Samstag, 6. Juni 2026

Lektürentagebuch 6.6.26

Lektürentagebuch 6.6.26

Begonnen mit den Buddenbrooks
Von Thomas Mann und wie der gute
Engagierte Thomas Buddenbrook
Seinen Tag gewöhnlich gestaltet

Schon direkt nach dem Aufstehen
Beginnt Thomas Buddenbrook sich
Um die öffentlichen Angelegenheiten
Zu kümmern beim Gespräch mit dem 

Barbier Wenzel der auch Mitglied
Der ehrwürdigen Bürgerschaft ist
Zuvor schon Konsul Kistemaker
Rasierte und davon auch berichtet

Sie sprechen über Modernisierung
Der Eisenbahn wie der Beleuchtung
Buddenbrook will Gasbeleuchtung 
Überall das sei heller und zeitgemäß 

Denke daran wie hier die Anwohner
Um den Erhalt der dezenten noch 
Alten Gaslaternen kämpfen was so
Unsinnig wie manches noch ist

So kurzsichtig wie eine Regierung
Die das Aus für den längst schon
Überholten Verbrenner in Europa
Noch einmal verschoben hat damit

Ihre einst große Autoindustrie den
Anschluss endgültig verliert was
Nach einem Weltuntergang der
Eher zu erhoffen ist egal wäre

Neben der Eisenbahn die Wege
Kürzer macht befürwortet der junge 
Konsul auch den Zollverein was 
Dem Handel noch besser täte 

Dieser ist ihm besonders wichtig
Weil er als Kaufmann die große
Bedeutung dessen erkennt was
Er wohl zur heute EU sagte 

Thomas Buddenbrook wird als
Viel gereist beschrieben und vom
Horizont her weiter als der sonst 
Enge bürgerliche Geist Lübecks 

Einer der über die Grenzen hinaus
Blickt eine rothaarige Schönheit
Aus Amsterdam heiratete die nur 
Zufällig Freundin seiner Schwester

Über all diese wichtigen Dinge spricht
Der Konsul schon beim Rasieren
Während Wenzel noch frischen 
Schaum auf sein Kinn aufträgt

Nach der Rasur und während Wenzel
Schon zum nächsten Kunden eilt
Kleidet Thomas sich sorgfältig an
Küsst die Stirn der erwachten Gerda

Begibt sich auf zwei Stunden ins 
Kontor in der Mengstraße um die
Nötigen Dinge in Gang zu bringen
Danach zweites Frühstück dort

Von da aus geht er weiter zum
Hafen spricht als Reeder mit
Den Kapitänen über Fahrten und
Preise an den Märkten zur See

Zeigt sich nun an der Börse
Wandelt durch die dort gotischen
Arkaden und knüpft Verbindungen 
Plant schnell weitere Geschäfte 

In letzter Minute und oft schon fast
Zu spät holt er Gerda dann zu
Gemeinsamen Terminen am Abend
Zuhause wieder aber immer schon 

Fast beim nächsten Termin und
In Gedanken beim Gemeinwohl 
Seiner Vaterstadt um das er sich
Ununterbrochen redlich bemüht

Ein engagierter Unternehmer und
Politiker der versucht dazu allen 
Gerecht zu werden auch seinen 
Geschwistern die Sorgen machen

Am Ende kommt das Kapitel der
Eigenen Kinder auf die noch auf
Sich warten lassen was seine Mutter
Die Konsulin inzwischen besorgt

Sie fragt ganz dezent Doktor Grabow
Der auch sieht dass hier ein Franzbrot 
Mit Taube keinen Erfolg verspricht 
Ach und dann war da noch Tony

Feinfühlig und aufmerksam mit dem
Nötigen Humor führt Mann hier durch
Den Alltag eines Unternehmers im
Geerbten Familienbetrieb aber 

Erzählt ganz nebenbei noch die
Politik und Kulturgeschichte seiner 
Familie und die folgende Entwicklung
Aus der später das Reich erst wuchs 

Historisch ist dies die Zeit zwischen
Der Revolution von 1848 und dem
Deutsch-Dänischen Krieg der dann
Nach weiteren Schlachten noch

