hetzen
Nicht Jet-Set ist künftiger Luxus
Sondern Ruhe und viel mehr Zeit
Motivation zur Beschränkung ist
Eine permanente Frustration die
Zum nörgelnden Finanzminister passt
Aber keine Perspektive mehr bietet
Wer Zukunft gestalten will sollte
Neue Ziele setzen statt verbieten
Erst wenn das begriffen wird
Könnte sich etwas tun
Es liegt an uns

jens tuengerthal 25.12.19

Dienstag, 24. Dezember 2019

Glockenheilig

Nun läuten die Glocken
Zur Heiligen Nacht alle
Geben sich gern heilig
Mit schlechtem Gewissen
Aber doch eigentlich stolz
Was wir geschafft haben
Uns alles leisten können
Beschenken zur Beruhigung
Obigen Gewissens gerne
Besonders großzügig weil
Am Ende uns nichts bleibt
Das letzte Hemd hat keine
Taschen heißt es dazu fromm
Aber bloß nicht übertreiben
Maß halten ist ja so wichtig
Viele hören die Predigt noch
Mit der Botschaft der Liebe
Von erfundenen Göttern die
Unser Leben dreifaltig ordnen
Damit wir weiter funktionieren
Wie es von uns erwartet wird
Politiker senden Botschaften
Von Gemeinsinn und Verantwortung
Einzelhändler zählen ihr Geld
Ob sich das Weihnachtsgeschäft
Auch für alle wieder gelohnt hat
Und über allem läuten die Glocken
Tönen von heiliger Nacht im immer
Unheiligen Leben wo am Ende nur
Zählt wer die Rechnung zahlen kann
Mehr ist es eigentlich nicht im Leben
Aber nett es mal heilig zu nennen

jens tuengerthal 24.12.19

Montag, 23. Dezember 2019

Glaubenswissen

Manche Gläubige verwechseln
Glaube und Wissen gerne um
Durch die dann Verwischung
Grenzen fließen zu lassen die
Vernunft vom Aberglaube trennen
Unbemerkt alles zu relativieren
Esoterik damit ganz nebenbei
Als relative Wahrheit darzustellen
Weil alles am Horizont läge
Wissen nur relativ gültig sei
Auch Wissenschaft nicht sicher sei
Nur den relativen Standpunkt des
Aktuellen Horizont wiedergebe
Was natürlich richtig so ist aber
Glaube und Wissen vermengt
So tut als seien die Dogmen
Auf denen der Aberglaube fußt
Der Erkenntnis der Wissenschaft
Die Beweis und Gegenbeweis prüft
Mit logischer Methode arbeitet
Irgend methodisch nur verwandt
Was nichts mit Aberglaube zu tun hat
Glaube ist nie Wissenschaft
Kann nur historisch wissenschaftlich
Betrachtet werden aber taugt nie
Dazu im Wesen mehr zu sein
Als subjektiver Gegenbeweis aus
Der Tiefe eigener Überzeugung
Darum gilt der kategorische Imperativ
Zu jeder Zeit an jedem Ort für jeden
Ist es besser nicht zu wissen statt es
Durch Gewissheit im Glaube ersetzen
Zu wollen die nur alles relativiert
Weil Wissen und Glauben fundamental
Unterschiedlich vom Ansatz her sind
Glaube sucht Bestätigung der Überzeugung
Wissenschaft verifiziert bloß Annahmen
Alles Wissen ist durch neues widerlegbar
Keine Wirklichkeit verändert den Glauben
Darum hüte sich wer Vernunft hat vor
Allen die Wissenschaft durch Glaube
Als Erkenntnismethode infrage stellen
Es gibt wissenschaftlich keine Wahrheit
Sondern nur unwiderlegte Aussagen
Jeder der seinen Glauben aber damit
Als wahr verteidigt alles sei relativ läuft
Schnell Gefahr sich totalitär zu verlieren
Was sowohl aller Vernunft widerspräche
Wie den Prinzipien der Aufklärung die
Noch immer Ziel der Freiheit aller sind
Wohin es aufzubrechen nun gilt statt sich
Vom Glaube aufhalten zu lassen auch
Ohne zu wissen was wahr sein könnte
Nur jeden Beweis logisch zu prüfen

jens tuengerthal 23.12.19

Sonntag, 22. Dezember 2019

Liebesgröße

Wir messen die Liebe gern
In Größe wie manchmal in
Länge und Nähe zum Beweis
Ihres relativen Wertes in uns
Eine Liebe die gegenwärtig
Nicht groß scheint bleibt
Auch künftig immer klein
Im Rückblick aber wird
Manch Kleine viel größer
Als sie gelebt je war
Glaube noch fest daran
Dass die große Liebe
Im Wesen unsterblich ist
Könnte ich sie schon kennen
Oder irrte ich immer wieder
Auch wenn die Erfahrung
Das Gegenteil schon lehrte
So gesehen kann ich nun
Wohl nach fast einem Jahr
Beruhigt sein diese Liebe
War groß sie lebt immer noch
Auch wenn die Vernunft sagt
Es konnte nie funktionieren
Weiß mein Gefühl es besser
Nur halt ohne Gründe wohl
Ist eben so ein blödes Gefühl
Die Realität schleift alles ab
Lehrt vergessen durch Ersatz
Um ohne weiter sein zu können
Wie wirklich diese Wirklichkeit ist
Was Einbildung immer nur war
Wer die andere wirklich blieb
Bleibt wortlos ewig ungewiss
Sich auf so etwas einzulassen
Widerspräche aller Vernunft
Weiß der Aufklärer in mir genau
Aber der muss schweigen
Vor der Macht der Liebe
Schreit das Gefühl lautstark
Vom Alltag zum Schweigen
Vernünftigerweise verurteilt
Manchmal äußert es sich noch
In Träumen und Versen aber
Mit immer weniger Hoffnung
Wird die Erinnerung verblassen
Als wäre nie etwas gewesen
Ob das dann gut so ist scheint
Ex post betrachtet eher fraglich
So können wir uns beruhigen
War es die große Liebe
Braucht es keine Suche mehr
Dann ist es wie es nun ist
Das Leben hatte schon alles
Wir können beruhigt abwarten
Bis alles ein Ende findet
Irgendwann oder nie wird
Sich zeigen was es war
Dann wächst Gras darüber
Oder über uns längst
Dann bin ich nicht mehr
Aber wüsste was es war
Was dann auch egal ist
Warum es vernünftiger ist
Der Aufklärung zu vertrauen
Als länger noch der Liebe
Die nur ist was sie ist
Einsam nachzutrauern
Leben zu lieben um
Mehr zu genießen

jens tuengerthal 22.12.19

Schneefall

Wenn der Schnee von gestern
Wieder fällt sind wir jenseits
Der verlorenen Zeiten die noch
Um alte Liebe trauert als gäbe es
Kein morgen im nirgendwo zu dem
Alles führt so sehr wir uns auch um
Einen Hauch von Ewigkeit bemühen
In Träumen der Vergangenheit
Bleibt vom Schnee von gestern
Wenn es wieder wärmer in uns wird
Nur eine große dunkle Erinnerung
In der die Nacht alltäglich wurde
Es schmilzt der Schnee von gestern
Tränkt als Wasser die Blüten morgen
Solange das Herz weiter schlägt
Kann auch die Morgensonne noch
Die Dunkelheit aus uns vertreiben
Sie geht auch ungefragt wieder auf
Wenn nicht hattest du großes Glück
Dann war es wohl die große Liebe
Danach kommt einfach nichts mehr
Nur manchmal fällt der Schnee noch
Von gestern ins morgen der Gegenwart
Davon bleibt auch nicht viel
Wenn es wieder wärmer wird

