Dienstag, 7. Juli 2026

Ruinrausch

Ruinrausch 

Die Ausstellung Ruin und Rausch 
In der Neuen Nationalgalerie zeigt
Berlin in Bildern von 1910 bis 1930
Mit ausgewählten eigenen Werken

Der Berliner Nationalgalerie sowie
Einer Leihgabe aus Stuttgart der
Tänzerin Anita Berber von Otto Dix
Der roten femme fatale als Ikone

Die Zeit vom Kaiserreich bis fast zum
Ende der Weimarer Republik ist eine 
Epoche des rasanten Wandels in der
Das Babylon Berlin die Metropole war

Vom noch konservativen Geschmack
Des Kaiserreichs das mit dem Krieg
Unterging ging es zur modernen 
Demokratie und ihren Krisen dabei

In drei Kapiteln der feinen kleinen
Ausstellung werden Gleichzeitigkeit 
Von Glanz und Elend damit auch 
Aufstieg und Untergang thematisiert

Den Auftakt bildet das Gemälde
Potsdamer Platz von Ernst Ludwig
Kirchner das in die Metropole führt
Das zerrissene Lebensgefühl 1914

Schon bildlich fühlbar macht was
Durch weitere Bilder zum Stadtbild 
Wie eine geniale Dada-Collage so
Sichtbar auch im Kontext wird

Nach der Entwicklung der Stadt 
In Form und Bewegung wie dem
Aufbruch in die Moderne noch mit
Ausschnitten aus Langs Metropolis

Widmet sich die Ausstellung dem
Elend im Moloch Großstadt der
Auf den gezeigten Bildern geradezu
Spürbar wird in seinem Schrecken 

Von den Opfern des Krieges zum
Sozialen Elend welches das Leben
Der meisten Menschen prägte die
Versuchten im Wandel zu überleben

Armut Krankheit soziale Ausgrenzung
Leben in unterschiedlichen Welten die
In der Großstadt aufeinander treffen
Werden hier bildlich genial erfasst

Dazu läuft vor den Design Bänken 
Die zum Haus passen dann der Film 
Berlin Symphonie einer Großstadt
Der die Zeit lebendig werden lässt

Im dritten Teil widmet sich diese 
Feine Ausstellung der urbanen Frau
Freiheitsdrang Selbstbestimmung und Queeres Leben werden gezeigt

Hier bildet Dix rote Anita Berber den
Blicke fangenden Auftakt der noch
Von anderen wunderbaren Bildern
Von Künstlerinnen gerahmt wird 

So steht am Ende Lotte Lasersteins
Melancholisches Gemälde vom 
Abend über Potsdam das von 1930
Den Nationalsozialismus reflektiert

Hier werden noch Filme gezeigt mit
Josephine Baker und Anita Berber
Die leider in die Ecke gequetscht
Dennoch sehenswert sind

Dazu kann der Besucher sich noch
Gedichte etwa von Mascha Kaleko 
Anita Berber und Erich Kästner über
Kopfhörer vorlesen lassen

Eine kleine aber feine Ausstellung
Die das Berlin der berühmten 20er
Jahre spürbar macht in Licht und
Schatten der wichtigen Epoche


Künstlerinnen und Künstler dieser 
Ausstellung sind dabei:

Josephine Baker, Anita Berber, Rudolf Belling, Otto Dix, Heinrich Ehmsen, Paul Fuhrmann, George Grosz, Hans Grundig, Thea von Harbou, Hannah Höch, Karl Hofer, Constantin Holzer-Defanti, Mascha Kaléko, Erich Kästner, Ernst Ludwig Kirchner, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Fritz Lang, Lotte Laserstein, Tamara de Lempicka, Jeanne Mammen, Carlo Mense, Otto Nagel, Oskar Nerlinger, Ernest Neuschul, Walther Ruttmann, Renée Sintenis, Jakob Steinhardt, Georg Tappert, Lesser Ury, Gustav Wunderwald

jens tuengerthal 7.7.26


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