Freitag, 18. September 2026

Lektürentagebuch 17.9.26

Lektürentagebuch 17.9.26

Über Haus und Malerwerkstatt von
Giovanni Santi schreibt in seiner
Biographie Raffael kenntnisreich der
Restaurator Antonio Forcellino 

Welch geistiger Hintergrund damals
Die Malerei veränderte und wie dieser
In der berühmtesten Malerwerkstatt 
Von Urbino wirkte wird dabei deutlich

Im Geist der Renaissance geht es
Um die Nachahmung der Natur in
Ihrer ganzen Komplexität was die
Bildsprache auch völlig veränderte

Eine seit tausend Jahren schon
Starre Bildsprache änderte sich
Die mystisch spirituelle Betrachtung
Der Welt wandelte sich plötzlich

Es ging nicht um religiöse Wirkung 
Allein sondern um Ästhetik und die
Entsprechende Abbildung der Natur
Die ähnlich statt symbolisch wurde

Mit dem Humanismus wurde die 
Antike und ihre alten Mythen in Geschichten wiederentdeckt wie
Proportionen und Perspektive dazu

Dabei haben die Flamen mit der
Öl Malerei Techniken entwickelt die
Farben und Schatten intensiver noch
Machten also möglichst authentisch

Dagegen versuchten die Florentiner
Den Raum zu kontrollieren den sie 
Mit der Linearperspektive ganz streng
Mathematisch geometrisch erfassten 

Um das Jahr 1470 kreuzten sich die
Wege in Urbino wo die Hauptvertreter
Der italienischen und der flämischen
Malerei zusammenkamen bei dem

Feingeistigen Herzog der dort etwa 
Pietro Della Francesca mit seiner
Klaren Zeichnung und der perfekten
Perspektive durch Geometrie auf

Rogier van der Weyden und Jan van 
Eyck treffen ließ mit ihren Ölfarben 
Giovanni Santi lernte dort von beiden 
Arbeitete für beide Seiten dabei

Genau erklärt Forcellino hier wie
Bisher Farben gemischt und auch
Glatte Untergründe hergestellt wurden
Hier wird der Restaurator lesbar

Erläutert spannend welche Details
Zu einer Vermischung der beiden
Techniken in Urbino führten dabei
Wurden Öl und Tempera kombiniert

Giovanni Santi verwandte die Technik
Der Flamen aber blieb mit seinen 
Exakten Zeichnungen auch noch der
Italienischen Tradition weiter treu

Zu seinen feinen Zeichnungen war
Mal eine Ausstellung im Städel und
Es finden sich dort 23 Zeichnungen
In der graphischen Sammlung 

Diese zeigen deutlich Elemente der
Italienischen Renaissance bei teils
Noch sehr ikonographische Motiven 
Zeigen die Verbindung der Wege

Santi war bemüht stets einen auch
Perspektivischen Raum zu schaffen
Was seinen intellektuellen Zugang
Zur Malerei deutlich uns zeigt

Andererseits zeigen florale Details
Nach streng botanischen Kriterien
Wie vollendet nuancierte Himmel
Die Übernahme flämischer Technik

Dabei zeigt er dennoch das was die 
Malerei der italienischen Renaissance
Ausmacht die Erhabenheit noch des 
Menschen die ihm eine Würde gab 

So war Santi als Künstler voll auf der
Höhe der Zeit und nahm Einflüsse 
Verschiedener Schulen in sich auf
Auch wenn vieles langsam ging

Eine Malerwerkstatt hätte damals
Eher einer Fabrik als einem Atelier
Geähnelt die Vorbereitung aller dazu
Nötigen Materialien stand im Zentrum

Dort wo Farben hergestellt und die
Untergründe der Bilder geschaffen
Wurden verbrachte der kleine Raffael
Die ersten zehn Jahre seines Lebens

Santi hatte als erfolgreicher Künstler
Am Hof auch höchste Ämter in der
Stadt Urbino inne wie etwa das des
Prior der Stadt 1487 und bekam

