Sonntag, 22. März 2026

Lektürentagebuch 22.3.26

Lektürentagebuch 22.3.26

Bei Buddenbrooks einen Brief von
Thomas an seine Mutter gelesen der
Darin zuerst seine Zustimmung zur
Verlobung seiner Schwester Clara gibt

Seine Mutter hatte ihn als Chef der
Firma in Nachfolge des Vaters dazu
Nach Amsterdam geschrieben dabei
Ist der sonst so nüchterne Thomas

Voller Euphorie und Begeisterung
Erbittet nun die Zustimmung seiner
Mutter in selbiger Angelegenheit und
Dann erzählt er wie er seine Braut

Die Tonys Pensionatsfreundin Gerda
Arnoldsen aus Amsterdam ist dort
Traf und wie sie sich annäherten er
Die Zustimmung des Vaters erhielt

Erzählt wie er sie auf ihrer echten
Stradivari geigen hörte wie gut sich
Beide über Bücher unterhielten weil
Er als Buddenbrook natürlich nichts

Von Musik verstehe aber sonst alles
Ganz wunderbar wäre wie er so auch
Da Herr Arnoldsen Millionär wäre mit
Der beträchtlichen Aussteuer Gerdas

Für guten Kapitalzufluss für die Firma
Sorge auch wenn es natürlich zuerst
Um Liebe ginge freue ihn das als
Kaufmann mit guter Partie auch

Sie bräuchte ihm ihre Zustimmung
Nicht mehr zu schicken und schon
Im Sommer käme Gerda mit ihrem
Vater und der Schwester zu Besuch

So hat Thomas Buddenbrook als
Guter Kaufmann mit der Liebe auch
Etwas für die Firma getan und ist
Entsprechend euphorisch im Brief

Viel gäbe er darum schrieb er auch
Gleich am Anfang wenn er dabei die
Gesichter von Tony und ihr ob der
Überraschenden Neuigkeit sähe

Der Brief von Thomas ist datiert
Auf den 20. Juli 1856 und voller
Vorfreude auf den Sommer in dem 
Das Haus sich dann wohl füllen wird

Im Zauberberg geht Hans Castorp
Auf Krankenbesuch zu seinem neuen
Freund Mynheer Peeperkorn der nach
Dem Gelage vom Vortag darniederlag

So hatte den Malariakranken schon
Am Morgen ein Fieberanfall erwischt
Davon geschwächt lag er im Bett ließ
Aber Hans gerne kommen der zuvor

Den Malaien dazu gefragt hatte der
Ihn dann zu seinem Herren führte
Das Zimmer war edler ausgestattet
Die Betten mit Kirschholzrahmen

Auf dem Fußboden ein flauschiger
Teppich und vom Salon vor dem
Zimmer mit Pepperkorns Bett ging
Noch das Zimmer von Clawdia ab 

Auf dem Nachttisch des Holländers
Der auch krank noch majestätisch
Wirkte stand neben einer Flasche
Mit Chinin und Medikamenten noch

Eine Flasche Rotwein von dem er
Auch Hans gleich ein Glas anbot 
Clawdia gesellte sich bald dazu erst
Dies und das im Zimmer räumend 

Dann sich am Gespräch beteiligend
Worüber Hans lächeln muss der merkt
Wie diese sich fast wie eine Art von
Gouvernante sich dabei aufführt 

Die Dame möchte sichtbar nicht 
Das sie die Kontrolle verliert worüber
Beide Herren ungestört miteinander
Vielleicht sonst noch reden könnten 

Sehr engagiert erzählt Pepperkorn
Zunächst vom Chinin und wie dies 
Aus der Rinde gewonnen werde 
Wie dessen vielfältig guter Wirkung

Einmal im Referieren kommt der
Kranke vom Chinin zu einem aus
Anderer Rinde gewonnenes dort
Als Aphrodisiakum verwandten Mittel

Referiert dann darüber wie wenig wir
Über die Chemie und Wirkung der
Mittel bis heute wüssten die doch 
Wunder der Natur einfach wären 