jens tuengerthal 22.12.19

Nahtoderfahrung

Habe den Tod schon erfahren
Soweit das noch lebend möglich
Nicht die Reanimation den Verlust
Der geaberglaubten Seele ausschloss
Zumindest stand mein Herz damals
Nachdem mein immer Dickkopf
Eine Windschutzscheibe zerstört
Durch die Luft länger flog
Atmete ich wochenlang nicht
Zumindest nicht ohne Hilfe
Warum ich ohne Maschinen
Natürlich nicht mehr lebte
Und kann allen Neugierigen
Nun berichten da war nichts
Nicht weil ich an nichts glaube
Damals noch naiver Teenager
Höchstens zweifelnder Agnostiker
Nicht radikaler Atheist wie heute
Hielt ich vieles für möglich noch
Doch da war einfach nichts
Nichts was Angst machte oder
Uns länger beschäftigen muss
Nur gar nichts mehr was also
Nicht mal der Worte wert wäre
Sogar die Zeit ging mlr verloren
Auf der Suche nach der also
Verlorenen Zeit fand sich auch
Nichts bemerkenswertes mehr
Nicht mal Madeleines im Tee
Was zumindest literarisch noch
Proust einst unsterblich machte
Und so sage ich Rückkehrer nun
Total erleichtert über das Nichts
Danach kommt nicht mehr
Das ist auch gut so
Wir nennen es Freiheit

jens tuengerthal 22.12.19

Ehebibel

"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei."
(Gen 2. 19)

Wider die Einsamkeit schuf Gott
Eva aus Adams Rippe einst noch
Während Adam davor aus Lehm
Geknetet worden war kurz gesagt
In Form gebrachter Dreck nur war
Ist Eva aus dem ersten Entwurf
In verbesserter Variante entstanden
Mit Schöpfungsfähigkeit in sich
Vielfältig hochbegabt wie schöner
Zumindest mir heterosexuellen Mann
Wirklich anbetungswürdig erscheinend
Der Schöpfung höchste Krone also
Entstanden wider die Einsamkeit als
Freizeitpark vor allen Zeiten auch
Dem erfundenen Gott viel näher
Als der logisch gröbere Mann
Darum glauben viele so lange
Zweisamkeit sei viel besser als
Einsamkeit die Schmerz wurde
Bis heute ist möchte ich dabei
Immer noch leidend schreien
Und weiß doch längst besser
Glücklich werde ich nur dann
Wenn ich nichts mehr will
Zufrieden mit mir oder dem
Leben keine mehr suche die
Was ist erträglich erst macht
Dabei liebe ich die Ruhe sehr
Einsamkeit mit meinen Büchern
Die durch keine gestört wird
War die letzte fast schon ideal
Verklärt die Erinnerung die
Alle Anstrengung vergisst
Die ewigen Kämpfe um nichts
Gegen ihre panischen Ängste
Die sich selbst hassten dabei
Was dem Liebenden alle Zeit
Unverständlich bleiben wird
Aber Teil der Geschichte sind
Die bei der Einsamkeit auch
Stehen können die manchmal
Zu zweit gar in einem Bett sogar
Mit größer sein kann als ohne
Warum sich John Milton einst
Dichter verlorenen Paradieses
Für die Scheidung aussprach
Weil was dem Ziel zuwiderläuft
Nicht in Ewigkeit bestehen darf
Wenn etwa wie im Fall Milton
Ein Republikaner eine Royalistin
Blind im ersten Antrieb heiratete
So frag ich mich nun einsam
Ist es wirklich nicht gut es zu sein
Wäre miteinander trotz allem noch
Besser als schmerzvolle Einsamkeit
Ist unsere Natur auf Gemeinsamkeit
Eingerichtet oder im Gegenteil erst
Glücklich wo dies auch allein noch
Denke ich mich kritisch fragend
Merke was ich erst haben muss
Um miteinander glücklich zu sein
Ist völlige Zufriedenheit mit mir
Damit welche Eva wann immer
Nie aus der Not geboren wird
Sondern ohne gebraucht zu sein
Gewollt sein kann voller Liebe
Genossen wird als das Glück
Was Leben schöner macht
Bedächten das mehr vorab
Hielten Ehen leichter biblisch
Lang statt austauschbar zu sein
Was mir im Wesen eher gefiele
Statt ewige Suche und Wechsel
Doch klar wurde mir über die
Beschäftigung mit Adam und Eva
Nur was gewollt ist nicht gebraucht
Kann zwanglos ewig auch werden
Wenn seine Zeit da ist also keine
Dringlichkeit dafür mehr besteht
Wo was du weißt Gefühl wird
Ruhst du endlich in dir um zu
Heiraten sollte es nötig sein

jens tuengerthal 22.8.19

Samstag, 21. Dezember 2019

Wahrheitslüge

Kann es die Wahrheit geben
Gibt es das objektiv Richtige
Was zu aller Zeit an jedem Ort
Wahr ist oder ist das undenkbar
Weil keiner alles wissen kann ist
Jeder also der von Wahrheit
Spricht damit einer der auch lügt
Schützt der Meineid unmögliches
Weil keiner mit beschränktem Horizont
Wie es alle Menschen logisch sind
Je die Wahrheit sagen kann was
Zeigt Recht fußt auch auf Lügen
Ist nur ein schlechter Kompromiss
Der häufig unmögliches fordert
Weil sich Normen im System logisch
Als Wahrheit gerieren dabei sind sie
Begrenzt gültiger unvollkommener
Halt allzumenschlicher Pfusch nur
Was zeigt wie fern sich doch oft
Anspruch und Wirklichkeit sind
Die im kategorischen Imperativ einst
Ihren reinsten Ausdruck fanden
Wie sehr noch immer Aberglaube
Sogar im Rechtsstaat eine Rolle spielt
Die beiden ausnehmend schlecht steht
Wer Wahrheit zu kennen behauptet lügt
Schon die Wahrnehmung der Wirklichkeit
Ist höchst subjektiv und damit relativ
Nichts anderes kann heute gelten
Genau dies spricht aus Artikel 4 GG
Der mit der religiösen Freiheit alle
Vermeintlichen früheren Wahrheiten
Für gleich gültig erklärt womit am Ende
Keine bleibt die Wahrheit sein könnte
Sie bloß relativ nette Dekoration nur
Künftig noch ist ohne jeden Anspruch
Auf Wahrheit oder absolute Gültigkeit
Wobei diese transzendente Wahrheit
Ohnehin nie beweisbar gewesen ist
Ein schlichter Aberglaube nur war
Der gerne alle außer sich so nannte
Eben bloß eine Religion halt war
Derer man sich versichern musste
So bleibt die Wahrheit menschlich
Betrachtet stets eine Lüge deren
Ende wir besser feierten statt noch
Zu ihr zu beten ihretwegen zu strafen
Was dem Absurden die Krone aufsetzt
Gegen alle Grundsätze verstößt
Auf denen unsere Freiheit fußt
Zeit die Wahrheit nun endlich auf
Den Misthaufen der Geschichte
Als überholt zu entsorgen

jens tuengerthal 21.12.19

Freitag, 20. Dezember 2019

Sexwert

Guter Sex ist wunderbar
Wie alle Wunder sehr selten
Dabei wäre es ganz leicht
Ließen sich mehr aufeinander
Ein statt Rollen zu spielen
In denen sie nur Erwartungen
Erfüllen wollen gut zu wirken
Was selten befriedigend endet
Häufig zur Enttäuschung führt
Die Beziehungen zerstören kann
Weil die Rollen wichtiger sind
Als offen miteinander zu reden
Was Wege zum höchsten Glück
Des endlich zusammen Kommens
Erleichtern könnte doch vielen
Scheint die Gewohnheit wichtiger
Als ein glückliches Leben zu führen
Vielleicht wäre es ein Anfang 
Offen miteinander zu reden
Sich über die Natur zu informieren
Die sich miteinander vergnügt
Den richtigen Weg zu finden
Miteinander glücklich zu werden
Auch wenn viele es nie kannten
Bleibt das Glück der Gegenseitigkeit
So unerreichbar schön dass sich
Jeder Umweg dafür noch lohnt
Das Glück ganz teilen zu können
Wagten wir glücklich zu sein
Erst dann bekommt Sex Wert
Der kommt um zu bleiben

