Dienstag, 22. September 2026

Vaterland

Vaterland

Heute ausnahmsweise in dazu 
Wunderbarer Gesellschaft ins Kino
Um Vaterland zu sehen der hier im
Colosseum in der Schönhauser lief

Der Spielfilm von Paweł Pawlikowski 
Aus dem Jahr 2026 stellt in feinen
Schwarzweiß-Bildern noch gedreht
Thomas Mann und Tochter Erika dar

Die beiden kehren gemeinsam ins Nachkriegsdeutschland zurück wo
Thomas in Frankfurt und in Weimar
Den je Goethe Preis bekommen soll 

Wobei der Film mit einem Telefonat
Von Klaus und Erika beginnt die den
Bruder überreden will mitzukommen
Der in Cannes im Hotelzimmer ist

Die Hauptrollen von Vater und Tochter
Spielen Hanns Zischler und Sandra 
Hüller in der Koproduktion von Polen 
Deutschland Italien und Frankreich 

Der Film wurde im Mai 2026 im 
Hauptwettbewerb des Filmfestivals 
Von Cannes uraufgeführt und gewann 
Dort den Preis für die beste Regie

Mitten im Kalten Kriege im Juli und 
August 1949 reist Thomas Mann 
Gemeinsam mit Erika erstmals zurück 
In das noch zerbombte Deutschland

Klaus folgt Erikas Einladung trotz 
Liebeserklärung am Telefon nicht
Mehr als 15 Jahre hat Thomas Mann 
Im Exil verbracht fern der Heimat 

Von der Schweiz ging es über Italien
Nach Südfrankreich und im Krieg in
Die USA nach Kalifornien an den 
Pazifik wo er damals noch lebt

Im von den Westalliierten besetzten 
Frankfurt am Main und im sowjetisch 
Besetzten Weimar erhält er jeweils 
Den Goethepreis und hält dort Reden 

Anlass ist der 200. Geburtstag des 
Großen deutschen Dichters und die
Stimmung im geteilten Land dies wird
Dabei sehr fein beschrieben

Sie kommen zur Pressekonferenz in 
Frankfurt wo bereits Hassbriefe auf 
Thomas warten die ihn als flüchtigen 
Vaterlandsverräter beschimpfen

Erika öffnet sie und gibt sie direkt
An den zuständigen Herren vom CIA
Bei der Konferenz dient Erika ihrem 
Vater als Dolmetscherin dabei wird 

Bekannt, dass Thomas außerdem 
Den Goethepreis in Weimar erhält
Journalisten weisen darauf hin dass ihm nach seiner Rückkehr in die USA 

Wo er seit dreizehn Jahren lebt auch 
Als nun Amerikaner im Zuge des Antikommunismus der McCarthy-Ära Verfolgung drohen könnte sollte er 

Ostdeutschland tatsächlich besuchen
Thomas entgegnet dass Goethes 
Werk älter sei als die Teilung und
Kunst keine Grenzen kenne

Beim Empfang nach der Frankfurter 
Preisverleihung wird Thomas von den 
Enkeln Wagners angesprochen die 
Ihn bitten ihn dabei zu helfen die

Ausgesetzten Bayreuther Festspiele 
Zu rehabilitieren was Thomas ablehnt
Unter Hinweis auf die Rolle der Mutter 
Die doch bitte bestraft gehöre 

Dachte dabei daran wie ich noch
Wolfgang Wagner durch die Reihen
Zum Regiepult mit silberner Mähne
Gehen sah und gruselte mich etwas

An der Bar beim Empfang wird Erika
Von ihrem Ex Gustaf Gründgens der
Auch eingeladen war angesprochen
Zwischen beiden kommt es zu einer 

Kurzen Auseinandersetzung die damit 
Endet dass Erika ihm vor den Augen 
Der übrigen Gäste eine Ohrfeige gibt
Worauf Gustaf sich wieder verzieht 

Vorher hatte er noch dreist behauptet
Er sei nie ein Nazi gewesen nicht er
Habe die Freundschaft zu Göring
Gesucht dieser habe ihn bedrängt

Gerade noch hatte dieser ein Verbot
Von Klaus Manns Mephisto erwirkt
Weil er sich zurecht darin beschrieben
Sah was zum Glück bald aufgehoben

Als sie danach in das Hotelzimmer 
Ihres Vaters geht der sich zurückzog
Erfährt sie, dass ihr Bruder Klaus 
In Cannes Suizid begangen hat

Ob Thomas der sich schon früh
Wegen Unwohlsein zurückzog
Dies gespürt hatte bleibt offen
Erika rief vorher bei Klaus an 

Damit hatte er immer wieder gespielt
Es ihr im Telefonat vorgeschlagen es
War nicht überraschend aber doch 
Ein schwerer Schock für Erika

