Donnerstag, 27. August 2026

Lektürentagebuch 27.8.26

Lektürentagebuch 27.8.26

Mit Egon Friedell weiter in seiner
Kulturgeschichte der Neuzeit über
Friedrich den Großen dabei kommt
Nun der Philosoph der er auch war

Weil Friedrich sein ganzes Leben lang
Von einem großen Leitgedanken noch
Getragen war sei er zum Helden des
Zeitalters geworden meint Friedell

Darum wären auch alle einzelnen
Handlungen im Gegensatz zu denen
Seiner gekrönten Rivalen ideenreich
Geistvoll und sinnerfüllt gewesen

Nun meint Friedell dieser bestände
In nichts anderem als Platons Idee 
Dass die Könige Philosophen und die
Philosophen Könige sein sollten

Zitiert dazu Walter Pater der meinte
Marc Aurel wäre ein so vortrefflicher
Kaiser gewesen da er der Philosophie
Platos folgte in einem Buch über Plato 

Marc Aurel war zuerst Stoiker und
Fern vieler platonischer totalitärerer
Ideen und Friedrich schätzte Epikur
Las noch zuletzt in Lukrez de rerum 

Dies erst macht den aufgeklärten
Absolutismus aus und nicht das er
Plato folgte was schlicht falsch ist
Hoffe es wird im folgenden besser

Die Definition dass Aufklärung die
Ausbreitung der Lichts bedeutet ist
Nach Kant zu kurz gegriffen und nur 
Eine Übersetzung des französischen

Im Abschnitt Genie meint Friedell der
Sich hier philosophisch dünn zeigte
Friedrich hätte sich schon allein durch
Seine Toleranz als Philosoph gezeigt

Dies sei weder Freidenkertum noch
Liberalismus so hätten die meisten
Freidenker einen unfreien Geist weil
Sie keine andere Weltsicht tolerieren

Dasselbe gilt für den üblichen
Liberalismus der liberal nur gegen
Liberale ist alle anderen Menschen
Aber wären Ketzer und Toren

Ihnen wird gegen ihren Willen die
Bessere Weltansicht aufgedrängt 
So wurde meint Friedell im Zeitalter
Friedrichs noch Aufklärung betrieben

So hätte es im 18. Jahrhundert überall
Diktatoren des Fortschritts gegeben
Welche die rückständige Menschheit
Zu ihrem Glück zwingen wollten

Als Beispiele nennt er hierfür dann
Peter den Großen Karl XII Josef II
Katharina II Kardinal Fleury und
Robespierre unter vielen anderen

So hätte der Marquis von Pompal in
Portugal ein Schreckensregiment der
Aufklärung errichtet diese Herrscher
Waren nur gewendete Finsterlinge 

Damit erhärtete sich die psychische
Tatsache dass Toleranz dem großen
Durchschnitt wesensfeindlich sei doch 
Friedrich war als Genie tolerant 

Das Genie toleriert alles weil es alles
Davon latent in sich trägt weiß sich 
Allen anzupassen weil es eigene
Schöpferische Phantasie besitzt

Er übte echte Toleranz die darin 
Besteht jede fremde Individualität 
Anzuerkennen tolerierte daher auch
Die Reaktion war sogar als Oberhaupt

Der deutschen Protestanten noch
Toleranter gegen die Jesuiten und
Duldsamer als der Kaiser der Klöster Schloss ließ er sogar abgebrannte

Katholische Kirchen wieder aufbauen
Obwohl er voreingenommen war mit
Abneigung gegen die Kirche hatte er
Verständnis für andere Anschauungen

Friedrich konnte sich allen praktischen
Bedingungen anpassen war zäh und
Konservativ in der Theorie aber sehr
Beweglich in der Anwendung dafür

Genial war auch seine hemmungslose
Aufrichtigkeit eine auf dem Thron fast
Unmöglich scheinende Eigenschaft
Auch im Verhältnis zur Wahrheit

Zeigte sich dies deutlich er konnte 
Als Politiker die ganze Welt hinters
Licht führen und wollte darin alle seine
Gegner noch übertreffen und dennoch

War er im Zeitalter hohler Lügen einer
Der ehrlichsten Menschen die lebten
Unwahrheit war für ihn quasi nur die
Fachsprache in seinem Beruf

