Dienstag, 11. August 2026

Lektürentagebuch 11.8.26

Lektürentagebuch 11.8.26

Im dritten Kapitel kommt die kleine
Reisegruppe aus Erben Heinrich
Diener Georg wie Haberling und
Dem Matrosen in Haifa im Hafen an 

Das ist mit Freude an den Details
Des orientalischen Chaos hier
Beschrieben macht die Aufregung
Auch für mich als Leser spürbar 

Im Hotel wird sich erstmal durch
Den Diener Georg als Partner sich 
Sehr deutsch über den Schmutz
Dort noch erfolgreich beschwert 

Sie bekommen andere Zimmer
Auch wenn genauso Wanzen noch 
In den Matratzen sind es ist eben
Alles etwas orientalisch dabei

Haberling macht sich dann als
Beamter auf den Weg zu den
Behörden die nötigen Papiere
Dort zu erhalten was ebenfalls

Für einen preußischen Beamten
Unerträglich chaotisch wird bis er
Die nötige Bestechung begreift 
Zum deutschen Oberst kommt

Dieser schon siebzigjährige Ernst 
Rudolf von Schick ist wohl dort
Vergessen worden und blieb da
Hat aber viele interessante Kontakte 

Er kennt die wichtigsten Archäologen
Wie sonstigen Forscher dort die alle 
Durch sein Büro gingen was der Autor
Zu einer Kulturgeschichte macht

Habe die Namen und die Geschichte
Dazu soweit nicht schon bekannt was
Zugegeben selten der Fall hier war
Nachgelesen und weitergelesen

Dadurch wurde die heutige Lektüre
Durch viel sekundär Lektüre noch
Unterbrochen was aber spannend
Zum Thema alte Geschichte wurde

Das ist sehr gut recherchiert und
Erzählt nebenbei ziemlich exakt
Eine Geschichte der Archäologie
Wie Kulturgeschichte der Region

Betont wird dabei die Nähe zur
Bibel in vielem wie etwa auch die
Geschichte der Sintflut auch im
Gilgamesch Epos auftauchte

Das ist schön erzählt und zeigt
So manches in der Bibel ist eben
Kulturgeschichte der Region was 
Aber nicht als Wahrheitsbeweis taugt

Hier fehlt leider der Hinweis dass
Texte wie die Schöpfungsgeschichte
Erst im babylonischen Exil Teil des
Pentateuch wurden als Reaktion

Da viele Juden in dieser Zeit zur
Moderneren Religion um die
Weiblich städtische Göttin Ischtar 
Wechselten wurden Teile ergänzt

Zusätzlich wurde noch von den
Priestern der Hirtenvolkes aus der
Wüste der Teil mit dem Paradies
Ergänzt attraktiv zu scheinen 

So haben die alten Sagen sowohl
Kulturhistorische Elemente wie nur
Sagenhafte Märchenteile die dem
Glauben als Ideal dabei dienen 

Teilweise wird hierbei auch in
Andeutungen schon mit der
Kulturhistorischen Achsenzeit
Von Jaspers noch argumentiert 

Warum und wie das kritisch aber
Zu betrachten ist hat Jan Aßmann 
In seinen gleichnamigen Buch
Bereits ausreichend gut erläutert

Dies könnte dem Aufbau dienen
Sich aus der Story rechtfertigen
Ist aber über fünfzig Jahre bevor
Die Idee aufkam schon relativ gewagt

Insofern der Pentateuch eine große 
Familiengeschichte der Stämme dort
Immer so sehr war wie religiöser Text
Brauchte es weniger Transzendenz

Doch entsprach die Suche nach
Beweisen für die Bibel auch dem
Zeitgeist noch der sich nach der
Aufklärung in der Romantik dem

Spirituellen mehr zuwandte und
Träume der Geisterseher suchte 
Die immer Hokuspokus blieben
Den manche zu gerne verehren 

Wie auch immer diese Tendenz
Abschließend zu bewerten ist war
Die Lektüre anregend auch wieder
Über die Spuren so mancher

Berliner Schätze nachzudenken
Alle übernahmen voneinander Texte
Diese tauchen dort überall auf in
Leicht unterschiedlichen Varianten

Wie sich dann die vier oder bald
Vielleicht sogar fünf denn der
Oberst ergänzte die Truppe zu gut
In die Wüste aufmachen ist schön 

Der kulturhistorische Hintergrund
Über den Oberst von Schick hier
Elegant eingebunden ist gut erzählt
Macht kleine Fehler verzeihlich 

Hier ist einer gut im Thema und
Bildet die Leser mit zugleich guter 
Unterhaltung was Freude genug ist
Lohnt es sich dazu weiterzulesen

Wenn dann gelegentlich mal der
Ton aus der Zeit fällt schadet das
So wenig wie platte Sprüche dazu
Es lässt lächeln und lockert auf 

Spannend aber ist wie eine über
4000 Jahre alte Sage die auch
Geschichte erzählt bis heute wirkt 
Das Denken vieler Menschen formt

Heilig ist natürlich nichts in der Natur
Die Suche danach ist der Versuch
Erklärungen für das Ende zu
Finden statt zu sagen mehr nicht 

Die Suche nach Beweisen für den
Aberglauben ist so lächerlich wie 
Diese aus Angst vor dem Tod 
Entstandene große Sehnsucht 

Wäre er natürlich beweisbar 
Brauchte es keinen Glauben mehr
Dann wäre er Wissenschaft also
Ernsthaft und überprüfbar

Genau das will Glaube nie sein
Sondern ergreift die Intuition wie
Die Phantasie was genügen sollte
So wird die archäologische Suche 

Nach realen Spuren der Bibel
Zum Gottesbeweis der Neuzeit
Dabei so lächerlich wie die
Versuchte dazu im Mittelalter

Wo der Glaube stark genug ist
Braucht es keine Beweise wer
Diese benötigt dächte besser
Kritisch statt noch zu glauben

jens tuengerthal 11.8.26

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