Dienstag, 1. September 2026

Lektürentagebuch 31.8.26

Lektürentagebuch 31.8.26

Weiter ging es mit Wellen von
Eduard von Keyserling in dem 
Dorf auf der Kurischen Nehrung 
Das zur Sommerfrische wurde 

Am heißen Tag findet sich die ganze
Familie mit der Generalin am Strand
Die Strandkörbe rausstellen ließ und
Frau von Puttlär sorgt sich um ihre

Beiden Töchter Nini und Lolo die
Nur als zwei Punkte im Meer noch
Zu sehen sind wo sie in Richtung
Sandbank schwimmen und winkt 

Ihnen mit dem Taschentuch was
Natürlich keine der beiden sieht
Da wird die eine der beiden immer
Langsamer und voll Schrecken

Sieht die Mutter wie sich die Gräfin 
Die auch dort schwamm Lolo näherte
Empört sich bei ihrer Mutter darüber
Und die Generalin beruhigt wieder

Nennt dabei Doralice noch mit ihrem
Mädchennamen und nicht die Gräfin
Meint nur wenn eine ständig Namen
Wechsle merke sich das keiner mehr

Grill könne sich ohnehin niemand
Merken was natürlich heißt solche
Nur bürgerliche Namen seien doch 
Nicht weiter der Rede hier wert

Es ist diese dünkelhafte Arroganz
In Adeligen Familien die sich für
Etwas ganz besonderes halten
Wunderbar treffend beschrieben

Wer je die Konversation der Damen
Dort erlebte wird verständnisvoll nun
Darüber lächeln in einer Welt in der 
Sich Dramen der Intriganz abspielen

Denke an das eine mal wo mich eine
Zeitweise sehr nahe dabei dabei völlig
Aufgelöst anrief weil sie herablassend
Diskriminiert wurde weil ihr von auf

Der Tischkarte ausgeschrieben war
Während es bei anderen mit Punkt
Abgekürzt war was die Anerkennung
Des Adels als Titel bedeutete und so

Machen sich die Damen von Familie
Mit wohlklingenden Titeln gegenseitig
Fertig bis zum Zusammenbruch der
Schon inzüchtig strapazierten Nerven 

Dann geht es zu Lolo die völlig
Erschöpft von der Gräfin umarmt
Wie beruhigt und gestärkt wird
Auf dem Rückweg ist alles leicht

Zum Abschied bevor die Karawane
Aus Mutter der Generalin ihrer 
Gesellschafterin wie dem hinterher
Trottenden Bruder bei ihr ankommt

Küsst sie ihrer Retterin dankbar
Die Hand und nennt sie gnädige Frau
Doralice küsst Lolo daraufhin auf den
Mund und ein Blitz durchfährt diese

Natürlich wurde der Gräfin als 
Retterin nicht gedankt sondern
Sie wie üblich nur ignoriert weil
Grill sich keiner merken kann

Auf dem Heimweg zetert pausenlos
Ihre Mutter was ihr denn einfiele
Sie sei schließlich verlobt und dann
Von dieser Person öffentlich geküsst 

Die Generalin zetert auch ein wenig
Dafür wird die noch blasse Lolo mit
Baldriantee ins Bett gesteckt wo sie
Mit ihrer Schwester von der Gräfin

Noch weiter schwärmt die ihr Fenster
Bei nächtlichen Spaziergängen sah
Während sie beide sie beobachten 
Lolo und Nini sind ganz aufgeregt 

Eine schöne kleine Szene der
Begegnung in der die Welten 
Aufeinanderprallen dass es funkt
Eine sinnliche Spannung entsteht

Es wird die kleine enge Welt des
Adels voller Konventionen die sich
Quält und begrenzt aber dies für 
Edel hält sehr treffend beschrieben

jens tuengerthal 31.8.26