Weitere ehrenvolle Aufträge etwa in 
Mantua Isabella d’Este und auch
Ludovico Gonzaga zu porträtieren 
Erkrankte und starb jedoch 1494

Raffael Santi war also elf Jahre beim
Tod seines Vaters jedoch auf einem
Guten Weg dank der bisher schon
So glücklichen Umstände für ihn


Hell sind die Septembertage bei 
Eduard von Keyserling beschrieben
Alles war am Strand in Bewegung
Die Wolken oben Netze und Röcke 

Der Fischerfrauen unten wie die
Wellen die starker Wind nun an den
Strand trieb wie die Halme auf der
Düne im Brausen zitterten dort

Geheimrat von Knospelius erzählt
Hans mit dem er gemeinsam dort
Spaziert dass er seinen Abschied
Genommen hätte wie der ja wisse

Der Wind fülle seine Tage genug 
Mit dem Kampf gegen ihn aus 
Während Hans sich über den Wind
Ärgert der das Meer ständig verändert

Hans erklärt er sei vom Meer völlig
Besessen das er nicht zu fassen 
Bekomme worauf der Geheimrat
Nur so so murmelte und ihn ansah

Eine Besessenheit sei ja bequem
Die käme einfach ob er wolle oder
Nicht so wie früher sein Büro in 
Das er ging ob er wollte oder nicht

Sie reden noch über Doralice die nun
Kleider für Fischerkinder näht dann
Verabschieden sich die beiden und
Doralice saß da und nähte was so

Aussah wie beruhigt als sei alles in
Ordnung nur hielt sie es nicht lange
Dabei aus das Säumen machte ihre
Finger nervös bald warf sie es weg

Sie reden dann wieder aneinander
Wunderbar beschrieben vorbei was
Doralice wütend macht die auf eine
Aussprache sehnlichst noch wartet 

Mit ihren inneren Zuständen und
Zweifeln beschäftigen sich nun die
Nächsten Seiten die dabei eine
Entsprechung in Hans noch sucht

Der aber sprach wenn er sprach
Vom Meer und seiner Darstellung
Sie hoffte auf die große Aussprache
Er bleibt nur gerecht und billig für sie

Nervös versucht Doralice rauchend
Zu lesen aber wirft beides bald weg
Und läuft zum Meer hofft auf eine
Begegnung und arbeitet in Gedanken

An der großen Rechtfertigung noch
Als sie seine Stimme hört der dann
Behauptet er hätte nur Homer zitiert 
Was Doralice ihm aber nicht glaubt

Sie schwelgen dann in Erinnerungen
An Italien die dicke Engländerin in 
Den Uffizien die zwei Kneifer trug 
Einen hinter dem anderen dabei

Welch humorvoll schönes Bild hier
Und Hans erinnert sich und auch
An den heißesten Sitz den sie dann
In Erinnerung noch übertreffen will

Lachend erinnert sich Hans wie er
Darauf ein Gesicht wie Giottos
Verzweiflung in der Kirche machte 
Beim Rückweg bleiben sie sitzen

An der geschützten Stelle der Bucht 
Erwarten sie den Sonnenuntergang
Der Geheimrat kam vorbei und war
Von Ferne nur an der Glut seiner

Zigarette in geringer Höhe erkennbar
Er plauderte nett beruhigende Dinge 
Nordostwind verhinderte das Fischen
Hans blieb bei Doralice diesmal

Er liest ihr die weiter näht aus dem
Homer vor wobei sie bald einschläft
Worauf er sie liebevoll zu Bett bringt
Ihre Nächte waren aber unruhig

Dann hörte sie Hans der wieder raus
Ans Meer ging um es zu studieren
Auch er war schlaflos unruhig war
Doralice sicher was sie heiß freute

Die feine Beobachtung der inneren
Spannungen der Gräfin und ihre dabei
Aufmerksame Beschreibung waren in
Diesem Kapitel das zentrale Thema 

Die Suche nach Entspannung wie
Beruhigung ihrer immer Angst treibt
Diese eigentlich völlig nervöse Frau
Was Keyserling brillant beschreibt

jens tuengerthal 18.9.26

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen