Bedeckt
Eben schrieb eine liebe Freundin
Grüße vom Rhein bei Regen und
Ich schickte grau bedeckte Grüße
Aus dem kühlen Berlin was früher
Als frühherbstliches Genörgel auf
Dem Niveau des Sauerländers klang
Ist heute Ausdruck der Erleichterung
Weil die Natur bekommt wessen sie
Dringender bedarf als nur den eitel
Sonnenschein der alles verbrennt
Regen und Kühle wurden ein Segen
Nach zu heißen trockenen Sommern
Liebte den Herbst ja immer mehr
Als Frühling und Sommer auch
Weil ich ein Kind des Herbstes bin
Es meinem Wohlfühlgefühl eher
Entspricht lesend drinnen zu sein
Lieber in einer dunklen Höhle lebte
Als unter dem Dach oben zu heiß
Halte mich als Flaneur gerne noch
Bedeckt und bleibe im Hintergrund
Statt im strahlenden Licht zu stehen
Massen auf Liegewiesen sind mir
Eher suspekt als ich je Teil davon
Während der heimische Tee in der
Bibliothek am Kamin genossen
Dem Lebensgefühl entspricht
Das vollkommen menschlich mir
Scheint zu allen Zeiten lieber
Der Dichter hier immer schon
Ein Höhlenmensch war der
Sich gerne dort nah kommt
Lesend Momente teilt statt
Sich nur berieseln zu lassen
So ist bedecktes Wetter meinem
Wesen entsprechend schön
Tage des Rückzug Feiertage
Im Herbst beginnt damit die
Schönste Zeit im Jahr und der
Rest ist eher verzichtbar weil
Zuviel was Leben gut macht
In dieser Zeit mit fehlte nun
Kommt wenn es bedeckt ist
Die Cordhosenzeit wieder
Was die Nähe zarter Rippen
Freudig uns verkündet und
Unter den Kapuzen der Hoodies
Blühen Träume herbstlich schön
Was immer schöner mir scheint
jens tuengerthal 13.8.26
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