Bei dem was ihm ernst und wichtig
War zeigte er Wahrheitsliebe und
Unbarmherzige Selbstkritik warum er
In der Erinnerung vieler so gut ist

So erklärte dieser geniale Feldherr
Der einzige Ruhm der diesen wert sei
Wäre der des Schriftstellers wie er auf
Feldzügen noch an Versen feilte

Gegenüber Literaten von Rang
Sah er sich als Schüler der von
Ihrer Kunst profitieren konnte aber
Die Jagd als Sport verabscheute

Selbst seine Erlasse waren glänzende
Bonmots etwa den Kirchenräuber frei
Sprach der meinte die Jungfrau hätte 
Ihm das Silber persönlich geschenkt 

Aber für alle Zukunft verbat von der
Heiligen Jungfrau Geschenke noch 
Anzunehmen oder die Untersuchung
Zu einem Offizier der mit seiner Stute

Sodomie getrieben haben soll mit
Den Worten beendete das Schwein
Sei zur Infanterie zu versetzen was
Auch für seine Knabenstreiche gilt

Dabei war er nie bösartig sondern
Von unverwüstlicher Kindlichkeit
Wie ein künstlerischer Spieltrieb
Der alles und nichts ernst nimmt

Hierin wie in so vielem noch war 
Friedrich Voltaire sehr ähnlich
Ihre sonderbare Freundschaft
Ist eines der geistreichsten Kapitel

Der Geschichte des 18. Jahrhunderts 
In ihrer Korrespondenz nachzulesen
Französischer Pfeffer und preußisch
Salz waren aufeinander angewiesen

Sie hoben sich gegenseitig waren 
Eine scharf beißende Mischung die
Jeden Philister zu bitteren Tränen
Immer wieder reizen auch konnte 

Verwickelt paradox und doch so
Klar und durchsichtig nennt Friedell 
Den Charakter Friedrichs an dem
Es für demokratische Historiker

Nichts mehr zu entlarven gibt der
Sich in seiner Selbstkritik sogar
Schlechter machte als er war dessen
Motiv Ehrgeiz war wie er zugibt

Ein König der aus psychologischer
Neugier in den Krieg zieht wie aus 
Theaterleidenschaft und dem Wunsch
Selbst in die Zeitung zu kommen

Der dies im Brief an Jordan von 1740
Auch ganz offen eingesteht mit einem
Freimut und einer bizarren Koketterie
Die naive Glanzsucht echtes Rokoko 

Friedrich war kein ernster Mensch
Also nicht in der Realität gefangen
Unernst dagegen ist der geistige der
Sein Leben von oben betrachtet

Er nimmt sein Leben mal mit Humor
Dann wieder tragisch aber nie ernst
Der humoristische und der tragische
Aspekt haben dieselbe Wurzel

Es sind zwei polare und darum auch
Komplementäre Formen des gleichen
Weltgefühls dazu gehört auch das
Nicht ernst nehmen des Daseins 

Tragik wie Humor fußen auf der tiefen
Überzeugung von der Nichtigkeit der
Welt und ihrer Vanität warum Friedrich
Wahrhaft tragisch und ironisch ist

Am Ende seines Lebens als dann 
Alter Fritz wird er wie alle Großen
Goethe Kant Ibsen Tolstoi Rembrandt
Michelangelo unwirklich gespenstisch

Transzendent wie transparent schon
Zur Hälfte Bürger einer anderen Welt
Er wird einsam und will neben seinen 
Windspielen begraben werden

Ein Wunsch den ihm erst spät
Helmut Kohl dann erfüllte auch
Wenn Friedrich zweifellos Fehler
Hatte jubelte das Zeitalter ihm zu

Friedell nennt ihn den zugleich
Stärksten menschlichsten weisesten
Närrischsten von allen war zugleich
Caesar und Don Quijote Hamlet

Wie Fortinbras in einer Person
Begeisterte ganz Europa das
Sich an seiner Vielfalt freute 
Alle auf ihre ganz eigene Art

Das sehr subjektive Bild Friedells 
Ist im philosophischen bisher dünn
Ein wenig einseitig aber dennoch
Von einer tiefen Klarsicht dabei

Die Schlamperei mit Plato passt
So wenig zu Friedrich wie hier 
Den Lukrez nicht zu nennen der
Das atheistische Genie zeigt

