Donnerstag, 12. März 2026

Lektürentagebuch 12.3.26

Lektürentagebuch 12.3.26

Der Gang der Weltgeschichte von
Arnold J Toynbee stand lange nur
Im Regal neben anderen Bänden 
Von Zweitausendeins unweit von

Ranke und der Weltgeschichte
Auch der unsägliche Untergang
Des Abendlandes von Spengler
Stand nicht so weit weg davon

Fürchtete diese Weltgeschichte des
Britischen Philosophen Historikers
Ginge in eine Richtung wie der
Dogmatisch jammernde Spengler

Aber weit gefehlt da blickt einer mit
Dem weiten Blick des Empire noch
Welchen der 1889 geboren noch bis
Ins Jahr 1975 lebte auf die Zeiten

Dabei auf Kulturen oder Zivilisationen
Wie er es angelsächsisch nennt mit
Dem Ziel die Nation wie auch den 
Rassismus dauerhaft zu überwinden

Das erinnert vom Geist ein wenig an
Stéphane Hessel den Sohn von Franz
Und Helen der die UNO Gründung 
Nach der Zeit im KZ miterlebte

Auch Toynbee diente England noch
In beiden Weltkriegen und schrieb
Propaganda gegen die Achsenmächte
War in Versailles und Potsdam dabei

Ein Autor der mir trotz seiner teils
Antisemitisch gewerten Sicht auf
Israel die er aber später korrigierte
Als letzter Universal Historiker gefiel

War gespannt auf die Sicht dieses 
Mannes auf Entstehung und auch
Untergang von Kulturen was sich für
Den Weltuntergang dort lernen lässt

Gefühlt erleben wir einen solchen
Mit drei großen autoritären Herrschern 
Die unsere Welt in Kriege führen um
Rohstoffe und imperiale Macht gerade

Europa der frühere Mittelpunkt der
Welt wo diese aufgeteilt wurde unter
Anmaßend oft unkultivierten Fürsten 
Die ganze Völker einst ausrotten

Spielt dabei kaum noch eine Rolle
Scheint es stattdessen trumpfen
Die USA unter Trump mit MAGA auf
Die so ungesund wie Margarine sind

Doch während Spengler noch einen
Linearen Verlauf zum Untergang sieht
Ist Toynbee flexibler und sieht es eher
Nach dem chinesischen Yin und Yang

Aufstieg und Untergang liefen eher
Zyklisch es gäbe Zusammenhänge
Die den Verlauf verändern können
Was realistischer Hoffnung noch lässt

So gelte das Gesetz von Rückzug und
Wiederkehr während Wachstum und
Niedergang auch da würden noch
Schöpferische Individuen auftreten

Die Kulturen ständen zu früheren
In einer Kindschaftsbeziehung und
Seien durch Lösung von Aufgaben
Entstanden welche die Auflösung

Der alten Kultur den ihr unterworfenen
Stellte und nicht notwendig jede Kultur
Wachse es gäbe auch gehemmte die
Einfach stehenbleiben bis neue dann

Aufgaben lösen und alte untergehen
Wofür er verschiedene Beispiele nun
Aufführt bei Eskimos Spartanern den
Osmanen so würden gehemmte

Kulturen in Tierheit zurückfallen die
Wachsenden Kulturen wachsen nicht
Geographisch durch Ausdehnung was
Eher zum Kulturverfall nur führe

Sondern durch Selbstüberschreitung
Verinnerlichung Entstofflichung ihrer
Probleme nicht technischer Fortschritt
Sondern geistige Entwicklung zähle

Verkehrsprobleme werden erst durch
Technische Veränderungen gelöst
Etwa das Auto danach aber wären 
Geistige Aufgaben zu lösen wie etwa

Einhaltung einer Verkehrsordnung
Um Unfälle zu vermindern so sei
Wachstum Selbstbestimmung wie
Fortschritt in diese Richtung wichtig

Auch sei Lösung einer neuen Aufgabe
Durch neue Mittel immer Verdienst 
Einzelner Menschen welche Masse 
Durch Nachahmung nach sich ziehen 

Führer seien stets Menschen die sich
Eine zeitlang zurück zogen um dann
Mit in der Stille gesammelten Kräften
Zurückzukehren und zu verändern

Dies gilt auch für Städte und Völker 
Die in einem bestimmten Stadium die
Führung einer Kultur übernehmen
Wofür globale Beispiele genannt

Wenn die unschöpferische Mehrheit
Bekehrt sei folge eine Phase der 
Ruhe ein kurzes Yin Stadium dabei
Genügt Nachahmung nie dauerhaft

Nachahmung mechanisiere eine 
Ursprünglich schöpferische Leistung 
90 Prozent funktionierte durch bloße 
Nachahmung aber 10 Prozent sollen

Frei bleiben bei 100 % Nachahmung
Sei eine Kultur gehemmt und nicht
Länger auch schöpferisch tätig und
Jede Lösung berge diese Gefahr

Wer sich darauf ausruht entwickelt
Sich nicht mehr weiter was dann zum
Zusammenbuch der Kultur führe wie
Gerade bei deutscher Autoindustrie 

Diesem Schicksal seien auch die
Assyrer einst erlegen und es habe
Sich seitdem vielfach wiederholt
Damit setzt Toynbee für einen 

Zusammenbruch der Kultur früher an
Als dies gewöhnlich geschieht so den
Der Antike beim peleponesischen 
Krieg es begänne häufig bei der

Organisation von Teilstaaten die durch
Wirtschaftliche Bedürfnisse notwendig
Geworden wären er kann bis zum
Völligen Zusammenbruch dann führen

Muss es aber nicht so könnten auch
Kulturen im Kampf gegen äußere
Feinde noch fortbestehen auch wenn
Sie nicht mehr schöpferisch wirken

Sie bliebe dann in einem versteinerten
Zustand bestehen wofür Ägypten ein
Beispiel wäre das mit den Pyramiden
Die Kraft des Volkes überspannt hätte 

Existierte jedoch noch 1500 Jahre
Versteinert weiter bis zur Eroberung
Durch die Perser oder sogar bis zur 
Schlacht von Actium noch weiter

So könnten auch Splitter einer alten 
Kultur als Fossilien weiterleben 
Wenn sie das Mittel der Gewalt 
Aufgeben und dafür Ausweichen

Zerfall sei Spaltung im Geist wie 
In der Gesellschaft wenn die führende
Minderheit vor einer Aufgabe versagt
Nicht mehr schöpferisch tätig ist wird 

Sie zur nur noch herrschenden
Minderheit deren Herrschaft damit
Ihr Recht verliert was die Masse fühlt
Dann nicht mehr freiwillig folgt

Dann wird sie ein inneres Proletariat
Dies sei eher ein Gemütszustand als
Eine äußere Lage es ginge dabei nie 
Um Armut oder Geburt sondern des 

Angestammten Platzes beraubt
Worden zu sein in der Gemeinschaft
Unerwünscht damit heimatlos zu sein
Wie daraus folgendes Ressentiment

Es vertrüge sich das innere
Proletariertum auch mit dem Besitz
Materieller Mittel wie wir auch hier
Bei vielen reichen Proleten sehen 

Vielleicht aber ist es ein Schlüssel
Um den Zuspruch für Radikale die 
Keinen Gewinn bringen zu erklären 
Sie suchen bei Außenseitern Heimat

Zu dem inneren Proletariat geselle
Sich ein äußeres gebildet aus den 
Primitiven zu denen solange die 
Kultur wachse die Grenze noch

Unscharf gegenüber umwohnenden
Primitiven sei weil sie sich durch die
Nachahmung nach allen Seiten
Verbreitet als eine noch Einheit

Diese Einheit löst sich mit dem
Verfall auf nun verbreitet sich die
Technik vor allem die militärische
Schneller als die politische Form

Schneller auch als die geistige
Kultur und so übernehmen die
Barbaren die Militärtechnik einer 
Kultur verschmähen aber den Geist 

Dafür die herrschende Minderheit
Als Tyrannen hassen und darum
Bekriegen dann werden Mauern
Statt verbindender Grenzen gebaut

Das kommt mir alles gerade wie
Aus der Geschichte bekannt vor
Was die naheliegende Frage stellt
Ob wir im kulturellen Umbruch sind

Wachsende Kulturen zeigen stets
Ein unterschiedliches Bild da neue
Aufgaben nach Lösungen suchen
Der Ablauf sei differenziert dabei