jens tuengerthal 20.12.19

Taghell

Der dunkelste Tag des Jahres
Ist der hellste seit langem wieder
Nicht ganz bis in den Hof hinunter
Scheint die sonst oben Sonne
Aber doch sichtbar strahlend schön
Erleuchtet den dunkelsten Tag
Des zu Ende gehenden Jahres
Nach vielen mir dunklen Monaten
Voll Grauen in einsamer Finsternis
Die keine Zukunft mehr wollte
Noch irgend Aussichten fand
Sich nur unter Schmerzen krümmte
Weil alles was ich liebte verloren
Schien zumindest auch wenn es
Nicht da ist an Gewicht verlor
Wurden lichteste Tage mir dunkel
Während nun am dunkelsten Tag
Zumindest meteorologisch betrachtet
Der jedenfalls der kürzeste fast ist
Die Sonne heller und länger scheint
Als ich lange für das Leben hoffte
Bedenke wie seltsam fern sich das
Innere und äußere Wetter sein können
Wie perfekt nah aber auch es alles
Verdreht was offensichtlich scheint
Manches erst im Dunkeln leuchtet
So sind manche Aussichten schon
In der Dunkelheit viel besser als wir
Nach äußerem Licht suchend meinen
Manchmal schauten wir besser hin
Um mit dem glücklich zu sein was ist
Weil es ohnehin ist was es ist

jens tuengerthal 20.12.19

Dunkelzeit

Die dunkle Zeit endet bald
Morgen wendet die Sonne
Dann bleibt zwar alles noch
Wie es ist aber zumindest
Wird es wieder heller was
Den Anschein von Licht gibt
Das in der Finsternis leuchtet
Irgendeine Perspektive eröffnet
In eine leuchtende Zeit
Jedenfalls besser beleuchtet
Die Erde dreht sich weiter
Trotz verkündeten Untergangs
Auf dann Winter folgt wieder
Frühling im ewigen Kreislauf
Im Süden halt umgekehrt
Was die Relativität offenbart
Die jedem Zyklus innewohnt
Der sich so oder so dreht
Je nach gerade Standpunkt
Nur das Leben ist endlich
Sein Rahmen wiederholt sich
Betrachte es nun lächelnd
Viel auf und ab die letzten Jahre
Zeit für betrachtendes Innehalten
Es geht immer weiter bis alles
Für einen endet dann geht es
Für alle anderen ohne weiter
Aber nichts ändert sich am
Zyklus der Jahreszeiten wie
Betrachtung von Ferne zeigt
Abstand als Gleichmacher hilft
Sogar die absolutistische Liebe
Durch Quantität zu relativieren
Manches erscheint pathologisch
Anderes bloß nicht ganz normal
Dazwischen spannt sich das Seil
Auf dem wir balancieren zwischen
Allem und Nichts was am Ende
Wie bei der Wende gleich erscheint
Wo die einsame Liebe sogar die
Stürme des Jahres überstand
War sie gekommen um zu bleiben
Womit alles wieder nichts ist

jens tuengerthal 20.12.19

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Ordnungshalber

Alles was Recht ist muss nicht
Rechtens oder auch legitim sein
Zwar spricht eine Vermutung wohl
Dafür dass Gesetze rechtens sind
Doch kann es auch anders sein
Wie der Nazi-Terror lange zeigte
Dessen Unrecht so evident war
Dass sich darauf keiner mehr
Einfach verlassen durfte sondern
Wer Recht sprach hätte zweifeln
Sollen oder müssen nach unsrem
Guten Gewissen wo immer es sitzt
Dies hochmoralische etwas in uns
Diese Formel nach Radbruch genannt
Dem Heidelberger Rechtslehrer einst
An dessen Schreibtisch ich einst saß
Wurde auch für Mauerschützen noch
Angewandt diese politischen Opfer
Der feigeren Anstifter hinter dem
Einst antifaschistischen Schutzwall
Der totalitäres Denken von links später
Als rote Fortsetzung vorher brauner Brühe
Mehr umfärbte als inhaltlich änderte
Deren Erben bis heute undemokratisch
Zwischen den Polen gern schwanken
Wir wissen also zwar relativ formal
Was heute gültiges Recht ist
Welcher Erlasse es dafür bedarf
Damit alles seine Ordnung hat
Die Anwendung der Norm nicht
Schon an Formfehlern scheitert
Doch was davon gütig ist kann nur
Das geprüfte Gewissen uns verraten
Befehlsverweigerung beim Militär ein
Verbrechen wird so zur petitesse die
Wollen müssen soll wer nach seinem
Grundgesetzkonformen Gewissen handelt
Auch wenn es das da noch nicht gab
Nulla poena vor Strafe schützte wird
Die gefühlte Gerechtigkeit als Mehrwert
Wider den Rechtsstaat noch anerkannt
Um nicht Unrecht zu legitimieren was
Jedem nicht Juristen absurd vorkommt
Genügte zur Bestrafung von Tätern
Die sonst der Unrechtsstaat legitimierte
Recht ist also nur relativ gültig was
Dessen absoluten Anspruch auf dann
Durchsetzung  stark infrage stellte
Dächte wer dabei streng logisch
Nicht nur wie üblich halt politisch
Was dazu führt dass die allergrößten
Schreihälse rechts wie links mehr
Gehör bekommen als die schweigende
Mitte wo beide Seiten laut fordern
Das Schwein müsse bestraft werden
Was zu absurden Saltos der Legitimation
Staatlichen Handelns im Nichts führt
Über das Recht besser schwiege 
Weil manches nicht regelbar ist
Was wir besser zugäben statt den
Dumm populistischen Rufen nach
Gerechtigkeit dabei nachzugeben
Bedächten wie absurd solche ist
Alles was Recht ist ist es nicht
Immer der Gerechtigkeit wegen
Die noch weniger messbar ist
Was die Frage stellt wozu dann
Überhaupt Recht ohne Aussicht
Aber es ist eben ein Kompromiss
Wie so viele bedingt tauglich
Staunt der Beobachter dennoch
Was bei uns Recht sein soll weil
Politisch gewollt und wie dies nur
Auf die relative Gültigkeit jeder Norm
Hinweist was auch befreiend ist

jens tuengerthal 19.12.19

Sprachverschiebung

Zeigt sich soziale Veränderung
Auch in der Sprache die damit
Politischer Radikalisierung folgt
Sie teils unbewusst abbildet
Oder umzukehren versucht
Sogar im sonst neutralen DLF
Ist von Migranten die Rede
Statt von Flüchtlingen was
Die Angst vieler vergrößert
Radikalen Interessen damit
Politisch Vorschub leistet
Probleme falsch bewertet
Ein völlig überfülltes Lager
Von sich radikalisierenden
Migranten ist etwas anderes
Als ein Flüchtlingslager in dem
Katastrophale Zustände herrschen
Verantwortung wird so verschoben
Radikalisierung Vorschub geleistet
Opfer werden zu Tätern gemacht
Durch sprachliche Leichtfertigkeit
Die Dinge schlicht umgekehrt was
So falsch ist wie die Gegenposition
Die alle immer willkommen heißt
Politisch korrekt nur Refugees sagt
Als Kampfbegriff einer weltweiten
Brüderlichkeit trotziger Naivität die
Angst der Gegenseite potenziert
Was kleine Probleme viel größer
Erscheinen lässt als in der Realität
Mit dieser sprachlichen Leichtfertigkeit
Nimmt beiderseitige Radikalisierung zu
Ein Gewinn ist keiner erkennbar
Darum wäre mehr Achtsamkeit
In öffentlichen Nachrichten nötig
Mitte und Gleichgewicht zu wahren
Statt Fakten politisch einzufärben
Wie es zu leicht noch geschieht
Womit Polarisierung verstärkt wird
Die Verschiebung der Sprache an
Radikale politische Ränder tut
Keinem der Beteiligten hier gut
Verteidigen wir die liberale Mitte
Als einen Ort politischer Freiheit

