Donnerstag, 22. Oktober 2026

Bibliothekseinrichtung

Bibliothekseinrichtung

Wie richte ich die ideale Bibliothek ein
Überlegen alle die Bücher lieben wie 
Ihre Lektüre über alles genießen auch

Der Flaneur begann so mit zunächst
Ganz bescheidenen Mitteln aber mit
Der Zeit wuchs die Bibliothek doch 

Immer weiter heran und dann zwingen
Umstände immer wieder zu eben
Kompromissen die auch so aussehen

Auf den Traum vom Lesesessel 
Habe ich über 30 Jahre gewartet
Bis Büffelleder schwarz frei schwang

Heute stehen gleich zwei hier
Meist ungenutzt da der Blick vom
Diwan direkt zum Kamin geht

Was die Leseromantik erhöht
Ohne darum schlechte Bücher
Gleich lesen zu müssen was

Überall wo Romantik drauf steht
Schmierig aus den Seiten tropft 
Natürlich braucht eine Bibliothek

Eine Bibliotheksleiter nicht einen
Leiter etwa das organisiert sich 
Besser selbst statt mit Führer 

Ohne Altbau aber reicht eine
Leiter leider fast an die Decke
Warum weniger kaum sein kann

Billy gehört wohl dazu und ja
Denke da ziemlich schwarzweiß 
Sessel Diwan elektrischer Kamin

Und Bücherstapel natürlich die
Es lebendig schön machen
Im übrigen genug Staub auch

Für die historische Wirkung
Geputzt ist nur Einrichtung
Aus dem Katalog für smarte

Damen und andere Nichtleser
Die lieber putzen statt zu lesen
Wo sie noch Dichter sind bleibt 

Für anderes keine Zeit mehr
Lesen und dichten muss ich
Dort können der Rest ist egal
Solang es ist wie bei mir

jens tuengerthal 22.10.26

Buchkultur

Buchkultur

Bücher sind Teil der Kulturgeschichte
Der Deutschen insbesondere die noch
Immer ihren Buchmarkt wie einen 
Tempel des Wissens heilig halten

Was uns teilweise schöne Ausgaben
Bringen kann aber auch den ganzen
Müll noch mit subventioniert den der
Kenner und Liebhaber schnell erkennt

Die Masse dennoch liebt und liest nur
Ist der viele Schund wirklich Teil der
Buchkultur oder Wert dass er schnell
Zugrunde geht statt länger noch vom

Staat subventioniert zu werden nach
Einem halben Jahr in einer bloßen 
Buchverkaufsstelle in einem Center
Habe ich gelernt neunzig Prozent

Des Geschäftes sind keine Bücher
Oder schlechte Bücher die ich nie
Ohne Gruseln anfassen würde wie
Die meisten Neuerscheinungen 

Besser spurlos wieder verschwinden
Sehe ich in sozialen Netzwerken die
Bücherregale so mancher die sich
Bookies nennen wird mir übel vor

Lauter hässlichen Buchrücken 
Eine erzählte mir mal sie hätte 
Den Zauberberg gelangweilt 
Einfach abgebrochen das wäre

Nicht gut gemacht aber liest nur
Thriller und Krimi Trash und
Jubelt diesen online hoch als
Sei so etwas der Rede wert

Geschmäcker sind verschieden
Aber was macht die Buchkultur
Zählen dazu auch Kochbücher
Oder noch schlimmer Ratgeber

Wer liest noch gute Bücher statt
Den gedruckten Papiermüll der
Einfach überflüssig ist denk ich 
Aber behielte es besser für mich

Wir sind ja tolerant und es darf
Auch esoterische Bücher geben
Oder sind die wie Mein Kampf
Eher geistig schädlich wäre wieder

Gute Literatur zu lesen also die
Klassiker vielleicht die Rettung
Für das Volk der Dichter und Denker 
Überlege ich und würde das meiste

Am Buchmarkt wohl entsorgen
Aber halte den Inhalt meiner kleinen
Bibliothek dafür heilig was eher
Gegen Vernunft und Toleranz spricht

Noli me tangere denk ich dabei
Ohne alle höheren Wesen auch
Wenn die jüdische Sekte die sich
Hier einst ausbreitete Bücher doch 

Wie ich ganz heilig noch hielt
Solange bei mir genug gute Bücher
Stehen mag der Rest Schrott lesen
Ob das besser als Fernsehen ist oder