Zerfallende Kulturen stehen immer
Wieder vor derselben Aufgabe der
Ablauf des Zerfalls sei standardisiert
Nach dem Zusammenbruch folgen 

Unruhen für eine Zeit unterbrochen
Durch gewaltsame Lösungen bei
Zeitweiser kleiner Erholung bis eine
Macht Ruhe schafft durch Gründung

Eines Universalstaates wie es Rom 
In der hellenistischen Kultur tat die
Sie lange selbst angenommen hatten
Nach langen Kriegen herrschte Rom 

Über das gesamte Kulturgebiet das
Auf Kosten der Barbaren und fremder
Kulturen erweitert wurde auch dort
Schuf dann Augustus wieder einen

Universalstaat der noch bis 200
Eine trügerische Scheinblüte hatte
Was er analog für verschiedene
Kulturen auch noch nachweist 

Dies scheint Sprengler zu ähneln 
Doch wird dabei der Gegensatz am
Deutlichsten weil die schöpferische
Kraft auch zerfallend nicht erlischt

Sie besteht in drei Gruppen fort in
Der herrschenden Minderheit würden
Philosophien entstehen und durch
Gebildete Beamte dann realisiert

Nur wenn nicht einmal in dieser
Herrschenden Minderheit genug
Schöpferische Kraft vorhanden ist
Kommen fremde Kulturen zum Zug

Dafür wäre das Reich der Osmanen
Im orthodoxen Christentum also das
Östliche Rom ein Beispiel dagegen
Erzeugte das äußere Proletariat nur

Kriegsbanden und entwickelt daraus
Heldensagen deren Götter selbst eine
Überirdische Kriegsbande bilden wie 
Die Olympischen der Griechen

Manchmal nähmen diese auch eine
Religion an die es nicht selbst noch
Geschaffen hat die aber vom der
Herrschenden Minderheit abweicht

So wurden die Germanen Arianer
Dagegen bildet das innere Proletariat 
Eine höhere Religion aus die wie das
Christentum einer anderen Kultur

Ursprünglich noch entstammt aber
Dann wie beim Universalstaat eine
Universalkirche entwickeln was aus
Rom zu gut bekannt ist durch diese

Beiden hängt die zerfallende Kultur
Mit den neuen zusammen die quasi
Ihre Kinder dann sind so wurden 
Nach einem kulturarmen Interregnum

Aus der griechischen Kultur die zwei
Christlichen östlich und westlich
Geboren doch verbindet eine höhere
Religion oft mehrere Kulturen noch

Diese stehen dann nebeneinander
So sei im Stadium des Zerfalls die
Einzelne Kultur nicht mehr ein für
Sich isolierbares Studienobjekt

Noch deutlicher würde dies bei der
Betrachtung der Spaltung des Geistes
Den Toynbee hier Seele nennt worauf
Philosophisch korrekt verzichtet wird

Aus dieser entsteht erst die Spaltung
Der Gesellschaft auf die Ansprüche
An diesen können entgegensetzte
Antworten gegeben werden also

Eine aktive und eine passive Antwort
Diese wechseln sich in primitiven
Gesellschaften rhythmisch ab in
Wachsenden sind sie harmonisch 

Dabei zusammen werden dadurch 
Schöpferisch erst in zerfallenden
Werden sie unversöhnlich zu dann
Gegensätzen im geistigen Leben

Ausleben und Selbstbeherrschung
Sind ein Beispiel für den Gegensatz
Auf der einen Seite die Feindschaft
Gegen alle Gesetze um sich dafür

Fallen zu lassen und der Lust ganz 
Hinzugeben auf der anderen jede 
Art von Akese zu der dann auch die 
Saure regelmäßiger Arbeit gehört

Wenn sie nicht als notwendig nur
Hingenommen sondern als Zweck
Des Lebens gepriesen wird auch
Fahnenflucht und Märtyrertum

Sind ein verwandter Gegensatz
Tiefer noch ist das zunehmende
Elendsgefühl zerfallender Kulturen
Zwischen Fanatismus und Sünde

Dies unterscheidet sich jeweils
Danach ob die Ursache außerhalb
Oder innerhalb des eigenen Geistes 
Gesucht wird der keine Seele hier ist

jens tuengerthal 12.3.26

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