Lektürentagebuch 2.9.26
Vom Sommerlicht schwärmt im
5. Kapitel Eduard von Keyserling
Was alles gleißend strahlend hell
Erleuchtet keine Dunkelheit duldet
Hans Grill sitzt mit Doralice in der
Düne und versucht das Meer zu
Malen ist aber unzufrieden mit sich
Die beiden sticheln sich etwas dabei
Hans malt vor seinem inneren Auge
Für sie das Bild einer gemeinsamen
Zukunft sie füllte ein Haus in einem
Vorort von München er käme dann
Am Abend aus seinem Atelier in der
Stadt in das von ihr erfüllte Haus
Sie erwidert und was solle sie sich
Den ganzen Tag ohne ihn langweilen
Er malt das Künstlerideal von den
Freien Menschen die miteinander
Leben und frei zusammenkommen
Sie sagt sie fürchtet Menschen
Sie meint die kenne sie schon und
Die erinnerten sie immer an Frauen
In Reformkleidern Hans ist aufgeregt
Meint sie wolle ihn nicht verstehen
Weil sie ihre Gesellschaft verlassen
Habe meine sie es gäbe keine
Guten Menschen mehr was Hochmut
Sei ob sie sich auch seiner schäme
Nein erwidert sie er sei gut nur seine
Frau Grill wollte sie nicht kennen
Die sei ihr nicht sehr sympathisch
Worauf er meint dass müsse sie aber
Wenn sie ihn wolle müsse sie auch
Frau Grill wollen er trete für sie ein
Aber so sei das immer sie redeten
Und redeten aber verstünden sich nie
Sie liegt ganz ruhig vor ihm und nur
Das Zucken der schmalen zu roten
Lippen verriet ihre dabei Erregung
Hans ging aufgeregt schwimmen
Er fragt sich dabei warum er immer
Fürchten muss sie zu verlieren wenn
Er sie am festesten hielt entglitt sie
Ihm wieder und blieb immer fern
In diesem Moment stellte sich der
Geheimrat von Knospelius ihm vor
Mit habe die Ehre in seinem gelben
Badetrikot in den Wellen sitzend
Erzählt von heißen Tagen und ob der
Baron nächstens mit seinem künftigen
Schwiegersohn käme nett sei es hier
Nur mehr Geselligkeit wünschte er
Er und seine Frau seien nicht gesellig
Was der Geheimrat in Flitterwochen
Natürlich versteht er aber bräuchte
Geselligkeit als alternder Junggeselle
Hans meint die meisten suchten hier
Die Einsamkeit worauf Knospelius
Erwidert es seien die heitersten
Gesellschaften genau jene deren
Mitglieder die Einsamkeit suchen
Doch er musste nun raus sein Klaus
Erwartete ihn mit dem Handtuch
Daraufhin schwamm Hans weit raus
Das Bad hatte ihm gut getan er war
Nun völlig entspannt aber als er die
Düne hinauflief hörte er beide lachen
Der Geheimrat saß auf Hans Stuhl
Knospelius meinte zu Hans das sei
Eine Symphonie in blond wie dort
Seine Frau in gelb mit blondem Haar
Im Sand noch wie hingegossen läge
Darauf verabschiedet er sich höflich
Erzählt zum Abschied einen Witz
Über eine nicht standesgemäße Ehe
Und verabschiedet sich höflich
Sie liegen erst schweigend dann
Fragt Doralice Hans warum er so
Unfreundlich zu dem Kleinen wäre
Was will der von uns fragt Hans sie
Nichts er will sich mit uns unterhalten
Meint Doralice daraufhin ob Hans
Etwa eifersüchtig auf ihn wäre er sei
Doch nur eine groteske Nippfigur
Hans leugnet jede Eifersucht so etwas
Gäbe es unter freien Menschen nicht
Für eine Liebe die er bewachen muss
Danke er aber diese kleine Exzellenz
Sei ein Stück der Vergangenheit ihrer
Gesellschaft die sich wieder an sie
Herandränge um zwischen ihnen zu
Stehen was Doralice müde leugnet
Sie solle sie alle lassen meint Hans
Drückt sie mit zorniger Leidenschaft
Die gingen sie doch alle nichts mehr
An worauf sie meint o ja sie ließen sie
Beim abendlichen Spaziergang dann
Das nächste Missverständnis als er
Fragt warum sie nicht spreche meint
Sie die Luft sei so sorgevoll gerade
Sie hätten keine Sorgen entschied
Hans darauf mit Nachdruck für sie
Was sie bestätigt ergänzt um die
Sorge er würde nun noch sagen
Freie Menschen hätten keine Sorgen
Und wenn fragt Hans gleich darauf
Stellt sie fest es sei heute kein
Glücklicher Sprechtag immer Streit
Hans meint darauf was in ihnen sei
Müsse heraus das gäbe Vertrauen
Das sei zu umständlich meint sie
Verweist auf ein Liebespaar vor ihnen
Sie versuchten sie zu imitieren und
Ganz im Takt miteinander zu sein
Nach einem Moment bleibt Hans
Stehen der die Stille nicht erträgt
Wenn sie so still neben ihm laufe
Glaube er sie denke schlecht von ihm
Was Doralice schade findet sie hätte
Sich fast wie das Mädchen gefühlt
Nichtstun und den Mond einfach
Angähnen fand sie herrlich aber
Hans sagte nein und wollte lieber
Etwas tun und unternehmen denn
Tun und tun sei was ihnen fehle
Dabei ist das Innehalten doch viel
Wichtiger beieinander anzukommen
Auch Doralice wollte nur nichts tun
Selten verstehen kleine Geister die
Größe des Nichts was im völligen
Liegt das nichts mehr wollen muss
Jenseits aller Ziele Sein lässt
Als sie ankamen war keine Lampe
Im Zimmer an das voller Mondschein
Auf dem Fußboden lagen duftende
Rote Rosen und Doralice ist selig
Die kleine Doro hätte all die Rosen
Ihr durch das Fenster geworfen das
Gute Kind und Hans packt sie von
Hinten um die Taille und hebt sie
Aus diesem Rosentraum heraus
Leise und grimmig sagte er nun
Kämen sie durch alle Fenster
Sie solle sie lieber einfach lassen
Doralice lehnt darauf ihren Kopf
An seine Schulter und meint mutlos
Ach ja nimm mich fort von hier aus
Ihren schlaffen Armen fielen Rosen
Welch wunderbare Bilder zwischen
Licht und Dunkelheit der Liebe die
Sich durch den Tag am Meer ziehen
Wie wenig Hoffnung bleibt dort nur
jens tuengerthal 2.9.26
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