Vaterland
Heute ausnahmsweise in dazu
Wunderbarer Gesellschaft ins Kino
Um Vaterland zu sehen der hier im
Colosseum in der Schönhauser lief
Der Spielfilm von Paweł Pawlikowski
Aus dem Jahr 2026 stellt in feinen
Schwarzweiß-Bildern noch gedreht
Thomas Mann und Tochter Erika dar
Die beiden kehren gemeinsam ins Nachkriegsdeutschland zurück wo
Thomas in Frankfurt und in Weimar
Den je Goethe Preis bekommen soll
Wobei der Film mit einem Telefonat
Von Klaus und Erika beginnt die den
Bruder überreden will mitzukommen
Der in Cannes im Hotelzimmer ist
Die Hauptrollen von Vater und Tochter
Spielen Hanns Zischler und Sandra
Hüller in der Koproduktion von Polen
Deutschland Italien und Frankreich
Der Film wurde im Mai 2026 im
Hauptwettbewerb des Filmfestivals
Von Cannes uraufgeführt und gewann
Dort den Preis für die beste Regie
Mitten im Kalten Kriege im Juli und
August 1949 reist Thomas Mann
Gemeinsam mit Erika erstmals zurück
In das noch zerbombte Deutschland
Klaus folgt Erikas Einladung trotz
Liebeserklärung am Telefon nicht
Mehr als 15 Jahre hat Thomas Mann
Im Exil verbracht fern der Heimat
Von der Schweiz ging es über Italien
Nach Südfrankreich und im Krieg in
Die USA nach Kalifornien an den
Pazifik wo er damals noch lebt
Im von den Westalliierten besetzten
Frankfurt am Main und im sowjetisch
Besetzten Weimar erhält er jeweils
Den Goethepreis und hält dort Reden
Anlass ist der 200. Geburtstag des
Großen deutschen Dichters und die
Stimmung im geteilten Land dies wird
Dabei sehr fein beschrieben
Sie kommen zur Pressekonferenz in
Frankfurt wo bereits Hassbriefe auf
Thomas warten die ihn als flüchtigen
Vaterlandsverräter beschimpfen
Erika öffnet sie und gibt sie direkt
An den zuständigen Herren vom CIA
Bei der Konferenz dient Erika ihrem
Vater als Dolmetscherin dabei wird
Bekannt, dass Thomas außerdem
Den Goethepreis in Weimar erhält
Journalisten weisen darauf hin dass ihm nach seiner Rückkehr in die USA
Wo er seit dreizehn Jahren lebt auch
Als nun Amerikaner im Zuge des Antikommunismus der McCarthy-Ära Verfolgung drohen könnte sollte er
Ostdeutschland tatsächlich besuchen
Thomas entgegnet dass Goethes
Werk älter sei als die Teilung und
Kunst keine Grenzen kenne
Beim Empfang nach der Frankfurter
Preisverleihung wird Thomas von den
Enkeln Wagners angesprochen die
Ihn bitten ihn dabei zu helfen die
Ausgesetzten Bayreuther Festspiele
Zu rehabilitieren was Thomas ablehnt
Unter Hinweis auf die Rolle der Mutter
Die doch bitte bestraft gehöre
Dachte dabei daran wie ich noch
Wolfgang Wagner durch die Reihen
Zum Regiepult mit silberner Mähne
Gehen sah und gruselte mich etwas
An der Bar beim Empfang wird Erika
Von ihrem Ex Gustaf Gründgens der
Auch eingeladen war angesprochen
Zwischen beiden kommt es zu einer
Kurzen Auseinandersetzung die damit
Endet dass Erika ihm vor den Augen
Der übrigen Gäste eine Ohrfeige gibt
Worauf Gustaf sich wieder verzieht
Vorher hatte er noch dreist behauptet
Er sei nie ein Nazi gewesen nicht er
Habe die Freundschaft zu Göring
Gesucht dieser habe ihn bedrängt
Gerade noch hatte dieser ein Verbot
Von Klaus Manns Mephisto erwirkt
Weil er sich zurecht darin beschrieben
Sah was zum Glück bald aufgehoben
Als sie danach in das Hotelzimmer
Ihres Vaters geht der sich zurückzog
Erfährt sie, dass ihr Bruder Klaus
In Cannes Suizid begangen hat
Ob Thomas der sich schon früh
Wegen Unwohlsein zurückzog
Dies gespürt hatte bleibt offen
Erika rief vorher bei Klaus an
Damit hatte er immer wieder gespielt
Es ihr im Telefonat vorgeschlagen es
War nicht überraschend aber doch
Ein schwerer Schock für Erika
Diese will Thomas von der Reise nach
Weimar abbringen um zu Klaus’
