Dienstag, 22. September 2026

Lektürentagebuch 22.9.26

Lektürentagebuch 22.9.26

Das letzte Kapitel von Wellen gelesen
Was am Meer beginnt und endet bis 
Die magische kurische Nehrung sie
Nach wilden Stürmen wieder freigibt

Übrig bleiben dort Doralice die bleiche 
Schlanke Schönheit und Geheimrat 
Knospelius dafür verschwand Hans
Im Sturm der Gewitternacht im Meer

Dies nachdem er Doralice versprach
Nach seiner Rückkehr über alles nun
Endlich in aller Tiefe zu reden statt nur
In Floskeln deren Meister er ja war

Hans verschwindet mit dem Fischer
Mit dem schlechtesten Boot und erst 
Tage später wird dann das leere Boot
Irgendwo wieder am Strand angespült 

Die Fischersfrau verkauft es um für 
Sich und ihre Kinder zu sorgen wie 
Das ganze Dorf ihr Hilfe verspricht
Sie fand schnell ihre Rolle wieder

Doralice dagegen irrte weiter noch
Am Strand umher und schaute auf
Das Meer hinaus bis sie sich ganz
Idyllisch im Moos bei den Birken 

Zum Schlafen und Träumen legte
Als sie erwacht ist Knospelius bei ihr
Redet auf sie ein und schwärmt von 
Den blauen Buchten des Mittelmeer 

Noch ist es nicht soweit und so
Spazieren die schöne bleiche Frau
Und der bucklige Geheimrat der ihr
Einen Antrag vorsichtig macht weiter

Eine Verbindung auf Zeit wie er es
Zu ihr sagt die er sehr genießt bis
Ihr wieder Flügel wachsen und sie
Ihn wie alle wieder verlassen wird

Aber bis dahin spazieren sie noch
Als seltsames Paar durch den schon 
Goldenen Oktober am Strand entlang
Durch Stürme und Winde ohne Hans 

Der Maler verschwand bevor sich
Alle Zweifel und Probleme im
Gespräch von dem sie träumte
Klären konnten im großen Meer 

In Königsallee von Hans Pleschinski
Weitergelesen was quasi noch eine 
Fortsetzung des Films Vaterland war
Nur einige Jahre älter schon dabei

Im Sommer 1954 logiert der Autor
Thomas Mann mit seiner Ehefrau
Katia im Breitenbacher Hof an der 
Düsseldorfer Königsallee gediegen

Das Ehepaar frühstückt im Kapitel
Frühstück auf dem Zimmer um die
Begegnung mit einem ranghohen
Militär dort unten zu vermeiden

Thomas Mann befindet sich auf
Leserreise berichtet auch von den
Anfeindungen in der Presse die
Ihn wie einen Verräter behandelt 

Die Szene des Frühstücks mit Ei 
Im vornehmen Hotel ist sehr fein
Beschrieben mit humorvollen Details
Wobei hier Mann nicht witzig sei 

Die komischen Elemente ob im 
Felix Krull oder im Josephsroman
Seien eher unabsichtlich was aber
Den Zauberer wieder völlig verkennt 

Es ist nett plaudernd geschrieben das 
Gespräch zwischen den Gatten wie
Ihre Gewohnheiten beim Frühstück
Die den Flaneur hungrig machen

Nicht in diesem Kapitel vor kam der
Gleichzeitig dort mit seinem Mann
Aus Indonesien logierende alte 
Schwarm von Thomas Klaus Heuser

Dafür erwähnt Katia gegenüber ihrem
Da neunundsiebzigjährigen Mann die
Noch aus Sylt bekannten Eltern um
Sie zu einer Lesung einzuladen

Die kluge freie Katia wird in diesem
Kapitel beschrieben als Münchner
Kind aus atheistischem Elternhaus
Das nur unter den Nazis jüdisch war

Das sind feine Beobachtungen die 
Kulturhistorisch klug komponiert 
Geschichte und Zeitgeist verknüpfen
Bilden ohne zu sehr zu belehren 

Gesellen und Meister ist das nächste
Kapitel in der Raffael Biographie von
Antonio Forcellino überschrieben was
Die Lehrzeit des Malers behandelt

Es beginnt mit dem Tod der dem 
Jungen Raffael vielfältig nah kam 
Mutter Bruder und Vater waren
Innerhalb weniger Jahre tot

Zunächst kam der junge Raffael in
Die Obhut seines Onkels Bartolomeo
Der ein Erzpriester war von den 
Großeltern mütterlicherseits erhielt

Raffael ein kleines Erbe was seinen 
Weiteren Weg etwas polsterte sah
Wie Jungens mit dem Arbeiten für
Die Malerwerkstatt früh begannen

Hier werden wieder die Schritte vom
Stößeln der Farben bis grundieren der
Leinwände und Hölzer beschrieben
Was Restauratoren halt beschäftigt 

Zeitgleich etwa begann auch der nur
Wenig ältere Michelangelo seine 
Ausbildung zum Maler beide begabte
Jungen verkürzten ihre Ausbildung

Von angehaltenen Atem bei der
Vergoldung um die feinen Blättchen
Nicht wegzupusten lerne ich dabei
Wie von elektrisiertem Pinsel im Haar

Genau werden die Aromen und
Düfte beschrieben welche je nach
Jahreszeit wohl die Werkstatt füllten
Für die jeweils nötigen Arbeiten 

Hier zeigt sich die Fachkunde des
Restaurators Forcellino wieder klar
Warum im Frühjahr besonders gut
Vergoldet werden konnte etwa

Im melancholischen Herbst lernte
Raffael von seinem Vater die
Physiognomie des Menschen mit
Muße genauer zu betrachten

Raffael beflügelte besonders die
Leidenschaft seines Vaters für die
Öllasuren und seine psychologische
Betrachtungsweise dabei noch

Giovanni Santi war ein Meister der
Naturgetreuen Portraits und seine
Begeisterung für flämische Kunst
Wie Aufmerksamkeit für Details

Raffael lernte von seinem Vater die
Tiefe Einfühlung die nötig ist um
Ein Lächeln und Gefühl zu zaubern
Was manche auch Seele nennen 

jens tuengerthal 22.9.26


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