Freie Liebe
Kann es freie Liebe geben
Widerspricht dies nicht der
Natur der Liebe die sich bindet
Oder kann Liebe nur frei sein
Vorab das Gedicht Lebensmotto
von Louise Aston
Lebensmotto
Fromme Seelen, fromme Herzen,
Himmelssehnend, lebenssatt;
Euch ist rings ein Tal der Schmerzen,
Eine finst′ re Schädelstatt!
Mag in schreckenden Gesichten
Bang vor mir das Schicksal steh′ n;
Nie soll mich der Schmerz vernichten,
Nie zerknirscht und reuig seh′ n!
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!
Leben - Meer, das endlos rauschend
Mich auf weiten Fluten trägt:
Deinen Tiefen freudig lauschend
Steh′ ich sinnend, sturmbewegt.
Stürzt Gewittersturm, der wilde,
Jauchzend sich in′ s Meer hinein,
Schau′ ich in dem Flammenbilde
Meines Lebens Wiederschein.
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!
Liebe - von der Welt geächtet,
Von dem blinden Wahn verkannt,
Oft gemartert, oft geknechtet,
Ohne Recht und Vaterland;
Fester Bund von stolzen Seelen
Den des Lebens Glut gebar,
Freier Herzen freies Wählen
Vor der Schöpfung Hochaltar!
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!
Und so lang′ die Pulse beben,
Bis zum letzten Atemzug,
Weih′ der Liebe ich dies Leben,
Ihrem Segen, ihrem Fluch!
Schöne Welt, du blühend Eden,
Deiner Freuden reicher Schatz
Giebt für alle Schicksals Fehden
Vollen, köstlichen Ersatz!
Freiem Lieben, freiem Leben,
Hab′ ich ewig mich ergeben!
Louise Aston (1814 - 1871)
Zurück zur anfänglichen Frage
Kann zumindest festgestellt werden
Louise Aston hat diese Idee gelebt
Vor 200 Jahren schon also lange
Vor der sexuellen Revolution die
Mehr auf freien Sex aus war wie
Schon ihr Motto zeigte dass wer
Zweimal mit der gleichen pennt
Schon zum Establishment gehöre
Was heute eher nur banal klingt
Sicher müssen viele Regionen der
Welt diese Freiheit erst für sich
Wieder entdecken wie in Persien
Der muslimischen Welt überhaupt
In allen Regionen religiöser Dominanz
Die von Männern beherrscht werden
Es gab schon andere Formen des
Zusammenlebens wie etwa bei den
Germanen oder in Babylon wo es eine
Weibliche oberste Göttin noch gab
Darum prägten die Juden auch
Die Sage vom Sündenpfuhl Babel
In dem Frauen nach weiblicher
Natur ohne männliche Dominanz
Ihre Sexualität frei ausleben schon
In der Gründungssage dem Epos
Von Gilgamesch eine Frau Lehrerin
Für Liebe und Lust sein soll
Erst bei der Frau lernt der Held dann
Worauf es ankommt im Leben was
Das Gegenteil der patriarchalen
Schöpfungsgeschichte klar ist
Priester des Monotheismus lehrten
Frau sei aus Adams Rippe gemacht
Was männliche Dominanz aus der
Natur sagenhaft belegen sollte
Die ihre Macht mit der Treue der
Frauen sichern wollten damit die
Natürlich überlegene weibliche
Potenz unnatürlich beschränken
Dort folgte das Erbrecht nur der
Weiblichen Linie weil allein diese
Nach der Natur sicher war während
Männliche Erblinien Treue brauchen
In der germanischen Kultur galt ein
Natürliches weibliches Erbrecht weil
Deren Abstammung natürlich sicher
Alleine war sie trugen den Schlüssel
Ihrer Häuser die sie an eine Erbin
Weitergaben während die Männer
Alle drei Jahre der Wirtschaft der
Felder entsprechend Hof und Frau
Wechseln mussten um damit eine
Form von Gerechtigkeit zu erreichen
Die Kinder hatten verschiedene Väter
Die Mütter standen für Kontinuität
Was nach der Natur allein sicher war
Wir kennen es aus der Formel des
Mater semper certam est nachdem
Nur die Mutter immer sicher war
Dagegen galt der Vater nur durch
Die Ehe als solcher ausgewiesen
Eine hypothetische Fiktion die noch
Bis heute im Recht vorgesehen ist
Dabei ist sie eigentlich nichts als
Eine Offenbarung dessen um was
Es bei ehelicher Treue als Moral geht
Die Sicherung des männlichen Erbe
So hat was wir für Moral halten die
Unserer Natur entspräche einen
Männlichen machtpolitischen Grund
Der natürlicher Neigung widerspricht
Dazu kommt noch dass die weibliche
Natur der männlichen weit überlegen
Ist in Hinsicht der sexuellen Potenz
Die mit der Menopause noch zunimmt
Genau das Gegenteil aber wird mit
Weiblicher Keuschheit von Frauen
Selbst gegen ihre Natur inszeniert
Die bloß männliches Erbe sichert
Die Art wie wir Beziehungen führen
Dient nur der Sicherung männlicher
Macht gegen die natürliche Neigung
Was zu krankhaften Folgen führt
Hier ist an Klitorektomie oder den
Keuschheitsgürtel zu denken aber
Auch die Treueformel der Ehe die
Gegen die Natur das Erbe sichert
Gemeinsam mit anderen kranken
Ritualen der Beschneidung hat diese
Kultur in monotheistischen Sekten
Bis heute noch bei uns Bestand
Frauen die Treue fordern sind also
Keine romantischen Kinder der Liebe
Sondern Opfer anerzogener Muster
Die männliche Macht sichern sollen
Ob Eifersucht ein natürliches Gefühl
Oder eine anerzogene Sitte nur ist die
Moralisch aufgeladen wurde möglichst
Noch im spirituellen Kontext um so
Das männliche Erbrecht und damit
Eine patriarchale Struktur zu sichern
Könnte auch den weiblichen Blick auf
Die Schönheit der Romantik ändern
Liebe als Gefühl jenseits aller nur
Macht sichernden Strukturen die
Eine Gesellschaft entwirft ist ein
Bedingungsloses gut wollen
Dieser kritischen Blick auf das
Was romantische Liebe genannt wird
Könnte die Liebe wirklich befreien von
Konventionen die der Macht dienen
Dann könnte Liebe endlich wirklich
Bedingungslos sein und so gut tun
Wie über Muster in Beziehungen
Die Frauen diskriminieren neu
Nachdenken lassen damit wir
Endlich wieder zur freien Liebe
Nach der Natur finden und die
Patriarchale Konventionen
Damit überwinden können
Um uns befreit davon zu lieben
Wie es dem Wort entspräche
Dann könnte es freie Liebe geben
Diese wäre ein wunderbares Glück
Was wirklich bedingungslos wäre
Einander dauerhaft gut tun könnte
Vielleicht wäre es den Versuch wert
Doch vermutlich haben beschränkte
Männer mehr Angst vor dem Verlust
Patriarchaler Macht als echte Lust
Freie Liebe mit Frauen zu genießen
jens tuengerthal 2.3.26
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