Andererseits ist der romantische 
Geniegedanke zur Beschreibung
Des aufgeklärten Absolutismus
Des Freimaurers Friedrich amüsant

jens tuengerthal 27.8.26

Überlebenszeit

Überlebenszeit

In Zeiten wie diesen noch weiter
Leben zu wollen scheint immer
Absurder braucht es doch dringend
Weniger Menschen und wird was 
Noch bleibt immer mehr zur Qual
Die sich auch noch rechnen soll
Damit es sich für alle lohnt aber
Auch der Tod hat seinen Preis
Wird niemandem leichtgemacht
Aus verlogen christlicher Moral
Die das unselbstbestimmte Leben
Nach dem Aberglauben hoch hält 
Was real immer weniger lohnt
Längst sind wir zu viele und
Jeder weniger ist eine Erleichterung
Was natürlich keiner sagt weil wir
Vermeintlich Empathie haben
Zumindest noch hoffen dass
Wer auch an uns denkt dabei
Statt frei zu entscheiden
Solange wir es noch können
Machen wir pflichtbewusst weiter
Bis irgendwann nichts mehr geht
Gründe zu wollen gibt es keine
Weiter zu ertragen noch weniger
Darum werden wir ständig mit
Idiotischen Aufgaben beschäftigt 
Damit keiner merkt wie wenig
Noch bleibt was lohnen könnte
Aber zum Glück wissen wir ja
Alles Sein ist endlich

jens tuengerthal 27.8.26

Bücherhöhlenmensch

Bücherhöhlenmensch

Manche träumen von einer großen
Terrasse oder einem Garten um sich
Dort stundenlang zu beschäftigen 
Begrünen mit Liebe ihren Balkon
Gehen lieber raus als rein wo ihnen
Ohne Beschäftigung langweilig wird
Fand Gartenarbeit schon immer lästig 
Bin lieber drinnen als draußen statt
Action habe ich lieber meine Ruhe
Ungestört in Büchern zu versinken 
Scheint Ruhe in der Bücherhöhle mir 
Viel reizvoller als die meisten sonst
Begegnungen mit den üblichen
Langweilern ohne geistige Tiefe 
Bin ein Bücherhöhlenmensch
Dort vollkommen zufrieden
Gelegentlicher Besuch einer 
Geliebten kann nett sein sofern
Nicht zu lange und zu dumm
Tiefe emotionale Beziehungen
Verursachen nur Stress der vom
Genüsslichen Lesen ablenkt ohne
Dafür Gewinn an Erkenntnis je
Zu bringen dafür Ruhe zu rauben 
Der Bücherhöhlenmensch bleibt
Gerne für sich und muss nicht
Irgendwohin noch jemals reisen 
Die Welt steht ja in Büchern um mich
Lieber erkunde ich sie lesend als
Noch irgendwohin zu müssen
Die Ökobilanz ist jungfräulich
Lebten alle so ging es uns besser
Wir lebten in stiller Lesewelt
Vermehrten uns weniger um
Dafür mehr unsere Ruhe zu haben
Dem Bücherhöhlenmenschen
Sollte die Zukunft gehören 
In einer friedlichen Welt

jens tuengerthal 27.8.26

Mittwoch, 26. August 2026

Liebeslohn

Liebeslohn 

Lohnt die Liebe je
Außer als Prostitution
An der einige gut verdienen
Wie manche in der Ehe 
Wenn das noch Liebe ist
Die dauerhaft Sicherheit
Dafür einigen beschert 
Ansonsten aber geht es
Eher um ein Gefühl
Was sich nicht rechnen muss
Die danach fragen haben
Haben Liebe nie verstanden
Die bedingungslos gut will
Was Lohn genug wäre
Ohne nachzurechnen
Ginge es nicht auch
Immer um Macht
Mit der manche mehr
Andere weniger spielen
Wer sich durchsetzen will 
Liebt nicht mehr sondern
Steht im Kampf der Geschlechter
Meist auf verlorenem Posten 
Hat mit Liebe nichts zu tun
Aber nichts lohnt mehr als
In eine Liebe zu investieren
Außer wir wollen Gewinn 
Dann lassen wir es besser
Es lohnt nicht dass Wort Liebe 
Für Kämpfe zu nutzen wie
Materielle Interessen noch 
Weiter Liebe zu nennen
Aber wer nichts mehr will 
Niemanden mehr braucht
Keine materiellen Interessen 
Mit viel Gefühl verfolgt wie 
Ohne Erwartungen bleibt
Für die kann es sich lohnen
Ganz auf Gefühle zu setzen 
Was vermutlich sehr selten 
Für ganz wenige nur gilt
Ansonsten lohnt Liebe auch
Als Erfahrung die stärkt wie
Flexibilität lernen lässt was
Über sonst Krankheiten zur
Aufmunterung gesagt wird 
Um eine Erfahrung reicher
Ist jedenfalls wer überlebt
Ob sich das gelohnt hat
Verbietet die Liebe zu fragen
Was am Ende alles klärt 