Diese will Thomas von der Reise nach 
Weimar abbringen um zu Klaus’ 
Begräbnis nach Cannes zu fahren das
Bruder Michael organisieren soll

Thomas Mann lehnt dies aber ab weil 
Er die Reise und seine Rede für viel 
Wichtiger hält und Klaus ja tot ist
Es auf ihn dabei nicht mehr ankommt

In einem schwarzen Buick starten sie 
Noch in der Trizone und durchqueren 
Das vom Weltkrieg noch teils zerstörte 
Land in Richtung Weimar was im Film 

Durch beeindruckende Bilder gezeigt
Ein surreales Gefühl vermittelt dabei
Fährt Erika ihren Vater der zunächst
Auf der Rückbank erschöpft schläft

Sie werden nach der Zonengrenze in 
Eiin fast leeres Restaurant dirigiert wo 
Sie warten sollen bis der Schriftsteller 
Johannes R. Becher sie empfängt 

Es wird in dieser kleinen Szene im
Sommer 1949 schon sehr fein die
Totalitäre Leere im Sozialismus als
Reale Mangelwirtschaft beschrieben

Becher ist Vorstand des Kulturbunds 
Zur Erneuerung Deutschlands dem
Späterem Kulturbund der DDR sowie 
Ein hoher SED-Funktionär noch dazu

Er entschuldigt sein Zuspätkommen
Sie rechneten erst später mit ihnen
Und begleitet sie nach Weimar wo sie
Oberst Sergei Iwanowitsch Tjulpanow

Der Chef der Propaganda- und Informations-Abteilung der SMAD 
Ganz feierlich in Empfang nimmt
Der sogar aus dem Faust zitiert

Becher versucht Thomas Mann
Zu überreden eine Aufgabe im
Neuen guten Deutschland zu
Übernehmen was Mann ablehnt

Im Hotel erscheint ein Dissident und 
Fleht Thomas an, in seiner Rede auch
Darauf hinzuweisen, dass im früheren
KZ Buchenwald politische Gefangene 

Der sowjetischen Besatzungsmacht 
Festgehalten werden noch während 
Er spricht, wird der Mann abgeführt
Wie brutal gefangen genommen

Während der Rede im Nationaltheater 
Verlässt Erika den Raum und besucht 
Einen Friedhof später findet er Erika abgewandt verstummt im Hotelbett

Dies ist eine Szene großer Nähe 
Wie Zärtlichkeit zwischen Vater und
Tochter in der Thomas sich sogar
Spielerisch als Zauberer zeigt

Dieser Moment feinen Humors zeigt
Ein anderes Bild von Thomas Mann
Der auch sehr humorvoll war was in
Diesem Film zumindest deutlich wird

Aber im Gegensatz zur eher auf
Regenbogen-Kolportage von Illies die 
Grauenvoll ist bietet Pawlikowski ein
Vielfältig differenziertes Bild Manns

Am folgenden Tag fahren Erika und 
Thomas an einem zerstörten Schloss 
Vorbei dabei lösen sie sich von dem 
Sowjetischen Begleitfahrzeug um die 

Ruine näher zu erkunden in der alten 
Schlosskapelle hören sie eine Orgel Die vom Organisten und dem nötigen
Blasebalgtreter gerade inspiziert wird

Als diese merken dass zwei Zuhörer 
Den Kirchenraum betraten spielen sie 
Eine Orgelversion des Chorals Jesus 
Bleibet meine Freude von J.S. Bach

Erika und Thomas sitzen auf einer
Truhe der Musik zu lauschen. Thomas beginnt zu weinen Erika ergreift seine Hand in der letzten Szene des Films

Langsame starke Bilder erinnern an
Die Zeit des Kalten Krieges zeigen die
Fortsetzung des totalitären Regime
Kommen Thomas Mann dabei nah 

Die Feinheit des Films macht es auch
Verzeihlich dass einige der Tatsachen
Historisch anders waren als gezeigt
Klaus Mann brachte sich schon früher

Im Mai 1949 um und Thomas wurde 
Auch von seiner Frau Katia begleitet
Die im Film krank zuhause blieb damit
Wird auch die erste Szene Phantasie

Allerdings gelingt es dadurch auf das
Besonders enge Verhältnis von Erika
Zu Klaus aufmerksam zu machen
Wie die extreme Situation für Manns

So zog Thomas Mann der sehr weise
Mit Erika über das Wort Heimat redet
Nie wieder nach Deutschland sondern 
Zog später die Schweiz für sich vor

Was aus der Heimat wurde und wo
Sie geblieben ist lässt der Film offen
Was passend und gut so ist damit
Gelingt eine Annäherung an Mann 

jens tuengerthal 21.9.26

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