Zur Krönung und Reichsgründung der
Verspäteten Nation in Versailles führte
Nach Königgrätz und 70/71 was den 
Roman historisch gut einordnen hilft

Das macht die Buddenbrooks auch
Zu einem Jahrhundertroman der die
Geschichte und was sie damals prägt
Im persönlichen Kontext erörtert 

Im Zauberberg treffen sich nach
Der kurzen Abendgesellschaft als
Sich längst alle zur Liegekur
Zurückgezogen haben als letzte

Übriggebliebene Clawdia Chauchat
Und Hans Castorp vor dem Kamin
Kommen dort ins Gespräch bei dem
Hans Clawdia provoziert und duzt

Was sie sich erst verbietet dann
Nichts mehr dazu sagt was als
Kapitulation für ein wichtigeres
Thema betrachtet werden kann

Er erklärt sich und sie kommen
Sich als Freunde wieder näher
Sie klagt wie schwer es neben
Dieser Persönlichkeit zu leben

Für sie als Frau wäre die er
Gewollt hätte und wie sollte
Sich Frau dem entziehen fragt
Clawdia ihren deutschen Hans 

Dies nachdem sie beide zuvor
Überraschend klug und zugleich
Bescheiden über Leidenschaft
Miteinander philosophiert haben 

Sie besiegeln ihr Bündnis mit
Dem russischen Kuss auf den 
Mund wie wir ihn noch aus den 
Sowjet Zeiten schaurig kennen

Denke an das Mauerbild auf dem
Honecker und Breschnew knutschen
Aber sehe auch dass junge lustvolle
Paar von Kranken in Davos dabei

Sie besiegeln ein Bündnis für die
Persönlichkeit Mynheer Peeperkorn 
Damit sie diese Liebe erträgt der
Großen Persönlichkeit bleibt er

Ist ihr Freund und Berater der sich
Voller Zärtlichkeit an sie bindet die
Ihn darum bittet nach vorher vielen
Salti um das was sie sich zugestehen

Das ist eine ganz wunderbar erzählte
Geschichte um Liebe die sich mit 
Leidenschaft findet und bindet aber
Die Umstände nimmt wie sie sind

Das unausweichliche der großen
Persönlichkeit aber auch die hohe 
Intensität der Verbindung der beiden
Wird hier sehr fein thematisiert

Die erotische Spannung dieser
Situation überschreitet vielen in
Anderen Werken beschriebenen
Nur Sex der ungesagt geiler wird

Das ist faszinierend bei Mann der
Die Erotik einer Szene knistern lässt
Ohne je von Sex dabei zu reden weil
Er ein Gefühl für Stimmungen hat

Über diese Fähigkeit von Mann wie
Sein großes sensibles Feingefühl 
Sollte mehr nachgedacht werden
Als seine privaten sexuellen Wünsche

Weiter geht es mit Thomas Mann
In Joseph und seine Brüder im
Kapitel Damengesellschaft was 
Das Leiden der Mut öffentlich macht 

Diese hatte nach der verweigerten 
Lust durch Joseph aus Liebe wie 
Wahnsinniger Sehnsucht wer mochte 
Das noch unterscheiden können

Immer mehr abgenommen war krank
Wie schwach geworden und so sind
Alle ihre Freundinnen aus dem Palast 
Sie einzeln oder in Gruppen voller

Mitleid besuchen gekommen hatte 
Auf ihre Fragen was sie denn so
Krank mache immer nur geantwortet
Dass würden sie nicht verstehen

Als das Gerede darüber wie auch
Das Drängen ihrer Freundinnen die
Selbst große Rollen am Hofe des 
Pharao spielten hatte sie alle zur

Damengesellschaft einem großen
Kaffeekränzchen in zwei Räumen
Des Damenhauses eingeladen
Wollte sich dort allen offenbaren

Neugierig kamen natürlich alle
Herrlich komisch ist wie Mann das
Schnattern der Frauen beschreibt
Wie die Stimmung in der Runde

Von Mitleid zu Begeisterung Neid
Wut und Zorn sich wandelte als
Sie ihnen Goldäpfel serviert mit dazu
Den schärfsten Obstmessern der Welt

Während ihre Freundinnen alle mit
Diesen Messern beschäftigt sind
Lässt sie den edel in weiß gekleideten
Joseph ihnen Wein servieren 

