Sonntag, 13. September 2026

Lektürentagebuch 13.9.26

Lektürentagebuch 13.9.26

Das zehnte Kapitel von Wellen des
Eduard von Keyserling beginnt im
Strandwächterhäuschen von dem aus
Geheimrat Knospelius mit seinem

Opernglas bewaffnet die Gesellschaft
Beobachtet die sonst nur bunte
Pünktchen dort waren und dabei
Kommentiert was er dort sieht

Er tut dies mit Spitzen seinem
Diener Klaus gegenüber die Generalin 
Scheint ihm wie ein großes Schiff das
Unter vollen Segeln fährt in ihrem

Wehenden weißen Mousselinkleid
Neben ihr die gute Bork unauffällig 
Eine bescheidene Schaluppe und
Beschreibt was die Familie aus dem

Bullenkrug sonst so macht wie sich
Weidig vor dem Fenster von Doralice
Herumdrückte wo auch der Baron das
Gespräch mit der Gräfin noch suchte

Fein seziert der Geheimrat hier das
Verhalten und die Beziehungen auch
Zueinander untereinander wie dabei
Durcheinander was spannend ist

Doralice im Matrosenkleid mit dem
Traurigen englischen Roman noch
In ihrer Hand erscheint plötzlich
Schön wie immer und ihr Mann

Der Maler Hans Grill spielt weiterhin
Den Grandseigneur der Liebe was
Dem Geheimrat riskant erscheint
Er entschließt sich aber dann doch

Lieber selbst zum Strand zu gehen
Der Leutnant der vorher mit seiner
Verlobten munter plauderte stürzt
Sogleich auf Doralice zu und lässt

Seine Verlobte Lolo dafür los worauf
Der Geheimrat noch kurz mit seinem
Diener Klaus darüber spricht ob wir
Nun alle Sünder sind was der Diener

Fast salomonisch beantwortet mit den 
Worten die einen glauben es dafür
Die anderen nicht daraufhin ging er
Begrüßte die Badegäste alle an dem

Heute grauen Tag erst die Generalin 
Dann Hilmar und Doralice benahm
Sich wie der Hausherr des Meeres 
Der alle Gäste begrüßen musste

Dann auch Hans Grill der noch bei 
Den Fischern stand heute wollte aber
Doralice nicht mit raus es war ihr zu
Grau worauf der Geheimrat darum bat 

Doch mitgenommen zu werden ihm
Wäre die Farbe gleich seine Seele 
Passe zu jedem Meer die andere
Gruppe rief Hilmar weil Nini ihr Bad

Beendet hatte aber Lolo schickte ihn
Mit den Worten du willst segeln also
Bleib nur zurück während Doralice
Zu den Birken hinaufstieg und sich

Zu ihren Füßen legte ins Heidekraut
Dort wohin Hilmar ihr bald folgte 
Nachdem Hans und der Geheimrat
Mit den Fischern hinausfuhren

Der Leutnant setzt sich zu ihr und
Beide beginnen zu plaudern und
Rauchen eine Zigarette zusammen
Doralice sagt zu Hilmar es sei nicht

Leicht mit ihr zu plaudern weil sie alle
Fäden hinter sich abriss könne er nur
Über das Wetter plaudern oder ihr
Eine Liebeserklärung machen

Dann fragte sie ihn was die anderen
Von ihr sagen würden und er meinte
Nichts was sollten sie sagen sie
Sprechen nicht mehr davon lieber

Sie sei also eine die gestorben sei
Die vergessen wird fragt ihn ob er
Den Friedhof am Meer kennt mit
Den halb freigelegten Leichen dort

Wo in Sturmnächten das Meer die
Leichen abhole wie sie am Tod nur 
Die Einsamkeit fürchte sie könne nicht
Alleinsein während ihr Tränen kamen 

Worauf Hilmar sich neben sie legt und
Retten will und seine Lippen auf ihre
Hand presst worauf sie diese ihm
Nach einem Moment wieder entzieht 

Sie schickt ihn nach Hause und geht
Selbst weil Hans sie erwartete der
Schon ungeduldig auf sie gewartet
Darauf erzählt sie dass Baron Hamm 

Dort gewesen wäre und sie dort noch
Miteinander plauderten auf seine nun
Frage was sagte sie nur nichts aber 
Überlegt einen Moment es zu sagen

Doch Hans ist damit zufrieden denn 
Nichts zu sagen verstünden diese 
Leute wie Taubenbraten mit wenig 
Fleisch und viel Farce dabei worauf

Doralice gereizt erwidert belehrend
Wären sie zumindest nicht worauf
Hans ganz abgeklärt beruhigen will
Seine Frau über Agnes stichelt

Die sein Essen bewachen würde 
Was sie bei ihr nie täte sie plaudern
Noch ein wenig belanglos dann geht
Hans müde Mittagsschlaf machen

Doralice rückt ihren Sessel vor das
Fenster und schaut in den Regen
Denkt die ganze aussichtslose
Alltäglichkeit sei doch einfach traurig