jens tuengerthal 19.12.19

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Glückskultur

Wir brauchen mehr Glück
Eine Kultur die es pflegt
Glücklich einfach zu leben
Statt nur zu funktionieren
Wie es öffentliche Ordnung
Gerne von uns verlangt
Damit alles ordnungsgemäß
Im verplanten Leben abläuft
Einfach lieber ausbrechen
Um mehr Glück zu spüren
Gegen den Strom schwimmen
Sich am Nichts erfreuen statt
Am fragwürdigen Besitz auch
Weniger auf vergängliche
Schönheit zu vertrauen um
Mal wieder stehen zu bleiben
Sich alle Zeit zu nehmen
Weil es unendlich davon gibt
Dann könnten wir entdecken
Wie schön alles um uns ist
Was Genuss genug wäre
Sich glücklich zu nennen
Manchmal bleibe ich stehen
Dann sehe ich es auch
Was für ein großer Genuss
Das Leben sollte häufiger
Einfach stehen bleiben denn
Nichts bleibt am Ende immer

jens tuengerthal 18.12.19

Nichtsfreiheit

Leben ist natürlich endlich
Wir sind zumindest darin frei
Ins Nichts willentlich zu gehen
Ob das Glück oder Krankheit
Wie heute meist genannt wird
Streitet die Gesellschaft noch
Zumindest die Kranken davor
Retten zu können warum nun
Überall bei Zweifeln am Leben
Öffentlich Hilfe angeboten wird
Was angesichts der Zustände
In denen viele überleben nicht
Ohne eine bittere Ironie wohl ist
Ist das Nichts so furchtbar
Oder zu verlockend um es
Öffentlich einzugestehen weil
Zu viele sonst doch gingen
Die Gesellschaft noch braucht
Weiter gut zu funktionieren
Wir besser mit der Angst davor
Als Fachkräfte weiter funktionieren
Wie Sein überhaupt im Kern
Gern auf seine Funktion auch
Reduziert wird damit wir noch
Zu etwas nützlich sein können
Was daran attraktiver als das
Sonst Nichts ist erschließt sich
Dem beteiligten Beobachter nicht
Aber immer die Freiheit zu haben
Ins Nichts hinüber zu gehen genügt
Die Zustände lächelnd zu ertragen
Besser werden könnte es immer
Der Rest kommt von alleine
Es erwartet uns das Nichts
Tröstlich genug gerade
Was auch noch kommt
Irgendwann endet es

jens tuengerthal 18.12.19

Dienstag, 17. Dezember 2019

Jenseitsglück

Leben, wohl dem, dem es spendet
Freude, Kinder, täglich Brot,
Doch das Beste, was es sendet,
Ist das Wissen, daß es endet,
Ist der Ausgang, ist der Tod.

Theodor Fontane (1819 - 1898),

Was kommt jenseits des Lebens
Fragen sich viele und glauben gern
An das Jenseits damit nichts endet
Sein irgendwo noch weitergeht
Als sei das Nichts am Ende nicht
Genug glücklich im Leben zu sein
Viele betonen gerne als wüssten wir
Nicht längst besser das nichts kommt
Was nach uns käme sei ungewiss
Ganz sicher werden wir dann zu
Beweglichen Sachen juristisch
Weniger also als Tiere eher wie
Sondermüll bei dem besondere
Regeln zur Entsorgung gelten
Die den Aberglauben tolerieren
Dessen Sitten einbeziehen noch
Der den Charakter der Sache mit
Bekannten Lügen gern leugnet
Über Unsterblichkeit der Seele
Schwadroniert die ewig unfrei machte
Keiner vernünftig wünschen könnte
Hätte nicht über Impfung mit Angst
Das Nichts erst Schrecken bekommen
Der die Gläubigen lebenslänglich
Umtreibt und wie sie meinen noch
Darüber hinaus ihr Verhalten bewertete
Ein lebender Mensch hat Würde
Auch Tiere haben dies teilweise
Eine Sache ist höchstens noch 
Vor Beschädigung geschützt
Das größte Glück des Jenseits ist
Ein großes Nichts in allem was auch
Nichts mehr erwarten lässt künftig
Das Wissen dass es endet ist wie
Fontane einst sinnreich dichtete
Wohl das beste was es sendet
Freuen wir uns am Nichts mehr
Weil nichts mehr kommt danach
Statt Sklaven des Jenseits zu sein

jens tuengerthal 17.12.19

Aufklärungsgefühl

Wie fühlt sich Aufklärung an
Einfach kritisch vernünftig
Befreit von allen Vorurteilen
Kants Grundsätzen entsprechend
Also schlicht rational allein
Berechenbar damit logisch
Oder intuitiv gefühlvoll auch
Weil Freiheit unsere Natur ist
Widerspricht sich das nicht
Kann beides uns entsprechen
Sind wir vielleicht im Wesen
Logisch wie alle Natur es ist
Die stets berechenbar handelt
Also intuitiv auch vernünftig
Kommt bei sich viel eher an
Wer den Mut hat frei zu sein
Als wer Gefühl oder Verstand
Alternativ betonen möchte
Weil dann wenig übrig bleibt
Immer eines von uns fehlte
Dabei geht es viel weniger
Um den Endsieg des einen
Oder anderen übereinander
Als natürliches Gleichgewicht
Aller dieser Kräfte in uns um
Glücklich leben zu können
Wie der Unfreiheit zu entgehen
Die von Trägheit wie Gewohnheit
Getrieben uns gern vorgaukelt
Unmündigkeit mache zufrieden
Damit unsere vernünftige Natur
Mit dem Gefühl im Einklang ist
Unser Trieb vernünftig wird
Die Vernunft uns gut tut
Wir leicht den Mut fassen
Nach unserer Natur frei
Wie glücklich zu leben

jens tuengerthal 17.12.19

Montag, 16. Dezember 2019

Todeskultur

Wir pflegen eine Kultur
Um den Tod mehr als
Das Leben zu genießen
Verdrängen einerseits
Das natürliche Ende gern
Aus unserem Alltag
Wollen Kinder davor schützen
Tabuisieren voller Angst
Was uns nichts angeht
Weil die große Freiheit
Des Nichts am Ende
Als Glück erkannt würde
Was manche fürchten warum
Ein magischer Kult um die Welt
Im Nichts entfacht wurde in der
Wir uns angeblich rechtfertigen
Müssten für alles was wir taten
Der das Sein vieler stets prägt
Die auf das Jenseits schauen
Ihr Handeln im Diesseits damit
Rechtfertigen und alle Moral aus
Furcht vor Strafe nach dem Tod
Begründen was nie moralisch ist
Sondern Moral mit Angst durchsetzt
Wer aber aus Furcht gut handelt
Tut dies nicht dem Gewissen gemäß
Sondern im Gegenteil nur um die
Andererseits drohende Gefahr
Von sich abzuwehren was nie
Eine moralische Motivation ist
So hat die Angst vor dem Tod
Wie die Lüge vom Jenseits statt
Realem Nichts die Moral mehr
Zerstört als sie zu begründen
Warum es Zeit ist den Kult um
Den Tod endlich zu beenden
Menschen ohne Angst moralisch
Autonom wieder sein zu lassen
Wie Kant es uns einst beschrieb
Pflegen wir lieber eine Kultur der
Freiheit des Lebens damit künftig
Menschen glücklich moralisch handeln

