Donnerstag, 19. Februar 2026

Lektürentagebuch 18.2.26

Lektürentagebuch 18.2.26

In der Nacht oder am Morgen was
Gegen sechs Uhr für wen auch ist
Wieder Tucholsky gelesen der als
Pazifist sich nun zeigte in 

Vorn die Ostsee hinten dafür die 
Friedrichstrasse dem Inselband
Unter dem Titel Rausch Suff und
Katzenjammer passend mahnt 

Erinnert die Deutschen 1920 daran
Wie sie sich 6 Jahre zuvor noch in
Den Ersten Weltkrieg stürzten dabei
Jubelten bis in den schnellen Tod

Vom Rausch der Presse in dem alle
Jubelten und sangen um sich so an
Den Massakern vor Verdun noch mit
Nationalem Stolz munter zu beteiligen 

Zeigt die Folgen die so viele trafen
Die nie aus dem Felde wiederkehrten
Mit Stolz und Ehre fürs Vaterland das
Es nach dem Krieg nicht mehr gab

Denkt an den besoffenen Preußen
Der in schwarz-weiß-rot bepisst von
Den Kötern im Graben lag meinte 
Es war eine große Zeit jawoll 

An diese und die toten Burschen
Wollen wir anderen uns erinnern 
Um sorgsam darauf zu achten dass
Der Rausch nie wieder kommt 

Das Gedicht für Fritzi Massary
Mir ist heut so nach Tamerlan
Über den Herzog in Kirgisien ist
Eine ironische Sprachspielerei

Wo Tamerlan hintrat wuchs kein 
Gras mehr und die Mädchen fielen
Alle mit wenn er kam in dieser für
Asien schönen Zeit was er noch

In zahlreichen Refrain wiederholt
In diesem liedhaft ironischen Gedicht 
Dessen tieferer Sinn so es einem hat 
Nicht nur ein Scherz war erst aus der

Doppelten Ironie damit deutlich wird
Wenn die vertiefte Forschung dazu
Nicht im Lachen vorher stecken bleibt 
Was dem Autor wohl nicht fremd war


Mit Olaus Magnus einige Seiten bei
Den Wundern des Nordens verweilt 
Die staunen lassen wie taktisch und
Friedlich dort die Reformation kam 

Olaus Magnus war zu dieser Zeit
Nicht in Schweden sondern auf
Abenteuerlicher Reise mit Boot
Wie teils zu Pferd nach Rom

Dort sollte er bei Papst Hadrian für
Seinen Bruder die Genehmigung
Erwirken Bischof zu werden doch
Bis er ankam war Hadrian tot

Der Nachfolger Papst Clemens VII.
War zwar der Lehrer seines Bruders
Diesem nicht abgeneigt doch war die
Ernennung eines Bischofs nicht mehr

Aktuell nachdem sich Gustav Wasa
Von deutschen Kaufleuten geworben
Der Reformation anschloss auch um
An die Kirchengüter zu kommen

Gustav war bedürftig nach Geld
Hatte hohe Schulden bei der Hanse 
In Lübeck gemacht um seinen Griff
Nach der Macht zu finanzieren 

Die Lübecker hatten also den Sieg
Gegen den dänischen Christian noch
Finanziert und waren auch reformiert
Es gab also eher pekuniäre Gründe

Geschickt überzeugte der König
Nun den Reichstag der getrennt
Verhandelte nach Ständen noch
Also Klerus Adel Bürger Bauern

Als sich schließlich der wichtigste
Katholische Bischof bei einem Besuch
In Gotland nach Danzig absetzte
Hatte die Reformation gewonnen 

Es gab noch kleine örtliche Kämpfe
Um Besitz und Glaube aber nie
Vergleichbar denen in Europa sonst
Wo bis 1648 gekämpft wurde

Denke ich an die Niederlande und
Spanien ging es über hundert Jahre
Um Land und den richtigen Glauben 
Worauf sie sich dann auch teilten

In Schweden fädelte ein König um
An die Güter der Kirche zu kommen
Wie diese ihm zu unterstellen die
Reformation als guten Deal ein

Soll doch der Aberglaube einfach
Eine Privatsache unter Erwachsenen
Sein erledigte sich das Thema rasch
Es gäbe auch keine Könige mehr 

Deren Gottesgnadentum braucht die
Götter als Begründung ihrer Macht 
Sonst würden sie einfach nur gewählt 
Was sicher zeitgemäßer auch wäre

Gustav Wasa erkannte als kluger
Stratege wann es Zeit für den 
Umbruch der Reformation war
Nutzte diese sich zu bereichern 

So wie es viele Landesfürsten in
Deutschland auch gemacht haben
Die Macht und Vermögen ausbauten
Was taktisch natürlich klug war

Wie sehr es wem bei der Reformation
Je um Glaubensfragen ging ist auch
Eine der Fragen der Kulturgeschichte
Die viele Betrachtungen ermöglicht


In seinem 6. Brief schreibt der gute
Beobachter Gilbert White an seinen
Freund Thomas Pennant Esquire über
Den Wolmer Forest der dazu gehöre

Dieser königliche Forst wird nun
Geographisch genau positioniert auch
Warum er ihm als Jäger viel Freude 
Macht auf sandigem Grund nahezu 

Ohne Bäume dafür Farn wie in den 
Niederungen teilweise Sümpfe der
Autor meint aufgrund der Funde von
Dunklem Holz im Moor sicher zu sein

Die Gegend wäre einst dichtbewaldet
Gewesen es gäbe einen große Menge
Wilder Hühnerarten wie Rebhühner
Auch Rotwild habe einst noch einen

Bestand von über 500 Exemplaren 
Noch zu Zeiten von Queen Anne
Gehabt der stark geschrumpft sei 
Wie auch die Hühner überjagt wären 

Als vor einigen Jahren berittene
Königliche Jäger mit Meute in ihren
Rotgoldenen Fräcken auftauchten
Fanden sie nur 50 für Windsor noch

Interessant ist wie viele Gedanken 
Zur ökologisch nachhaltigen Bejagung
White sich schon um 1740 machte 
Es war all dies schon länger bekannt

jens tuengerthal 18.3.26

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