Die zeitgenössische Verblödung nur
Ist auch egal solange ich genug
Gute Bücher zu lesen habe ist
Die fehlende Buchkultur mir Wurst 

Wenn es auch schade ist und
Anders viel besser wäre geht mich
Das Leben der anderen nichts an
Wie diese meines nie verstehen

Manchmal ist es auch gut
Für sich zu bleiben mit
Wenigen Leserinnen nur 
Wo immer auch Kultur ist

Was weiß ich schon noch
Denke ich mit Montaigne
Den kaum eine je las was
Leid tut für alle aber die Insel

Seliger Leser beschaulich macht
Wie ich es lieber mag und so
Bleibt die große Buchkultur 
Am Ende bloß Geschmackssache

jens tuengerthal 22.10.26

Lektürentagebuch 21.10.26

Lektürentagebuch 21.10.26

Begonnen in der Nacht oder am ganz 
Frühen Morgen zumindest war es da
Noch dunkel draußen auch wenn bis
Zum Ende schon Bäcker arbeiteten 

Weiter gelesen in Hermann und Ulrike 
Von Johann Karl Wenzel aus der
Anderen Bibliothek wo es nun um die
Werte Gattin ging die sich erstmal

Ganz gehörig empörte über den üblen
Tabakgestank der in den Räumen nun
Hing dabei wollte sie doch morgen die
Noble Gesellschaft zum Essen laden

Worauf der Mann gerne verzichtete 
Der Hermann genau eingewiesen
Hatte wie er mit seiner Gattin nun
Umgehen sollte und dass sie bitte

Frau Doktor genannt werden möchte
Auf Handkuss und tiefe Verneigung 
Steht er ihr erzählte Hermann sei
Von Adel um ihre Gunst zu gewinnen

Die Dame des Hauses ist dann auch
Entsprechend erstmal zu Hermann
Besonders zuvorkommend und auch
Höflich meckert nur wie immer mit

Ihrem Mann der viel zu wenig von 
Einem Adligen verlangte und warum
Dessen Name geheim gehalten wird
Mit dem sie sich doch brüsten könnte

Sie dringt in ihrer unendlichen Neugier
Weiter in Hermann um zu erfahren 
Von welchem Gut oder Schloss er
Nun komme und wie er wirklich hieße

Bis es diesem zu blöd wird mit den 
Immer weiter verschlungenen Lügen
Er ihr einfach die Wahrheit sagt und
Darauf für sie erstmal gestorben ist

Dann macht sie ihrem Mann ewige 
Vorhaltungen erst für seine Lügen
Dann überhaupt und so geht es im 
Ganzen Kapitel sehr ehelich fort

Das ist wirklich amüsant und treffend
Auch wenn natürlich übertrieben nie
Eine Frau auf solche Ideen käme
Heute zumindest sagen sie das 

Die neuen drohenden Konflikte sind
Dabei absehbar und der Doktor der
Auf seinen nächsten Titel bald hofft 
Zumindest seine Frau erwartet das

Versucht die Runden mit seinen 
Rauchenden Verbindungsbrüdern
Die günstiger wären als ihre Essen
Zu verteidigen und zu rechtfertigen

Das ist wirklich komisch geschrieben
Wie glücklich können Männer sein
Die lesende Frauen haben die nicht
Pausenlos etwas unternehmen wollen

Wie sie dem Aberglauben anhängen 
Wofür sie schlichte Prediger aushält 
Mit denen er es kaum aushält die aber
Herzlich ungebildet dumm wie eitel ist

Das ist urkomisch beschrieben aber
Trifft in vielem immer wieder ganz
Erstaunlich gut den Kern der Sache
Warum manche wirklich meinen

Männer und Frauen passten nicht
Zusammen und während sie ihrem 
Mann vorhält er könne nicht gut
Haushalten verschwendet sie bloß

Werde wohl diese Nacht noch weiter
Lesen weil allein diese urkomischen
Betrachtungen zur Ehe in denen mir 
Vieles so bekannt vorkommt obwohl

Nie verheiratet gewesen es wert sind 
Sich darüber königlich zu amüsieren
Der feine Geist der Aufklärung der an 
Loriot dennoch denken lässt ist dabei 

Die Krone der Geschichte wie sie mir 
In der nächsten Nacht noch lachend
In Erinnerung blieb voller Vorfreude
Auf die nächsten ironischen Kapitel


Von Dreihundert Männern las ich bei
Konstantin Richter auch wenn es um
Weniger ging taten doch einige fast
Alles für ihre Frauen und ärgerten sich