jens tuengerthal 16.12.19

Lichtblick

Es ist noch völlig unklar
Ob wir das Klima retten
Können oder wollen
Welchen Einfluss wir
Tatsächlich noch haben
Wie was passiert wenn
Die Erwärmung kommt
Wer dabei draufgeht
Welche Arten überleben
Wie sich Flora und Fauna
Auf Veränderung einstellen
Vieles ist noch Spekulation
Die keiner ernst nähme
Regierte nicht die Angst
Noch über alle Vernunft
Was wird es etwa bedeuten
Wenn Bäume schneller wachsen
Weil mehr CO2 dies bewirkt
Wie positiv wirkt der Tod von
Millionen in Küstenregionen
Sich auf graue Zukunft aus
Bewirken wir wirklich etwas
Als einzelne für das Klima
Nutzen kommende Katastrophen
Mehr als sie jemals schaden
Weil weniger immer mehr ist
Natur besser ohne uns lebt
Werden wir nun angesichts
Relativ sicherer Katastrophen
Besser kollektiv depressiv
Damit sich viele umbringen
Das Klima noch zu retten
Lieber ihr Leben dafür geben
Oder genießen wir besser
Was ist weil der Untergang
Durch alle Zeiten prophezeit
Auch keine Perspektive ist
Die sonderlich innovativ wäre
Frage mich manchmal auch
Ob der Kinderkreuzzug für
Die Rettung der Welt nicht
Mehr Glaube als Vernunft
Offenbaren könnte vielleicht
Natürlich ist alles wissenschaftlich
Bewiesen bedarf also auch keiner
Diskussion mehr was es für mich
Ideologisch verdächtiger macht
Weiß aber nicht genug um es zu
Entscheiden und also kategorisch
Richtig künftig stets zu handeln
Was weiß ich schon denke ich
Mit Montaigne lächelnd noch
Über die Zukunft in der ich nur
Irgendwann sicher nicht mehr bin
Warum die Gegenwart zu genießen
Gerade Aufgabe genug mir ist
Verhalte mich einfach vernünftig
Folge dabei meinem Gewissen
Genieße im bescheidenen Rahmen
Mehr oder weniger glücklich zu sein
Ist Lichtblick genug in dunkler Zeit
Wer glücklich ging war so auch da

jens tuengerthal 16.12.19

Sonntag, 15. Dezember 2019

Vanitaslächeln

Der Weltuntergang kommt
Ob wir dazu lächeln oder nicht
Dann wird es lächelnd schöner
Wir genießen die Zeit bis dahin
Auch sinnlich noch deutlich mehr
Sicher sind sich die Menschen
Des drohenden Untergangs
Bereits seit tausenden Jahren
Manchen haben wir überlebt
Noch nie war die Katastrophe
Wissenschaftlich so gut belegt
Brächte zugleich so viele um
Weil wir noch nie so viel waren
Wie in katastrophaler Gegenwart
Darum sie weniger ernst nehmen
Könnte helfen bis zum Ende noch
Es sich richtig gut gehen zu lassen
Was doch eine nette Aussicht ist
Angesichts des sicheren Untergangs
Lieben und leben als gäbe es kein
Morgen wie alle vor uns schon
Wenn es vorbei ist ist es zu spät

jens tuengerthal 15.12.19

Klimabilanz

Der Schaden der Klimakonferenz
Durch Flüge und Stromverbrauch
Ist deutlich größer als der Nutzen
Es war bloß politischer Tourismus
Ohne jeden Mehrwert dafür mit
Eklatant schädlichen Folgen
Besser wir sparen uns so etwas
Künftig wie überhaupt wenn wir
Überhaupt noch was retten wollen
Uns viel mehr sparen sollten
Auch viele Leben besser ersparten
Die kaum eine Perspektive haben
Weil wir blind weitermachen als
Wäre klimatisch nie etwas passiert
Darüber lächeln könnte noch helfen
Den verbleibenden Rest zu ertragen
Zu ändern ist wohl nichts mehr
Greta geht wieder zur Schule
Teile der Welt gehen sicher unter
Dafür wachsen Bäume viel schneller
Vielleicht kommt ein Vulkanausbruch
Größer als alle zuvor und verdunkelt
Die Atmosphäre zur nächsten Eiszeit
Schadet und rettet zugleich bleibt uns
Als letzte irreale Hoffnung noch die
Wie alles relativ egal auch ist denn
Die Klimakatastrophe kommt sicher
Wird Millionen Menschen töten was
Klimatisch sein Gutes auch hat
Im übrigen fürchten die meisten
Mehr Fremde als naheliegendes Klima
Die Bilanz am Ende ist nun sicher
Das Klima führt zu Katastrophen aus
Denen nur größere uns noch retten
Vernünftig einigen können wir uns
Auf politischer Ebene nicht weil in
Demokratien Mehrheit immer regiert
Was nicht Intelligenz oder Bildung heißt
Lassen wir den Dingen ihren Lauf
Betrachten das Sterben infolge
Überall und in Massen gelassen
Es ist der Preis demokratischer Dummheit
Wir wollen es nicht anders in Mehrheit
Fraglich ist nicht mehr die Alternative
Sondern wie weiter genießen ohne
Sicherheit angesichts des Chaos
Dürfen wir uns von möglichst nichts
Mehr stören lassen weil das Klima
Sich ändert weil es ist wie es ist
Wir können wenn wir was tun wollen
Uns umbringen oder nur nichts tun
Es bleibt am Ende völlig egal
Suizid der Masse brächte was
Klimatisch betrachtet aber dazu
Schweigen wir lieber

jens tuengerthal 15.12.19

Samstag, 14. Dezember 2019

Liebesleicht

Liebe kommt und geht
Sie ist ganz wunderbar
Wenn gleichzeitig da
Was seltener Zufall ist
Entsetzlich wo einseitig
Erdrückend wo verloren
Irgendwann bleibt nur noch
Die schöne Erinnerung übrig
Sich dann zu sagen hilft
Sie mit viel Leichtigkeit
Fliegen zu lassen wo sie
Geht ist hohe Lebenskunst
Dabei auch gönnen können
Die wohl schwerste Übung
Darüber liebevoll lächeln
Höchstes Ziel der Gelassenheit
Daran zu arbeiten bleibt wohl
Lebenslange Aufgabe mir
Wer weiß wie es endet
Denke ich lächelnd

jens tuengerthal 14.12.19

Ave Eva

Das Ave Maria kennen wir
Mit dem der Engel des Herrn
Der unschuldigen Frau ihre
Bald Schwangerschaft kündet
Eva dagegen wurde nie so
Vom Egel begrüßt außer dem
Gefallenen Erzengel der uns
Als Teufel viel bekannter ist
In Eden als Schlange erschien
Die zur sündigen Erkenntnis
Das vorher unschuldige Weib
Verführte und die sich darob
Schämte ob ihrer Nacktheit
So kennen wir die Geschichte
Aus dem Buch Genesis das die
Juden als Gegenentwurf einst
Zum Gilgamesch Epos schrieben
Um im Exil zusammenzuhalten
Doch hier sei lieber Eva mit Ave
Begrüßt was bekanntlich nichts
Als Eva von hinten betrachtet ist
Jene die Bewusstsein brachte
Aus göttlichem Stumpfsinn befreite
Kritisches Denken erst ermöglichte
Auch wenn sie so oder so Sage bleibt
Ist das Bild der klugen Forscherin 
Näher an der Realität als jenes
Das Augustinus oder Hieronymus
Uns so frauenfeindlich überlieferten
Was nicht verwundert nach ihrer
Zuvor Entsagung aller sündigen Lust
Die sie dem bösen Weib zuschoben
Als sei nicht in Wirklichkeit Eva die
Krone der Schöpfung übte SIE nicht
Noch als sie Adam aus Lehm formte
Während Eva aus dem Rippenbogen
Göttlicher Schöpfung entsprungen
Dem Himmel so viel näher wäre
Auch durch ihre Rolle bei der
Vermehrung der monatlich in ihr
Erneuertem Gebärmutterschleimhaut
Ausgezeichnet als also Schöpferin
Die Schmerz viel tapferer erträgt
So wäre es nur allzu vernünftig
Statt der Jungfrau Maria dieser
Esoterischen Lügenfigur lieber
Endlich Eva zu verehren die
Uns Lust und Bewusstsein erst
Brachte also menschlich machte
Während die unmenschlichen Sekten
Christen Juden wie Muslime lieber
Vom bewusstlos verblödeten Paradies
Als Ziel aller Träume noch schwärmten
Erkennt der denkende Mensch logisch
Lustvoll bewusst mit Eva zu leben sei
Der wahre Himmel auf Erden weil eine
Intelligent neugierig kritische Frau viel
Besser noch tut als der Aberglaube
Der was lustvoll schön ist Sünde nennt
Darum grüße ich lieber Eva mit Ave
Für ihre wunderbaren Töchter alle
Als die verlogene Jungfrau Maria

