Sonntag, 13. September 2026

Bedeckt

Bedeckt

Eben schrieb eine liebe Freundin 
Grüße vom Rhein bei Regen und
Ich schickte grau bedeckte Grüße
Aus dem kühlen Berlin was früher
Als frühherbstliches Genörgel auf
Dem Niveau des Sauerländers klang 
Ist heute Ausdruck der Erleichterung
Weil die Natur bekommt wessen sie 
Dringender bedarf als nur den eitel
Sonnenschein der alles verbrennt
Regen und Kühle wurden ein Segen
Nach zu heißen trockenen Sommern
Liebte den Herbst ja immer mehr
Als Frühling und Sommer auch
Weil ich ein Kind des Herbstes bin
Es meinem Wohlfühlgefühl eher
Entspricht lesend drinnen zu sein
Lieber in einer dunklen Höhle lebte
Als unter dem Dach oben zu heiß
Halte mich als Flaneur gerne noch
Bedeckt und bleibe im Hintergrund
Statt im strahlenden Licht zu stehen
Massen auf Liegewiesen sind mir 
Eher suspekt als ich je Teil davon
Während der heimische Tee in der
Bibliothek am Kamin genossen
Dem Lebensgefühl entspricht
Das vollkommen menschlich mir 
Scheint zu allen Zeiten lieber
Der Dichter hier immer schon 
Ein Höhlenmensch war der
Sich gerne dort nah kommt
Lesend Momente teilt statt
Sich nur berieseln zu lassen 
So ist bedecktes Wetter meinem
Wesen entsprechend schön 
Tage des Rückzug Feiertage 
Im Herbst beginnt damit die
Schönste Zeit im Jahr und der
Rest ist eher verzichtbar weil
Zuviel was Leben gut macht
In dieser Zeit mit fehlte nun
Kommt wenn es bedeckt ist
Die Cordhosenzeit wieder 
Was die Nähe zarter Rippen
Freudig uns verkündet und
Unter den Kapuzen der Hoodies
Blühen Träume herbstlich schön 
Was immer schöner mir scheint

jens tuengerthal 13.8.26

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