Lektürentagebuch 22.3.26
Bei Buddenbrooks einen Brief von
Thomas an seine Mutter gelesen der
Darin zuerst seine Zustimmung zur
Verlobung seiner Schwester Clara gibt
Seine Mutter hatte ihn als Chef der
Firma in Nachfolge des Vaters dazu
Nach Amsterdam geschrieben dabei
Ist der sonst so nüchterne Thomas
Voller Euphorie und Begeisterung
Erbittet nun die Zustimmung seiner
Mutter in selbiger Angelegenheit und
Dann erzählt er wie er seine Braut
Die Tonys Pensionatsfreundin Gerda
Arnoldsen aus Amsterdam ist dort
Traf und wie sie sich annäherten er
Die Zustimmung des Vaters erhielt
Erzählt wie er sie auf ihrer echten
Stradivari geigen hörte wie gut sich
Beide über Bücher unterhielten weil
Er als Buddenbrook natürlich nichts
Von Musik verstehe aber sonst alles
Ganz wunderbar wäre wie er so auch
Da Herr Arnoldsen Millionär wäre mit
Der beträchtlichen Aussteuer Gerdas
Für guten Kapitalzufluss für die Firma
Sorge auch wenn es natürlich zuerst
Um Liebe ginge freue ihn das als
Kaufmann mit guter Partie auch
Sie bräuchte ihm ihre Zustimmung
Nicht mehr zu schicken und schon
Im Sommer käme Gerda mit ihrem
Vater und der Schwester zu Besuch
So hat Thomas Buddenbrook als
Guter Kaufmann mit der Liebe auch
Etwas für die Firma getan und ist
Entsprechend euphorisch im Brief
Viel gäbe er darum schrieb er auch
Gleich am Anfang wenn er dabei die
Gesichter von Tony und ihr ob der
Überraschenden Neuigkeit sähe
Der Brief von Thomas ist datiert
Auf den 20. Juli 1856 und voller
Vorfreude auf den Sommer in dem
Das Haus sich dann wohl füllen wird
Im Zauberberg geht Hans Castorp
Auf Krankenbesuch zu seinem neuen
Freund Mynheer Peeperkorn der nach
Dem Gelage vom Vortag darniederlag
So hatte den Malariakranken schon
Am Morgen ein Fieberanfall erwischt
Davon geschwächt lag er im Bett ließ
Aber Hans gerne kommen der zuvor
Den Malaien dazu gefragt hatte der
Ihn dann zu seinem Herren führte
Das Zimmer war edler ausgestattet
Die Betten mit Kirschholzrahmen
Auf dem Fußboden ein flauschiger
Teppich und vom Salon vor dem
Zimmer mit Pepperkorns Bett ging
Noch das Zimmer von Clawdia ab
Auf dem Nachttisch des Holländers
Der auch krank noch majestätisch
Wirkte stand neben einer Flasche
Mit Chinin und Medikamenten noch
Eine Flasche Rotwein von dem er
Auch Hans gleich ein Glas anbot
Clawdia gesellte sich bald dazu erst
Dies und das im Zimmer räumend
Dann sich am Gespräch beteiligend
Worüber Hans lächeln muss der merkt
Wie diese sich fast wie eine Art von
Gouvernante sich dabei aufführt
Die Dame möchte sichtbar nicht
Das sie die Kontrolle verliert worüber
Beide Herren ungestört miteinander
Vielleicht sonst noch reden könnten
Sehr engagiert erzählt Pepperkorn
Zunächst vom Chinin und wie dies
Aus der Rinde gewonnen werde
Wie dessen vielfältig guter Wirkung
Einmal im Referieren kommt der
Kranke vom Chinin zu einem aus
Anderer Rinde gewonnenes dort
Als Aphrodisiakum verwandten Mittel
Referiert dann darüber wie wenig wir
Über die Chemie und Wirkung der
Mittel bis heute wüssten die doch
Wunder der Natur einfach wären
Von den Alkaoiden kommt er zum
Strychnin als gefährlichen Gift das