jens tuengerthal 14.12.19

Freitag, 13. Dezember 2019

Wollustig

Ist Wille zur Lust Sünde
Genießt nicht viel mehr
Wer weiß was er dabei tut
Ist das Bewusstsein also
Das Problem mit der Scham
Die uns zu Sündern erst macht
Der Anfang echter Wollust
Die völlig schamlos sich zeigt
Ihre Natur also genießen kann
Was unanfällig für Ängste macht
Vor einer drohenden Hölle auch
Das Paradies verliert jeden Reiz
Für alle die befriedigenden Sex
Miteinander kennenlernen durften
Warum die Wollust als Sünde auch
Für Augustinus sich dabei noch
Auf Adam und Eva berufend
Schlüssel zur Macht der Kirche
Über den Unterleib damit auch
Das Bewusstsein an sich wurde
Was einem der an Erektionen litt
Die ihn ungewollt oft ergriffen wohl
Wichtiger schien als alle Freiheit
Die Geschichte der Kirche wie ihr
Gestörtes Verhältnis zur Lust erklärt
Es war des Augustinus erektile Schwäche
Oder ungewollte Stärke vielleicht auch
Über die sich Montaigne mit Abstand
Sehr weise äussert indem er über den
Freien Willen philosophiert wie sein
Glied das sich diesem nur bedingt
Nach seiner Natur unterwirft sondern
Nach wollüstiger Laune einfach steht
Wie es ihm dabei gefällt uns Männer
Nicht selten in peinliche Situationen
Damit ein Leben lang bringt so lang
Es ungefragt sich noch erhebt was
Augustinus durch göttliche Erlösung
Beherrschen wollte woran er sehr litt
Schien Montaigne eher natürlich so
Sann er lieber über Abhilfe nach denn
Dieses Glied wohl seines wie meines
Wie noch so vieler Männer sonst auch
Steht manches mal ungefragt auf aber
Hängt dafür schlaff wenn es stehen soll
Weil das Alter seinen Preis fordert auch
Alkohol sein übriges noch dazu beiträgt
Was uns in beide Richtung blamiert 
Wie oft dachte ich da schon wie gut
Hat Frau es verglichen deren Lust nur
Feucht zwischen sich öffnenden Lippen
Sichtbar nach außen selten nur wird
Höchstens in stehenden Brüsten die
Selbiges auch frierend tun würden
Die sich nicht mit letzter Kraft aufrichtet
Um als potent zu gelten dafür Hingabe
Vollauf genügen lässt was zu einer wohl
Ungerechten Verteilung der Wollust führte
Wie auch die Potenz ungerecht verteilt
So fällt mancher Frau vielfaches Kommen
Leicht wozu sich Mannes Mitte noch mit
Letzter Kraft wieder erheben müsste was
Peinlich genug oft nicht gelingt wo gefragt
Doch ohne weiter hier über Gerechtigkeit
Beim Geschlechtsverkehr zu philosophieren
Find ich den Gedanken viel spannender
Was aus unsrer Lust würde ließen wir
Allen Aberglaube außen vor um lieber
Nach der Natur völlig frei zu genießen
Was in uns Wesen dazu angelegt ist
Ob also völlig schamlos noch genug
Lust in uns entstünde einander ganz
Also gemeinsam zu geniessen wäre
Die große Frage mancher Rätsel
Über die wir noch so wenig wissen
Warum mit manchen der Sex schon
Nach der Natur ganz vollkommen ist
Während andere nichts spüren je was
An Wissenschaft und Verführung wir
Zum Thema Lust auch bemühen
Die einen flüchten die Natur wie einst
Augustinus der Bischof von Hippo es tat
In seinen sich geißelnden Schriften
Die Lust seit Adam und Eva verurteilen
Während ein Michel de Montaigne nur
Die Natur betrachtet wie sie ist als eine
Kraft die teilweise nur dem Willen gehorcht
Dafür das mögliche genießt aber das
Immer wieder auch unmögliche auch
Belächelt weil so eben Natur auch ist
So geselle ich mich nach meiner Natur
Lieber zu Montaigne und lache über
Den an seiner Potenz leidenden Augustinus
Der ein Großmaul aus dem Maghreb halt
Wie wir sie hier wie dort bis heute kennen
Bloß war während der nette Franzose
Michel über sein zu kleines Glied wie
Im übrigen spärlichen Wuchs flucht
Seine zeitweise unpassende Impotenz
Öffentlich schamlos beklagt machte der
Gläubige Nordafrikaner Augustinus alle
Lust zu Wollust Sünde wie Verlust
Des Paradieses den er beklagte als sei
Es irgendwo ohne bewusste Lust gut
Warum die Wollust mit Montaigne mir
Gute Natur eher ist als böse Sünde
Folge ihr voll Gefühl nur zu gerne
Solange die Standkraft es zulässt

jens tuengerthal 13.12.19

00 Boxit

Wer befreit die Briten in der Not
Vom falschen Premier den die
Mehrheit nie wollte der gewann
Weil das englische System so ist
Dieses peinliche Trump-Imitat
Dabei wählte mehr als die Hälfte
Parteien gegen den Brexit doch
Spiegelt die Mehrheitswahl dies
Nie im Ergebnis wieder muss nun
007 kommen im Auftrag ihrer Majestät
Britannien wirklich befreien von den
Albernen Populisten die sich keiner
In derr City länger leisten kann die
Als Standort jede Bedeutung verliert
Aber so ist es nun in Britannien
Gewählt ist gewählt um 5h ist Teatime
Nichts wird sich irgendwo ändern
Das neue Armenhaus Europas wird
Bald Hilfe beantragen oder Bundesstaat
Der populistisch längst verblödeten USA
Es geht weiter wie immer bald ohne
Johnson den Bond verschwinden ließ
Same procedure as every year

jens tuengerthal 13.12.19

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Erbsünder

Woher kommt der Unsinn
Mit der Erbsünde und was
Machte diese Ideologie seit
Augustinus mit unserer Kultur
Wie hemmte es die Lust
Was blieb trotz Erbsünde uns
An Erotik oder verdanken wir
Dem schlechten Gewissen wie
Der Abwehr anderer Anschauungen
Überhaupt erst die Spannung dabei
Sind Protestanten traditionell eher
Prüde und Katholiken mehr lustvoll
Wie es dem Inventar ihrer Kirchen
Entsprechen würde oder ist spätestens
Seit Augustinus alle Vernunft in der
Jüdischen Sekte genannt Christentum
Endgültig verloren gegangen weil
Wir schon mit der Geburt in der
Tradition des sündigen Adam stünden
Sterblich wurden wie aus dem einst
Paradies wieder vertrieben wurden
Jede Zeugung und jeder Sex auch
Unter rechtmäßig verheirateten stets
Eine unreine Sünde verlängere die uns
Vom sündenfreien Paradies fern halte
Ist also nach dieser seltsamen Sekte
Das schönste im menschlichen Leben
Voll Liebe geteilte Lust immer sündig
Fragt sich was im Leben noch lohnte
Wozu Menschen dieser noch anhängen
Wenn ihr Paradies kastriertes Glück wäre
Ohne echte Befriedigung triste Aussicht
Für das weitere himmlische Leben böte
Rigorose Strafen wie Verbannung gegen
Alle abweichenden Meinungen halfen
Den Unsinn mit Gewalt durchzusetzen
Wie tief im Bewusstsein zu verankern
Nicht nur Puritaner haben bis heute
Ein schlechtes Gewissen wo sie Sex
Als solchen nach der Natur genießen
Womit immer deutlicher wird wie krank
Das religiöse Programm unsere Kultur
Seit tausenden von Jahren machte
Wie dringend es Abhilfe nun braucht
Weil jeder Mensch ein Individuum ist
Zu dessen Natur Sexualität genauso
Ohne Schuldgefühle so sehr gehört
Wie keiner für Taten seiner Vorfahren
Juristisch einstehen muss als Täter
Höchstens als Solidargemeinschaft
Die ein kollektives Erbe antrat wie
Die BRD gegenüber dem Reich
Aber nie als einzelne Menschen
Weil es dabei logisch schon an der 
Individuellen Vorwerfbarkeit der Tat
Fehlt die rechtlich anklagbar wäre
Womit der vernünftige Rechtsstaat
Bereits allen Unsinn aus dem Reich
Gottes im Grundsatz erledigt hat
Wo es aber an Sünde und Angst
Vor der Strafe für diese fehlt
Fragt sich was als Lehre bliebe
Außer die christliche Vergebung
Die kaum Fürsten überzeugte
Weil sie weder Gehorsam noch
Größeren Gewinn je verspräche
Vergessen wir sie also lieber
Lernten dafür sündenfrei Leben
Als natürliches Glück zu genießen
Voller Lust jeden Tag miteinander
Wären viele Menschen glücklicher