Dabei wie Alfried Krupp der seine 
Villa Hügel für seine Frau baute der
Das Haus an der Fabrik nicht gefiel
Die lieber in Bredeney wohnte

Vornehm ist es da heute noch wo
Weizsäckers einst heirateten sollte
Der Flaneur seiner ersten Verlobten
Damals angeraut werden aber

Entkam dem Bannkreis der Villa
Hügel wie der sehr guten Partie
Noch einmal nur ob das der
Klügere Weg war blieb unklar

Dessen Villa hatte 229 Räume und
Eine ganz neue ausgefeilte Technik
Der Heizung wie bis heute noch die
Atmosphärisch einer Bahnhofshalle

Krupp jedenfalls ärgerte sich ständig
Wie schön in seiner Villa und auch
Danach ließ er alles zigmal ändern
Es sollte theoretisch nüchtern sein

Tatsächlich entspricht es in vielem
Dem Stil der Zeit der wilheminisch
Geschmacklos einfach war aber ob 
Das an der Frau lag bleibt unklar

Der Schock des ersten Börsenkrach
Von 1873 prägte die Wirtschaft sehr
Nachhaltig und erst mit dem Boom 
Der 1890er ging es wieder aufwärts

Es war eine schlichte Umstellung
Der Wirtschaft die vielfältiger wie
Internationaler wurde dann blühte
Chemie Elektrotechnik Maschinenbau

Siemens ging bei der Elektrotechnik
Voran während Automobile noch in 
Einer quasi embryonalen Phase sind
Was zu niedlich für diese doch klingt

Carl Benz Gottlieb Daimler und
Nikolaus August Otto waren noch jung
Die Anfänge sind wenig dokumentiert
Konnten einander nicht ausstehen 

Es war die Zeit der großen Debatten
In der Gesellschaft nach der Krise 
Um die Judenfrage wie den großen
Kulturkampf mit den Katholiken

Das wichtigste Thema aber war die
Soziale Frage wie würde eine nun
Wachsende Gesellschaft ihre sicher
Drohenden Konflikte künftig lösen

Karl Marx der Prophet des Umsturz
Lebte 1873 in London er arbeitete im
Lesesaal des British Museum am
Nachwort der 2. Auflage des Kapital

Er freute sich wie ein Kind über die
Schlechten Nachrichten aus dem 
Deutschen Reich die Krise käme und
Würde schon die Dialektik einpauken

Die Unternehmen sahen es sehr wohl
Fanden die liberale Ordnung nun wo
Das Pendel umschlug als ungezügelt
Wild gar gemeingefährlich sogar

Besonders fürchteten sie dabei die
Revolution und gaben der Börse 
Allein die Schuld der freie Markt
Müsse nun beschnitten werden

Sie suchten die Nähe zum starken 
Staat der in die deutsche Wirtschaft 
Schützend eingriff vom Liberalismus
Hatten alle nun erstmal genug

Von den über 900 nach 1870 neu 
Gegründeten AGs überlebten nur
200 die Krise die Preise sanken
Mangels Nachfrage ganz dramatisch

Von 35.000 Beschäftigten im Berliner
Maschinenbau 1873 blieben dann
Vier Jahre später weniger als die
Hälfte übrig viele überlebten es nicht

Die Berliner Union Actien-Gesellschaft
Für Maschinenbau wird 1873 liquidiert
Gegründet hatte sie 1863 ein Emil 
Rathenau in der Chausseestraße

Rathenau hatte rechtzeitig verkauft 
Als das Unternehmen schließen muss
Ist er nur noch angestellter Direktor
Gerät dennoch in eine große Krise 

Um auf neue Ideen zu kommen
Besucht er Weltausstellungen und
Begeistert sich mit seinen 37 Jahren
Für immer neue Projekte dabei

Schließlich in einem hellen Moment
Wie Richter humorvoll schreibt erwirbt 
Er Thomas Alva Edisons Patent für 
Die Glühlampe für Deutschland

Krupp bittet schließlich den Kaiser
Um ein Darlehen von zehn Millionen
Talern um die Produktion der doch so
Wichtigen Kanonen aufrecht zu halten

Nach langen Verhandlungen wird ein
Kredit der Preußischen Staatsbank zu
Marktüblichen Konditionen daraus 
Krupp wird darüber schwermütig aber

