Lektürentagebuch 3.6.26
Eine neue Avantgarde ist der Titel des
Essay von Daniel Zamani im Katalog
Der Ausstellung Cassirer und der
Durchbruch des Impressionismus
Zamani ist seit 2024 künstlerischer
Direktor des Museum Burda in
Baden Baden und hat in Cambridge
Wie in Paris Kunstgeschichte studiert
Spannender ist noch der Untertitel
Der vom Dreigestirn des deutschen
Impressionismus spricht was hier
Max Liebermann Max Slevogt und
Schließlich Lovis Corinth waren die
Alle vom Salon Cassirer vertreten zu
Den Gründungsmitgliedern auch der
Berliner Secession gehören welcher
Wiederum Liebermann lange vorstand
Während Cassirer auf Wunsch von
Liebermann der erste Sekretär war
Also mit direktem Draht zur Moderne
Zamani schildert hier ausführlich wie
Cassirer über gute Verträge sowohl
Slevogt wie Corinth an Berlin band
Wie Liebermann zentraler Stern war
Welche Bedeutung dabei die allein
Schon über 2500 Werke umfassende
Sammlung auch der französischen
Impressionisten bei Liebermann hatte
Die wichtigsten Werke von Manet
Monet Degas und anderen Franzosen
Wurden bei Cassirer vorher gezeigt
Sein Netzwerk war sehr bedeutend
Liebermann war ein zentral wichtiger
Künstler im Salon Cassirer allein
2300 seiner Werke weisen die noch
Erhaltenen Geschäftsbücher nach
Er selbst erwarb zahlreiche Werke
Seiner bedeutenden Sammlung über
Den Salon von Paul Cassirer schon in
Der ersten Ausstellung im Salon 1898
Hingen Zeichnungen von Liebermann
Neben denen von Degas und Meunier
Den er auf seiner Paris Reiser mit
Direktor von Tschudi kennenlerne
Allein bei der Eröffnungsausstellung
Zeigten sie 55 Werke Liebermanns
Noch vom Naturalismus bis zum
Neuesten Impressionismus auch
Kritiker lobten Liebermanns Umgang
Mit dem Licht insbesondere in den
Ausstellungen wurde Manet zum
Schwerpunkt der auch in den privaten
Sammlungen von Liebermann wie
Cassirer eine dominante Rolle hatte
Die er über Paul Durand-Ruel erwarb
Seinem wichtigsten Pariser Händler
Die Ankunft von Max Slevogt wie
Lovis Corinth in Berlin und deren
Rolle in der Berliner Secession führte
Zu einer Erweiterung des Blickes
So wurden gegen die offizielle Kunst
Im Kaiserreich deren Werke ab 1900
In Berlin heller und französischer auch
Nahm die Berliner Secession Corinths
Salome die in München noch barbusig
Einen Skandal verursachte gerne an
War auch im Salon Cassirer 1903/04
In einer Ausstellung noch zu sehen
So stellt Zamani in seinem Essay die
Zusammenhänge des Dreigestirn des
Deutschen Impressionismus treffend
Dar hätte aber mehr sagen können
Der erfolgreichste Perlenfischer hat
Bernhard Echte dessen Nimbus
Verlag auf die Erforschung der Arbeit
Von Paul Cassirer spezialisiert ist
Sein Essay im Katalog genannt über
Paul Cassirer und die junge Kunst
Vor dem Ersten Weltkrieg geht es und
Wirft einen neuen Blick auf Cassirer
Echte berichtet wie Paul Cassirer im
Alter von 27 mit seinem zwei Jahre
Jüngeren Cousin Bruno 1898 die
Kunst- und Verlagsanstalt gründete
Paul war damit so jung wie das 1871
Gegründete Deutsche Reich alles
Strebt nach Veränderung nur der
Kaiser Adel und Militär bleiben eher
Dem Mittelalter geistig noch verhaftet
Die rückwärtsgewandte Ästhetik der
Verspäteten Nation die Dürer verklärte
Passte nicht mehr in die neue Zeit
So finden Bewegungen zur Freiheit
In der Kunst aus Europa auch in
Deutschland unter Künstlern erste
Anhänger die Widerstand wagen
Es lag die Gründung der Secession
In Berlin in der Luft doch noch kurz
Vorher kommt die erste Ausstellung
Der Cassirer Cousins in ihrem Salon
Sie stellen ab 1. November 1898
Degas Meunier und Liebermann aus
Zwei Monate später gehört letzterer
Zu den Gründern der Secession
Liebermann wird zu deren ersten
Präsidenten gewählt Bruno und Paul
Cassirer werden erste Sekretäre
Übernehmen damit die Leitung
Diese Koalition führt zu einer ganz
Epochalen Wende in der Kunst die
Auch nach Ende der Partnerschaft
Von Bruno und Paul weiter wirkt
Paul wird als Kunsthändler wie als
Sekretär der Berliner Secession
Zum nimmermüden Promoter seiner
Künstler und bringt ständig neues
Tonangebend waren in der Secession
Liebermann Leistikow Corinth und