jens tuengerthal 12.12.19

Lustverlust

Warum verlieren so viele
Die Lust die sie nicht mal
Richtig kannten sondern
Bloß funktional vorspielten
Um zu gefallen als was
Sie gerne geliebt würden
Auch wenn sie es nie waren
Ist es das lächerliche Spiel
Bei dem viele Frauen nichts
Je empfinden was nur die
Jeweilige Unkenntnis offenbart
Welche Wege zum geteilten
Glück führen in der Lust statt
Diese nur vorzuspielen oder
Mit Liebe anstatt zu ersetzen
Bedürfte es mehr Offenheit
Auch in der Kommunikation
Um nicht in Rollenmuster
Einfach zu fallen die keinen
Wirklich befriedigen können
Der das geteilte Glück kannte
Was als Gipfel der Liebe alle
Miteinander erstreben sollten
Glücklich dauerhaft zu bleiben
Sich nichts mehr vorzumachen
Denn die Lust ist zwar immer
Auch ein Spiel doch dabei auf
Physischer Basis fest stehend
Also ein realer Traum eher der
Nur geteilt Erfüllung uns schenkt
Wie feststellt wer es so kannte
Der Rest der Lust ist entbehrlich
Sein verschwinden kein Verlust
Warum um so mehr für das echte
Miteinander gekämpft werden sollte
Bevor die Lust uns verloren geht
Doch manche merken es nie
Denen ist wohl nicht zu helfen
Manchmal hilft darüber dichten
Mehr nachdenklich zu machen
Worauf es wirklich ankommt beim Sex
Nichts muss aber alles kann kann
Helfen sich einander zu nähern
Auf dem Weg zu geteilter Erfüllung
Von der die meisten nichts wissen
Die zu viele sich nur vorspielen
Statt sich auf den Weg zu machen
Das geteilte Glück zu finden was
Für alle irgendwo liegt allein der
Weg ist bis dahin noch fraglich
Mehr Offenheit weniger Erwartung
Macht das Leben befreit schöner
Wie glücklich wären wohl viele
Wagten sie es einfach zu teilen

jens tuengerthal 12.12.2019

Nichtwissen

Was weiß ich schon fragte
Einst Michel de Montaigne
Als quasi Vorwort seiner Essays
Die ihn unsterblich machten
Durch ihren freien Geist
Der allein sich selbst betrachtet
Nicht mehr sein möchte dabei
Als er auf sich allein besonnen
Doch weil dieser er so viel las
Wirklich in sich ruhte bei aller
Unruhe kriegerischer Zeiten
Bevor Henry IV. König wurde
So liebenswert lesenswert blieb
Und so frage ich mich auch
Der ich vielleicht etwas mehr
Las als der Durchschnitt der
Zeit in der ich eben lebe
Weil ich in sie geboren wurde
Aber sicher weniger als Michel
Zumindest von den Klassikern
Bestimmt aber die in Latein nie
Dafür ihn immer wieder wie viele
Nach ihm die er ab 1592 nicht
Mehr lesen konnte weil dann tot
Stelle mir über 400 Jahre später
Noch ähnliche Fragen in vielem
Doch im Kern frag ich mich stets
Was weiß ich schon wirklich
Auch worauf kommt es an im Leben
Als glücklich zu bleiben in der Liebe
Aber werde ich je wissen können
Was die Liebste wer immer es ist
Wirklich will außer noch zu hoffen
Vielleicht manchmal auch mich
Doch bleibt im Kern des Glücks
Vieles wohl ewig ungewiss
Auch wenn es so einfach wäre
Glücklich zu sein wagten wir es
Statt weiter abzuwarten zu leben
Verstehe je älter ich werde immer
Weniger von Liebe und Leben
Nehme es hin wie es halt kommt
Auch wenn ich lieber gestaltete
Welt nach meinem Geist formte
Wüsste ich nicht mal mehr wie
Weil ich erkennen muss wie
Wenig ich vom Leben je wusste
Was ich überhaupt nur weiß
Wie dennoch ein wenig Liebe
Aus einer Wüste ein Meer formt
Es nie mehr zum Glück braucht
Nun mich in Geduld üben muss
Zu sehen wohin das Meer wogt
Wenn die Wellen sich legen

jens tuengerthal 12.12.2019

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Klimakrampf

Wir kämpfen ziemlich verkrampft
Um das Klima ohne Mut tun wir
Nur das eben nötigste gerade
Statt nachhaltig zu motivieren
Reagieren wir nur etwas planlos
Fühlen uns gemaßregelt wie
In gewohnter Freiheit dabei
Beschränkt als Luxusproblem
Verwöhnter westlicher Konsumenten
Klopfen wir uns dafür noch gerne
Selbstzufrieden auf die Schultern
Dabei wäre es alles ganz einfach
Wagten wir endlich konsequent
Nachhaltig auch zu denken dann
Wären Glück und Zufriedenheit
Mit so wenig zu erreichen nun
Setzten wir auf grünen Wasserstoff
Wie nachhaltig gewonnenen Strom
Unterstützen staatlich Innovationen
Statt todgeweihte Kartelle zu pflegen
Alte Zöpfe einfach abschnitten
Einen Wettbewerb der Innovationen
Besser starteten als der Verhinderer
Das Luxusgut der Zukunft ist Zeit
Die Entdeckung der Langsamkeit
Ruhe als nobelste Eigenschaft
Bei der Entdeckung geistiger Welten
Nicht um Altes zu verbieten sondern
Neues endlich innovativ zu beginnen
Keinen Kampf voller Verbote führen
Bei dem nichts zu gewinnen ist lieber
Konstruktiv alternativ zu motivieren
Mit konsequentem Denken dabei
Was frei und glücklich alle machte
Positiv die Zukunft zu gestalten um
Nicht alten Privilegien nachzujammern
Die keine Perspektive mehr haben
Fliegen nur mit Wasserstoffturbinen
Fahren elektrisch oder mit Wasserstoff
Immer mehr Wälder überall pflanzen
Die natürlich sein dürfen bezahlt mit
Der Haftung der Täter der Vorzeit
Was die alten Monopole erschütterte
Die Veränderung noch beschleunigte
So gibt es viele konstruktive Pläne die
Veränderung konstruktiv zu erreichen
Wagten wir nur statt dem ängstlich
Jammernden Klimakrampf endlich den
Innovativen Wettkampf im Genuss
Der geistig langsam beginnt weil
Langsamer Genuss geiler ist
Echte Genießer offenbart

