Donnerstag, 24. September 2026

Lektürentagebuch 24.9.26

Lektürentagebuch 24.9.26

Mal wieder literarisch auf Reisen geht 
Es los mit Johann Gottfried Seume 
Auf seinem Spaziergang nach 
Syrakus im Jahre 1802 hier in der 

Ausgabe der Anderen Bibliothek aus
Dem Jahr 1985 der 3. Band der Reihe
Die inzwischen bei Aufbau landete
Aber schon über 400 Bände nun hat

Er fährt mit dem Schiff von Venedig
Nach Padua bei stürmischen Wetter
Aber die Wege sollen noch schlechter 
Sein aufgrund des ständigen Regens 

Dies berichtet Seume aus Bologna
Ab Padua wurde das Wetter dann
Leidlich die Unterredung im Schiff
War bunt und kraus wie die Leute

In Padua besucht er den heiligen
Antonius in der Kathedrale und wird
Von drei Cicerones bedrängt und
Geführt aber keiner von denen

Kannte das Monument des Livius 
Das er schließlich im Stadthaus fand
Der nichts als Andenken verkündet 
Das prächtigere sah er leider nicht

Dabei versucht er sich auf Latein
Zu verständigen und findet auch
Einen mit Buch der dessen mächtig
Gutes über Livius lateinisch erzählte

Ausführlich erklärt Seume nun warum
Er Livius als kritischen Historiker so
Schätzt der leider unterdrückt wurde 
Es heute vermutlich auch würde

So hat er von Livius gelernt Spartakus
Als einen der genialsten Feldherrn zu
Sehen was die Cäsaren wie auch die
Heutigen Herrscher lieber verbargen

Das sind ganz diskret eingebaut über
Einen Römischen Historiker geradezu 
Revolutionäre Worte die Seume so
Spannend immer wieder machen

Von Padua ging er nach Rovigo was 
So arm war dass er im noch besten 
Wirtshaus nur Wein kein Brot bekam
Auf sein Bitten nur schlechte Polenta 

Vor Rovigo setzte er über die Etsch
Ins dann Cisalpinische wurde lange
Vom kaiserlichen Beamten noch dabei
Aufgehalten der ihn noch warnte

Vor dem Franzosen der dann aber
Sehr freundlich und rasch war nur
Kurz auf seinen Pass schaute dann
Ihm eine gute Reise wünschte

Rovigo war dann die erste richtig
Italienische Stadt für ihn der Rest
War vorher so nordisch noch aber
Er musste keinen Pass mehr zeigen 

Vor seinem Fenster in Rovigo stand
Der große Freiheitsbaum mit der 
Mütze obenauf nach französischem 
Muster und im Café war Gewimmel

Das kühne Wesen dort und die Art
Wie Franzosen und Italiener dabei
Miteinander ungezwungen umgingen
Gefiel ihm sogleich auch sehr gut

Das Wasser hatte überall großen 
Schaden angerichtet und er ließ sich
Weil die Wege und Straßen so übel
Waren auf dem Po hinauf rudern 

Von Ponte di Lagoscuro wanderte er
Am nächsten Morgen im Regen nach
Ferrara das ihm sehr gefiel es fehlten 
Nur Menschen gab Soldaten dafür

Die Bibliothek sei sehr ansehnlich 
Ganz durch private Gelder ohne
Einen Fürsten geschaffen worden
Dort ist auch das Grab des Ariost

Es gibt Briefe von Tasso wie eine
Originale Handschrift von Ariost
Diese Bibliothek beschäme mit
Ihrer Ordnung die meisten die er sah

Das Wetter war fürchterlich aber das
Essen ganz hervorragend mit allem 
Er fand einen Wagen der ihn mitnahm
Er zahlte gut und fuhr aber schlecht

Teilweise mussten sie zu Fuß gehen
Weil der Wagen bis zur Achse im
Schlamm versank und die Pferde
Fielen danach erschöpft einfach um

Von den Abenteuern dieser Fahrt
Wie der Angst der anderen vor den 
Gespenstern erzählt Seume mit viel
Humor bis zum vorläufigen Ziel