jens tuengerthal 26.8.26

Lektürentagebuch 26.8.26

Lektürentagebuch 26.8.26

Weiter ging der große Zauber auf dem
Dach des Frauenhauses wo fast nackt
Die dunkelhäutige Tabubu das große 
Rituelle Opfer der Liebe nun vollzieht

Unter großen Beschwörungen wird 
Muts und Josephs Haar symbolisch
Wie real in der Flamme verschmolzen 
Die Liebe zur Vereinigung zu zwingen

Darauf wird noch der gefesselte Hund 
Geopfert und sie wühlen in dessen 
Eingeweiden den Zauber zu wecken
Dabei stinkt es ganz gruselig dazu 

Magischer Hokuspokus der die Liebe
Zumindest den Körper zwingen will
Aber nur eine tote Seele berührt sie
Wird lustvoll kalte Lippen küssen

Dies wird Mut bewusst und sie klagt
Über die niedrige Zuflucht aus dem
Afrikanischen Busch die sie wählte 
Weil ihr Herz unter Zwang steht 

So endet das Kapitel über das Ritual
Was Tabubu für sie veranstaltete dem
Ein Hund geopfert wurde mit einer 
Schluchzenden Mut dabei im Arm

Der Kebse Meh der Nebenfrau die
Sie vom Dach hinunter führt völlig
Erschüttert von der Erkenntnis dass
Kein Zauber echte Gefühle weckt


Wieder in die Wellen getaucht von 
Eduard von Keyserling und damit
Zum Erwachen des Morgens auf
Die kurische Nehrung gekommen

Joralice erwacht sehr früh noch vor
Der Morgendämmerung und  die 
Frühere Gräfin Köhne-Jasky liegt 
Wach und denkt an ihr Leben

Wie der Graf sie gewählt hatte um
Sie dann zur Comtesse zu erziehen
Ihr seine Erwartungen zu unterstellen
Die ihr immer weniger Raum ließen 

Als der Graf seine Stelle am Hof in
Dresden verlor aufgrund einer Intrige
Wie er immer wieder betonte ging es
Auf das Schloss auf dem Land zurück 

Der Graf war viel älter als sie und
Sagte ihr was sie wollen sollte und
Unterstelle ihr seinen Willen dem nicht
Ganz zu genügen er sich entschuldigt

Die perfide indirekte Art des Adels 
Der durch indirekte Erwartung erzieht 
Mit Unterstellungen nur zum besten
Seine Mitglieder dabei erzieht

Beschreibt Keyserling der selbst als
Graf geboren den hohen elterlichen 
Erwartungen nach Wien wie später
Nach München entflohen war genial

Wir tauchen in das Schlafzimmer ein
Das sie mit dem Maler Hans Grill teilt 
Für den sie den Grafen und das gute 
Schloss auf dem Land verließ 

Dort liegt die Gräfin Doralice wach
Denkt daran wie Hans auftauchte 
Um sie zu portraitieren als ein
Günstling des alten Grafen

Natürlich verliebt sich Hans in 
Doralice und leidet an seinem
Schlechten Gewissen dem Grafen
Gegenüber will für Klarheit sorgen

Sie quälte es nicht so aber er wollte
Um der Liebe willen Klarheit schaffen
Fürchtete sie würden irgendwann von
Ihm ertappt was er vermeiden wollte

Wie gut kenne ich diesen Drang zur
Aufrichtigkeit um dem echten Gefühl
Gebührenenden Raum zu geben in
Dem es sich so schnell wieder verliert

Sie zögerte noch und dann kam der
Alte Graf ihnen zuvor verkündete ihr
Sie werde froh sein die Sitzungen
Würden endlich ein Ende haben

