Mittwoch, 23. September 2026

Lektürentagebuch 23.9.26

Lektürentagebuch 23.9.26

Schon in der Nacht mit Buddenbrooks
Den Thomas Mann Tag begonnen 
Nach dem ich ihn sah und über ihn las 
Den Meister zu lesen ist wunderbar

In diesem Kapitel ging es um Tony 
Wie ihren Wunsch nach Scheidung
Von Herrn Permaneder aus München
Was humorvoll schön beschrieben

Ihr Bruder Tom wehrt sich erst sehr
Gegen ihren Wunsch und auch der
Anwalt gibt keine Auskunft die hier
Hoffnung auf Scheidungsgründe gibt 

Das heute zum Glück weggefallene
Erfordernisse eines Grundes zur
Scheidung war schon eine Frechheit
Die vom patriarchalen Staat zeugte 

Doch Tony lässt sich davon nicht 
Abschrecken und bemüht sich weiter
Bis ihr Bruder endlich an Permaneder
Schreibt der sehr konziliant reagiert

Er wäre mit der Scheidung wegen
Zerrüttung einverstanden und könne 
Die Mitgift anstandslos zurückzahlen
Womit keiner mehr gerechnet hatte 

Die Scheidung wurde rechtskräftig
Tony trug es dann mit Freude ins 
Familienbuch ein und am Ende wird
Sogar das schlimme Wort verraten 

Ob dies normaler etwas grober
Bayerischer Umgangston war oder 
Der Aufregung wert sei hier lieber
Dahingestellt aus Respekt vor Tony 

In bayerischer Mundart die ich mir 
Hier lieber erspare hatte Permaneder 
Tony geraten zum Teufel zu gehen als 
Für ihn dreckiges Sauluder dreckiges

Inwieweit eine solche Verfluchung
Auf dem gerade Oktoberfest eher
Normaler Umgangston ist kann ich
Mangels je Besuch nie beurteilen

Was immer wann einen Skandal wert
Sein mag hat es zumindest Tony so
Nachhaltig verletzt dass Flucht nun
Die einzige und letzte Chance war

All dies ist wieder sehr humorvoll
Mit der typischen ironischen Distanz
Beschrieben die Thomas Mann so
Spielerisch genial beherrschte

Bedenken wir dabei noch dass Mann 
Die Geschichte seiner Familie mit
Einem Augenzwinkern erzählt hat
Viele reale Personen darin abbildete

Wird der Humor des längst selbst in
München da heimischen Autors noch
Deutlicher der liebevoll spottet wie
Starke komische Figuren erschuf


Das nächste Kapitel im Zauberberg
Ist Mynheer Peeperkorn (Schluss)
Überschrieben was in anbetracht des
Endes deutlichen Humor zeigt der

Auch vom tragischen Tod der
Am Ende frei gewählt war noch mit
Ironie ernsthaft zu erzählen weiß ohne
Dabei ins Lächerliche zu rutschen

Es beginnt mit dem Ausflug zum
Wasserfall im Wonnemonat Mai 
Wie ihn einfältige Lieder aus dem
Flachland bis heute gerne nennen 

Die Gruppe von sieben Personen
Hatte die letzten Wochen noch unter 
Der Abwesenheit ihres Oberhauptes
Seiner malignen Tropenmitgift wegen

Sehr gelitten dem das Fieber wie
Milz und Leber zu schaffen machten 
Auch der Magen war geschwächt es
Bestand die Gefahr einer Entkräftung

All dies deutete Hofrat Behrens den
Nahestehenden der Patienten wohl
An der nun aber den Ausflug wollte 
Gerade vom Fieber wieder genesen 

Herrlich ironisch beschreibt Mann hier
Das Hans an dieser Unterbrechung
Der Treffen mit Clawdia nicht zu sehr 
Litt es vielmehr Spannung vermied

Außer Hans Castorp und Peeperkorn
Mit Clawdia Chauchat sollen noch die
Herren Ferge Wehsal Settembrini und
Naphta dazu eingeladen werden 

So wurden für drei Uhr zwei Landauer
Bestellt zusätzlich nahm noch der 
Malaiische Diener Peeperkorns teil
Der einen Picknickkorb mit Wein trug

Ferge fährt im ersten Landauer mit
Peeperkorn dem Diener und Clawdia 
Was der Dame ein Lächeln entlockt
Das Wehsal gleich zum Thema macht

Dazu weist Hans ihn gleich zurecht 
Frauen lächelten aus vielen teils völlig
Unerfindlichen Gründen es sei nutzlos
Sich darüber Gedanken zu machen

Beide geraten in einen Dialog über
Die Verliebtheit in Clawdia bei dem
Wehsal namensgemäß auch ziemlich
Jämmerlich erscheint dem Tode nah

Gerne stürbe er in ihren Armen meint
Der leidende Schwärmer dazu denn 
Leben sei Verlangen es sei Folter
Von der er nicht loskomme bis sie

Gestillt wird um keinen Preis wer es
Hat der lerne Leiden um das Fleisch
Das er nicht hat und doch will er sie
Nur liebkosen und jammert dazu 

Sobald die Begier nach dem Fleisch
Mit einem Angesicht verbunden ist
Würden wir sie Liebe nennen meint 
Der arme Wehsal zu Hans Castorp

