Donnerstag, 10. September 2026

Lektürentagebuch 9.9.26

Lektürentagebuch 9.9.26

Die letzten beiden Kapitel der großen 
Traumnovelle von Arthur Schnitzler 
Gelesen und fasziniert geblieben 
Bis zum letzten Satz dieser genialen

Komposition zwischen Lust und Liebe
Die zwischen beiden schwankt um
Sich an das eine oder andere dabei
Phasenweise völlig zu verlieren

Wie wirklich sind die Träume die
Manche gerne deuten um so eine
Wahrheit zu erfahren die dennoch
Immer Erfindung eines Lügners bleibt

Nach der wilden Nacht nahezu ohne
Schlaf wird Fridolin von seinem
Dienstmädchen um sieben geweckt
Steht auf und geht zum Dienst

Wie bis heute Ärzte noch 36 Stunden 
Dienst am Stück haben was keinen 
Empört oder besorgt geht es auch
Für Fridolin einfach nur weiter 

Lange betrachtet er seine schlafende 
Tochter und kurz nur seine Frau ist
Sich immer noch sicher sie nun wohl
Verlassen zu müssen nach allem

Weil sie träumte ihn zu betrügen 
Wie seiner Erhängung tatenlos in
Den Armen eines anderen zuzusehen
Schien ihm sein Tun gerechtfertigt 

Er erlebt den Alltag eines Arztes noch
Zwischen Spital und seiner Praxis
Findet wieder Freude auch an der 
Wissenschaft dabei und erzählt dies

Der Familie beim Mittagessen auch
Macht sich dann auch auf die Suche
Nach der Frau der Nacht und fährt
Mit dem Wagen zur Stichstraße

An der er abgebogen und den Hügel
Hinunter gefahren war und folgt der
Straße bis zur Villa ohne zu wissen
Was er nun tun soll läutet er dort

Ein Diener kommt heraus und gibt ihm
Einen Umschlag mit einem Brief dabei
Wortlos in dem steht zweite Mahnung
Er fragt sich ob eine Dritte kommt 

Besucht nun die junge Dame deren 
Vater vergangene Nacht gestorben
Trifft den Verlobten noch im Flur bleibt
Mit ihr allein dabei völlig distanziert

Macht sich auf die Suche nach dem
Jüdischen Freund und Pianisten der
Wie er im Hotel erfährt noch in der
Nacht mit zwei Herren kam die ihn 

Mit allem Gepäck begleiteten der
Alles für die Abreise bezahlte also
Verschwunden worden war von der
Grauen Macht im Hintergrund 

Beschließt aus Rache an den 
Träumen seiner Frau nun die junge
Hure aufzusuchen und dieser was 
Gute zu essen dafür zu bringen 

Diese war aber im Krankenhaus
Was ansteckendes wohl er war
Dem letzte Nacht eher zufällig nur 
Entkommen dachte er dabei

Dafür bot eine Kollegin an die ihn 
Im offenen Bademantel betören wollte
Sie sei auch ganz gesund es der
Kranken dorthin halt zu bringen

Im Kaffeehaus las er vom Unglück der
Als Baronin D abgestiegenen Dame
Die sich angeblich mit Morphin aus
Dem Leben zu bringen versuchte 

Er fühlte sicher sie konnte ja musste
Wohl seine gesuchte Geliebte 
Der schlaflosen Nacht gewesen sein 
Wollte sie unbedingt wiederfinden 

Fuhr genaueres zu erfahren ob sie
Die fragliche Person war nun die
Fraglichen Hotels alle ab erfuhr 
Dass sie in Begleitung von zwei 

Herren kam die sie abholen wollten 
Auf deren Veranlassung die Tür dann
Gesprengt und die Frau im Bett ohne
Bewusstsein gefunden worden war

Es gäbe wohl noch eine polizeiliche 
Untersuchung der Umstände ihres
Todes damit war sie wohl in der
Rechtsmedizin noch zu finden

Fährt mitten in der Nacht dorthin
Trifft dort noch einen Kollegen der
Am Forschen ist da ungestört geht
Zu den nackten Leichen im Saal

Findet eine ganz hinten noch auf
Einem Tisch die es gewesen sein
Könnte mit etwas älteren Brüsten
Ist sich nicht ganz sicher dabei

Nimmt ihre Hand und hält sie bis
Der Freund und Kollege ihn fragt
Was wäre geht dann ohne klare
Auskunft ob sie die Leiche war

Fährt am Ende nach Hause und
Entkleidet sich wieder um die
Gleiche Zeit also gegen vier noch
In seiner Praxis und geht zu Bett

Als er Albertine nah kommt fährt
Er erschrocken von einem Schatten 
Neben ihr wieder zurück es ist die
Larve die er irgendwo wohl verlor

Fragt sich was sie wohl gedacht und
Beschließt ihr alles zu gestehen die
Auch geduldig nun zuhört danach nur
Dem Schicksal dankbar sein möchte

So heil davon gekommen zu sein
Dem wirklichen und dem geträumten
Birgt seinen Kopf an ihrer Brust und
Sie schlafen bis sieben noch etwas

So siegt am Ende die Liebe über die
Macht des Schicksals wie auch realer 
Und geträumter Verführung dabei und
Die Traumnovelle endet ganz heiter

jens tuengerthal 10.9.26

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