Das mit dem Portrait würde ja nichts
Er habe Grill nach Hause geschickt
Da plötzlich verkündet sie ihm dass 
Sie dann mit Hans gehen würde

Sehr fein beschreibt Keyserling die
Szene wie er die Uhr aus der Tasche
Zog nur Allons allons sagt mit einem
Kreideweißen Gesicht und sonst 

Die formale Haltung bewahrt sagte
Wann der Zug ginge sonst nichts
Sie hörte dabei ihr Herz schlagen und
Grill sagte dazu nur natürlich

Eine feine Beobachtung noch im
Morgengrauen lässt sie vor sich ihr
Liebesleben an sich vorbei ziehen
Das Grauen der formalen Welt

Wie gut kennen ich diese Welt auch
Die alles tut die Contenance noch
Zu wahren aber kaum noch Zugang
Zu den eigenen Gefühlen dabei hat

In vielem von vorbildlicher Korrektheit
Wissen sie sich höflich zu benehmen 
Aber verkümmern unter der Fassade
Oft emotional bis zur Depression

Wie vielen Damen von Familie bin ich 
Näher begegnet gelegentlich auch
Emotional und wie einsam fern blieb
Jede eine Gefangene dieser Welt

Sehr fein beschreibt Keyserling diese
Welt die durch indirekte Unterstellung
Viel mehr Zwang ausübt als durch
Direkt ausgesprochene Worte dabei

In der Traumnovelle Arthur Schnitzlers
Geht es auch um verborgene Welten
Fridolin und Albertine plaudern über
Geheime verborgene Sehnsüchte

Erzählen sich wie sie an andere 
Dachten und schon fast weg waren
Wenn die anderen zugegriffen hätten 
Was dann aber doch nicht geschah

Bei Albertine war es der junge
Dänische Offizier vom Nachbartisch
Für Fridolin das fünfzehnjährige junge
Mädchen am dänischen Strandhaus

Beide berichten sich von der hohen
Intensität des Absoluten das alles
Auch zwischen ihnen plötzlich hätte 
Ändern können ohne zu wissen wie

Sie wecken ein wenig Eifersucht aber
Versprechen sich es das nächste mal
Eher zu erzählen wozu auch immer
Da wird Fridolin ganz plötzlich zum

Hofrat nebenan gerufen der einen 
Herzanfall hat und sie reagiert darauf 
Fast ärgerlich und meint du willst fort 
Worauf er erwidert ich muss wohl

Eine hohe erotische Spannung des
Beinahe was sie noch um eine
Geschichte um den schönen jungen
Mann vor ihrem Fenster erweitert

Wie sie mit diesem wenn er es nur
Gewagt oder gefragt hätte alles wohl
Getan hätte er aber nur am nächsten
Tag keusch um ihre Hand anhielt 

Worauf sie ja sagte weil er es war
Worauf er noch eine eher spekulative 
Frage stellt der sie klug mit Liebe
Auszuweichen weiß so beginnt der

Traum von fremder Lust zwischen
Dem Ehepaar seinen Lauf zu nehmen 
Spürbar knistert es schon deutlich
Zwischen den Zeilen hier weiter

jens tuengerthal 26.8.26

Rückmeldung

Rückmeldung

Noch einmal meldet sich der
Sommer zurück mit morgen
Angekündigten über 32 Grad
Soll dann mit Gewittern am
Freitag seinen Abschied nehmen
Wenn es kommt wie angekündigt
Woran zu zweifeln es wenig
Gründe momentan noch gibt
Werde es möglichst ruhig
Nur beobachten um nicht
Unnötig ins schwitzen zu kommen
Weil sonst wieder alles fließt aber
Freue mich auf den Herbst
Nach einigen Tagen Spätsommer
Den sie in Nordamerika gerne
Indian Summer nennen hier
Dafür nur Altweibersommer 
Was mehr über die Fähigkeit
Zum Genuss verrät als vielen 
Bewusst ist vermute ich mal
Verfärbt ist das Laub hier schon
Von der viel zu langen Hitze 
Ertrage das Ende des Sommers
Aber freue mich auf den Herbst
Die schönste aller Jahreszeiten
Für mich als Kind des Herbst 
Die Rückmeldung des Sommers
Ignoriere ich in der Horizontalen

jens tuengerthal 26.8.26

Optimismus

Optimismus

Gut erholt nach verlängertem Urlaub
Bemüht sich der Bundeskanzler nach
Der Klausurtagung der Regierung den
So nötigen Optimismus zu verbreiten