Eine Verschwendung hatte Hilmar
Ihr Alleinsein genannt Hans fürchtete 
Dies nicht er war ihrer sicher ging 
Einfach schlafen und ließ sie allein

Er war sicher ein ganzes Leben mit ihr 
Vor sich zu haben was für sie völlig
Eintönig klang im Takt des Regens
Der in die schicksalsvolle Stimme

Des Meeres hinein plauderte während
Sie über Hilmars Worte nachdenkt wie 
Seltsam stark das Leben doch war
Wenn fremdes Begehren an ihr zog

So hatte sie bei Hans auf dem 
Schloss auch empfunden als er
Noch nicht so abgeklärt war und
Über sie kam wie ein Sturm

Da war er ein unwahrscheinliches
Köstliches Wagnis für sie nun kam
Wieder so etwas ganz nah und sie 
Konnte es aber nicht wollen

Nun zieht sie entschlossen eines 
Der Kleider an die der Graf ihr 
Nachgesandt hatte das blaue Kleid
Aus Seide mit alter Stickerei noch

Das müsste doch auf Hans wirken
Dachte sie und irrte sich dabei der
Nur die Erinnerungen fürchtete mit
Denen diese Kleid noch voll war 

Dann nimmt er Doralice mit zum
Meer statt sie im Kleid zu lieben 
Der Ehemann und Idiot aber das
Ist der Gang aller Beziehungen

Er erklärt ihr seine Gründe und sie 
Fühlt sich verkannt und damit nicht
Begehrt sie entfernen sich weiter
Obwohl sie mehr Nähe suchen

Nun wechselt es in den Bullenkrug
Wo die Stimmung auch gedrückt ist
Die Generalin meint sie gingen alle
Umher wie die Eisbären im Käfig

Weil dies gefährlich sei ließ sie nun
Alle Lampen entzünden nur keine 
Dämmerung damit fange es an und
Dann viel und gutes Essen

Die Generalin legte mit Bork eine
Patience Hilmar und Lolo spielten
Gezwungen von ihr Pikett was für
Nervöse Liebe gerade ideal sei

Wedig und Nini streiten sich beim
Damespiel als der Baron kommt
Bittet seine Frau ihn ins Nebenzimmer
Das Gespräch dauert ziemlich lange

Danach sieht die Baronin verheult aus
Der Baron bittet Hilmar auf ein Wort
Dieser gehorchte während die 
Generalin die Augenbrauen hochzog

Wozu diese Konferenzen gut sein
Wisse sie nicht zur Gemütlichkeit
Tragen sie nicht bei worauf ihre 
Tochter die Baronin meint sie sei 

Ungemütlich und prosaisch das
Habe sie eben schon gehört sie
Sei der Gendarm den jeder braucht
Dafür aber auch keiner mag

Die Generalin und Fräulein Bork
Beurteilen das natürlich völlig
Unterschiedlich worauf dann die
Generalin meint kurz und scharf

Sei besser als lang und sauer
Die nervöse Lolo geht auf die
Terrasse wo der Wind an ihrem
Kleid nun zerrt dann hört sie die Tür 

Sie ruft Hilmar zu sich raus ob ihr
Vater ihm ihrettwegen Vorwürfe
Gemacht hätte meint dieser er 
Hätte Recht alle haben Recht

Wenn sie um seinetwegen leide
Sei er ein gemeiner Hund er durfte
Nicht kommen sie müsse sicher und 
Glücklich sein aber Lolo reagiert

Darauf ganz sanft sie könnten beide
Nichts dafür es gäbe manches in der
Welt was stärker als sie beide sei
Sie habe nun ganz viel verstanden

Früher hätte sie geglaubt lieben sei 
Hand in Hand sitzen und sich lange 
Briefe zu schreiben aber jetzt wisse
Sie Liebe sei ganz furchtbar groß 

Da müssten sie auch ganz große 
Sachen machen und darum auch
Daran wie dafür leiden viele litten
Sie habe kennen Schicksalsmund

Sie würden es schon schaffen 
Versucht sie ihn aufzumuntern 
Dann rufen die anderen sie hinein
Er könnte das jetzt nicht meint

Darauf Hilmar küsst sie auf die Augen
Und verschwindet im Dunkel während
Nini Wedig und Ernestine aus der
Küchentür sich schleichen

Sie wollen die Gräfin sehen aber
Müssen sich erst noch gedulden
Erst kam der Geheimrat dann noch
Hilmar erst dann trauten sie sich

Aus ihrem Versteck heraus sahen 
Doralice im Sessel und Hans der
Einen Brief schrieb sie schaute mit
Offenen Augen verträumt vor sich hin

Es sah aus meinte Nini als sie Lolo
Später im Bett ihre Erlebnisse noch
Erzählte es hätte ausgesehen als ob 
Es müde mache so schön zu sein

Feierlich antwortet Lolo darauf aus 
Ihrem Bett sehr weise es sei eine
Furchtbare Verantwortung so schön
Zu sein und damit zu leben

jens tuengerthal 13.9.26

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