Am Mittag des nächsten Tages dann 
Erreichen sie endlich Bologna wo
Nach dem Pass gefragt wurde aber
Alles sehr gut diesmal ablief

Bologna wäre exemplarisch Unrein 
Es grenze schon an Schweinerei
Wäre wohl die schmutzigste aller
Italienischen Städte und hielte sich

Für mindestens so groß wie Rom was 
Zwar Unsinn sei aber er fand es doch 
Ziemlich ansehnlich ausgedehnt dort 
Sieht er das Schild Republica Italia

Vor dem Nationaltheater gewarnt 
Ging er in das kleine Theater mit
Namen Da Ruffi und fand es ganz
Allerliebst es ging viel um Freiheit

Danach fand eine Tombola statt die 
Ihn eher langweilte auch wenn alle
Mit Feuereifer dabei waren was er
Nicht wirklich begreifen konnte 

Sein Cicerone war sehr gebildet
Referierte mit viel Wissen und dabei
Fließend über Gemälde und Gemäuer 
Verstand nur seine Abreise nicht

So hielt er ihn wahlweise für einen
Teufel oder Banausen wenn er nicht
Mindestens 14 Tage bliebe was ihn
Nicht hinderte weiter zu wandern

Am 17. September besucht das
Ehepaar Heinrich und Christine 
Gondela das Heidelberger Schloss
Was sie erst auf Umwegen erreichen

Es ist dies Auf der Reise ins Paradies
Einem weiteren Band aus der guten
Anderen Bibliothek des Bremer Paars 
Das leider bald sein Ziel erreicht

Schauerliche Ruinen und himmlische
Landschaft stehen gegeneinander wie 
Licht und Schatten dabei findet er
Ganz gerührt von diesem Anblick

Tief unter ihnen lag Heidelberg sie
Sahen die Menschen in den Gassen
Im engen Tale eilte der grüne Fluss
Sie sahen die prächtige Brücke darin 

Dieses Paradies von Deutschland wie
Gondela schreibt sei der kultivierteste
Wie bewohnteste Teil des Vaterlandes
Die Vogesen stehen am Horizont

Versunken und selig lagen sie dort
Stundenlang sich einig am schönsten
Punkt der letzten und einer der wohl
Schönsten dieser Reise zu sein

Vor zwölf Jahren waren sie schon auf
Hochzeitsreise dort gewesen und es
Schien ihnen als wäre es gestern erst
Gewesen sind sie romantisch gerührt 

Um 11 Uhr vom Schlossberg zurück
Frühstücken sie bei Gatterers und
Reden über die baldige Badische 
Occupation die dort gutgeheißen wird

Bei Tisch im Hecht wurde von den 
Anwesenden der Gegenstand auch
Verhandelt dort waren aber auch viele
Anhänger der Wittelsbacher noch

Am Nachmittag wollten sie wieder mit
Gatterers einen Spaziergang zum
Bierhelderhof machen und wanderten
Über Rohrbach wo sie durch den

Kleinen englischen Garten des
Kurfürsten von Pfalz-Bayern gingen
Der heute Teil der Thorax Klinik ist
Von da ab ging es steil bergauf

Ein Weg mit herrlichen Buchen die 
Seine Lieblingsbäume wären dabei
Mussten sie ihren Freunden noch
Beim steilen Weg hinauf helfen

Aber der Weg wurde durch den Hof
Reichlich belohnt der bis heute noch
Herrlich in schönsten Wiesen liegt
Wo sie sich ihren Tee bereiteten

Mitten im schönsten Picknick bei
Tee und Kuchen kam dann ein
Stier angestürmt den dann aber in
Letzter Minute der Wirt Vertrieb

Sie blieben bis die Sonne unterging 
Fanden dann mühsam den Weg
Steil wieder zum Neckar hinunter
Gingen ins Haus der Gatterer noch

Wie gut kenne ich all diese Orte selbst
Mit wem war ich nicht alles dort am
Romantisch schönen Hof in Wiesen 
Denke ich mild nun an Heidelberg

jens tuengerthal 24.9.26

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