Braucht es mehr Optimismus oder
Realismus um anstehende Probleme
Vernünftig lösen zu können fragt wer
Den verwandelten Sauerländer hört

Optimismus kommt vom lateinischen
Optimum was das Beste heißt und ist 
Eine zuversichtliche, lebensbejahende Grundhaltung bei der die Zukunft wie

Kommende Ereignisse mit positiven 
Erwartungen betrachtet werden er
Sei gesünder als Pessimismus und
Stärke auch die eigene Gesundheit

Hat der unbeliebteste aller Kanzler
Etwa statt Urlaub ein Seminar besucht
Das zu dem Gesinnungswechsel führt
Müssen wir uns nun Sorgen machen

Entspricht es dem neuen Kurs nun
All die schlechten Dinge lieber gut zu 
Nennen damit es sich besser anfühlt 
Hat der Kanzler einen Typberater

Ist es ein bloßer Neusprech wie aus
Klassischer Science-Fiction bekannt
Oder verwandelt sich ein Mensch mit
Vernünftiger Erlebnis nun vollständig

Das Volk staunt über den nun wie
Ausgewechselten Bundeskanzler
Ist gespannt was als nächstes mit
Mit dem wechselhaften Merz kommt

Gibt es bald öffentliches meditieren 
Mit dem verwandelten Klimakanzler
Der sein Flugzeug gegen ein E-Bike
Tauscht oder wäre das zu optimistisch

Verzichte gerne aufs nörgeln wenn
Die Bundesregierung endlich auch
Konstruktive Klimapolitik betreibt 
Soll sie gerne Zucker mehr besteuern

Mehr Optimismus klingt ganz toll
Wie das mit dem Sauerländer und
Seinem Team gehen soll bleibt bisher
Rätselhafte aber es gibt ja Wunder

Zumindest glauben manche daran
Die gerne Kirchensteuer noch zahlen
Lassen wir uns überraschen denn 
Schlimmer geht doch immer

jens tuengerthal 26.8.26

Liebeslügen

Liebeslügen

Wenn die Liebste mich fragt
Wie sie aussieht werde ich
Immer sagen wunderschön
Weil ich sie liebe und gerne 
Alles tue um sie glücklich
Zu machen und wenn ich
Dabei mal lügen muss ist 
Die Liebe das immer wert
Ohnehin ist die Wahrheit
Die Erfindung eines Lügners
Warum Lügen die der Liebe
Dienen immer legitim sind
Sie verfolgen ja einen höheren 
Zweck der sie rechtfertigt und 
Relative Wahrnehmung der
Wirklichkeit ist dagegen
Verglichen völlig egal
Das gleiche gilt für mich
Wenn ich sage ich will
Über die Wirklichkeit nicht 
Streiten weil die bloße
Wahrnehmung einer nur
Relativen Wirklichkeit und 
Ihrer zufälligen Wahrnehmung
Verglichen dem Wert der Liebe
Keine Bedeutung haben damit
Gebe ich der Liebe die große 
Bedeutung die sie verdient 
Weil sie ist was wirklich zählt
Alles andere können wir
Getrost wieder vergessen
Am Ende zählt nur die Liebe
Was sie erhalten hilft war
Also gut egal was war

jens tuengerthal 25.8.26

Dienstag, 25. August 2026

Lektürentagebuch 25.8.2

Lektürentagebuch 25.8.26

In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Schreibt Egon Friedell über Bach und
Händel wie Friedrich den Großen als
Deutsche Ruhmestitel im Geisterreich

So hätte Händel auch erst im reifsten
Alter von italienischen Einfluss noch
Emanzipiert und die Kunstform der 
Fuge vokal auf den Gipfel geführt

So wie Bach es auf instrumentellen
Gebiet vollbrachte wie in seinen so
Reichen Chören etwa bei Israel der
Fast nur aus Fugen bestünde 

Zum ersten mal wurde versucht die
Masse auf die Bühne zu bringen dem
Volk eine Stimme zu geben was die
Dichtung erst im Tell und den Webern

Versucht hat gelang Bach vorher der
Die erwachende Kraft des deutschen 
Bürgertums und die tiefe Innigkeit des
Der Gottesliebe unsterblich machte 