Slevogt und Paul beobachtete alles
Junge Talente brachten neue Ansätze
Die Berliner standen dabei in enger
Korrespondenz mit München und
Europa wie den Großen des
Französischen Impressionismus
Auch zu Künstlern anderer Länder
Gab es immer enge Verbindungen
Cassirer war damit an der Quelle
Der Entwicklung der neuen Kunst
Entdeckte er ein Talent gab er ihm
Eine eigene Bühne er dachte dabei
International schaute nach Qualität
Glaubte an die Idee vom Genie
Die revolutionäre Definition dessen
Was Kunst ausmacht kam von Zola
Ein Kunstwerk ist ein Winkel der Natur
Gesehen durch ein Temperament
Damit verschob sich der Blick von
Der objektiven Wiedergabe hin zur
Originalität der Persönlichkeit die zum
Zentrum ästhetischer Qualität wurde
So betrachtet Echte Cassirer mit
Blick auf die einzelnen Künstler die
Paul Cassirer entdeckte und groß
Machte über seine Ausstellungen
Am Anfang steht dabei van Gogh als
Erste herausragende Entdeckung
Cassirer erkannte das Besondere
Machte 1901 die erste Ausstellung
Dabei kombinierte er ihn mit den
Albtraum Blättern von Alfred Kubin
So wurde van Gogh seine wichtigste
Wie lukrativste neue Entdeckung
Bis 1914 machte er 10 Ausstellungen
Mit Werken von van Gogh wobei noch
Unklar ist was ihn diesen entdecken
Ließ Müller-Graefe oder Leistikow
Auch als Munch 1901 wieder nach
Berlin kam nahm er sofort Kontakt
Auf der wie van Gogh den Anfängen
Des Impressionismus entwachsen
Von keinem Künstler zeigte Cassirer
1903 bis 1908 mehr Ausstellungen
Als von Munch auch wenn er keinen
Persönlichen Draht zu ihm fand
Cézanne hatte er bereits 1900 das
Erste mal ausgestellt und hielt trotz
Verständnisloser Kritiken an ihm fest
Er war Träger einer Weltanschauung
Die seiner am ähnlichsten war
Sie war für ihn der Durchbruch
Zum rein malerischen niemand hatte
Die Koordinaten der realen Welt
So weit verschoben wie Cézanne
Er zeigte dass durch alle Wandlung
Der Substanzkern erhalten bleibt
Über die Kunst hinaus zu weisen
Unter dem Nachwuchs der Secession
Fiel ihm besonders Karl Walser auf
Der Tagträumer mit ironischer Naivität
Auch Liebermann schätzte Walser
Zu den Künstlerfreunden Walsers
Zählte der Bildhauer Georg Kolbe
Den Cassirer bald ausstellte der
Die Totenmaske Cassirers nahm
Auch Gaul und Barlach zeigen die
Besondere Leidenschaft Cassirers
Für Plastik beide schätzte er sehr
Barlach erwarb er auch für sich
Der Kontakt war anfangs schwierig
Wurde aber zur innigen Freundschaft
Bei beiden fand Paul ganz zu sich
Hielt sie für etwas ganz besonderes
Beckmann der titanisch malte hat
Eine Revolte in der Secession 1910
Angeführt die Liebermann absetzte
Aber Cassirer diplomatisch löste
Durch eine Erweiterung der Gremien
Tage nach dem Aufstand zeigte er
Im Salon eine Ausstellung Beckmann
Als wäre nie etwas gewesen
Im Juli 1910 zeigte der Salon erstmals
Eine Ausstellung Oskar Kokoschkas
Mit fast 50 Arbeiten von ihm einer
Verbindung durch Herwarth Walden
Walden war Herausgeber des Sturm
Den in Wien Karl Kraus vertrieb die
Ersten Nummern mit Zeichnungen
Von Kokoschka in Portraits
Kokoschka ärgerte sich sehr über
Cassirer der zur Eröffnung auf
Hochzeitsreise mit Tilla Durieux ging
Auch die Parallelaktion von Walden
Der Cassirer als Finanzier für den
Sturm gewinnen wollte scheiterte
Paul gründete stattdessen mit Pan
Eine eigene Wochenzeitschrift
Kokoschka stellte nun in Waldens
Sturm Galerie aus erst 1918 genau
Am 9. November wurde die große
Einzelausstellung dort eröffnet
Von da an gab es einen neuen
Exklusivvertrag was bis in die 20er
Zu einer stabilen Kooperation führte
Die sogar relativ eng dann wurde
Wilhelm Lehmbruck war 1911 von
Der Berliner Secession ausgestellt
Worden und Cassirer versuchte gleich
Einen Exklusivvertrag zu bekommen
Doch war Lehmbruck zu introvertiert
Überließ Cassirer nur die Grafik in
Vertretung die ihm besonders gefiel
In ihrer Eigenart auch faszinierte
Das besondere Talent von Cassirer
Künstler zu entdecken wie an sich
Auch zu binden wird im Essay gut
Mit Blick auf diese Verbindung gezeigt
jens tuengerthal 3.6.26
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