Nachtruhe
Nach fast drei Stunden in der Bar
Gegen drei wieder auf dem Diwan
In nächtlicher Ruhe in der Bibliothek
Angekommen genieße ich die Stille
Sogar bei offenem Fenster ist es
Im Hinterhof schläfrig ruhig was
Ein angenehmer Gegensatz ist
Der das Innere Gleichgewicht
Schnell wieder herstellt denke ich
Dankbar für den Rückzugsort
Es ist schön als Flaneur die
Menschen dort zu beobachten
So am Leben der anderen etwas
Für einen Moment teilzuhaben
Doch wie schön ist es dann
Ganz in Ruhe bei sich zu sein
In Bücherwelten zu versinken
Den eigenen Gedanken zu folgen
Worte in Verse zu gießen
Bei sich angekommen zu sein
Statt ständig andere zu hören
Frage mich in der Nacht wie es
Menschen aushalten immer
Von Gerede umgeben zu sein
In ewiger Unruhe zu leben
Aber weiß doch wie viele es
Nur schwer mit sich allein aushalten
Was ich paradiesisch finde ist für
Die Mehrheit ein Horror den sie
Nur schlafend mühsam ertragen
Ist die Nachtruhe die allen gut tut
Um Kraft zu schöpfen und sich
Für den Tag zu erholen nun das
Normale und beste oder die nur
Ausnahme vom unruhigen Leben
Was für mich das schönste ist
Bleibt für sie lästige Unterbrechung
Dessen was für sie Sein ausmacht
Während die Ruhe mir viel schenkt
Fürchten sie etwas zu verpassen
Vielleicht bin ich ein Eremit der
Mitten in Berlin zurückgezogen lebt
Kann es jederzeit hier beobachten
Wenn ich vor die Tür gehe aber
Lebe richtig auf wenn für mich
Bin damit vollkommen glücklich
Während andere andere brauchen
Um Zufriedenheit zu finden nachts
Nur Kraft für den Tag schöpfen
Scheint mir die Ruhe das eigentliche
Was das Tor zu geistigen Welten
In der Ruhe der Nacht mir öffnet
Vermutlich bin ich etwas verrückt
Weil das andere als normal gilt
Was mich wahnsinnig machte
Aber wie gut wenn beides so
Nebeneinander sein kann und
Sich auf seine Art lässt denke ich
Und genieße die Nachtruhe
In Gedanken versunken
jens tuengerthal 18.7.26
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