In der monumentalen Kammerkunst
Bachs vermählen sich Schwung und
Schwere des Barock mit der Intimität
Und Introspektion des Rokoko ganz

Händel sei von den beiden derjenige
Der unproblematischer kantabler wäre
Als Psycholog dagegen war Bach viel
Mehr der Metaphysiker des Glaubens

Parallel zu Kant und Leibniz sieht
Friedell die beiden Händel als Meister
Des Makrokosmos in der Schöpfung
Während Bach kleinbürgerlich eng

Immer lebte aber ein noch größeres
Universalreich in seinem Inneren
Aufbaute wie Leibnitz und Händel 
Der Welt ihre Welt aufzwangen

Umspannten Kant und Bach in ihrer
Welt die ganze aber gemeinsam war
Bach und Händel das germanische
Tiefe Ethos das ihre Werke erfüllte 

Als riesige Doppelsonne bilden beide
Den einen Ruhmestitel Deutschlands 
Im Reich des Geistes während der
Andere Friedrich der Große war

Auf diesen kommt er im nächsten
Abschnitt unter der König zu sprechen
Zitiert dazu Carlyle der den fähigsten 
Mann im Lande finden wollte und ihn 

An die erste Stelle setzen um ihm dort
Gehorsam und Verehrung zu geben
Dann hätte das Land schon die ideale 
Regierung ein einfaches Rezept

Wie weit Deutschland davon gerade 
Entfernt ist macht eher zu traurig
Vertiefter darüber nachzudenken 
Geben wir die Hoffnung nicht auf

Zeigen uns doch die USA es könnte 
Im Sinne der Masse noch viel viel
Schrecklicher kommen wie auch der
Blick nach Russland bestätigt

Das einfache obige Rezept sei dazu 
Vortrefflich aber wie alle guten nur
Höchst selten auch befolgt dabei wäre
Es natürlich die Besten nach oben

Zu stellen die Klügsten Wissendsten
Stärksten die am weitesten voraus
Wie auch zurück schauen können 
Doch kam dies Ideal nur selten vor

Vielleicht ein Dutzend mal in der
Geschichte der Menschheit in drei
Jahrtausenden die wir überblicken 
Einer davon war Friedrich der Große 

Dies schreibt der Wiener Flaneur
Egon Friedell eben dort wo noch
Maria Theresia verehrt wird die
Friedrich eine der drei Erzhuren nennt

Die anderen waren die Pompadour
Wie Elisabeth von Russland gegen
Die er alle sieben lange Jahre noch
Krieg führte und seine Zähne verlor

So war das Jahr 1740 das Jahr des 
Regierungswechsels für Preußen
Aber auch für Russland Rom wo
Zaren und Päpste wechselten 

Einige meinten Friedrich verdanke
Den größten Teil seiner Erfolge dem
Sonderbaren Mann den er ablöste
Seinem Vater Friedrich Wilhelm I

So wurden beide mit Philipp und
Alexander verglichen was absurd
Für Friedell ist dies würde auch nur 
Von der preußischen Historiographie 

Die alle preußischen Könige Genies
Nennen wie von der sozialistischen
Die keinen unter Königen genial findet
Doch in Wirklichkeit gab der Vater

Seinem Sohn nur das Werkzeug die
Armee in die Hand gegeben das zum
Instrument der Politik wurde nur nicht
Einen philosophischen Gedanken 

Dagegen hätte Philipp das ganze 
Konzept für Alexander entworfen
Des einen Denken machte den
Anderen erst so erfolgreich

Nach Friedell war Philipp der Dichter
Von Alexanders Asienzug und dieser
Nur der gut geschriebene Held des
Stückes des Dichters Philipp

Um ein differenziertes Urteil über 
Friedrich Wilhelm bemüht nennt
Friedell ihn eine paradoxe Genrefigur 
Mit einem patriarchalen Absolutismus 

Er mischte sich in alles ein und
Bestimmte so das Leben wie ein
Landesvater der seiner Kinder ganz
Gründlich dabei missverstand

Mittelmäßig sei er nur gewesen
Seine Fehler waren unverzeihlich wie 
Sein Geiz und Hass gegen alle
Künstlerischen Bestrebungen

Seine Tugenden Ordnungsliebe Fleiß 
Bescheidenheit taten niemandem gut
Sein gut ausgerüstetes Heer war nur
Das Ergebnis einer Marotte vom ihm

Er sammelte lange Kerls wie sein 
Nachbar August der Starke Porzellan
Oder Papst Lambertini schöne Drucke 
Die Werbemethoden waren grausam

Unter ihm lernten die Preußen noch
Schneller schießen als alle das war
Das Werkzeug auf dem Friedrich II
Seine virtuose Strategie entfaltete

Friedrich war in nahezu allem das
Genaue Gegenteil des Vaters er
Verabscheute den Krieg eigentlich
Dennoch führte er ihn viele Jahre

Sogar energischer und aggressiver
Als alle anderen dabei nennt er den 
Krieg eine Geißel der Menschheit
Er war auch kein Monarchist

Dies obwohl einer der stärksten
Wie siegreichsten seines Jahrhundert
Hat alle anderen Monarchen auch
Verspottet was sonderbar klingt

Nie wollte Friedrich als Monarch
Verehrt werden lieber als Philosoph
Friedrich Wilhelm war immer fromm 
Mit orthodoxem Kirchenglauben

Friedrich dagegen verachtete alle
Religionen mit souveräner Skepsis 
Die nur eine sehr schmale Grenze
Vom Atheismus noch trennte

Werke der Kunst und Philosophie 
Stellte er über alle Taten des ganz 
Praktischen Lebens war ein Meister
Diplomatischer Falschmünzerei

Er war raffinierter Feinschmecker 
Aller höheren Lebensgenüsse dabei
Nichts weniger als gesund im Sinne
Der normalen Menschen sondern 

Eine reizbare komplizierte wie
Widerspruchsvolle Natur von sehr
Labilem inneren Gleichgewicht
Auch körperlich zart und sensibel

Wie alle Genies war er meint Friedell 
Physiologisch minderwertig zugleich
Psychopathisch dabei beherrschte
Er seine Psychose durch sein Genie

Manche meinten er habe vom Vater
Arbeitsfreude und Pflichtgefühl geerbt
Aber der Fleiß der Genies ist ein völlig 
Anderer als beim sonst Durchschnitt

Die schlichten Menschen erledigten 
Einfach ihre Arbeit wie Bienen nach
Instinkt während Genies einer fast
Manischen Hingabe magisch folgen 

Der Weg den Friedell zu Friedrich
Wie dessen Genie geht ist ein
Sehr psychologisch feiner und so
Gibt er ihm noch viel Raum folgend

Damit beschäftige ich mich bald noch
Weiter wenn ich nicht Mann Schnitzler
Keyserling lese weil es ein neuer sehr
Spannender Blick auf Friedrich ist

Ein Sonderling der sich aufgrund
Seiner Position genial entfaltete
Der sonst untergegangen wäre
In komplexen geistigen Welten lebte

Friedrich war anders als fast alle
Den meisten weit überlegen doch
Nach dem Durchschnitt betrachtet
Auf seine Art geistig behindert auch

Parallelen und Ähnlichkeiten zu sehen
Etwa zum von ihm sehr geschätzten
Lukrez auch zu Montaigne wie dem
Geist der Enzyklopädisten dazu

Es ist diese Lektüre auch wieder eine
Annäherung an Friedrich der in
Vielfältigen Biographien bei mir steht
Ein besonderes Genie seiner Zeit

jens tuengerthal 25.8.26


Wesenskonzentrat

Wesenskonzentrat 

Es gibt eine einfache Antwort auf
Fast alle gerade kritischen Fragen 
Der Menschheit und die lautet einfach
Weniger in allem auch von uns zuerst
Weil weniger weniger verbrauchen
Damit weniger verschmutzen 
Weniger der Welt damit schaden
Weniger Platz brauchen dafür 
Mehr Freiraum haben weil es
Leicht ist weniger zu werden
Wie weniger zu wollen statt
Immer mehr sich künftig lieber
Bescheiden um Wege zu finden
Wie alle auf Dauer besser leben
Weniger ist wirklich mehr und
Mehr braucht es von nichts mehr
Dafür viel weniger in allem was
Die Zukunft zu einem ruhigen
Sich unterbieten machen wird
Was allen besser tut als das
Vorige ewige Wachstum wir
Drehen den Spieß einfach um
Denkt immer daran wir leben
Nur einmal und Eigentum ist
Immer noch Diebstahl 

jens tuengerthal 25.8.26