Von den Alkaoiden kommt er zum
Strychnin als gefährlichen Gift das
Als Pfeilgift genutzt würde zur
Muskellähmung jedenfalls führt

Nach noch einigen Details zum 
Gift greift irgendwann Clawdia ein
Meinte Peeperkorn sei nun erschöpft 
Hans sollte jetzt besser gehen

Die offiziell Reisebegleiterin die
Zugleich Geliebte mal war nun
Vielleicht auch ist benimmt sich
Fast mütterlich autoritär dabei

Noch häufiger kommt es zu solchen
Besuchen oder auch gemeinsamen
Spaziergängen wenn Peeperkorn 
Gerade mal nicht zu krank ist

Dabei nehmen die üblichen teil wie
Wehsal und Ferge und sie treffen
Auch Settembrini und Naphta denen
Er Clawdia und Peeperkorn vorstellt

Das alles ist wieder mit wunderbarer
Ironie beschrieben und deutet ganz
Dezent den weiteren Verlauf an wie
Es die Beteiligten komisch karikiert

Thomas Mann bleibt der komischste
Wie humorvollste der deutschen
Autoren und schafft es aus kleinen 
Szenen große Erlebnisse zu zaubern

Weiter nun in der nahezu zeitgleich
Geschriebenen la recherche von 
Marcel Proust im Schatten junger
Mädchenblüte am Strand noch

Wunderbar erzählt der Erzähler von
Der sich nähernden Gruppe junger
Mädchen die er noch nicht wirklich
Als einzelne registriert hatte 

Sie waren für ihn eine schwebende
Allen gemeinsame ganz wunderbare 
Schönheit die voller Bewegung als
Ganzes auf ihn zuschwebte

Diese zauberhafte Schwärmerei malt
Proust mit zärtlicher Schönheit aus in
Details die er zugleich wieder für den
Eindruck des Ganzen widerruft

Vielleicht war es keine zufällige
Fügung dass diese Mädchen alle
Schön waren in ihrer Reinheit die 
Noch nicht durch die komplizierten

Zustände eines gebildeten Geistes 
Wieder entstellt waren in ihrer so
Natürlichen Beweglichkeit die noch
Vom erst Aufstieg ihrer Familien

Die schon den Sport für sich als
Freude entdeckten ohne gleich
Zuviel kritisch denken zu müssen
Was natürliche Schönheit entstellte 

Fasziniert von der Schönheit der
Mädchen und ihren dabei ganz
Natürlichen Bewegungen ordnet
Der Erzähler sie sogleich sozial ein

Gehören sie zu seiner Klasse auch
Waren es nur Aufsteiger die erst
Den Luxus langsam entdeckten 
Noch nicht von ihm geprägt waren

Sie zogen wie ein leuchtender Komet 
Über die Mole den andere nicht weiter
Berühren können sie ignorierten alle
Anderen und waren nur beieinander

Herrlich beschreibt Proust hier den 
Alten Bankier für den seine Gattin
Einen Platz nahe dem Musikpavillon 
Ganz fürsorglich besorgt hatte die 

Zwischendurch wegging ihm eine
Zeitung zu besorgen aus der sie ihm
Dann vorlas ihm aber auch Momente
Allein gönnte für das Gefühl einer

Noch bestehenden Selbständigkeit
Also in allem vollkommen zart für den
Feinen älteren Herren sorgt über den
Dann eines der Mädchen springt 

Dabei streift sie seinen Sonnenhut
Was eines der Mädchen aus der
Gruppe mit rauher Stimme dann
Kommentierte der Greis täte ihr leid

Diese und andere Ereignisse auf dem
Weg am Erzähler vorbei beginnen die
Gruppe so zu individualisien die nun
Ihre Wanderung wieder aufnahmen

Er bricht damit die Schwärmerei
Lässt schon ahnen was von diesem
Mangel an Benehmen zu erwarten
Zeigt wie unnahbar sie dennoch sind

jens tuengerthal 22.3.26


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