Lektürentagebuch 4.8.26
Schon in der Nacht die längst der
Frühe Morgen in der Dämmerung
War also nach sechs noch las ich
Wieder in Dunkle Renaissance
Was ja vom Licht her ausgezeichnet
Passte auch wenn es dem Autor
Stephen Greenblatt hier darum geht
Licht in diese Verhältnisse zu bringen
Dabei betrachtet er nun endlich auch
Will Shakespeare und Christopher
Marlowe die sich nicht nur kannten
Sondern auch gemeinsam schrieben
Die enorme Nachfrage nach neuen
Stücken ließ Theaterunternehmer
Auch mehrere Autoren parallel an
Stoffen für sie kooperativ arbeiten
Hier untersucht Greenblatt zunächst
Eher spekulativ die Zusammenarbeit
Von Marlowe und Shakespeare um
Dann stückweise zu beweisen
Dabei will Greenblatt uns zeigen
Dass wenn Shakespeare von
Marlowe abschrieb und seine
Konkurrenz bei Gönnern fürchtete
Dabei werden teils auch queere
Verhältnisse zu schönen Knaben
Aus den Sonetten rekonstruiert
Was zunächst schlüssig klingt
Worauf neugierige Leser schon
Seit langem gierig warten entpuppt
Sich auf den zweiten Blick als nur
Lächerliche Scharlatanerie hier
Die Sonette sind erst deutlich nach
Dem Tod von Marlowe entstanden
Warum der zurückhaltende Will sich
Lesbar infragestellen sollte bleibt
Dabei so unklar wie ganz vieles
Für das es keine Beweise gibt was
Also so oder anders sein könnte
Wie Greenblatt ehrlich längst gestand
Der Nachweis wie Shakespeare hier
Marlowe zitiert oder Dialoge klaut
Sie schüchtern selbst nutzt wäre
Sachlich spannender dabei gewesen
Das deutet Greenblatt nur an um
In Andeutungen sich dann zu ergehen
Was höchstens Stephen King Niveau
Noch hat und solche Leser anspricht
Es gibt Nachweise im Text wohl die
Greenblatt aber eher nur behauptet
Statt sie detailliert deutlich zu machen
Was hier wirklich spannend wäre
Thesen aufstellen und einen Verdacht
Zu äußern den ich nicht belegen kann
Nennt sich Populismus und lohnt also
Nicht wirklich trotz sonst guter Arbeit
Schätze Greenblatt für viele seiner
Werke ob Wills Welt Die Wende oder
Die Geschichte von Adam und Eva
Hier aber kommt er ins labern
Ob er das Geld brauchte oder dem
Weniger bekannten Marlowe noch
Ein Denkmal setzen wollte ist unklar
Queer waren wohl alle beide genug
Nur Shakespeare war verheiratet
Hatte Kinder und war lange sehr
Erfolgreich bekam spät den Ritter
Als Marlowe längst vermutlich
Tot schon war was unklar bleibt
Wie vieles und damit nur zu eher
Unnötigen Spekulationen einlädt
Fragt sich wem dieses Buch dient
Wie ein Thriller geschrieben erhöht
Es ständig die Spannung um dabei
Letztlich nichts zu sagen und bloß
Behauptungen ohne Beweis bringt
Lese noch weiter aber bin gerade
Von einer Empfehlung weiter als je
Vermutlich wäre es klüger hier
Marlowe selbst mehr zu lesen
jens tuengerthal 4.8.26
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