Als Pfeilgift genutzt würde zur
Muskellähmung jedenfalls führt
Nach noch einigen Details zum
Gift greift irgendwann Clawdia ein
Meinte Peeperkorn sei nun erschöpft
Hans sollte jetzt besser gehen
Die offiziell Reisebegleiterin die
Zugleich Geliebte mal war nun
Vielleicht auch ist benimmt sich
Fast mütterlich autoritär dabei
Noch häufiger kommt es zu solchen
Besuchen oder auch gemeinsamen
Spaziergängen wenn Peeperkorn
Gerade mal nicht zu krank ist
Dabei nehmen die üblichen teil wie
Wehsal und Ferge und sie treffen
Auch Settembrini und Naphta denen
Er Clawdia und Peeperkorn vorstellt
Das alles ist wieder mit wunderbarer
Ironie beschrieben und deutet ganz
Dezent den weiteren Verlauf an wie
Es die Beteiligten komisch karikiert
Thomas Mann bleibt der komischste
Wie humorvollste der deutschen
Autoren und schafft es aus kleinen
Szenen große Erlebnisse zu zaubern
Weiter nun in der nahezu zeitgleich
Geschriebenen la recherche von
Marcel Proust im Schatten junger
Mädchenblüte am Strand noch
Wunderbar erzählt der Erzähler von
Der sich nähernden Gruppe junger
Mädchen die er noch nicht wirklich
Als einzelne registriert hatte
Sie waren für ihn eine schwebende
Allen gemeinsame ganz wunderbare
Schönheit die voller Bewegung als
Ganzes auf ihn zuschwebte
Diese zauberhafte Schwärmerei malt
Proust mit zärtlicher Schönheit aus in
Details die er zugleich wieder für den
Eindruck des Ganzen widerruft
Vielleicht war es keine zufällige
Fügung dass diese Mädchen alle
Schön waren in ihrer Reinheit die
Noch nicht durch die komplizierten
Zustände eines gebildeten Geistes
Wieder entstellt waren in ihrer so
Natürlichen Beweglichkeit die noch
Vom erst Aufstieg ihrer Familien
Die schon den Sport für sich als
Freude entdeckten ohne gleich
Zuviel kritisch denken zu müssen
Was natürliche Schönheit entstellte
Fasziniert von der Schönheit der
Mädchen und ihren dabei ganz
Natürlichen Bewegungen ordnet
Der Erzähler sie sogleich sozial ein
Gehören sie zu seiner Klasse auch
Waren es nur Aufsteiger die erst
Den Luxus langsam entdeckten
Noch nicht von ihm geprägt waren
Sie zogen wie ein leuchtender Komet
Über die Mole den andere nicht weiter
Berühren können sie ignorierten alle
Anderen und waren nur beieinander
Herrlich beschreibt Proust hier den
Alten Bankier für den seine Gattin
Einen Platz nahe dem Musikpavillon
Ganz fürsorglich besorgt hatte die
Zwischendurch wegging ihm eine
Zeitung zu besorgen aus der sie ihm
Dann vorlas ihm aber auch Momente
Allein gönnte für das Gefühl einer
Noch bestehenden Selbständigkeit
Also in allem vollkommen zart für den
Feinen älteren Herren sorgt über den
Dann eines der Mädchen springt
Dabei streift sie seinen Sonnenhut
Was eines der Mädchen aus der
Gruppe mit rauher Stimme dann
Kommentierte der Greis täte ihr leid
Diese und andere Ereignisse auf dem
Weg am Erzähler vorbei beginnen die
Gruppe so zu individualisien die nun
Ihre Wanderung wieder aufnahmen
Er bricht damit die Schwärmerei
Lässt schon ahnen was von diesem
Mangel an Benehmen zu erwarten
Zeigt wie unnahbar sie dennoch sind
jens tuengerthal 22.3.26
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