Mittwoch, 23. Dezember 2020

Ritterliebe

Gerade mal wieder voller Freude
Im Frauenkatalog von 1200 gelesen
Diesem wunderbaren Band aus der
Anderen Bibliothek der die großen
Sagen und Rittergeschichten des
Mittelalters aus Frauensicht erzählt
Vor allem diesen eine bedeutende
Rolle zuschreibt die bei den sonst
Berichten von Artus und seiner so
Prächtigen Tafelrunde seltener die
Zentrale Rolle spielen obwohl es ja
Scheinbar immer um die Abenteuer
Oder wie es damals hieß Aventüren
Der mutigen Ritter ging wie ihre dann
Kämpfe gegen erfundene Wesen wie
Das teilweise Heldentum infolge auch
Ist all dies nur der Rahmen für die darin
Verborgenen Liebesgeschichten welche
Die Ritter zu ihren Heldentaten bringen
Um sich vor den Damen zu beweisen
Oder deren Gunst zurück zu gewinnen
Was manch ritterlichen Kampf erfordert
Von großer wahrer Liebe stets träumt
Die jedes Risiko wert ist sogar Drachen
Besiegt wie den stärksten Zauber bricht
Was eben die Phantasy des Mittelalters
Was andere Romantiker heute dann in
Raumschiffe gerne verlegen um sich im
Weltraum als unschlagbare Helden wie
Ritter auch zu fühlen aber im Kern ging
Es damals wie heute doch immer um die
Liebe wie den Willen launischer Damen
Die mehr oder weniger gerechtfertigt ihren
Verspäteten oder sonst saumseligen Rittern
Zürnten wie es Iwein erlebt oder Parzifal
Aufgeladen dann noch mit etwas Religion
Die übersinnlichen Pathos dazu garantiert
Vom Heiligen Gral bis zu bösen Hexen kam
Alles auf seine Art vor und ist doch nur die
Wechselnde Staffage der Liebesgeschichten
Wie sich Liebende suchen finden verlieren
Was sie tun einander zu prüfen oder doch
Einander die Liebe zu beweisen was damals
So unsinnig war wie heute weil die Liebe nie
Eines Beweises bedarf sondern immer nur
Sich selbst genügt wo sie ist und alles sonst
Verzweifelte Versuche nur sind zu halten was
Sich nur im freien Flug finden kann denn die
Liebe bleibt der Kern unseres Seins um den
Sich alles dreht für sie riskieren wir alles wie
Ihr seliges Glück der einzige Himmel uns ist
Der alles andere wieder vergessen lässt wie
Gut kennt wer einmal liebte dieses Glück dem
Verglichen alles andere armselig nur ist aber
Wie groß und unerträglich ist der Schmerz
Wenn solche Träume unverhofft enden was
Kein Verstand mit egal welcher Mühe jemals
Begreifen kann denn eigentlich sind jene
Träume von großer Liebe nichts anderes als
Sagen aus verwunschener Zeit die uns das
Paradies auf Erden träumen lassen warum
Es in den Rittergeschichten zwar zuerst um
Abenteuer sich zu drehen scheint aber doch
Im Kern immer nur um die Suche nach Liebe
Als schönster Form des Seins geht die erst
Träume wirklich werden lässt war wir gerne
Im Alltag normaler Beziehungen vergessen
Woran sich zu erinnern alte Sage aber uns
Helfen denn am Ende zählt nur die Liebe

jens tuengerthal 23.12.20

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