Lektürentagebuch 22.7.26
Etwas früher im Bett gewesen noch
Einige Seiten gelesen wieder bei
Harry Graf Kessler über seine Lehre
Wie erste Versuche der Liebe dazu
Spannend ist welche Lehrer er selbst
Schätzt und was sie dafür taten wie
Sie einen Lehrer fertig machten der
Einen sensiblen Schüler zum Freitod
Durch Erniedrigung vor der Klasse
Getrieben hatte wie er einen der
Streng anspruchsvoll aber gerecht
War als einzigen noch respektierte
Schön auch wie kritisch er sich in
Der Zeit zwischen 16 und 18 sieht
Als verwöhnten Sohn reicher Eltern
Der gerne den Dandy noch spielte
Erzählt von seinen ersten Versuchen
Bei Frauen einer sehr hübschen wohl
Schönsten des Viertels die noch in
Indien aufgewachsene Holländerin
Die aber geistig wohl wenig bot als
Den Anschein und sich mit ihm noch
Schmückte wie er mit ihr was nett
Aussah auf Bällen er im Frack
Eigentlich viel interessanter war
Seine Cousine die selbst auch
Stücke schrieb und seine Verse
Kritisch klug rezensierte dazu
Sie fand er wirklich hübsch was
Immer wirklich hübsch sein soll
Im Maßstab relativer Ästhetik leider
Starb sie dann mit 18 an Typhus
Er bedauert dies sehr weil sie ihn
Schon fast so weit hatte sich seiner
Oberflächlichen Flachheit zu schämen
Wozu es wohl noch anderer brauchte
Im Lebenslauf des Wonnebald Pück
Von Ricarda Huch noch zwei sehr
Schöne kleine Geschichten von
Streichen Magie und Liebe gelesen
Wie Lux dem Bischof begegnet der
Geldsorgen hat und einen Schatz
Dringend bräuchte ihm stattdessen
Die kräuterkundige Lux eine Alraune
Zu besorgen verspricht und wie er
Diese anzubeten hätte unterrichtet
Worauf sie mit ihrer kleinen Tochter
Noch Lando trifft der ihr helfen will
Zeitweise verdoppelt Lando dabei
Die Goldmünzen unter der Alraune
Einmal geht es schief als er selbst
Den Bischof beobachten will bei der
Anbetung der Alraune dieser sich
Darauf völlig einschließt und so
Lando an der Verdoppelung hindert
Der sich auf Lux danach freut
Während er sie im Wald sucht
Sieht er sie mit ihren Kindern baden
Ganz nackt in voller Schönheit und
Kann gut versteckt nicht davon lassen
Anschließend liegt Lando unter einem
Baum und träumt von der Liebe die er
Für die wunderbare Lux empfindet
Kann es nicht erwarten und traut sich
Zugleich auf keinen Fall
Mit viel Humor und feinem Ton erzählt
Ricarda Huch hier weiter die Sage
Vom gierigen Bischof und der Liebe
Die im Wald eigene Wege findet
Noch das Kapitel Goldene Knöpfe in
Dunkle Renaissance von Stephen
Greenblatt gelesen in dem sich der
Autor Marlowe in alte Atlanten vertieft
Diese geben ihm Inspiration für seine
Späteren Stücke in denen große
Eroberer der ihm unbekannten Welt
Als Aufsteiger ihre Rolle spielen
Das ist interessant kombiniert und
Verbindet die alte Bibliothek mit dem
Werk des Autors Christopher Marlowe
Der auch ein Aufsteiger dort war
Auch über das mögliche Bild von
Marlowe das Bauarbeiter erst 1953
Auf der Rückseite eines Bretts im
Corpus Christi College entdeckten
Wird interessant von Greenblatt
Gemutmaßt der sagt was daran
Zumindest sicher stimmt wäre das
Alter des Dargestellten mit 21 Jahren
Auch sonst spricht manches daran
Für Marlowe ist aber nicht sicher
Spannend ist dass dieser Student
Eine Jacke mit 32 Goldknöpfen trägt
Dies stand im völligen Gegensatz zur
Vorgeschriebenen schlichten Tracht
Der Studenten und war also eine klare
Provokation was für Marlowe spräche
Das lateinische Motto wie auch das
Alter des Dargestellten von 21 Jahren
Im Jahre 1585 passt genau warum
Das Bild gleich Marlowe zugeordnet
Vom wem es ist und ob es wirklich
Christopher Marlowe ist wissen wir
Nicht aber zumindest zeigt es ein
Revolutionäres Bild dieses Mannes
Auch spielt es schon damals mit dem
Ideal des Gentleman von dem auch
Harry Graf Kessler später in Ascot
Geprägt wurde und berichtete
jens tuengerthal 22.7.26
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