Spricht große Worte von Liebe und
Hans fragt ihn wie ihm denn sei mit
Leicht mokantem ironischen Ton die
Lächerlichkeit der Liebe offenbarend

Daraufhin labert Wehsal von ihrer
Seele die er liebe und die nichts 
Von seiner mehr wissen wolle und
Was er alles für sie falls tun wolle

Nun ermahnt Hans ihn dass der 
Kutscher alles hören könne er still
Sein solle er sähe es dem Rücken
Des Kutschers an dass er lauschte

Worauf Wehsal wieder zu jammern
Beginnt von seinen Träumen die er
Jede Nacht von ihr hätte und was für 
Träume das auch noch wären 

Aber immer endete es damit dass 
Sie ihn ohrfeigte oder anspuckte
Voller Ekel sich abwand von ihm
Dann erwache er voller Scham

Nun rät Hans Wehsal den Mund zu
Halten bis sie zum Gewürzkrämer
Kommen wo Settembrini und Naphta
Zu ihnen in den Wagen steigen sollen

Wehsal macht darauf geltend es sei
Ein Menschenbedürfnis zu reden 
Wenn einem das Herz so voll sei
Worauf Hans gelassen erwidert 

Es sei sogar ein Menschenrecht
Reden zu dürfen aber die Vernunft
Lehre nicht immer jedes Recht auch
Gebrauchen zu müssen

In aller Stille erreichten sie nun das
Haus des Gewürzkrämers wo sie
Schon von Naphta und Settembrini 
Auf ihre Art gekleidet erwartet wurden

Naphta stieg zu Clawdia Peeperkorn
Ferge und dem Diener der wohl auf 
Dem Bock dann Platz nahm während
Settembrini zu Hans und Wehsal kam 

Bestens gelaunt begann der Italiener
Sogleich zu reden und nahm ganz
Gelassen im Fonds den Platz ein
Den Wehsal für ihn räumte

Freue mich schon aufs weiterlesen
Lasse es an dieser Stelle gut sein
Sich am schönen noch zu freuen
Es länger würdigen zu können 


Herrlich beginnt Thomas Mann das 
Kapitel der Neujahrstag mit einer
Ansprache an den Hörerkreis der
Ungeduldig den Höhepunkt erwartet 

Noch dazu einer Geschichte die da
Biblisch schon uralt und bekannt ist
Um die Mann bisher schon kunstvoll
Vieles menschliches uns erzählte

All dies wieder im biblischen Ton
Der nun den Festtag beschreibt der
Nur alle 1420 Jahre auf den echten
Neujahrstag auch trifft also flexibel

Nach dem göttlichen Kalender der
Ein anderes Maß hat als der irdische
Sich immer wieder weiter verschiebt 
Was Mann humorvoll beschreibt

Warum dann die echte Nilschwemme
Nicht zur gefeierten passt aber da der
Göttliche Kalender göttlich ist und was
Tatsächlich ist nur Natur ist egal bleibt

Auch die Vorbereitungen des großen
Festes an dem die Bauern endlich
Zum Fressen in den Tempel kommen
Amun zu verehren werden gezeigt

Das große Besäufnis des Volksfestes 
Was nach Einzug des Pharao 
Beginnt gleicht also wohl heutigen
Wird zum großen Gegröle der Masse

Dies beschreibt im biblischen Ton
Hier gewohnt distanziert Mann mit
Viel Witz und Gespür für Volksfeste
Die heute auch nicht anders verlaufen

Ob es Freibier ist oder andere genug
Berauschende Getränke denen die
Feiernde Masse gerne zuspricht und
Glaubt ab nun würde alles gut werden

Auch wenn sie sich real dann weiter
Noch quälen das ganze Jahr für die 
Kleine Oberschicht um einen Tag
Zu feiern als gäbe es kein morgen 

All das und ganz am Rande nur den
Protagonisten Joseph der nun auf
Den erneuten Absturz zusteuert wird
Von Mann hier fein beschrieben

Doch Josephs Schuld daran die wie 
Beim ersten Absturz in den Brunnen
In den ihn seine Brüder stießen ist
Thema und wird kritisch geprüft

Die Liebe von Mut ist auch seine
Schuld und er hat nicht genug getan
Den weiteren Verlauf zu verhindern
Wie wir in der Bibel lesen können

Im gleichen Tonfall wie diese nur
Eben ironisch wie gebrochen mit
Dem Witz des großen Erzählers
Der den Aberglauben verspottet

Thomas Mann macht sich auf
Eine so feine und höfliche Art 
Über den wahren Glauben lustig
Dass es eine immer Freude ist

Er macht dies nicht überheblich
Nutzt sogar die Sprache der Bibel
Seiner Erzählung von Joseph den
Angemessenen Ausdruck zu geben

Dies aber wiederum so humorvoll
Menschlich mit einem Zwinkern
Dass wer noch nicht Atheist war
Es nach der Lektüre lachend wird 

Doch auch dabei noch so höflich
Dezent dass keiner sich ans Bein
Gepinkelt fühlen muss von der
Geschichte aus ganz ferner Welt

Mann lesen und immer wieder dabei
Auch in kurzen Abschnitten noch
Freudig zu schmunzeln ist eine Form
Von literarischen Delikatessen

jens tuengerthal 23.9.26




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen