Donnerstag, 6. August 2026

Lektürentagebuch 6.8.26

Lektürentagebuch 6.8.26

Im Kapitel Hog Lane in dem Band
Dunkle Renaissance erzählt uns 
Stephen Greenblatt von Freundschaft
Vertrauen und geistiger Nähe

Dabei beginnt er verheißungsvoll mit
Michel de Montaigne und seiner ganz
Besonders innigen Liebe zu seinem 
An der Pest verstorbenen Freund

Die Pest wütete zu dieser Zeit auch
In London und am Ende des Kapitels
Stirbt Peter Watson der so etwas wie
Ein Freund für Marlowe war daran 

Vorher dichten sie noch einiges auch
Gemeinsam wobei Watson eher so
Angestrengt wie bemüht klingt wenn
Marlowe mit Leichtigkeit zaubert

Dies erläutert Greenblatt eingehend
An einem berühmten Schäfer Gedicht 
Bei dem Watson harmlosen Kitsch wie
Er damals Mode war schrieb während

Marlowe elegant eines hinwarf das
Bis heute bekannt und variiert wird
Das mit dem Motiven spielerisch
Umgeht zeitlos schön einfach blieb 

Manche können es andere mühen 
Sich mehr um wenig zu erreichen
Marlowe war das größere Talent
Wie eng die Verbindung auch war

Bekannt zumindest ist wie beide 
Dichter in einen Mordfall der ein
Unfall letztlich war verwickelt
Wurden was lebensgefährlich war

Irgendwie brachte Marlowe die hohe
Kaution von 40 Pfund auf und kam
Schon bald wieder frei während
Watson einige Monate in Haft blieb

Dies obwohl Watson laut Akte als
Gentleman galt während Marlowe
Nur als Grundbesitzer dort steht
Was Klassen darunter lag

Warum dem so war und welche 
Rolle der Geheimdienst spielte 
Bleibt dabei leider völlig unklar
Ist vermutlich schlicht unbekannt

Letztlich wurden beide freigesprochen
Weil es um Beteiligung an einem
Illegalen Duell ging was ein tödlicher
Zweikampf mit Schwertern war

Ein Feind von Watson hatte den 
Kampf mit Marlowe im Feld noch
Gesucht und sie kämpfen mit
Offensichtlich scharfen Waffen 

Watson übernahm den Kampf von
Marlowe der als es passierte nur
Noch Zuschauer war während Watson
An einem Graben gedrängt letztlich

In Notwehr tödlich zustieß aber auch
Im England unter Elisabeth noch
Freigesprochen wurde allerdings
Nach mehreren Monaten Gefängnis

Dieses zumindest aktenkundige
Ereignis aus dem Leben beider
Nimmt Greenblatt als Aufhänger
Der vermuteten engen Verbindung

Das bleibt alles spekulativ aber ist
Zumindest schön hergeleitet bringt
Montaigne mit ins Spiel der schon
Zu Lebzeiten in England gelesen

Auf dem Kontinent verdrängte ihn
Dagegen lange erfolgreich noch die
Kirche was nahe lag so oft wie der
Bekennende Katholik hier Lukrez

Wenn auch anonym wörtlich zitiert
Der den Atheismus vernünftig machte
Den Aberglauben elegant wie es
Seiner Zeit entsprach verspottete

Montaigne war eben Brieffreund
Von Königin Elisabeth der eine
Hohe Bildung mit Humor verband 
So etwas schätzen die Briten

Schön dass es so einen Grund gab
Den Bogen von Marlowe über den
Zeitgenossen Montaignes der nur
31 Jahre älter als Marlowe war

Auch noch zu Lukrez und damit
Epikur zu schlagen dem großen
Philosophen der Lust die doch 
Im Leben am Ende nur zähle

Die Verbindung beider Freidenker
Zu Lukrez De rerum Natura liegt nah
Macht die spekulative Geschichte
Noch schöner und erlaubt es

Greenblatt sich selbst zu zitieren 
Wie sich auf sein Werk zu beziehen
Zugegeben war Die Wende wie die
Renaissance begann auch groß

Verglichen ist die Dunkle Renaissance 
Des Shakespeare Spezialisten wie
Biographen eher bemüht aber für
Dunkle Quellen noch viel Licht

jens tuengerthal 6.8.26

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen