Lektürentagebuch 17.9.26
Über Haus und Malerwerkstatt von
Giovanni Santi schreibt in seiner
Biographie Raffael kenntnisreich der
Restaurator Antonio Forcellino
Welch geistiger Hintergrund damals
Die Malerei veränderte und wie dieser
In der berühmtesten Malerwerkstatt
Von Urbino wirkte wird dabei deutlich
Im Geist der Renaissance geht es
Um die Nachahmung der Natur in
Ihrer ganzen Komplexität was die
Bildsprache auch völlig veränderte
Eine seit tausend Jahren schon
Starre Bildsprache änderte sich
Die mystisch spirituelle Betrachtung
Der Welt wandelte sich plötzlich
Es ging nicht um religiöse Wirkung
Allein sondern um Ästhetik und die
Entsprechende Abbildung der Natur
Die ähnlich statt symbolisch wurde
Mit dem Humanismus wurde die
Antike und ihre alten Mythen in Geschichten wiederentdeckt wie
Proportionen und Perspektive dazu
Dabei haben die Flamen mit der
Öl Malerei Techniken entwickelt die
Farben und Schatten intensiver noch
Machten also möglichst authentisch
Dagegen versuchten die Florentiner
Den Raum zu kontrollieren den sie
Mit der Linearperspektive ganz streng
Mathematisch geometrisch erfassten
Um das Jahr 1470 kreuzten sich die
Wege in Urbino wo die Hauptvertreter
Der italienischen und der flämischen
Malerei zusammenkamen bei dem
Feingeistigen Herzog der dort etwa
Pietro Della Francesca mit seiner
Klaren Zeichnung und der perfekten
Perspektive durch Geometrie auf
Rogier van der Weyden und Jan van
Eyck treffen ließ mit ihren Ölfarben
Giovanni Santi lernte dort von beiden
Arbeitete für beide Seiten dabei
Genau erklärt Forcellino hier wie
Bisher Farben gemischt und auch
Glatte Untergründe hergestellt wurden
Hier wird der Restaurator lesbar
Erläutert spannend welche Details
Zu einer Vermischung der beiden
Techniken in Urbino führten dabei
Wurden Öl und Tempera kombiniert
Giovanni Santi verwandte die Technik
Der Flamen aber blieb mit seinen
Exakten Zeichnungen auch noch der
Italienischen Tradition weiter treu
Zu seinen feinen Zeichnungen war
Mal eine Ausstellung im Städel und
Es finden sich dort 23 Zeichnungen
In der graphischen Sammlung
Diese zeigen deutlich Elemente der
Italienischen Renaissance bei teils
Noch sehr ikonographische Motiven
Zeigen die Verbindung der Wege
Santi war bemüht stets einen auch
Perspektivischen Raum zu schaffen
Was seinen intellektuellen Zugang
Zur Malerei deutlich uns zeigt
Andererseits zeigen florale Details
Nach streng botanischen Kriterien
Wie vollendet nuancierte Himmel
Die Übernahme flämischer Technik
Dabei zeigt er dennoch das was die
Malerei der italienischen Renaissance
Ausmacht die Erhabenheit noch des
Menschen die ihm eine Würde gab
So war Santi als Künstler voll auf der
Höhe der Zeit und nahm Einflüsse
Verschiedener Schulen in sich auf
Auch wenn vieles langsam ging
Eine Malerwerkstatt hätte damals
Eher einer Fabrik als einem Atelier
Geähnelt die Vorbereitung aller dazu
Nötigen Materialien stand im Zentrum
Dort wo Farben hergestellt und die
Untergründe der Bilder geschaffen
Wurden verbrachte der kleine Raffael
Die ersten zehn Jahre seines Lebens
Santi hatte als erfolgreicher Künstler
Am Hof auch höchste Ämter in der
Stadt Urbino inne wie etwa das des
Prior der Stadt 1487 und bekam
Weitere ehrenvolle Aufträge etwa in
Mantua Isabella d’Este und auch