Seine Firma überlebt damit die Krise 
Die Gasmotoren-Fabrik Deutz in Köln
Steigt in dieser Zeit auf hier arbeiten
Otto und Daimler noch zusammen 

Auch die BASF macht hohe Gewinne
Mitten in der Krise wird das Palais des
Gründers Friedrich Engelhorn fertig
In Mannheim gegenüber dem Schloss

Dort hat er die begehrte Adresse A1
In der Quadratestadt begonnen hat
Die Produktion noch auf dem alten 
Mannheimer Pesthügel inzwischen

Zog die Firma nach Ludwigshafen
Sie hatten dort 13 Hektar günstig
Bekommen am Ufer des Rheins der
Transportweg und Abfallgrube wurde 

Das Palais gab viel Grund zu reden 
Es überragte alle umliegenden Bauten 
Aus dem Barock und ist im Stil der
Italienischen Renaissance Paläste

Verziert mit berühmten Köpfen der
Gegenwart Bismarck Moltke Roon
Es soll sogar ein Geheimversteck
Geben als Schutz vor Revolutionen 

Die Gerüchte hielten sich ab 1913
Übernahm die Sparkasse das Palais
Was obwohl kaum beschädigt nach
Dem Krieg ganz abgerissen wurde

Heute hat dort das Landgericht
In einem Neubau seinen Sitz von
Geheimen Gängen dort ist nichts
Bisher bekannt geworden 

jens tuengerthal 22.10.26

Goethezuhaus

Goethezuhaus

Gerade las ich nun wird das
Goethehaus bis 2029 in Weimar
Geschlossen falls sie pünktlich
Mit allen Bauarbeiten fertig werden
Sind dessen Haus und die daran
Inzwischen angrenzenden bis 2029
Nicht mehr für Publikum zugänglich

Denke an die Besuche dort mit
Vergangenen und verstorbenen 
Liebsten in Weimar einen Ort
In den ich mich sogleich verliebte 

Nicht nur weil es im Café dort
Losen Earl Green gab was dem 
Aber nicht abträglich war den ich
Seit es so braun dort wurde aber
Lieber nicht mehr besucht habe

Überhaupt ist es lange her dass ich
Im Goethehaus drin war bestimmt
Letztes Jahrhundert damit sogar
Im letzten Jahrtausend was schon
Unvorstellbar lang klingt habe die

Späteren Versuche von Liebsten
Den Dichter und Flaneur dort für
Schöne Tage hinzulocken immer
Lieber abgeblockt mit meiner
Ganz realen Reiseunlust und nun
Kann ich gar nicht mehr hin dabei
Blicke ich täglich in seinen Flur

Wie in seine Bibliothek ist keiner
So häufig bei mir vertreten wie
Der Meister aus Weimar und
Frankfurt wo sie nun an sein
Geburtshaus das Romantikmuseum
Geklatscht haben das ich aber
Bisher nicht beurteilen kann auch
Wenn die Romantik dem Aufklärer

Natürlich fern liegt und denke an
Goethe und Weimar das mir nun
Bis 2029 noch ferner liegt und dann
Ist hoffentlich schon die AfD verboten

Aber schön ist es schon an Goethe
Wie die Liebe zu Weimar zu denken
Denn meine wie seine Familie kam 
Ursprünglich aus Thüringen was
Damals noch Sachsen-Weimar wie
Sachsen-Gotha hieß aber das ist

Eine andere fernliegende Geschichte
Vom Ururgroßvater der in Gotha noch
Hofbibliothekar war als es dort noch
Einen Hof gab an dem du etwas 
Werden konntest vor vielen Jahren

Nun also wird das Goethehaus für
Drei Jahre geschlossen muss der
Flaneur erstmal keine Reise planen
Mögen die Enkel einmal den Umbau
Begutachten ich erinnere mich lieber

Wie es früher einmal war als noch
Die Dielen und die Stufen knarrten
Im alten Goethehaus zu Weimar 

Bis dahin gibt es noch immer das 
Gartenhaus wo er in der oberen Etage
Auf dem Sattelstuhl für seine oft 
Hämorrhoiden so gerne von hinten
Mit Christiane Vulpius die später
Dann Frau von Goethe wurde 

Unklar ob da dann auch noch
Verkehrte was in feinen Versen die
Wenige nur kennen bewahrt wurde
So bleiben noch ein paar Orte in
Weimar die der Rede wert sind
Für alle die unbedingt hin müssen
Lese derweil lieber darüber

jens tuengerthal 22.10.26