Begräbnis nach Cannes zu fahren das
Bruder Michael organisieren soll
Thomas Mann lehnt dies aber ab weil
Er die Reise und seine Rede für viel
Wichtiger hält und Klaus ja tot ist
Es auf ihn dabei nicht mehr ankommt
In einem schwarzen Buick starten sie
Noch in der Trizone und durchqueren
Das vom Weltkrieg noch teils zerstörte
Land in Richtung Weimar was im Film
Durch beeindruckende Bilder gezeigt
Ein surreales Gefühl vermittelt dabei
Fährt Erika ihren Vater der zunächst
Auf der Rückbank erschöpft schläft
Sie werden nach der Zonengrenze in
Eiin fast leeres Restaurant dirigiert wo
Sie warten sollen bis der Schriftsteller
Johannes R. Becher sie empfängt
Es wird in dieser kleinen Szene im
Sommer 1949 schon sehr fein die
Totalitäre Leere im Sozialismus als
Reale Mangelwirtschaft beschrieben
Becher ist Vorstand des Kulturbunds
Zur Erneuerung Deutschlands dem
Späterem Kulturbund der DDR sowie
Ein hoher SED-Funktionär noch dazu
Er entschuldigt sein Zuspätkommen
Sie rechneten erst später mit ihnen
Und begleitet sie nach Weimar wo sie
Oberst Sergei Iwanowitsch Tjulpanow
Der Chef der Propaganda- und Informations-Abteilung der SMAD
Ganz feierlich in Empfang nimmt
Der sogar aus dem Faust zitiert
Becher versucht Thomas Mann
Zu überreden eine Aufgabe im
Neuen guten Deutschland zu
Übernehmen was Mann ablehnt
Im Hotel erscheint ein Dissident und
Fleht Thomas an, in seiner Rede auch
Darauf hinzuweisen, dass im früheren
KZ Buchenwald politische Gefangene
Der sowjetischen Besatzungsmacht
Festgehalten werden noch während
Er spricht, wird der Mann abgeführt
Wie brutal gefangen genommen
Während der Rede im Nationaltheater
Verlässt Erika den Raum und besucht
Einen Friedhof später findet er Erika abgewandt verstummt im Hotelbett
Dies ist eine Szene großer Nähe
Wie Zärtlichkeit zwischen Vater und
Tochter in der Thomas sich sogar
Spielerisch als Zauberer zeigt
Dieser Moment feinen Humors zeigt
Ein anderes Bild von Thomas Mann
Der auch sehr humorvoll war was in
Diesem Film zumindest deutlich wird
Aber im Gegensatz zur eher auf
Regenbogen-Kolportage von Illies die
Grauenvoll ist bietet Pawlikowski ein
Vielfältig differenziertes Bild Manns
Am folgenden Tag fahren Erika und
Thomas an einem zerstörten Schloss
Vorbei dabei lösen sie sich von dem
Sowjetischen Begleitfahrzeug um die
Ruine näher zu erkunden in der alten
Schlosskapelle hören sie eine Orgel Die vom Organisten und dem nötigen
Blasebalgtreter gerade inspiziert wird
Als diese merken dass zwei Zuhörer
Den Kirchenraum betraten spielen sie
Eine Orgelversion des Chorals Jesus
Bleibet meine Freude von J.S. Bach
Erika und Thomas sitzen auf einer
Truhe der Musik zu lauschen. Thomas beginnt zu weinen Erika ergreift seine Hand in der letzten Szene des Films
Langsame starke Bilder erinnern an
Die Zeit des Kalten Krieges zeigen die
Fortsetzung des totalitären Regime
Kommen Thomas Mann dabei nah
Die Feinheit des Films macht es auch
Verzeihlich dass einige der Tatsachen
Historisch anders waren als gezeigt
Klaus Mann brachte sich schon früher
Im Mai 1949 um und Thomas wurde
Auch von seiner Frau Katia begleitet
Die im Film krank zuhause blieb damit
Wird auch die erste Szene Phantasie
Allerdings gelingt es dadurch auf das
Besonders enge Verhältnis von Erika
Zu Klaus aufmerksam zu machen
Wie die extreme Situation für Manns
So zog Thomas Mann der sehr weise
Mit Erika über das Wort Heimat redet
Nie wieder nach Deutschland sondern
Zog später die Schweiz für sich vor
Was aus der Heimat wurde und wo
Sie geblieben ist lässt der Film offen
Was passend und gut so ist damit
Gelingt eine Annäherung an Mann
jens tuengerthal 21.9.26
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