Lektürentagebuch 24.8.26
In Joseph und seine Brüder versucht
Mut mit Magie Joseph zu gewinnen
Wie es ihre Dienerin Tabubu ihr gleich
Geraten und angeboten hatte
Mit Mann in der Nacht begonnen
Wie dabei köstlich über die Zutaten
Des magischen Liebestrank amüsiert
Die wie aus der Hexenküche klangen
Die dunkelhäutige afrikanische Frau
Ist die Hohepriesterin der Magie die
Auf dem Dach des Frauenhauses
Nun auch zubereitet werden soll
Auch der Weg den Mut dorthin mit
Einer Fackel in der Hand die sie dabei
Wild schwingt begleitet von einer der
Nebenfrauen nimmt wird dramatisch
Die Nebenfrau mahnt die aufgeregte
Mut zur Vorsicht und Langsamkeit
Will ihr darum die Fackel abnehmen
Wogegen Mut sich mit Kraft wehrt
Dabei gerät sie ins Schwanken und
Wäre mit der Fackel beinahe die steile
Treppe zum Dach wieder herunter
Gefallen aber die andere fängt sie
Oben erwartet Tabubu sie nackt
Bis auf Gürtel um die Lenden wie
Unter ihren schweren schwingenden
Brüsten mit wallendem grauen Haar
Die Hohepriesterin der Liebe die das
Endlich Glück erzwingen will hat sie
Schon erwartet im westlichen Wind
Der dort oben gerade noch weht
Zum Glück weht weil sonst der üble
Gestank des um das Feuer hier noch
Liegenden faulenden Fleisches was
Eine Zutat ist alles wohl verpestete
Tabubu begrüßt sie mit offenen Armen
Aber unterbricht ihre magische Arbeit
Dabei nicht damit der Zauber auch
Ganz ordentlich vorbereitet wird
Herrlich wie Mann hier das magische
Ritual mit allem Hokuspokus darum
Beschreibt mit dem Mut die Liebe von
Joseph endlich erzwingen will
Die ganz ernsthafte Beschreibung
Des lächerlichen Hokuspokus im ganz
Biblischen Stil ist voller feiner Ironie
Gegenüber allem Aberglauben
Doch zeigt der Blick von außen wie
Lächerlich eigentlich jeder Glaube
Mit seiner Tendenz zur Magie ist
Aber beschreibt es ganz ernsthaft
Die hohe Kunst von Thomas Mann
Die lächerlichsten Situationen noch
Mit großem Ernst zu beschreiben
Bewährt sich auch hier wieder
Heute auf dem Fußweg durch das
Verschlafene Walldorf noch zwei
Neue Bände in einer Kiste gefunden
Die vor einer Haustür hier stand
Eduard von Keyserlings Wellen sowie
Arthur Schnitzlers Traumnovelle was
Anlass genug ist die beiden Funde
Gleich durch Lektüre zu würdigen
Beginne mit Eduard von Keyserlings
Wellen das eine Liebesgeschichte auf
Der Kurischen Nehrung beschreibt
Fast Heimat des baltischen Grafen
Die Geschichte spielt um die vorletzte
Jahrhundertwende noch und in der
Sommerfrische treffen Aristokraten
Mit Künstlern nah zusammen
Die Generalin von Palikow und ihre
Gesellschafterin Malwine von Bork
Kommen erhitzt im Wohnzimmer an
Und giften sich gleich an auf ganz
Vornehme Art mit Bösartigkeiten bei
Der die Generalin Malwine unterstellt
Alles gegen sie zu verteidigen worauf
Diese schweigt und hinaus schaut
Ein Moment der Ruhe bevor ihre
Tochter die Treppe hinunter kommt
Das Mädchen draußen den Tisch
Für das Abendessen schon deckt
Auch die Kinder die beiden Mädchen
Lolo und Nini wie der sechzehnjährige
Enkel Wedig kommen nun dazu die
Mädchen bildschön und rothaarig
Der Junge etwas blass und eher
Schwächlich bekommt eine extra
Portion was bissig kommentiert wird
Die Tochter Baronin von Buttlär
Gesellt sich zu den beiden und
Regt sich über die Gräfin auf die
Ihren Grafen verlassen hat und
Den Maler geheiratet hätte
Solchen Leuten womöglich am
Strand zu begegnen sei doch
Eine unmögliche Peinlichkeit
Außerdem gefährlich dazu
Weil die Gräfin so schön sei
Fürchtet sie um die Moral ihres
Gatten worauf die Generalin als
Ihre Mutter sie deutlich ermahnt
Dann ein Aufschrei weil Malwine
Die Gräfin mit dem Maler am
Strand auftauchen sieht sofort
Werden die Kinder ins Bett geschickt
Nach Ermahnung der Generalin dass
Diese einfach zu ignorieren sei und
Ihnen als ehrwürdigen Festungen
Des Adels nichts anhaben könnte
Wird zur Gräfin Doralice und dem
Maler Hans Grill übergeblendet
Ihrem Geplauder am Strand wie
Den kurzen Begegnungen
Sie verstehen sich auch nicht ganz
Reden aneinander vorbei und sind
In verschiedenen Welten die von
Der Vergangenheit geprägt sind
Durch kleine Gesten der Verliebtheit
Überbrücken sie was sie trennt noch
Doch verstehen sich in vielem nicht
Es ist eine seltsame Spannung dort
Bald soll noch der Verlobte einer
Der Töchter und der Baron der Gatte
Dazu kommen der noch auf dem
Gut die Ernte beaufsichtigen muss
Die Tochter beschwert sich über das
Diebische Personal auf dem Gut
Gespräche unter Adeligen fein
Beobachtet und scharf skizziert
Eduard Graf von Keyserling aus dem
Damals russischen Kurland stammt
Aus altem baltischen Adel und kannte
Genau was er hier fein seziert noch
Berühmt ist das Gemälde von ihm
Das Lovis Corinth schuf mit dem er
In München befreundet war was den
Von der Syphilis gezeichneten zeigt
Er studierte Rechtswissenschaft ohne
Je einen Abschluss zu machen lebte
In der Münchner Boheme und starb
Im Alter von 63 blind und krank dort
Die Traumnovelle Arthur Schnitzlers
Beginnt mit kindlichem Vorlesen wie
Dem darüber schon einschlafen der
Gemeinsamen Tochter dabei
Nun mahnte das eingetretene
Fräulein noch das Kind den Eltern
Eine gute Nacht zu wünschen denen
Sie die Lippen zum Kuss darauf bot
Die beiden deren Hände sich eben
Noch auf der Stirn des Kindes trafen
Unterhalten sich über einen gerade
Gemeinsam besuchten Maskenball
Beide hatten dort nach anderem noch
Ausschau gehalten und waren dann
Doch wieder beieinander gelandet
Worüber sie nun auch plaudern
Bei Austern und Champagner noch
Hatten sie sinnlich um sich gebuhlt
Dieses Spiel auf rascher Fahrt noch
Fortgesetzt bis sie bei sich ankamen
Nach dem sinnlichen Liebesglück
Das intensiver war als alles was sie
Sie seit langem miteinander hatten
Wartet wieder der Alltag auf sie
Er ist Arzt und sie Hausfrau und
Junge Mutter dazu beide sind
In der Gewohnheit gefangen voll
Leidenschaftlicher Sehnsucht
Genial inszeniert Schnitzler hier in
Wenigen Seiten schon eine sehr
Emotional wie sexuell aufgeladene
Stimmung die rätselhaft dabei bleibt
jens tuengerthal 25.8.26
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen