Freitag, 11. September 2026

Lektürentagebuch 10.9.26

Lektürentagebuch 10.9.26

Mit Eduard von Keyserling in Wellen
Auf selbigen mit den Fischern geritten
Der Kurischen Nehrung die Doralice
Mit Hans und Hilmar begleitet

In der Nacht schon waren sie mit
Dem Fischer Warein und seinen
Beiden rudernden Burschen dort
Hinausgefahren und langsam erst

Dämmerte am östlichen Horizont
Ein erster Streifen von Licht noch
Ist Hilmar der Leutnant im anderen
Boot und Doralice ist unheimlich

Sie sitzt auf einem Hocker die beiden
Jungen rudern Hans bietet noch an 
Sie zu unterstützen dann endlich
Werfen sie ihre Netze aus die sie

Rudernd ziehen um so fette Beute 
Machen zu können Doralice gruselt
Es etwas die halbnackten Männer
Der immer präsente Tod dabei

Die Männer rufen sich Worte zu
Sie fühlt sich fremd dort dann hält 
Hans einen langen Dorsch hoch
Als sich die Fischer nah kommen

Springt Hilmar an Bord und beginnt
Mit Doralice zu plaudern die friert 
Langsam fühlt sie sich vertrauter
Auch an Bord als sie die Netze 

Wieder einziehen geht es zurück
Wo Frauen und Kinder sie erwarten 
Hans hatte Leutnant Hilmar noch
Zum Teetrinken bei ihnen geladen 

Wie er dabei Doralice zum Teekochen
Fast verdonnert ist sie eher irritiert
Sagt nur natürlich gerne aber dann 
In ihrer Kate eingetroffen macht er es

Hans meint das wirkliche Leben in
Den Fängen nah gespürt zu haben
Hilmar fand es einfach wunderschön
Doralice dagegen nennt es so schön

Dass es besser ist nicht davon noch
Weiter zu sprechen was feindselig
Klang sie nahm es Hilmar nun übel
Dass er ihr an Bord so willkommen 

Noch war während Hans dazu zu
Hilmar meinte so mache es seine
Frau immer wenn ihr etwas gefiel
Wurde es von ihr heilig genannt 

Darüber durfte nicht geredet werden
Der dampfende Tee macht alle müde
Hans bedauert den Katzenjammer
Der Weite nach solch einer Nacht

Das Land erscheine nun unerträglich
Eng warum es besser wäre seine 
Höhle dunkel zu machen und sich 
Darin ganz tief zu verkriechen

Zerstreut murmelt Hilmar nun vom
Naturgesetz des ab und zu der
Gefühle doch Hans fühlt eine 
Seltsame Befriedigung infolge

Des Fanges der doch ein greifbares
Resultat wäre mehr als nur ein Bild
Woher soll er wissen ob es etwas ist
Hilmar unterbrach ihn mit seinem Job

Der nur Rekruten drillte bis sie wie
Holzpuppen sich bewegten was 
Soll da je Befriedigung geben
Schade findet es Hans nun dass 

Leben so selten Bar bezahle und
Gähnt dabei schon in der dann Pause
War Doralice schon im Sessel selig
Eingeschlafen mit bleichem Gesicht 

Durch die blauen Schatten des
Morgens wenn langsam schwarz
Zu blau wird wirkte es noch bleicher 
In wunderbar kindlicher Schönheit

Welche die Hilflosigkeit des Schlaf
Noch friedlich verstärkte dann endlich
Erhob sich Hilmar und ging weil die
Sonne käme wie er zu Hans flüsterte

Draußen war schon taghell er ging
Schnell nach Hause da zu sein noch
Bevor der Tag kam wunderte sich
Nur warum ihm so elend war

Hatte die kleine Lolo vielleicht recht
War diese Frau so schön dass du
Davon traurig wurdest oder war es
Der Katzenjammer der Weite in dem

Land und Tageslicht und zu eng uns 
Scheinen die arme kleine Lolo dachte
Hilmar hatte etwas vom Lande und
Vom Tageslicht für ihn an sich

Fein beobachtet Keyserling hier das
Zusammenspiel von Natur und den 
Widerstreitenden Gefühlen in ihr mit
Dem wir unsere Rollen spielen

jens tuengerthal 11.9.26

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