Mittwoch, 11. Februar 2026

Lektürentagebuch 10.2.26

Lektürentagebuch 10.2.26

Noch einige Seiten in Manfred Flügge
Gesprungene Liebe gelesen in dem Kapitel Egoistische Liebe über die
Versuche von Helen und Henri

Zwischen München und Berlin geht es
Ständig hin und her und beide sind
Dabei sich zu betrügen wie darauf zu
Verlassen zu verletzen zu vereinigen

Eine gewisse sexuelle Abhängigkeit
Würde Freud wohl attestieren sie
Reden darüber auch mit Franz aber
Finden nur zu neuen Kämpfen 

Sie können nicht ohne einander
Aber auch nicht miteinander ein
Beständiges Hin und Her was sie
Keiner Lösung je näher bringt

Henri trifft wieder gerade in Berlin
Viele spannende Menschen von
Heinrich Mann bis Carl Einstein 
Den Helen den absoluten nennt 

Dies im Gegensatz zu Albert den
Sie den relativen Einstein nennt
Was die Präsenz dieser neuen
Theorien im Bewusstsein zeigt

Es ist die Zeit in der auch der
Zauberberg wie la recherche
Entstehen das Spiel mit der Zeit
Ist beständig auf neue Art aktuell

Das Ehepaar Sternheim besucht
Henri am Bodensee sie lesen ihm
Beide vor sie ein Theaterstück er
Den Essay Berlin den er wiederum

Übersetzen soll und Sternheim kauft
Danach ein Picasso Bild woran wohl
Henri vermutlich nicht unbeteiligt war
Zurück in München will ihn Johanna

Die Schwester von Helen verführen
Aber er ist seltsam genug einmal treu
Verbringt einige Tage mit Franz auf
Dem Land in Schäftlarn

Helen ist mit den Kindern in Berlin
Franz und Henri haben herrliche
Friedliche Tage und fürchten sich
Vor der Rückkehr von Helen

Welche Bombe wird sie nun platzen
Lassen überlegen beide und dann
Verkündet Helen sie sei schwanger
Von Koch vermutlich sie hätte ihren

Gegner gefunden und Henri fragt
Warum und Helen meint um seiner
Freiheit willen dennoch machen sie
Plane für ein Zusammenleben

Dann wird die Scheidung von Franz
Unterzeichnet und um dies zu feiern
Verbringt Helen eine Nacht mit ihm
Henri meint er könne nicht ohne sie

Franz dagegen sagt ich schon was
Helen in eine Krise stürzt er habe auf
Die Liebe verzichtet meint Franz nun
Reisen Henri und Helen nach Berlin

Er sieht dort ein Bild ihrer Schwester
Ilse und ist sofort fasziniert was dann
Aber Helen eifersüchtig macht beide
Leben in der ehelichen Wohnung von 

Franz und Helen in der Friedrich -
Wilhelm Straße 15 und schlafen 
Zusammen im Merowinger Bett das
Henri einst für Franz in Paris baute

Beim Ausflug nach Bad Saarow lernt 
Henri die Schwester Ilse kennen die
Er sogleich bezaubernd findet und
Sie verabreden ein Rendezvous 

Dies wird von der eifersüchtigen
Helen in letzter Minute gestört 
Zumindest in der Untreue bleibt
Henri sich ganz treu aber als

Helen ihm zwei Affären gesteht
Noch von anderen spricht schlägt
Und Ohrfeigt Henri sie was wohl
Des Boxers wegen unterschieden

Darauf ruft sie Franz zu Hilfe und
Alle drei sehen einander hilflos an
Henri reist Mitte Juni ab aber hält 
An der Idee eines Sohnes mit ihr fest 

Bilder von Helen zeigt er dann seiner 
Mutter wie Germaine erstere findet
Helen etwas verrückt er vergleicht
Sie mit einer Boa im Berliner Zoo 

Am 11. Juli 1921 schickt Franz dem 
Freund ein Telegramm dass Helen
Und er nun geschieden sein darauf
Reist Henri Ende Juli nach Verdun

Der Schrecken der Schlachtfelder
Bestärkt seine Absicht nun sowohl
Ein deutsch französisches Buch wie
Ein Kind zur Verständigung zu zeugen 

Da ist wieder der große Europäer
Henri der die Idee der Einigung mit
Liebe leben will wie ich es von den
Brüdern des GO in Straßburg kenne

Er bereitet die Papiere für die Ehe
Mit Helen vor will aber Germaine 
Nicht verlieren und will auch nicht
Dass Franz Helen verliert 

Ein Duell mit dem Unmöglichen
Das von vornherein literarisch noch
Gedoppelt ist die erleben sie um
Einen Roman damit zu zeugen 

Bei Helen gäbe es nie Sicherheit
Sie sei völlig unberechenbar stellt
Henri resigniert fest es sei kein Leben
Mit ihr zu planen sie sucht Abenteuer

Ihr Leben sei ein ewiger Umsturz 
Ganz ohne Konsequenz er könnte 
Sich auf nichts verlassen aber sie
Auch nicht mehr verlassen 

Sie lesen gemeinsam Bücher und
Helen liest Franz und Henri sowohl
Die Wahlverwandtschaften wie den 
Reigen von Schnitzler vor

Sie spielen ständig psychoanalytische 
Prüfung miteinander wobei sie die
Unterschiedlichen Assoziationen der 
Beteiligten noch testen wollen

Henri versucht langsam auch die
Finanzielle Grundlage für eine Ehe 
Der beiden zu schaffen doch nennt
Er sie vor Franz unsre liebe Kalamität

Für Helen spricht ihre erdrückende
Göttlichkeit die alle andern vergessen
Lässt aber jenseits der Liebe sei sie
Einfach unerträglich notiert Henri

Helens Kosename für Henri ist Jim
Sie ist für ihn eine Naturkraft bei
Einem erneuten Aufenthalt in Berlin
Rügt Franz Mutter bei der er wohnt

Dezent das Boheme Leben das sie
Führen würden er trifft wieder viele 
Spannende Leute bei der Premiere
Eines schlechten Sternheim Stücks

Von Berlin geht es nach Weimar
Dort logiert er mit Helen im berühmten 
Hotel Elephant sind als Touristen da
Einige Tage sehr verliebt dann wieder

Der übliche Streit um eine Affäre
Von Helen und sie geht alleine los
Amüsiert sich prächtig ohne Henri
Ist schon ihre eigene Frau ganz

Sie stellen fest dass sie nicht
Zusammenpassen aber sie spielen
Nur mit der Trennung und überspielen
Alles mit ihrem immer perfekten Sex

Dies nennt Henri ihre egoistische 
Liebe deren mythologische Liebe 
Sei Penthesilea sie sind beide wohl
Ganz unverbesserliche Tyrannen

Helen meint sie hätte Franz wohl
Gequält aber er hatte es auch nötig
Dem stimmt Henri zu aber Franz
Meinte zu ihrer Liebe sie sei zu 

Vollkommen darum können sie
Keine Kinder haben wozu Henri
Denkt sie wolle Prinzessin und
Boxerin sein dann kommt plötzlich

Ein Telegramm von Franz der Helen 
Nach Berlin ruft auf dem Bahnhof in
Weimar gibt Henri sogar mal eigene
Fehler und Schwächen zu

Diese amour fou ist wirklich eine
Unendliche Geschichte der Liebe
Wie der möglichen Konflikte die
Sie mit viel Leidenschaft ausfechten

jens tuengerthal 10.2.26

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