Ludovico Gonzaga zu porträtieren
Erkrankte und starb jedoch 1494
Raffael Santi war also elf Jahre beim
Tod seines Vaters jedoch auf einem
Guten Weg dank der bisher schon
So glücklichen Umstände für ihn
Hell sind die Septembertage bei
Eduard von Keyserling beschrieben
Alles war am Strand in Bewegung
Die Wolken oben Netze und Röcke
Der Fischerfrauen unten wie die
Wellen die starker Wind nun an den
Strand trieb wie die Halme auf der
Düne im Brausen zitterten dort
Geheimrat von Knospelius erzählt
Hans mit dem er gemeinsam dort
Spaziert dass er seinen Abschied
Genommen hätte wie der ja wisse
Der Wind fülle seine Tage genug
Mit dem Kampf gegen ihn aus
Während Hans sich über den Wind
Ärgert der das Meer ständig verändert
Hans erklärt er sei vom Meer völlig
Besessen das er nicht zu fassen
Bekomme worauf der Geheimrat
Nur so so murmelte und ihn ansah
Eine Besessenheit sei ja bequem
Die käme einfach ob er wolle oder
Nicht so wie früher sein Büro in
Das er ging ob er wollte oder nicht
Sie reden noch über Doralice die nun
Kleider für Fischerkinder näht dann
Verabschieden sich die beiden und
Doralice saß da und nähte was so
Aussah wie beruhigt als sei alles in
Ordnung nur hielt sie es nicht lange
Dabei aus das Säumen machte ihre
Finger nervös bald warf sie es weg
Sie reden dann wieder aneinander
Wunderbar beschrieben vorbei was
Doralice wütend macht die auf eine
Aussprache sehnlichst noch wartet
Mit ihren inneren Zuständen und
Zweifeln beschäftigen sich nun die
Nächsten Seiten die dabei eine
Entsprechung in Hans noch sucht
Der aber sprach wenn er sprach
Vom Meer und seiner Darstellung
Sie hoffte auf die große Aussprache
Er bleibt nur gerecht und billig für sie
Nervös versucht Doralice rauchend
Zu lesen aber wirft beides bald weg
Und läuft zum Meer hofft auf eine
Begegnung und arbeitet in Gedanken
An der großen Rechtfertigung noch
Als sie seine Stimme hört der dann
Behauptet er hätte nur Homer zitiert
Was Doralice ihm aber nicht glaubt
Sie schwelgen dann in Erinnerungen
An Italien die dicke Engländerin in
Den Uffizien die zwei Kneifer trug
Einen hinter dem anderen dabei
Welch humorvoll schönes Bild hier
Und Hans erinnert sich und auch
An den heißesten Sitz den sie dann
In Erinnerung noch übertreffen will
Lachend erinnert sich Hans wie er
Darauf ein Gesicht wie Giottos
Verzweiflung in der Kirche machte
Beim Rückweg bleiben sie sitzen
An der geschützten Stelle der Bucht
Erwarten sie den Sonnenuntergang
Der Geheimrat kam vorbei und war
Von Ferne nur an der Glut seiner
Zigarette in geringer Höhe erkennbar
Er plauderte nett beruhigende Dinge
Nordostwind verhinderte das Fischen
Hans blieb bei Doralice diesmal
Er liest ihr die weiter näht aus dem
Homer vor wobei sie bald einschläft
Worauf er sie liebevoll zu Bett bringt
Ihre Nächte waren aber unruhig
Dann hörte sie Hans der wieder raus
Ans Meer ging um es zu studieren
Auch er war schlaflos unruhig war
Doralice sicher was sie heiß freute
Die feine Beobachtung der inneren
Spannungen der Gräfin und ihre dabei
Aufmerksame Beschreibung waren in
Diesem Kapitel das zentrale Thema
Die Suche nach Entspannung wie
Beruhigung ihrer immer Angst treibt
Diese eigentlich völlig nervöse Frau
Was Keyserling brillant beschreibt
jens tuengerthal 18.9.26
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