Nun kommt es wie es kommen muss
Die Damen von seiner Schönheit wie 
Dem bezaubernden Wesen des wohl
Wirklich geilen Knaben abgelenkt

Schnitten sich sämtliche in die Hände
Mit den schärfsten Messern der Welt
Worauf es ein Blutbad gab was der
Meister der Ironie Mann beschreibt

Nachdem sich die erste Aufregung
Wieder legte alle verbunden waren
Erhoben sich erste Reden dass Mut 
Auch Mitschuld am Blutbad trage 

Sie hätte in der aufgeregt besorgten 
Stimmung nie ihren so schönen 
Jungmeier als Schenk schicken 
Dürfen dass sei ihre Schuld

Nun aber erklärte sich Mut ihnen
Allen erzählte von ihrer Liebe zu
Joseph worauf das Geschnatter
Wieder begann mit erstem Spott

So dachten einige nun habe es
Auch die keusche Mut erwischt
So sei das eben im Leben aber
Dieses Problem sei lösbar 

Nach weiteren Reden der ältesten
Wie ranghöchsten ihrer verwundeten 
Freundinnen erklärte Mut ihnen dass 
Joseph sich ihr dabei verweigere

Wieder viel Gereden und Geraune
Auch neidischer unter ihnen wie 
Denen die meinten sie sei dem
Jungen Schönling wohl zu alt

Auch wenn sie das nur ihren
Nachbarinnen ins Ohr flüsterten
Wie eben auf Kaffeekränzchen so
Wohl übereinander geredet wird 

Ergriff die Frau des Oberpriesters
Das Wort die selbst zwei Geliebte
Sich hielt und dennoch Joseph
Beim ersten Anblick verfallen war

Sie werde es ihrem Gatten melden
Diese Weigerung noch dazu eines
Ausländer sei eine Beleidigung der
Ägyptischen Götter und müsse

Daher umgehend hart bestraft werden
Die anderen stimmen in Mehrheit zu
Zumal die Betreffende auch Oberin
Ihres Frauenordens noch war

Einige Tage später bekommt nun
Mut Besuch vom Oberpriester dem
Gatten ihrer Freundin und Freund
Ihres Mannes auch der Adel halt 

Dieser wollte zwar nicht direkt
Zum Betrug des Freundes raten
Aber nannte die Weigerung des 
Hebräers eine tiefe Beleidigung

Sollte sich dies fortsetzen könne 
Sie zum Vollzug ihrer Wünsche
Die Hilfe der Tempelwachen holen
Es werde ägyptische Ehre verteidigt

Joseph wiederum hatte seinen 
Kleinen Verbündeten der alles 
Belauschte und sofort ihm erzählte 
Worauf er beschloss jetzt erst Recht

Nie nachgeben zu wollen weil es eine
Religiöse Frage der Ehre wäre dem
Eigenen Gott treu zu bleiben egal
Was der Adam in ihm wirklich will

Herrlich komisch mit feinen Details
Beschreibt Thomas Mann diese
Damenrunde des Adels zwischen
Teilnahme und Empörung

Der geniale Plan von Mut die ihre
Freundinnen fühlen lässt wie sie
Damit auch wie ihr Herz blutet
Geht also erstmal voll auf

Doch wird diese Bestätigung ihrer
Macht ihr Glück in der Liebe gar 
Befriedigung ihrer Lust bringen 
Es wird wohl eine Katastrophe

Die biblische Geschichte ist bekannt
Mann bezieht sich mehrfach darauf
Aber schreibt im biblischen Ton dazu
Nun zu erzählen wie es wirklich war

Das gelingt ihm mit feiner Ironie
Guter Kenntnis des menschlichen
Charakters wieder exzellent ohne
Dabei seinen Humor zu verlieren 

Da kannte jemand Frauen und
Männer wie ihr Paarungsverhalten
Gut und schafft es alles mit einer
Verständnisvollen Ironie zu erzählen

Das ist immer wieder genial und
Höhepunkt der Literaturgeschichte 
Der das Göttliche menschlich macht
Sich darüber noch fein amüsiert

jens tuengerthal 6.6.26

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen