Lebensbücher V
Lexika spielen in meinem Leben
Schon immer eine große Rolle
Wie eine heilige Quelle des Wissens
Lernte ich diese schon als Kind
Zu verehren wie zu respektieren
Was auch darin seinen Grund
Haben könnte dass meine Eltern
Ihren Brockhaus schützen wollten
Diesen hatten sie in Leder mit dem
Obligatorischen Goldschnitt vom
Bremer Großvater meiner Mutter
Zur Hochzeit noch bekommen
Damit der Junge nicht in den guten
Brockhaus krakelte wenn mich ein
Kreativer Anfall überkam wurden
Diese Bände für tabu erklärt
Wie andere ihre Bibel heilig halten
War bei uns der Brockhaus heilig
Stete Quelle der Prüfung von Thesen
Oder Behauptungen in Diskussionen
Der große Brockhaus war quasi der
Mitgliedsausweis im ehrenwerten
Club der Bildungsbürger was in der
Familie sportlich kultiviert wurde
Später selbst lesend wurde er auch
Für mich zur Quelle des Wissens
Gern spielten wir auch das große
Lexikon Spiel mit den 24 Bänden
Die Achtung vor dem heiligen Buch
Brockhaus und Lexika ist mir immer
Geblieben und so schaffte ich mir
Zu Beginn des Studiums schon
Das erste Taschenlexikon an es war
Der kleine Meyer der als besonders
Zuverlässig galt und im Antiquariat
In Heidelberg günstig gerade war
Später kamen noch zahlreiche dazu
Aus dem Erbe des Großvaters oder
Geschenkt von Verwandten wie ich
Das älteste meiner Lexika noch aus
Dem aufklärerischen 18. Jahrhundert
Von meinem Vater kurz vor seinem
Tod noch erhielt was diesen Schatz
Natürlich besonders wertvoll macht
Beim ersten Besuch gemeinsam
Mit dem Großmeister in der rue
Cadet in Paris dem Hauptquartier
Des Grand Orient durfte ich
Beim Kamingespräch andächtig
In Diderots Enzyklopädie blättern
Über deren große Bedeutung für
Die Philosophie der Aufklärung
Philipp Blom so genial und klug
In das vernünftige Ungeheuer
Wie den Bösen Philosophen schrieb
Bücher die ich allen empfehle
Hier liegt die Basis dessen was
Heute zum Rechtsstaat wurde noch
Als mutiger Versuch im Absolutismus
Den auch die Pompadour mit rettete
Natürlich stehen hier auch die beiden
Großen Bände der Enzyklopädie aus
Der Anderen Bibliothek in denen ich
Immer wieder zu gerne lese
Enzyklopädische Versuche unser
Wissen in Buchform zu bringen
Sind alt und früher träumte ich
Alte Lexika wirklich zu sammeln
Der dafür erforderliche Platz wie
Bescheidene Möglichkeiten haben
Diesen Traum bisher ruhen lassen
Doch traumhaft finde ich es noch
Eine Enzyklopädie setzt Wissen
Gegen nur Aberglauben den die
Heiligen Schriften als bedeutend
So gerne uns verkünden wollen
Heute gibt es Wikipedia und kaum
Wer außer Narren wie ich schaut
Noch in Lexika aber ich liebe es
Wie auch meinen Brockhaus
Den rangierte mein Patenonkel
In Mecklenburg eines Tages aus
Es war die letzte gedruckte Auflage
Wiki hatte das inzwischen erledigt
Gerne gab ich dem Brockhaus Asyl
Habe nun meine Lederausgabe mit
Obligatorischem Goldschnitt und bin
Glücklich mit meinen paar Lexika
jens tuengerthal 27.2.26
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