Freitag, 5. Juni 2026

Lebenslust

Lebenslust

Ist Lebenslust eine Frage der Haltung
Liegt es am eigenen Blick mehr oder
An den Umständen die Lust machen 
Oder jede rauben können überleg ich

Sich dem zu ergeben was ist könnte 
Einfacher erscheinen als seinen Weg
Unter allen Umständen zu gehen 
Auch wenn alles hoffnungslos scheint

Lange schon keine Lust mehr auf das
Alberne Spiel Leben gehabt was viel
Formell verwaltet damit sich genug
Bedeutend dahinter fühlen können

Einige leiten ihre Lebenslust aus dem
Aberglauben an eine unsterbliche
Seele her was noch alberner ist
Weil es in der Natur diese nicht gibt

Bringe es halt hinter mich weil ich
Wohl muss was mir noch weniger
Gefällt als der Aberglaube weil es
Einen Zwang damit ausdrückte 

Es mag Menschen geben die 
Zwänge lieben und die es erregt 
Gefesselt zu werden ich bin lieber
Frei statt ständig was zu müssen

Will nichts mehr müssen habe mit
Max Stirner dem klügsten der
Junghegelianer meine Welt allein
Auf mich gestellt außer mir ist nichts

Lust heißt auch lustvoll zu wollen
Also dem freien Willen zu folgen
Auf alle die dies negieren habe ich
Schon lange keine Lust mehr 

Lust kommt aus dem germanischen
Ist ein intensiv angenehmes Gefühl
Das Befriedigung erstrebt oder der
Arterhaltung und dem Überleben dient

Zur Lust treiben uns verschiedene
Antriebe unserer Natur biologisch 
Psychologisch sexuell sie zielt auf
Unmittelbaren Genuss im Moment

Die Lebenslust als zentrales Element 
Der Freude am Leben ist wie alle Lust
Stark emotional und weniger rational
Doch erfordert sie ein großes Wollen 

Die Fähigkeit dem ganzen Elend was
Das Leben zum größeren Teil ist
Selbst ein Ende zu setzen dürfte 
Die dauerhafteste Motivation sein

Weiter zu machen für Momente
Voller Lust die damit genügen sollen
Den ganzen Rest aufzuwiegen es
Als meine Freiheit zu sehen sich

Für das Leben zu entscheiden weil
Jede andere Methode eher noch von
Lächerlichem Aberglauben mit Zwang
Geprägt ist ernst gemeint zu sein

Nicht die Tabuisierung des Suizid
Die den Freitod pathologisiert rettet 
Auch nur ein Leben sondern macht
Vernünftige Menschen zu Idioten

Die größte Freiheit des Menschen
Über sein Leben und damit seine 
Existenz frei zu entscheiden ist
Der Weg zu echter Lebenslust 

Die Pathologisierung der Freiheit
Stellt alles Leben unter den Zwang 
Einer medizinischen Aussicht bei der
Halbgötter in Weiß entscheiden

Wer noch gesund und frei ist womit
Die Menschheit dauerhaft versklavt
Eine unwürdige Existenz führt deren
Ende viel verlockender erscheint

Wer den Menschen dagegen für frei
Damit auch mündig erklärt statt ihn 
Retten zu wollen gibt allein so der
Lebenslust noch eine Chance

Doch sind wir es lange gewohnt
Zu gehorchen statt kritisch zu denken
Bleiben damit unaufgeklärt unmündig 
Wie Kant schon 1784 schrieb 

Ein Umdenken wäre eine Befreiung
Ließe Menschen über ihr Leben
Endlich frei entscheiden was die
Lebenslust entscheidend erhöhte

Nur wenige pathologische Fälle
Unter denen die am Leben aus
Guten Gründen zweifeln können
Je die Entmündigung rechtfertigen

Was das Bundesverfassungsgericht
Schon für die Würde des Menschen
Feststellte gilt noch mehr für die
Freiheit zu sterben was aber wohl

Hörigen Narren unvorstellbar ist
Warum sie lieber sich krank nennen
Als ihre Freiheit zu genießen auch
Jederzeit gehen zu können 

Erst diese macht dauerhaft Lust
Auf das weitere Leben was sich 
Mündig für ein weiter so entscheidet
Statt vom Recht geführt zu werden

jens tuengerthal 5.6.26

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