Donnerstag, 3. September 2026

Lektürentagebuch 2.9.26

Lektürentagebuch 2.9.26

Vom Sommerlicht schwärmt im
5. Kapitel Eduard von Keyserling 
Was alles gleißend strahlend hell
Erleuchtet keine Dunkelheit duldet 

Hans Grill sitzt mit Doralice in der
Düne und versucht das Meer zu
Malen ist aber unzufrieden mit sich
Die beiden sticheln sich etwas dabei

Hans malt vor seinem inneren Auge
Für sie das Bild einer gemeinsamen
Zukunft sie füllte ein Haus in einem
Vorort von München er käme dann

Am Abend aus seinem Atelier in der
Stadt in das von ihr erfüllte Haus
Sie erwidert und was solle sie sich
Den ganzen Tag ohne ihn langweilen 

Er malt das Künstlerideal von den 
Freien Menschen die miteinander
Leben und frei zusammenkommen
Sie sagt sie fürchtet Menschen

Sie meint die kenne sie schon und
Die erinnerten sie immer an Frauen
In Reformkleidern Hans ist aufgeregt
Meint sie wolle ihn nicht verstehen

Weil sie ihre Gesellschaft verlassen
Habe meine sie es gäbe keine
Guten Menschen mehr was Hochmut 
Sei ob sie sich auch seiner schäme

Nein erwidert sie er sei gut nur seine
Frau Grill wollte sie nicht kennen
Die sei ihr nicht sehr sympathisch 
Worauf er meint dass müsse sie aber 

Wenn sie ihn wolle müsse sie auch
Frau Grill wollen er trete für sie ein
Aber so sei das immer sie redeten
Und redeten aber verstünden sich nie 

Sie liegt ganz ruhig vor ihm und nur 
Das Zucken der schmalen zu roten 
Lippen verriet ihre dabei Erregung
Hans ging aufgeregt schwimmen 

Er fragt sich dabei warum er immer
Fürchten muss sie zu verlieren wenn
Er sie am festesten hielt entglitt sie
Ihm wieder und blieb immer fern 

In diesem Moment stellte sich der
Geheimrat von Knospelius ihm vor 
Mit habe die Ehre in seinem gelben 
Badetrikot in den Wellen sitzend

Erzählt von heißen Tagen und ob der
Baron nächstens mit seinem künftigen 
Schwiegersohn käme nett sei es hier 
Nur mehr Geselligkeit wünschte er

Er und seine Frau seien nicht gesellig
Was der Geheimrat in Flitterwochen
Natürlich versteht er aber bräuchte
Geselligkeit als alternder Junggeselle

Hans meint die meisten suchten hier
Die Einsamkeit worauf Knospelius 
Erwidert es seien die heitersten 
Gesellschaften genau jene deren 

Mitglieder die Einsamkeit suchen
Doch er musste nun raus sein Klaus
Erwartete ihn mit dem Handtuch
Daraufhin schwamm Hans weit raus

Das Bad hatte ihm gut getan er war
Nun völlig entspannt aber als er die
Düne hinauflief hörte er beide lachen 
Der Geheimrat saß auf Hans Stuhl

Knospelius meinte zu Hans das sei
Eine Symphonie in blond wie dort
Seine Frau in gelb mit blondem Haar
Im Sand noch wie hingegossen läge

Darauf verabschiedet er sich höflich
Erzählt zum Abschied einen Witz
Über eine nicht standesgemäße Ehe 
Und verabschiedet sich höflich

Sie liegen erst schweigend dann
Fragt Doralice Hans warum er so
Unfreundlich zu dem Kleinen wäre
Was will der von uns fragt Hans sie 

Nichts er will sich mit uns unterhalten 
Meint Doralice daraufhin ob Hans
Etwa eifersüchtig auf ihn wäre er sei
Doch nur eine groteske Nippfigur

Hans leugnet jede Eifersucht so etwas
Gäbe es unter freien Menschen nicht
Für eine Liebe die er bewachen muss
Danke er aber diese kleine Exzellenz

Sei ein Stück der Vergangenheit ihrer
Gesellschaft die sich wieder an sie 
Herandränge um zwischen ihnen zu
Stehen was Doralice müde leugnet

Sie solle sie alle lassen meint Hans
Drückt sie mit zorniger Leidenschaft
Die gingen sie doch alle nichts mehr 
An worauf sie meint o ja sie ließen sie

Beim abendlichen Spaziergang dann
Das nächste Missverständnis als er
Fragt warum sie nicht spreche meint
Sie die Luft sei so sorgevoll gerade

Sie hätten keine Sorgen entschied
Hans darauf mit Nachdruck für sie
Was sie bestätigt ergänzt um die
Sorge er würde nun noch sagen

Freie Menschen hätten keine Sorgen
Und wenn fragt Hans gleich darauf 
Stellt sie fest es sei heute kein
Glücklicher Sprechtag immer Streit

Hans meint darauf was in ihnen sei 
Müsse heraus das gäbe Vertrauen
Das sei zu umständlich meint sie
Verweist auf ein Liebespaar vor ihnen

Sie versuchten sie zu imitieren und
Ganz im Takt miteinander zu sein
Nach einem Moment bleibt Hans
Stehen der die Stille nicht erträgt 

Wenn sie so still neben ihm laufe
Glaube er sie denke schlecht von ihm
Was Doralice schade findet sie hätte
Sich fast wie das Mädchen gefühlt

Nichtstun und den Mond einfach
Angähnen fand sie herrlich aber
Hans sagte nein und wollte lieber 
Etwas tun und unternehmen denn 

Tun und tun sei was ihnen fehle
Dabei ist das Innehalten doch viel
Wichtiger beieinander anzukommen
Auch Doralice wollte nur nichts tun

Selten verstehen kleine Geister die
Größe des Nichts was im völligen
Liegt das nichts mehr wollen muss
Jenseits aller Ziele Sein lässt

Als sie ankamen war keine Lampe
Im Zimmer an das voller Mondschein
Auf dem Fußboden lagen duftende
Rote Rosen und Doralice ist selig 

Die kleine Doro hätte all die Rosen 
Ihr durch das Fenster geworfen das
Gute Kind und Hans packt sie von 
Hinten um die Taille und hebt sie

Aus diesem Rosentraum heraus
Leise und grimmig sagte er nun
Kämen sie durch alle Fenster 
Sie solle sie lieber einfach lassen 

Doralice lehnt darauf ihren Kopf
An seine Schulter und meint mutlos
Ach ja nimm mich fort von hier aus
Ihren schlaffen Armen fielen Rosen

Welch wunderbare Bilder zwischen
Licht und Dunkelheit der Liebe die
Sich durch den Tag am Meer ziehen
Wie wenig Hoffnung bleibt dort nur

jens tuengerthal 2.9.26

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