Montag, 2. März 2026

Freie Liebe

Freie Liebe

Kann es freie Liebe geben
Widerspricht dies nicht der
Natur der Liebe die sich bindet
Oder kann Liebe nur frei sein


Vorab das Gedicht Lebensmotto
von Louise Aston


Lebensmotto

Fromme Seelen, fromme Herzen,
Himmelssehnend, lebenssatt;
Euch ist rings ein Tal der Schmerzen,
Eine finst′ re Schädelstatt!
Mag in schreckenden Gesichten
Bang vor mir das Schicksal steh′ n;
Nie soll mich der Schmerz vernichten,
Nie zerknirscht und reuig seh′ n!
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Leben - Meer, das endlos rauschend
Mich auf weiten Fluten trägt:
Deinen Tiefen freudig lauschend
Steh′ ich sinnend, sturmbewegt.
Stürzt Gewittersturm, der wilde,
Jauchzend sich in′ s Meer hinein,
Schau′ ich in dem Flammenbilde
Meines Lebens Wiederschein.
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Liebe - von der Welt geächtet,
Von dem blinden Wahn verkannt,
Oft gemartert, oft geknechtet,
Ohne Recht und Vaterland;
Fester Bund von stolzen Seelen
Den des Lebens Glut gebar,
Freier Herzen freies Wählen
Vor der Schöpfung Hochaltar!
Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Und so lang′ die Pulse beben,
Bis zum letzten Atemzug,
Weih′ der Liebe ich dies Leben,
Ihrem Segen, ihrem Fluch!
Schöne Welt, du blühend Eden,
Deiner Freuden reicher Schatz
Giebt für alle Schicksals Fehden
Vollen, köstlichen Ersatz!
Freiem Lieben, freiem Leben,
Hab′ ich ewig mich ergeben!

Louise Aston (1814 - 1871)



Zurück zur anfänglichen Frage
Kann zumindest festgestellt werden
Louise Aston hat diese Idee gelebt 
Vor 200 Jahren schon also lange

Vor der sexuellen Revolution die
Mehr auf freien Sex aus war wie
Schon ihr Motto zeigte dass wer 
Zweimal mit der gleichen pennt

Schon zum Establishment gehöre 
Was heute eher nur banal klingt
Sicher müssen viele Regionen der
Welt diese Freiheit erst für sich

Wieder entdecken wie in Persien
Der muslimischen Welt überhaupt
In allen Regionen religiöser Dominanz 
Die von Männern beherrscht werden

Es gab schon andere Formen des
Zusammenlebens wie etwa bei den
Germanen oder in Babylon wo es eine
Weibliche oberste Göttin noch gab 

Darum prägten die Juden auch
Die Sage vom Sündenpfuhl Babel
In dem Frauen nach weiblicher
Natur ohne männliche Dominanz

Ihre Sexualität frei ausleben schon
In der Gründungssage dem Epos
Von Gilgamesch eine Frau Lehrerin
Für Liebe und Lust sein soll

Erst bei der Frau lernt der Held dann
Worauf es ankommt im Leben was
Das Gegenteil der patriarchalen
Schöpfungsgeschichte klar ist

Priester des Monotheismus lehrten
Frau sei aus Adams Rippe gemacht
Was männliche Dominanz aus der
Natur sagenhaft belegen sollte 

Die ihre Macht mit der Treue der
Frauen sichern wollten damit die
Natürlich überlegene weibliche
Potenz unnatürlich beschränken 

Dort folgte das Erbrecht nur der
Weiblichen Linie weil allein diese
Nach der Natur sicher war während
Männliche Erblinien Treue brauchen

In der germanischen Kultur galt ein
Natürliches weibliches Erbrecht weil
Deren Abstammung natürlich sicher
Alleine war sie trugen den Schlüssel

Ihrer Häuser die sie an eine Erbin
Weitergaben während die Männer
Alle drei Jahre der Wirtschaft der 
Felder entsprechend Hof und Frau

Wechseln mussten um damit eine
Form von Gerechtigkeit zu erreichen
Die Kinder hatten verschiedene Väter 
Die Mütter standen für Kontinuität

Was nach der Natur allein sicher war
Wir kennen es aus der Formel des
Mater semper certam est nachdem 
Nur die Mutter immer sicher war

Dagegen galt der Vater nur durch
Die Ehe als solcher ausgewiesen
Eine hypothetische Fiktion die noch
Bis heute im Recht vorgesehen ist

Dabei ist sie eigentlich nichts als
Eine Offenbarung dessen um was 
Es bei ehelicher Treue als Moral geht
Die Sicherung des männlichen Erbe

So hat was wir für Moral halten die
Unserer Natur entspräche einen
Männlichen machtpolitischen Grund
Der natürlicher Neigung widerspricht

Dazu kommt noch dass die weibliche
Natur der männlichen weit überlegen
Ist in Hinsicht der sexuellen Potenz
Die mit der Menopause noch zunimmt

Genau das Gegenteil aber wird mit
Weiblicher Keuschheit von Frauen
Selbst gegen ihre Natur inszeniert
Die bloß männliches Erbe sichert

Die Art wie wir Beziehungen führen
Dient nur der Sicherung männlicher 
Macht gegen die natürliche Neigung
Was zu krankhaften Folgen führt

Hier ist an Klitorektomie oder den 
Keuschheitsgürtel zu denken aber
Auch die Treueformel der Ehe die
Gegen die Natur das Erbe sichert 

Gemeinsam mit anderen kranken
Ritualen der Beschneidung hat diese
Kultur in monotheistischen Sekten 
Bis heute noch bei uns Bestand

Frauen die Treue fordern sind also
Keine romantischen Kinder der Liebe
Sondern Opfer anerzogener Muster 
Die männliche Macht sichern sollen

Ob Eifersucht ein natürliches Gefühl
Oder eine anerzogene Sitte nur ist die
Moralisch aufgeladen wurde möglichst
Noch im spirituellen Kontext um so

Das männliche Erbrecht und damit
Eine patriarchale Struktur zu sichern 
Könnte auch den weiblichen Blick auf
Die Schönheit der Romantik ändern

Liebe als Gefühl jenseits aller nur 
Macht sichernden Strukturen die
Eine Gesellschaft entwirft ist ein
Bedingungsloses gut wollen

Dieser kritischen Blick auf das
Was romantische Liebe genannt wird 
Könnte die Liebe wirklich befreien von 
Konventionen die der Macht dienen

Dann könnte Liebe endlich wirklich
Bedingungslos sein und so gut tun
Wie über Muster in Beziehungen
Die Frauen diskriminieren neu

Nachdenken lassen damit wir
Endlich wieder zur freien Liebe
Nach der Natur finden und die
Patriarchale Konventionen

Damit überwinden können
Um uns befreit davon zu lieben 
Wie es dem Wort entspräche
Dann könnte es freie Liebe geben

Diese wäre ein wunderbares Glück
Was wirklich bedingungslos wäre
Einander dauerhaft gut tun könnte
Vielleicht wäre es den Versuch wert

Doch vermutlich haben beschränkte
Männer mehr Angst vor dem Verlust
Patriarchaler Macht als echte Lust 
Freie Liebe mit Frauen zu genießen

jens tuengerthal 2.3.26

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