Sonntag, 26. Juli 2026

Hügelaufklärung

Hügelaufklärung

Die Urenkelin des Komponisten
Richard Wagner stellt sich auch
Der Geschichte ihrer Familie
Was ein guter Anfang zumindest ist

Es begann dieses mal auch mit
Beethovens Neunter Symphonie
Die mit der Ode an die Freude endet 
Statt wagnerscher Phantasy

Wenn sich der Geist der Aufklärung
Also freies kritisches Denken gegen
Wahnhaftes Raunen nun durchsetzt 
Könnte es allem auch gut tun

Ob das Nibelungenlied nie gelungen
War oder Ausdruck deutscher Kultur
Wie Wagners schlichte Reime die der
Üble Antisemit nur nett vertonte

Wird endlich offen diskutiert und
Michel Friedmann nannte Wagner
Antisemiten auf offener Bühne wie 
Den Grünen Hügel lange zu braun

Einer Bühne die ihm eben jene 
Katharina Wagner Urenkelin gab
Nach kleinen Misstönen zum Auftakt
Begannen die Festspiele kritisch

Auch der Kanzler der dort zu Besuch
Wies auf die nötige Aufklärung hin
Wie die braune Vergangenheit die
Aber Wagners Musik nichts nimmt

Kann Klang der die Parteitage noch
Der nsdap zu Nürnberg berauschte
Je wieder unschuldig sein oder ist sie
Es ihrer Natur nach immer

Selbst vor Jahren Bayreuth besucht
Noch zu Zeiten Wolfgang Wagners 
Der im Dunkeln durch die Reihen als
Regisseur gehend Richard ähnelte

Schon besonders auch wenn dort 
Die Politik gerne Königshaus spielt
Sind diese Festspiele etwas eigenes 
Was nicht in eine Schublade passt

Gut dass Friedmann dort redete
Gerne viel mehr jüdische Regisseure 
Dirigenten und Musiker künftig auch
Jeden Zweifel auszuräumen täte gut

Katharina Wagner stellte sich ihrer
Verantwortung und entschuldige sich
Bei Friedemann für die Wirren es wird
Noch einige Schritte brauchen bis

Auf dem Hügel auch demokratische 
Normalität herrscht und die braune
Brühe abgewaschen wird dort die
Weidels und Müllers lieber gehen 

Wagner ist Teil unserer Hochkultur
Aber sie ist kritisch schwierig auch
Wenn Richie 1848 noch revolutionär
Mit Bakunin auf den Barrikaden stand

Sich dem kritisch zu stellen macht die
Zauberhaft schönen Teile gut hörbar
Lässt wieder Wagner lieben ohne ein
Antisemit zu sein was doch lohnte 

jens tuengerthal 26.7.26

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