Realismuss
Wie wirklich die Wirklichkeit ist
Weiß keine ganz genau auch
Niemand hat wenig Ahnung
Sogar wenn er Physiker ist
Bin schon lange aus der nur
Realität in das Reich der feinen
Literatur geflüchtet die mir viel
Näher steht als sie wirklich ist
Habe genug Phantasie mir die
Schönere Welt zu erlesen der
Unruhige Menschen immer nur
Hinterherlaufen beim Reisen
Längst verschwimmt die Wirklichkeit
Mit dem Reich der Phantasie ohne
Darum je schlechte Phantasy noch
Irgend konsumieren zu wollen
Dem Hobbit noch geschätzt wenn
Auch nur milde belächelt dann aber
Den Herrn der Ringe gelangweilt von
Schlechter Unterhaltung abgebrochen
Es lohnt nie schlechte Literatur noch
Weiter zu lesen wenn gute in deiner
Bibliothek daneben steht nimm lieber
Diese mehrmals noch in die Hand
Träume mir die Welt gerne so wie
Sie mit gefällt statt mit einer nur
Schnöden Wirklichkeit dafür dann
Nüchtern vorlieb nehmen zu müssen
So beginnt die Geschichte meiner
Uralten Familie schon lange in der
Bronzezeit sind für mich Zeiten nur
Relative Größen des Bewusstseins
Habe als Kind mit meinem Vater noch
Ammoniten aus Schieferplatten schon
Geklopft die über 200 Millionen Jahre
Alt aus dem Erdmittelalter stammen
Der Name meiner Familie stammt aus
Den Jahre 1198 was Unsinn ist denn
Dort werden nur Wappen und Name
Zuerst irgendwo in Thüringen erwähnt
Dies war im Hochmittelalter noch als
Die Staufer mit den Welfen hier um
Die Macht im römischen Reich rangen
Friedrich II in Sizilien geboren wurde
Stupor mundi das Staunen der Welt
Wurde der auch König von Sizilien
Genannt der die normannische Krone
Dort von seiner Mutter geerbt hat
Er wurde berühmt für seine Reform
Auch der Verwaltung im Reich und
Vielleicht darum auch wurde der
Name meiner Familie dann zuerst
In vermutlich einem Kirchenbuch
Erwähnt das nicht wie so viele
Zwischen Gotha und Weimar nahe
Ohrdruf irgendwo verbrannten
Ist der Thüringer Wald in dem die
Vorfahren tausende Jahre lebten
Damals schon Sachsen-Gotha wohl
Darum meine eigentliche Heimat
Liegt dies tiefer in uns als alle nur
Wechsel danach die uns dafür im
Ganzen Land herumschickten sind
Die Geburtsorte dabei relevant
Die mütterlich väterliche Familie kam
Über viele Generationen aus Uchte
Bevor sie nach Bremen zogen die
Mütterlich mütterliche kam noch
Aus Hannover bis der Urgroßvater
Nach Bremen als guter Bürger zog
Im Harz erzählte meine kleine Omi
Geschichten von Zwerg Zippelzapp
Der lebte mit seiner Familie unter
Den Bäumen dort nahe Goslar bei
Hahnenklee falls ich richtig erinnere
In Mecklenburg dafür gab es früher
Der Sage nach die Unterirdischen
Die ihre Kulturen unterirdisch bauten
Dort in der Hansestadt Güstrow wurde
Der Vater des Flaneurs geboren
Dieser wuchs in Frankfurt auf wie ich
Jahre später dann auch aber geboren
In der alten Hansestadt Bremen noch
Am grünen Richard laufen gelernt
Was prägt meine Wahrnehmung der
Wirklichkeit heute noch mehr der ich
Ein Muttersohn immer auch war die
Den Krieg in Uchte noch überstand
Liegen mir die von da näher als die
Mecklenburger und Thüringer je ist
Heimat ein Ort oder eine Idee eher
Die sich nur an Orten zufällig sucht
Haben 40 Jahre DDR Diktatur die
Östliche bürgerliche Heimat so
Endgültig zerstört wie den Geist
Des Bürgertums im Osten
Bin also im doppelten Sinne damit
Westöstlich und liege diese Verse
Dichtend auf dem Diwan mit nun
Gedanken ziemlich nah an Uchte
Dass dieser auch noch westöstlich
Unweit der alten Zonengrenze steht
Macht die Geschichte noch komisch
Im fernsten literarischen Bezug dabei
Welcher Ort wirklich Heimat ist
Ob ich Reisender im Geiste je
Irgendwo ankomme oder wenn
In meiner Bibliothek weiß ich nicht
Weniger Realismus dafür mehr
Phantasie könnte schön werden
Zumal wenn ich betrachte was
Aus der Wirklichkeit gerade wird
Bücher statt Kriege und dabei
Mehr Lektüre statt Kampf wie
Leben um davon zu erzählen
Was alles nie wirklich passiert
So träum ich mir die Welt lieber
Statt sie noch zu erleben weil
Das nur noch selten lohnt es
Dem Alter entspricht zu bleiben
jens tuengerthal 20.3.26
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