jens tuengerthal 11.12.19

Dienstag, 10. Dezember 2019

Kulturbeginn

Wo begann menschliche Kultur
Gibt es auch noch eine andere
Was macht uns also kultiviert
Ist es die Sprache oder erst
Unsere Neigung zur Abstraktion
Begann sie schon im Übergang
Vom tierischen zum menschlichen
Haben auch Pflanzen eine Kultur
Wo sie ästhetisch reagieren
Wie alt ist unsere Kultur überhaupt
Maximal 30.000 Jahre wird gesagt
Zugleich leben Pflanzen viel länger
In Kulturen beieinander die sich das
Zusammenleben schöner machen
Das Eis der Abgrenzung wird dünn
Braucht Kultur notwendig Kunst
Was entscheidet über den Weg
Viele Fragen stehen vor der Kultur
Warum müssen wir sie überhaupt
Von der Natur abgrenzen noch weil
Wir den Ackerboden kultivieren etwa
Macht der Bauer erst die Kultur aus
Was seltsam scheint nach Funden
Der Jägerkulturen die künstlerisch
Schon lange genannt wurden zwar
Sicher gibt ein fester Wohnsitz wie
Arbeitsteilung mehr Raum für Kultur
Doch beschränkt sich nichts darauf
Lange machten wir es am Bewusstsein
Als Wesensmerkmal fest doch scheint
Auch dies nur bedingt tauglich zu sein
Stellt sich selbst weiter infrage je mehr
Wir über die Natur verstehen lernen
Wenn die Trennung schon unklar
Ist es der Anfang noch viel mehr
Kann Bewusstsein über Kultur
Alleine entscheiden oder nie
Genügt Schönheit als Maßstab
Die Natur oft viel mehr noch hat
Als alle Menschenwerke dabei je
Weil Vollkommenheit für uns etwa
Im Goldenen Schnitt Natur abbildet
Tonleitern den Planetenschwingungen
Entsprechen also Klang nur nachmacht
Was Natur vorher bereits in sich trug
Womit die Unterscheidung noch viel
Willkürlicher uns erscheint auch bei
Den Versuchen Stimmen der Natur
Mit Instrumenten zu imitieren was
Fragt wer die Kunst schöpfte die
Schönheit der Natur nur abbildet
Woher das Bedürfnis der Abgrenzung
Stammt wie falsch es sein könnte
Ob Hochkultur sich darin erst zeigt
In Harmonie mit der Natur zu sein
Deren Schönheit sie uns vorführt
Alles also wie Lukrez schon dichtete
In seinem de rerum natura Natur ist
Wie wir mit unserer Kultur Teil dieser
Nicht Abgrenzung hohe Kunst ist
Sondern Vereinigung sie zeigt die
In sich die Harmonien noch sucht
Auch wenn nicht immer harmonisch
Sogar provokativ konfrontativ mal
Wie ein Unwetter über uns kommt
Das herrschende Chaos abbildet
Weiß ich nicht wo Kultur beginnt
Noch wann und ob sie je endet
Im Spiegel der ewigen Natur
Bleiben Anfang und Ende offen

jens tuengerthal 10.12.19

Montag, 9. Dezember 2019

Liebesrisiko

Liebe ist immer ein Risiko
Hängt von so vielem ab
Was wir nicht beeinflussen
Können oder dürfen
Wovon wir vorher nichts
Wissen was aber hinterher
Dabei entscheidend sein kann
Dennoch müssen wir wagen
Ohne doppelten Boden
Volles Gefühl zu zeigen
Werden damit verletzlich
Was es noch aufregender macht
Liebe ist also etwas für Spieler
Mit Freude am Risiko die gern
Ihr ganzes Leben einsetzen
Für die bloße Hoffnung auf Glück
Ohne sich je sicher zu sein
Riskieren wir totalen Wahnsinn
Ziehen meist andere mit hinein
Verhalten uns trotz der Gefahren
Werden von deren Wahn ergriffen
Ansteckend soll es auch noch sein
Bleiben damit ein Leben lang
Immer wieder völlig unvernünftig
Haben keinerlei Sicherheit dabei
Die Liebe ist also lebensgefährlich
Nur was bliebe vom Leben ohne
Also lieben wir einfach weiter
Wie immer ohne alle Vernunft
Wer weiß ob es nicht gut so ist

jens tuengerthal 9.12.19

Liebesglaube

Glaube an nichts als Natur
Kenne keine Götter irgend
Nichts höheres ist mir heilig
Halte Zauberei für Hokuspokus
Die Seele ist eine Erfindung
Unfreier Menschen aus Angst
Vor dem Tod der mich nichts
Angeht bin also Aufklärer
Natur und Vernunft sind der
Maßstab meines Seins
Das gilt in jeder Situation
Außer in der Liebe
Die macht was sie will
Lässt mich noch glauben
Den überzeugten Atheisten
Vom ewigen Glück träumen
Statt nur den Augenblick noch
Genießen zu wollen will ich
Den großen Traum leben
So unvernünftig es klingt
Scheint es meine Natur
Mehr zu sein als Vernunft
Versuche nicht mal mehr
Dagegen noch anzukämpfen
Nehme es als einfach Natur
Liebe lieber wenn ganz

jens tuengerthal 9.12.2019

Sonntag, 8. Dezember 2019

Demokratiegrenzen

Im Populismus stößt die Demokratie
An die Grenzen des möglichen mit
Dem stolz ungebildeten Wahlvolk
Das massenhaft Idioten für ihre
Blödesten Sprüche nur wählt die
Den Horizont so niedrig hängen
Dass schlichte Gemüter leicht
Noch darunter durch passen
Ist diese Gefahr noch heilbar
Oder Demokratie ungeeignet
Für medial berieselte Narren
Die sich für erwählt halten
Weil sie umgarnt werden als
Der ahnungslose Souverän
Mit eben manchmal Stimme
So fragt sich was die Aufklärung
Gegen die Dummheit noch hilft
Die stolz ungebildet sich gern gibt
Ob sie für die Masse je etwas taugt
Eine gebildete Elite logisch braucht
Die Massen vernünftig noch lenkt
Den Staat wie eben nötig verwaltet
Was schlicht rechtmäßig einfach
Funktionieren soll um zu genügen
Brauchen wir noch die Täuschung
Von Wahlen und Beteiligung aller
Zur Organisation der Verwaltung
Könnten wir dem Rechtsstaat nicht
Ausreichend vertrauen für eine
Beamtenregierung inzwischen
Welche lästig populistische Wahlen
Schlicht überflüssig machte künftig
Zuverlässig pflichtbewusst wie Merkel
Eingesetzt wie die EU-Kommission 
Böte langfristig mehr Stabilität
Verhinderte die Trumps und Johnsons
Für eine Elite von Beamten die auch
Lernten die Verwaltung zu verwalten
Was sicher viel effektiver wäre
Oder ist die Demokratie stark genug
Auch die Dummheit gut zu ertragen
Alle daran zu beteiligen sogar wenn
Sie die Tragweite nicht erfassen
Weil sie sich selbst heilen kann
Im offenen Raum die Vernunft siegt
Was schön und aufgeklärt wäre
Es mag hier offen bleiben wie es
Einst ausgeht - was weiß ich schon
Jedoch schadete es keinesfalls dem
Populismus etwas vorzubeugen
Rechtzeitig Verwaltung zu sichern
Parlamente eher zu entmachten
Nebenbei die Vernunft zu stärken
Dem Populismus früh vorzubeugen
Dann mag die Demokratie weiterhin
Im Populismus an Grenzen stoßen
Doch funktionierte sie unabhängig
Nach rechtsstaatlichen Prinzipien
Die stabiler als Volkes Meinung sind
Darüber sollte uneitel nachgedacht 
Künftig durch Verwaltung auch ohne
Parteien vernünftigerweise  die durch
Unabhängige Kontrollen rechtsstaatlich
Überprüft werden Stabilität zu gewähren

jens tuengerthal 8.12.19