Samstag, 18. September 2021

Herbstparty

Herbstparty

Samstagabend vorm Misirlou am
Helmholtzplatz in Berlin sind alle
Plätze gut gefüllt gerade noch nach
Eher überflüssigem Date noch den
Letzten freien Tisch ergattert wie
Irgendwo einen frei werdenden Stuhl
Ergattert um dann fast so lange
Darauf zu warten bemerkt zu werden
Wie den bestellten Rotwein zu bekommen
Was bei den Höschen nebenan doch
Immer vertraut schneller geht aber
Es ist Samstag wie sehr voll
Verzeihe lieber statt anzuklagen
Den Abend weiter zu genießen
Aber wo ich die Wahl habe
Werde ich die Nachbarn bevorzugen
Auch wenn dies die alte Stammbar war
Der Laden brummt auch hier
Sie werden es wohl überleben
Wenn ein Stammgast wechselt
Aber Abschied passt auch zur
Langsam herbstlichen Stimmung
Der rote Hauswein ist in Ordnung
Die Stimmung ist im Gegensatz
Zu nebenan relativ unerotisch fremd
Kaum jemand flirtet wirklich oder sucht
Augenkontakt am Tisch nebenan
Lässt sich ein Jungspunt von drei
Noch jüngeren noch nicht Damen
Oder zumindest zwei die Dritte
Ist nicht wirklich zu erkennen
Bewundern wobei eine meist ihre
Hand besitzergreifend auf seinem
Schenkel ruhen lässt während die
Andere nicht blond gefärbte von
Eher natürlicher Schönheit sich
Im englisch karierten Gehrock blass
An ihre zu große Handtasche klammert
Sie wirkt bedürftig ohne zu wissen
Nach was eher mädchenhaft noch
Die etwas ältere daneben könnte
Die auch östlich wirkt wie alle 
Auch als die Mutter durchgehen
Unklar nur von wem der drei
Während der angeschwärmte Jüngling
Mit seiner Liebsten drinnen zahlt
Wechseln die Verbliebenen noch 
Belanglose Worte vorm Abschied
Derweil hat sich gegenüber am
Letzten zur Höschen Bar gehörigen
Tisch eine Schöne mit so langem
Haar wie Beinen platziert die ihre
Im kurzen Rock sichtbare untere
Schönheit leider sogleich den eben
Herbstlichen Temperaturen entsprechend
In eine Decke gewickelt hat
Sie sitzt auf der Bank unter dem Baum
Ihre zwei eher peinlichen Kavaliere
Hatten schnell die Stühle besetzt
Sie sitzt leicht genervt von den
Pubertär wirkenden Knaben
Mit verschränkten Armen da
Sucht zwischendurch den Blick
Des sie beobachtenden Flaneurs
Aber schaut schnell weg als ich
Es lachend erwidere um sich
Während die Jungen angeregt plaudern
Mit ihrem Telefon in rosa Hülle
Lieber zu beschäftigen nur dann
Und wann wenn sie nicht gerade
Das Gemüse aus ihrem Drink fischt
Kreuzen sich unsere Blicke
Sie hat natürliche Eleganz wie
Schönheit der sie sich bewusst ist
Wäre ich nicht nur als Flaneur hier
Machte der Anblick neugierig
Besonders wo sie sich hinter ihrem
Leicht arroganten Blick verschließt
Der vermutlich wenig verbirgt
Aber mehr Klasse hat als der Rest
Wäre sie nicht zu jung wie unreif
Aber in 15 Jahren könnte sie
Interessant werden vielleicht
So verliert sie sich wieder als
Netter Anblick in der Menge
Im hier angeheiterten Kindergarten
Ein Samstag in Berlin der sich
Fast schon nach Herbst anfühlt

jens tuengerthal 18.9.21

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